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Ausgabe 2/2016


INHALTSVERZEICHNIS ……………...……………………………………………………….

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Am Steinhoftor

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Mit Leib und Seele

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Wir als Gastgeber

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Am Steinhoftor: Echte Qualität in Pflegehheimen was ist das? Seite 3 - 4

Ein Stadtthema: Viel Zeit für Eile mit Weile genommen

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Unsere Jubilare

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Comic

21 - 27

Steinhart nachgefragt: bei Paul Otte

28 - 29

Gratulationen

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Anlässe

32 - 33

Anlässe: Ausstellung „Begegnung“ von Esther Beck

34 - 36

Dies und Das: Das Meer ist noch da

Anlässe: Ausstellung „Begegnung“ von Esther Beck, Seite 32 - 33

37

Inserat: Kräuterelexier

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Wir rufen die Menschen in Erinnerung

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Gedicht

Dies und Das: von wegen Spatzenhirn, Seite 40 - 42

40 - 42

Dies und Das: von wegen Spatzenhirn

44 - 45

Was vor 50 Jahren geschah: Aufregung im Schweizer Fussball

46 - 48

Raum für Begegnungen: Duftpelargonien

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Rezept: Poulet im Speckmantel

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Unser Wunsch

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Agenda

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

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Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Juni 2016

Ein Stadtthema: Viel Zeit für Eile mit Weile genommen, Seite 17 - 18

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………...

Echte Qualität in Pflegeheimen – was ist das? Der Begriff "Qualität" im Zusammenhang mit Pflegeheimen wird je nach Betrachter unterschiedlich beurteilt. Während Gesundheitspolitiker etwa Vorgaben zu Zimmergrössen, Personaldotation und der Pflegeminutenpreis als Qualitätsmerkmal sehen, ist es bei Angehörigen meist das Einerzimmer, das Essen und der Umgang mit Bewohnern. Erstmals wurde in der Schweiz nach einer Befragung des Personals auch eine wissenschaftliche Befragung von Bewohnern durchgeführt. Interessant ist wie diese beiden Interessengruppen die Zufriedenheit beurteilt haben und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Zufriedenes Personal in Heimen In der repräsentativen Studie SHURP hat die Universität Basel mehr als 4'000 Pflege- und Betreuungspersonen zu ihrem Arbeitsplatz im Pflegeheim befragt. Erstaunlich ist dabei das Hauptfazit, wonach nur 13.4% der Befragten unzufrieden sind, also 86,6% mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden oder sehr zufrieden sind (im Spital sind es nur 79%). Interessant ist die Auswertung, welche Faktoren für das Personal einen Unterschied machen. Was also zu spürbarer Qualität und Zufriedenheit führt. Statt den nachweis –und messbaren Elementen sind es vielmehr die sogenannt weichen Faktoren wie: hohe Führungsqualität, gute Teamzusammenarbeit, Sicherheitsklima und eine "zugängliche" Heimleitung. Gedanken machen sollten sich Betriebe mit einer hohen Personalfluktuation. Gemäss der Studie hat diese direkt mit Unzufriedenheit zu tun und betrifft meistens das gesamte Betriebsklima. Um dieses zu verbessern, sind die Wahl und Schulung des Kaders und die Förderung der Teamzusammenarbeit sowie bestmögliche Verarbeitung von Konfliktsituationen zielführend. Was fanden die befragten Bewohner? Als Ergänzung zur Personalbefragung der Uni Basel hat die Berner Fachhochschule eine Befragung von Bewohnern durchgeführt. Dabei wurden mehr als

1'000 Personen zur Lebens- und Pflegequalität im Pflegeheim mündlich befragt. Das Ergebnis dieser Studie bestätigen die positiven Resultate: Über 71% der Befragten schätzen ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut ein, rund 24% als mittelmässig und nicht einmal 5% als schlecht (trotz vielfach schlechtem Gesundheitszustand, welcher die Zufriedenheit negativ beeinflusst). Es darf also einmal mehr öffentlich gesagt werden: Das Leben und Arbeiten im Pflegeheim ist sehr viel besser als gemeinhin behauptet wird! Patienten beurteilen Pflege in den Heimen als gut Noch erfreulicher ist die Einschätzung der Patienten bezüglich Pflegequalität: Fast 40% erachten sie als sehr gut, über 53% als gut und die restlichen 7% als mittelmässig: schlecht oder sehr schlecht wurde nie genannt. Gemäss Bewohnerbefragung besteht namentlich in folgenden Bereichen noch ein Verbesserungspotential: Beim Schmerzmanagement (nicht erkannte/behandelte Schmerzen), bei der Autonomie (Mitbestimmung, etwa bei Aufstehenszeit und Ausübung von Hobbies) und der interesssanten Alltagsgestaltung (auch am Wochenende, Zeit für persönliche Gespräche mit dem Betreuungspersonal). Was führt also zu "echter Qualität"? Die Resultate dieser Forschungstätigkeit in der Schweiz decken sich mit internationalen Erkenntnissen. So hat etwa auch die führende Maastricht University in über Jahre geführten Studien festgestellt, dass entscheidend für eine bessere Pflege- und Lebensqualität eine bestmögliche Führung in den Betrieben ist. Nach der Untersuchung diverserer Qualitätsindikatoren kommen die Forschenden zu folgendem Schluss: Es gibt für Pflegeheime keine einfachen und eindeutigen Indikatoren. Man könne zwar geeignete Ergebnisindikatoren als Anhaltepunkt verwenden (z.B. Schmerz, Medikation oder bewegungseinschränkende Massnahmen), müsse aber danach die Einzelsituation der betroffenen Betriebe und Personen betrachten, um sinnvolle und wirkungsvolle

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AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………….

Ohne Zeit für Gespräche, ohne Mitarbeitende, die ihren Beruf mit viel Herzlichkeit, Wertschätzung und Respekt gegenüber den pflegebedürftigen Menschen ausüben, wird die ganz Pflegequalität zur Makulatur! Massnahmen ergreifen zu können. Um zum Schluss die Frage nach der "echten" Qualität zu beantworten, gilt für die Lebens- und Pflegequalität der Bewohnenden letztlich wie bei allen Dienstleistungen, die bestmögliche Erfüllung der Erwartungen und der Bedürfnisse der Menschen! Paul Otte, Heimleiter

Was meinen Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, zum Thema „Echte Qualität—was ist das?“ Teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Gerne veröffentlichen wir (ohne Namensnennung) in der nächsten Nummer einige ihrer Statements. Ihre Gedanken erreichen uns unter: info@steinhof-pflegeheim.ch

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MIT LEIB UND SEELE ………………………………………………………………………….

Christliche Werte: Barmherzigkeit ein Appell an das Herz Papst Franziskus hat ein Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Er will damit starre Prinzipien innerhalb der Katholischen Kirche aufweichen. Längst ist es an der Zeit, mit der religiösen Prinzipienreiterei aufzuhören. Sie hat schon Jesus auf die Palme gebracht, weil sie der Barmherzigkeit widerspricht. Freipass für alles? Regeln und Gesetze brauchen wir – keine Frage. Sie schaffen Ordnung und sorgen (im Idealfall) für gerechte Verhältnisse. Man muss aber nicht Juristin sein, um zu wissen, dass Regeln und Gesetze immer auch Interpretationssache sind. Es reicht, wenn man sich diesbezüglich von Kindern belehren lässt. Sie wissen sehr genau, wie man eine Regel ausdehnen oder umgehen kann. Das Wörtchen "aber" lernen sie sehr schnell, um die Erwachsenen von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Hier kommt die Barmherzigkeit ins Spiel. Wer barmherzig ist, vermeidet ein radikales Denken. Statt von "immer" und "nie" zu reden, prüft ein barmherziger Mensch von Situation zu Situation, ob die Regeln und Gesetze verhältnismässig sind. Beim Entscheid lässt er auch sein Herz mitreden. Barmherzigkeit ist also nicht ein Freipass für alles. Sie anerkennt die Regeln und Gesetze, aber hält sie nicht für sakrosankt. Man könnte es so formulieren: Barmherzig ist das Gegenteil von knallhart. Werke der Barmherzigkeit An verschiedenen Stellen in der Bibel weckt Jesus unsere Vorstellungskraft vom Reich Gottes. Er versteht darunter eine Art "Idealzustand" der Welt, in der GOTT allein wirkt. Darum gibt es in diesem Reich weder Ungerechtigkeit, Einsamkeit noch Trauer, sondern einzig Liebe, Frieden und Freiheit. Wir teilen mit Jesus die Erfahrung, dass unsere Welt weit von diesem Zustand entfernt ist. Aber er verspricht uns, dass wir diesen Zustand in seiner ganzen Fülle erfahren werden am Ende unserer (Lebens-)Zeit. Christen hoffen darum auf eine Weiterexistenz im Reich Gottes nach dem Tod. Jesus betont aber auch,

dass wir bereits heute, in unserem eigenen Leben, Spuren von diesem Reich Gottes sehen können – und dass wir selbst etwas dazu beitragen können, dass dieses Reich Gottes nicht nur eine Zukunftshoffnung bleibt, sondern schon heute Realität wird. Gute Taten und Gedanken sind wie Bausteine für dieses Reich Gottes. Basierend auf dem Matthäusevangelium (Mt 25,34-46) kennt die kirchliche Tradition sieben leibliche und sieben geistliche Werke der Barmherzigkeit. Was etwas altmodisch tönt, ist erstaunlich aktuell, weil es sehr allgemein formuliert ist. Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind: Hungrige speisen Durstigen zu trinken geben Fremde beherbergen Nackte bekleiden Kranke pflegen Gefangene besuchen Tote begraben

Das siebte leibliche Werk, die Toten zu bestatten, wurde von dem Kirchenvater Lactantius mit Bezug auf das alttestamentliche Buch Tobit (Tob 1,17-20) hinzugefügt.

Die geistigen Werke der Barmherzigkeit umfassen folgendes: Unwissende lehren Zweifelnden raten Trauernde trösten Sünder zurechtweisen Denen, die uns beleidigen, verzeihen Lästige geduldig ertragen Für Lebende und Tote beten

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MIT LEIB UND SEELE ………………………………………………………………………….

Ich möchte diese beiden Aufzählungen nicht weiter kommentieren. Bei gewissen Punkten fällt eine Übertragung ins Heute leicht, während man bei anderen schon etwas mehr suchen muss. Vielleicht stösst der eine oder andere Punkt auf Zustimmung oder Ablehnung oder er regt zumindest zum Nachdenken an. Die Menschlichkeit, die in diesen Werken der Barmherzigkeit beschrieben wird, geht schnell über unsere menschlichen Kräfte hinaus. Man kann sie nur leben – oder besser gesagt, zu leben versuchen –, wenn man sich selbst von GOTT mit Liebe und Barmherzigkeit beschenkt fühlt.

Die 7 leiblichen Werke der Barmherzigkeit, von Sieger Köder

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Aktuelles Beispiel: Flüchtlingskrise Wenn man den christlichen Wert der Barmherzigkeit und die davon abgeleiteten Werke auf eine aktuelle Situation übertragen will, so liegt die Flüchtlingskrise wohl am nahesten. Präzisiert meine ich den Umgang der europäischen Staaten mit der grossen Anzahl Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Syrien. Europa wird auch als das christliche Abendland bezeichnet. Dies ist nur dann berechtigt, wenn die Bürger/-innen Europas versuchen, christliche Werte in der Praxis zu leben. Was würde es also für uns Europäer bedeuten, wenn wir unser Handeln in der Flüchtlingskrise am Wert der Barmherzigkeit auszurichten versuchten? Wie im ersten Abschnitt gesagt, anerkennt Barmherzigkeit die Regeln und Gesetze, aber wendet sie nicht knallhart sondern situativ angepasst an. Es gibt die sinnvolle Regelung, dass Asyl nach einem geregelten Verfahren beantragt werden muss. Die einzelnen Schritte und die dafür notwendigen Papiere sind festgelegt. In einem funktionierenden Staat ist zu erwarten, dass dieses Verfahren eingehalten wird. Soweit so gut. Doch was, wenn in einem Kriegsland der ganze Staatsapparat instabil ist? Wie sollen die Leute unter diesen Bedingungen ein geregeltes Asylprozedere durchlaufen können? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist schon der erste Schritt gar nicht möglich. Was hier für uns simpler Schritt ist, nämlich einen Visumsantrag bei einer Botschaft zu stellen, ist dort schon fast ein Ding der Unmöglichkeit, sei es, weil die Botschaft geschlossen ist, die Post nicht mehr funktioniert, die nötigen Dokumente nicht aufzutreiben sind u.s.w. Es gibt 1000 Gründe, warum in einem Kriegsland das Verfahren nicht eingehalten werden kann. (Nebenbei bemerkt: Selbst in einem geordneten Staat sind bürokratische Leerläufe und Hindernisse nicht ausgeschlossen. Wie viel mehr muss dies in einem Kriegsland der Fall sein!) Meine persönliche Meinung hierzu: Aufgrund von Gesetzen von jemandem etwas zu fordern, das er gar nicht leisten kann, ist unbarmherzig. Es ist knallhart.


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Darum ist es gut und recht, in dieser Ausnahmesituation Flüchtlinge grosszügig aufzunehmen. In der Not sollen sie spüren, was europäische Bürger/-innen des christlichen Abendlandes unter Barmherzigkeit verstehen. Aber nicht immer. Darum schlage ich folgende Formulierung der "leiblichen Werke der Barmherzigkeit" für die heutige Zeit vor:

Alles dafür zu tun, dass Menschen ihren Hunger und Durst selber stillen können, alles dafür zu tun, dass sie ein Obdach finden, alles dafür zu tun, dass sie sich selber Kleidung kaufen können und alles dafür zu tun, dass sie Zugang zu einem Gesundheitswesen bekommen …und damit ein Leben in Würde haben.

Das Evangelium gibt eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie Menschen Christus nachfolgen und am Reich Gottes mitbauen können: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40) und "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan" (Mt 25,45). Edith Birbaumer, Seelsorgerin

Was bedeutet für Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, der Wert "Barmherzigkeit"? Teilen Sie uns mit, was Sie persönlich mit Barmherzigkeit in Verbindung bringen. Gerne veröffentlichen wir (ohne Namensnennung) in der nächsten Nummer einige ihrer Statements. Ihre Gedanken erreichen uns unter: info@steinhof-pflegeheim.ch

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Zwei „rüüdigi Lozärner“

Die „Original Fritschi Wagenmusig“ bei ihrem Auftritt im Steinhof. Von links nach rechts Urs Schaufelberger, Ivo Dommann, Peter Krummenacher, Daniele Colomba, Daniel Bucheli und Simon Baumgartner Es war augenscheinlich der Tag von Emilie Baumli. Am 25. Februar hatte sie ihren 86. Geburtstag gefeiert und nur gerade zwei Tage später, am Sonntag, 28. Februar 2016, wartete die "Original Fritschi Wagenmusig" am Steinhof-Musikplausch mit einem „Happy Birthday" auf und schenkte ihr als musikalisches Geburtstagsgeschenk den "Köbali-Walzer". Drei Generationen waren beim Tanzen zu sehen: Die 97jährige Hanna Brudermann, die 73-jährige Christine Brudermann und schliesslich die 50-jährige Sandra Brudermann. Speziell interessiert unterhielt sich Hildegard Hoinik mit Simon Baumgartner, dem Sousaphonisten. Er ist Götti von Leo Unternährer, dessen Vater Röbali Unternährer den "Weinhof" führt als Nachfolger seines Vaters Robert Unternährer. Dort nämlich schmiss die gebürtige

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Österreicherin einst den Service und die Rezeption und wurde zur gastfreundlichsten Luzernerin erkoren. Doris Wagner begutachtete, wie könnte es anders sein als ehemalige Meistercoiffeuse die Frisuren der Gäste und äusserte sich spontan: "Die braunen Haare passen viel besser als die schwarzen zu Brigitte Kiener!" Urs Schaufelberger, Präsident und Trompeter in der Formation, freute sich über die gelöste Stimmung und die Moderation von Daniel Bucheli am Akkordeon, dem eigentlichen musikalischen Leiter. Ivo Dommann, ebenfalls Trompeter, war in Gedanken bereits an der Steinhof-Chilbi, die am 12. Juni 2016 stattfinden wird und an der die Tätschchappen Musig für Stimmung sorgen wird. Daniele Colomba spielte wie gewohnt Klarinette, und er spielte sie wie immer ohne Wenn und Aber am bes-


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ten. Schliesslich studierte er einst an der Accademia Arte e Musica in Verona. Dies kommt nicht von ungefähr, stammen doch seine Vorfahren aus dem Friaul, präzise aus Udine. Mit Daniel Bucheli und Sandra Krummenacher-Windlin waren gleich zwei bekannte Luzerner im Steinhof. Beide durften nämlich einst den Titel "Rüdige Lozärner" tragen. Sandra Krummenacher-Windlin war in Begleitung von Frida Krummenacher und Alice Dommann.. Paul Otte, Heimleiter

Daniel Bucheli am Mikrofon als Entertainer und Daniele Colomba an der Klarinette

Da kamen Erinnerung auf. Simon Baumgartner zusammen mit Hildegard Hoinik

Frida Krummenacher, Sandra KrummenacherWindlin und Alice Dommann, von links nach rechts, genossen die Musik

Hanna Brudermann (rechts) und Christine Brudermann. Mutter und Tochter genossen das Tanzen

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Schwyzerörgeli im Multipack Am Sonntag, 13. März 2016 gaben die WynentalerÖrgeler im Steinhof ihre Aufwartung. Mit einem stimmungsvollen Konzert sorgte die Schwyzerörgeli Grossformation für beste Stimmung. 18 Musikerinnen und Musiker spielten Schwyzerörgeli zusammen mit Werner Wigowsky an der Bassgeige, unter der musikalischen Leitung von Beat Aebersold. Zu Ehren von Doris Wagner, die ebenfalls unter dem Publikum weilte, wurde das Konzert mit der Schnellpolka "Doris am Fäschte" eröffnet. Man spürte rasch, dass der Funke zum Publikum übersprang. Spätestens als Trudy Steffen mit Besen und Holz auf dem Tisch den Rhythmus schlug und dazu den einen oder andern Freudenjuchzer ausstiess, wurde aus dem Funken ein Feuer der Begeisterung. Otti Moos, der selber auch Schwyzerörgeli spielt, war mit seiner Frau Christa zugegen. Der pensionierte Bäckermeister geniesst die Zeit der Musse und freut sich auf die Ferien mit dem Velo auf Mallorca.

Rita Kaiser, die fast keinen Anlass im Steinhof auslässt. Unter den Zuhörern war noch Käthi Profos. Sie brachte eine ganze Schachtel neue Wolle mit für die Aktivierung. Auf die Frage, warum sie so gerne Schwyzerörgeli höre antwortete sie: "Es stimmt, ich höre diese Musik sehr gerne, doch noch viel lieber höre ich das Spielen der Bassgeige." Um dann noch beizufügen: "Schliesslich spielt nur einer so gut die Bassgeige wie Werner Wigowsky, mein Lebenspartner." Der Präsident Kurt Walker hatte nur einmal Grund zur Nervosität. Beim Konzertbeginn fehlte der Dirigent. Doch ein Anruf am Handy brachte ihn wieder zur Ruhe. Kaum beendet, traf dieser ein. Das Konzert wurde singend und musizierend mit dem Stück "Alls was bruchsch of de Wält esch Liebi" beendet, worauf Sepp Frei seiner Trudy Steffen einen Kuss gab. Wenn das nicht Liebe ist nach ganzen 30 Jahren. Paul Otte, Heimleiter

Viele Anhänger im Publikum Walter Zimmermann, auch er SchwyzerörgeliSpieler, war mit seiner Frau Ruth Zimmermann unter den Gästen. Seine Firma, die in der Entwicklungshilfe, vorwiegend in Nepal, tätig war, hat er verkauft und geniesst nun den wohlverdienten Ruhestand. Auch Anni Wirz spielt Schwyzerörgeli und freute sich an der lüpfigen Musik zusammen mit

Die Wynentaler-Örgeler bei ihrem Auftritt

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Trudy Steffen sorgte für Stimmung


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Lange Gesichter

Marcel Schlapp von „Die Entertainer“ am Akkordeon Hin und wieder führt jemand anders Regie. So am Ostersonntag, 27. März 2016. Angesagt war die Formation "Charly Baiers Musikantenstadl". Schliesslich spielten aber "Die Entertainer" mit Bruno Kaiser an der Gitarre und Marcel Schlapp am Akkordeon. Leider musste der Bandleader Charly Baier wegen Erkrankung kurzfristig absagen. Doch die Eingesprungenen eroberten rasch die Herzen der Gäste, und so wurden aus den langen Gesichtern rasch fröhliche. Beide von der Scheitel bis zur Sohle auf Musik eingestellt, haben sie ihr Handwerk von Grund auf erlernt. Der eine, Bruno Kaiser, im fernen Österreich, genauer gesagt in Graz und dort im 4. Bezirk. Dort wuchs er auf und drückte auch die Schulbank mit keinem Geringeren als mit Arnold Schwarzenegger, dem einstigen Gouverneur von Kalifornien. Böse Zungen behaupten der Arni habe vom Bruno abgeschrieben. Anders wäre es gar nicht möglich gewe-

sen, eine derartige Karriere an den Tag zu legen. Und Marcel Schlapp, ein Urgestein von einem Bündner, wuchs in Trimmis auf. Geburstagswünsche im Doppelpack mit Busserl Zwei Geburtstagskinder wurden an diesem Tag

Bruno Kaiser an der Gitarre

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

speziell geehrt. Maria Schilter für ihren 90. Geburtstag, den sie am 27. März im Kreise ihrer Bekannten feiern durfte. Organisiert hatte den Geburtstag der Neffe, Philipp Amrein, zusammen mit seiner Frau Christine Amrein. Speziell gefreut hat sich die Jubilarin über das Happy Birthday, gespielt und gesungen am Festtisch und über das Busserl von Bruno Kaiser. Nicht minder war die Freude natürlich auch bei Renata Güntert, die mit ihrem Mann Hans Güntert fast keinen Musikplausch auslässt. Die gebürtige Tessinerin feierte an diesem Tag den 63. Geburtstag und freute sich sehr über die spezielle Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wurde. Sogar die Urner und die Nidwaldner haben den Steinhof-Musikplausch entdeckt. Aus Schattdorf extra hergereist kam Hedy Sprecher und aus Buochs Hedy Felber. Die beiden Hedys wollen wieder kommen, so gut hat es ihnen gefallen. Paul Otte, Heimleiter

Hedy Felber und Hedy Sprecher, von links nach rechts, fanden Gefallen an der Musik

Günther Schöllkopf geniesst zu jedem Musikplausch zusammen mit seiner Frau eine Flasche Rotwein

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Maria Schilter genoss die Feier zu ihrem 90. Geburtstag in volllen Zügen


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Fünf Geschenke "Frühling – ein unsterbliches Thema!" zu faszinieren. Ja, sie klebten förmlich an seinen Lippen. Der Referent war noch kurz vor dem Vortrag stark erkältet und verriet, dass er nicht zum Arzt ging, weil dieser ihn gleich eine Woche krankgeschrieben hätte, er aber nach fünf Tagen mit Hausmitteln wieder gesundet sei. Da konnte Dr. Norbert Strobel ein Lachen nicht verkneifen und sagte zu sich: "Bei mir wäre er sogar nach vier Tagen wieder gesund gewesen!" In seinen Ausführungen kam Joseph Bättig auch auf den Autoren Walther von der Vogelweide zu sprechen, der mit dem Gedicht "Unter den Linden" vor rundacht hundert Jahren das erste Frühlings- und Liebesgedicht schrieb.

Dr. phil. Joseph Bättig anlässlich der VierjahreszeitenMatinée „Frühling“ Die Vierjahreszeiten-Matinée "Frühling" vom Sonntag, 3. April 2016, kann man ruhig als die Veranstaltung mit den fünf Geschenken betiteln. Erstens war es vom Wetter her ein wunderschöner Sonntag. Zweitens kamen trotzdem rund hundert Interessierte zur Matinée. Drittens fiel kurzfristig der Pianist Bruno Rigassi krankheitshalber aus, doch vermochte der Ersatz, Hans Seiler, mit der Klarinette das Publikum rundum zu begeistern. Und viertens stand mit dem Referenten Dr. phil. Joseph Bättig eine Person am Rednerpult, die es meisterlich verstand die Zuhörerinnen und Zuhörer mit dem Thema

Nutzen der Weltliteratur Eine Kernaussage in seinem Referat galt dem Nutzen der Literatur für den Menschen, den Joseph Bättig wie folgt begründete: „In unserer technisch orientierten Welt fragen wir normalerweise zuerst nach dem Nutzen eines Angebots. Da darf es uns nicht verwundern, wenn immer wieder gefragt wird, worin besteht denn eigentlich der Nutzen abertausender Romane, Geschichten, Theater und Gedichte? Darauf gibt’s nur eine Antwort: Wir könnten nicht einmal verständlich über unsere persönlichen Erfahrungen sprechen, über das Schöne oder auch über das, was uns betroffen macht, wenn wir dafür keine entsprechende Sprache und keine entsprechenden Bilder hätten. Diese erfinden und gestalten wir nicht aus uns selbst. Die Fähigkeit, über etwas zu sprechen, das uns erfreut oder ergreift, dazu die richtigen Worte zu finden, verdanken wir allein der Weltliteratur, die über alles zu sprechen weiss, auch über das bekannte Thema „Frühling“." Sichtlich begeistert von der Matinée zeigte sich Irène Sager, die zusammen mit ihrer besten Freundin Annette Steffen zugegen war. Einmal nicht als Musiker an einem Steinhof-Musikplausch oder an der VierjahreszeitenMatinée zu wirken, sondern die Seele nicht nur baumeln lassen, sondern sie zu nähren, das hatte sich Res Gräni mit seiner Ehefrau Claudia Steiner vorge-

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

nommen. Ein eigentlicher Stammgast ist Alida Eggerschwiler. Sie lässt fast keine Matinée aus und vergleicht die Veranstaltung mit einer Tankstelle für die Seele. Und am Schluss der Matinée überbrachte Cécile Roos noch das fünfte Geschenk, indem sie sagte: "Das fünfte Geschenk ist die Tatsache, dass es die Vierjahreszeiten-Matinée gibt, stets begleitet von einem roten musikalischen Faden und mit einem interessanten und brillanten Redner, wie einmal mehr am heutigen Tag!" Paul Otte, Heimleiter

Frühlingsglaube Ludwig Uhland (1787 – 1862) Die linden Lüfte sind erwacht; Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muss sich alles, alles wenden! Die Welt wird schöner mit jedem Tag; Man weiss nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: Nun, armes Herz, vergiss der Qual! Nun muss sich alles, alles wenden!

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Hans Seiler bildete zusammen mit seiner Klarinette den musikalischen, roten Faden


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Wenn‘s draussen schneit und drinnen freut‘s

Wenn es sie nicht gäbe, dann müsste man sie erst erfinden: Die „Innerschiizer Hafechäsmusig“. Von links nach rechts Peter Stalder, Georges Gisler, Hannes Fuchs, Res Gräni und Werner Pfäffli Man schrieb Sonntag, den 24. April 2016. Es herrschte richtiges Aprilwetter, als in der „Gastwirtschaft zum Steinhof“ die „Innerschwiizer Hafechäsmusig“ den Steinhof-Musikplausch mit dem Stück „Bim Stalder Seppali“ eröffnete. Am Contrabass spielte die einstige Stimme aus Bonn vom Radio DRS, der ehemalige Korrespondent Hannes Fuchs. Gitarre und Halszitter spielte Werner Pfäffli, Schwyzerörgeli und Geige Res Gräni und ebenfalls Schwyzerörgeli, jedoch als Zweitinstrument, sowie Klarinette Peter Stalder. Im Zentrum, das allgegenwärtige, schier übermächtige Mannsbild Georges Gisler. Er ist Revisor und Buchhalter in Personalunion der „Innerschwiizer Hafechäsmusig“, gleichzeitig aber auch noch Kapellmeister und Entertainer. Mit dem zweiten Stück „Truosberghütte“ gings flott weiter mit stimmigen Titeln, welche die ehemalige Solojodlerin und heutige graue Eminenz der Volksmusikszene, Frieda Bundi, zu Begeisterungsstürmen

hinrissen. Noch am Vortag weilte sie in der vordersten Reihe in der Fernsehsendung „Potz Musig“. Eigentlich erst vier Tage später hätte sie Geburtstag gehabt, doch sie konnte eine Gratulation schon heute kaum erwarten. Die dann auch gebührend erfolgte. Ihren 50. Geburtstag feiern durfte Brigitte Albisser vom Brändi-Stöckli in Horw. Tanzen aus Leidenschaft Paula Kreuzberger machte einen Besuch bei ihrer Kollegin im Steinhof, Die begeisterte Tänzerin liess es zwar heute bleiben das Tanzbein zu schwingen, obschon sie als Persönlichkeit unter der Tänzergilde gilt. Keinen Tanzabend der Pfarrei St. Paul lässt sie aus. Auf die Frage, mit wem sie denn am liebsten tanze an diesen Anlässen antwortete sie: „Das ist Leopold Kaiser, der Pfarrer himself.“ Es sei eine Wonne mit ihm über das Tanzparkett zu schweben. Josef Süess genoss an diesem Sonntagabend seinen

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Besuch Ursula Stalder nicht minder als die Musik. Dort entdeckte er nämlich Peter Stalder, der als Uhrmacher viele Jahre bei der Firma Gübelin arbeitete. Unter den Gäste weilte ein weiteres Mal und wohl kaum das letzte Mal Werner Behrendt mit seiner Lebenspartnerin Ursula Ehrich. Sie kam extra hergereist aus dem Ruhrpott. Doch ihr eigentlicher Geburtsort ist Schweidnitz, das heutige Swidnica. Früher war Schlesien ein Teil Deutschlands, heute gehört es zu Polen. Nur gerade mal 50 Kilometer liegt dieser Ort von Breslau entfernt, dem heutigen Wroclaw, das für das Jahr 2016 zur Europäischen Kulturhauptstadt gewählt worden ist.

lofahrer und mehrfachem Alpenbrevet-Erzwinger, Hannes Fuchs! Mit grosser Freude erkannte Eveline Kilchmann auf der Musikbühne Georges Gisler mit dem sie die Kindheit verbrachte. Er war es, der sie Rollschuhlaufen lernte und der sie Mal für Mal mit seinen Armen auffing bis sie endlich das Bremsen lernte. Wer hätte das einst gedacht, dass sie später zu Luzerns Eisprinzessin aufstieg und zu jener Zeit die schönsten Pirouetten auf das Eisfeld zauberte. Paul Otte, Heimleiter

Luzerns Eisprinzessin Dorthin möchte Edith Konrad, die ihren Vater, Eduard Konrad, besuchte schon längst mal hinfahren. Doch ihre Hauptstadt bzw Lieblingsstadt ist wegen ihres Lebenspartners Athen geworden. Wie immer wurde unter den Gästen auch hinter vorgehaltener Hand über die Schönheit der fünf Musiker gesprochen. Man sprach über die Gesamterscheinung, die schönsten Zähne und die strammsten Oberschenkel und Waden. Veronika Koch und Doris Wagner waren sich da nicht ganz einer Meinung. Und zu Recht kann man unterschiedlicher Meinung sein. Doch die strammsten Oberschenkel und Waden, das sei hier verraten, gehören ohne Wenn und Aber dem Ve-

Elsbeth Spirgi und Heinz Langenegger vom BrändiStöckli freuen sich darüber fotografiert zu werden

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Tanzen und Musik trägt viel zur Freude bei. Das wissen Sandra Dietschi und Nick Sieber


DAS STADTTHEMA …………………………………………………………………………...

„Viel Zeit für das Eile mit Weile genommen“ Beat Elmiger, Geschäftsleiter auf der kantonalen Steuerverwaltung, war auf Seitenwechsel im Steinhof. Hier berichtet er von seinen Eindrücken.

Institution, also in diesem Fall der Steinhof, eine Entschädigung. Das Angebot des Seitenwechsels richtete sich an die Mitglieder der Geschäftsleitung und an Abteilungsleiter. Es haben nicht alle mitgemacht. Der Einsatz war freiwillig. Während einer Woche wirkten sie im Seitenwechsel im Pflegeheim Steinhof. Hat dieser Einblick bei ihnen eine Meinung oder Haltung korrigiert?

Beat Elmiger im Gespräch mit Paul Nestler, der seit einem halben Jahr im Steinhof lebt. Was hat sie bewogen, den Seitenwechsel im Pflegeheim zu machen? Beat Elmiger: Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen, im sozialen Umfeld wirkenden Institutionen, die sich bei uns vorgestellt haben. Ich wollte zuerst in die Psychiatrie gehen. Da dieser Platz bereits vergeben war, begann ich neu zu überlegen und fragte mich, was mich am wenigsten reizen würde. Das war der Pflegebereich mit all den Fragen um Krankheit, Tod und Endlichkeit. Deshalb entschied ich dann für diese Variante. Es geht beim Seitenwechsel auch darum, die eigene Komfortzone zu verlassen und Neues zuzulassen. Ist dieser Seitenwechsel eine konstante Einrichtung in der Steuerverwaltung? Keinesfalls. Diese Woche war ein Novum für uns und bleibt wohl auch eine Ausnahme. Es entstehen gesamthaft Mehrkosten, weil wir eine Woche weg sind und die Löhne weiterlaufen. Zudem erhält die

Ich habe am ersten Abend in der Woche im Steinhof meiner Frau gesagt, ich wolle eine Patientenverfügung machen. Ich begegnete im Pflegeheim Menschen mit schwersten Krankheiten und Behinderungen, zum Beispiel Wachkomapatienten. Das ist mir buchstäblich eingefahren. Es ist mir bewusst geworden, dass ich auch hier liegen könnte. Hat der Aufenthalt im Pflegeheim Auswirkungen auf ihren Alltag, auf ihr Berufsleben vielleicht? Eine Woche ist eine kurze Zeit. Und trotzdem stellte ich mir Fragen: Was machen wir eigentlich den ganzen Tag, was ist mir wichtig, wofür will ich mich einsetzen? Ich habe mit Bewohnern wieder einmal Eile mit Weile gespielt. Wir haben uns dafür viel Zeit genommen. Geredet wurde wenig. Es galt plötzlich, die Langsamkeit auszuhalten. Es entsteht eine andere Sicht auf unseren Alltag zu Hause und im Beruf. Was hat sie besonders beeindruckt im Steinhof? Ich kenne nicht viele Pflegeheime, könnte mir aber einen Aufenthalt in dieser Institution vorstellen. Ich war zuerst etwas skeptisch, weil der Steinhof von einer religiösen Gemeinschaft geführt wird, merkte dann aber sehr schnell, dass man im Alltag im Heim wenig bis nichts davon spürt. Ich bin vermutlich etwas negativ geprägt von meinem Studienaufenthalt im Kollegi Sarnen bei den Benediktinern. Der Umgang der Pflegenden mit den Bewohnern und

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DAS STADTTHEMA …..……………………………………………………………………….

Bewohnerinnen ist vorbildlich, die Leute machen einen sehr guten Job. Sie bringen allen viel Respekt entgegen, auch jenen, bei denen man meint, sie spüren nicht mehr viel davon. Im ganzen Haus herrscht eine gute Atmosphäre. Falls sie ihr Leben später in einem Heim abschliessen würden, was möchten sie anders haben, als jetzt im Steinhof erlebt? Ich glaube, dass ich ein Einzelzimmer schätzen würde, muss aber gleich die breite öffentliche Meinung dazu etwas korrigieren. Es sind vor allem die Angehörigen, die das für ihre Eltern oder Partner und Partnerinnen so wünschen. Für die Bewohner ist das gar nicht so wichtig. Im Gegenteil: das Zweierzimmer ermöglicht eine gewisse Form von Sozialisation. Man hilft sich gegenseitig oder organisiert Hilfe, falls angezeigt. Gewisse Zimmerpartner reden sich per sie an. Aber das stört niemanden. Viele Menschen in ihren Einzelzimmern oder kleinen Wohnungen verlassen den Raum kaum mehr, sitzen vor dem Fernseher und sind den ganzen Tag allein. Das Einzelzimmer ist die Vorstellung der Kinder, die ihren Eltern doch einen guten Aufenthalt ermöglichen möchten. Die Autonomie und die Würde des Menschen werden als Orientierungspunkt in den stationären Pflegeeinrichtungen immer wichtiger. Man spricht von einer neuen Generation der jungen Alten, die mit andern Vorstellungen alt werden will. Können Personal und Organisation diesen hohen Ansprüchen gerecht werden?

Solange der Bewohner oder die Bewohnerin relativ selbständig ist, ist im Steinhof eine hohe Autonomie gegeben. Essenszeiten und Nachtruhe können selbständig bestimmt werden. Sobald jedoch eine gewisse Pflegebedürftigkeit vorliegt, muss sich der oder die Betreffende einer rationellen Organisation unterordnen. Das Pflegeheim Steinhof ist aus meiner Sicht personell gut dotiert. Welchen Eindruck hatten sie nach der Seitenwechselwoche vom Personal? Die Leute im Steinhof machen einen guten Job. Ich habe den Ort auch sofort weiter empfohlen. Und ganz generell – sind wir in der Betreuung und Pflege von älteren Menschen gut unterwegs? Ich denke schon. Doch die Kosten für die Gemeinwesen und die Betroffenen sind beträchtlich und bringen das Gemeinwesen an Grenzen. Wobei die ambulante Betreuung zu Hause durch die Spitex nach wie vor günstiger ist. Die Angehörigen, die bei der Pflege daheim eine zentrale Rolle spielen, dürfen nicht vergessen werden. Ohne sie würden die Kosten ungleich höher ausfallen. Interview René Regenass

Zur Person Beat Elmiger (51) ist in Ermensee im Seetal aufgewachsen. Nach der Volksschule folgte das Kollegi in Sarnen, dann die KV-Ausbildung. Der weitere Bildungsweg führte über die Maturitätsschule für Erwachsene zum Jus-Studium. Nachher machte Beat Elmiger das Anwaltspatent und wirkte dann am kantonalen Arbeitsgericht. 2004 folgte der Wechsel in die Steuerverwaltung. Dort leitet Beat Elmiger heute die Wertschriftenabteilung und ist Mitglied der Geschäftsleitung. Elmiger ist verheiratet und hat einen Sohn.

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UNSERE JUBILARINNEN UND JUBILARE………….….…………………………………….

Kurt Bachmann feierte am 11. April 2016 seinen 95. Geburtstag

Ingeborg Strobel feierte am 04. Mai 2016 ihren 97. Geburtstag

Martha Steiner feierte am 14. Mai 2016 ihren 100. Geburtstag

Hans Marfurt feiert am 24. Juni 2016 seinen 98. Geburtstag

Herzliche Gratulation Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Juni 2016

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GUIDO‘S COMIC—SEITE ……………....……………………………………………………..

Guido Obertüfer wohnt seit dem 7. Mai 1997 im Steinhof. Er ist ein aufgestellter, fröhlicher Mensch mit einer ausserordentlichen Beobachtungsgabe. Daraus entstehen Comic – Zeichnungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Guido zeichnet spezielle Vorkommnisse im Alltag.

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………..

Paul Otte, Heimleiter im Steinhof

Paul Otte, Heimleiter im Steinhof Für das Interview in dieser Steinhof Blatt Ausgabe hat Herr Paul Otte für einmal auf der anderen Seite des Tisches Platz genommen. Ich als Mitarbeiterin des Teams Administration habe die Ehre unseren (noch) Heimleiter und Meister im „Steinhart nachgefragt“zu interviewen. Eine nicht ganz so einfache Aufgabe. Ich hoffe einige Fragen gestellt zu haben, die auch unsere Leserinnen und Leser interessieren.

sehr motivierten Mitarbeitenden zusammenwirken. Jetzt heisst es Abschied nehmen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum lachenden Auge gehört Freude und Dankbarkeit, gesund in die Pension gehen zu dürfen. Und zum weinenden Auge gehört das Abschiednehmen von den Bewohnern und Mitarbeitenden, die mir sehr viel bedeutet haben. Gerade bei den Mitarbeitenden besteht eine Beziehung sehr oft über mehr als zehn Jahre.

Nach zwei Jahrzehnten sind es nur noch wenige Wochen bis zur frühzeitigen Pension. Was geht Ihnen bei dieser Aussage durch den Kopf?

Vor fast zwanzig Jahren vom Marketingleiter Verkehrshaus der Schweiz zum Heimleiter des Steinhof Pflegeheimes. Wie sind Sie damals auf die Stelle des Heimleiters aufmerksam geworden?

Paul Otte: Da sind gemischte Gefühle. Ich habe 19 Jahre meines Lebens hier im Steinhof in der Funktion als Heimleiter verbracht. Diese Tätigkeit hat mir ausserordentlich gefallen. Ich durfte mit guten und

Paul Otte: Ich wurde durch ein Inserat in der Zeitung auf die Stelle aufmerksam. Von der Formulierung des Inserats fühlte ich mich sehr angesprochen, was mich bewogen hat, mich auf diese Stelle zu bewerben.

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Kannten Sie den Steinhof schon? Paul Otte: Ja, der Steinhof war mir nicht unbekannt, da meine Eltern, mein Onkel und meine Tante ihren letzten Lebensabschnitt im Steinhof verbringen durften. Immer wieder hört man im Steinhof die Besucher, Bewohner und Mitarbeiter sagen: „Herr Otte leitet und führt den Steinhof mit Herzblut“. Was hat Sie persönlich diese zwei Jahrzehnte als Heimleiter motiviert und angetrieben mit so viel Engagement zu wirken? Paul Otte: Ich denke es war das grosse Vertrauen, das mir die Trägerschaft entgegenbrachte. Die Freude an meiner Arbeit und die Freude den Steinhof zusammen mit den Mitarbeitern weiter entwickeln zu dürfen. Immer wieder die Erfahrung zu machen, dass gute Arbeit unmittelbar durch die Rückmeldung der Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörigen erkannt und geschätzt wird. Das ist etwas, das in einem Heim viel direkter passiert, als wenn man in einem Industriebetrieb arbeiten würde. Über all die Jahre haben Sie sich stark eingesetzt immer wieder ein attraktives Unterhaltungsangebot im Steinhof anzu-

bieten. Zum Beispiel den monatlichen Steinhof Musikplausch, den jährlichen Steinhof-Sonntag, das Jassturnier, Vernissagen, Ausstellungen, Konzerte usw. Was hat Sie motiviert, diesen zusätzlichen Aufwand auf sich zu nehmen? Paul Otte: Motiviert dazu haben mich unsere Bewohner, die Teil unserer Gesellschaft sind, denen es aber wegen ihrer Pflegebedürftigkeit nicht mehr möglich ist im gleichen Ausmass wie früher am Gesellschaftsleben teilzunehmen. Deshalb bin ich der Meinung, dass es unser Auftrag ist die Gesellschaft durch verschiedene Veranstaltungen und Aktivitäten vermehrt in den Steinhof einzuladen. Ich glaube, das ist uns sehr gut gelungen, haben wir doch immer das Ziel verfolgt: der Steinhof darf nicht "nur" Pflegeheim, sondern muss auch als Begegnungsstätte wahrgenommen werden. Welche dieser Anlässe sind Ihrer Meinung die wertvollsten und sollten möglichst weiter geführt werden? Paul Otte: Das ist eine heikle Frage. Ich denke, das Programm und die Anlässe die wir bieten sind Teil unserer Strategie. Will man an dieser Strategie auch in Zukunft festhalten, was ich persönlich befürworten würde, dann sollte man meiner Meinung nach, die Vielfältigkeit der Veranstaltungen beibehalten. Ich könnte spontan keine Veranstaltung nennen, die eine Modifizierung benötigt oder eingestellt werden sollte. Jede Veranstaltung hat im Verlauf der Jahre ihren eigenen Charakter bekommen. In Ihrer Zeit im Steinhof haben Sie viele Bewohner, Angehörige und ihre Geschichten und Schicksale kennen gelernt. Gibt es Bewohnerinnen oder Bewohner, an die Sie sich noch lange erinnern werden?

Unterwegs irgendwo in der freien Natur zwischen St. Moritz und Passau

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Paul Otte: Das ist zweifellos der Fall. Vor allem Bewohnerinnen und Bewohner, die über einen längeren Zeitraum bei uns im Steinhof gelebt haben, bleiben einem natürlich besser in Erinnerung. Ich habe immer versucht einen engen Kontakt mit den Be-


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Was hat Ihnen das bedeutet? Paul Otte: Es war natürlich sehr wertvoll, dass meine Familie immer wieder mitgeholfen und mich unterstützt hat. Durch die Anstellung meiner Frau in der Pflege im Steinhof ist es ihr bestimmt leichter gefallen, Verständnis für die Probleme aufzubringen, die ich manchmal mit mir herumgetragen habe. Der Austausch zuhause über die Arbeit war so sicherlich einfacher. Es ist ein Geschenk, wenn die Familie sich mit dem Vater oder dem Ehemann über seine Tätigkeit freut und sich interessiert.

Heidi und Paul sind zufrieden und glücklich über das Erreichen des Ziels in Passau wohnern zu pflegen. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass diese Menschen so viel Interessantes aus ihrem Leben zu erzählen wussten und ein sehr interessantes, spannendes aber teilweise auch entbehrungsreiches Leben führten. Deshalb erachte ich es als wichtig, dass wir vermehrt lernen, älteren Menschen und pflegebedürftigen Menschen mit grösstmöglichem Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Unser Wohlstand ist letztlich der Verdienst gerade dieser Generation. Woher ist die Kraft für diese Aufgabe in all den Jahren gekommen, wo haben Sie „aufgetankt“? Paul Otte: In erster Linie war es die Freude an der Arbeit. Eine wichtige Quelle, aus der ich immer wieder Kraft geschöpft habe war natürlich meine Familie und meine Hobbys. Auch Ihre Familie war immer wieder im Steinhof anzutreffen. Ihre Frau, Heidi Otte war Mitarbeiterin in der Pflege und Ihre beiden Söhne Remo und Michael haben immer wieder Unterstützung an Unterhaltungsanlässen oder am Beachvolleyball-Turnier geleistet und engagiert mitgemacht.

Was unterscheidet Ihrer Ansicht nach den Steinhof von anderen Pflegeheimen? Paul Otte: Das ist schwer zu beurteilen. Da müssten Sie die Bewohner, die Angehörigen unserer Bewohner oder auch die Bewohner der Stadt Luzern fragen. Was ich sagen kann ist, dass wir bei den jährlich durchgeführten Kundenbefragungen ausserordentlich gut abschneiden. Was mir immer wieder besonders gefallen hat, sind zwei Fragen, die gestellt wurden: "Würden Sie den Steinhof weiterempfehlen?" und "Wie steht es mir der Freundlichkeit?". Bei beiden Fragen hat der Steinhof jeweils mit Bestnoten abgeschlossen. Ich glaube, danach kann man sagen: Wir machen sehr vieles sehr gut. Täglich sieht man Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Warum? Ist das der einzige Sport den Sie regelmässig betreiben? Paul Otte: Ja, ich fahre in der Tat sehr gerne Velo, mache auch Velotouren und fahre gerne Mountainbike. Daneben bin ich aber auch ein leidenschaftlicher Motorradfahrer, schwimme gerne und im Winter bin ich öfters auf den Skiern. Ich lege Ihnen ein Portrait von Peter Friedhofen, dem Ordensgründer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf (im Jahre 1850) vor. Was geht Ihnen dabei durch den Kopft?

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………..

Paul Otte: Wenn ich dieses Foto ansehe, kommt mir speziell eine Person in den Sinn, mit der ich das Glück hatte noch einige Jahre zusammenzuarbeiten. Bruder Tutilo – er war für mich ein grosses Vorbild, das ich sehr geschätzt habe. Er, wie im übrigen alle Brüder, sind für uns ein grosses Vorbild in Bezug auf die Menschlichkeit, wie man miteinander umgeht und wie man einander Vertrauen schenkt. Wie war die Zusammenarbeit zwischen Trägerschaft und Ihnen? Hatten Sie genügend Freiraum Ihre Ideen und Ziele umzusetzen? Paul Otte: Wenn jemand 19 Jahre in der gleichen Institution tätig war, muss vieles gut gewesen sein. Das kann ich für mich nur bestätigen. Ich hatte all die Jahre einen vorbildlichen Arbeitgeber wie man ihn sich nur wünschen kann. Es war für mich in den 19 Jahren nie ein Thema den Steinhof zu verlassen und in ein anderes Heim als Heimleiter zu wechseln. Ich habe mir immer gesagt: der beste Arbeitgeber ist der Steinhof und da bleibe ich. Waren Sie immer zuversichtlich, dass die Jahresrechnung des Steinhofs Ende Jahr ausgeglichen abschliesst?

persönlich, für sich als Heimleiter diese Grundsätze gestellt? Paul Otte: Ich würde den Grundsatz Vorbild an oberste Stelle setzen. Für die anderen drei Grundsätze mache ich keine weitere Gewichtung. Aber Vorbild sein ist auf allen Ebenen enorm wichtig. Nur als gutes Vorbild kann man von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das einfordern, was man von ihnen erwartet. Beispielsweise kann ich nicht Freundlichkeit einfordern, wenn ich selber die Mitarbeitenden kaum grüsse. Auf Ihrem Pult steht ein Porzellanelefant. Auch ich habe bei meinem Probezeitgespräch mit Ihnen einen kleinen Plastikelefanten von Ihnen erhalten. Sind Sie ein Elefantenfan? Paul Otte: Ja, der Elefant ist ein faszinierendes Tier, das ich bewundere. Bei einem Zoobesuch gehe ich immer bei den Elefanten vorbei, und im Zirkus Knie habe ich die Elefantendressur-Nummer immer mit grosser Bewunderung verfolgt. Den Mitarbeitern habe ich den Elefanten abgegeben, um damit auf gewisse Eigenschaften des Elefanten aufmerksam zu machen und ihnen damit eine Botschaft mitzugeben:

Paul Otte: Zuversichtlich war ich immer, da ich sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte die in ihrem Verantwortungsbereich zu den Kosten geschaut haben. Wir haben den Steinhof so geführt, als ob er uns gehören würde. Dadurch hatten wir eine ausserordentliche Ausgaben- und Einnahmendisziplin, und so hat die Rechnung im Rahmen der Möglichkeiten immer gut ausgesehen. Natürlich konnten wir keinen Gewinn schreiben, aber es war uns immer ein Anliegen Ende Jahr eine ausgeglichene Rechnung präsentieren zu können. Für die nächste Frage habe ich mich inspirieren lassen von unseren 4-V Grundsätzen, die wir Mitarbeiter täglich versuchen im Steinhof zu leben: Vorbild, Vertrauen, Verantwortung und Veränderung. In welche Reihenfolge haben Sie

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Das Südtirol gefällt den Beiden als Feriendestination. Auf dem Bild auf einer Brücke bei einer Wanderung


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Der Mitarbeiter soll mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen wie ein Elefant.

Gibt es eine Fähigkeit oder ein Talent, dass Sie an sich vermissen?

Stosszähne, verhelfen dazu durchzuhalten, wenn es einem auch mal nicht so gut läuft.

Paul Otte: Ja, musizieren zu können, zum Beispiel Klavier, Klarinette oder Schwyzerörgeli. Das ist ein Talent, das ich gerne hätte.

Grosse Ohren wie ein Elefant zu haben, um auch das wahrzunehmen, was möglicherweise nicht ausgesprochen wird, um entsprechend darauf reagieren zu können. Einen langen Rüssel braucht man, um sich für die gesamte Institution zu interessieren und nicht nur für seinen eigenen Bereich. Eine dicke Haut wie ein Elefant sich zulegen, damit destruktive Kritik nicht gleich unter die Haut geht. Der Elefant ist ein Lastentier, es gibt immer wieder Dinge, die man eine Zeitlang mit sich trägt, und dies soll einem möglichst gut gelingen, ohne daran zu zerbrechen. Wenn Sie für eine kurze Zeit ein Tier sein könnten, welches wäre es? Paul Otte: Natürlich, der Elefant! Sie als bekennender Karl May Fan, vor allem seiner weltbekannten Erzählungen aus dem Wilden Westen wie: „Der Schatz im Silbersee“ und natürlich „Winnetou 1-3“. Welche typische Eigenschaft seiner Figur Winnetou erkennen Sie bei sich selbst? Paul Otte: Das ist richtig, ich bin ein grosser Karl May Fan. Ich habe die Bücher teilweise 2 bis 3 Mal gelesen. Auch die Karl May Filme habe ich im Fernsehen einige Male gesehen. In jungen Jahren war ich in der Pfadi und habe auch dort immer wieder ein wenig "Winnetou" gespielt. Eigentlich hat mich nicht nur speziell die Figur Winnetou interessiert, sondern ich konnte mich allgemein für den Wilden Westen, Cowboys und Indianer und ihre Abenteuer begeistern.

Wer Sie etwas näher kennt weiss, dass Sie gutes Essen sehr schätzen. Leider fehlte aber immer etwas die Zeit, um selbst in die Kunst des Kochens einzutauchen. Wenn sich die Gelegenheit bieten würde, welches Menü würden Sie in einem Kochkurs gerne kochen lernen? Paul Otte: (denkt lange nach) Mit dieser Frage haben Sie mich jetzt überrascht, ich bin gerade etwas sprachlos. Ich bin ja diesbezüglich verwöhnt. Meine Frau ist gelernte Köchin, und ich habe alles was sie kocht sehr gerne, so habe ich eigentlich gar kein Lieblingsmenü. Was ich aber sehr gerne habe ist eine von A bis Z selbstgemachte Roulade oder Schwarzwälder Torte von meiner Frau. Eine Ihrer grossen Leidenschaften, Ihre Harley Davidson, haben Sie auch jährlich einmal auswärts bei der vom Steinhof organisierten Stonecourt Road Tour geteilt. Jetzt wo Sie mehr Zeit haben werden, mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne auf eine Harley Tour gehen? Paul Otte: Ich glaube, sehr lustig würden wir es haben, wenn Michele Hunziker als Sozia hinten auf der Harley sitzen würde. Wir hätten sicher „riesig de Plausch“, viel zu erzählen und würden mit Sicherheit viel lachen. Wie heisst Ihr Lebensmotto heute? Paul Otte: Ein Lebensmotto im eigentlichen Sinne hatte ich nie. Aber ich habe meine Aufgaben immer mit einer hohen Identifikation und Engagement ausgeführt. Ich bin überzeugt, macht man die Arbeit mit Freude, kommt auch sehr viel Freude zurück. Das könnte mein Lebensmotto sein.

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Unterwegs auf dem Motorrad. Immer mit Helm, ausgenommen bei einem Fotoshooting wie auf dem Bild bei den Plitvicer Seen . Entstanden ist die Aufnahme anlässlich einer Tour von Österreich über Ungarn, Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien. Die Plitvicer Seen haben durch die Karl-MayVerfilmungen Bekanntheit erlangt Und was kommt jetzt? Welche drei Punkte stehen zuoberst auf Ihrer „all i want to do“ Liste nach der Pensionierung? Paul Otte: (lacht) Das ist im Moment das am strengsten gehütete Geheimnis! Aber sicher können Sie sich vorstellen, dass es mir nicht langweilig wird und ich sehr wohl konkrete Ideen habe was als Erstes, Zweites und Drittes nach dem 1. September folgen wird. Aber es ist jetzt einfach noch zu früh um die Katze aus dem Sack zu lassen. Welches Buch haben Sie sich für die Pensionierung zur Seite gelegt? Paul Otte: Auch da nicht ein Konkretes. Ich bin ein

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leidenschaftlicher Leser von Krimis und Thrillern, jedoch ist es wichtig, dass sie sehr schnell spannend werden, ansonsten fehlt mir die nötige Geduld, um sie auch zu Ende zu lesen. Aber es dürfte mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Krimi sein. Gibt es einen Gedanken, den Sie Frau Andrea Denzlein, Ihrer Nachfolgerin, gerne mit auf den Weg geben würden? Paul Otte: Sicher der Hinweis, dass der Steinhof aus meiner Sicht gut positioniert ist. Dass sie auf sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer hohen Identifikation zählen darf. Und dass sie dank ihrer Erfahrung und ihrem Wissen, welche sie zweifellos in den Steinhof einfliessen lassen wird, den


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Steinhof in eine gute Zukunft führen wird. Mir hat es Spass gemacht etwas mehr über Paul Otte zu erfahren und möchte mich an dieser Stelle bei Ihm bedanken. Danke Paul Otte, im Namen des Administration Teams und bestimmt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Steinhofs, dass Sie über all die Jahre unserer Heimleiter waren! Danke, dass wir so viel von Ihnen lernen durften und Sie uns immer wieder mit Ihrer Energie ansteckten. Danke für Ihre Menschlichkeit und Freundlichkeit in der Zusammenarbeit, die wir sehr geschätzt haben. Danke für die Beharrlichkeit, mit der Sie sich für uns und den Steinhof immer wieder einsetzten.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Energie, spannende Geschichten, sportliche Momente, Wildwestliche Abenteuer und gute Menüs mit einem Glas Rotwein. Aber vor allem viel Gesundheit um all Ihre Ideen zu verwirklichen! Sandra Magni, Mitarbeiterin Administration

Zitat: „Es gab keinen Chef, mit dem ich so viel gelacht habe wie mit Herrn Otte!“

Name/ Vorname:

Paul Otte

Funktion:

Heimleiter

Geburtsdatum:

8. November 1953

Sternzeichen:

Skorpion

Hobby:

Jassen, Skifahren, Velofahren, Schwimmen, Lesen, Makramee – lacht, nein das nicht

Lieblingsessen:

Heidi’s Küche

Lieblingsgetränk:

Rotwein

Lieblingsfarbe:

blau

Lieblingsbuch:

Krimi

Lieblingsfilm:

Der Western-Film "Spiel mir das Lied vom Tod"

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DAS STEINHOF— PERSONAL……………………………………………...…………………

Tamara Lanz Fachangestellte Gesundheit Sonnehuus GG/EG Eintritt: 04.01.2016

Joel Küng Pflegemitarbeiter Sonnehuus GG/EG Eintritt: 01.02.2016

Céline Beccarelli Fachangestellte Gesundheit Sonnehuus EG/GG Eintritt: 15.02.2016

Alma Rohde Pflegemitarbeiterin Birkehuus EG/OG Eintritt: 15.02.2016

Herzlich Willkommen 28

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GRATULATIONEN………………….………………………………………………………….

… zum Dienstjubiläum

Sithtra Gunarajah Cyrill Strub Helga Gisler Beat Marti Ulrike Thürig Dominique Fuhry Martina Silber Ivanka Kolenda Mary Häfliger Marcel Stirnimann

zum 15-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum zum 30-Jahr-Jubiläum zum 10-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum zum 20-Jahr-Jubiläum zum 10-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum

01. Juni 2016 14. Juni 2016 15. Juni 2016 01. Juli 2016 01. Juli 2016 01. Juli 2016 09. Juli 2016 15. Juli 2016 01. August 2016 01. August 2016

… zum Ausbildungsabschluss Nuhiji Fikrete

hat mit grossem Erfolg die eidgenössische Prüfung zum Chefkoch Bestanden

Jürg Wegmüller

hat die höhere Fachprüfung für Leiter Gemeinschaftsgastronomie mit Eidgenössischem Diplom bestanden.

… zur Geburt

Mirjam Fantelli hat am 14. März 2016 den kleinen Amael Lian zur Welt gebracht. Angela Albertalli hat am 9. April 2016 den kleinen Lio Thanh Thinh geboren. Bukurije Lokaj hat am 2. Mai 2016 ihren Sohn Riol geboren.

Herzliche Glückwünsche Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Juni 2016

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ANLÄSSE……………………………. ………………………………………………………….

Fast alles fährt Ski

Tolle Mannschaft: Ein Teil des Personals des Steinhofs anlässlich des Skitages auf dem Oberalppass. Die Foto wurde kurz vor der Abfahrt in Richtung Luzern in Andermatt geschossen. Jahr für Jahr findet für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Steinhofs der Skitag statt. So auch am Freitag, 26. Februar 2016. Gleich drei Sachen waren an diesem Tag speziell: Erstens das Wetter, zweitens die Teilnehmerzahl und drittens Flurina Mühle als einzige mit Snowboard. Vorausgesagt war ein schöner Tag, und was die Teilnehmer schliesslich in Andermatt antrafen war blauer Himmel und eine Schneelandschaft wie im Märchen, da es noch in der Nacht geschneit hatte. Und mit 25 Personen war es gleichzeitig auch der Rekord der letzten Jahre. Für die Wettervorhersage war niemand anders als der Bergler und Skitourenfahrer Markus Fellmann verantwortlich gewesen, der wegen der Bisenlage emp-

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fahl sich in die Grenzgegend der Kantone Uri und Graubünden zu begeben. Es fehlte jedoch noch die vehemente Unterstützung der Wolfenschiesserin Madeleine Niederberger, um der Idee zum Durchbruch zu verhelfen. Zwei Gruppen bildeten sich: Die Gruppe "Ski" und die Gruppe "Apéro & Shopping.“ Die erstere stieg auf dem Oberalppass aus und die zweite verabschiedete sich winkend aus dem Zug in Richtung Sedrun. Lacher des Tages Auf dem Oberalppass und auf den Hängen in Richtung "Sedrun" wurde gefahren was das Zeug hergab. Edi Hilpert und Marcel Stirnimann schwangen sich


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auf den Skiern vor Freude in eine wahre Extase. Manuela Schindler carvte in berauschendem Tempo und strapazierte die Kniegelenke aufs Äusserste. Direkt aus den Ferien in Saalbach-Hinterglemm an den Skitag kam die Tempobolzerin Anita Rieger. Sie hatte dort ein paar Ferientage zusammen mit ihrem Mann verbracht, wo sich nachts offenbar eine Geschichte abspielte, di e "zum Lacher des Tages" wurde. Beide gehen offenbar nachts stets ohne Licht auf die Toilette. So auch in besagter Nacht sass Anita Rieger im Finstern bereits auf der Toilette als ihr Mann Werner Rieger Momente später auch darauf sitzen wollte, jedoch statt auf der WC-Brille auf Anita's Schoss Platz nahm. Es wurde viel gelacht an diesem Tag. Auch dann als Daniela Fürst aus der Oberpfalz an einem Ski die ganze Bindung verlor. Dem technischen Dienst mit Edi Hilper und Marcel Stirnimann sei Dank. An der Talstation in Dieni konnte der Schaden behoben werden, und die Pfälzerin konnte trotz allem den Tag in vollen Zügen geniessen. Sturz des Tages Wie immer kümmerte sich Dominik Fuhry, der Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, nicht nur um sie und Andrea Schmidig sondern um alle Frauen. Den Sturz des Tages absolvierte zweifellos Marianne Zurkirchen. Sie ist sowohl auf den Alpinskien ein Haudegen als auch auf den Langlaufskien. Als Lang-

lauflehrerin für die Pro Senectute tätig, gibt sie oft im Winter Kurse im Goms. Diese Kurse wollen offensichtlich im 2017 auch Heidi Otte und Anita Rieger absolvieren. Keine Abfahrt liess Thomas Emmenegger aus. Auf die Frage, ob er sich nicht etwas ausruhen wolle, antwortete er leicht provokativ: "Nein, schliesslich habe ich eine Tageskarte gelöst!". Bernadette Achermann fährt seit Jahren nach dem Motto "Ski ohne Ballast" und ist wohl weit und breit die beste stöckelos fahrende Skifahrerin. Besonderen Gefallen am Skitag hatte Irène Kaiser. Sie schwärmte noch Tage danach vom Skitag und vom Wetter. Zurück in Adermatt traf man sich wieder mit der Gruppe "Apéro & Shopping". Zurück aus Sedrun vergnügten sie sich nicht nur in Andermatt sondern auch im Luxustempel Hotel Chedi. Cécile Koch, Sabina Lienhard Müller, Corinne Niederberger, Heller Margrith, Isabell Kneubühler und Nora Thaqi durften sich sogar in der dortigen WellnessOase tummeln und anschliessend liessen sie sich in der Lounge mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Warum sie wohl Einlass bekamen, muss wohl am Outfit und an den grossen Label-Taschen von Gucci, Versace und Louis Vuitton gelegen haben. Paul Otte, Heimleiter

Im Fünfsterne Hotel „Chedi“ in Andermatt lässt man es sich wohl ergehen

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ANLÄSSE ………………………………………………………………………………………..

Wo Leidenschaft Ton formt

Esther Beck inmitten ihrer Ausstellung

Am Samstag, 19. März 2016, lud Esther Beck auf 16.00h zur Vernissage der Keramikausstellung "Begegnung" im Steinhof ein. Passender hätte der Ausstellungstitel nicht gewählt werden können. Gerade in einem Pflegeheim sind Begegnungen so ungemein wichtig, dass der Steinhof sich auch in starkem Masse dafür engagiert, dass solche stattfinden. 1995 besuchte die Künstlerin den ersten Töpferkurs bei Alois Odermatt in Luzern. Es lag wohl an ihm, dass das Feuer der Begeisterung bei Esther Beck entfacht wurde. Unzählige weitere folgten, so auch in Guarda, Gordola, Uster und Basel. Sie absolvierte auch die 3-jährige Töpferlehrte bei Mathies Schwarze. Unzählige Freunde und Bekannte waren da, die sie auf ihrem Werdegang begleiteten haben und nun

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mit ihr auf die erfolgreiche Ausstellung anstossen wollten. Allen voran Mathies Schwarze, Keramikermeister mit einer eigenen Schule in Oeschgen. Er hielt zusammen mit seiner Lebenspartnerin Franziska Gloor, die selber Kunstmalerin ist, die Laudatio. Feierliche Vernissage Für den musikalischen Rahmen sorgte Hans Seiler an der Klarinette. Brillant und einfühlsam gespielt setzten die Melodien einen würdigen und von den Gästen sehr geschätzten gehaltvollen Akzent. Peter Gilomen, der für Gartenobjekte die Metallstäbe, fertigt freute sich über die Begegnung mit Marcel Beck, der wie er selber ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Für den Verkauf sorgten Sonja Schärli und Regula Koch.


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Letztere besuchte mit der Künstlerin gemeinsam den Kindergarten und die Primarschule in der Kuonimatt in Kriens. Auch Mitarbeiterinnen von Esther Beck freuten sich über die eindrückliche Ausstellung, wie Karin Rojko, die begleitet wurde von Beat Bürgi. Während mehr als 20 Jahren arbeiteten sie zusammen bei der Luzerner Kantonalbank. Oder Heidi Bitzer, die mit ihrem Mann Kurt anwesend war. Sie absolvierten einst in der Klinik St. Anna die Kochlehre, hatten sich dann über Jahrzehnte nicht mehr gesehen, bis sie sich vor drei Jahren im Schloss Wyher an einer Ausstellung wieder begegneten. Gefallen an den Kunstwerken von Esther Beck finden seit Jahren Jris und Rolf Kaufmann. Beide waren zum ersten Mal im Steinhof und staunten über die schöne Lage und das barocke Schloss. Aus dem Quartier Kuonimatt liessen sich die feierliche Eröffnung Andi und Barbara Dvorak wie auch Marcel Heller und Esthi Kurmann nicht nehmen. Sichtlich stolz auf ihre Tochter sein durften ganz bestimmt die anwesenden Eltern Irène und Ferdi Beck. Für Nachwuchs ist gesorgt Grossen Gefallen an den ausgestellten Werken fanden auch Irène Hartmann und Irma Bossert. Noch auf dem Weg, doch wohl nicht mehr allzu weit weg von der ersten eigenen Ausstellung, ist Eva Riess, die von ihrem Mann Thomas Rohrer begleitet wur-

Marcel Heller und Esthi Kurmann beim Anstossen auf die gelungene Ausstellung

de. Sie absolviert im Moment ebenfalls die dreijährige Töpferlehre und begutachtete die Werke aus der Fachperspektive. "Ich habe grossen Respekt vor der Kreativität und der grossen Schaffenskraft der Künstlerin", sagte sie, um gleich anzufügen "das Ambiente im Steinhof als Ausstellungsort gefällt mir ausserordentlich." Während Beatrice Schwerzmann das eine oder andere Objekt im Auge hatte, das in ihrem neuen Heim einen idealen Standort hätte, freute sich ihr Mann Georges Schwerzmann mehr darüber, dass er seinen ehemaligen Schulkollegen der Primarschule im Moosmatt, Hans Seiler, nach vielen Jahren wieder einmal traf. Da gab es die eine oder andere Geschichte wieder aufzuwärmen, von früher, als sie noch zusammen mit Emil Steinberger die gleichen Klassen besuchten. Ein schönes Wiedersehen gab es für Max und Hildegard Zeder, als sie auch Alois Odermatt an der Vernissage antrafen. Der pensionierte, einstige Lehrer vom Moosmatt, Max Zeder, geniesst seine Pensionierung und freut sich, wenn die Tage länger und wärmer werden und er seinem Hobby dem Pétanque spielen am Quai wieder frönen darf. Paul Otte, Heimleiter

Iris und Rolf Kaufmann fanden Gefalln an den Werken von Esther Beck

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Das Meer ist noch da einer Sackgasse endet. Diese ursprüngliche Stadt wurde so gebaut, um eventuellen Angreifern die Orientierung zu erscheren. Und wie man sieht, es funktioniert noch heute.

Blick auf `s weite Meer ist Balsam für die Seele Das Flugzeug setzt mit einem harten Ruck auf. Wir sind auf Kreta! Später sitzen wir im Taxi. Auf der Küstenstrasse vertraute Namen. Dann Lukas, der Sakristan: Umarmung, wie geht’s? Alles gut? Die Koffer nur abgestellt. Erst wollen wir in unserer Lieblingsbeiz noch etwas essen. Es ist spät. Wir sind die letzten Gäste. Die Kellnerin (sie kennt uns seit vielen Jahren) umarmt uns herzlich. Wir haben uns seit mehr als einem Jahr nicht gesehen und trotzdem ist es so, als wären wir nie weggewesen. Das Meer ist noch da, denke ich. Es ist, als wäre ich nach Hause gekommen. Der erste Retsina, das erste Apakia (eine Spezialität aus geräuchertem Schweinefleisch). Wie oft war ich zu Hause in der Schweiz in Gedanken hier an diesem Ort, habe genau dies gegessen und getrunken. Jetzt ist es Wirklichkeit. Seit 20 Jahren verbringe ich meine Ferien hier am gleichen Ort. Rethymnon liegt an der Nordküste Kretas, zwischen Chania und Heraklion (der Hauptstadt). Angreifer und Touristen verlaufen sich Die Altstadt besteht aus einem unübersichtlichen Gewinkel aus aneinander gebauten niedrigen Häusern, deren Besonderheit darin liegt, dass sie von einem Gässchen zum anderen durchgehend sind. Die ganze Anlage ist so, dass ich mich selbst nach 20 Jahren noch verlaufe und mein Weg mal wieder vor

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Erste Eindrücke Ich erinnere mich noch genau, wie ich das erste Mal nach Kreta kam. Ich war eingeladen worden, in einer kirchlichen Einrichtung etwas behilflich zu sein. Dafür könnte ich gratis wohnen. Welche Vorstellungen hatte ich damals von Kreta? Eigentlich keine. Meine ersten Eindrücke nach der Landung: der Flughafen etwas chaotisch. Die Strassen schienen mir „ungepflegt“, ungewohnte Häuser, sehr hell, niedrig. Durcheinander. Warm, trockenwarm, blauer Himmel, seltsames ungewohntes Licht. Berge in hellem Braun, viele davon kahl. Laut. Der Bus, alt (kann der überhaupt noch fahren?) Tatsächlich bleibt er bei der ersten Steigung stecken. Niemand regt sich auf. Manche steigen aus, sitzen am Strassenrand. Mein Begleiter bleibt ruhig. So was kann vorkommen. Endlich, nach einer halben Stunde kommt ein Ersatz. Gepäck umladen, (ich schwebe in ständiger Sorge, es würde geklaut). Vieles hat sich verändert Und dann – spüre ich etwas. Es kommt durch die Nase, ein unbekannter Duft, würzig, warm. Er legt sich wie ein Mantel um mich, hüllt mich ein. Er macht etwas mit mir. Kreta hat mich mit seinem Duft eingefangen. Die Jahre vergehen und nun bin ich das zwanzigste Mal hier. Ein Grund zu feiern! Ein Anlass auch zurückzublicken. Vieles hat sich verändert, vieles ist neu geworden, vieles für immer verloren gegangen. Auch ich habe mich verändert, bin älter geworden, habe jetzt vielleicht eine andere Sicht. Die Touristen: Kreta scheint beliebt zu sein. Das Wetter ist im Sommer beständig warm. Zum Meer ist es nirgendwo sehr weit. Der Hotelbau boomt (wieder). Selbst sonst eher ruhige Orte sind mehr oder weniger überlaufen. Vor Jahren noch konnte man in


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Loutro an der Südküste ohne weiteres einfach so ein Zimmer bekommen. Loutro ist nur zu Fuss oder mit dem Schiff zu erreichen. Meine Freunde verliessen sich letztes Jahr darauf und standen dann ohne Zimmer da. Toilette nicht mehr im Busch Selbst in Elafonissi, wo es ein einziges kleines Hotel gibt, ist der Strand übersät mit Liegestühlen. Es gibt mittlerweile mehrere Imbissstände mit Hot-Dogs, Hamburgern und zwei Toilettenanlagen. Als ich das erste Mal dort war, wurde man auf Anfrage hin auf die spärlichen Büsche verwiesen. Die Touristen, zu denen ich ja auch gehöre, bringen Arbeitsplätze und Geld. Sie produzieren jedoch auch riesige Mengen an Abfall. Wohin damit? Kehrichtverbrennungsanlagen gibt es noch nicht. Der Dreck wird also irgendwo hingekippt. Solche Schuttplätze sieht man häufig vom Auto aus, wenn man über Land fährt. Riesige Schiffe Die vorhandenen Häfen werden ausgebaut, damit immer mehr und grössere Schiffe anlegen können. Bei einem Abendspaziergang am Meer sahen wir im Hafen ein wirklich riesiges Kreuzfahrtschiff liegen. Mein Gott, sagte ich: Es ist ja so gross wie eine ganze Stadt! Später hatten wir noch oft die Gelegenheit, die Schwärme von „Bewohnern“ dieser Touristenburgen zu beobachten, wenn in Gruppen durch die Stadt geschleust werden. Unsere Lieblingsbar liegt an der Strasse mit einer sehr bekannten touristischen Sehenswürdigkeit, einem venezianischen Brunnen. Jeder muss hier einfach mal fotografiert haben. Wie soll man sonst beweisen, dass man auf Kreta war? Eine Gruppe erscheint. Die Reisebegleitung ist meist an einem hochgehaltenen Schirm zu erkennen. Es folgt eine allgemeine Erläuterung in der jeweiligen Sprache. Wir amüsieren uns häufig über diese Erläuterungen, soweit wir sie verstehen. Denn vieles stimmt nicht.

Niemand lacht Wir schauen dabei zu. Ich sage zu meinem Begleiter: Schau dir mal die Gesichter an. Niemand lacht. Sie sind wie eine Herde Schafe. Meinst du, sie wissen zu Hause noch, wo es war? Was nehmen sie von dieser Stadt mit? Von den Menschen? Sie werden durch die Verkaufsstrassen geschleust. Vielleicht nehmen sie ein Andenken mit. Essen werden die auf dem Schiff. Vielleicht reicht es zu einem Ouso? Mein Begleiter meint, die Zeit dafür sei viel zu kurz. Kaum ist die eine Gruppe durch, wartet dahinter schon die nächste. Ich habe eine Recherche über die Kreuzfahrtschiffe gelesen, Es sind die reinsten Dreckschleudern. Obwohl verboten, lassen die meisten ihren Dreck direkt ins Meer. Das Meer ist gross. Das Meer ist weit.

Einheimisches Essen schmeckt doppelt gut Essen und Trinken Ach ja, reden wir mal vom Essen. Kreta ist bekannt für seine gesunde und schmackhafte Küche. Stimmt, war auch mal so. Ist auch noch so, wenn man Glück hat. Aber sonst, angepasst an den Touristengeschmack. Fast Food zu Hauf. Gerichte, die zwar nach Tradition tönen, aber garniert mit Pommes Frites, Büchsengemüse. Doch geht man dorthin, wo die Einheimischen essen. Ein Duft nach Gewürzen! Ein Geschmack wie Kreta selbst. Warm, sinnlich. Ein-

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DIES UND DAS ……………………………..………………………………………………...

fach, schlicht, ohne Schnickschnack. Der Tisch läuft über an Speisen, man nimmt dies und das, probiert, geniesst. Bedauert, dass die Aufnahmefähigkeit so beschränkt ist. Dann unbedingt einen Raki, oder auch zwei. Gehört zum Service des Hauses, wird offeriert. Vorher einen Hauswein (offen), meist sehr gut. Für unsere Verhältnisse: die Preise sind bescheiden. Gastfreundlich und hilfsbereit Freundlichkeit: gegenüber dem Gast gibt es fast immer und überall, sogar Herzlichkeit, die nicht aufgesetzt ist. Ein Gast ehrt den Gastgeber (sagt man auf Kreta), so war es früher, und das ist auch Gottseidank noch heute so. Ausnahmen gibt es, leider. Die Hilfsbereitschaft ist gross. Ich hatte meine Tasche im Taxi gelassen. Der Schreck war gross. In der Tasche war nicht nur der Flugschein, sondern auch mein Geld, die Schlüssel und meine Ausweise. Wir hatten Glück. Wir konnten mittels Handy erreichen, dass das Taxi zurückkam, mit der Tasche. Es war ein grosser Umweg und Zeitverlust für das Taxi. Aber: keine Rechnung! Wir gaben, was wir noch an Euro hatten .Es war nicht viel. Kein Problem! Wir haben das Flugzeug gerade noch erreicht. Kretisch kochen Einkauf: Die kleinen Geschäfte verschwinden zugunsten grosser Einkaufszentren wie zum Beispiel Lidl, ohne Auto nicht zu erreichen. Traditionelle Lebensmittel sind zum Teil nicht mehr erhältlich. Unser Sakristan Lukas jammert, dass er Mühe hat, wenn er bestimmte Dinge kaufen will. Dafür gibt es in den grösseren Läden Bratheringe! Ich koche viel auf Kreta und ich kenne mich aus, weiss wo was erhältlich ist. Ich habe mir schon viel angeeignet. Tzatziki gelingt mir bestens. Auch habe ich gewisse Hemmungen in Bezug auf die Menge der benutzten Kräuter abgelegt. Am Anfang, als Lukas mir Kochunterricht gab, dachte ich: „Was? So viel! Wegen der grosszügigen Beigabe von Kräutern duften also kretische Gerichte so gut und schmeicheln unseren Sinnen.

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Der wöchentliche Markt Warum gehe ich immer noch nach Kreta? Ich sehe, wie Kreta sich in den 20 Jahren verändert hat. Aber ich liebe wie früher die Farbe der Berge. Die Form eines Olivenbaumes bezaubert mich noch immer. Der wöchentliche Markt ist immer noch schön laut, bunt, authentisch. Die Tomaten kommen noch vom eigenen Feld, schmecken auch so. Sie haben Stellen die nicht perfekt sind. Mich stört es nicht. Die Freunde sind immer noch unsere Freunde. Manchmal haben wir auch einen Todesfall zu beklagen. Aber wie wir werden sie älter. Manche bekommen Kinder und lassen uns an ihrem Leben teilhaben, auch wenn wie uns nur einmal im Jahr für kurze Zeit sehen. Und, das Meer ist noch da! Mehr als Glück Wir haben dieses Jahr einen Ausflug an die entlegenste Küste im Süden Kretas unternommen. Kein Strand, eher ein wildes Durcheinander von abgebrochenen Felsen, steilen Klüften, schäumenden Gischten. Ich hatte Zeit. Vor mir das Panorama vorgelagerter Inselchen. Die Bucht weit gezogen, kein Haus, keine Menschen. Der Himmel, das Meer! Ich spürte mehr als Glück – eins sein vielleicht mit allem. Ja das! Das ist Kreta. Trotz allem. Anke Maggauer-Kirsche


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WIR RUFEN DIE MENSCHEN IN ERINNERUNG …………………………………………...

Wir rufen die Menschen in Erinnerung, die in den Monaten Februar bis April 2016 im Steinhof gestorben sind:

Martha Sifrig Felix Bauer Margrith Wyss Elisabeth Müller Maria Baldegger Lydia Marie Schwery Nina Lötscher Walter Widmer Irene Schnyder Alexander Gertsch Fritz Wespi Elisabeth Zimmermann Helen Kurmann

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GEDICHT ……………………………………………………………………………………….

Was bleibt was in uns lebt was wir gesät beizeiten was wir mit Liebe still umhegt mit Freude und Erstaunen oft betrachtet ein wohlbestelltes Feld das Früchte trägt die Erne ist gar reichlich Anke Maggauer-Kirsche

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Von wegen Spatzenhirn

Der Haussperling, oder auch Spatz genannt, erreicht im Flug eine Geschwindigkeit von 46 km/h und sieht mit seinen Augen weitaus besser als der Mensch Ich mag sie einfach. Wenn ich irgendwo im Freien sitze, kommen sicher nach kurzer Zeit ein paar von ihnen, setzen sich neben meine Füsse und schauen, ob ich etwas zu essen dabei habe. Sie scheinen die Menschen zu mögen. Oder haben sie gelernt, mit uns Menschen umzugehen? Jedenfalls scheinen sie relativ wenig Angst vor uns zu haben. Kein Wildvogel, ausser vielleicht die Tauben, kommt dem Menschen so nahe. Ich habe schon erlebt, dass sie sogar auf den Tisch in die Nähe meines Tellers geflogen sind. Ein Spatz – mehrere Spatzen Meist kommt ein ganzer Pulk angeflogen. Wo ein Spatz ist, sind fast immer mehrere Spatzen anzutref-

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fen. Sie streiten sich um die Essensreste und sind nicht gerade friedlich. Im Winter füttere ich auf meinem Balkon Vögel, die meisten davon Spatzen. Diese schilpen und zanken sich und scheinen sich das Futter zu neiden, obwohl ja genügend da ist. Spatzen-Hierarchie Im Laufe des Winters lerne ich sie ganz gut zu unterscheiden, auch wenn die Unterschiede nicht gross sind. Es gibt welche mit einer ziemlich dunklen Kehle. Diese scheinen das Sagen zu haben. Es gilt wohl: je dunkler die Kehle, desto höher der Platz in der Spatzen-Hierarchie. Spatzen gibt es eben viele und überall. Es ist hier die


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Rede vom Haussperling (im Allgemeinen vereinfacht „Spatz“ genannt). Ein naher Verwandter ist der Feldsperling. Er hat aber im Unterschied zum Hausperling eine graue Brust und schwarze Wangenflecken. Perfekt konstruiert Das Singen ist nicht so ganz das Metier des Spatzen. Es tönt eher wie ein schrilles Schilpen. Aber ansonsten ist der kleine Kerl perfekt konstruiert. Sein Becken ist fest mit der Wirbelsäule verwachsen. So bekommt das Knochengerüst die nötige Starre und Elastizität, die für einen Flugkörper unbedingt erforderlich ist. Ein kleines Loch in der Gelenkpfanne des Oberarmknochens erscheint mir sehr bemerkenswert. Durch dieses Loch führt die Sehne, die den kleinen Brustmuskel mit der Oberseite des Schultergelenks verbindet. Dadurch kann er seinen Flügel anheben und überhaupt erst fliegen. Er hat auch ein starkes Herz, das er unbedingt braucht. Denn die Spatzen haben viele Feinde, die ihnen manchmal grossen Schrecken einjagen. Das Herz schlägt mehr als siebenmal in der Sekunde, nämlich 460-mal in der Minute. Und wenn der Spatz vor einem Sperber flüchten muss, erhöht sich sein

Haussperling Der Haussperling – auch Spatz genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge und einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Der Spatz hat sich vor über 10.000 Jahren als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen. (Wikipedia) Wissenschaftlicher Name: Passer domesticus Lebenserwartung: 3 Jahre (in der Wildnis) Gewicht: 24 – 40 g (Erwachsener) Geschwindigkeit: 46 km/h (Erwachsener, im Flug) Erhaltungszustand: Ungefährdet (abnehmend) Schwanzlänge: 5.2 – 6.5 cm (Erwachsener) Quellen: EOL/Enzcyklopedia of Life

Puls auf 760! Das muss so sein, damit er fliegen kann. Wunderwerkzeug Schnabel Sein Schnabel ist unscheinbar. Aber es ist ein Wunderwerkzeug, superleicht und trotzdem den härtesten Anforderungen gewachsen. Man hat ausgerechnet, dass das Horn seines Schnabels eine so genannte Reisslänge von etwa 30 Kilometer hat. Das heisst, wenn man aus dem Material einen Draht herstellen und irgendwo befestigen könnte, würde er erst bei einer Länge von 30 Kilometern durch sein eigenes Gewicht an der Befestigung abreissen. Da kommt das Material nicht mit, das im Flugzeugbau verwendet wird … Besser als Menschenaugen Seine Augen sind weitaus besser als Menschenaugen. Pro Flächeneinheit hat es sieben- bis achtmal mehr Sehzellen als bei uns. So entsteht im Gehirn des Spatzen ein bedeutend schärferes Bild. Damit kann er auch beim schnellsten Flug Einzelheiten erkennen. Zwischenfrage: Wer hat da „Spatzenhirn“ gesagt? Auch über den Verdauungsvorgang des kleinen Vogels gäbe es einiges zu berichten. Nur so viel: Er hat keine Harnblase und somit weniger Gewicht, was das Fliegen erleichtert. Ausserdem wird das für den Ausscheidungsprozess benötigte Wasser fast vollständig in den Organismus zurückgeführt. So braucht er nur selten Wasser „nachzutanken“. Warum er nicht vom Baum fällt Vielleicht haben Sie sich gefragt, wie der Spatz stundenlang auf einem Zweig sitzen und sogar schlafen kann. Ein besonderer Mechanismus ermöglicht, dass seine Zehen automatisch den Zweig umschliessen und er nicht herunterfallen kann. Manche Menschen behaupten ja, dass Krokodile zur näheren Verwandtschaft der Spatzen gehören sollen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen! Na ja, ich bin auch keine Wissenschaftlerin ...

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Frecher Spatz WLu. Im Gartenrestaurant des Verkehrshauses in Luzern: Ich trinke ein Bier und esse eine Bretzel. Bayerische Biergartenstimmung kommt auf. Ich schaue den spielenden Kindern zu. Und sehe, wie am Nebentisch eine rasch schmelzende Glace das Gesicht eines kleinen Mädchens von Weiss in Dunkelbraun verwandelt. Offenbar lasse ich mich von diesem Schauspiel zu sehr ablenken. Denn plötzlich landet ein Spatz auf meinem Tisch und schnappt mir den Rest der Bretzel weg. Das gestohlene Stück ist schätzungsweise ein Drittel so gross wie der Räuber. So bewundere ich diesen. Und schimpfe nicht wie ein Rohrspatz – der übrigens kein richtiger Spatz, sondern eine Rohrammer ist.

Wunderbar geschaffen sind sie allemal. Ein bisschen frech und zutraulich – und überall anzutreffen. Anke Maggauer-Kirsche Die Angaben über die Beschaffenheit der Spatzen aus: Werner Gitt, Wenn Tiere reden könnten.

Wo Speiseresten liegen, lassen die Spatzen oft nicht lange auf sich warten.

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WAS VOR 50 JAHREN GESCHAH …………………………………………………………..

Aufregung im Schweizer Fussball hgi. „Der Zentralvorstand des Schweizer Fussballverbandes hat die Spieler Kuhn, Leimgruber und Eichmann aus dem Nationalkader ausgeschlossen. Angegebener Grund: Nachdoppelung und Verschärfung der für die Disziplinlosigkeit in Sheffield verfügten Strafe. Folge: Konsternation und Entrüstung in der Oeffentlichkeit, die den Fall längst erledigt glaubte.

Köbi Kuhn, 1966 in Sheffield Zeichnen wir den Weg nochmals nach; der Zickzack einer zweimonatigen Inkonsequenz wird den neuesten Entscheid der Verbandsleitung zumindest psychologisch verständlich machen. 11. Juli: Die drei Spieler kehren in Sheffield nach dem Abendausgang statt um 22 Uhr 30 erst um 23 Uhr 30 ins Quartier zurück. Sie werden erwischt und für das Spiel gegen Deutschland vom 11. Juli gesperrt. Der Entscheid wird vom Coach und vom SELKO-Präsidenten getroffen und nachträglich vom Verbandspräsidenten sanktioniert. Die Spieler bleiben in England und im Kader. 12. und 13. Juli: Schlagzeilen in England und in der Schweiz. Gerächte über nächtliche Untaten der Gesperrten, Verdächtigungen, Vermutungen. Die Ehefrauen in Zürich werden mit Hohn und Spott übergössen. Maßnahme der Verbandsleitung: die Fussbal-

lergattinnen werden dem Hagel der Pöbler entrissen und nach Sheffield geholt zur eigenen Sicherheit, zum Trost ihrer Männer und zur Hebung der gesunkenen Moral des Teams. 14. Juli - Vorabend des Spanienspiels: Das Team ruht im Quartier ab 22 Uhr 30 alle minus die Ehemänner der herbeigeeilten Gattinnen. Was ihnen am 11. Juli eine Disziplinarstrafe eintrug, ist ihnen an diesem 14. Juli erlaubt: noch um 23 Uhr 30 feiern sie Wiedersehen in der Halle eines Stadthotels und im Beisein des SELKO-Präsidenten, der diesmal nicht mit dem Coach an der Hintertüre auf die Spätheimkehrer lauert, sondern ohne Coach für den Verband die Honneurs macht und das Flämmchen der ramponierten Moral mit Trank und Spässen wieder anzufachen versucht. Das Dilemma der beteiligten Spieler ist begreiflich: Sollen sie sich nun als Delinquenten oder als Helden fühlen? Sie durften sich zumindest wieder als vollwertige Teamglieder betrachten und dem Vertreter des Verbandes danken für das offizielle Communiqué, das, datiert vom 13. Juli, folgendes festhielt (und noch heute festhält): «Für das verspätete Einrücken sind die Spieler disziplinarisch bestraft worden…..Damit ist die Angelegenheit endgültig erledigt. Tendenziöse andere Darstellungen werden von der Delegation sehr bedauert…..» Der Tatbestand war also klar, die Strafe gefällt und verbüsst, und das Tête-à-tête mit Gattinnen und Verbandsvertreter durften die Spieler als Versöhnungsfeier, als Belohnung für ausgestandene Pein betrachten. Welche Gefühle bewegten wohl den «bösen» Coach, der bei der Truppe ausharrte und auf die Heimkehrer wartete? 16. Juli: Das Spanienspiel des Vorabends wurde von den Schweizern unglücklich verloren. Nun war nach der Meinung der Delegationsleiter offenbar wieder ein Dämpfer fällig. Man legte den beiden Gattinnen nahe, am Montag die Heimreise anzutreten. Die beiden Spieler protestierten; die Rücksendung unter-

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WAS VOR 50 JAHREN GESCHAH …………………………………………………………..

blieb. Wer für diese Ungereimtheiten die direkte Verantwortung trug, war wiederum unklar. Man vergesse nicht: es waren 15 Offizielle, die sich in die verschiedenen Funktionen und Chargen teilten.

zur achten Etage) sei bei der Untersuchung und Protokollierung der Ereignisse nicht im Zusammenhang realisiert worden (!) und darum bei der Festsetzung des Strafmasses unberücksichtigt geblieben. Daraus könnte man ableiten, dass die Delegationsleitung (die praktisch mit der Verbandsleitung identisch war) die Untersuchung unzuverlässig durchgeführt habe; sie habe leichtfertig eine unangemessene Strafe verfügt (und vollzogen) und voreilig offiziell erklärt, die Sache sei endgültig erledigt. Dies alles wirft die Frage auf, ob die Gesetze der Disziplin (im weitesten Sinne) nur für Spieler oder auch für Verbandsführer gelten.

Der damalige Nationaltrainer Alfredo Foni Zwei Monate später, 11. September: Ohne dass neue Fakten oder Delikte bekannt wurden, verfügte der Zentralvorstand des SFV die eingangs erwähnte Strafverschärfung. Die am 15. September vom Verband auf einen von den Spielern publizierten Brief erlassene Replik vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Der Zentralvorstand stützt sich bei seiner Verfügung auf "Einvernahmeprotokolle». Diese sind jedoch nicht neu erstellt, sondern auf Grund der vom SELKO-Präsidenten durchgeführten Untersuchung bereits in Sheffield angefertigt worden. Wenn nun der Verband in seiner Vernehmlassung vom 15. September die Disziplinlosigkeit in eine «schwere» Disziplinlosigkeit abändert und daraus ein Recht auf nochmalige Bestrafung ableitet, dann tut er dies nicht auf Grund neuer Tatbestände - die Anwesenheit der Damen im Hotel, die angeblich mit der Autospritzfahrt der drei Spieler im Zusammenhang stand, war ja noch am gleichen Abend "entdeckt» worden , sondern auf Grund einer wenig überzeugenden Auffassung, der nächtliche Damenspuk im Hotel (samt direkter telephonischer Kontaktnahme von der ersten

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Was soll man dazu sagen? Entweder ist die Verfügung vom 11. September wirklich durch «neue» Gründe gerechtfertigt, dann ist aber die publizierte Begründung dazu nicht stichhaltig und als Irreführung zu betrachten, oder es handelt sich lediglich um eine nachträgliche Strafverschärfung für den ursprünglich bekannten und bereits bestraften Tatbestand, wodurch die Verbandsleitung, die auch für das Communiqué vom 13. Juli verantwortlich ist, sich selber desavouiert und eine richterliche Verfügung traf, die der Kritik nicht standhält. Es wird nun Sache der Juristen sein, abzuklären, ob die nochmalige «Verurteilung» zwei Monate nach offiziell verkündeter «Erledigung» rechtlich unanfechtbar ist. Der Fall ist von den Zürcher Betroffenen und ihrem Klub bereits einem Anwalt übergeben worden, womit auch die vom Zentralvorstand erhoffte «endgültige Erledigung» kaum endgültig sein dürfte. Denn der Ausschluss aus der Nationalmannschaft bedeutet immerhin, dass der Spieler zwar für fähig, aber nicht mehr für würdig befunden wird, das Schweizer Kreuz zu tragen eine Massnahme also, die in hohem Masse seine Ehre tangiert. Nebenbei wurde an der Sitzung des Zentralvorstandes auch der Disziplinarfall Coduri (Spiel Lugano -


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Norrköping) erledigt. Der Fernsehfilm des Spiels genügte als Beweis für die relative Unschuld des Luganesen. Der Vorstand stellte beidseitige Unsportlichkeiten fest und liess es bei der bereits, verfügten und am kommenden Samstag beendeten Sperre für vier Sonntage bewenden. Die beiden Disziplinarfälle wurden somit wie folgt erledigt: die Sheffielder Disziplinlosigkeit, eine Unbesonnenheit mit Verstoss gegen die Kameradschaft, wurde mit dem unbefristeten Ausschluss aus der Nationalmannschaft bestraft; der nach Spielende mit Vorbedacht und Boshaftigkeit applizierte Fusstritt Coduris dagegen mit vier Strafsonntagen gesühnt.“ Man vergleiche - und urteile. Freitag, 16. September 1966, Abendausgabe

Gegen Argentinien war Köbi Kuhn wieder dabei

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RAUM FÜR BEGEGNUNGEN ………………………………………………………………...

Faszination Duftpelargonien

Duftpelargonien gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)

Manche Themen begleiten einem das ganze Leben. Plötzlich sind sie da, und man kann sich ihrer Faszination nicht mehr entziehen. Für mich waren dies Pelargonien, und besonders Duftpelargonien. Wieso das so ist? Ich weiss es auch nicht so genau. Ich muss es auch nicht wissen. Und es bleibt ein Geheimnis, warum mich diese duftenden und zierlichen Pflanzen so faszinieren. Als langjähriges Vorstandsmitglied des Schweizerischen Pelargonien-Vereins möchte ich im folgenden Beitrag die Duftperlagonien vorstellen.

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Im Steinhofgarten stehen den ganzen Sommer über verschiedene Duftpelargonien in Töpfen zum Riechen und Bestaunen. Pelargonien ( auch die Balkongeranien ) kamen im 17. Jahrhundert aus dem südlichen Afrika nach England. Die sehr beliebte Balkonpflanze wurde dort weiter gezüchtet und verbreitet. Die Duftblattpelargonien sind Wildformen oder Züchtungen der Pflanzengattung Pelargonien. Auch die Balkongeranien gehören botanisch gesehen zu den Pelargonien.


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Pelargonien gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae), zu denen noch andere Pflanzengattungen wie der Staudenstorchenschnabel Germanium und weitere gehören.

Auch in der Küche haben sie ihre Verwendung als kreative Würze für viele Gerichte, auch für Süßspeisen können die Blätter oder Blüten verwendet werden.

Warum duften Pelargonien? Sie besitzen auf den Blättern Drüsenhaare, die bei Berührung, bei Wind, Regen oder Tau verschiedene Duftnoten abgeben.

Die getrockneten Blätter in Duftpotpouris zusammen mit Lavendel wirken beruhigend.

Die Pflanzen können sich so gegen Schädlinge und Krankheiten wehren, da ätherische Oele oft pilzhemmend und antiparasitär, also gegen Schädlingsbefall wirken. Bei starker Hitze verdunsten die Duftstoffe und bilden einen Kühleffekt für die Pflanze. Interessant ist auch, dass diejenigen Pelargonienarten, die durch Nachtinsekten bestäubt werden, erst nach Sonnenuntergang einen ganz intensiven Blütenduft entwickeln, der dann tagsüber kaum wahrnehmbar ist.

Auch als Heilpflanze werden Pelargonien benützt von den Eingeborenen Stämmen Südafrikas, und neustens auch bei uns das Produkt Umckaloabo, das aus Pelargonien hergestellt wird. Ich möchte Sie nun ermuntern im Garten vom Steinhof die Duftpelargonien zu besuchen (suchen) und zu berühren, die verschiedenen Düfte zu riechen und den persönlichen Favoriten zu finden. Martin Blum, Gärtner im Steinhof

Der Pelargonium tomentosum mit seinen flauschig behaarten Blättern duftet ganz intensiv nach Pfefferminz. Pelagonium capitatum „ Attar of Roses“ wird auf der Insel Reunion in grossen Mengen angebaut für die Produktion von Geranienöl. Dieses wertvolle ätherische Oel wird für die Produktion von Seifen, Parfüm und Kosmetik gebraucht . Neben Rosen- und Pfefferminzduft gibt es auch verschiedene Zitrusdüfte wie Pelargonium graveolens „ Prinzess Ann„ Dieser Duft soll auch als Mücken vertreibend verwendet werden. Pelargonium fragrans verströmt einen Kiefer- bis Muskatduft. Es gibt auch Duftpelargonien mit einem fruchtigen oder würzigen aber auch undefinierbaren Aroma. Vielseitig verwendbar und anspruchslos Als Pflanzen für den Garten, auf dem Balkon oder im Winter auch als Zimmerpflanze im hellen kühlen Raum sind die Duftpelargonien vielseitig geeignet.

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REBEN UND WEIN …………………………………………………………………………….

Kleine Weingeschichte 17 Jahre sind es nun her, seit mein Buch Rebbau im Kanton Luzern erschienen ist. Eine noch etwas unbekannte Kultur wurde damit den Luzernern etwas näher gebracht. Die Winzerinnen und Winzer wussten das auch zu schätzen. Bescheidene 19 Hektaren Rebland, welche mehrheitlich nur mit der roten Sorte Blauburgunder und der weissen Sorte RieslingxSilvaner bestockt waren, zierten damals die drei Rebregionen Seetal, Vierwaldstättersee und Wiggertal. Indessen sind daraus stolze 56 Hektaren geworden, auf denen gegen 50 weisse und rote Sorten heimisch sind. Wie Beat Felder, Rebkommissär des Kantons Luzern, in dem kürzlich erschienenen Weinführer Zentralschweiz festhält, ist diese Veränderung vor allem auf den Klimawandel und die Innovationskraft der Winzer zurückzuführen. Vieles ist indessen auch reglementarisch festgehalten worden, so zum Beispiel das Pflanzen von Reben, die Erntemenge, der Mindestzuckergehalt und die Ursprungsbezeichnung. Zu den oben erwähnten drei Rebregionen ist mittlerweile die Region Sempachersee/Surental dazu gekommen. Lassen Sie sich im Zusammenhang mit dieser Geschichte auf eine kleine Weinwanderung verführen, nämlich in das Luzerner Seetal. Allen Unkenrufen zum Trotz wurden 1952 nach der Rebbaukrise unterhalb des Schlosses Heidegg in Gelfingen wieder Reben angepflanzt. Aus den bescheidenen 84 Aren sind heute 8 Hektaren geworden und somit ist das Weingut Heidegg, heute vom Weiningenieur Peter Schuler geführt, der grösste Rebberg in der Zentralschweiz. Etwas mehr als einen Steinwurf davon entfernt befindet sich das ebenfalls vom Baldeggersee profitierende Weingut „Kaiserspan“. Dort gab es nach der Rebbaukrise Ende des 19. Jahrhunderts am längsten Reben, und dort konnte man auch bis zum Jahr 1941 in einer der letzten der zahlreichen Eigengewächswirtschaften den hauseigenen Wein kosten. Edith Mächler und ihr Partner Andy bewirtschaften

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heute auf 2,5 Hektaren Rebland fünf verschiedene Rebsorten. Die Rebwanderung führt nun Richtung Dorf Hitzkirch, bei den Parzellen der Rebbaugesellschaft Hitzkirch vorbei, für welche als Besitzer Bertram Kaufmann mit seiner Gemahlin Margrit zeichnet. Nach wie vor werden auf dem eine Hektare umfassenden Hang nur die beiden Sorten Blauburgunder und RieslingxSilvaner gepflegt, und man ist somit der alten Luzerner Rebsortentradition treu geblieben. Vor dem Dorf Altwis stossen wir auf das 2,5 Hektaren grosse Rebgut der Weinbaugenossenschaft Saffergarten. Dort durfte ich vor Jahren als Genossenschafter Einsitz nehmen. Damit konnte ich am Winzerleben aktiv teilnehmen. Die drei Rebsorten Blauburgunder, RieslingxSilvaner und Dornfelder, welche auf dem bereits im Jahre 1969 bepflanzten Rebberg wachsen, ergeben beliebte Seetalerweine. Kurz vor der Kantonsgrenze erreicht man Aesch, wo sich das Weingut Klosterhof befindet, eine Reblage, welche Tradition hat. Auch dort wurden anfangs des 20. Jahrhunderts die Rebstöcke ausgerissen. Kurt und Verena Huwiler liessen im Jahr 2002 die Rebbautradition wieder aufleben. Auf 2 Hektaren gedeihen heute in einem idealen Klima Spitzenweine, an denen selbst die ehemaligen Benediktinermönche des Klosters Muri, welche in Aesch heimisch waren, ihre helle Freude hätten. Die Sorten Blauburgunder, Gamaret, Diolinoir, Sauvignon blanc und Pinot gris sind der Stolz eines schönen Familienbetriebes. Weitere Weingüter im Seetal sind unter www.luzernerweine.ch zu finden. Walter Wettach, Mitglied es Zentralschweizer Weinbauvereins


REZEPT ………………………………………………………………………………………….

Poulet im Speckmantel Rezept für 4 Personen Zutaten 1 El 1 75 gr 50 gr 2 El 150 gr

Poulet 4 12 2 dl 1 dl 2 El 1/5 El 1 Tl

Olivenöl Schalotte gehackt, angedämpft Kefen gehackt, angedämpft getrocknete Tomaten gehackt Weisswein, ablöschen und einkochen Kalbsbrät, mit dem abgekühlten Gemüse mischen und abschmecken Mit Salz und Pfeffer.

Pouletbrüstli, würzen mit Salz und Pfeffer Tranchen Bratspeck Hühnerbouillon Saucenrahm Ketchup Worcestershire-Sauce Senf Salz, Pfeffer, Rosmarie

Zubereitung Speck leicht überlappend auf die Arbeitsfläche legen. Brätmasse darauf verteilen und glatt streichen. Poulet in die Mittel legen, Specktranche darüber legen. Öl erhitzen und das Fleische mit dem Rosmarin bei kleiner Hitze anbraten. Sauce Bouillon und alle anderen Zutaten aufkochen. Bei kleiner Hitze ca. 15 Minuten köcheln und abschmecken.

Thomas Bachmann, Koch

Am 30. Juni und 22. Juli 2016 können Sie Poulet im Speckmantel in unserer Gastwirtschaft geniessen.

Öffnungszeiten der Gastwirtschaft Täglich von 09.00—17.30 Uhr

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UNSER WUNSCH …….………………………………………………………………………..

Mit Ihrer Hilfe erlangen unsere Bewohnerinnen und Bewohner mehr Lebensfreude - sie danken es Ihnen von Herzen. Wir sind heute mehr denn je auf Ihre Spende angewiesen. Und wenn die Rede von wir ist, dann sind damit unsere Bewohnerinnen und Bewohner gemeint. Ihre Spende ist auch in Zukunft gefragt Zugegeben, heute ist vieles über den Staat abgedeckt. Doch aufgrund unserer offenen Aufnahmepolitik erleben wir Tag für Tag, dass wir Bewohnerinnen und Bewohner finanziell unterstützen müssen. Sei es für die Anschaffung von Kleidern, Coiffeur, Pédicure, Taschengeld,einen Ausflug, eine dringende Anschaffung – ganz einfach für Ausgaben, die dringend nötig sind, aber niemand übernehmen will. In den letzten Jahren waren dies durchschnittlich rund 20'000 Franken, die der Steinhof dafür aufwendete. Strikte Einhaltung des Spendenzwecks Wir erlauben uns deshalb, Ihre Spende künftig unmittelbar und direkt dem Bewohnerfonds zukommen zu lassen. Wir sichern Ihnen zu, dass Ihre Spende nur für dringende Anliegen und Bedürfnisse verwendet wird. Dabei achten wir darauf, dass Ihre Hilfe ergänzend zu den institutionellen Sozialwerken wie Ergänzungsleistung und Sozialhilfe zum Tragen kommt. Wie bis anhin werden wir Sie künftig auf dieser Seite über den Spendeneingang und die Spendenverwendung informieren. Im Voraus danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung zum Wohle unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Paul Otte, Heimleiter Spendenkonto-Übersicht Spenden-Einlage Saldo per Spenden vom

01.02.2016 01.02. - 30.04.2016

Total

CHF

380.65

CHF 11‘223.85 CHF 11‘604.50

Spenden-Ausgaben Unterstützung von Bewohnern vom

01.02. - 30.04.2016 ./.

Neuer Saldo per

01.05.2016

CHF

3‘627.05

CHF

7‘977.45

Unser Postcheck-Konto PC 60-3234-3 / IBAN CH6509000000600032343 mit dem Vermerk „Bewohner-Fonds“

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AGENDA……..………………………………………………………………………………….

Jede Woche im Jahreslauf um 09.30h Gottesdienst in der Steinhof-Kapelle Sonntag, Dienstag, Mittwoch, und Freitag

Oktober 2016 So Vierjahreszeiten-Matinée „Herbst“ 02. Oktober Referent: Beat Lustenberger 10.30 Uhr

Juni 2016 So 26. Juni 10.30 Uhr

Vierjahreszeiten-Matinée „Sommer“ Referent: Regierungsrat Marcel Schwerzmann

So Steinhof-Musikplausch 30. Oktober „Panorama Dixie Band“ ab 14.15 Uhr

So Steinhof-Musikplausch 26. Juni „Plausch-Musig Lozärn“ ab 14.15 Uhr Juli 2016 So Konzert 03. Juli „Echo vom Rossstall“ ab 14.15 Uhr Sa 09. Juli 20.15 Uhr

17. Schloss-Serenade „Reicha-Quintett Luzern“

So Steinhof-Musikplausch 31. Juli „ Die Entertainer“ ab 14.15 Uhr August 2016 So Konzert 14. August „Dreienmösler“ ab 14.15 Uhr So Steinhof-Musikplausch 28. August ab 14.15 Uhr September 2016 So Konzert 11. Sept. Veteranenmusik Luzern“ ab 14.15 Uhr So Steinhof-Musikplausch 25. Sept. „Die fidelen Rentner“ und ab 14.15 Uhr „Alte Freunde“

Impressum Anschrift: Steinhof-Blatt Redaktion Steinhofstrasse 10 6005 Luzern Tel. 041/319 60 00 Fax. 041/319 61 00 www.steinhof-pflegeheim.ch Redaktion: Paul Otte, Leitung Edith Birbaumer Anke Maggauer-Kirsche Sonja Schärli, Bildredaktion, Bearbeitung und Layout/Gestaltung Rita Blättler, Lektorin Gastautoren: René Regenass, Martin Blum, Walter Wettach, Thomas Bachmann, Sandra Magni

Auflage:

1'650

Druck:

Brunner AG, Druck und Medien, Kriens

Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Juni 2016

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Lachfalten sind konservierte Sonnenstrahlen und ein Orden für Fröhlichkeit. Waltraud Puzicha

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

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Steinhof-Blatt 2/16  

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