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November


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Inhalt 04

XI

06

Drachen steigen lassen 08 14

Freitod Herbsttag

16

Grabbeigaben 20 22

Friedhof Ein ko mischer Heiliger

24

Im Beinhaus 30 32 38

Novemberlied Leben im Nebel November-Musik

40

Exemplarische Herbstnacht

42

Gedenktage 48

Schlachtmond

HERAUSGEBER Jürgen Bohl, Roonstraße 96, 50674 Köln, 01 73 / 270 57 57, juergen@bohldesign.de Christa Becker, Brabanter Straße 7, 50674 Köln, 02 21 / 517 871, becker.christa@t-online.de REDAKTION Jürgen Bohl und Christa Becker REDAKTIONELLE FRAGEN 01 73 / 270 57 57, info@magazinXY.de STAND 23. September 2006 November INFOS Ausführliche Informationen zum magazinXY, Impressum etc. unter www.magazinXY.de DESIGN Jürgen Bohl TEXT Christa Becker (wenn mit cb gekennzeichnet), Brigitte Maser FOTO Claus Dieter Geissler, Schiffner, Roki, Kunstfisch, Ernie, Cydonna, Tablediver, Ralphboy, Fabsn, Gerti G., CountZero, Hanna und Ingo, Bubi Barmann, Robert Salzmer COVER Ernie ILLUSTRATION Henry Gray BILDER Magdalena Bergheim, René Böll LEKTORAT Claudia Bergfried ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Corinna König-Wildförster, Özgü Ülger FOTO-QUELLEN www.photocase.com (Seite 1, 6 - 15, 22 23, 30 - 31, 37 - 41, 48 - 50)

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Foto Claus Dieter Geissler


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Inhalt 04

XI

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Drachen steigen lassen 08 14

Freitod Herbsttag

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Grabbeigaben 20 22

Friedhof Ein ko mischer Heiliger

24

Im Beinhaus 30 32 38

Novemberlied Leben im Nebel November-Musik

40

Exemplarische Herbstnacht

42

Gedenktage 48

Schlachtmond

HERAUSGEBER Jürgen Bohl, Roonstraße 96, 50674 Köln, 01 73 / 270 57 57, juergen@bohldesign.de Christa Becker, Brabanter Straße 7, 50674 Köln, 02 21 / 517 871, becker.christa@t-online.de REDAKTION Jürgen Bohl und Christa Becker REDAKTIONELLE FRAGEN 01 73 / 270 57 57, info@magazinXY.de STAND 23. September 2006 November INFOS Ausführliche Informationen zum magazinXY, Impressum etc. unter www.magazinXY.de DESIGN Jürgen Bohl TEXT Christa Becker (wenn mit cb gekennzeichnet), Brigitte Maser FOTO Claus Dieter Geissler, Schiffner, Roki, Kunstfisch, Ernie, Cydonna, Tablediver, Ralphboy, Fabsn, Gerti G., CountZero, Hanna und Ingo, Bubi Barmann, Robert Salzmer COVER Ernie ILLUSTRATION Henry Gray BILDER Magdalena Bergheim, René Böll LEKTORAT Claudia Bergfried ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Corinna König-Wildförster, Özgü Ülger FOTO-QUELLEN www.photocase.com (Seite 1, 6 - 15, 22 23, 30 - 31, 37 - 41, 48 - 50)

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Foto Claus Dieter Geissler


XI

IM RHEINLAND IST SIE – BEDINGT DURCH DEN KARNEVAL – EINE HOCH GELOBTE, FAST HEILIGE ZAHL: DIE ELF. UND DAS TROTZ IHRER TEILS DOCH SEHR UNHEILIGEN SYMBOLIK. 4 Foto Hanna und Ingo

Für das Christentum überschreitet XI als erste Zahl den Dekalog, also die Zehn Gebote. Somit verweist sie auf die Sünde und auf Menschen, die vom rechten Pfad abgekommen sind.

Als Symbol der Normüberschreitung hatte sie sich bei den Jecken bereits etabliert, als man im Nachhall der französischen Revolution eine andere Deutung fand: 1 neben 1 steht für die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe. Am 11.11. treffen Karneval und Kirche zusammen, denn der Beginn der „5. Jahreszeit“ ist zugleich der Martinstag mit seinen zahlreichen Umzügen. Ihren geheimnisvollen, dämonischen Charakter hat die XI behalten in dem Verweis auf die „elfte Stunde“. Die kündigt ein nahendes Unglück an und mahnt, dass es „kurz vor 12“ ist – also Zeit für eine Umkehr. Traurigen Ursprungs sind die elf Tränen im Kölner Wappen. Sie stehen für die Heilige Ursula und ihre 11 bis 11.000 Jungfrauen, die vor den Toren der Stadt von den Hunnen getötet wurden.

Dass der November – trotz seines Namens (novem = lat. neun) – heute der elfte Monat des Jahres ist, verdankt er der Kalenderumstellung von 153 v. Chr. Der Elfmeter hat seinen Ursprung in der englischen Berechnung in Yards. Und dass am Fußballmatch pro Mannschaft 11 Spieler beteiligt sind, wurde 1870 weltweit verbindlich festgelegt. Was ist sonst noch zu sagen? Die 11 ist die kleinste zweistellige Primzahl und zugleich die kleinste Schnapszahl, im Periodensystem steht sie für Natrium, und „Elfer raus“ ist nicht nur bei Kindern ein beliebtes Kartenspiel. Von Sünde und Dämonen also keine Spur …


XI

IM RHEINLAND IST SIE – BEDINGT DURCH DEN KARNEVAL – EINE HOCH GELOBTE, FAST HEILIGE ZAHL: DIE ELF. UND DAS TROTZ IHRER TEILS DOCH SEHR UNHEILIGEN SYMBOLIK. 4 Foto Hanna und Ingo

Für das Christentum überschreitet XI als erste Zahl den Dekalog, also die Zehn Gebote. Somit verweist sie auf die Sünde und auf Menschen, die vom rechten Pfad abgekommen sind.

Als Symbol der Normüberschreitung hatte sie sich bei den Jecken bereits etabliert, als man im Nachhall der französischen Revolution eine andere Deutung fand: 1 neben 1 steht für die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe. Am 11.11. treffen Karneval und Kirche zusammen, denn der Beginn der „5. Jahreszeit“ ist zugleich der Martinstag mit seinen zahlreichen Umzügen. Ihren geheimnisvollen, dämonischen Charakter hat die XI behalten in dem Verweis auf die „elfte Stunde“. Die kündigt ein nahendes Unglück an und mahnt, dass es „kurz vor 12“ ist – also Zeit für eine Umkehr. Traurigen Ursprungs sind die elf Tränen im Kölner Wappen. Sie stehen für die Heilige Ursula und ihre 11 bis 11.000 Jungfrauen, die vor den Toren der Stadt von den Hunnen getötet wurden.

Dass der November – trotz seines Namens (novem = lat. neun) – heute der elfte Monat des Jahres ist, verdankt er der Kalenderumstellung von 153 v. Chr. Der Elfmeter hat seinen Ursprung in der englischen Berechnung in Yards. Und dass am Fußballmatch pro Mannschaft 11 Spieler beteiligt sind, wurde 1870 weltweit verbindlich festgelegt. Was ist sonst noch zu sagen? Die 11 ist die kleinste zweistellige Primzahl und zugleich die kleinste Schnapszahl, im Periodensystem steht sie für Natrium, und „Elfer raus“ ist nicht nur bei Kindern ein beliebtes Kartenspiel. Von Sünde und Dämonen also keine Spur …


lt Ha

iese eine! in .

ur d

all e

un

s

Ge h

si

n he rac und lass Deinen D

mM oos

ef est

nich t vo

.

gen. Geh zu ihr, denn Du leb chen stei s t ja

de on “v ihr Aus zug aus „Geh zu

un hr i zu

ss d la

ra nen D Dei

en

ertical section of bladder, penis, and urethra.

tei g

V

Au tD gen zu, dann siehs

nP uh dy s1 974

Ambivalenz, Anorgasmie, Begehren, Dyspareunie, Lubrikation,

Potenzstörungen, Ejaculatio praecox,

Erektile Dysfunktion, Erektionsstörung,

Impotenz, Libidoverlust,

Potenz, Potenzpillen, Potenzstörung,

Vaginismus, Viagra

Foto Bubi Barmann, Drachen Illustration Henry Gray, Anatomy of the Human Body

Drachen steigen lassen... „Männer bewegen sich heute in einem schwierigen Spannungsfeld unterschiedlicher gesellschaftlicher und privater Erwartungen, die sie zu großen Teilen selbst internalisiert haben. Unbewusste und widersprüchliche kollektive (political correctnes) und individuelle Forderungen (z.B. der Partnerin) an den Mann lauten, sei potent – sei impotent, sei ein Mann - aber sei kein Mann. Diese Doppelbotschaften (double bind), wenn sie nicht bewusst verstanden und reflektiert werden, können bei Männern zu Persönlichkeitsspaltungen führen, die sich auch in Form sogenannter Potenzstörungen zeigen können.“ (Quelle: www.maennerberatung.de/potenz.htm, Peter Thiel – Systemischer Berater und Therapeut) 7


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gen. Geh zu ihr, denn Du leb chen stei s t ja

de on “v ihr Aus zug aus „Geh zu

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Au tD gen zu, dann siehs

nP uh dy s1 974

Ambivalenz, Anorgasmie, Begehren, Dyspareunie, Lubrikation,

Potenzstörungen, Ejaculatio praecox,

Erektile Dysfunktion, Erektionsstörung,

Impotenz, Libidoverlust,

Potenz, Potenzpillen, Potenzstörung,

Vaginismus, Viagra

Foto Bubi Barmann, Drachen Illustration Henry Gray, Anatomy of the Human Body

Drachen steigen lassen... „Männer bewegen sich heute in einem schwierigen Spannungsfeld unterschiedlicher gesellschaftlicher und privater Erwartungen, die sie zu großen Teilen selbst internalisiert haben. Unbewusste und widersprüchliche kollektive (political correctnes) und individuelle Forderungen (z.B. der Partnerin) an den Mann lauten, sei potent – sei impotent, sei ein Mann - aber sei kein Mann. Diese Doppelbotschaften (double bind), wenn sie nicht bewusst verstanden und reflektiert werden, können bei Männern zu Persönlichkeitsspaltungen führen, die sich auch in Form sogenannter Potenzstörungen zeigen können.“ (Quelle: www.maennerberatung.de/potenz.htm, Peter Thiel – Systemischer Berater und Therapeut) 7


FREITOD „Da hab ich ein Leben lang Angst vor dem Sterben – und jetzt das.“*

Wir alle haben Angst vor dem Sterben. Was aber ist, wenn die Angst vor dem Leben plötzlich überwiegt? Wenn der Tod als die bessere Alternative erscheint? Will man dann wirklich sterben – oder nur so wie bisher nicht weiterleben? Und ist ein Ziel wie „Ruhe und Frieden finden“ nicht eigentlich ein höchst lebendiges Ziel? Die Liste derer, die sich aus freien Stücken für den Tod entschieden, ist schier endlos. Zu den Berühmtheiten zählen der römische Despot Nero, der seine Aberkennung als Kaiser und Anerkennung als Staatsfeind nicht verwand und der sich mit einem Dolch in die Kehle stach. Die ägyptische Königin Kleopatra, die den Biss einer Kobra als Todesart wählte, als ihre Verführungskünste versagten. Heinrich von Kleist, der sich schriftstellerisch und wirtschaftlich am Ende fühlte und der zuerst seine an Krebs erkrankte Geliebte erschoss und dann sich selbst. Vincent van Gogh erlöste sich mit einem Pistolenschuss von einer tiefen, lange andauernden Depression. Kurt Tucholsky und Stefan Zweig nannten als Gründe die Verzweiflung über die politische Situation Deutschlands unter den Nazis, als sie eine Überdosis Tabletten zu sich nahmen.

* Der diesen Ausspruch prägte, nämlich Karl Valentin, hat keinen Selbstmord begangen. Unterernährt starb er 1948 an einer Lungenentzündung.

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FREITOD „Da hab ich ein Leben lang Angst vor dem Sterben – und jetzt das.“*

Wir alle haben Angst vor dem Sterben. Was aber ist, wenn die Angst vor dem Leben plötzlich überwiegt? Wenn der Tod als die bessere Alternative erscheint? Will man dann wirklich sterben – oder nur so wie bisher nicht weiterleben? Und ist ein Ziel wie „Ruhe und Frieden finden“ nicht eigentlich ein höchst lebendiges Ziel? Die Liste derer, die sich aus freien Stücken für den Tod entschieden, ist schier endlos. Zu den Berühmtheiten zählen der römische Despot Nero, der seine Aberkennung als Kaiser und Anerkennung als Staatsfeind nicht verwand und der sich mit einem Dolch in die Kehle stach. Die ägyptische Königin Kleopatra, die den Biss einer Kobra als Todesart wählte, als ihre Verführungskünste versagten. Heinrich von Kleist, der sich schriftstellerisch und wirtschaftlich am Ende fühlte und der zuerst seine an Krebs erkrankte Geliebte erschoss und dann sich selbst. Vincent van Gogh erlöste sich mit einem Pistolenschuss von einer tiefen, lange andauernden Depression. Kurt Tucholsky und Stefan Zweig nannten als Gründe die Verzweiflung über die politische Situation Deutschlands unter den Nazis, als sie eine Überdosis Tabletten zu sich nahmen.

* Der diesen Ausspruch prägte, nämlich Karl Valentin, hat keinen Selbstmord begangen. Unterernährt starb er 1948 an einer Lungenentzündung.

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Aufgrund ihrer Angst, geisteskrank zu werden, ertränkte sich die englische Schriftstellerin Virginia Woolf in einem Fluss. Spektakulär war der Abgang des F.D.P.-Politikers Jürgen W. Möllemann, der seinen Absturz nach einem politischen Höhenflug wortwörtlich in die Tat umsetzte. „Alle 47 Minuten ein Selbstmord“ verkündete vor wenigen Wochen die Initiativgruppe Nationales Suizid Präventionsprogramm. 2004 wurden in Deutschland 10.733 Suizide gemeldet: 7.939 Männer und 2.794 Frauen wählten den Freitod. Bei den Todesarten gab es klare Präferenzen. So entschieden sich – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes – im Jahr zuvor von 11.150 Personen für... Erhängen, Strangulierung oder Ersticken 5.538 Sturz in die Tiefe 1.100 Selbstvergiftung 1.293 Feuerwaffe/Schusswaffen 835 Sich vor ein bewegtes Objekt werfen oder legen 556 Ertrinken und Untergehen 356 Scharfen Gegenstand 342 Ersticken durch Gase und Dämpfe 216 (Die restlichen 914 wählten diverse weitere Todesarten, die nicht im Einzelnen aufgelistet wurden.) Männer bilden nicht nur die weitaus größere Gruppe unter den Suizidenten, sie sind auch erfolgreicher. Bei den Frauen, besonders bei den jüngeren, überwiegen die Versuche. Wobei offizielle Stellen davon ausgehen, dass – quer durch alle Altersgruppen und bezogen auf beide Geschlechter – circa jeder zehnte Suizidversuch „erfolgreich“ und somit tödlich endet. cb Fotos: FABSN 10

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Aufgrund ihrer Angst, geisteskrank zu werden, ertränkte sich die englische Schriftstellerin Virginia Woolf in einem Fluss. Spektakulär war der Abgang des F.D.P.-Politikers Jürgen W. Möllemann, der seinen Absturz nach einem politischen Höhenflug wortwörtlich in die Tat umsetzte. „Alle 47 Minuten ein Selbstmord“ verkündete vor wenigen Wochen die Initiativgruppe Nationales Suizid Präventionsprogramm. 2004 wurden in Deutschland 10.733 Suizide gemeldet: 7.939 Männer und 2.794 Frauen wählten den Freitod. Bei den Todesarten gab es klare Präferenzen. So entschieden sich – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes – im Jahr zuvor von 11.150 Personen für... Erhängen, Strangulierung oder Ersticken 5.538 Sturz in die Tiefe 1.100 Selbstvergiftung 1.293 Feuerwaffe/Schusswaffen 835 Sich vor ein bewegtes Objekt werfen oder legen 556 Ertrinken und Untergehen 356 Scharfen Gegenstand 342 Ersticken durch Gase und Dämpfe 216 (Die restlichen 914 wählten diverse weitere Todesarten, die nicht im Einzelnen aufgelistet wurden.) Männer bilden nicht nur die weitaus größere Gruppe unter den Suizidenten, sie sind auch erfolgreicher. Bei den Frauen, besonders bei den jüngeren, überwiegen die Versuche. Wobei offizielle Stellen davon ausgehen, dass – quer durch alle Altersgruppen und bezogen auf beide Geschlechter – circa jeder zehnte Suizidversuch „erfolgreich“ und somit tödlich endet. cb Fotos: FABSN 10

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Für den eiligen Selbstmörder: Keine Zeit mehr für den Abschiedsbrief, weil ...

Liebe/r ! (bei personalisiertem Schreiben Namen einsetzen, sonst:) Liebe Eltern/Kinder/Enkel/Verwandte/Freunde/Lehrer/Kollegen! Wenn Du/Ihr dieses Schreiben findest/findet, bin ich schon tot. Die genaue Todesursache erfährst Du/erfahrt Ihr vom Pathologen/Leichenbestatter.

der Zug heute keine Verspätung hat

die Garage schon ziemlich vernebelt aussieht

die ersten 100 Tabletten müde machen

der Hocker wackelt und der Strick sich langsam zuzieht

 Du Dich/Ihr Euch zu viel/zu wenig um mich gekümmert hast/habt

die offene Pulsader mehr spritzt als vermutet

 Du mich verlassen/nicht verlassen hast

das Benzin nur noch für eine Kurve ausreicht

 die 6 in Mathe/Bio/Englisch/Reli/Kunst

die Tinte im Wasser total verschmiert

die Fallschirmleine beim Schreiben im Weg ist

 mir das Mobbing am Arbeitsplatz echt zu viel wurde

die Schrift durch die Kälte total verwackelt

 Pamela Andersen/Hugh Grant/Jan Ullrich geheiratet hat – aber nicht mich

Sicherlich wirst Du Dich/werdet Ihr Euch fragen, warum ich mich umgebracht habe. Das will ich Dir/Euch gerne erklären: Ich bin aus dem Leben geschieden, weil ...

eine echte Gemeinheit war

 ich als Erntehelfer/Spargelstecher/1-Euro-Jobber keinerlei Aufstiegschancen mehr hatte (Platz für weitere Gründe)

Das magazinXY schafft Abhilfe. Einfach das vorliegende Formblatt ausdrucken, Zutreffendes ankreuzen oder Unzutreffendes streichen und an auffindbarer Stelle für die Nachkommen hinterlegen.

 meine Drogen mir gefehlt haben/mir zu viel wurden  mein Börsenmakler/Therapeut/Dr. Sommer mir dazu geraten hat  ich keine Karten mehr für Tokio Hotel/Florian Silbereisen/Rolling Stones bekommen habe  Bayern/Kaiserslautern/Köln/St. Pauli schon wieder verloren hat  ganz andere Begründung, nämlich

Keinesfalls/Zu 100 Prozent liegt die Schuld an meinem Tod bei Dir/Euch. Deshalb solltest Du/solltet Ihr in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten/Jahren 

manchmal/oft/ständig an mich denken und um mich trauern

mich möglichst rasch vergessen

Ich wünsche Dir/Euch weiterhin ein schönes/langweiliges/schreckliches Leben.

(Unterschrift keinesfalls vergessen) 12

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Für den eiligen Selbstmörder: Keine Zeit mehr für den Abschiedsbrief, weil ...

Liebe/r ! (bei personalisiertem Schreiben Namen einsetzen, sonst:) Liebe Eltern/Kinder/Enkel/Verwandte/Freunde/Lehrer/Kollegen! Wenn Du/Ihr dieses Schreiben findest/findet, bin ich schon tot. Die genaue Todesursache erfährst Du/erfahrt Ihr vom Pathologen/Leichenbestatter.

der Zug heute keine Verspätung hat

die Garage schon ziemlich vernebelt aussieht

die ersten 100 Tabletten müde machen

der Hocker wackelt und der Strick sich langsam zuzieht

 Du Dich/Ihr Euch zu viel/zu wenig um mich gekümmert hast/habt

die offene Pulsader mehr spritzt als vermutet

 Du mich verlassen/nicht verlassen hast

das Benzin nur noch für eine Kurve ausreicht

 die 6 in Mathe/Bio/Englisch/Reli/Kunst

die Tinte im Wasser total verschmiert

die Fallschirmleine beim Schreiben im Weg ist

 mir das Mobbing am Arbeitsplatz echt zu viel wurde

die Schrift durch die Kälte total verwackelt

 Pamela Andersen/Hugh Grant/Jan Ullrich geheiratet hat – aber nicht mich

Sicherlich wirst Du Dich/werdet Ihr Euch fragen, warum ich mich umgebracht habe. Das will ich Dir/Euch gerne erklären: Ich bin aus dem Leben geschieden, weil ...

eine echte Gemeinheit war

 ich als Erntehelfer/Spargelstecher/1-Euro-Jobber keinerlei Aufstiegschancen mehr hatte (Platz für weitere Gründe)

Das magazinXY schafft Abhilfe. Einfach das vorliegende Formblatt ausdrucken, Zutreffendes ankreuzen oder Unzutreffendes streichen und an auffindbarer Stelle für die Nachkommen hinterlegen.

 meine Drogen mir gefehlt haben/mir zu viel wurden  mein Börsenmakler/Therapeut/Dr. Sommer mir dazu geraten hat  ich keine Karten mehr für Tokio Hotel/Florian Silbereisen/Rolling Stones bekommen habe  Bayern/Kaiserslautern/Köln/St. Pauli schon wieder verloren hat  ganz andere Begründung, nämlich

Keinesfalls/Zu 100 Prozent liegt die Schuld an meinem Tod bei Dir/Euch. Deshalb solltest Du/solltet Ihr in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten/Jahren 

manchmal/oft/ständig an mich denken und um mich trauern

mich möglichst rasch vergessen

Ich wünsche Dir/Euch weiterhin ein schönes/langweiliges/schreckliches Leben.

(Unterschrift keinesfalls vergessen) 12

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W

er jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Diese berühmte Zeile verfasste Rainer Maria Rilke am 21.09.1902 in Paris. Das umgebende Gedicht trägt den Titel „Herbsttag“ und endet mit den Worten: „Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, / wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben / und wird in den Alleen hin und her / unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ Wer jetzt kein Haus hat … könnte auch an dem Ort verweilen, den der Fotograf CountZero im März 2006 im stillgelegten Dampfkesselbau von Heidenau vorfand. Er fragte sich, wozu die Handwerker dort (in der Wartungsnische der Ladebrücke) eine Wanne mit Beleuchtung installierten“. Vielleicht zum wachen, lesen, lange Briefe schreiben … cb

tZero Seite

Foto Coun

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W

er jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Diese berühmte Zeile verfasste Rainer Maria Rilke am 21.09.1902 in Paris. Das umgebende Gedicht trägt den Titel „Herbsttag“ und endet mit den Worten: „Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, / wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben / und wird in den Alleen hin und her / unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ Wer jetzt kein Haus hat … könnte auch an dem Ort verweilen, den der Fotograf CountZero im März 2006 im stillgelegten Dampfkesselbau von Heidenau vorfand. Er fragte sich, wozu die Handwerker dort (in der Wartungsnische der Ladebrücke) eine Wanne mit Beleuchtung installierten“. Vielleicht zum wachen, lesen, lange Briefe schreiben … cb

tZero Seite

Foto Coun

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GRABBEIGABEN

Im Mai 2006 verkündete Kardinal Meissner im Kölner Sender center.tv, er wolle seinen Taufschein* mit ins Grab nehmen. Das Dokument solle ihm als Nachweis dienen, dass er getauft sei und somit „berechtigt, ins Himmelreich aufgenommen zu werden“. Ungewöhnlich daran ist, dass ausgerechnet ein hoher katholischer Würdenträger sich einer Tradition anschließt, die vor ca. 1.300 Jahren durch die Christianisierung verschwand: der Ausstattung eines Sarges mit Grabbeigaben. Ein weiter Blick zurück: In der Steinzeit hat man den männlichen Toten Waffen und Werkzeuge mit ins Grab gelegt, in der Bronzezeit waren es eher persönliche Habseligkeiten, im Frühmittelalter erhielten die Frauen speziell gefertigte Kleidung und Schmuck. Durch das Christentum änderten sich die Rituale, und ab 700 n. Chr. beschränkte man sich auf Totenkleidung und religiöse Utensilien. *

16

Dass Kardinal Meissner seine letzte Reise mit Taufschein antreten will, wirft eine Frage auf: Zweifelt er an der Allwissenheit Gottes?


GRABBEIGABEN

Im Mai 2006 verkündete Kardinal Meissner im Kölner Sender center.tv, er wolle seinen Taufschein* mit ins Grab nehmen. Das Dokument solle ihm als Nachweis dienen, dass er getauft sei und somit „berechtigt, ins Himmelreich aufgenommen zu werden“. Ungewöhnlich daran ist, dass ausgerechnet ein hoher katholischer Würdenträger sich einer Tradition anschließt, die vor ca. 1.300 Jahren durch die Christianisierung verschwand: der Ausstattung eines Sarges mit Grabbeigaben. Ein weiter Blick zurück: In der Steinzeit hat man den männlichen Toten Waffen und Werkzeuge mit ins Grab gelegt, in der Bronzezeit waren es eher persönliche Habseligkeiten, im Frühmittelalter erhielten die Frauen speziell gefertigte Kleidung und Schmuck. Durch das Christentum änderten sich die Rituale, und ab 700 n. Chr. beschränkte man sich auf Totenkleidung und religiöse Utensilien. *

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Dass Kardinal Meissner seine letzte Reise mit Taufschein antreten will, wirft eine Frage auf: Zweifelt er an der Allwissenheit Gottes?


In ihrer Funktion und Symbolik verbanden Grabbeigaben die beiden sonst sehr unterschiedlichen Völker der Kelten und Ägypter. Beide sahen den Tod nicht als das Ende aller Dinge an, sondern als eine Fortführung des diesseitigen Lebens mit anderen Mitteln. Alltägliche Gegenstände und Einrichtungen waren also für beide Völker auch im Jenseits von großer Bedeutung. Damit der Verstorbene in der anderen Welt auf ein angenehmes Dasein hoffen konnte, wurden ihm nützliche und wertvolle Gegenstände sowie – speziell in Ägypten – Dienerfiguren und Sargtexte mit „auf den Weg“ gegeben.

Bilder René Böll

Der Kölner Maler René Böll knüpft mit seinem „Totenbuch“ an die Grabbeigaben der ägyptischen Tradition an. Seine in Leder gebundenen 12 Radierungen, die in einer Auflage von 20 Exemplaren erscheinen (zzgl. zweier Vorzugsausgaben), übernehmen die traditionelle Funktion eines Jenseitsführers: Sie begleiten den Verstorbenen, wenden Schaden von ihm ab und sorgen für seine Erbauung. Ein Weggefährte vom Dies- ins Jenseits. cb

19


In ihrer Funktion und Symbolik verbanden Grabbeigaben die beiden sonst sehr unterschiedlichen Völker der Kelten und Ägypter. Beide sahen den Tod nicht als das Ende aller Dinge an, sondern als eine Fortführung des diesseitigen Lebens mit anderen Mitteln. Alltägliche Gegenstände und Einrichtungen waren also für beide Völker auch im Jenseits von großer Bedeutung. Damit der Verstorbene in der anderen Welt auf ein angenehmes Dasein hoffen konnte, wurden ihm nützliche und wertvolle Gegenstände sowie – speziell in Ägypten – Dienerfiguren und Sargtexte mit „auf den Weg“ gegeben.

Bilder René Böll

Der Kölner Maler René Böll knüpft mit seinem „Totenbuch“ an die Grabbeigaben der ägyptischen Tradition an. Seine in Leder gebundenen 12 Radierungen, die in einer Auflage von 20 Exemplaren erscheinen (zzgl. zweier Vorzugsausgaben), übernehmen die traditionelle Funktion eines Jenseitsführers: Sie begleiten den Verstorbenen, wenden Schaden von ihm ab und sorgen für seine Erbauung. Ein Weggefährte vom Dies- ins Jenseits. cb

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Die Friedhöfe (...) sind so eingerichtet, daß sie den Lebenden Freude gewähren. Es lebt viel auf ihnen, Pflanzen und Vögel, und der Besucher, als einziger Mensch unter so viel Toten, fühlt sich davon aufgemuntert und gestärkt. Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch,

„Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

Wenn man dort mit über der Brust gekreuzten Armen liegt, gehüllt in das Leichentuch, dann gleiten die Jahrhunderte vorüber und stören so wenig wie der Wind, der durch das Gras fächelt.“

Foto Claus Dieter Geissler

Gustave Flaubert, November

Ich bin der Meinung, dass alle ab und zu gehen sollten. Dann ist auf den der Übergang nicht so abrupt.

Friedhof

Lars Saabye Christensen, Der Alleinunterhalter

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Die Friedhöfe (...) sind so eingerichtet, daß sie den Lebenden Freude gewähren. Es lebt viel auf ihnen, Pflanzen und Vögel, und der Besucher, als einziger Mensch unter so viel Toten, fühlt sich davon aufgemuntert und gestärkt. Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch,

„Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

Wenn man dort mit über der Brust gekreuzten Armen liegt, gehüllt in das Leichentuch, dann gleiten die Jahrhunderte vorüber und stören so wenig wie der Wind, der durch das Gras fächelt.“

Foto Claus Dieter Geissler

Gustave Flaubert, November

Ich bin der Meinung, dass alle ab und zu gehen sollten. Dann ist auf den der Übergang nicht so abrupt.

Friedhof

Lars Saabye Christensen, Der Alleinunterhalter

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Ein ko mischer Heiliger

cb

Dass er einer der bekanntesten Heiligen ist, verdankt Sankt Martin sicherlich der Legende von der Mantelteilung sowie den Umzügen um den 11. November. Dass er darüber hinaus ein sehr vielfältiger und viel beschäftigter Heiliger ist, wissen jedoch nur wenige. Eine österreichische Internetseite (www.martinus.at) listet seine Aufgaben als „Fürsprecher in vielen Anliegen und Nöten“ auf. 24 Mal wird er dort als Patron genannt, davon 16 Mal mit Erklärung. Ein Auszug daraus:

Blickt man in seinen Lebenslauf, so bieten sich weitere, nahe liegende Patronate für ihn an:

Er ist Patron... 

* 22 Foto Ralphboy

der Hufschmiede, weil er sein Pferd sorgfältig pflegte der Hirten, weil er ein guter Hirte der ihm Anvertrauten war der Weber, weil er seinen Mantel zerschnitt der Schneider, obwohl er seinen Mantel zerschnitt der Fassbinder, weil an seinem Namensfest der neue Wein probiert wird der Abstinenzler, weil er am Wein, den ihm der Kaiser reichte, nur nippte der Hoteliers, weil er Reisenden Obdach gab der Reisenden, weil er selbst oft auf Missionsreisen war der Gänse, weil sie ihn der Legende nach „zum Bischof machten“

*

Er könnte Fürsprecher werden... 

der Wehrdienstverweigerer, weil er mit 18 bereits das Militär verlassen wollte der Aussteiger, weil er längere Zeit auf einer einsamen Insel weilte der gesetzlich Versicherten, weil er Kranke heilte – ohne Praxisgebühr der Altenpfleger, weil er im hohen Alter von 81 Jahren starb (bei einer damaligen Lebenserwartung von 40 Jahren) der Bestattungsunternehmer, weil der Tag seiner Beisetzung zum Feiertag erkoren wurde

Ob die Martinsgänse, die alljährlich auf den Tischen landen, ihm für seine Fürsprache dankbar sind, darf bezweifelt werden.


Ein ko mischer Heiliger

cb

Dass er einer der bekanntesten Heiligen ist, verdankt Sankt Martin sicherlich der Legende von der Mantelteilung sowie den Umzügen um den 11. November. Dass er darüber hinaus ein sehr vielfältiger und viel beschäftigter Heiliger ist, wissen jedoch nur wenige. Eine österreichische Internetseite (www.martinus.at) listet seine Aufgaben als „Fürsprecher in vielen Anliegen und Nöten“ auf. 24 Mal wird er dort als Patron genannt, davon 16 Mal mit Erklärung. Ein Auszug daraus:

Blickt man in seinen Lebenslauf, so bieten sich weitere, nahe liegende Patronate für ihn an:

Er ist Patron... 

* 22 Foto Ralphboy

der Hufschmiede, weil er sein Pferd sorgfältig pflegte der Hirten, weil er ein guter Hirte der ihm Anvertrauten war der Weber, weil er seinen Mantel zerschnitt der Schneider, obwohl er seinen Mantel zerschnitt der Fassbinder, weil an seinem Namensfest der neue Wein probiert wird der Abstinenzler, weil er am Wein, den ihm der Kaiser reichte, nur nippte der Hoteliers, weil er Reisenden Obdach gab der Reisenden, weil er selbst oft auf Missionsreisen war der Gänse, weil sie ihn der Legende nach „zum Bischof machten“

*

Er könnte Fürsprecher werden... 

der Wehrdienstverweigerer, weil er mit 18 bereits das Militär verlassen wollte der Aussteiger, weil er längere Zeit auf einer einsamen Insel weilte der gesetzlich Versicherten, weil er Kranke heilte – ohne Praxisgebühr der Altenpfleger, weil er im hohen Alter von 81 Jahren starb (bei einer damaligen Lebenserwartung von 40 Jahren) der Bestattungsunternehmer, weil der Tag seiner Beisetzung zum Feiertag erkoren wurde

Ob die Martinsgänse, die alljährlich auf den Tischen landen, ihm für seine Fürsprache dankbar sind, darf bezweifelt werden.


Fotos Claus Dieter Geissler

Titel Im Beinhaus

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Fotos Claus Dieter Geissler

Titel Im Beinhaus

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„Im ernsten Beinhaus war’s, wo ich beschaute, Wie Schädel Schädeln angeordnet passten; Die alte Zeit gedacht ich, die ergraute. Sie stehn in Reih’ geklemmt, die sonst sich haßten, Und derbe Knochen, die sich tödlich schlugen, Sie liegen kreuzweis’ zahm allhier zu rasten. Entrenkte Schulterblätter! Was sie trugen, Fragt niemand mehr; und zierlich tät’ge Glieder, Die Hand, der Fuß, zerstreut aus Lebensfugen. Ihr Müden also lagt vergebens nieder, Nicht Ruh im Grabe ließ man euch, vertrieben Seid ihr herauf zum lichten Tage wieder, Und niemand kann die dürre Schale lieben, Welch herrlich edlen Kern sie auch bewahrte.“ Johann Wolfgang von Goethe – bei der Betrachtung von Schillers Schädel

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„Im ernsten Beinhaus war’s, wo ich beschaute, Wie Schädel Schädeln angeordnet passten; Die alte Zeit gedacht ich, die ergraute. Sie stehn in Reih’ geklemmt, die sonst sich haßten, Und derbe Knochen, die sich tödlich schlugen, Sie liegen kreuzweis’ zahm allhier zu rasten. Entrenkte Schulterblätter! Was sie trugen, Fragt niemand mehr; und zierlich tät’ge Glieder, Die Hand, der Fuß, zerstreut aus Lebensfugen. Ihr Müden also lagt vergebens nieder, Nicht Ruh im Grabe ließ man euch, vertrieben Seid ihr herauf zum lichten Tage wieder, Und niemand kann die dürre Schale lieben, Welch herrlich edlen Kern sie auch bewahrte.“ Johann Wolfgang von Goethe – bei der Betrachtung von Schillers Schädel

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Unter der französischen Hauptstadt ist ein circa 330 km langes Gängesystem zu finden. Es entstammt der Zeit, als unterirdisch Sandstein abgebaut wurde, um überirdisch Häuser zu bauen. Heute liegen dort Kabel und Leitungen, die Nationalbank hat einen Lagerplatz für ihr Gold – und die Katakomben sind zugleich das größte Beinhaus der Welt. Es begann 1785: Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs, Seuchen und Hungersnöte waren die Friedhöfe in Paris überbelegt. Die Ruhefristen wurden verkürzt und halbverweste Leichen wieder ausgebuddelt. Dadurch entwickelten sich giftige Dämpfe, an denen Anwohner eines Friedhofs erstickt sein sollen. Die Administration schuf Abhilfe, indem sie die Gebeine in die unterirdischen Steinbrüche „umbettete“: Sie wurden durch einen Schacht in die Tiefe geschüttet. Anfangs lagen die Überreste der nahezu 6 Millionen Toten dort ungeordnet, doch im Laufe der Zeit wurden Knochen und Schädel dekorativ aufgeschichtet und mit Gedenktafeln versehen, die auf die ursprünglichen Bestattungsorte hinweisen. Heute ist ein Teil der Katakomben für Touristen zugänglich. Andere Bereiche werden für verbotene, bizarre Partys genutzt … wobei der Einstieg durch die Gullys erfolgt.

29


Unter der französischen Hauptstadt ist ein circa 330 km langes Gängesystem zu finden. Es entstammt der Zeit, als unterirdisch Sandstein abgebaut wurde, um überirdisch Häuser zu bauen. Heute liegen dort Kabel und Leitungen, die Nationalbank hat einen Lagerplatz für ihr Gold – und die Katakomben sind zugleich das größte Beinhaus der Welt. Es begann 1785: Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs, Seuchen und Hungersnöte waren die Friedhöfe in Paris überbelegt. Die Ruhefristen wurden verkürzt und halbverweste Leichen wieder ausgebuddelt. Dadurch entwickelten sich giftige Dämpfe, an denen Anwohner eines Friedhofs erstickt sein sollen. Die Administration schuf Abhilfe, indem sie die Gebeine in die unterirdischen Steinbrüche „umbettete“: Sie wurden durch einen Schacht in die Tiefe geschüttet. Anfangs lagen die Überreste der nahezu 6 Millionen Toten dort ungeordnet, doch im Laufe der Zeit wurden Knochen und Schädel dekorativ aufgeschichtet und mit Gedenktafeln versehen, die auf die ursprünglichen Bestattungsorte hinweisen. Heute ist ein Teil der Katakomben für Touristen zugänglich. Andere Bereiche werden für verbotene, bizarre Partys genutzt … wobei der Einstieg durch die Gullys erfolgt.

29


Frag nicht nach morgen, denn er bleibt dir verborgen. Frag nicht was gestern war ... Wir zieh‘n unsre Kreise auf unserer Reise. Wo eben noch Sonne war ... Wir ertrinken zu zweit in unseren Worten. Wir ertrinken zu zweit in Einsamkeit. Irgendwann im November ... Zu lang, zu weit, zu viel passiert ... Irgendwann im November ... ... Irgendwann im November ... werd ich geh‘n. Band: Juli Album: Es ist Juli Label: Island (Universal)

„November“

Foto Tablediver – Seite 30


Frag nicht nach morgen, denn er bleibt dir verborgen. Frag nicht was gestern war ... Wir zieh‘n unsre Kreise auf unserer Reise. Wo eben noch Sonne war ... Wir ertrinken zu zweit in unseren Worten. Wir ertrinken zu zweit in Einsamkeit. Irgendwann im November ... Zu lang, zu weit, zu viel passiert ... Irgendwann im November ... ... Irgendwann im November ... werd ich geh‘n. Band: Juli Album: Es ist Juli Label: Island (Universal)

„November“

Foto Tablediver – Seite 30


Leben im Nebel Text Brigitte Maser Bilder Magdalena Bergheim

„Es ist kalt und trübe. Dichter Nebel behindert die Sicht. Fahren Sie also vorsichtig!“, warnt ab November regelmäßig der Wetterfrosch morgens seine Zuhörer im Radio. Meteorologisch betrachtet, ist Nebel eine Trübung der Luft durch Ausscheiden von Wasserdampf in Form von kleinen Tröpfchen, die die Sicht auf wenige Meter beschränkt und alles ringsum im Nichts verschwinden lässt. Der Nebel: ein Naturereignis, das ganz unterschiedliche Gefühle hervorrufen kann. Ärger, wenn auf der Autobahn das Blickfeld eingeengt wird. Angst, wenn man im Wald die Orientierung verliert und das Unheimliche überwiegt. Oder Faszination, schließlich hat der Nebel manchen Regisseur zu spannenden Filmsequenzen und Literaten zu nachdenklichen Gedichten und Erzählungen über das Leben inspiriert.

32 – Leben im Nebel


Leben im Nebel Text Brigitte Maser Bilder Magdalena Bergheim

„Es ist kalt und trübe. Dichter Nebel behindert die Sicht. Fahren Sie also vorsichtig!“, warnt ab November regelmäßig der Wetterfrosch morgens seine Zuhörer im Radio. Meteorologisch betrachtet, ist Nebel eine Trübung der Luft durch Ausscheiden von Wasserdampf in Form von kleinen Tröpfchen, die die Sicht auf wenige Meter beschränkt und alles ringsum im Nichts verschwinden lässt. Der Nebel: ein Naturereignis, das ganz unterschiedliche Gefühle hervorrufen kann. Ärger, wenn auf der Autobahn das Blickfeld eingeengt wird. Angst, wenn man im Wald die Orientierung verliert und das Unheimliche überwiegt. Oder Faszination, schließlich hat der Nebel manchen Regisseur zu spannenden Filmsequenzen und Literaten zu nachdenklichen Gedichten und Erzählungen über das Leben inspiriert.

32 – Leben im Nebel


Der Nebel steht aber auch als Synonym für den schleichenden Prozess, das eigene Leben zu vergessen. Demenz heißt die medizinische Diagnose und meint, kurz gefasst, die altersbedingt Einschränkung der Hirnleistungen sowie den fortschreitenden Gedächtnis- und Persönlichkeitsverlust. Selbstverständliche Alltagsaktivitäten werden nicht mehr beherrscht, und die Orientierung geht verloren. Man irrt umher, weiß nicht mehr, wo man wohnt, wie man heißt, wer man ist. Die Identität schwindet, und die Erinnerungen an die frühe Vergangenheit werden realer als das Jetzt. Gefeit ist niemand davor. Denn eine Therapie gibt es bislang noch nicht. Etwa 8 - 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahren leiden an Demenz. Als einer der Hauptrisikofaktoren gilt das Alter. Und das lässt sich, unter normalen Umständen, schwerlich vermeiden.

Ende 34 – Leben im Nebel


Der Nebel steht aber auch als Synonym für den schleichenden Prozess, das eigene Leben zu vergessen. Demenz heißt die medizinische Diagnose und meint, kurz gefasst, die altersbedingt Einschränkung der Hirnleistungen sowie den fortschreitenden Gedächtnis- und Persönlichkeitsverlust. Selbstverständliche Alltagsaktivitäten werden nicht mehr beherrscht, und die Orientierung geht verloren. Man irrt umher, weiß nicht mehr, wo man wohnt, wie man heißt, wer man ist. Die Identität schwindet, und die Erinnerungen an die frühe Vergangenheit werden realer als das Jetzt. Gefeit ist niemand davor. Denn eine Therapie gibt es bislang noch nicht. Etwa 8 - 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahren leiden an Demenz. Als einer der Hauptrisikofaktoren gilt das Alter. Und das lässt sich, unter normalen Umständen, schwerlich vermeiden.

Ende 34 – Leben im Nebel


Linien, wenn sie, wie hier, in feuchte Acrylfarbe gekratzt sind, müssen schnell und unvermittelt entstehen, quasi im Telegrammstil. Diese Zeichnungen entstammen einem Sommerabend: eine Reihe von elf Blättern, die ich später mit Kreide und Bleistift weiter schrieb. Es sind Winterbilder daraus geworden. Was da in den Köpfen wächst – Eisblumen, Glück, Phantasien, Musik, böse Geheimnisse oder eben Nebel und Vergessen – und in welche Richtung es weiter rankt … ich weiß es nicht.

Die Gedanken sind frei. Magdalena Bergheim

36 – Leben im Nebel


Linien, wenn sie, wie hier, in feuchte Acrylfarbe gekratzt sind, müssen schnell und unvermittelt entstehen, quasi im Telegrammstil. Diese Zeichnungen entstammen einem Sommerabend: eine Reihe von elf Blättern, die ich später mit Kreide und Bleistift weiter schrieb. Es sind Winterbilder daraus geworden. Was da in den Köpfen wächst – Eisblumen, Glück, Phantasien, Musik, böse Geheimnisse oder eben Nebel und Vergessen – und in welche Richtung es weiter rankt … ich weiß es nicht.

Die Gedanken sind frei. Magdalena Bergheim

36 – Leben im Nebel


be

rn

Enya ovember – Sweet N

in

Klau s

Bro

‘Sis – A Day in Novemb er

Ho mbermorgen ffm ann – Nove ember st Nov Paula Cole – La ai im M r e b v em o N Puhdys –

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Juli – N

em

e b m be ve m No ve No li e d No s– d l ber r im em y Co – We ov d–M drix hea rt Hen s A ersten & Be K

Slaughterho use in the y r u F –G v n e e r – D S n torm rey Jo h s nov Of ember day BAP – Novembe N ov rm Guns ‘n Ro em or N en a – s e j be N 5 Da r y Britt

lieb e

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ik us -m er mb na nove ydon c foto


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Exemplarische Herbstnacht von Erich Kästner

Nachts sind die Straßen so leer. Nur ganz mitunter markiert ein Auto Verkehr. Ein Rudel bunter raschelnder Blätter jagt hinterher. Die Blätter haschen und hetzen. Und doch weht kein Wind. Sie rascheln wie Fetzen und hetzen und folgen geheimen Gesetzen, obwohl sie gestorben sind. Nachts sind die Straßen so leer. Die Lampen brennen nicht mehr. Man geht und möchte nicht stören. Man könnte das Gras wachsen hören, wenn Gras auf den Straßen wär. Der Himmel ist kalt und weit. Auf der Milchstraße hat‘s geschneit. Man hört seine Schritte wandern, als wären es Schritte von andern, und geht mit sich selber zu zweit. Nachts sind die Straßen so leer. Die Menschen legen sich nieder. Nun schlafen sie, treu und bieder. Und morgen fallen sie wieder übereinander her. Fotos Schiffner, Roki, Kunstfisch, Ernie

N 41


Exemplarische Herbstnacht von Erich Kästner

Nachts sind die Straßen so leer. Nur ganz mitunter markiert ein Auto Verkehr. Ein Rudel bunter raschelnder Blätter jagt hinterher. Die Blätter haschen und hetzen. Und doch weht kein Wind. Sie rascheln wie Fetzen und hetzen und folgen geheimen Gesetzen, obwohl sie gestorben sind. Nachts sind die Straßen so leer. Die Lampen brennen nicht mehr. Man geht und möchte nicht stören. Man könnte das Gras wachsen hören, wenn Gras auf den Straßen wär. Der Himmel ist kalt und weit. Auf der Milchstraße hat‘s geschneit. Man hört seine Schritte wandern, als wären es Schritte von andern, und geht mit sich selber zu zweit. Nachts sind die Straßen so leer. Die Menschen legen sich nieder. Nun schlafen sie, treu und bieder. Und morgen fallen sie wieder übereinander her. Fotos Schiffner, Roki, Kunstfisch, Ernie

N 41


tage

Gedenk

Der 9. November zeigt es: An jedem Tag kann man mit höchst unterschiedlichen Gefühlen großer Ereignisse gedenken. Wir haben den gesamten Monat einmal historisch durchforstet und eine recht persönliche Positiv- und Negativ-Liste aufgestellt. cb

42

Positiv (+)

Negativ (-)

1. November 1512

1. November 1952

In der Sixtinischen Kapelle in Rom werden die Deckenfresken Michelangelos enthüllt.

Auf dem südpazifischen Eniwetok-Atoll testen die USA ihre erste Wasserstoffbombe.

2. November 1992

2. November 2004

Papst Johannes Paul II. rehabilitiert den italienischen Mathematiker, Physiker und Astronomen Galileo Galilei (1564-1642).

George W. Bush gewinnt die Wahl gegen seinen Herausforderer John F. Kerry und bleibt US-Präsident.

3. November 1937

3. November 1914

Geburt des deutschen Karikaturisten und Schriftstellers Friedrich Karl Waechter.

Der österreichische Lyriker Georg Trakl stirbt mit 27 Jahren an einer Überdosis Kokain.

4. November 1946

4. November 1995

Gründung der UNESCO mit dem Ziel, den „Frieden im Geist der Menschen zu verankern“.

Der israelische Politiker Yitzhak Rabin wird in Tel Aviv ermordet.

5. November 1936

5. November 1977

Geburt des Hamburger Fußballers und langjährigen Nationalspielers Uwe Seeler.

Tod des französischen Comic-Autors René Goscinny (Asterix und Obelix, Lucky Luke).

6. November 1860

6. November 1932

Abraham Lincoln wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

Die NSDAP geht als Sieger aus den vorgezogenen Reichstagswahlen hervor.

7. November 1844

7. November 2002

In München erscheint erstmals die satirische Zeitschrift „Fliegende Blätter“.

Tod des Spiegel-Gründers und -Herausgebers Rudolf Augstein.


tage

Gedenk

Der 9. November zeigt es: An jedem Tag kann man mit höchst unterschiedlichen Gefühlen großer Ereignisse gedenken. Wir haben den gesamten Monat einmal historisch durchforstet und eine recht persönliche Positiv- und Negativ-Liste aufgestellt. cb

42

Positiv (+)

Negativ (-)

1. November 1512

1. November 1952

In der Sixtinischen Kapelle in Rom werden die Deckenfresken Michelangelos enthüllt.

Auf dem südpazifischen Eniwetok-Atoll testen die USA ihre erste Wasserstoffbombe.

2. November 1992

2. November 2004

Papst Johannes Paul II. rehabilitiert den italienischen Mathematiker, Physiker und Astronomen Galileo Galilei (1564-1642).

George W. Bush gewinnt die Wahl gegen seinen Herausforderer John F. Kerry und bleibt US-Präsident.

3. November 1937

3. November 1914

Geburt des deutschen Karikaturisten und Schriftstellers Friedrich Karl Waechter.

Der österreichische Lyriker Georg Trakl stirbt mit 27 Jahren an einer Überdosis Kokain.

4. November 1946

4. November 1995

Gründung der UNESCO mit dem Ziel, den „Frieden im Geist der Menschen zu verankern“.

Der israelische Politiker Yitzhak Rabin wird in Tel Aviv ermordet.

5. November 1936

5. November 1977

Geburt des Hamburger Fußballers und langjährigen Nationalspielers Uwe Seeler.

Tod des französischen Comic-Autors René Goscinny (Asterix und Obelix, Lucky Luke).

6. November 1860

6. November 1932

Abraham Lincoln wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

Die NSDAP geht als Sieger aus den vorgezogenen Reichstagswahlen hervor.

7. November 1844

7. November 2002

In München erscheint erstmals die satirische Zeitschrift „Fliegende Blätter“.

Tod des Spiegel-Gründers und -Herausgebers Rudolf Augstein.


Positiv (+)

Negativ (-)

8. November 1960

8. November 1966

John F. Kennedy gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen gegen Richard M. Nixon.

Ronald Reagan wird zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.

9. November 1989

9. November 1938

Die DDR-Führung beschließt, die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik in West-Berlin zu öffnen.

In der Reichskristallnacht greifen in weiten Teilen Deutschlands Schlägertrupps der SA Synagogen und jüdische Läden an.

10. November 1969

10. November 1821

Premiere der Sesamstrasse in den USA und damit erster Auftritt von Kermit, Ernie und Bert.

Tod des russischen Dichters Fjodor M. Dostojewski (Schuld und Sühne, Der Idiot).

11. November 1918

11. November 1997

Offizielles Ende des 1. Weltkrieges durch die Kapitulation Deutschlands.

Nach dem Elchtest stoppt die Daimler-Benz AG die Auslieferung der neuen MercedesBenz A-Klasse.

12. November 1936 In San Francisco wird die 2,7 Kilometer lange Golden-Gate-Brücke eingeweiht.

13. November 1955 Beim „6 aus 49“-Lotto gibt es den ersten Sechser: Drei Spieler erhalten jeweils 59.492,00 DM.

14. November 1974 Geburt des Grafik-Designers Jürgen Bohl, Initiator und Gestalter vom magazinXY.

15. November 1923 Die Einführung der Rentenmark beendet die Inflation: Eine Rentenmark entspricht einer Billion Papiermark.

16. November 1802 Der deutsche Dramatiker, Dichter und Historiker Friedrich Schiller erhält sein Adelsdiplom.

17. November 1869 Der Suezkanal wird für die Schifffahrt freigegeben und verkürzt den Seeweg von Europa nach Asien um 8.300 Kilometer.

12. November 1955 Die ersten 101 Soldaten der Bundeswehr erhalten ihre Ernennungsurkunde.

13. November 2002 Der Öltanker Prestige gerät in Seenot und verunreinigt mit seiner Ladung die Küsten von Nordspanien und Südfrankreich.

14. November 1519 Der Aztekenkönig Montezuma wird von den Spaniern festgenommen.

15. November 1994 Helmut Kohl wird zum fünften Mal zum Kanzler gewählt.

16. November 1960 Tod des US-Schauspielers Clark Gable (Vom Winde verweht, Meuterei auf der Bounty).

17. November 1997 58 Touristen sterben bei einem Attentat islamistischer Terroristen im ägyptischen Luxor. 45


Positiv (+)

Negativ (-)

8. November 1960

8. November 1966

John F. Kennedy gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen gegen Richard M. Nixon.

Ronald Reagan wird zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.

9. November 1989

9. November 1938

Die DDR-Führung beschließt, die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik in West-Berlin zu öffnen.

In der Reichskristallnacht greifen in weiten Teilen Deutschlands Schlägertrupps der SA Synagogen und jüdische Läden an.

10. November 1969

10. November 1821

Premiere der Sesamstrasse in den USA und damit erster Auftritt von Kermit, Ernie und Bert.

Tod des russischen Dichters Fjodor M. Dostojewski (Schuld und Sühne, Der Idiot).

11. November 1918

11. November 1997

Offizielles Ende des 1. Weltkrieges durch die Kapitulation Deutschlands.

Nach dem Elchtest stoppt die Daimler-Benz AG die Auslieferung der neuen MercedesBenz A-Klasse.

12. November 1936 In San Francisco wird die 2,7 Kilometer lange Golden-Gate-Brücke eingeweiht.

13. November 1955 Beim „6 aus 49“-Lotto gibt es den ersten Sechser: Drei Spieler erhalten jeweils 59.492,00 DM.

14. November 1974 Geburt des Grafik-Designers Jürgen Bohl, Initiator und Gestalter vom magazinXY.

15. November 1923 Die Einführung der Rentenmark beendet die Inflation: Eine Rentenmark entspricht einer Billion Papiermark.

16. November 1802 Der deutsche Dramatiker, Dichter und Historiker Friedrich Schiller erhält sein Adelsdiplom.

17. November 1869 Der Suezkanal wird für die Schifffahrt freigegeben und verkürzt den Seeweg von Europa nach Asien um 8.300 Kilometer.

12. November 1955 Die ersten 101 Soldaten der Bundeswehr erhalten ihre Ernennungsurkunde.

13. November 2002 Der Öltanker Prestige gerät in Seenot und verunreinigt mit seiner Ladung die Küsten von Nordspanien und Südfrankreich.

14. November 1519 Der Aztekenkönig Montezuma wird von den Spaniern festgenommen.

15. November 1994 Helmut Kohl wird zum fünften Mal zum Kanzler gewählt.

16. November 1960 Tod des US-Schauspielers Clark Gable (Vom Winde verweht, Meuterei auf der Bounty).

17. November 1997 58 Touristen sterben bei einem Attentat islamistischer Terroristen im ägyptischen Luxor. 45


Positiv (+)

Negativ (-)

27. November 1896

27. November 1983

18. November 1928

18. November 1978

In New York wird der erste Zeichentrickfilm mit Ton uraufgeführt: Walt Disneys „Steamboat Willie“ ist zugleich der erste Tonfilm mit Mickey Mouse.

Im Urwald von Guayana kommt es zu einer Massenselbsttötung von mehr als 900 Mitgliedern der Volkstempler-Sekte.

Uraufführung der Tondichtung von Richard Strauss in Frankfurt/M. (auch bekannt aus „Odysee im Weltall“).

In München wird die Partei der Republikaner gegründet.

19. November 1819 Eröffnung des Museo del Prado in Madrid als Museum für Malerei und Bildhauerkunst.

20. November 1975 Der Tod des spanischen Diktators Franco öffnet den Weg zur Demokratie.

21. November 1620 Mit der Mayflower treffen die ersten „PilgrimFathers“ (britische Puritaner) an der Küste von Massachussets ein.

22. November 1990 Die „eiserne Lady“ Margaret Thatcher tritt nach über elfjähriger Amtszeit als britische Premierministerin zurück.

23. November 1936 Das US-amerikanische LIFE-Magazin erscheint zum ersten Mal. Seine Besonderheit: neuartige, großformatige Fotoreportagen.

24. November 1859 Charles Darwin veröffentlicht sein Werk zur Evolutionstheorie und revolutioniert damit das Wissen über die Entstehung der Lebewesen.

25. November 1912 Geburt des britischen Kriminalschriftstellers Francis Henry Durbridge (Paul Temple, Das Halstuch, Melissa, Das Messer).

26. November 1832 In New York City wird die erste Straßenbahn der Welt in Betrieb genommen.

19. November 1962 Fünf Bundesminister der FDP treten wegen der Spiegel-Affäre zurück.

20. November 1917 Im französischen Cambrai kommt es zur ersten Panzerschlacht der Militärgeschichte.

21. November 1803 Hinrichtung des Schinderhannes, Räuberhauptmann im Hunsrück, sowie 19 weiterer Mitglieder seiner Bande.

28. November 1918 Der deutsche Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet seinen Verzicht auf den Thron.

29. November 1970 Die ARD strahlt die erste Folge der Krimiserie Tatort aus. Titel der ersten Folge: Taxi nach Leipzig.

30. November 1835 Geburt des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (Tom Sawyer und Huckleberry Finn).

28. November 1968 Tod der britischen Schriftstellerin Enid Blyton (Fünf Freunde, Hanni und Nanni).

29. November 1802 Das Hochstift Bamberg wird von bayerischen Truppen besetzt und in das Kurfürstentum Bayern eingegliedert.

30. November 1939 Der Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland beginnt durch einen sowjetischen Luftangriff auf Helsinki.

22. November 1962 Der amerikanische Präsident John F. Kennedy wird in Dallas ermordet.

23. November 1991 Bei dem von Neo-Nazis verursachten Brandanschlag von Mölln werden zwei türkische Frauen und ein 10-jähriges Mädchen getötet.

24. November 1991 Freddie Mercury, der Sänger der Rockgruppe Queen, stirbt an den Folgen seiner AIDSErkrankung.

25. November 2001 Die US-Biotechnologie-Firma ACT gibt das erfolgreiche Klonen menschlicher Embryonen bekannt.

26. November 2005 Als Folge des Wintereinbruchs in Deutschland knicken Strommasten um: In Nordrhein-Westfalen sind 250.000 Menschen tagelang ohne Strom und Heizung. 47


Positiv (+)

Negativ (-)

27. November 1896

27. November 1983

18. November 1928

18. November 1978

In New York wird der erste Zeichentrickfilm mit Ton uraufgeführt: Walt Disneys „Steamboat Willie“ ist zugleich der erste Tonfilm mit Mickey Mouse.

Im Urwald von Guayana kommt es zu einer Massenselbsttötung von mehr als 900 Mitgliedern der Volkstempler-Sekte.

Uraufführung der Tondichtung von Richard Strauss in Frankfurt/M. (auch bekannt aus „Odysee im Weltall“).

In München wird die Partei der Republikaner gegründet.

19. November 1819 Eröffnung des Museo del Prado in Madrid als Museum für Malerei und Bildhauerkunst.

20. November 1975 Der Tod des spanischen Diktators Franco öffnet den Weg zur Demokratie.

21. November 1620 Mit der Mayflower treffen die ersten „PilgrimFathers“ (britische Puritaner) an der Küste von Massachussets ein.

22. November 1990 Die „eiserne Lady“ Margaret Thatcher tritt nach über elfjähriger Amtszeit als britische Premierministerin zurück.

23. November 1936 Das US-amerikanische LIFE-Magazin erscheint zum ersten Mal. Seine Besonderheit: neuartige, großformatige Fotoreportagen.

24. November 1859 Charles Darwin veröffentlicht sein Werk zur Evolutionstheorie und revolutioniert damit das Wissen über die Entstehung der Lebewesen.

25. November 1912 Geburt des britischen Kriminalschriftstellers Francis Henry Durbridge (Paul Temple, Das Halstuch, Melissa, Das Messer).

26. November 1832 In New York City wird die erste Straßenbahn der Welt in Betrieb genommen.

19. November 1962 Fünf Bundesminister der FDP treten wegen der Spiegel-Affäre zurück.

20. November 1917 Im französischen Cambrai kommt es zur ersten Panzerschlacht der Militärgeschichte.

21. November 1803 Hinrichtung des Schinderhannes, Räuberhauptmann im Hunsrück, sowie 19 weiterer Mitglieder seiner Bande.

28. November 1918 Der deutsche Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet seinen Verzicht auf den Thron.

29. November 1970 Die ARD strahlt die erste Folge der Krimiserie Tatort aus. Titel der ersten Folge: Taxi nach Leipzig.

30. November 1835 Geburt des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (Tom Sawyer und Huckleberry Finn).

28. November 1968 Tod der britischen Schriftstellerin Enid Blyton (Fünf Freunde, Hanni und Nanni).

29. November 1802 Das Hochstift Bamberg wird von bayerischen Truppen besetzt und in das Kurfürstentum Bayern eingegliedert.

30. November 1939 Der Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland beginnt durch einen sowjetischen Luftangriff auf Helsinki.

22. November 1962 Der amerikanische Präsident John F. Kennedy wird in Dallas ermordet.

23. November 1991 Bei dem von Neo-Nazis verursachten Brandanschlag von Mölln werden zwei türkische Frauen und ein 10-jähriges Mädchen getötet.

24. November 1991 Freddie Mercury, der Sänger der Rockgruppe Queen, stirbt an den Folgen seiner AIDSErkrankung.

25. November 2001 Die US-Biotechnologie-Firma ACT gibt das erfolgreiche Klonen menschlicher Embryonen bekannt.

26. November 2005 Als Folge des Wintereinbruchs in Deutschland knicken Strommasten um: In Nordrhein-Westfalen sind 250.000 Menschen tagelang ohne Strom und Heizung. 47


Schlachtmond: Alte deutsche Namen für den November waren Windmond und Nebelung. In den Niederlanden wurde er auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Jahreszeit das Einschlachten der Schweine vorgenommen wurde. Foto: Gerti G.

B

lutwurst. Erste Sorte. Das Blut wird warm, sowie es vom Schweine kommt, mit einem kleinen Besen geschlagen, bis es ganz kalt geworden, und durch ein Sieb gerührt, wodurch es flüssig bleibt. Dann gibt man zu einem Teil des Blutes reichlich vom besten gekochten und feingehackten Schweinefleisch, mager und fett, nebst den weichgekochten und feingehackten Schwarten, ferner: gekochten Speck, welcher in kleine Würfel geschnitten ist, Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer. Dies alles wird wohl gemischt, wie Leberwurst in dicke, möglichst glatte Därme nicht fest gefüllt, damit die Masse sich ausdehnen kann, und eine halbe Stunde gekocht. Blutwurst muß vollkommen gar gekocht werden, um sich lange zu halten; deshalb nimmt man eine Wurst aus dem kochenden Wasser mit dem großen Schaumlöffel und sticht mit einer langen Stopfnadel hinein. Zeigt sich noch Blut, so ist die Wurst noch nicht gar, dringt aber klares Fett aus der kleinen Öffnung, so ist sie haltbar. Etwas geräuchert, wird die Wurst zum Butterbrot gegeben. Manche scheuen die Speckwürfel; in solchen Fällen kann der Speck fein gehackt werden; läßt man ihn fehlen, so wird die Wurst trocken.

Henriette Davidis-Kolle Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Kücke. Bielefeld und Leipzig. Verlag von Velhagen & Klafing. 1903 49


Schlachtmond: Alte deutsche Namen für den November waren Windmond und Nebelung. In den Niederlanden wurde er auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Jahreszeit das Einschlachten der Schweine vorgenommen wurde. Foto: Gerti G.

B

lutwurst. Erste Sorte. Das Blut wird warm, sowie es vom Schweine kommt, mit einem kleinen Besen geschlagen, bis es ganz kalt geworden, und durch ein Sieb gerührt, wodurch es flüssig bleibt. Dann gibt man zu einem Teil des Blutes reichlich vom besten gekochten und feingehackten Schweinefleisch, mager und fett, nebst den weichgekochten und feingehackten Schwarten, ferner: gekochten Speck, welcher in kleine Würfel geschnitten ist, Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer. Dies alles wird wohl gemischt, wie Leberwurst in dicke, möglichst glatte Därme nicht fest gefüllt, damit die Masse sich ausdehnen kann, und eine halbe Stunde gekocht. Blutwurst muß vollkommen gar gekocht werden, um sich lange zu halten; deshalb nimmt man eine Wurst aus dem kochenden Wasser mit dem großen Schaumlöffel und sticht mit einer langen Stopfnadel hinein. Zeigt sich noch Blut, so ist die Wurst noch nicht gar, dringt aber klares Fett aus der kleinen Öffnung, so ist sie haltbar. Etwas geräuchert, wird die Wurst zum Butterbrot gegeben. Manche scheuen die Speckwürfel; in solchen Fällen kann der Speck fein gehackt werden; läßt man ihn fehlen, so wird die Wurst trocken.

Henriette Davidis-Kolle Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Kücke. Bielefeld und Leipzig. Verlag von Velhagen & Klafing. 1903 49


Foto Robert Salzmer

November  

Online-Magazin für Kunst, Kultur und Unterhaltung

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