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studio1zu1 Intervention + Partizipation studio1zu1 intervention + participation

Forschungsfeld Field of research studio1zu1 www.lao.wzw.tum.de Leiter des studio1zu1 Head of studio1zu1 Dipl.-Ing. Felix Lüdicke Dipl.-Ing. Felix Metzler Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum Chair of Landscape Architecture and Public Space Prof. Regine Keller regine.keller@tum.de +49.8161.713251 in Zusammenarbeit mit in collaboration with „schlossberg850“: Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren, Chair for Architectual Design and Construction (TUM) Prof. Florian Nagler „schwammerlkönig“: Künstlergruppe collaboration_9, artist group collaboration_9 Förderung Funding „waldlicht“: Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH „schlossberg850“: Stadt Landsberg am Lech „waldplastik!“: Kulturreferat der Stadt Nürnberg „schwammerlkönig“: Kulturreferat der Stadt München

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Mit dem „studio1zu1“ wird am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum auf der Ebene der Konstruktion im realen Maßstab die Idee verfolgt, „handwerkliches Forschen und Entwerfen“, also „Research by Experiment“, im Format eines Reallabors zunächst in der Lehre zu etablieren und in der Folge wissenschaftlich weiterzubearbeiten. Dabei geht es neben bautechnischen Verfahren um die Erprobung innovativer Planungsverfahren. Thematik In den letzten Jahrzehnten ist das Misstrauen und die Skepsis gegenüber planerischen Vorhaben in der Bevölkerung massiv gestiegen. Zunehmend erleben Politiker und Planer, dass Vorhaben massiv bekämpft werden, sobald Bürger unmittelbare Eingriffe in das eigene Lebensumfeld befürchten. Obwohl seit den 1960er Jahren Beteiligungsformen und -verfahren entwickelt und etabliert wurden, fällt es Gestaltern schwer, partizipative Arbeitsformen in den Gestaltungsprozess zu integrieren. Im Unterschied zur bildenden Kunst: Hier gelingt es durch künstlerische Interventionen in Form von Happenings, Performances oder auch Installationen seit den 1960er Jahren prozesshaft und partizipativ im öffentlichen Raum zu agieren. Seit den 1990er Jahren benutzen auch Architekten und Landschaftsarchitekten künstlerische Ausdrucksformen wie Installationen und Performances vermehrt im urbanen, öffentlichen Raum. Temporäre Installationen und Zwischennutzungen im Kontext schrumpfender Städte im Osten Deutschlands sind bekannte Beispiele hierfür. Das Projekt „Schieblock“ in Rotterdam mit der Öffnung eines Bürokomplexes durch zunächst temporäre Architekturen und Nutzungsformen zeigt als aktuelles Beispiel, dass interventionistische Arbeitsansätze als Strategie zur Transformation von Gebäuden oder Stadtquartieren erfolgreich sein können. Interventionistische, künstlerische Arbeitsformen, wie

Focus Area – Urban and Landscape Transformation

“studio1zu1” at the Chair of Landscape Architecture and Public Space pursues the idea of hands-on “research by experiment” at the scale of 1:1. In the first instance, it is a real-life laboratory as part of teaching, but it is also a vehicle for academic research. In addition to exploring building processes, it is also concerned with innovative planning approaches. Thematic focus Over the last few decades, public distrust in planning projects and accompanying skepticism has increased dramatically. Politicians and planners are increasingly finding themselves faced with massive resistance at the slightest hint of interventions in the local environment. Although various forms and procedures for public participation have existed since the 1960s, designers still find it hard to incorporate participative approaches into their design processes. The applied arts, however, are not faced with the same problems: since the 1960s, artistic interventions have found process-oriented and participative ways of actively engaging with public space through happenings, performances or installations. From the 1990s onwards, architects and landscape architects also started employing artistic approaches, such as installations and performances, in the public urban realm. Temporary installations and interim uses, as seen especially in the shrinking cities in eastern Germany, are now commonly used strategies. The project “Schieblock” in Rotterdam, in which an office complex was made accessible to the public through temporary architectures and new kinds of uses, is a recent example of how interventionist initiatives can be used as a strategy for transforming buildings or entire urban quarters.

Profile for Fakultät für Architektur TU München

Jahrbuch 2015  

Jahrbuch der Fakultät für Architektur, TUM mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung

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