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— Ganz neu: der Park an der Essener Uni (links). Oben: Gradierwerk im Revierpark Mattlerbusch

Schauen Sie mal:

Nachbars Garten

Vom grünen Ruhrgebiet erzählen wir gern, wenn wir ungläubigen Fremden die Vorzüge unserer Heimat preisen. Gärten und Parks zählten von jeher zu den grünen Pfunden, mit denen wir da wuchern. Und es kommen immer noch welche hinzu. Mal ganz ehrlich: Wie viele dieser Gärten kennen Sie,

Glaubt uns wahrscheinlich kein Mensch, dass wir bei der RUHR REVUE uns schon vor Monaten vorgenommen haben, einen Streifzug durch unsere Parks und Gärten zu machen. Denn kaum hatten wir’s für

die Septemberausgabe ins Auge gefasst, erschien beim Essener Klartext-Verlag ein 330 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrge-

biet“. Und da sind so ziemlich all die grünen Paradiese der Region drin, die wir als mögliche Kandidaten identifiziert hatten. So dass wir schon an dieser Stelle das Buch als weiterführende Lektüre besten Gewissens empfehlen können. Denn hier können wir natürlich nur eine kleine Auswahl dieser Parks zeigen. Den Anstoß zu diesem Artikel allerdings hat ein Park gegeben, der noch nicht in dem erwähnten Buch verzeichnet ist – vermutlich, weil er noch so neu ist. Vom Krupp-Park auf ehemaligem Firmengelände und ganz nah bei der neuen ThyssenKrupp-Hauptverwaltung haben selbst die meisten Essener noch keine rechte Notiz genommen. Erstens wohl, weil das Gesamtprojekt „Krupp-Gürtel“ noch im Bau ist und man nicht recht glauben mag, dass ein Teil des Parks schon fertig sein könnte. Zweitens gelten die Weststadt und das angrenzende Altendorf

nicht eben als Spaziergegend. Aber das ändert sich. Der gesamte Park wird mit 23 Hektar bald drittgrößter Erholungspark in Essen sein. Zu besichtigen ist jetzt der nördliche Teil, der sich 12 Hektar groß entlang des neu angelegten „Berthold-Beitz-Boulevards“ erstreckt. Mit Aushub von diesem Straßenbau wurden fünf Hügel modelliert. Außerdem gibt es einen künstlichen See, einen Spielplatz und ein Wegenetz. Natürlich sind die neu gepflanzten Bäume noch klein, und alles wirkt ein wenig kahl. Aber die Anwohner haben ihren Park längst akzeptiert – kein Wunder: Sie waren bei der Planung beteiligt. Schon jetzt zählen die Ausblicke zum besonderen Charme

— Paradies für Mädchen: Reiterhof im Duisburger Revierpark Mattlerbusch. Die großen Bäume zeigen, dass die relativ jungen Revierparks längst erwachsen geworden sind.

außer einigen persönlichen Favoriten, wirklich selbst?

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— Ganz neu: der Park an der Essener Uni (links). Oben: Gradierwerk im Revierpark Mattlerbusch

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Nachbars Garten

Vom grünen Ruhrgebiet erzählen wir gern, wenn wir ungläubigen Fremden die Vorzüge unserer Heimat preisen. Gärten und Parks zählten von jeher zu den grünen Pfunden, mit denen wir da wuchern. Und es kommen immer noch welche hinzu. Mal ganz ehrlich: Wie viele dieser Gärten kennen Sie,

Glaubt uns wahrscheinlich kein Mensch, dass wir bei der RUHR REVUE uns schon vor Monaten vorgenommen haben, einen Streifzug durch unsere Parks und Gärten zu machen. Denn kaum hatten wir’s für

die Septemberausgabe ins Auge gefasst, erschien beim Essener Klartext-Verlag ein 330 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrge-

biet“. Und da sind so ziemlich all die grünen Paradiese der Region drin, die wir als mögliche Kandidaten identifiziert hatten. So dass wir schon an dieser Stelle das Buch als weiterführende Lektüre besten Gewissens empfehlen können. Denn hier können wir natürlich nur eine kleine Auswahl dieser Parks zeigen. Den Anstoß zu diesem Artikel allerdings hat ein Park gegeben, der noch nicht in dem erwähnten Buch verzeichnet ist – vermutlich, weil er noch so neu ist. Vom Krupp-Park auf ehemaligem Firmengelände und ganz nah bei der neuen ThyssenKrupp-Hauptverwaltung haben selbst die meisten Essener noch keine rechte Notiz genommen. Erstens wohl, weil das Gesamtprojekt „Krupp-Gürtel“ noch im Bau ist und man nicht recht glauben mag, dass ein Teil des Parks schon fertig sein könnte. Zweitens gelten die Weststadt und das angrenzende Altendorf

nicht eben als Spaziergegend. Aber das ändert sich. Der gesamte Park wird mit 23 Hektar bald drittgrößter Erholungspark in Essen sein. Zu besichtigen ist jetzt der nördliche Teil, der sich 12 Hektar groß entlang des neu angelegten „Berthold-Beitz-Boulevards“ erstreckt. Mit Aushub von diesem Straßenbau wurden fünf Hügel modelliert. Außerdem gibt es einen künstlichen See, einen Spielplatz und ein Wegenetz. Natürlich sind die neu gepflanzten Bäume noch klein, und alles wirkt ein wenig kahl. Aber die Anwohner haben ihren Park längst akzeptiert – kein Wunder: Sie waren bei der Planung beteiligt. Schon jetzt zählen die Ausblicke zum besonderen Charme

— Paradies für Mädchen: Reiterhof im Duisburger Revierpark Mattlerbusch. Die großen Bäume zeigen, dass die relativ jungen Revierparks längst erwachsen geworden sind.

außer einigen persönlichen Favoriten, wirklich selbst?

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— Ganz neu: der Park an der Essener Uni (links). Oben: Gradierwerk im Revierpark Mattlerbusch

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Nachbars Garten

Vom grünen Ruhrgebiet erzählen wir gern, wenn wir ungläubigen Fremden die Vorzüge unserer Heimat preisen. Gärten und Parks zählten von jeher zu den grünen Pfunden, mit denen wir da wuchern. Und es kommen immer noch welche hinzu. Mal ganz ehrlich: Wie viele dieser Gärten kennen Sie,

Glaubt uns wahrscheinlich kein Mensch, dass wir bei der RUHR REVUE uns schon vor Monaten vorgenommen haben, einen Streifzug durch unsere Parks und Gärten zu machen. Denn kaum hatten wir’s für

die Septemberausgabe ins Auge gefasst, erschien beim Essener Klartext-Verlag ein 330 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Barocke Pracht, Bürgerstolz und Orte des Wandels – Gärten und Parks im Ruhrge-

biet“. Und da sind so ziemlich all die grünen Paradiese der Region drin, die wir als mögliche Kandidaten identifiziert hatten. So dass wir schon an dieser Stelle das Buch als weiterführende Lektüre besten Gewissens empfehlen können. Denn hier können wir natürlich nur eine kleine Auswahl dieser Parks zeigen. Den Anstoß zu diesem Artikel allerdings hat ein Park gegeben, der noch nicht in dem erwähnten Buch verzeichnet ist – vermutlich, weil er noch so neu ist. Vom Krupp-Park auf ehemaligem Firmengelände und ganz nah bei der neuen ThyssenKrupp-Hauptverwaltung haben selbst die meisten Essener noch keine rechte Notiz genommen. Erstens wohl, weil das Gesamtprojekt „Krupp-Gürtel“ noch im Bau ist und man nicht recht glauben mag, dass ein Teil des Parks schon fertig sein könnte. Zweitens gelten die Weststadt und das angrenzende Altendorf

nicht eben als Spaziergegend. Aber das ändert sich. Der gesamte Park wird mit 23 Hektar bald drittgrößter Erholungspark in Essen sein. Zu besichtigen ist jetzt der nördliche Teil, der sich 12 Hektar groß entlang des neu angelegten „Berthold-Beitz-Boulevards“ erstreckt. Mit Aushub von diesem Straßenbau wurden fünf Hügel modelliert. Außerdem gibt es einen künstlichen See, einen Spielplatz und ein Wegenetz. Natürlich sind die neu gepflanzten Bäume noch klein, und alles wirkt ein wenig kahl. Aber die Anwohner haben ihren Park längst akzeptiert – kein Wunder: Sie waren bei der Planung beteiligt. Schon jetzt zählen die Ausblicke zum besonderen Charme

— Paradies für Mädchen: Reiterhof im Duisburger Revierpark Mattlerbusch. Die großen Bäume zeigen, dass die relativ jungen Revierparks längst erwachsen geworden sind.

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| Park an der Jahrhunderthalle Der Bochumer Westpark zum Beispiel, in dem unser Bild (S. 41) mit den grünen Bäumchen vor imposanter Industriekulisse entstand. Die Industrie, das war wieder Krupp, vormals Bochumer Verein, heute berühmt durch die Jahrhunderthalle. Doch viele Leute kennen diese Halle nur vom Eingang her, wenn sie dort eine Veranstaltung besuchen. Der Westpark dehnt sich dahinter noch ein ganzes Stück nördlich. Er hat in Bochum eine ähnliche Funktion wie der Krupp-Park in Essen: Bestandteil einer städtebaulichen Erneuerung großen Krupp-Geländes westlich der Innenstadt. Anders als in Essen integriert der Westpark mehrere, teils monumentale Überreste der alten Fabrik; das macht ihn dramatischer. Zusammen mit dem Nordsternpark in Gelsenkirchen, auf altem

Bilder einer Metropole Die Impressionisten in Paris Museum Folkwang 2. Oktober 2010 – 30. Januar 2011

Edouard Manet, Die Eisenbahn, 1873, National Gallery of Art, Washington, Gift of Horace Havemeyer in memory of his mother, Louisine W. Havemeyer © Foto: Courtesy National Gallery of Art, Washington

des Parks: östlich auf das neue ThyssenKrupp-Gebäude. Nordwestlich auf die Doppeltürme von St. Mariae Himmelfahrt in Altendorf. Nördlich auf das Fördergerüst der Krupp-Zeche „Amalie“. Da dort noch Grubenwasser gepumpt wird, drehen sich sogar manchmal die Seilscheiben. Nördlich wird der Park begrenzt von der ehemaligen Rheinischen Bahnlinie. Sie wird gerade zum Radweg umgebaut. Und über diesen Weg sind es nur ein paar hundert Meter östlich zum allerneuesten Essener Park. Der ist so neu, dass er noch nicht mal einen richtigen Namen hat. Er liegt auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs Nord, in etwa zwischen dem neuen Shopping-Tempel und der Essener Uni. Es hat schon nach dem Krieg Versuche gegeben, dieses Viertel architektonisch aufzuwerten – mit wenig Erfolg, nicht zuletzt wegen der raumgreifenden Bahnanlagen. Nun sind die weg, und der neue Park soll Mittelpunkt eines neuen Wohnviertels werden. Wenn man sich drauf einlässt, vermittelt der Park schon jetzt ein Gefühl des Aufbruchs, wie andere Parks dieser jungen Kategorie auch.

Museum Folkwang Essen Di – So 10 – 20 Uhr Fr 10 – 22.30 Uhr Mo geschlossen T +49 201 8845 444 www.museum-folkwang.de

— Schlossgärten wie der in Herten waren Vorbilder für alle Parks in der Region. Der barocke Charakter solcher Gärten ist weitgehend verloren, doch so ein Wasserschloss wirkt auch heute richtig herrschaftlich.

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Mit großzügigen Leihgaben des


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| Park an der Jahrhunderthalle Der Bochumer Westpark zum Beispiel, in dem unser Bild (S. 41) mit den grünen Bäumchen vor imposanter Industriekulisse entstand. Die Industrie, das war wieder Krupp, vormals Bochumer Verein, heute berühmt durch die Jahrhunderthalle. Doch viele Leute kennen diese Halle nur vom Eingang her, wenn sie dort eine Veranstaltung besuchen. Der Westpark dehnt sich dahinter noch ein ganzes Stück nördlich. Er hat in Bochum eine ähnliche Funktion wie der Krupp-Park in Essen: Bestandteil einer städtebaulichen Erneuerung großen Krupp-Geländes westlich der Innenstadt. Anders als in Essen integriert der Westpark mehrere, teils monumentale Überreste der alten Fabrik; das macht ihn dramatischer. Zusammen mit dem Nordsternpark in Gelsenkirchen, auf altem

Bilder einer Metropole Die Impressionisten in Paris Museum Folkwang 2. Oktober 2010 – 30. Januar 2011

Edouard Manet, Die Eisenbahn, 1873, National Gallery of Art, Washington, Gift of Horace Havemeyer in memory of his mother, Louisine W. Havemeyer © Foto: Courtesy National Gallery of Art, Washington

des Parks: östlich auf das neue ThyssenKrupp-Gebäude. Nordwestlich auf die Doppeltürme von St. Mariae Himmelfahrt in Altendorf. Nördlich auf das Fördergerüst der Krupp-Zeche „Amalie“. Da dort noch Grubenwasser gepumpt wird, drehen sich sogar manchmal die Seilscheiben. Nördlich wird der Park begrenzt von der ehemaligen Rheinischen Bahnlinie. Sie wird gerade zum Radweg umgebaut. Und über diesen Weg sind es nur ein paar hundert Meter östlich zum allerneuesten Essener Park. Der ist so neu, dass er noch nicht mal einen richtigen Namen hat. Er liegt auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs Nord, in etwa zwischen dem neuen Shopping-Tempel und der Essener Uni. Es hat schon nach dem Krieg Versuche gegeben, dieses Viertel architektonisch aufzuwerten – mit wenig Erfolg, nicht zuletzt wegen der raumgreifenden Bahnanlagen. Nun sind die weg, und der neue Park soll Mittelpunkt eines neuen Wohnviertels werden. Wenn man sich drauf einlässt, vermittelt der Park schon jetzt ein Gefühl des Aufbruchs, wie andere Parks dieser jungen Kategorie auch.

Museum Folkwang Essen Di – So 10 – 20 Uhr Fr 10 – 22.30 Uhr Mo geschlossen T +49 201 8845 444 www.museum-folkwang.de

— Schlossgärten wie der in Herten waren Vorbilder für alle Parks in der Region. Der barocke Charakter solcher Gärten ist weitgehend verloren, doch so ein Wasserschloss wirkt auch heute richtig herrschaftlich.

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Mit großzügigen Leihgaben des


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— Eine richtige Oase ganz nah an der Innenstadt ist der Gelsenkirchener Stadtpark.

— Der Kaiserpark liegt beim Schloss Oberhausen (sichtbar rechts), ist aber nicht mit dem vor langer Zeit überbauten Schlosspark identisch. Der klassische Stadtpark wurde erst jüngst renoviert.

Zechengelände, zählt der Westpark zu den schönsten dieser jungen Parks – wobei das unterschiedliche Alter sich in der Vegetation bemerkbar macht. Der Westpark wächst sich seit 2006 ein; der Nordsternpark seit 1999.

größten Rangierbahnhöfe des Ruhrgebiets angelegt. Er wurde aber schon nach wenigen Jahrzehnten an die Gutehoffnungshütte abgegeben. An deren Stelle ist längst das „CentrO“ getreten. Der Rangierbahnhof wurde nicht mehr gebraucht und still-

Ein ganz spezieller Park findet sich an der Stadtgrenze Oberhausen/Essen in Frintrop. Früher hieß er „Ruderalpark“, das klang seltsam nach Wassersport. Jetzt heißt er Gleispark, viel verständlicher. In Frintrop wurde vor 100 Jahren einer der

gelegt. Die Gleise hat man herausgerissen – und das Gelände seit 1999 weitgehend sich selbst überlassen. Man wartete auf die typisch robusten Pionierpflanzen (daher der wissenschaftliche Ruderal-Name). Die sind nun da und machen den Gleispark zu

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— Eine richtige Oase ganz nah an der Innenstadt ist der Gelsenkirchener Stadtpark.

— Der Kaiserpark liegt beim Schloss Oberhausen (sichtbar rechts), ist aber nicht mit dem vor langer Zeit überbauten Schlosspark identisch. Der klassische Stadtpark wurde erst jüngst renoviert.

Zechengelände, zählt der Westpark zu den schönsten dieser jungen Parks – wobei das unterschiedliche Alter sich in der Vegetation bemerkbar macht. Der Westpark wächst sich seit 2006 ein; der Nordsternpark seit 1999.

größten Rangierbahnhöfe des Ruhrgebiets angelegt. Er wurde aber schon nach wenigen Jahrzehnten an die Gutehoffnungshütte abgegeben. An deren Stelle ist längst das „CentrO“ getreten. Der Rangierbahnhof wurde nicht mehr gebraucht und still-

Ein ganz spezieller Park findet sich an der Stadtgrenze Oberhausen/Essen in Frintrop. Früher hieß er „Ruderalpark“, das klang seltsam nach Wassersport. Jetzt heißt er Gleispark, viel verständlicher. In Frintrop wurde vor 100 Jahren einer der

gelegt. Die Gleise hat man herausgerissen – und das Gelände seit 1999 weitgehend sich selbst überlassen. Man wartete auf die typisch robusten Pionierpflanzen (daher der wissenschaftliche Ruderal-Name). Die sind nun da und machen den Gleispark zu

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Düsseldorf

Essen Hamburg

Alt Wien Anderson Berwick Burgol Cordwainer Crockett & Jones Dinkelacker Doucal’s Enzo Bonafe Franceschetti John Brommel’s Lendway & Schwarcz Magnanni Santoni W. Gibbs

Rathenaustraße 2–4 (Theaterpassage) 45127 Essen fon 0201 – 2 48 05 56 www.tott-schuhe.com

— Die Bäumchen sind noch klein im Krupp-Park, aber das wird noch. Hinten die ThyssenKrupp-Zentrale.

einer heideähnlichen Landschaft. Man kann dort wunderbar spazieren – und gleich weiter in den Oberhausener „Gehölzgarten Ripshorst“, ein neu inszeniertes Stück Natur, das sich schon immer zwischen Stahlwerk, Wohnbebauung und Rhein-Herne-Kanal behauptet hatte.

Stadtparks und Stadtgärten, nicht selten noch mit dem Namen des Kaisers Wilhelm, sind natürlich von anderem Charakter als die Neulinge. Sie hatten aber schon ganz ähnliche Funktionen. Zwar entstanden sie nicht auf Industriegelände, aber es wurde ein Stück freie Fläche gegen den

— Ein original chinesischer Garten gehört zum Botanischen Garten der Ruhr-Uni Bochum. Außerdem ein Gewächshaus mit herrlich tropischem Klima.

Zugriff der Zechen, Fabriken, Eisenbahnstrecken und Wohnviertel verteidigt und dann im Stil Englischer Gärten gestaltet. Diese geplanten „grünen Lungen“ waren eine recht bürgerliche Einrichtung. Ihnen folgten während der ersten dreißig Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts demokratischer geplante „Volksgärten“. Die Unter-

schiede sind heute, nach mehreren Umgestaltungen, meist verschwunden. Diese Stadtparks gibt es wirklich überall im Ruhrgebiet, durch die Eingemeindungen oft mehrere in einer Stadt. Sie atmen für gewöhnlich noch ein wenig die Atmosphäre gediegener Sonntagnachmittags-Spaziergänge in Zeiten, da man sich für den Park

noch „anständig“ kleiden musste. Langweilig sind die Stadtgärten deshalb keineswegs; durch ihr gesetztes Alter haben sie oft prächtige alte Bäume. Meist sind diese Parks fest in der Hand Einheimischer – schließlich hat ja jeder „seinen“ Stadtgarten. Es lohnt sich aber, mal bei den Nachbarn im Garten herumzuschlendern.

— Hügel, Wasser und Seebühne im Krupp-Park. Die Kirchtürme stehen im Stadtteil Altendorf.

Abro AGL Ash Bikkembergs Hogan L’autre chose Liebeskind Miu Miu Moma Nurage Prada Prada Sport Santoni Shabbies Stuart Weitzman Tod’s UGG Unützer

Rathenaustraße 2–4 45127 Essen fon 0201 – 22 86 00 www.yves-schuhe.com

ZUM JUBILÄUM DER THEATERPASSAGE GEWÄHREN WIR IHNEN VOM 25. – 31. OKTOBER 10 % AUF DAS GESAMTE SORTIMENT.

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— Die Bäumchen sind noch klein im Krupp-Park, aber das wird noch. Hinten die ThyssenKrupp-Zentrale.

einer heideähnlichen Landschaft. Man kann dort wunderbar spazieren – und gleich weiter in den Oberhausener „Gehölzgarten Ripshorst“, ein neu inszeniertes Stück Natur, das sich schon immer zwischen Stahlwerk, Wohnbebauung und Rhein-Herne-Kanal behauptet hatte.

Stadtparks und Stadtgärten, nicht selten noch mit dem Namen des Kaisers Wilhelm, sind natürlich von anderem Charakter als die Neulinge. Sie hatten aber schon ganz ähnliche Funktionen. Zwar entstanden sie nicht auf Industriegelände, aber es wurde ein Stück freie Fläche gegen den

— Ein original chinesischer Garten gehört zum Botanischen Garten der Ruhr-Uni Bochum. Außerdem ein Gewächshaus mit herrlich tropischem Klima.

Zugriff der Zechen, Fabriken, Eisenbahnstrecken und Wohnviertel verteidigt und dann im Stil Englischer Gärten gestaltet. Diese geplanten „grünen Lungen“ waren eine recht bürgerliche Einrichtung. Ihnen folgten während der ersten dreißig Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts demokratischer geplante „Volksgärten“. Die Unter-

schiede sind heute, nach mehreren Umgestaltungen, meist verschwunden. Diese Stadtparks gibt es wirklich überall im Ruhrgebiet, durch die Eingemeindungen oft mehrere in einer Stadt. Sie atmen für gewöhnlich noch ein wenig die Atmosphäre gediegener Sonntagnachmittags-Spaziergänge in Zeiten, da man sich für den Park

noch „anständig“ kleiden musste. Langweilig sind die Stadtgärten deshalb keineswegs; durch ihr gesetztes Alter haben sie oft prächtige alte Bäume. Meist sind diese Parks fest in der Hand Einheimischer – schließlich hat ja jeder „seinen“ Stadtgarten. Es lohnt sich aber, mal bei den Nachbarn im Garten herumzuschlendern.

— Hügel, Wasser und Seebühne im Krupp-Park. Die Kirchtürme stehen im Stadtteil Altendorf.

Abro AGL Ash Bikkembergs Hogan L’autre chose Liebeskind Miu Miu Moma Nurage Prada Prada Sport Santoni Shabbies Stuart Weitzman Tod’s UGG Unützer

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ZUM JUBILÄUM DER THEATERPASSAGE GEWÄHREN WIR IHNEN VOM 25. – 31. OKTOBER 10 % AUF DAS GESAMTE SORTIMENT.

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— Diese grüne Oase findet sich in Wattenscheid, umringt von schönen Villen. Gekaufte Gänse und Enten gehörten zur Grundausstattung des Stadtparks. Heute kommt das ewig hungrige Federvieh von allein und wartet auf Kinder mit Futter.

| In Nachbars Garten Im Stadtgarten Wattenscheid zum Beispiel, den man nördlich des Ortskerns als Fremder gar nicht so leicht findet. Wie in anderen Städten auch, verblüfft die Einbettung in ein vornehmes Villenviertel. Man könnte argwöhnen, dass sich Stadtobere den Park eigennützig vor die eigene Haustür gesetzt hätten. Es war wohl eher umgekehrt: Wer es sich leisten konnte, baute seine Villa in die Nähe des Stadtparks. Einige besonders schicke Villen stehen beim Gelsenkirchener Stadtpark, der für Auswärtige recht unvermutet zwischen wuseliger Innenstadt und altem Industriegelände liegt. Späte Nachfolger der Volksgärten sind die „Revierparks“. Als Kinder der Siebziger mit starkem Freizeit-Charakter sind sie zeitweise etwas von oben herab betrachtet

worden. Tatsächlich sind es schöne Parks geworden; die Pflanzen sind jetzt mit immerhin schon 40 Jahren richtig Alteingesessene. Das ganze Gegenteil solcher Volksparks waren Schlossgärten. Der Schlosspark in Essen-Borbeck etwa oder der in Herten. Ihren feudal-barocken Charakter haben sie weitgehend verloren: vom Krieg umgepflügt und demokratisiert. Dafür kann man heute ums Schloss herumspazieren und sich ein kleines bisschen wie der Herr im Hause fühlen. Der neue Führer übrigens verzeichnet auch den „Garten von Schloß Hohenlimburg“ im fernen Hagen. Wir sind dem Rat gefolgt. Der Garten allerdings ist ziemlich klein, mit sehr steilen Wegen, und man muss Eintritt bezahlen. Dafür ist das Schloss dort oben so unverfälscht echt, dass wir den Besuch gern empfehlen.

Raritäten unter den Parks sind die botanischen Gärten. Zwei verzeichnet der Führer in Duisburg, einen in Dortmund – dazu unseren Favoriten: den botanischen Garten unterhalb der Bochumer Uni-Betonklötze. Im botanischen Garten wiederum ganz besondere Schätze sind Gewächshäuser. Von außen sind sie eher hässlich, aber es kommt auf die inneren Werte an. Wenn man durch die Tür in einen tropischen Dschungel tritt, schwülwarm, schwer nach üppigem Leben riechend – faszinierend. Wir nehmen uns immer wieder vor, dass wir uns mal mit einem Klappstuhl für ein Stündchen gemütlich einrichten in so einem Ruhr-Dschungel. Der neue Parkführer ist für 19,95 Euro zu haben. Es gibt keine bessere Zeit, damit loszuziehen, als den bunten Herbst. ● -na

— Hätten Sie’s auf Anhieb gewusst? Die Bäumchen auf diesem Bild stehen vor der Jahrhunderthalle. Der Westpark (oben) hinter der Halle ist mehr als einen kurzen Pausenspaziergang wert.

AHD × F? Ï Ï 9F<C= NMA>KÉ :EÉyÉ NMA>KÉ rAE> {|xzzÉ LL>G >E>?HG É y x { É} É | >E>?:Q É y x { É} É }

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| In Nachbars Garten Im Stadtgarten Wattenscheid zum Beispiel, den man nördlich des Ortskerns als Fremder gar nicht so leicht findet. Wie in anderen Städten auch, verblüfft die Einbettung in ein vornehmes Villenviertel. Man könnte argwöhnen, dass sich Stadtobere den Park eigennützig vor die eigene Haustür gesetzt hätten. Es war wohl eher umgekehrt: Wer es sich leisten konnte, baute seine Villa in die Nähe des Stadtparks. Einige besonders schicke Villen stehen beim Gelsenkirchener Stadtpark, der für Auswärtige recht unvermutet zwischen wuseliger Innenstadt und altem Industriegelände liegt. Späte Nachfolger der Volksgärten sind die „Revierparks“. Als Kinder der Siebziger mit starkem Freizeit-Charakter sind sie zeitweise etwas von oben herab betrachtet

worden. Tatsächlich sind es schöne Parks geworden; die Pflanzen sind jetzt mit immerhin schon 40 Jahren richtig Alteingesessene. Das ganze Gegenteil solcher Volksparks waren Schlossgärten. Der Schlosspark in Essen-Borbeck etwa oder der in Herten. Ihren feudal-barocken Charakter haben sie weitgehend verloren: vom Krieg umgepflügt und demokratisiert. Dafür kann man heute ums Schloss herumspazieren und sich ein kleines bisschen wie der Herr im Hause fühlen. Der neue Führer übrigens verzeichnet auch den „Garten von Schloß Hohenlimburg“ im fernen Hagen. Wir sind dem Rat gefolgt. Der Garten allerdings ist ziemlich klein, mit sehr steilen Wegen, und man muss Eintritt bezahlen. Dafür ist das Schloss dort oben so unverfälscht echt, dass wir den Besuch gern empfehlen.

Raritäten unter den Parks sind die botanischen Gärten. Zwei verzeichnet der Führer in Duisburg, einen in Dortmund – dazu unseren Favoriten: den botanischen Garten unterhalb der Bochumer Uni-Betonklötze. Im botanischen Garten wiederum ganz besondere Schätze sind Gewächshäuser. Von außen sind sie eher hässlich, aber es kommt auf die inneren Werte an. Wenn man durch die Tür in einen tropischen Dschungel tritt, schwülwarm, schwer nach üppigem Leben riechend – faszinierend. Wir nehmen uns immer wieder vor, dass wir uns mal mit einem Klappstuhl für ein Stündchen gemütlich einrichten in so einem Ruhr-Dschungel. Der neue Parkführer ist für 19,95 Euro zu haben. Es gibt keine bessere Zeit, damit loszuziehen, als den bunten Herbst. ● -na

— Hätten Sie’s auf Anhieb gewusst? Die Bäumchen auf diesem Bild stehen vor der Jahrhunderthalle. Der Westpark (oben) hinter der Halle ist mehr als einen kurzen Pausenspaziergang wert.

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