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LINA BO BARDI 1OO Brasiliens alternativer Weg in die Moderne

LINA BO BARDI 1OO

Brazil’s alternative path to modernism

Ausstellung im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne www.architekturmuseum.de Kurator Curator Dr. phil. Vera Simone Bader Ausstellungsgestaltung Exhibition Design Marina Correia Zeitraum Duration 13.11.2014 - 22.2.2015

LINA BO BARDI 100. Brasiliens alternativer Weg in die Moderne Andres Lepik und Vera Simone Bader (Hg.), Architekturmuseum der TU München, deutsche und englische Fassung, publiziert bei Hatje Cantz, Ostfildern 2014 ISBN: 978-3-7757-3852-1 (D) ISBN: 978-3-7757-3853-8 (E)

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Die italienisch-brasilianische Architektin Lina Bo Bardi hat mit ihren Bauten, Möbeln, Ausstellungen und Theorien ein herausragendes Werk geschaffen, das lange Zeit von der Fachwelt unbeachtet blieb. In Italien geboren und ausgebildet spielte sie in der Entwicklung moderner Architektur in Brasilien eine wichtige Rolle. Sie prägte einen eigenen Gestaltungsansatz, der die gesellschaftliche Bedeutung des Bauens und seine kulturelle Verankerung in den Mittelpunkt stellte. Mit dem Bemühen um eine „architettura povera“ kann Lina Bo Bardi als Vorläuferin gegenwärtiger Tendenzen engagierter Architektur betrachtet werden. Eine ihrer wichtigsten Leistungen ist es, Bauten geschaffen zu haben, die in der lokalen Öffentlichkeit höchste Akzeptanz finden und sich gängigen Klassifikationen entziehen. Anlässlich Lina Bo Bardis hundertstem Geburtstag am 5. Dezember 2014 zeigte das Architekturmuseum der TU München die Ausstellung „LINA BO BARDI 1OO – Brasiliens alternativer Weg in die Moderne“. Die Präsentation stellte die Entwicklung ihrer Architektur in den Mittelpunkt. Am Anfang stand die Ausbildung in den 1930erJahren in Italien sowie ihre ersten Aktivitäten als Redakteurin und Gestalterin von Fachzeitschriften wie „Domus“, „Lo Stile“ und „A Cultura della Vita“. Es folgten ihre ersten Bauten und Projekte in Brasilien, die zusammen mit ihrem wachsenden Interesse an humanistischen, anthropologischen und politischen Themen in der Architektur vorgestellt wurden. Von zentraler Bedeutung in der Ausstellung war die Präsentation ihrer einzigartigen farbigheiteren Skizzen und Entwürfe, die das zentrale Instrument ihres Denkens und Planens über den ganzen Verlauf ihrer Karriere darstellten: Es waren fast 100 originale Handzeichnungen und andere Werke aus dem Istituto Lina Bo e P.M. Bardi in São Paulo zu sehen.

Focus Area – Cultural Heritage, History and Criticism

With her iconic architectural structures, furniture, exhibitions, and theories on architecture and design, Italian-born Brazilian architect Lina Bo Bardi created an outstanding body of work which has garnered increasing attention in recent years. Raised and educated in Italy, she played an important role in the development of modern architecture in Brazil. She evolved an approach to design that was unique to her and which placed the social significance of construction and its cultural roots at the heart of the architectural endeavour. By striving to create an ‘architettura povera’, Lina Bo Bardi can be seen as a forerunner to today’s emergent socially driven ‘architecture engagée’. One of her most important achievements was her ability to create buildings that were widely popular among the local public and which defied conventional classification. Lina Bo Bardi would have turned 100 on 5 December 2014. To mark the occasion, the Architekturmuseum der TU Munich is about to present the exhibition ‘LINA BO BARDI 1OO – Brazil’s Alternative Path to Modernism’. The display casts the spotlight on the emergence and development of her architectural style. The exhibition opens with a section dedicated to Bo Bardi’s formative years in 1930s Italy, as well as her first activities as editor and designer of such journals as “Domus”, “Lo Stile”, and “A. Cultura della Vita”. Examined next are her first buildings and projects in Brazil, presented against the backdrop of her growing interest in humanist, anthropological, and political themes in architecture. Taking center stage in the display are her uniquely colorful, jovial sketches and designs. Tracing the full arch of her career, these drawings were her primary instruments for expressing her singular style of architectural conceptualization and planning. The exhibition will feature almost 100 original hand-drawings and other works from the Instituto Lina Bo e P.M. Bardi in São Paulo.

Profile for Fakultät für Architektur TU München

Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

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