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tastic zielte vor allem auf den Einbau einer „Filade“, also von hintereinandergestaffelten Portalen. Sie verliehen dem Raum einen Tiefenzug. So wurde der Ausstellung in eine offene Ordnung aus neun Kabinetten gegliedert, in denen sich das Werk von Schneider-Esleben chronologisch entfaltete. Das zweite Gestaltungselement waren Tische und Wandfelder in unterschiedlichen Farben, auf denen die originalen Zeichnungen, Pläne, Fotografien, Modelle, aber auch Briefe, Prospekte und Zeitschriften aus dem Nachlass von Schneider-Esleben gezeigt wurden. Den aktuellen Blick auf sein Werk richtete die Fotografin Margret Hoppe, die in einer Fotokampagne im Rheinland die Bauten in ihrem gegenwärtigen Zustand fotografierte. Hoppe interessiert sich sowohl für die architektonische Großform als auch auf materielle und funktionelle Baudetails. Damit macht sie die Bedeutung von Zeit in der Architektur sichtbar. Interviews mit gegenwärtigen Nutzern seiner Gebäude äußerten sich zu einer Frage, die in Ausstellungen moderner Architektur selten gestellt wird: Wie lebt und arbeitet man eigentlich heute in der Architektur unserer jüngsten Geschichte? Der letzte Raum der Ausstellung zeigte das Archiv Paul Schneider-Esleben, das dort in 17 Planschränken lagerte. Im Internet ist der zeichnerische Nachlass nun unter http:// mediatum.ub.tum.de/digitam einsehbar. Ein 45 minütiger Film von Josef Mayerhofer und Gereon Wetzel setzte den Schlusspunkt der Ausstellung. In einem dichten Gewebe aus filmischen Porträts seiner Bauten und aus Interviews mit Familienmitgliedern und Kollegen entwickelte sich eine spannungsvolle Annäherung an Leben und Werk Schneider-Eslebens. Die Ausstellung und der Katalog wurden gefördert von der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, der Initiative Kunst auf Lager, der Kulturstiftung der Länder, PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e. V., dem Förderverein des Architekturmuseums der TU München, der Wüstenrot Stiftung und von Siedle. Leihgeber waren Claudia Schneider-Esleben und die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich sowie Leihgeber, die ungenannt bleiben wollen.

to lend the space a sense of depth and progression, dividing the open interior of the exhibition space into nine ‘cabinets’ that successively reveal Schneider-Esleben’s work in chronological order. Tables and colored wall surfaces were employed as a secondary design element, on which the original drawings, plans, photographs and models were displayed alongside letters, brochures, and magazines from the architect’s estate. A contemporary view of Schneider-Esleben’s work was provided by the photographer Margret Hoppe, who documented his buildings in the Rhineland area in their current condition. Hoppe’s interest lies both in the formal elaboration of the frequently large buildings as well as their materials and functional details. Her photographs reveal the passage of time in architecture. A series of interviews with the current users of the buildings also addressed a question rarely posed in exhibitions of modern architecture: What’s it like to live and work in an iconic building from the recent past? The final room of the exhibition presented Paul SchneiderEsleben’s archives in 17 plan chests. The drawings from the estate have been digitally scanned and can be viewed online at http://mediatum.ub.tum.de/digitam. The exhibition concluded with a 45-minute film by Josef Mayerhofer and Gereon Wetzel. Their film weaves a narrative between portraits of his buildings and interviews with members of his family and professional colleagues, gradually assembling a picture of the life and work of Schneider-Esleben. The exhibition and catalog were funded by the Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, the Initiative Kunst auf Lager, the Kulturstiftung der Länder, PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V., the Förderverein des Architekturmuseums at the TUM, the Wüstenrot Foundation and Siedle. Further exhibits were lent by Claudia Schneider-Esleben and the Neue Sammlung – The International Design Museum Munich as well as other unnamed lenders.

Fotos: Markus Lanz

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Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

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