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Ausgabe 3/2017


INHALTSVERZEICHNIS …...………………………………………………………………….

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Am Steinhoftor

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Mit Leib und Seele: Herbstlich Leben

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Aus der Brüdergemeinschaft: Priesterweihe Bruder Benedikt

10 - 15

Wir als Gastgeber: Kräutersonntag Serenade, Musikplausch

16 - 19

Anlässe: 14. Stonecourt-Tour

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Jubilare

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Comic

Wir als Gastgeber: Kräuterfest etc. , Seite 10 - 15

22 - 25

Steinhart nachgefragt: Christin Ambort Abteilungsleiterin

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Das Steinhof-Personal

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Gratulationen

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Inserat

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Dies und Das: Woll-Lust

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Gedicht

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Wir rufen die Menschen in Erinnerung Ein Spaziergang: Überall digital?

Steinhart nachgefragt: Christin Ambort, Abteilungsleiterin, Seite 22 - 25

40 - 41

Dies und Das: Herbstzeit

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Raum für Begegnung: Herbst im Garten

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Reben und Wein: Herbst die Zeit der Weinlese

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Rezept: Forellenfilet Piccata

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Unser Wunsch

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Agenda

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

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Anlässe: 14. Stonecourt-Tour, Seite 16 - 19

Was vor 50 Jahren geschah: Das Zentrum Schönbühl vor der Vollendung

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35 - 38

Aus der Brüdergemeinschaft: Priesterweihe Br. Benedikt, Seite 6 - 9

Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2017

Ein Spaziergang: Überall digital? Seite 39

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………….

„Es herbschtelet“ "Es herbschtelet" ist mir durch den Kopf gegangen, als ich mich an das Editorial zum Steinhof-Blatt machte. Am letzten Wochenende habe ich es auf meiner Walking-Runde um den Rotsee gemerkt. Es riecht bereits nach Herbst. Der Hochsommer hat, mit einer trocken-heissen Periode, auch den Bäumen bereits einen leichten Gelbstich verpasst. "Es herbschtelet" heisst ein bekanntes Jodellied von Emil Wallimann. Darin wird beschrieben, wie die Natur zwar noch in der Blüte steht (am Bild der Herbstzeitlose) und doch die Pflanzenwelt schon die ruhige Zeit des Winters ankündigt. Herbst bedeutet Ende des Sommers. Und ein "Ende" erinnert uns immer an die Endlichkeit – der Natur - allen Lebens. Im Herbst ist Erntezeit. Das, was im Frühling in den Boden gebracht wurde, während des Sommers wachsen konnte, ist nun reif für die Ernte. Eigentlich etwas Schönes – und doch schon ein wenig melancholisch, wie das Jodel-Lied von Emil Wallimann. Auch die Herbst-Ausgabe des Steinhof-Blatt hat beides aufzuweisen. Wir "ernten" die Erinnerung an die schönen Erlebnisse des Sommers, sei es mit der Priesterweihe von Bruder Benedikt, mit unserem Kräuterfest oder den anderen Veranstaltungen auf unserem "Dorfplatz". Im Sommer spielt sich das Leben, wenn immer möglich, im Freien ab. Wir werden aber auch an die Endlichkeit erinnert. In dieser Ausgabe verabschieden wir uns noch einmal von Dumeni Capeder, der von 1982 bis 1997 als Heimverwalter im Steinhof tätig war. Einmal von Seiten der Barmherzigen Brüder mit Blick auf sein Wirken im Pflegeheim und durch einen persönlichen Blick auf den Menschen "Dumeni" von Walter Ludin. Und auch im HeimAlltag liegen Freud und Leid für uns alle eng beieinander. Wir müssen uns mit "Grenzen" und "Loslassen" beschäftigen, sei dies von Menschen oder von Fähigkeiten und Kräften. "Es herbschtelet" heisst aber auch, dass die Natur noch einmal alles gibt, was sie hat. Die verschiedenen Farben strahlen in der Sonne um die Wette und verschönern die Welt, bevor sie vergehen. Wie unser Ginkgobaum, dessen goldenes Herbstlaub in dieser

Der Rotsee im Herbst Ausgabe zur Geltung kommt. Und neben den Trauben, die zur Lese bereit sind, färbt sich wohl kaum etwas farbenprächtiger, wie das Weinlaub. Die Natur "verschwendet" alles, was sie hat, bevor der Lebenszyklus zu Ende geht und im Winter wieder neue Kräfte für das Frühlingsspriessen gesammelt werden. Auch ich will "verschwenderisch" sein. Nicht mit natürlichen Ressourcen oder mit Geld, nein, mit einem guten Wort, einem freundlichen Lächeln oder mit Zeit, die ich einem Menschen schenke. Vielleicht kann ich damit die Welt etwas herbstlich bunter machen? Eine unserer Abteilungsleiterinnen pflegt zu sagen: "Freundlichkeit muss man nicht budgetieren". In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen "verschwenderischen" Herbst. Andrea Denzlein, Heimleiterin

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MIT LEIB UND SEELE ………………...……………………………………………………….

Herbstlich Leben

Auf dem Weg zum Aufbahrungsraum Der Herbst ist Erntezeit. Er bedeutet Fülle. Es gilt, Vorräte anzulegen, denn man weiss nur allzu gut: Nach dem Herbst kommt der Winter, und das Leben "gefriert". Nicht selten wird diese Erfahrung aus der Natur auf den Verlauf eines menschlichen Lebens übertragen. Wenn jemand den Zenit seiner Lebenszeit überschritten hat, ist er oder sie im sogenannten Herbst des Lebens angekommen. Der Mensch richtet sich nicht mehr auf Wachstum aus, reisst keine neuen Projekte mehr an und setzt keine grossen Ziele mehr. Die körperlichen und, je nach dem auch die mentalen, Kräfte nehmen ab. Nun ist Verarbeitung und Würdigung des Lebens geboten und Abschiednehmen.

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Viele Bewohnerinnen und Bewohner eines Pflegeheims sind "herbstliche Menschen". Das Lebensende gerät langsam in den Blick, auch wenn es vielleicht noch nicht absehbar ist. Diese Herbstlichkeit hat im Steinhof einen prominenten Platz. Zwei blaue Wände führen in die Kapelle. Auf einer dieser Wände – vor dem Aufbahrungszimmer – ist ein Spruch von der jüdischen Lyrikerin Hilde Domin zu lesen: „Es knospet unter den Blättern, sie nennen es Herbst.“ Wer sind diese Leute, die von Herbst reden? Offenbar gibt es eine Spannung zwischen Hilde Domin und ihnen. "Sie", das sind all die Menschen, die nur den Verlust sehen, wenn ein Baum sich im Herbst seiner Blätter entledigt, wenn er kahl und schutzlos wird und wenn das Leben in ihm geht. Hilde Domin


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Der Herbst ist schon Vorbote des Frühlings aber sieht genauer hin. Sie wirft einen zweiten Blick auf den Baum und merkt: Da tut sich etwas! Indem der Baum etwas vergehen lässt, bereitet er neues Wachstum vor. Der Herbst ist nur scheinbar das Ende. Es bilden sich neue Knospen unter den Blättern, und bereits kündigt sich leise und langsam der Frühling an. Aus meiner Sicht sagt Hilde Domin mit ihren Worten zur Leserschaft: Leben bedeutet Wandel. Seht nicht nur den Verlust. Wagt einen zweiten Blick und seht, dass Neues kommt – auch wenn es uns noch unbekannt ist. Ich wünsche Ihnen für die kommende Herbstzeit, dass Sie immer wieder einen zweiten Blick wagen, wenn etwas zu Ende geht. Edith Birbaumer, Seelsorgerin

Mein Leben geht zu Ende Mein Leben geht zu Ende, ich weiss und fühle es. Doch fühle ich auch mit jedem sich neigenden Tage, wie mein irdisches Leben mit einem neuen, unendlichen, unbekannten, aber schon neu heraufkommenden Leben zusammenfliesst, dessen Vorgefühl meine zitternde, bebende Seele mit Entzücken erfüllt.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski in: Jörg Zink, Unter dem großen Bogen. Das Lied von Gott rings um die Erde. Kreuz Verlag, Stuttgart Zürich 2001.

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AUS DER BRÜDERGEMEINSCHAFT ………………………………………………………...

Priesterweihe und Primiz von Bruder Benedikt Molitor Priesterweihe 10. Juni 2017 in Trier Primiz Dreifaltigkeitssonntag, 11. Juni 2017 in Trier Nachprimiz Fronleichnam, 15. Juni 2017 in Luzern

Für uns Brüder im Konvent im Steinhof in Luzern ist es eine besondere Freude und Ehre, dass sich Bruder Benedikt zum Priester weihen liess. In den Jahren 1993 bis 1997 hat er in der Benediktinerabtei Einsiedeln Theologie studiert. Dabei ist er während des Studiums regelmässig an den Wochenenden in den Konvent nach Oberwil gekommen und hat oft in den Sonntagsgottesdiensten gepredigt. Er wurde dann zum Diakon geweiht, doch die Zeit war noch nicht reif für das Priestertum.

Bruder Benedikt verspricht Bischof Stephan Gehorsam und Ehrfurcht gegenüber den kirchlichen Oberen.

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Bruder Benedikt lebt und wirkt nun schon zwei Jahre im Konvent in Luzern. Zuvor war er in Trier u.a. als Generalsekretär tätig und als Novizenmeister verantwortlich für die Männer, welche in den Orden eintreten möchten. Er hat auch die Ausbildung zum Geistlichen Begleiter und ist gerne bereit, suchende Menschen zu unterstützen. Seit drei, vier Jahren hatte er sich wieder vermehrt mit der Frage der Berufung zum Priester auseinandergesetzt. Am Hochfest des heiligen Bruder Klaus, im Jahr der Barmherzigkeit 2016, hat er dann die Zulassung zur Priesterweihe an den Generaloberen und den Generalrat eingereicht, die positiv beantwortet wurde. Dann wurde ein Antrag an den Bischof von Trier gestellt, der ebenfalls genehmigt wurde. Bruder Dominik, unser Verantwortlicher für den Brüderkonvent in Luzern, war in Trier und in Luzern dabei und schildert uns dieses besondere Ereignis: Am Samstag, den 10. Juni um 16.00 Uhr, war in der Klosterkirche unserer Gemeinschaft in Trier der feierliche Einzug mit dem Trierer Diözesanbischof Dr. Stephan Ackermann und dem emeritierten Weihbischof Leo Schwarz, der seit einiger Zeit in einem eigenen Bereich im Mutterhaus wohnt. Mit eingezogen sind der Generalobere Bruder Peter als Diakon, Priester und Mitbrüder, die als Ministranten dienten. Die Priesterweihe war eingebettet in die Eucharistiefeier. Viele Angehörige und Freunde von Bruder Benedikt waren eigens zu dieser Feier nach Trier angereist. Zudem auch Mitbrüder aus anderen Konventen. Vom Steinhof nahmen Andrea Denzlein und Cyrill Strub an den Feierlichkeiten teil. Der erste Teil der Weiheliturgie fand vor dem Tagesgebet statt. Dazu wurde Bruder Benedikt vom Generaloberen, Bruder Peter, vorgestellt und aufgerufen. Bruder Benedikt trat vor den Bischof und sagte "hier bin ich" - auf lateinisch "adsum". Ausgedrückt wurde dadurch eine innere Bereitschaft, eine Haltung, ein Ausgerichtetsein auf Gott und seinen Willen. Bischof Stephan Ackermann wurde dann von Bruder Peter gebeten, Bruder Benedikt die Weihe zu spenden.

Bevor der Bischof seine Zustimmung gab, vergewisserte er sich durch Nachfrage, ob der Kandidat für würdig befunden wurde und ob auch das Volk die Weihe wünsche. Die Eröffnung schloss mit dem Tagesgebet, in dem zum Ausdruck kam, worum es geht: Gott in seinem Sohn zu verherrlichen. Der zweite Teil der Weiheliturgie mit der eigentlichen Weihehandlung folgte dann im Anschluss an den Wortgottesdienst, also nach der Predigt des Bischofs. Eröffnet wurde dieser Teil mit der Herabrufung des Heiligen Geistes im Hymnus "Komm, Heil'ger Geist, der Leben schafft". Anschliessend richtete der Bischof sechs Fragen an den Kandidaten, ob er bereit sei, die mit der Weihe verbundenen Aufgaben wie folgt zu übernehmen: Als Mitarbeiter des Bischofs die Gemeinde umsichtig zu leiten, den Dienst am Wort Gottes getreu zu erfüllen, die Sakramente in gläubiger Ehrfurcht zu feiern, mit dem Bischof im Gebet für die Gemeinde vor Gott zu treten, den Notleidenden, Armen, Kranken und Heimatlosen beizustehen und Tag für Tag sich enger an Christus zu binden. Danach kniete Bruder Benedikt vor dem Bischof nieder und versprach ihm, dem jeweiligen Bischof, in dessen Bistum er tätig sein wird, und seinem jeweiligen Oberen Ehrfurcht und Gehorsam. Danach kam der emotionale Höhepunkt der Priesterweihe für die mitfeiernden Gläubigen: Bruder Benedikt lag ausgestreckt auf dem Boden, die Gemeinde sang währenddessen die Allerheiligenlitanei und erflehte so Gnade und Segen für den zum Priesteramt Erwählten, damit auch er ein Segen sein kann. Bei den Fragen nach der Bereitschaft stand der Weihekandidat. Stehen bedeutet, bereit sein, zu hören und aufzubrechen. Das Hinlegen bremst das Aufbrechen, verzögert es und ruft entschieden ins Bewusstsein: Ich werde unterwegs sein, als dienender, ja als sündiger, bittender, demütiger Mensch und als einer, dem gleichzeitig bewusst sein darf, von Gott reich beschenkt zu sein. Schliesslich vollzog der Bischof die eigentliche Wei-

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AUS DER BRÜDERGEMEINSCHAFT ………………………………………………………...

Bischof Stephan überreicht Bruder Benedikt Kelch und Hostienschale zur Feier der Eucharistie. he durch Handauflegung und gleichzeitiges Gebet in Stille. Diese Handauflegung hat eine zentrale Bedeutung im katholischen Glauben. Sie versinnbildlicht die Apostolische Sukzession, also die ungebrochene Verbindung der Bischöfe bis zu den Aposteln. Anschliessend legten dann auch Weihbischof Schwarz und alle anwesenden Priester die Hände auf. Das anschliessende Weihegebet des Bischofs geht zurück bis auf die "Traditio Apostolica", einer Kirchenordnung aus dem 3. Jahrhundert. Danach folgten die so genannten ausdeutenden Riten, die verschiedene Aufgaben des Neugeweihten versinnbildlichen. Zunächst half Bruder Peter Bruder Benedikt beim Anlegen der liturgischen Gewänder. Dann salbte der Bischof dem Neupriester die Hände mit Chrisam. Die Salbung der Handflächen mit ChriPrimizspruch von Bruder Benedikt: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ 2. Timotheus 1,7

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Bruder Benedikt bei seiner Primiz in Trier.

sam ist verbunden mit der Bitte um Stärkung für den Dienst am Volk Gottes und das heilsame Handeln am ihm. Daraufhin überreichte er ihm Hostienschale und Kelch als Zeichen für seinen Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Der Bischof besiegelte die Weihehandlung mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruss. Nach dem Weiheritus feierte Bruder Benedikt als Konzelebrant mit dem Bischof die Messe. Diese Zeremonie war sehr ergreifend. Nach dieser besonderen Feier gab es die Möglichkeit der Begegnung und, wie als Fortsetzung, ein gemeinsames Mahl mit feinen Speisen. Am Dreifaltigkeitssonntag, 11. Juni, feierte Bruder Benedikt in der Mutterhauskirche seine Primiz, seine erste Heilige Messe. Wieder war ein feierlicher Einzug mit Kreuz und Weihrauch mit allen anwesenden Priestern, dem Generaloberen und dem Primizianten bei feierlichem Orgelspiel. Die Primizpredigt hielt Bruder Peter, und die Trierer Sängerknaben begleiteten gesanglich den Gottesdienst. Anschliessend spendete Bruder Benedikt allen zusammen den Primizsegen und allen, die es wünschten, noch den persönlichen Segen, mit den Worten: „Durch die Auflegung meiner Hände und durch die Anrufung


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der seligen Jungfrau Maria, des seligen Bruder Peter Friedhofen und aller Heiligen, segne und behüte dich der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“ Der Primiziant wendete sich so den Menschen zu, zu denen er gesandt ist. Diese Hinwendung wird seinen Alltag bestimmen. Er tut es, um das, was er erhalten hat, nicht für sich zu behalten, sondern weiterfliessen zu lassen und frei zu geben.

arbeitende, Nachbarn und Leute aus dem Freundeskreis. Wir waren wirklich eine grosse Familie, die gemeinsam sang und betete. Am Schluss des Gottesdienstes spendete Bruder Benedikt wiederum allen, die es wünschten, den Primizsegen. Danach gab es bei schönstem Wetter ein frohes Zusammensein beim Apéro im Garten. Solche religiöse Anlässe sind Kraftquellen für den Alltag. Bruder Robert / Bruder Dominik

Am Fronleichnamsfest, 15. Juni, war im Steinhof der grosse Tag der Nachprimiz. Der Festtag hätte nicht besser gewählt sein können. Viele Besucherinnen und Besucher nahmen am Gottesdienst in der Steinhof-Kapelle teil: Bewohnerinnen und Bewohner, Mit-

Feier der Nachprimiz in der Steinhof-Kapelle. Bruder Josef und Pfarrer Zürcher zusammen mit Bruder Benedikt am Altar.

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Kräuterfest im Steinhof Feste feiern, das macht man im Steinhof oft und gerne. Aber ein Kräuterfest? Das gab es noch nie. So fragten die Bewohnerinnen und Bewohner im Vorfeld oft, was man denn von einem solchen Fest erwarten kann.

Der Steinhof lädt ein zum Kräuterfest

Mit Freude und Stolz blicken wir auf das gelungene Kräuterfest vom 25. Juni 2017 zurück. Ein berührender Gottesdienst mit musikalischer Begleitung vom Steinhof-Chor, ausgezeichnetes Essen, stimmige Musik, ein Wettbewerb der zum Diskutieren anregte und über allem eine fröhliche, gemütliche und entspannte Stimmung - so wie eben Feste im Steinhof sind. Auch Petrus freut sich jeweils, wenn der Steinhof feiert und schickte uns, nach den letzten Regentropfen am Vormittag, einen frühsommerlichen, sonnigen Nachmittag. Damit ein Fest wie dieses durchgeführt werden kann, braucht es viele kreative Köpfe und helfende Hände bei der Vorbereitung, am Tag selber und auch zum Aufräumen. Schauen wir uns deshalb etwas um in den einzelnen Bereichen.

Bruder Dominik freut sich über die frischen Kräuter

Der Steinhof-Chor umrahmt den festlichen Sonntagsgottesdienst

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Beim Gärtner Martin Blum, unser Gärtner, hatte im Herbst 2016 als erster die Idee, ein ganzes Jahr mit dem Motto Kräuter zu gestalten. Schon im Frühling säte er Basilikum, Schnittlauch, Peterli und vieles mehr. Schon bald glich das Gewächshaus einer Kräuterwerkstatt und die verschiedensten Gerüche animierten zum riechen, tasten und schmecken. Die Gartengruppe der Aktivierung unterstützte Martin Blum beim pikieren und umtopfen und staunte immer wieder ab der Vielfalt der vorhandenen Kräuter. In der Gastwirtschaft Vom ersten Gipfeli am Morgen, bis zum legendären Cervelatbräteln am Nachmittag auf den Strohballen, - für jeden Gast den passenden Sitzplatz drinnen,


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draussen, am Schatten oder doch lieber an der Sonne bereitstellen, bei jeder Menüänderung vom Gast die Übersicht behalten und dazu immer ein fröhliches Lächeln, das ist die Servicecrew vom Kräuterfest! In der Gastwirtschaft wird Wert darauf gelegt, dass alles zum Motto passend ist. So nähte Vreni Schurtenberger aus der Näherei für das ganze Servicepersonal grüne Schürzen. Die Dekoration mit Tontöpfen als Besteckhalter und Kräutertöpfen in Jute verpackt, passte perfekt.

In der Küche Schon im Winter machte man sich in der Küche auf Ideensuche nach Kräuterrezepten. Als Gast durfte man sich dann entscheiden zwischen Kräuterbraten, Pasta mit Kräuter-Pesto oder mediterraner Sauce, gefülltem Riesenchampignon oder Pouletbrust mit Kräuter und Frischkäse gefüllt. Dazu Salat mit frischen Kräutern wie Blutampfer, verschiedenen Kressearten, Giersch, Löwenzahn und Spitzwegerich. Als krönenden Abschluss gab es zum Dessert Pfefferminz-Meringue, Basilikummousse mit Erdbeerkompott, Bananen-Peterlie-Cake, Fruchtsalat, die traditionelle Caramelcréme und zum Kaffee selbstgemachte Zitronenthymian-Sablés. Wer zuhause noch weiter schlemmen wollte, konnte sich auch ein Säckli mit den begehrten Sablés kaufen.

Teebeutel und Zitronenthymian-Sablés—alles selbst hergestellt

Im technischen Dienst Für den technischen Dienst ist ein solches Fest Schwerstarbeit. Festbänke aufstellen, Stromkabel verlegen, Mikrophone und Lautsprecher verkabeln, Zelte und Sonnenschirme stellen und vor allem eine Lösung bereit haben für alle Anliegen und Ideen die erst kommen, wenn das Fest schon fast gestartet ist. Dass dann das Ganze auch wieder aufgeräumt werden muss, daran wollen wir gar nicht denken.

Die Insekten können sich auf solch tolle „Hotels“ freuen

Martin Blum löst mit Brigitta von Moos das KräuterQuiz auf

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

In der Aktivierung Auch hier wurde schon im Winter gestartet mit der Ideensammlung. Im Laufe des Aprils stellte man mit den Bewohnerinnen und Bewohnern die Produkte für den Verkauf zusammen. Für das Rosmarinsalz wurden Rosmarinnadeln gezupft und getrocknet. Für das Steinpilzsalz die getrockneten Pilze zerkleinert. Sehr aufwändig war die Herstellung der Teebeutel. Immer einen Löffel Teemischung in einen Stoffkreis, alles zusammenbinden und mit einer gestanzten Papierform verzieren. Dann 6 Teebeutel in eine Pralinen-Schachtel abfüllen, Dekoband um die Schachtel wickeln, aufkleben von Etiketten mit An-

gabe der Inhaltsstoffe und Mindesthaltbarkeit und zuletzt darf auch der Steinhofkleber nicht fehlen. . Eine richtige "Niffeliarbeit".

Der Dorfplatz war bei angenehmen Temperaturen reich bevölkert

Die Entertainer sorgten für Unterhaltung

Es blieb aber auch Zeit für Gespräche...

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Bei der Herstellung der Insektenhotels war handwerkliches Geschick gefragt. Es wurde viel gelacht, wenn die Insekten schon auf den Werktischen krabbelten, bevor ihr Hotel überhaupt fertig erstellt war. Als Geschenk für unsere Gäste am Fest wurden Samenbomben hergestellt. Wir möchten uns an dieser Stelle auch gerne nochmals beim WWF Zentralschweiz bedanken, der dem Steinhof die Wildblu-

...und schöne Begegnungen


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men-Samen offeriert hat. Die Bewohnerinnen und Bewohner erstellten aus dem Erde/Samengemisch kleine Kugeln. Nach dem trocknen wurden sie mit farbigem Papier eingepackt und dazu eine Erklärung der Samenbomben angebracht. Im Steinhof-Chor Auch hier wurde Wochen im Voraus geübt für den grossen Auftritt. Die Hauptprobe fand draussen vor dem Schloss statt und alle freuten sich schon auf den eindrücklichen Gottesdienst auf diesem schönen Platz. Wetterbedingt fand der Gottesdienst dann in die Kapelle statt. Dies änderte jedoch nichts an der feierlichen Stimmung, dem schönen Gesang vom Chor und der spannenden Dialogpredigt zum Thema Umgang mit Traditionen von Edith Birbaumer und Beat Hänni. Schön dass genau an diesem Sonntag auch speziell Peter Friedhofen gedacht wurde. War er es doch, der den Grundstein legte für das Wirken unserer Brüder und somit auch vom Steinhof. Und dann, am 25. Juni - der grosse Tag. Durch ausgezeichnete Vorarbeit hat alles geklappt. Die reservierte Musik ist rechtzeitig auf der Bühne und das Mikrofon für die Ansprache von Andrea Denzlein funktioniert. Die Kräuterbar zum selber schneiden von Kräutern lädt zum Probieren ein. Un-

Die Service-Crew servierte gut gelaunt

ser Masseur, Stefan Rüegg, illustrierte mit Bildern die Wirkstoffe der einzelnen Kräuter. Auch die Kräuter für den Kräuterwettbewerb stehen am richtigen Platz - und alles läuft. Alle arbeiten Hand in Hand und freuen sich über die vielen Gäste, über das Strahlen von Bewohnerinnen und Bewohnern, über die vielen schönen Rückmeldungen, am gemeinsam Erreichten und sind einfach auch stolz, ein Teil des Lebens im Steinhof zu sein. Feste feiern im Steinhof ist eine gute Sache!

Brigitta von Moos, Leiterin Aktivierung

PS: …das dürfen wir nicht vergessen: Am Steinhof-Sonntag entertainten "Die Entertainer" den ganzen Nachmittag. Das schweizerischösterreichische Duo erfreute uns mit einer grossen Reise durch die Schlagerwelt. In angenehmer Art und Weise rundeten sie den fröhlichen Tag ab.

Und zur Krönung konnte man noch einen Cervelat oder ein Marshmallow „bröötle“

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

18. Schloss-Serenade vom 15. Juni 2017

Das Reicha-Quintett vor der Schloss-Kulisse Die Wolken hingen den ganzen Tag am Himmel, und ein unberechenbarer Nordwind wehte zeitweilig über den Steinhof-Dorfplatz. Es war zu schön, um in die Kapelle zu zügeln und fast zu kalt, um draussen zu sein. Wir haben uns für die optimistische Variante entschieden – und versuchten, im Zweifelsfall mit Decke und Kissen auszuhelfen. Das Reicha-Quintett vor der Kulisse des Schlosses zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Einer der wenigen Anlässe, der den Liebhaberinnen und Liebhabern Klassischer Musik zugutekommt. Die eleganten Klänge liessen das Schloss dann auch "erstrahlen" – oder das Schloss die Klänge? Während des Konzerts kam denn auch zum Ausdruck, was den Steinhof so besonders macht: Bei uns darf man "Bravo" rufen, wenn es einem gefällt – auch, wenn es nicht exakt an der in der klassischen Musik üblichen Stelle nach jedem Werk ist. Zudem hört man die Glocken der Paulus-Kirche und auch unsere Geisslein schienen von der Musik so begeistert, dass immer wieder ihre Glöckchen sich mit den Klängen der Musik mischten. Die Vollblut-Musikerinnen und -Musiker liessen

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sich weder von Wind und Wetter noch von den angesprochenen Rahmenbedingungen beeinflussen und erbrachten eine hervorragende Leistung. Eine Bewohnerin war besonders von dem Herrn mit der Oboe begeistert – oder auch von der Oboe selber – ich habe es nicht herausgefunden. Auf jeden Fall konnte ich die drei (Musiker, Oboe und Bewohnerin) nach dem Konzert noch bekannt machen. Es war auch ein besonderer Abend für die Musikerin und die Musiker, denn Walter Achermann beendete seine Musiker-Karriere mit dieser Serenade und wurde am Ende durch Hans Blender verabschiedet. Dieser konnte gleichzeitig mitteilen, dass das ReichaQuintett bereits einen weiblichen Ersatz rekrutieren konnte. Die Klarinettistin wird mit Annette Jakob, Willi Röösli, Florian Zimmermann und Hans Blender in Zukunft musizieren. Nach dem Konzert konnten sich Zuhörerinnen und Zuhörer bei einem Apéro im Wintergarten wieder aufwärmen. Mit einem gemütlichen Austausch ging ein schöner Abend zu Ende.


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Innerschwiizer Hafechäs-Musig vom 30. Juli 2017 Wieder war, neben der Vorfreude auf die HafechäsMusig, das Wetter ein grossen Thema. Heute ist man ja gut gerüstet mit Wetter-Apps und Regenradar – aber wenn vier Anfragen vier verschiedene Ergebnisse bringen, macht es die Entscheidung eher schwerer als einfacher. Wir haben uns für die optimistische Variante entschieden, dass das Gewitter an uns vorbeizieht oder erst nach Konzertschluss startet. Als dann aber verdächtig dunkle Wolken gegen 14.00 Uhr aufzogen, schauten wir alle skeptisch in den Himmel. Hilfe kam dann von Bewohnerseite – die Ehefrau eines Bewohners fragte ihren Mann, ob er meine, dass der Regen komme. Er schaute uns an und sagte "NAI". Damit war "dä Chäs gässe" – wir liessen uns nicht länger verunsichern – und die Voraussage war goldrichtig. So legte die Hafechäs-Musig mit ihrem vielfältigen, einzigartigen Repertoire los. Humor- und schwungvoll begleitete sie uns mit musikalischen Leckerbissen, die von volkstümlichen Klängen bis zu Mani Matter reichten, durch den Nachmittag. Die Instrumente wurden immer wieder gewechselt und so

zeigte sich das Können der fünf Männer, PETER, WERNER, GEORGES, RES & HANS ganz besonders eindrücklich. Die Hafechäs-Musig spielte und sang auch einige Lieder, die von Res Gräni, ihrem Bandmitglied, geschrieben wurden. Das ist natürlich schon etwas ganz Besonderes! Es war nicht nur musikalisch, sondern auch sonst unterhaltsam. Georges Gisler betonte, dass die Musiker sehr gerne in den Steinhof kommen, da hier die grösste Ansammlung schöner Frauen zu finden sei. Seine eigene sei daher extra zu Kontrollzwecken mitgekommen. Und Res erzählte von einem Erlebnis in Sibirien bei -50 Grad, das er sehr schauerlich anschaulich zum Besten brachte. In guter Stimmung liessen wir uns nun nicht mehr von den vorbeiziehenden Wolken irritieren – auch nicht von ein paar einsamen Regentropfen, die sich schnell wieder verflüchtigten und die keine Nachfolgerinnen hatten. Ein gelungener Nachmittag – wir hoffen, dass die Hafechäs-Musig uns auch im nächsten Jahr wieder beehrt!

Von links nach rechts: Peter Stalder, Hanns Fuchs, George Gisler, Res Gräni und Werner Pfäffli

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ANLÄSSE………………………………………………………………………………………..

14. Stonecourt Road Tour

Morgenappell der besonderen Art Bereits beim Übergabefest im August 2016 haben mich ehemalige Teilnehmer angesprochen, ob wohl die Tradition der Stonecourt Road Tour auch nach dem Leitungswechsel stattfinden könne. Gerne habe ich zugestimmt und war gespannt, wie sich der Tag gestaltet. Für die Details überlasse ich aber gerne dem "Tätschmeister" und Organisator, meinem Vorgänger Paul Otte, das Wort: "Schon um 07.15h am Freitag, 30. Juni 2017 waren Bewohner und Personal zugegen, um die ersten eintreffenden Fahrer zu begrüssen. 60 Motorräder wurden erwartet und 62 trafen mit ihren Fahrern und Sozias schliesslich ein. Bestens organisiert wie immer vom Stonecourt Harley-Davidson Wild Chapter. Jürg Wittwer brauchte zwei Anläufe um den Steinhof zu erreichen. Der erste Anlauf wurde abrupt durch einen freundlichen Motorradfahrer gestoppt, der ihn darauf hinwies, dass er ohne Nummer fahre. Erwartungsfroh waren vor allem zwei Bewohnerinnen, nämlich Eva Brunner, 51 Jahre alt und Claudia

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Koller, 40 Jahre alt. Beide sind seit anfangs 2016 im Steinhof und für beide galt es, im Rahmen der Ausfahrt unter den Teilnehmenden Geld zu sammeln. Den Anlass nicht entgehen liessen sich auch Mary Lanski und Lisbeth Hochuli. Beide sind motorbegeisterte Frauen und die über 90 jährige Hochuli fuhr einst noch mit ihrem Mann im Seitenwagen in die Ferien. Begrüsst wurden die Fahrerinnen und Fahrer durch die Heimleiterin Andrea Denzlein. Sie wies in ihrer Rede humoristisch darauf hin, dass auch sie mit einem Zweirad gekommen sei (ihrem gelbgrünen E-Velo), das aber, was Pneu-Dicke und Lautstärke betrifft, im Vergleich zu den vorgefahrenen Maschinen, noch zulegen könne. Zwei Road Captains gaben sich die Ehre Erst nach der Rede traf Fritz Erni, Hotelier vom Montana ein. Doch letzter war er nicht. Dies war Sonia Lustenberger, die dann eintraf als der letzte Biker den Steinhof verliess. Erstmals unter den Teilnehmern war Mark Obrist, der sich unter den Bikern gleich wohl fühlte und beim Anblick der nigel-


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nagelneuen CVO Street Glide, ausgerüstet mit dem brandneuen Milwaukee-Eight 114 Motor, von Mark Schärz, gleich einen trockenen Mund bekam. Für Mark Schärz, den seine Freunde HC (Hardcore) nennen, ist kein Weg zu weit. So fährt er aus dem Rheintal nach Luzern zur Teilnahme. Letzthin fuhr er sogar nach Minsk in Weissrussland zu einem Harley-Treffen. Vom Steinhof nahmen auch vier Mitarbeitende teil, nämlich Sandra Magni, Melanie Gasser (Erstere nahm als Sozia auf der Maschine von Giuseppe Salierno Platz und zweitere auf derer von Werner Staubli), sowie Christine und Manuel Schwarz. Extra früher angereist kam René Liefert, der mit seiner Frau Susi am Mondsee in Österreich Ferien machte, frei nach dem Motto: „Mentre la luna ci guarda facciamo l’amore!“. Mit sichtlichem Stolz war auch Philipp Bühler anwesend. Er war erst kürzlich der Road Captain bei der jährlich stattfindenden Chapter-Reise, die dieses Jahr nach Palermo führte. Weil er dieses Jahr bereits zum 5. Mal dieses ehrenvolle Amt ausführte, wurde er mit einer mit fünf Diamanten bestückten Kette ausgezeichnet, die er über den Hals auf der Brust trug.

verliessen den Steinhof in Richtung Verkehrshaus. Die Tour führte über Arth – Aegerisee – Ratenpass – Einsiedeln – Etzelpass nach Luegeten, wo der Geschäftsführer Franz Gumpinger den Tross willkommen hiess. Über dem Zürichsee genossen die Teilnehmer bei Kaffee und Gipfeli die traumhafte Aussicht. Nach 45 Minuten brach die Stonecourt Road Tour auf in Richtung Altendorf – Lachen, wo Joe Hildbrand eine Sondereinlage bot, indem er die Olympischen Ringe fünf Mal abfuhr. Schliesslich fuhr man über die Sattelegg an den Sihlsee und weiter nach Unterägeri – Ibergeregg – Illgau nach Muotathal. In der Husky Lodge wurde man bestens verpflegt. Carlo Heinzer, Teilinhaber und Mann der ersten Stunde, informierte über die Lodge, die 1998 mit vier Hunden begann und 2017 mit dem Tourismus Award des Forum Luzern Tourismus ausgezeichnet wurde. Viel bestaunt wurde Didi Schweighausers zu einem Bobber umgebaute BMW. 2 ½ Jahre hat es gedauert und punktgenau am 30. Juni 2017 war Jungfernfahrt. Auf die Frage von Hanspeter Wassmer, was für ein Gefühl er gehabt habe, antwortete er: „Ich habe jeden Meter voll genossen!“

Jungfernfahrt nach 30 Monaten Umbau Um Punkt 08.00h liess der Road Captain Joe Hildbrand die Motoren starten und die 62 Maschinen

Maschinen, Outfits und Fahrstile Nebst den Maschinen wurden auch die Outfits bestaunt. Und da war Yvonne Emmeneggers Sonnen-

Begrüssung vor dem Schloss

Noch ein paar organisatorische Fragen werden geklärt—und los geht‘s

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ANLÄSSE………………………………………………………………………………………..

brille „Toni“ in „Cookies/Cream“ von Neubau für 225 Franken ein echter Hingucker. Auch die diversen Fahrstile waren Diskussionsthema. Stilexpertin Karin Blum meinte dazu: „ Giuseppe Salierno und seine Sozia Sandra Magni seien in der Kurve wie eine Symbiose, Mensch und Maschine verschmolzen zur Einheit!“ Nach dreizehn Jahren unfallfreier Fahrt, kam es auf der Strecke von Muotathal nach Gersau zu einem Unfall, bei dem am Motorrad von Nils

Einer von über 30 Siberian Huskies

Ernst Bracher mit seiner Frau Anita. Man kauft ihm ab, dass er Benzin im Blut hat!

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Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2017

Hofer das Hinterrad ausbrach. Er kam zu Fall wie auch der dahinter folgende Fahrer Paco Dahinden. In der Folge wurde Nils Hofer ins Spital überführt, wo mehrere Rippenbrüche festgestellt wurden. Nach kurzer Zeit konnte er jedoch das Spital wieder verlassen. Lobenswert war die gute Reaktion von Teilnehmenden, die sofort die Unfallstelle absicherten, den Verkehr regelten und den Verunfallten betreuten. Nach Aussagen der Polizei und Nils Hofer, lösten

Beat Heinzer, Geschäftsführer der Husky Lodge Muotathal freut sich zusammen mit Fritz Erni, Walter Schmid und Paul Otte über den Tourismus Award 2017

Die Stonecourt Road Tour ist immer wieder ein Erlebnis der Besonderen Art. Dessen sind sich auch Werner Staubli und Melanie Gasser bewusst


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Harry und Yvonne Emmenegger, Jasmin und Severin Hefti, Markus Anderhub, Manuel Schwarz, Paco Dahinden, Dieter Hubmann und Heini Rosner diese Aufgabe sehr gut. Dass mit Heini Rosner immer ein Arzt mitfährt, kam allen zugute.

des Steinhof zugutekommen. Besten Dank allen Verantwortlichen und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren grossherzigen Einsatz. Bis zum nächsten Jahr! Andrea Denzlein, Heimleiterin

Einmal auf einem Motorrad sitzen In Gersau nahm man dann die Fähre und setzte nach Beckenried über. Von dort fuhr man über Stans, Hergiswil und Horw zurück in den Steinhof, wo unter der Leitung von Cyrill Strub, stellvertretender Pflegedienstleiter, vielen Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Gästen, den Bikern und Bikerinnen, ein toller Empfang bereitet wurde, der sogar mit einer Welle endete. Schliesslich konnten Eva Brunner und Claudia Koller je 1‘070 Franken überreicht werden und Claudia Koller konnte auf dem Trike von Manuel Schwarz platznehmen und noch eine Runde um den Brunnen fahren. Damit ging für sie ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Auf die Frage, ob man nächstes Jahr den Anlass wieder durchführen soll, antworteten die Gäste mit einem lauten „Ja“ und einem Applaus. So planen wir die 15. Stonecourt Road Tour am 29. Juni 2018."

Es war ein schönes Erlebnis – und es ist toll, dass die gesammelten Spenden zwei Bewohnerinnen

Cyrill Strub nimmt die Spende in Empfang

Für Claudia Koller geht ein Traum in Erfüllung

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UNSERE JUBILARINNEN UND JUBILARE………….….…………………………………….

Johann Steiner feierte am 07.08.2017 seinen 104. Geburtstag

Elsa Fischer feierte am 09.08.2017 ihren 100. Geburtstag

Herzliche Gratulation 20

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GUIDO‘S COMIC—SEITE …………………………………………………………………….

Guido Obertüfer wohnt seit dem 7. Mai 1997 im Steinhof. Er ist ein aufgestellter, fröhlicher Mensch mit einer ausserordentlichen Beobachtungsgabe. Daraus entstehen Comic – Zeichnungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Guido zeichnet spezielle Vorkommnisse im Alltag.

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Christin Ambort - Abteilungsleiterin

Christin Ambort im Büro „ihrer“ Abteilung Christin Ambort arbeitet seit dem 1.1.1997 im Steinhof. Während über 20 Jahren war sie in verschiedenen leitenden Funktionen und auf mehreren Abteilungen tätig. Im Mai 2006 übernahm sie die Abteilungsleitung der damals neu erbauten Abteilung 3 im Dachgeschoss des Sonnehuus. Obwohl Christin Ambort nun schon lange in der Innerschweiz lebt, ist sie unschwer an ihrem Walliser Dialekt zu erkennen. Sie hat gern klare Strukturen und sagt ihre Meinung direkt, offen und ehrlich. Von ihren Kolleginnen wird sie als empfindsamer, feiner Mensch beschrieben. In all den Jahren hat sie viel Herzblut in den Steinhof einfliessen lassen. Auch nach über 45 Dienstjahren übt sie den Beruf noch sehr gerne aus. Per Ende 2017 geht sie in den wohlverdienten Vor-Ruhestand. Ein guter Zeitpunkt, um ein we-

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nig genauer nachzufragen: Du trittst nach langjähriger intensiver Tätigkeit Ende des Jahres von deiner Funktion als Abteilungsleitung zurück. Was geht in dir vor, wenn du daran denkst? Für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich sehr freue. Natürlich schwingt auch ein wenig Wehmut mit, wenn ich an "meine" Bewohnerinnen und Bewohner und an "meine" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denke. Somit habe ich ein "lachendes" und ein "weinendes" Auge. Über alles gesehen überwiegt jedoch die Vorfreude auf das Kommende. Welches Erlebnis im Steinhof wirst du niemals vergessen?


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Eindrücklich waren für mich die Bewohner/innenFerien in Caslano (Tessin). An die erinnere ich mich sehr gerne. Eine durchwegs positive Erfahrung, auch wenn es eine Herausforderung für alle Beteiligten war, so "eng" miteinander Zeit zu verbringen. Besonders gerne denke ich dabei an unseren GourmetKoch, Bruder Dominik, an die tollen Ausflüge und an die freudigen Stunden mit unzähligen Spielen. Einer der wichtigsten Meilensteine in meiner Steinhof-Karriere war sicher, dass ich 2006 die Abteilung 3 im Sunnehuus übernehmen konnte. Alles war neu, ich konnte sogar alles mit einrichten. Innert zweier Wochen wurden Bewohnerinnen und Bewohner neu aufgenommen. Eine Bewohnerin wollte unbedingt mit mir in die neue Abteilung kommen – sonst kamen alles neue Leute, Einzelpersonen und auch zwei Ehepaare. Eine tolle Herausforderung, die ich nie bereute.

Auch der Pflegealltag hat sich in all den Jahren sehr weiter entwickelt. Die Anforderungen an das Pflegepersonal sind gestiegen, da mit den Instrumenten, wie der elektronischen Dokumentation, den PflegeEinstufungen und auch bezüglich der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Aufgaben komplexer wurden. Dies fordert einen selber aber auch, sich stetig weiter zu entwickeln. Das habe ich geschätzt.

Was war in Bezug auf die Bewohnerinnen und Bewohner das wichtigste? Menschlichkeit, Wertschätzung und Empathie – all das muss man mitbringen, sonst kann man die Arbeit nicht machen. Mir ist es dabei ein Anliegen, die Menschen in dem für sie neuen Lebensabschnitt (Eintritt in eine Pflegeheim) so gut wie möglich zu unterstützen. Dies ist manchmal herausfordernd, da die Ansprüche an die Pflege von Seiten der Bewohnerinnen und Bewohner und auch der Angehörigen in den Jahren gestiegen sind. "Fürsorge" und "Liebe" sind für mich in der Arbeit mehr als nur Schlagworte. Wo liegen deine Schwerpunkte im Hinblick auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Fördern durch Fordern – dabei aber menschlich und fair sein. All dies muss aber auf Gegenseitigkeit beruhen. Ich bin ein "verlässliches" Gegenüber, erwarte aber Offenheit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit. Für beide Seiten gilt: "sagen und tun".

Christin in ihrer Heimat „Heidadorf Visperterminen“

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Das ist Lebensfreude—ein Ausblick auf den Januar 2018 Was wirst du am meisten vermissen? Die Menschen im Steinhof: Meine Kollegen und Kolleginnen, meine Bewohnerinnen und Bewohner, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vielen Begegnungen und auch die Auseinandersetzungen.

freue ich mich sehr (Anmerkung: Christin ist eine richtige Heimweh-Walliserin – man merkt, dass ihre Wurzeln fest im Walliser Boden verankert sind!). Hast du dich auf die "Zeit danach" vorbereitet und wenn ja, wie?

Was wirst du überhaupt nicht vermissen? Das tägliche Klingeln des Weckers um 5 Uhr. Auf was freust du dich am meisten, wenn du an deine VorPensionierung denkst? Zeit zu haben für meine Hobbys: Reisen, Wandern, Skifahren, Fitness, in Ruhe Lesen und die Zeit mit meinem Partner Peter und meinen Kollegen und Kolleginnen zu verbringen. Und natürlich wieder öfter in meinem geliebten Wallis zu sein! Im Januar wird man mich nur auf der Skipiste finden – darauf

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Peter und ich haben viel darüber geredet und uns damit auseinander gesetzt. Einige Erfahrung haben wir ja schon, da mein Partner seit 5 Jahren pensioniert ist. Wir sind parat! Gibt es etwas, dass du in diesem Leben noch unbedingt erleben willst? Ich freue mich auf Reisen, darauf die Welt zu sehen, z.B. Amerika und Asien interessieren mich dabei. Auch in der Schweiz gibt es für mich noch viel zu entdecken. Oder einfach einmal "Wellness" geniessen.


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Wir haben das Thema "Herbst" – was bedeutet dir diese Jahreszeit? Herbst bedeutet für mich Farbe, Lebendigkeit, Ernte, Weinlese. Er passt somit gut zu meinem jetzt beginnenden Lebensabschnitt. "Wein" verbinde ich natürlich mit dem Walliser "Heida", der auf dem höchstgelegensten Weinbaugebiet in Europa wächst. Was willst du den Steinhöflern zum Abschied noch mitgeben?

Liebe Christin, ganz herzlich danke ich dir im Namen des Pflegeheims Steinhof für die lange Tätigkeit und für alles, was du für das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für den Erfolg des Steinhof beigetragen hast. Wir alle wünschen dir einen guten Abschluss und viele gesunde Jahre, in denen du das Leben und die Berge (vor allem im Wallis) geniessen kannst. Andrea Denzlein, Heimleiterin

Ich wünsche mir, dass der Grundgedanke des Steinhofs (der Barmherzigen Brüder) "Wir pflegen die Menschlichkeit", auch weiterhin gelebt wird. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich das Bewusstsein, in einem tollen, sozialen, menschlichen Betrieb arbeiten zu dürfen, damit alle den Steinhof-Grundgedanken verinnerlichen. Man muss Menschen mögen, um erfolgreich in einer Pflegeinstitution zu arbeiten. Allen viel Lebensfreude und Gesundheit und nie vergessen: "JEDER NEUE TAG IST EIN GESCHENKTER TAG" Eure Christin Ambort

Name/Vorname:

Ambort Christin

Funktion:

Abteilungsleiterin

Geburtsdatum:

28.12.1955

Sternzeichen:

Steinbock

Hobbies:

Wandern, Skifahren, Fitness, Reisen und Lesen

Lieblingsessen:

Raclette

Lieblingsgetränke:

Tee, Weisswein und Kaffee

Lieblingsfarbe:

Rot

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DAS STEINHOF— PERSONAL……………………………………………...…………………

Sabrina Gloggner-Gherbi Mitarbeiterin Pflege Birkehuus EG/OG Eintritt: 01. Juni 2017

Fatima Da Cruz Barzinje Mitarbeiterin Pflege Sonnehuus DG/Schloss Eintritt: 01. Juli 2017

Herzlich Willkommen 26

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DIE STEINHOF— LEHRLINGE……………………………………………...…………………

Fabienne Camenzind Lernende Aktivierungs-Fachfrau HF Eintritt: 01. August 2017

Vanessa Grisiger Lernende Köchin Verpflegung Eintritt: 01. August 2017

Mia Ponti FAGE in Ausbildung

Michèle Schlimpert FAGE in Ausbildung

Vanessa Michel FAGE in Ausbildung

Eintritt: 01. August 2017

Eintritt: 01. August 2017

Eintritt: 01. August 2017

Herzlich Willkommen Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2017

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GRATULATIONEN………………….………………………………………………………….

… zum Dienstjubiläum

Monica Rivera Castellon Bergita Gjinaj Bernadette Dare Natchayini Gopalakrishnar Christine Schwarz Ursula Suppiger Xhevat Tifeki Andrea Alvarez Lago Renate Gabathuler Maria Isabel Villazan

zum 15 Jahr-Jubiläum zum 15 Jahr-Jubiläum zum 20 Jahr-Jubiläum zum 10 Jahr-Jubiläum zum 30 Jahr-Jubiläum zum 25 Jahr-Jubiläum zum 20 Jahr-Jubiläum zum 10 Jahr-Jubiläum zum 5 Jahr-Jubiläum zum 30 Jahr-Jubiläum

01. September 2017 20. September 2017 19. September 2017 19. September 2017 01. Oktober 2017 31. Oktober 2017 01. November 2017 01. November 2017 15. November 2017 23. November 2017

… zum Ausbildungsabschluss Arnold Ramona

Köchin, mit Ehrenmeldung

Valeria Arnold

Aktivierungsfachfrau HF

Marina Imfeld

Pflegefachfrau HF

Chiara Molinari Nora Thaqi Joanna Bachmann Miryam Fischer Marko Krcmarevic

Fachfrau Gesundheit mit Berufsmatura Fachfrau Gesundheit Fachfrau Gesundheit Fachfrau Gesundheit Fachmann Gesundheit

Aleksandra Filipovic Valentina Buzhala

Assistentin Gesundheit und Soziales Assistentin Gesundheit und Soziales

Herzliche Glückwünsche 28

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WAS VOR 50 JAHREN GESCHAH …………………………………………………………..

Das Zentrum Schönbühl in Luzern vor der Vollendung schen (städtebaulichen und wirtschaftlichen) Problemen entrichtet, die heute in der Schweiz von ausserordentlicher Dringlichkeit sind. Dazu drei Stichworte, auf die wir noch zurückkommen müssen: soziologische Durchmischung der Siedlungsbewohner – Baurationalisierung – Schaffung eines ShoppingCenters mit idealer Parkgelegenheit. Es war sehr wertvoll, kurz vor der Fertigstellung des Rohbaus eine Augenschein am Bauplatz zu nehmen. Der Verband schweizerischer Ziegel- und Steinfabrikanten hatte, zusammen mit der Bauherrschaft (vertreten durch Ingenieur Beat von Schumacher und Dr. Felix von Schumacher) die Architekten, die Bauunternehmerschaft sowie die Presse zu einer Besichtigung ins Schönbühl eingeladen. Dr. Eduard Hensel konnte zu Beginn seiner kurzen Einführung auch Dr. Hans Ronca, den Baudirektor, den Baudirektor der Stadt Luzern, begrüssen – wie man in Luzern weiss, hatte das Aalto-Projekt seit Jahren der Förderung durch die oberste Stadtbehörde bedurft, um nicht durch kleinbürgerliche Intrigen zu Fall gebracht zu werden.

Das Hochhaus Schönbühl des finnischen Architekten Alvar Aalto S.v.M. Es wird, wenn von neuer Architektur in der Schweiz die Rede ist, von nun an das SchönbühlZentrum in Luzern nicht übergangen werden können. Alvar Aalto vollendet hier seinen ersten Bau auf Schweizer Boden. Dies bietet an sich schon genügend Gewähr für eine – darf man sagen – gehobene und gleichzeitig bis ins Letzte realistisch und sorgfältig durchkomponierte Architektur. Aber es hat damit nicht sein Bewenden. Man kann schon heute sagen, dass es sich bei dem Aalto-Haus in Luzern um eine besonders glückliche Realisation innerhalb des Werks des finnischen Architekten handelt. Und nicht genug: es entsteht hier nicht bloss ein Stück vorzüglichen Bauens; es wird im Schönbühl ein bedeutender Beitrag zu einer Reihe von planeri-

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Professor Alvar Aalto, Helsinki, war durch seinen Schweizer Kontaktarchitekten Karl Fleig vertreten. Dieser schilderte kurz die Entwicklung der Planungsidee des Schönbühl-Hochhauses: von Aaltos Wohnbau in Berlin (1958) und vom Hochhaus "Neue Vahr" in Bremen führt ein direkter Weg zum Luzerner Projekt. Die gemeinsame Grundidee ist die: auf einem Stockwerk möglichst viele Wohnungen anordnen zu können und gleichzeitig die Erschliessungsschächte auf ein Minimum zu reduzieren. In Bremen und in Luzern wurde durch die fächerartige Anordnung der Wohnungen ein Maximum an Oekonomie der Erschliessungseinrichtungen ermöglicht. – Des weiteren äusserte sich Fleig über das Vorfabrikationssystem, das hier gewählt wurde. Es ist das erste Mal, dass ein Bau Alvar Aaltos im Montagebau erstellt wird. Das "preTon"-System – der finnische Altmeister der modernen Architektur hat es hier in der Schweiz kennengelernt – soll nun auch in der von


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Aalto (zusammen mit anderen finnischen Architekten) geplanten Muster- und Experimentalsiedlung in Porvoo (bei Helsinki) Verwendung finden. Für die Bauunternehmer sprach Adolf Brun von der Firma Gebr. Brun AG, Luzern und Emmenbrücke. Er schilderte die Schwierigkeiten und Vorzüge der Elementbauweise im Zusammenhang mit Aaltos Projekt. Auf der Grundlage des "PreTon"-Systems (mit Hilfe von vorfabrizierten, tragenden Beton- und Backsteinwände) wurde es möglich, die Bauzeit auf ein Minimum zu reduzieren: für eine Wand von 5,32m auf 2,60m (mit einem Gewicht von 200 kg) wird eine Montagezeit von 8 – 10 Minuten benötigt). Die 81 Elemente eines Stockwerks sind so innerhalb von 2 Tagen versetzt. Das "preTon"-System wurde in der Schweiz schon verschiedentlich angewandt (seine Vorzüge wurden auch in der "NZZ" erörtert); noch nie hat es sich jedoch als so flexibel erwiesen wie hier im Schönbühl, und noch selten trat seine Wirtschaftlichkeit so eindeutig zutage wie hier. Die Appartements im Schönbühl-Hochhaus versprechen nicht nur aussergewöhnliche Wohnqualität; sie gehören zu den billigsten Neuwohnungen der Region Luzern! Im Namen von Professor Alfred Roth, dem Erbauer des Shopping-Centers, das bereits am 16. November dieses Jahres eröffnet werden soll, sprach endlich Roman Arni, Assistent von Professor Roth an der ETH. Er wies auf den für schweizerische Begriffe ungewöhnlichen Umfang des Centers hin. (Drei Grossraumläden finden mit einer Bank- und einer Postfiliale, einer Cafeteria, einem Lebensmittelgeschäft, einem Coiffeursalon, einem Schuhgeschäft, einer Drogerie, einem Kiosk und einer Chemischreinigungsanstalt unter einem Dach zu einer Einheit zusammen. Alle Läden (mit einer gesamten Verkaufsfläche von 5400m²) sind vollklimatisiert und gruppieren sich um eine zentrale Piazza. Und auf dem Dach des Centers befindet sich die grosse Parkfläche. – Wenn man die prekären Verkehrsverhältnisse der Luzerner Altstadt kennt, so kann man schon heute

damit rechnen, dass aus dem "NeighbourhoodCenter" im Schönbühl nicht nur für das TribschenQuartier, sondern auch für entferntere Wohnzonen der Stadt ein sehr anziehendes Einkaufzentrum werden wird. Es ist noch zu früh, die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten des Schönbühl-Zentrums kritisch und umfassend zu würdigen. Einiges kann jedoch schon heute festgehalten werden: Das Schönbühl-Hochhaus hat nicht die messerscharfen Umrisse von Aaltos schmalem Bau "Neu Vahr" in Bremen. Alles ist etwas breiter und differenzierter angelegt. Der Typus des differenzierten Wohnhochhauses (in verschiedener Hinsicht dem Konzept von Corbusiers "Untité d'habitation" vergleichbar) ist in unseren Gegenden noch kaum bekannt; er entspricht dem Bedürfnis nach gesellschaftlicher Durchmischung der Bewohner neuer Siedlungen. Man wollte von allem Anfang an vermeiden, dass das Hochhaus zu einem "Junggesellenturm" oder zu einem "Altersheim" wird. Deshalb befinden sich jeweils auf dem gleichen Stockwerk nebeneinander Wohnungen mit fünf, solche mit dreieinhalb und mit zwei Zimmern, und daneben Einzimmerwohnungen. Und wie sind diese Wohnungen angeordnet! – Sie verbreiten sich alle gegen die Fensterfront hin: wie eine Pflanze öffnet sich der ganze Bau dem Licht, der Luft. Die prachtvolle Lage des Baus – sie ist mit Bremen nicht zu vergleichen – bringt die geniale Grundrissdisposition zu voller Wirkung: von jedem Punkt des Baus öffnet sich die Sicht auf den Kreuztrichter; man erlebt hier den See und das Panorama der Voralpen in einer weite wie nirgends sonst in Luzern. – Weit überzeugender als in Bremen sind zudem Hochhaus und Shopping-Center zu einer architektonischen Einheit verschmolzen; das hängt auch damit zusammen, dass die Rückseite des Baus mit ihren Putzbalkonen viel lebendiger durchgestaltet ist als die unendlich hohe und kaum artikulierte Rückwand der "Neuen Vahr".

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WAS VOR 50 JAHREN GESCHAH …………………………………………………………..

Wenn man indessen auch die Wirtschaftlichkeit im Wohnbau zu den Kriterien architektonischer Qualität rechnet, so liegt der entscheidende Fortschritt des Luzerner Baus in der vorbildlichen Einbeziehung moderner Methoden der Vorfabrikation. Aaltos Schweizer Mitarbeiter haben alles getan, den Bau auch in technisch-konstruktiver Hinsicht zu einem Schulbeispiel für den schweizerischen Wohnbau der kommenden Jahre zu machen. In Berlin und in Bremen hatte Aalto nur für die Fassaden vorfabrizierte Platten verwendet. Hier geht er einen entscheidenden Schritt weiter: er statuiert ein Exempel für die noch viel zu wenig erprobten Möglichkeiten der Baurationalisierung. Gemeinhin herrscht die Ansicht, dass Vorfabrikation und Standardisierung daran schuld seien, wenn unsere Vorstädte heute mit langweiligen Rasterfassaden überschwemmt werden. Der Luzerner Aalto-Bau bringt den Beweis, dass dem nicht so sein muss. Baurationalisierung ist heute eine rein technische Frage und liegt weitgehend auf einer anderen Ebene als die Frage der architektonischen Formensprache. So findet sich im Schönbühl-Hochhaus das scheinbare Paradox eines Baus, der, ausgehend von einem "organischen" Grundriss (in dem sozusagen kein rechter Winkel vorkommt), von den Möglichkeiten der modernen Elementbauweise viel konsequenter Gebrauch macht als die meisten der heute üblichen Rasterbauten. Allerdings: es war nicht möglich, irgend eines der bereits durchexerzierten Systeme routinemässig zu übernehmen (und hier liegt wohl auch der Grund, weshalb etwelche schweizerische Grossunternehmungen auf dem Bausektor misstrauisch am Projekt herumgeschnuppert haben). – Es galt, ein System zu entwickeln, das auf die komplexen und scheinbar improvisierten Gegebenheiten des Aaltoschen Grundrisses zugeschnitten war. Dem Ingenieur des Baus, Beat von Schumacher, und der Firma Gebr. Brun AG in Luzern ist dies durchaus gelungen. Ein weiteres organisatorisches Novum für die

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Schweiz ist das Shopping-Center von Professor Roth. Ein Einkaufszentrum ohne Parkplatzprobleme. Was dies bedeutet, kann man schon heute ermessen, wenn man – gerade in Luzern – an die bisherigen Versuche denkt, Einkaufszentren an die Peripherie der Stadt zu verlegen. Die wohlgemeinten, seit Jahrzenten immer wieder schüchtern in Erwägung gezogenen Massnahmen, das Geschäftsleben in Luzern etwas zu dezentralisieren, haben sich als wenig erfolgreich erwiesen. Ein erster Schritt wurde vor ein paar Jahren im Hirschmattquartier getan – selbst hohe städtische Instanzen sind sich indessen darüber im klaren, dass das Shopping-Center beim Bundesplatz (in Anbetracht dessen, was an dieser Stelle möglich gewesen wäre) ein städtebaulicher Lapsus war. So ist es doppelt erfreulich, wenn nun von privater Seite die Initiative dazu ergriffen wird, in Aussenquartieren neue und in jeder Hinsicht funktionstüchtige Schwerpunkte des "Shoppings" zu schaffen. Auf den Schultern von Max Wandeler, der die örtliche Bauführung des Schönbühl-Zentrums innehat, lastet eine grosse Verantwortung. Es ist zu hoffen, dass das hohe Niveau architektonischer Qualität, das, sofern nicht alles täuscht, dem Zentrum europäischen Rang verleihen wird, auch im kommenden Ausbau des Quartiers seine Nachwirkungen zeitigen wird. Nicht deshalb ist es wichtig, dass das Schönbühl-Zentrum gebaut wird, weil Luzern dadurch eine architektonische "Attraktion" ersten Ranges gewinnt, sondern weil der Komplex Aaltos und Roths Massstäbe für das künftige Planen und Bauen in dieser Stadt zu setzen vermag. Und zwar (was entscheidend ist): Wertmassstäbe – keine bloss formalen Rezepte. Es wäre gefährlich, Aalto und Roth zu kopieren, aber es wird höchst nützlich sein, von ihnen zu lernen. Originaltext aus 28.08.1967

der

Neuen

Zürcher

Zeitung

vom


DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Woll-Lust, oh mein Vergnügen!

Gelebte „WOLL-Lust“... Wenn jemand zum ersten Mal zu mir zu Besuch kommt, sagt er sicher: „Mein Gott, was machst du eigentlich mit all der Wolle!“ Es stimmt, bei mir sieht es zeitweise aus wie in einem Wollgeschäft. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und entwickle Ideen, Muster, gestalte Taschen, Kleidungsstücke; einfach alles, was sich in irgendeiner Form mit Wolle verwirklichen lässt. In den vorletzten Ferien hatte ich plötzlich Lust, zu probieren, wie man Socken strickt. Irgendwann in grauer Vorzeit hatte ich wohl ein Paar gestrickt, konnte mich aber nicht mehr daran erinnern. Also kaufte ich mir Wolle. Zum Schluss hatte ich mehrere Paare gestrickt. Zuhause ging es dann weiter, mit anderen Mustern, verschiedenen Farben. Bestickt, gummiert, als Finken. Irgendwann hatte ich die Sockitis überwunden. Dann kam wieder etwas Neues dran. Zwischendurch mache ich mich über die Reste her, von denen es natürlich dank meiner Strickwut immer eine Menge gibt. Also fing ich an, Schultertücher aus mehreren Farben zu stricken (die Reste reichen selten für ein grösseres Projekt). Ich stricke vorwiegend am Abend, natürlich auch tagsüber, wenn ich Zeit habe. Seit ich pensioniert bin, geht das natürlich eher.

Meine schwache Stelle ist das Zusammennähen oder Fertigkonfektionieren. Das geht mir meist auf den Nerv. Das ist Bürziarbeit. Ich bin da nämlich furchtbar genau und kann auch auftrennen und auftrennen und auftrennen. Es muss nicht unbedingt perfekt sein, aber so, dass ich es schön finde. Wenn das Stück dann ganz fertig ist, interessiert es mich dann meist gar nicht mehr, und ich verschenke es. Ich habe schon immer gerne gehandarbeitet – oder besser, mit meinen Händen gearbeitet. Und im Laufe der Jahre am liebsten mit Wolle (oder Garn). Wolle fasziniert mich einfach. Sie hat so etwas Sinnliches. Weiches? Jede Wolle ist anders. die Struktur, die Farbe, die Dicke. Manche ist hauchdünn, aber flauschig, andere verschiedenfarbig oder mit Noppen, Verdickungen. Ich kann kaum an einer Wolle vorbeigehen, ohne, dass ich sie in die Hand nehmen muss. Und im Kopf habe ich schon ein Projekt und eine Vorstellung, was sich daraus machen liesse. Dass das Projekt dann nicht in einem Tag zu verwirklichen ist, blende ich meist aus. Wenn ich all die Wolle verarbeiten will, die ich bereits zuhause habe, muss ich wohl doppelt so alt werden! Aber all das, was bei mir verstaut ist, inspiriert mich auch zu immer neuen Ideen. Es ist die Vielfalt (und ja, auch das Chaos, wie manche finden). Meist laufen viele Projekte nebeneinander her. Selten, dass mir eine Arbeit genügt. Ich habe eine Freundin, die ihr derzeitiges Projekt in einer Tasche neben ihrem Lehnstuhl ablegt. Und ein neues fängt sie erst an, wenn das alte fertig ist. Sie kann über mich nur den Kopf schütteln, findet aber meine Arbeiten toll (und nimmt sie sehr gerne). Ha! Ich hoffe, wenn ich einmal sterbe, gibt man mir Wolle und Stricknadeln mit ins Grab. Sonst langweile ich mich tödlich! Anke Maggauer-Kirsche

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GEDICHT ……………………………………………………………………………………….

Abschied

Wo sind des Frühlings milde Stunden, des Sommers heiße Zeit am Meer, nie habe ich so tief empfunden, als wenn nun bald ein Abschied wär‘. Erinnerungen wehen fort, Gedanken reisen heim und bald an jenem stillen Ort wird mein Zuhause sein.

Franz Christian Hörschläger, 2014

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WIR RUFEN DIE MENSCHEN IN ERINNERUNG …………………………………………...

Wir rufen die Menschen in Erinnerung, die in den Monaten Mai bis Juli 2017 im Steinhof gestorben sind:

Daniel Bächler Anton Arnold Elsa Messmer-Kolb René Weber Eugen Nyfeler

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WIR RUFEN DIE MENSCHEN IN ERINNERUNG …………………………………………..

Gedanken zum Heimgang von Dumeni Capeder

Bruder Tutilo und Dumeni Capeder—ein gutes Team In den siebziger Jahren hat Bruder Tutilo Dumeni Capeder an der Synode 72 in Bern kennen gelernt. Br. Tutilo kam vom Franziskusheim Oberwil zu uns in den Steinhof als Nachfolger von Br. Ursus Roos und übernahm die vielfältigen Aufgaben als Vorsteher der Brüdergemeinschaft, die Verwaltung und die Heimleitung, - alles in einer Person. Als die Brüderzahl immer kleiner wurde, brauchte es mehr und mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Da spürte Br. Tutilo, dass er an die Grenzen mit seinen Möglichkeiten kam. Jetzt ist die Zeit da, wir brauchen einen Verwalter. Die Stelle wurde nicht ausgeschrieben, sondern die Zwei trafen sich wieder an der Synode, und so kamen wir zum ersten Verwalter in der Person von Dumeni Capeder. Br. Tutilo und Dumeni verstanden sich gut, wurden ein gutes Team und entwickelten den Steinhof von einem Familienbetrieb zu einem guten, offenen Heimbetrieb. In den achtziger Jahren kam die grosse Entscheidung von der Regierung und der Denkmalpflege. Fertig mit diesem ewigen Umbauen! Entweder macht ihr einen Neubau oder ihr hört auf mit dem Pflegeheim. Nach der Seligsprechung unseres Ordensgründers Bruder Peter Friedhofen im Jahre 1985 gab die Denkmalpflege grünes Licht für einen Neubau hinten im Garten! Da begann die grosse Planungsarbeit mit dem Architekten Walter Imbach. 1990 wurde mit dem Neubau begonnen, und anschliessend wurden

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alle Gebäude renoviert. In den sechseinhalb Jahren hat sich gezeigt wie gut Br. Tutilo und Dumeni bei einem Volumen von 39 Millionen zusammengearbeitet haben, auch im Spendensammeln! Dumeni sang und schrieb auch gerne. In seiner Wirkungszeit wurde der Steinhofchor gegründet und ist im Rathaus bei der Verleihung der Ehrennadel der Stadt Luzern an den Steinhof, am 06.07.1989 aufgetreten. Auch das Steinhof-Blatt hat er ins Leben gerufen mit den neuesten Informationen vom Neubau und Umbau usw. Br. Tutilo und Verwalter Dumeni haben uns durch ihren Fleiss und gute Zusammenarbeit ein lebendiges und wohnliches Heim als Erbe hinterlassen. Zur Erinnerung seines Wirkens im Steinhof schenkte Dumeni Capeder uns den Brunnen unter dem Tulpenbaum, der täglich fliesst. Wasser ist Leben! Bruder Dominik Wick, Vorsteher

Dumeni Capeder mit seiner Frau Heidi vor dem neuen Brunnen


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Meine Erinnerungen an Dumeni Capeder

Dumeni Capeder Wenn ich mich daran erinnere, wann und in welchen Zusammenhängen ich Dumeni Capeder während rund 45 Jahren begegnet bin, merke ich, was für eine vielfältige, interessante Persönlichkeit er war. Wir lernten uns während der Synode 72 kennen. Dumeni war einer der Delegierten, welche die Aufgabe hatte, die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils für die Schweiz fruchtbar zu machen, während ich für die Medienarbeit zuständig war. Als ich hörte, dass er in Bern Chefbeamter der damaligen PTT war, musste ich meine Vorurteile über hohe Beamte gründlich revidieren. Wenn man sich etwa vorstellte, dass dieser Menschentyp abgehoben, etwas unnahbar und leicht langweilig war, spürte man bald, dass Herr Capeder in keiner Weise diesem Stereotyp entsprach. Nachdem die Synode zu Ende war, begegnete ich Dumeni vorerst nur selten, zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen der Caritas, bei der er eine wichtige Position einnahm. Auch wenn wir uns nicht oft sahen, war unser Wiedersehn immer herzlich.

Bündner Messe – Capuns Dann, vor knapp 20 Jahren, hatte ich das Glück, Dumeni häufiger zu sehen. Es begann mit einem für mich höchst überraschenden Anlass. Ich war in der Pfarrei Ebikon auf Sonntagsaushilfe und hatte in der Aussenstation Höfli die 10-Uhr-Messe zu feiern. Es wurde mir mitgeteilt, ein Chor würde singen, und zwar eine rätoromanische Messe. Mein Erstaunen war gewaltig, als plötzlich Dumeni Capeder in der Sakristei vor mir stand und mir sagte, dass der Text von ihm stamme (es war wohl die „Messa da speronza/Hoffnungsmesse“, komponiert von Alvin Muoth). Beim anschliessenden Apéro lud er mich nach Hause zu einem Abendessen ein. Die Capuns, die seine Frau Heidi mit grosser Liebe zubereitet hatte, werde ich nie vergessen. Dumeni erzählte mir während des Essens, dass er als Verwalter das Pflegeheim Steinhof umgebaut hatte. Ob er einmal Zeit hätte, mich durch das Heim zu führen, fragte ich den inzwischen pensionierten Direktor. Freudig sagte er zu. Führung durch den Steinhof Ich durfte für die Führung eine Bekannte mitneh-

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WIR RUFEN DIE MENSCHEN IN ERINNERUNG …………………………………………..

men, die als Pflegefachfrau in einem andern Heim arbeitete. Beim Mittagessen, zu dem Dumeni uns eingeladen hatte, erzählte sie, wie sie von ihrem Direktor ungerecht behandelt wurde. Ich denke, die Reaktion von Dumeni auf die detaillierte Schilderung des Vorgangs war für ihn typisch. Er wollte niemandem Unrecht tun, aber doch zum Unrecht nicht schweigen: Er möchte zwar keinen ehemaligen Kollegen kritisieren. Aber sein Vorgehen sei offensichtlich unfair. Der liebenswürdige ehemalige Steinhof-Verwalter ermunterte dann meine Bekannte, sich im Steinhof zu bewerben. Sie tat es mit Erfolg und lud mich in den folgenden Jahren öfters zu Events an ihrem Arbeitsort ein. Und ich durfte fast sicher sein: Dumeni nahm auch an den Veranstaltungen teil. Wenn ich mit ihm ins Gespräch kam, spürte ich, dass er auch als Pensionierter stolz war auf „sein“ Heim. Heimatverbunden und weltoffen Bei einer solchen Begegnung fragte er mich, ob er mir sein neues Buch geben könne. Ich nahm es dankbar entgegen und lernte ihn nochmals von einer neuen Seite kennen: als Schriftsteller, der spannend erzählen konnte. Die Schilderungen seiner Kindheit in einer fast archaischen Umgebung beeindruckten mich. Noch mehr war ich davon beeindruckt, dass der Bub aus den Bergen den Sprung in eine weltoffene Gesellschaft geschafft hatte – und dennoch im Herzen mit seiner Bündner Heimat verbunden blieb. Schliesslich begegnete ich Dumeni Capeder öfter auf eine andere Weise, nämlich in seinen Leserbriefen. In der Luzerner Zeitung, in der er diese veröffentlichte, hiess es in seinem Nekrolog: Er war „ein aufmerksamer, liebevoller, aber auch kritischer Beobachter seiner Zeit, was sich auch in seinen Leserbriefen zeigte.“ Während rund 45 Jahren bei zahlreichen, ganz unterschiedlichen Gelegenheiten einem lieben Menschen zu begegnen - eine recht lange Zeit! Umso

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Buchvernissage 2012 im Steinhof mehr werde ich Dumeni vermissen, wenn ich wieder an Veranstaltungen im Steinhof teilnehme. Walter Ludin, Journalist


EIN SPAZIERGANG …………………………………………………………………………...

Überall digital?

Unsere „digitale“ Welt Aufs Suchwort «digital» liefert Google in 0.59 Sekunden über 3,5 Milliarden (3'500'000'000) mögliche Antworten. Das ist mir entschieden zu viel. Also schränke ich ein: «Was bedeutet digital». Die Suchmaschine spuckt immer noch 9,9 Millionen Vorschläge aus. Aber immerhin ein bisschen weniger. Wer aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Diskussionen verfolgt, stellt schnell einmal fest: digital ist überall. Macht der Ziffern Digital, habe ich gelernt, ist, wenn man auch die kompliziertesten Sachverhalte auf ein paar Ziffern reduzieren kann. 0 und 1, zum Beispiel. Damit, sagen die Digitalisierungspropheten, lässt sich die ganze Welt beschreiben, und vielleicht sogar noch einiges, was darüber hinaus geht. Weil das so einfach scheint, ist Digitalisierung angesagt. In der Wirtschaft sowieso, in der Politik natürlich auch, in der Schule, in den Medien, im täglichen Leben, in der Pflege. Wer da nicht mitmacht, wird schnell einmal von der 1 zur 0 – könnte man meinen. Das wäre dann die Macht der Digitalisierung, die Macht der Ziffern.

Das Leben ist komplizierter Halb so wild, sagt mir meine tägliche Erfahrung. Natürlich nutze ich die Vorteile digitaler Werkzeuge, wie den Computer, auf dem ich diesen Text schreibe. Oder die Wissensmaschinen wie Google, die meine Lücken im Hirn in Sekundenbruchteilen (siehe oben) schliessen oder mindestens überbrücken können. Was aber, wenn ich von der digitalen Welt abgeschnitten bin? Wenn auf dem Handy oder sonst einem digital funktionierenden Gerät partout kein Signal von oben mehr empfangen werden kann. Das passiert ausserhalb der digital erschlossenen Zentren ziemlich oft. Hinten im Bisisthal, unten im Clos du Doubs oder auf den Höhen der mille étanges im Burgund. Da ist kein Empfang irgendwelcher digitaler Signale – dafür eine überwältigende Fülle von Eindrücken, gerade jetzt, wo der Sommer vom Herbst mit seiner Farbenpracht abgelöst wird. Das lässt sich nicht in Ziffern packen, 0 und 1 reichen da nicht aus. Hanns Fuchs, Journalist

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Herbstzeit Auswärtigen. Für alle Weinliebhaber und jene, die gutes Essen und nette Gesellschaft gerne haben, ist das Wine&Dine ein beliebter Anlass. Wir werden mit einem 4 Gang-Menu und feinen Weinen verwöhnt. MMMHHHH, kann ich da nur sagen. Auf ein Ereignis freue ich mich in diesem Jahr sehr: Ich werde „die Hooters“ in Spiez spielen sehen. Dies ist eine Musikband aus den 80er-Jahren. Im Hotel Schweizerhof habe ich sie in diesem Jahr das erste Mal live gesehen, hatte da auch die Möglichkeit, mich anlässlich des alljährlichen Retrofestivals mit ihnen persönlich auszutauschen. Es ist für mich ein Highlight des Jahres, sie nochmals hören/sehen zu dürfen. Was für ein Spass! Dank einer Mitarbeiterin aus Bayern wurde das alljährliche Oktoberfest ins Leben gerufen. Ein weiteres Zeugnis dafür, wie offen der Steinhof für Neues ist. TOLL! Auf der Abteilung gibt’s dann Weisswürste, Brezeln wie auch Bier. Es wird gesungen, gejodelt und getanzt, und alle geniessen diesen Abend sehr. Ich finde es immer wieder sehr schön, mit Menschen ein paar gemütliche Stunden zu verbringen.

Herbst im Steinhof-Garten Der Herbst ist meine zweitliebste Jahreszeit. Es ist für jedermann Vieles zu erleben. Auch diese Jahreszeit bietet viel Abwechslung in und um den Steinhof, für mich und alle, die da wohnen oder uns besuchen. Im Herbst wird - wie auch sonst während des Jahres - viel gebastelt, gesungen, gelacht, was für uns Bewohnerinnen und Bewohner sehr wichtig und schön ist. Ich sitze dann auch sehr gerne vor dem Schloss oder bei den „Geissli“ und erfreue mich ob der Natur und den verschiedenen Begegnungen. Am Buss- und Bettag feiern wir einen Gottesdienst, der immer rege besucht wird, vor allem auch von

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Der Marroni-Plausch ist sehr beliebt. Es ist einer von vielen Events, welcher von unserer Aktivierung organisiert wird. Sie sind ein tolles Team und bieten uns immer wieder viel Freude und Abwechslung. Danke Euch! In diesem Jahr habe ich das Stricken für mich entdeckt! Ich bin erstaunt darüber, wie schnell ich, nach 34 Jahren ohne, meine Freude dafür gefunden habe. Ich bin überzeugt, dass dies so ist, weil ich es freiwillig tue und mir auch erlaube, mir Zeit zu geben. Es ist ein weitere Gelegenheit, in mich zu gehen und mich zu entspannen. Im Oktober besuche ich jedes Jahr die Seat-Session


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im KKL Luzern, wo ich alte Bekannte und Freunde wiedersehe. Die Musik erfüllt mich mit Freude und lässt mich alles um mich herum vergessen. Nicht vergessen will ich auch den Chilbi-Besuch. Wir Bewohner bekommen die Möglichkeit, mit Pflegepersonen an die „Mäss“ zu gehen und unsere Bäuche mit Magenbrot und Glühwein vollzuschlagen. Es ist eine Freude, die leuchtenden Augen der Bewohner zu sehen und ist bestimmt für unsere Begleiter ebenfalls eine Freude. Der Angehörigen-Abend ist ein wichtiger Anlass. Die Angehörigen haben die Möglichkeit, sich mit den Mitarbeitern wie auch anderen Angehörigen auszutauschen, Neues zu erfahren und Fragen zu stellen, welche wohl sonst im Alltag „untergehen“. Als Abschluss des Abends gibt’s ein von der Küche speziell zubereitetes leckeres Essen. Zwischen all dem Kommen und Gehen des Jahres muss ich mir immer wieder Zeit nehmen und meinem Körper Ruhe und Erholung ermöglichen. Ich gebe zu, dass es Momente gibt wo ich mit meinem Schicksal hadere. Ich besinne mich aber auch immer wieder darauf, dass es noch Vieles gibt, das ich erleben möchte. Dies gibt mir Kraft, weiter zu machen. Und dann ist der Herbst schon wieder vorbei. Ich hoffe dass ich den nächsten auch wieder erleben darf, wenn das Leben dies für mich vorsieht. Ich freue mich auf neue Begegnungen und Geschehnisse. Coralie Frosio, Bewohnerin im Steinhof

Blätterregen unter den Tulpenbaum

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RAUM FÜR BEGEGNUNGEN ………………………………………………………………...

Herbst im Garten was wir gesät haben. Herbst ist auch die Zeit des Abschieds. Jetzt gilt es, sich für alles zu bedanken, was uns in diesem Jahr begleitet hat und loszulassen. Die Samen, die wir in unserem Herzen gepflegt haben, gelangen jetzt zur Reife, die Erfahrungen, die wir gemacht haben, können verarbeitet und verdaut werden. Wichtige Fragen, die wir uns im Herbst stellen sollten, lauten: Wofür kann ich dankbar sein? Was habe ich dieses Jahr gesät, und wie sieht meine Ernte aus? Kann ich erkennen, was hilfreich und was eher hinderlich für meine Entwicklung war? Kann ich wieder ganz „zu mir kommen“, indem ich Altes ebenso sanft loslasse, wie die Bäume ihre Blätter?

Der Gingko-Baum im Steinhof Der Herbst ist die Zeit, in der an sonnigen Tagen das goldige Licht die Tage durchflutet und die Farbenpracht der Laubbäume zum Leuchten bringt. Jetzt fallen die Blätter, und die Ernte des Sommers wird eingeholt. Astronomisch beginnt der Herbst am 23. September. Die Tage werden kürzer und deutlich kühler. Die reifen Früchte, Apfel und Birnen, werden jetzt geerntet, die Kastanien fallen von den Bäumen und bald folgt die lese der Trauben. Der Herbst wird dem Element Erde zugeordnet. Die Erde schenkt uns die Nahrung, sie bringt zur Reife,

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Goldiger Ginkgobaum Unser goldiger Ginkobaum soll unser Symbol für den Herbst sein. Darum werde ich den Ginkobaum jetzt näher vorstellen. Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) ist in China heimisch, gilt aber heute weltweit verbreitet als beliebter und robuster Baum. Der Ginkgo ist ein sommergrüner Baum, das heisst, er wirft seine Blätter im Herbst, nach einer goldigen Herbstfärbung, ab. Er gehört weder zu den Nadel- noch zu den Laubbäumen, sondern bildet eine eigene Gruppe, die Gynkgophyta, die zur Familie der Ginkgogewächse gehört. Der Ginkgobaum ist der einzige, der zu dieser Familie gehört. Er ist unempfindlich gegenüber Luftschadstoffen und eignet sich deshalb sehr gut als Strassen- und Parkbaum. Weil seine Blätter, das Holz und die Wurzel mehr oder weniger toxisch für Schädlinge sind, ist der Ginkobaum auch weitgehend resistent gegen Insektenfrass sowie gegenüber Bakterien, Pilzen und Viren ausgelöste Krankheiten. In Japan und China verwenden viele die Blätter als


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Lesezeichen, um Bücher vor Insektenlarven und Silberfischen zu schützen. Der Ginko ist ein zweihäusiger Baum, - es existieren also männliche und weibliche Bäume. Erst im Alter von 20 bis 35 Jahren sind die Bäume geschlechtsreif und können dann richtig zugeordnet werden. Unser Ginkgobaum im Steinhof ist ein männlicher Baum, zu erkennen an den Kätzchen, die mit dem Blattaustrieb im März / April erscheinen. Die weiblichen Bäume bilden nach der Befruchtung Mirabellen ähnliche Früchte, die im Herbst zuerst grün, dann mit der Kälte gelb werden und dann runterfallen. Eine Besonderheit der reifen Früchte ist ihr unangenehmer Duft nach ranzigem Butter. Verantwortlich dafür sind die in der Samenschale enthaltenen .Fettsäuren, Buttersäuren und Capronsäure Der Baum erträgt Temperaturen von bis zu -30 Grad und wächst in sauren wie in alkalischen Böden. Er kann 1000 Jahre und älter werden und eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern erreichen.

genutzt. Symbolik In der chinesischen Philosophie hat der Ginkgo bis heute eine grosse Bedeutung. Er wird als lebensverlängernd und kraftspendend verehrt. In vielen Geschichten und Erzählungen wird der Baum als Wohnort von Geistern beschrieben, deshalb hoch geschätzt und gleichermassen gefürchtet. Zudem wurde das in der Pflanzenwelt einzigartige zweigeteilte Blatt und seine Zweihäusigkeit schon früh eng mit dem Symbol des Yin und Yang in Verbindung gebracht. Zur modernen Mythenbildung hat auch die Geschichte des Ginkobaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte. Martin Blum, Gärtner

Traditionelle medizinische Nutzung Im Gegensatz zur Schulmedizin werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht nur die Blätter, sondern auch sie Samen und Wurzeln des Baumes

Männlicher Blütenstand des Ginkgo

Weiblicher Blütenstand des Ginkgo

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REBEN UND WEIN …………………………………………………………………………….

Herbst - die Zeit der Weinlese Der Monat September ist für den Reifeprozess der Trauben ein entscheidender Monat. Die Beeren werden weich, durchsichtig und verfärben sich, als wollten sie dem Winzer gefallen. Sie gefallen ihm auch, wenn die Sonne mitspielt, oft aber nicht nur ihm, sondern auch den Spatzen, Staren, Füchsen, Rehen, Dachsen, Wespen und Bienen. Dazu gesellen sich manchmal jüngere und ältere Lausbuben, welche der Verlockung des reifenden Traubengutes nicht widerstehen können. Früher waren es die Rebhüter, die den Vögeln und Traubendieben mit dem Vorderlader den Garaus machten; Heute sind es akustische, optische und technische Einrichtungen, wie zum Beispiel Netze, welche vor allem die natürlichen Schädlingen vom Rebgut abhalten sollen. Im Herbst steigt die Nervosität beim Winzer besonders, denn mit jedem Sonnentag werden die Beeren süsser, und die darin enthaltene Säure nimmt ab. In diesem Jahr ist es dem Winzer umso mehr zu gönnen, wenn ihm der Wettergott einen goldenen Herbst schenkt. Vielerorts wurde ein grosser Teil der Rebenschosse durch die extreme Kälte und auch durch Hagelschläge vernichtet. Man rechnet in unserer Region durchschnittlich mit einem Schaden von über 50 Prozent. Es gilt, jetzt auch das notwendige Lesegeschirr bereit-

zustellen und die guten Geister für die Traubenlese zu organisieren. Wenn sich auch die Traubenlese, andernorts auch Leset, Läset, Wimmet, Wümmet, Vendange oder Vendemia genannt, heute etwas verändert hat, so gleicht bei uns diese Tätigkeit, trotz der anstrengenden Arbeit, einem kleinen „Volksfest“. Man ist fröhlich, man spricht miteinander und man hilft einander. Ein Gemeinderat sagte gar einmal, dass er nie so viel von seinem Dorf erfahre, wie bei der Weinlese! Ich kenne Kolleginnen und Kollegen, welche sich freuen, immer wieder dabei sein zu dürfen. Natürlich sind heute die hölzernen Brenten und Weinzuber durch solche aus Kunststoff ersetzt worden. Das reife Traubengut wird statt durch die Ackergäule mit modernen Traktoren in die Kelterei geführt. Es gehört sich auch, dass bereits beim Lesen des Traubengutes Hygiene und Sauberkeit im Vordergrund stehen. Man kann es nicht genug betonen, dass bei uns der Weinbau immer noch einem Handwerk gleicht. So ist zum Beispiel die Sönderarbeit eine wichtige und kostspielige Tätigkeit. Unreife, kranke und faule, aber auch von Wespen angefressene Beeren müssen herausgeschnitten werden. Das hat seinen Preis, aber auch seinen Wert. Wenn auch unsere Weine ein paar wenige „Fränkli“ mehr als die Massenweine kosten, sie kommen deshalb in vieler Hinsicht ganz anders daher! Denken wir beim nächsten Weingenuss daran! Prost! www.luzerner-weine.ch Walter Wettach Ehrenmitglied des Zentralschweizer Weinbauvereins

Rafael Schacher bei der Weinlese in Hohenrain

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REZEPT ………………………………………………………………………………………….

Forellenfilet Piccata Rezept für 4 Personen Zutaten: 8

Stk.

3- 4 4 100 200

Essl. Stk. gr. gr.

frische mittlere Forellenfilet Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Worcester-Sauce Mehl Eier geriebener Sprienz frische Champignons Bratbutter

Zubereitung:

• • • • • • • •

Eier aufschlagen, Sbrinz untermischen Forellenfilet trocken tupfen ev. halbieren mit Salz, Pfeffer und Worcestersauce würzen in Mehl wenden, abklopfen. Fischfilet in der Ei-Sbrinz-Masse wenden. Sofort in einer beschichteten Pfanne mit Bratbutter ausbacken Champignons in Scheiben schneiden Champignons kurz anbraten und über die Filet verteilen

Dazu passt: Tomatensauce, Reis, Risotto, breite Nudeln und Salat

Forellenfilet Piccata Manuel Schwarz, Koch

Öffnungszeiten der Gastwirtschaft Täglich von 09.00—17.30 Uhr

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UNSER WUNSCH ……………………………………………………………………………...

Sie können unsere Bewohnerinnen und Bewohner, denen nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen, direkt unterstützen: In der Schweiz haben wir ein funktionierendes Sozialsystem. Leider liest man immer häufiger von Kürzungen, auch in diesem Bereich. 2017 stehen z.B. IVBeziehenden weniger Gutscheine für Taxifahrten zur Verfügung. Besonders für junge Menschen bedeutet dies einen Einschnitt in die Lebensqualität. Ihre Spende kann Freude bereiten: Immer wieder benötigen Bewohnerinnen und Bewohner finanzielle Unterstützung, sei es für die Anschaffung von Kleidern, Coiffeur, Pédicure, Taschengeld, einen Ausflug, eine nicht geplante Anschaffung – ganz einfach für Ausgaben, die dringend nötig sind, die aber niemand übernimmt. In den letzten Jahren konnte der Steinhof im Durchschnitt 20'000 Franken dank Ihrer Spenden für diese Zwecke zur Verfügung stellen. Ihre Spende kommt garantiert an: Die Spenden werden direkt dem Bewohnerfonds zugewiesen. Wir sichern Ihnen zu, dass die Fonds-Gelder nur für dringend notwendige Ausgaben verwendet werden. Eine Unterstützung erfolgt ausschliesslich ergänzend, wenn nicht genügend Mittel aus den institutionellen Sozialwerken, wie Ergänzungsleistung und Sozialhilfe, zur Verfügung stehen. Auf dieser Seite werden Sie in jeder Ausgabe des Steinhof-Blatts über den Spendeneingang und Spendenausgang informieren. Im Voraus danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung. Andrea Denzlein, Heimleiterin Spendenkonto-Übersicht Spenden-Einlage Saldo per Spenden vom

01.05.2017

CHF

23‘260.61

01.05. - 31.07.2017

CHF

9‘771.20

CHF

33‘031.81

CHF

2‘198.00

Total Spenden-Ausgaben Unterstützung von Bewohnern vom Neuer Saldo per

01.05. - 31.07.2017 ./. 01.08.2017

CHF 30‘833.81

Unser Postcheck-Konto PC 60-3234-3 / IBAN CH6509000000600032343 mit dem Vermerk „Bewohner-Fonds“

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AGENDA……..………………………………………………………………………………….

Jede Woche im Jahreslauf um 09.30h Gottesdienst in der Steinhof-Kapelle Sonntag, Dienstag, Mittwoch, und Freitag September 2017

So 24. Sept. ab 14.15h

Steinhof-Musikplausch „Die fidelen Rentner“

Fr. + Sa. 29. + 30. Sept.

Wine & Dine 18.30h Apèro Beginn Nachtessen 19.00h

Oktober 2017 So 22. Okt. 09.30h

Gottesdienst mit dem „Jodlerclub Flüeblüemli Luzern“

So 29. Okt. ab 14.15h

Steinhof-Musikplausch „Tanto Canto“

November 2017 Sa 4. Nov. 15.00h

Gedenkfeier für unsere verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohner in der Steinhof-Kapelle

So 26. Okt. ab 14.15h

Steinhof-Musikplausch „I solisti lucernesi“ und „Erwachsenenband Adligenswil“

Dezember 2017 So 10. Dez. 14.30h

Adventskonzert mit Bläserensemble „Mezzoforte“

So 24. Dez. ab 13.45h

Weihnachtsfeier Der Steinhofchor singt unter der Leitung von Marie-Thérèse FahrianWiniger Weihnachtslieder. Dazwischen liest Edith Birbaumer die Weihnachtsgeschichte vor.

Impressum Anschrift: Steinhof-Blatt Redaktion Steinhofstrasse 10 6005 Luzern Tel. 041/319 60 00 Fax. 041/319 61 00 www.steinhof-pflegeheim.ch Redaktion: Andrea Denzlein, Leitung Edith Birbaumer Anke Maggauer-Kirsche Sonja Schärli, Bildredaktion, Bearbeitung und Layout/Gestaltung Annelies Bründler, Liselotte Lauener Lektorinnen Gastautoren: Hanns Fuchs, Martin Blum, Walter Wettach, Manuel Schwarz, Walter Ludin, Paul Otte, Bruder Robert, Bruder Dominik, Brigitta von Moos, Coralie Frosio Auflage:

1'550

Druck:

Brunner Medien AG, Kriens

Bildlegenden: Titelblatt HerbstlichesUfer (copyright Susi Bauernfeind churchphoto.de)

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Aufwachen Es müssen Steine des Anstosses an unserem Lebensweg liegen, damit wir aus dem Schritt der Gewohnheit gerüttelt werden. Katharina von Siena

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch

Steinhof Blatt 3/17  
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