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Die Resilienz kommunaler Wohnungsunternehmen im ländlichen Raum The Resilience of municipal housing bodies in rural regions

Promotionsarbeit Dissertation Dipl.-Ing. Sebastian Büchs sebastian.buechs@tum.de +49.89.289.25783 Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land Chair of Sustainable Urbanism Prof. Mark Michaeli www.land.ar.tum.de Laufzeit Duration seit 2015

Ausgangslage und Problemverständnis Angespannte großstädtische Lagen stehen im Zentrum aktueller Diskussionen über Entwicklungen am Wohnungsmarkt. Klein- und Mittelstädte hingegen werden trotz ihrer großen Bedeutung als Wohnstandort - fast zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands leben hier – nur selten als eigenes Problem- und Aufgabenfeld in Forschung und Praxis betrachtet. Indes geraten gerade diese Standorte vermehrt unter Druck: Strukturwandel und veränderte Lebensstile bedeuten für viele kleinere Städte einen erhöhten Anpassungsdruck; die spezifischen Rahmenbedingungen und die Funktionsweise ländlicher Wohnungsmärkte stellen Kommunen jedoch vor andere Herausforderungen als Großstädte. Nur selten kann angemessen auf die Herausforderungen reagiert werden. Gerade in sich entspannenden kleinstädtischen Wohnungsmärkten stehen die Anbieter deshalb unter hohem Anpassungsdruck durch eine sich wandelnde quantitative aber auch qualitative Nachfrage. Diesen Veränderungsprozessen steht ein standortgebundenes, langlebiges und in der Regel kleinteilig strukturiertes Angebot gegenüber. Dieses wird vorwiegend nicht von professionellen Anbietern gehalten und nur selten nach einem Best-Owner-Prinzip bewirtschaftet und entwickelt. Eine besondere Rolle nehmen dabei die öffentlichen Wohnungsunternehmen ein: sie folgen einer anderen Logik als private Kleineigentümer und bestimmten die Entwicklung des Wohnungsangebotes durch ihre vergleichbar großen Bestände entscheidend mit. Wohnungsmärkte, die kein nachfragegerechtes Wohnungsangebot bieten – und damit nicht im Gleichgewicht sind – können vielfältige negative Auswirkungen auf die Stadtentwicklung haben. Angebotsseitig kann dies zu Leerstand, Verfall oder Einnahmeverlusten führen, nachfrageseitig können Abwanderungen, Segregationsprozesse oder Downgrading in einzelnen Quartieren die Folge sein. Die

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Focus Area – Urban and Landscape Transformation

Starting point and definition of problem Current discussions about developments in the housing market are dominated by tense metropolitan areas. Small and medium-sized towns are, in spite of their great significance as residential location – almost two thirds of the German population live there –, not often seen as an issue of its own in research and practice. Meanwhile these locations are increasingly getting under pressure: structural change and changing lifestyles mean a greater pressure for adaptation for many smaller cities; the specific conditions and mechanisms of housing markets in the country challenge smaller towns in different ways than metropolises. Only rarely can smaller communities respond appropriately to those challenges. On relaxing small-town housing markets in particular the suppliers find themselves under high pressure to adapt to a changing demand in terms of quantities but also of quality. These changes come upon a supply which is defined by fixed locations, long lifespans and predominantly small properties. Owners are mostly non-professional suppliers and only rarely manage and develop their properties according to a Best Owner principle. Public housing associations however play a special role in this: they follow a different logic than minor private house owners and have proved to be important for influencing the development of the housing supply because of the comparatively large number of buildings they own. Housing markets without a supply meeting demand – imbalanced markets – can have numerous negative effects on a town’s development. This can mean unlet properties, decline, or loss of income on the supply side, while on the side of demand, exoduses and segregation processes, or downgrading in certain quarters can be the consequences. The external risk factors however (demographical change, economic development of the region, change of lifestyles)

Profile for Fakultät für Architektur TU München

Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

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