Page 240

2

1 Publikation Publication PLATZATLAS Stadträume in Europa deutsche Ausgabe: Basel 2015 SQUARES Urban Spaces in Europe english edition: Basel 2015 Herausgeber Editor Prof. Sophie Wolfrum, Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung Chair of Urban Design and Regional Planning Konzeption Conception Prof. Sophie Wolfrum, Nikolai Frhr. von Brandis, Francesca Fornasier, Gunther Laux, Heiner Stengel Neubearbeitung Zeichnungen New and redrawn drawings Francesca Fornasier, Heiner Stengel Mitarbeit Contributors Christina Catoiu, Sofia Costamagna, Serafina Eipert, Verena Heyn, Liesa-Marie Hugler, Florian Kurbasik, Theresa Ludwig, Hanna Ruck, Marta Shtipkova, Markus Stolz Mit zeichnerischen Beiträgen von Studierenden von 2005 bis 2014 With drawings by students at the Chair from 2005 to 2014 in Zusammenarbeit mit in collaboration with Birkhäuser Verlag, Basel

236

PLATZATLAS – STADTRÄUME IN EUROPA Allein auf die letzten beiden Aspekte konzentriert sich die Publikation PLATZATLAS – STADTRÄUME IN EUROPA. Architektonische Urbanistik ließe sich damit einordnen in ein wieder aufgeflammtes theoretisches Interesse für die Welt der Dinge, der Objekte und des Konkreten. Die Kraft der Dinge schreibt sich in Prozesse ein, die nicht von ihnen unabhängig zu beschreiben sind. Bruno Reichlin und Martin Steinmann nennen es „innerarchitektonische Wirklichkeit“ (Archithese 19. 1976, S. 3 – 11). Inwieweit diese innerarchitektonische Wirklichkeit mittels ihres performativen Potentials jeweils neue urbane Wirklichkeiten befördert oder gar generiert, lässt sich jedoch nur am konkreten Fall verfolgen. Jeder Ort ist anders in seinem konkreten Alltag. Wir verfolgen die These, dass die Architektur der Stadt weiterhin von grundlegender Bedeutung ist, dass signifikante architektonische Orte nicht an Bedeutung verlieren, ohne dies auf eine „unveränderte Natur des Menschen“ zurückzuführen. Vielmehr interessieren wir uns zum Beispiel für Plätze gerade deshalb, weil sie ein offenes Tableau für veränderten sozialen und urbanen Gebrauch bieten. Sie sind Orte von Prägnanz und Kontingenz zugleich. Prägnanz bedeutet: Artikulierte Räume, dichte Atmosphäre, ästhetische Komplexität, Form und Material, architektonisches Repertoire. Kontingenz bedeutet: Offenheit, Variabilität im Gebrauch, Verschiebung von Bedeutung, Möglichkeiten der Aneignung, Spielraum, performative Optionen. Gerade wenn Architektur Prägnanz aufweist, kann sie Spielräume im Handel eröffnen. Diese Dialektik versuchen wir, unter dem Begriff der Kapazität von Architektur zu erfassen. Dies wird unter anderem in der dritte Publikation, die dieses Jahr entsteht, verfolgt: Architektur der Stadt.

Focus Area – Urban and Landscape Transformation

Squares – Urban Spaces in Europe The book Squares – Urban Spaces in Europe is concerned with the last two of these categories. Architectural urbanism can thus be seen within the context of a rekindled theoretical interest in the world of things, of objects and the concrete. The power of objects is inscribed in processes which are not themselves separable. Bruno Reichlin and Martin Steinmann introduced the term “intra-architectonic reality” (Archithese 19. 1976, pp. 3-11). To what extent this intra-architectonic reality generates new urban reality via its performative potential can, however, only be discovered with reference to specific cases. Each place is different in its particular everyday context. We argue that the architecture of cities is still of fundamental significance, that significant places do not lose their importance. Rather, we are interested in squares for example because they offer an open tableau for constantly changing social and urban use. They are at the same time places of conciseness and contingency. By conciseness we mean: articulated space, dense atmosphere, complexity of aesthetics, form and material, and architectural repertoire. By contingency: openness, variation in use, shifts of meaning, possibility of appropriation, scope, and performative options. It is precisely when architecture is concise that it offers scope. We designate this dialectic relation as the capacity of architecture. This is the subject of a third publication “Architecture of the City” to be published this year.

Profile for Fakultät für Architektur TU München

Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

Advertisement