Efa brosch textil

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Impressum Herausgeber: Die Effizienz-Agentur NRW Mülheimer Straße 100 47057 Duisburg Gestaltung: Werbeagentur B. Mäuser, Essen Druck: Medienpark Moers FB 07.03.2.0


Inhalt

Die Effizienz-Agentur NRW: Konzepte mit Synergieeffekt

04 I 05

Textil- und Bekleidungsverband Nordwest Ein Kompetenzzentrum für Serviceinformation und Kommunikation

06 I 07

Praxisbeispiele aus der Textilindustrie: Gerhard van Clewe „Dem Wasserverbrauch einen Dämpfer verpasst“

08 I 09

Anton Cramer „Wohltemperiertes Wasser stets auf Lager“

10 I 11

Eing Textilveredelung „Farbpasten ohne Restposten“

12 I 13

Girmes „Farbige Flotte auf Sparkurs“

14 I 15

Hänsel Textil „Viele kleine Schritte – große Wirkung“

16 I 17

HCH. Kettelhack Textilfabrik „Mit weniger Energie mehr spinnen“

18 I 19

Textilausrüstung Roessing „Auf die Dosis kommt es an“

20 I 21

Schmitz-Werke „Umweltfreundliches Betriebsklima“

22 I 23

Setex-Textil „Auf schlichte Art viel gespart“

24 I 25

Produktionsintegrierter Umweltschutz. Der Erfolgsfaktor. Ökologischer Fortschritt zahlt sich aus.

26 I 27

Die Ansprechpartner in der Effizienz-Agentur NRW

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Was uns bewegt. Was wir bewegen.

Die Effizienz-Agentur NRW: Konzepte mit Synergieeffekt

Die Effizienz-Agentur NRW (EFA) informiert und unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen rund um Fragen des Produktionsintegrierten Umweltschutzes (PIUS) und dessen wirtschaftlich sinnvolle Realisation im unternehmerischen Alltag. Die EFA ist 1998 auf Initiative des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums gegründet worden. Ziel unserer Arbeit: Einklang zwischen Ökologie und Ökonomie, bei dem Unternehmen und Umwelt gleichermaßen profitieren. Sitz der EFA in Duisburg

Das EFA-Leistungsspektrum. • Wir helfen der Wirtschaft, neue PIUS-Technologien praktisch umzusetzen • Wir vermitteln externe Berater zu individuellen PIUS-Themen • Wir informieren über aktuelle PIUS-Programme und -Projekte • Wir vermitteln Finanzierungen förderungswürdiger Vorhaben • Wir unterstützen und veröffentlichen projektbezogene Pilotprojekte • Wir bündeln Einzelinitiativen zu Verbundprojekten

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Ziel aller Beratungsleistungen ist die möglichst weite Verbreitung innovativer Fertigungs- und Prozessabläufe, die schon während des Arbeitsvorgangs Schadstoffemissionen wirksam verhindern oder minimieren können. Bei fast jedem industriellen Prozess entstehen auch ökologisch bedenkliche Nebenprodukte. Bisher entschärfte und kompensierte der nachsorgende oder additive Umweltschutz diese Belastungen durch nachgeschaltete Reinigungsprozesse. Diese Prozesse verursachen jedoch in vielen Fällen zusätzliche Kosten für den Bau und den Betrieb der Anlagen; auch die Entsorgung der abgetrennten Schadstoffe kostet Geld. Dabei gilt oft: Abfall ist nichts anderes als wertvoller Rohstoff am falschen Platz. Anders als solche End-of-pipeMaßnahmen bietet PIUS gerade strategisch planenden und erfolgsorientierten Unternehmern geldwerte Vorteile: Mit durchdachten Strategien können die Kosten deutlich reduziert werden – durch Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung schon in der Produktion, durch prozessnahe Kreislaufschließung und Wertstoffrückgewinnung sowie durch Vermeidung oder Verminderung von Emissionen.


Vorteile für Ihr Unternehmen.

Vorteile für unsere Umwelt.

• Sie senken Ihre Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe • Sie sparen bei Energie und Abfallentsorgung • Minimierter Entsorgungsaufwand setzt Mittel frei für die Produktion • Effiziente Betriebsabläufe erhöhen die Motivation der Mitarbeiter • Ihr Unternehmensimage gewinnt

• Die Belastung durch Schadstoffe sinkt • Geringerer Ressourcenverbrauch • Industrie und Öffentlichkeit werden langfristig für Umweltaspekte sensibilisiert

Die kostenlose Initialberatung der EFA gibt PIUS-Impulse.

Die EFA will Wegbereiter dieser zukunftsorientierten Wirtschaftsstrategie sein – vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. In der EFA finden Sie einen kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen des unternehmerisch sinnvollen Umweltschutzes. Unter der Schirmherrschaft der EFA entstehen nicht nur neue Programme und Projekte, sondern auch ein leistungsfähiges InfoNetzwerk für den gesamten NRWMittelstand. Spezielle Projektforen und die Förderung des produktiven Wissenstransfers zwischen Wirtschaft, Technologiezentren, Beratern und Herstellern runden die EFA-Leistungspalette ab.

Mehr Informationen: Die Effizienz-Agentur NRW Zentralbüro Duisburg Mülheimer Straße 100 47057 Duisburg Telefon 02 03 / 3 78 79-30 Fax 02 03 / 3 78 79-44 E-Mail: efa@efanrw.de www.efanrw.de


Textil- und Bekleidungsverband Nordwest

Ein Kompetenzzentrum für Serviceinformation und Kommunikation

Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.

Sitz des Verbandes der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. in Münster

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Zum 1902 gegründeten Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie gehören heute 350 Mitgliedsunternehmen in Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg. Mit 42.000 Beschäftigten erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von über 7 Mrd. €. Dies entspricht gut einem Viertel der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Im Verband ist die gesamte textilindustrielle Kette organisiert: Garnund Flächenhersteller, Textilveredler sowie Lieferanten textiler Fertigprodukte aus den Bereichen Bekleidung, Haus- und Heimtextilien und technische Textilien. Zu den Aufgaben des Verbandes gehört unter anderem die Information der Mitgliedsunternehmen über neue Entwicklungen in den Bereichen Tarife und Soziales, Wirtschaft, Recht und Umwelt. Im Rahmen dieser Aufgabe hat der Verband schon im Jahr 1990 als erster Landesverband der deutschen Textilindustrie ein selbständiges Umweltreferat eingerichtet.

Ressourceneffizienz in der nordwestdeutschen Textilindustrie Das Umweltreferat des Verbandes der nordwestdeutschen Textilindustrie befasst sich seit Jahren mit der Ausarbeitung sachgerechter und wirtschaftlich vertretbarer Lösungen in allen Fragen des Umweltschutzes. Der Schwerpunkt liegt dabei in jüngster Zeit auf dem Produktionsintegrierten Umweltschutz, der als Baustein im Sinne einer Nachhaltigkeitsstrategie Eingang in den betrieblichen Alltag findet. So ist das Umweltreferat des Textil- und Bekleidungsverbandes Nordwest der ideale Partner der Effizienz-Agentur NRW beim PIUS-Projekt.

Nachhaltigkeit in der Textilindustrie Was bedeutet „nachhaltiges Wirtschaften“ oder „sustainability“ für die mittelständischen Unternehmen unserer Branche? Immer mehr tun es, aber keiner weiß es – das ist sicher überspitzt formuliert, hat aber einen wahren Kern. In vielen Unternehmen beschäftigen sich Mitarbeiter kompetent und erfolgreich mit Umweltfragen; sie sind sich jedoch oft gar nicht recht der Tatsache bewusst, dass sie damit zur viel zitierten und allenthalben geforderten „nachhaltigen Entwicklung“ längst ihren eigenen Beitrag leisten. Da überrascht es nicht, dass es dann oft an einer Darstellung nach außen fehlt, die anderen Textil-


unternehmen zeigen könnte, auf welch vielfältige Weise umweltschonende Prozessführung möglich ist. Hierbei sind keine End-of-pipeTechniken gemeint, die üblicherweise die Schadstoffe von einem Umweltmedium in ein anderes verlagern – obwohl es auch da sicherlich interessante Konzepte gibt. Im PIUS-Projekt des Textil- und Bekleidungsverbandes Nordwest und der EFA ist jedoch die Rede von intelligenteren Lösungsansätzen, die zeigen, dass es durchaus möglich ist, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Umweltschutz zu betreiben. Dabei werden Material- und Energieverbrauch reduziert, also eine verbesserte Ressourceneffizienz im klassischen Sinne erzielt. Außerdem werden unerwünschte Emissionen wie das Abwasser von vorneherein reduziert.

ökonomischen Aspekten den sozialen Gedanken integrieren, bis hin zu rein produktionsbezogenen Maßnahmen, die etwa eine Kreislaufschließung von Textilhilfsmitteln und Prozesswasser zum Ziel haben. Aus den vielen Beispielen von Maßnahmen zum Produktionsintegrierten Umweltschutz wurden jene herausgesucht, die unter dem Gesichtspunkten Wirtschaftlichkeit und Übertragbarkeit besonders interessant sind. Ziel ist es, einen Dialog zum Produktionsintegrierten Umweltschutz zu initiieren, um möglichst viele Textilunternehmen zur Nachahmung anzuregen.

Leiterin des Umweltreferates: Dr. Monika Kohla Fon (02 51) 5 30 00-55 m.kohla@textil-bekleidung.de

Die Teilnehmer: · · · · · ·

Das Verbundprojekt · Das Projekt „Produktionsintegrierter Umweltschutz in der westfälischen Textilindustrie“ lief im Rahmen des Regionalwettbewerbs „Ökoeffizienz in der Produktion“, einer Initiative der Effizienz-Agentur NRW. Bei der detaillierten Analyse zum Stand des PIUS in der westfälischen Textilindustrie haben 17 Unternehmen mitgemacht, die auf ganz unterschiedliche Weise ihren Ansatz im Sinne einer nachhaltigen Produktion verfolgen. Das Spektrum reicht von ganzheitlichen Managementkonzepten, die neben ökologischen und

Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V.

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Amoco Fabrics GmbH F. Blanke GmbH & Co. H. Brinkhaus GmbH & Co. KG Gerhard van Clewe GmbH & Co. KG A. Cramer GmbH & Co. Eing Textilveredelung GmbH & Co. KG ERATEX Gustav Ernstmeier GmbH & Co. KG Falke KG Girmes GmbH Grenzlandfärberei Geuting GmbH & Co. KG Güth & Wolf GmbH Hänsel Textil GmbH Ibena Textilwerke Beckmann GmbH HCH. Kettelhack Textilfabrik GmbH & Co. KG Schmitz-Werke GmbH + Co. KG Setex-Textil GmbH Textilausrüstung Roessing GmbH & Co. KG

Hauptgeschäftsstelle: Moltkestraße 19 48151 Münster Fon (02 51) 5 30 00-0 Fax (02 51) 5 30 00-35 www.textil-bekleidung.de


Wasser

Chemikalien

Energie

PIUS-Praxisbeispiel 1: Gerhard van Clewe GmbH & Co. KG

Dem Wasserverbrauch einen Dämpfer verpasst

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die Gerhard van Clewe GmbH & Co. KG wurde 1954 gegründet und ist nach wie vor ein familiengeführtes Unternehmen. Mit 190 Mitarbeitern veredelt der Betrieb Rohgewebe und Maschenware für verschiedene Auftraggeber.

Vorreinigungsstufe (Vakuumabsaugung) für Waschmaschine

Leitmotiv in der Unternehmenspolitik ist das „Magische Dreieck“ aus Qualität, Kosten und Umweltschutz. Diese drei Elemente sind eng verzahnt und können nur im Zusammenspiel optimiert werden: „Durch exakte Steuerung wird die Qualität gesichert und der Umweltschutz verbessert, so dass auch die Kosten stimmen“, sagt Ansgar van Clewe, Enkel des Firmengründers. Zu den Bemühungen, den Einsatz von Energie und Chemikalien nach PIUS-Prinzipien in verschiedenen Prozessen zu optimieren, zählt die Installation einer neuen Waschmaschine.

Gerhard van Clewe GmbH & Co. KG Loikumer Straße 10 46499 Hamminkeln-Dingden www.van-clewe.de

Ansgar van Clewe Geschäftsführung

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Warum PIUS?

Die Erfahrungen

Die neue Waschmaschine dient der Vorbehandlungswäsche – Entschlichtung – und der Farbwäsche. Der Waschmaschine vorgeschaltet ist ein Dämpfer, verbunden mit einer Vakuumabsaugung: Im Dampf dehnen sich die Schlichtemoleküle in der Ware aus, drängen aus dem Fadenkern nach außen, lösen sich vom Faserverbund und können dann leicht abgesaugt werden. 70 % der Schlichte ist dann schon vom Gewebe getrennt, der Waschvorgang kommt daher mit viel weniger Wasser aus – klassisches Ergebnis produktionsintegrierten Umweltschutzes. 80 % des Abwassers werden übrigens bei van Clewe mittlerweile recycelt. Dabei kommen verschiedene Membrantechnologien zum Einsatz, die nach einigen Anlaufschwierigkeiten sicher und vor allem wirtschaftlich arbeiten.

Die Vorbehandlungsstufe bei der Entschlichtung und Farbwäsche kostete etwa 250.000 € und wurde durch das NRW-Förderprogramm „Initiative ökologische und nachhaltige Wasserwirtschaft“ unterstützt. Diese Vorreinigungsstufe spart bei der Entschlichtungs-Wäsche etwa 3 Liter je Kilogramm Ware ein. Das sind bei einem Wochendurchsatz von 80 Tonnen Ware jährlich 12.000 m3 Wasser weniger. In Euro und Cent bedeutet das: Für Wasser und Abwasser müssen 36.000 € weniger ausgegeben werden, für Energie – es werden 490 MWh Erdgas eingespart – 17.000 €.

Schlichteanteil minimierten, dann könnte im eigenen Betrieb der Waschprozess mit so wenig Wasser gefahren werden, dass der gesamte Abwasserstrom eingedampft und thermisch verwertet werden kann. Dann kämen keine Schadstoffe aus der Entschlichtung mehr ins Abwassersystem. Bisher werden lediglich die Konzentrate aus der vorgeschalteten Vakuumabsaugung gesammelt, verdampft und der thermischen Verwertung zugeführt. Schon dadurch konnten 60–80 % der CSB/BSB-Anteile aus dem Abwasser entfernt werden.

Die Unternehmensleitung bei van Clewe denkt unterdessen schon einen Schritt weiter: Wenn schon alle Vorlieferanten durch Vornetztechnologie konsequent den

Fotos von links nach rechts: 1. Zwei Pumpen sorgen für den erforderlichen Unterdruck bei der Vakuumabsaugung. 2. Beim Waschen sind Wasserdurchfluss und Warendurchlauf entgegengerichtet.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 2: A. Cramer GmbH & Co.

Wohltemperiertes Wasser stets auf Lager

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die A. Cramer GmbH & Co. in Greven ist ein Unternehmen mit langer Tradition: Im Jahr 1900 wurde die Firma gegründet und seither von der Familie Cramer weitergeführt. Die Firma beschäftigt 340 Mitarbeiter und wird weltweit geschätzt als Lieferant hochwertiger Stoffe für Bekleidung, Inletts und Matratzenbezüge. Die Geschäftsführer, Anton Cramer und sein Sohn Anton Wilhelm Cramer, empfinden es als Verpflichtung, die hervorragende Marktstellung ihres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen – am gewohnten Standort in Deutschlands ältester Textil-Region.

Zentrale Abwärmenutzung mittels Schichtenspeicher

Sie setzen dabei auf modernste Anlagen in der textilen Produktion: Weberei, Wirkerei und Finishing. Hand in Hand mit den jüngsten Modernisierungen der Produktion ging bei A. Cramer die Optimierung der Energie- und Wasserversorgung. Im Ergebnis verbesserten die PIUSMaßnahmen Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz.

A. Cramer GmbH & Co. Münsterstraße 112 48268 Greven www.anton-cramer.de

Hermann Forsting Betriebsleiter

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Warum PIUS?

Die Erfahrungen.

Die verschiedenen Veredelungsund Färbeprozesse laufen bei definierten Temperaturen ab und sind energieintensiv. An dieser Stelle setzt A. Cramer mit Produktionsintegriertem Umweltschutz an: Abwärme von Kühlprozessen oder aus Abwasserströmen wird intensiv genutzt, so dass nur noch ein geringer Teil der Prozesswärme durch den zentralen Ölkessel bereitgestellt werden muss. Kühlwasser wird dabei direkt als warmes Brauchwasser genutzt, während Abwasserwärme über Wärmetauscher indirekt aufs Frischwasser übertragen wird. Weil warmes Wasser jedoch nicht immer gerade dann gebraucht wird, wenn Abwärme anfällt, installierte Cramer einen zentralen Schichtenspeicher, in dem das warme Wasser gesammelt und bei Bedarf abgerufen wird.

Der zentrale Schichtenspeicher hat sich in weniger als einem Jahr amortisiert. Jährlich werden etwa 830 t Heizöl (entsprechend 9.600 MWh) im Wert von ungefähr 90.000 € eingespart.

Dieses von A. Cramer selbst konzipierte Bogensieb ist wartungs- und störungsfrei. Mit 20.000 € Investitionskosten werden Wasserverbrauch und Abwasser um jährlich 35.000 m3 reduziert.

Der Betrieb der Speicheranlage erfordert einige Erfahrung, denn Zufuhr und Entnahme von Wasser müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Dann funktioniert das System ohne Probleme. Eine weitere Maßnahme bei A. Cramer hat sich ebenfalls im Handumdrehen bezahlt gemacht: die optimierte Kühlwasser-Kreislaufführung an zwei Sanforanlagen. Das Wasser, welches zur Kühlung der Gummitücher dient und daher mit Textilfasern verschmutzt ist, wird mit Hilfe eines einfachen Bogensiebs gereinigt.

Fotos von links nach rechts: 1. Abwärme fällt – wie hier beim Strangbleichen – in großen Mengen an. 2. Der zentrale Schichtenspeicher fasst ca. 90 m3.


Wasser

Chemikalien

Energie

PIUS-Praxisbeispiel 3: Eing Textilveredelung GmbH & Co. KG

Farbpasten ohne Restposten

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die Eing Textilveredelung GmbH & Co. KG, gegründet 1950 in Gescher, ist ein mittelständisches Textilveredelungsunternehmen mit Weberei-Vorwerk, Garnveredelung, Stückveredelung, Stoffdruckerei, Appretur und Beschichtung. Die Firma beschäftigt 240 Mitarbeiter.

Druckpastenrecycling (TPR-Anlage)

Das Unternehmen widmete sich bereits in vielfältiger Weise umweltrelevanten Themen; so war es an einem Verbundprojekt zur Entwicklung ökologisch orientierter Wertschöpfungsketten in der Textilindustrie beteiligt. Das wegweisende Projekt wurde im Jahr 2000 auf der EXPO in Hannover präsentiert. Einen Schwerpunkt beim Produktionsintegrierten Umweltschutz setzte Eing im Bereich Stoffdruckerei. Das Ziel: weniger Farb-Druckpasten einsetzen und die Belastung des Abwassers reduzieren.

Eing Textilveredlung GmbH & Co. KG Stadtlohner Straße 71 48712 Gescher www.eing.de

Hubertus Eing Geschäftsführer

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Warum PIUS? Beim Pigmentdruck auf Textilien bleibt ein großer Teil der ursprünglich angesetzten Farb-Druckpasten ungenutzt übrig. Mit konventionellen Methoden konnte Eing nur etwas über ein Drittel dieser Restpasten wieder verwenden – der Rest musste teuer entsorgt werden. 1997 wurde daher eine 550.000 € teure TPR-Anlage („Total Printpaste Return“) installiert. Die mit 200.000 € vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderte Anlage erhöht den Anteil der wieder verwertbaren Restpasten auf 85 %.

Fotos von oben nach unten: 1. Die vollautomatische TPR-Anlage nimmt eine Grundfläche von 6,5 x 23 m ein. 2. Die Druckpaste wird in Kübeln angesetzt und der Druckmaschine über Schläuche zugeführt. 3. Blick in die Druckwalze.

Bei dem ausgeklügelten Verfahren werden die Druckpasten in codierten Farbkübeln angesetzt und für die Rotationsdruckmaschinen bereitgestellt. Die nach dem Druckvorgang übrig gebliebenen Pasten werden in ihren Kübeln zu einer Sammelstation gebracht. Dort stehen 72 Sammelbehälter à 200 Liter zur Aufnahme der Restfarben. Die TPR-Anlage identifiziert den Farbkübel automatisch und sucht anhand der vorliegenden Daten einen Sammelbehälter, dessen Inhalt am besten zu der angelieferten Restfarbe passt. Der Inhalt des Farbkübels wird nun in den Sammelbehälter gekippt. Zur restlosen Entleerung greift dann ein automatisch geführter Schaber in den Farbkübel und führt auch die letzten Reste in den Sammelbehälter.

Für eine neue Druckpartie wird dann wiederum jener Sammelbehälter ausgewählt, dessen Inhalt für das neue Druckrezept am besten als Grundlage geeignet ist. Die Paste wird homogenisiert, in einen gereinigten Farbkübel abgefüllt, mit den notwendigen Farb- und Hilfsmitteln abgemischt und für den nächsten Druck bereitgestellt. Das alles geschieht keineswegs nach Augenschein und Farbgeschmack, sondern vollautomatisch und computergesteuert. Zur Bewältigung der 30.000 verschiedenen Rezepturen benötigt das System eine aufwändige EDVSteuerung.

Die Erfahrungen. Bei allem Aufwand hat sich die TPR-Anlage rasch bezahlt gemacht. 350 t Restdruckpasten können durch diese PIUS-Maßnahme jährlich wiederverwertet werden, die zuvor ungenutzt vernichtet werden mussten. Das allein erspart beim Einkauf etwa 175.000 € pro Jahr. Außerdem wird weniger Waschwasser benötigt und am Ende die Abwasserfracht um etwa 77 t CSB/a verringert. Diese Entlastung der betriebseigenen Kläranlage erspart etwa 30.000 €; insgesamt liegt die jährliche Ersparnis bei 200.000 € – gegenüber einer Investition von 550.000 €.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 4: Girmes GmbH

Farbige Flotte auf Sparkurs

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Girmes in Grefrath wurde 1879 begründet; heute ist das Unternehmen eines der größten Textilunternehmen Europas, spezialisiert auf hochwertige „dreidimensionale Gewebe“ wie Velours, Samt, Kunstfelle, Haftverschlüsse. Zu den Abnehmern gehören Hersteller bzw. Handelsunternehmen in den Bereichen Bekleidung, Heimtextilien und Teppiche. Einen großen Teil der Produktion machen technische Textilien aus – so zählt Girmes zu den weltweit bedeutendsten Herstellern von Farbroller-Bezügen. Die Firma verfügt über die textilen Produktionsstufen Vorwerk, Weberei, Vorbehandlung, Färberei, Druckerei und Ausrüstung.

Farbküche

In den vergangenen Jahren wurde das Unternehmen reorganisiert und neu strukturiert. Ein Teil der Produktionsstätten konnte am Hauptstandort zusammengefasst und mit modernsten Maschinen ausgestattet werden. Dabei, so erläutert Umweltbeauftragter Dr. Frank Lützenkirchen, entfielen nicht nur betriebsbedingte Transporte; auch der Produktionsablauf konnte im Sinne von PIUS effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden.

Girmes GmbH Johannes-Girmes-Straße 27–29 47929 Grefrath-Oedt www.girmes.de

Dr. Frank Lützenkirchen Umweltbeauftragter

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Warum PIUS? Mit der Einrichtung einer zentralen Farbküche erzielt Girmes Erfolge im textiltypischen Aufgabenbereich der effizienten Chemikalien-Dosierung. Die Farbflotten werden jetzt automatisch nach Rezeptur angesetzt und über Dosieranlagen direkt in die Färbeanlagen geleitet. Die Vorteile sind vielfältig. Allein durch den geringeren Verbrauch an Farben und Hilfsmitteln hat sich die Investition nach kurzer Zeit amortisiert. Bessere Reproduzierbarkeit und höhere Qualität ergeben darüber hinaus langfristig ein Plus beim Absatz. Mitarbeiter können den direkten Kontakt mit schädlichen Stoffen vermeiden. Da die Ansatzstation im Obergeschoss steht, die Färbemaschinen sich im Erdgeschoss befinden, bleiben am Ende des Prozesses fast keine Rückstände in den Leitungen. Es gibt kaum noch Restfarbflotten, die teuer entsorgt werden müssen. Die Abwasserfracht der Färberei konnte um ein Drittel reduziert werden. Das entlastet unmittelbar die Umwelt – und spart Abwassergebühren. Fotos von oben nach unten: 1. Die Farbansätze werden zentral im Obergeschoss hergestellt. 2. Der kristalline Farbstoff muss zunächst in Wasser gelöst werden. 3. Auffangwannen aus Edelstahl haben sich bewährt.

Die Gelegenheit der betrieblichen Umstrukturierung nutzte Girmes überdies zu einer mittelfristig berechneten Investition: Anlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen arbeiten, wurden mit Auffangwannen aus Edelstahl ausgestattet. Sie sind langlebiger, beständiger und leich-

ter zu reinigen als beschichtete Wannen. Das bedeutet: mehr Sicherheit für Umwelt und Mitarbeiter bei weniger Reparaturen und kostenpflichtigen Überprüfungen. Im Bereich Schlichten verwirklicht Girmes PIUS durch konsequentes Recycling: Durch Einsatz der Membrantechnologie kann die eingesetzte Schlichte zu 80 % wiederverwandt werden.

Die Erfahrungen. Die zentrale Farbküche hat sich unterdessen bereits amortisiert: Jährlich werden 45 t Farbstoffe und Hilfsmittel eingespart, das entspricht etwa 110.000 €. Auch das Schlichterecycling hat sich nach zweijährigem Probebetrieb eingespielt und senkt die Materialkosten deutlich. Die bisherigen Erfahrungen mit PIUS-Maßnahmen sind bei Girmes durchweg positiv. Es werden in absehbarer Zeit weitere Betriebsbereiche zusammengelegt werden, und auch bei dieser Gelegenheit wird das Unternehmen Effizienz, höhere Wirtschaftlichkeit und verbesserten Umweltschutz nach dem PIUS-Prinzip zu verbinden wissen.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 5: Hänsel Textil GmbH

Viele kleine Schritte – große Wirkung

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Das 1908 in der Lausitz gegründete Unternehmen hat seinen Sitz seit 1948 in Iserlohn. Mit 265 Mitarbeitern stellt Hänsel Einlagestoffe für die Bekleidungsindustrie her, außerdem technische Textilien für den Automobilbau. Die Produktionskette reicht vom Weben und Wirken bis zum Veredeln, Färben und Beschichten.

Integriertes Managementsystem

Seit geraumer Zeit stellt das Unternehmen die Sicherheit seiner Mitarbeiter und den Schutz der Umwelt auf eine Stufe mit der Produktqualität. Diese Unternehmenspolitik mündete in ein integriertes Managementsystem für Qualität, Umweltschutz und Sicherheit (QUS). Produktionsintegrierter Umweltschutz ist bei Hänsel eingebettet in einen ganzheitlichen Managementregelkreis. Hänsel Textil GmbH Pütterstraße 22 58636 Iserlohn www.haensel-textil.com

Annette Hofmann Qualitäts-, Umweltschutzund Sicherheitsmanagement

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Warum PIUS? In der Veredelung setzt Hänsel viele Chemikalien, Farb- und Textilhilfsmittel ein, speziell zur Appretur und Beschichtung. An dieser Stelle erkannte das Unternehmen ein Optimierungspotenzial, um Kosten zu senken und die Umwelt zu entlasten. Durch oftmals kleine Veränderungen kann der Einsatz von Chemikalien, von Wasser und Heizenergie gesenkt werden. Und wo weniger Chemie, Wasser und Energie verbraucht werden, profitiert immer die Umwelt. Besonderes Augenmerk richtet man bei Hänsel auf organisatorische Aspekte im Rahmen der Produktionsplanung und -steuerung: Wenn zum Beispiel möglichst große Partiemengen zusammengestellt werden, kann ein Rezept zur Appretur oder Beschichtung lange gefah-

ren werden, und das verringert Materialeinsatz und Restflotten. Generell werden alle Mitarbeiter aktiv in die Betriebsabläufe eingebunden und an den Prozessen beteiligt, um Verantwortung und Motivation zu fördern. Auch damit werden Reibungsverluste minimiert und Kosten gesenkt; jeder fühlt sich für Sicherheit und Umweltschutz gleichermaßen zuständig.

Die Erfahrungen. Innerhalb des ganzheitlichen Managementregelkreises erzielt Hänsel sehr konkrete Fortschritte im Sinne von PIUS. So wurde etwa in der Veredelung ein Trockenschritt eingespart, indem ein Waschmodul direkt vor einen Spannrahmen installiert wurde. Die Ware läuft nun direkt vom Waschen in die Appretur – nass in nass. Der Was-

serverbrauch sank um 10 %, der Gasverbrauch um 15 % – bei gleicher Produktqualität. Durch den Einsatz automatisierter Ansatz- und Dosierstationen konnte bei Appretur und Beschichtung die Rezeptvielfalt um 40 % reduziert werden. Der Verbrauch an Chemikalien und Hilfsmitteln sank um 15 %. Auch die ins Gesamtkonzept integrierte Gesundheitsfürsorge „Fit für Hänsel“ addierte viele kleine Maßnahmen zu einem Paket von über 110 Vorschlägen, das sich in klaren Erfolgszahlen beschreiben lässt: Die Fehlzeiten in der Produktion gingen um 3,3 Prozentpunkte zurück. Die Investitionen von 100.000 € haben sich schnell bezahlt gemacht, da allein Lohnfortzahlungen von 50.000 € pro Jahr eingespart werden konnten.

Fotos von links nach rechts: 1. Der harte, dünne Belag der neuen Räder reduziert den Laufwiderstand und damit den Kraftaufwand, um die Kaulen zu bewegen. 2. Zusätzlich erleichtern elektrische Zugmaschinen die Arbeit.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 6: HCH. Kettelhack Textilfabrik GmbH & Co. KG

Mit weniger Energie mehr spinnen

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die Firma HCH. Kettelhack GmbH & Co. KG in Rheine besteht seit 1874. Im Jahr 1982 verlegte sie ihren Standort in ein Industriegebiet am Stadtrand. Mit der neuen „Textilfabrik auf der grünen Wiese“ dokumentierte das Unternehmen die Entscheidung, eine vollstufige Textilfabrik am traditionellen Standort in Deutschland erhalten und ausbauen zu wollen. Die Firma produziert mit 320 Mitarbeitern Textilien für Privathaushalte, für Hotels und Krankenhäuser sowie für Berufskleidung.

dezentrale Abwärmenutzung beim Färben (Padsteam-Färbeanlage)

Die Entscheidung für den Standort Deutschland war gleichzeitig eine Entscheidung für modernste Technik und einen hohen Standard beim Umweltschutz. Den im Vergleich zu vielen anderen Ländern strikten gesetzlichen Rahmen beim Umweltschutz begreift man bei Kettelhack nicht als Hindernis, sondern als „Herausforderung an unsere textile Kompetenz“. Die Produktionsprozesse sind – und werden weiterhin – im Sinne von PIUS umweltverträglich optimiert. Das Unternehmen ist selbstbewusst genug, den gesamten Produktionsablauf transparent zu machen. Ein Verstecken hinter Vorlieferanten kennt das Management nicht, und Kunden sind bei Kettelhack jederzeit willkommen, den gesamten Produktionsablauf in der Fabrik von A-Z mit eigenen Augen zu verfolgen.

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HCH. Kettelhack Textilfabrik GmbH & Co. KG Birkenallee 183 48432 Rheine www.kettelhack.de

Jan Kettelhack Geschäftsführung


Warum PIUS? Die Integration des Umweltschutzes berücksichtigt Kettelhack beim Beschaffen neuer Anlagen, bei der Modernisierung von Maschinen, bei Organisation und Kooperation im Betrieb – über die gesamte textile Produktionskette. Der Umweltaspekt spielt bei Auswahl, Prüfung und Substitution von Chemikalien und Hilfsstoffen für neue Produkte ebenso eine gewichtige Rolle wie bei der Einführung neuer Verfahren und bei Änderung von Produktionsprozessen.

Fotos von oben nach unten: 1. Die Wärmerückgewinnungsanlage benötigt wenig Platz. 2. Die Kapazität der 12 neuen OpenendRotor-Spinnmaschinen reicht aus, um den Garnbedarf der Weberei zu decken.

Wie stets beim PIUS gehen höhere Produktivität, Effizienz und Umweltschutz Hand in Hand. So wurde die Spinnerei vollständig erneuert. 12 alte Maschinen wurden durch neue ersetzt – mit fast der doppelten Kapazität. Durch Automatisierung und Optimierung wurden Produktivität und Wirtschaftlichkeit erheblich gesteigert. Großen Anteil daran hat der relativ geringe Energiebedarf der neuen Maschinen. Eine verbesserte Energiebilanz war auch das Ziel beim Einbau einer Wärmerückgewinnung in die Padsteam-Färbeanlage. Dort wird 95 Grad heißes Wasser benötigt, das bislang nach dem Färbeprozess als heißes Abwasser abgeleitet wurde. Mit Hilfe eines Plattenwärmetauschers direkt an der Anlage kann die hohe Temperatur des Abwassers jetzt genutzt werden, um frisches

Prozesswasser für die Färberei von 20 auf 90 Grad vorzuheizen. Im Waschabteil selbst wird dann durch Nachheizen die notwendige Temperatur von 95 Grad erreicht.

Die Erfahrungen. Die beiden geschilderten Maßnahmen führten unmittelbar zu Einsparungen. Trotz beinahe verdoppelter Garnkapazität stieg der Energieverbrauch der Spinnerei nur um 12 %. Das heißt: Der spezifische Energieverbrauch je Kilogramm Garn sank um gut 20 %. Müsste die jetzt höhere jährliche Garnmenge mit den alten Maschinen produziert werden, würde dabei 3.500 MWh mehr Strom im Gegenwert von 175.000 € verbraucht werden. Die Einsparung bei der PadsteamWärmerückgewinnung beträgt 1.600 MWh Erdgas im Jahr. Das reduziert die Energieausgaben jährlich um 40.000 €, und damit sind auch schon die Investitionskosten wieder eingespielt.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 7: Textilausrüstung Roessing GmbH & Co. KG

Auf die Dosis kommt es an

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die Textilausrüstung Roessing GmbH & Co. KG ist seit 1982 als Auftragsveredler tätig und verarbeitet Gewebe aus cellularischen sowie synthetischen Fasern und deren Mischungen in Vorbehandlung, Färberei, Appretur und Beschichtung. Die ausgerüsteten Gewebe finden im gesamten Spektrum textiler Anwendungsbereiche wie Oberbekleidung, JobWear und technischen Textilien Verwendung. Die 105 Mitarbeiter verarbeiten im Dreischichten-Betrieb 7 bis 9 Millionen Meter Ware pro Jahr. Da die Kollektion der Kundenunternehmen vier mal im Jahr wechselt, muss sich der Betrieb flexibel auf die immer neuen Anforderungen einstellen; dafür unterhält Roessing eine eigene Entwicklungsabteilung.

Dosieranlage (OCD-Anlage) in der Appretur

Das Unternehmen setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Umweltschutz auseinander. Die daraus entwickelten Konzepte betreffen Management, Mitarbeiter und Abläufe und führten zu einem zertifizierten kombinierten Qualitäts- und UmweltmanagementSystem. Dreh- und Angelpunkt des Produktionsintegrierten Umweltschutzes ist die exakte Dosierung der beim Veredeln verwendeten Grundchemikalien, Farbstoffe, Pigmente und Textilhilfsmittel.

Textilausrüstung Roessing GmbH & Co. KG Tünter Heide 8 46414 Rhede www.roessing.com

Dr. Markus Strauß Qualitäts- und Umweltbeauftragter

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Warum PIUS?

Erfahrungen.

Die Halbfertigwaren in der Appretur etwa werden mit zahlreichen Rezepturen und Hilfsmitteln behandelt, um bestimmte Produkteigenschaften und Funktionalitäten zu erzielen. Um die Chemikalien möglichst effizient einsetzen zu können, investierte Roessing in eine Anlage zur Optimierten Chemikalien-Dosierung (OCD). Diese Anlage berechnet die Ansätze, setzt die jeweilige Flotte automatisch an und leitet sie direkt zur Appretur-Maschine.

Durch die exakt berechnete Mischung bleibt am Ende eines Durchlaufs erheblich weniger Restflotte übrig, die kostspielig entsorgt werden muss. Und das bedeutet: Es gehen weniger Rohstoffe verloren; die Kosten für Chemikalien sinken. Außerdem vereinfachte der automatische Ansatz der Chemikalien die Organisation des Betriebes und führte zu einer besseren Reproduzierbarkeit des AusrüstungsErgebnisses. Mehr Qualitätssicherheit wiederum bedeutet weniger Kosten durch Qualitätsmängel.

Mehr noch: Die OCD-Anlage ist lernfähig. Zunächst wird nur die Hälfte jener Appreturmenge angesetzt, die nach den Erfahrungswerten aus einer Datenbank für die betreffende Charge benötigt wird. Wenn die Hälfte der Ware den Prozess durchlaufen hat, wird die restliche Flotte anhand des tatsächlichen Verbrauchs berechnet und angesetzt. Die neu gewonnenen Daten werden wiederum in die Verbrauchs-Statistik der Datenbank integriert und bei späteren FlottenBerechnungen berücksichtigt. Fotos von oben nach unten: 1. Eine kontinuierliche Messung liefert exakte Verbrauchsdaten. 2. Durch die Automatisierung der Chemikaliendosierung werden die Mitarbeiter in der Produktion entlastet. 3. Die Anzahl der in der Appretur eingesetzten Chemikalien konnte auf unter 20 reduziert werden.

Als indirekte Wirkung der präzise arbeitenden OCD-Anlage ergab sich die Chance, die Vielfalt der eingesetzten Chemikalien und Rezepte auf ein Drittel zu reduzieren. Roessing spart auch an anderen Stellen Energie und Wasser, reduziert schädliche Abwasser und Abgase. So wird auch beim Waschen der Rohware eine automatische Dosieranlage eingesetzt, die Hilfsstoffe spart und Schadstofffrachten reduziert. Eine weitere umweltrelevante Maßnahme ist in Planung: Die Abwässer des Unternehmens sollen je nach mitgeführter Schadstofffracht in die Kläranlage eingeleitet werden, so dass die dort arbeitenden Bakterien gleichmäßig beschäftigt sind.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 8: Schmitz-Werke GmbH + Co. KG

Umweltfreundliches Betriebsklima

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die Schmitz-Werke in Emsdetten produzieren Gewebe aus Polyacryl, Polyester und Baumwolle, und sie fertigen daraus in erster Linie Dekostoffe, Gardinen und Markisenstoffe. Das 1921 gegründete Unternehmen beschäftigt 710 Mitarbeiter, die alle seit mehreren Jahren in ein integriertes Managementsystem einbezogen sind: Jeder handelt möglichst eigenverantwortlich im Sinne des Ganzen und ist sich dabei seiner Verantwortung auch für Sicherheit und Gesundheit der Kollegen sowie für die Umwelt bewusst.

Optimierung der Klimaanlage in der Weberei

Nachdem zunächst 1997 das interne Qualitätsmanagement-System zertifiziert wurde, folgten bald entsprechende Systeme für Umwelt-, Sicherheits, Risiko- und Gesundheitsmanagement. Beim Umweltmanagement wurden mehrere Maßnahmen im Sinne des Produktionsintegrierten Umweltschutzes realisiert. Dabei wurden an verschiedenen Stellen Energie und Zusatzstoffe eingespart – und damit Abwasser und indirekt weitere Umweltbelastungen reduziert. Ein Beispiel aus jüngster Zeit: die Optimierung der Klimaanlage.

Schmitz-Werke GmbH + Co. KG Hansestraße 84 48282 Emsdetten www.schmitz-werke.de

Justus Schmitz Geschäftsführender Gesellschafter

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Fotos von oben nach unten: 1. Durch die Kreislaufführung hat sich der VE-Wasserverbrauch halbiert. 2. Wasser wird mit 80 –100 bar in den Luftstrom eingedüst. 3. Der Webprozess erfordert ein konstantes Raumklima.

Warum PIUS?

Die Erfahrungen.

Die Klimaanlage dient bei Schmitz nicht dem Wohlbefinden der Mitarbeiter. Vielmehr wird für den Webprozess eine relative Luftfeuchtigkeit von 68 bis 70 % benötigt, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen. Die Luft wird dazu mit Wäschern befeuchtet, die früher mit Leitungswasser beschickt wurden. Das führte jedoch zu Kalkablagerungen, die immer wieder mit hohem Aufwand entfernt werden mussten. Außerdem benötigte das Leitungswasser Biozide gegen Verkeimung.

Im Kreislauf steigt zwar der Salzgehalt des VE-Wassers allmählich an, und wenn er einen Grenzwert erreicht, wird das Wasser in die Kanalisation abgeleitet. Gleichwohl muss die betriebseigene Anlage nun erheblich weniger VE-Wasser produzieren: pro Jahr 4.500 m3 weniger, das bedeutet eine Ersparnis von 20.000 € jährlich. Dagegen kostete die zusätzliche Installation des Kreislaufsystems nur 8.000 €. Außerdem muss die gleiche Menge Wasser nun nicht mehr als Abwasser in die Kanalisation eingespeist werden – auch das erspart Kosten.

Die Klimaanlage wurde deshalb 1999 erneuert und auf vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) umgestellt. Das VE-Wasser wird im Betrieb selbst hergestellt und führt nicht zu den kostentreibenden Verkalkungen. Es zeigte sich jedoch, dass in die Wäscher eingedüstes VE-Wasser nur etwa zur Hälfte tatsächlich zur Luftbefeuchtung benötigt wurde; der teure Rest floss ungenutzt in die Kanalisation. Darauf hin wurde die Anlage durch ein Kreislaufsystem ergänzt: Das überschüssige VE-Wasser wird nun gesammelt, gereinigt, mit UV-Licht entkeimt und schließlich wieder in den Luftkanal der Klimaanlage eingedüst.

Insgesamt profitiert die Umwelt vom Umbau der Klimaanlage mehrfach: Es müssen weder Wasser noch Energie für die früher oft notwendige Reinigung der Klimaanlage verschwendet werden. Das Abwasser ist nicht nur im Volumen reduziert – es enthält auch weniger Schadstoffe, insbesondere führt es keine Biozide mehr mit sich.


Wasser

Chemikalien

PIUS-Praxisbeispiel 9: Setex-Textil GmbH

Auf schlichte Art viel gespart

Energie

Integriertes Managementsystem

Der Betrieb.

PIUS-Maßnahme

Die 1990 gegründete Setex-Textil GmbH bezog 1998 neue Räume in Hamminkeln. Am neuen Standort wurde zunächst eine Rauherei plus Aufmachung errichtet; später folgten die Produktionsstufen Garnbleiche, Schlichterei, Weberei und Ausrüstung. Mit 125 Mitarbeitern produziert der Betrieb Bettwäsche, Haus-, Heim- und Dekotextilien sowie Objekttextilien – dazu zählen etwa Matratzenauflagen oder OP-Tücher.

Vornetzeinrichtung für Schlichteanlage

„Textil hat Zukunft, auch in Deutschland“ – unter diesem Motto stellt Setex sich dem harten Wettbewerb der Branche. Dabei setzt das Unternehmen auf moderne, effiziente Produktionsmethoden, die den Einsatz teurer Rohstoffe und Energie ebenso minimieren wie den Ausstoß branchentypischer Schadstoffe. Ein wichtiger Baustein des Produktionsintegrierten Umweltschutzes ist bei Setex die automatische Schlichteanlage.

Setex-Textil GmbH Frankenstraße 15 46495 Hamminkeln-Dingden www.setex.de

Konrad Schröer Geschäftsführung

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Fotos von oben nach unten: 1. Vor dem Schlichten durchlaufen die Fäden ein Wasserbad. 2. Auf einem Kettbaum laufen bis zu 6.000 Fäden. 3. Die Fäden von acht Zettelbäumen werden zu einem Kettbaum zusammengefasst.

Warum PIUS?

Erfahrungen.

Vor dem Weben werden die Kettfäden des Garns mit einer wässrigen Lösung – der Schlichte – geglättet, damit während des Webvorgangs die Fäden nicht aufrauhen und brechen. Beim Schlichten auf herkömmlichen Anlagen wird mit hohen Auftragungsraten gearbeitet – ein klassischer Ansatzpunkt für PIUS.

Durch die 100.000 € teure Vornetztechnik wird der Schlichteverbrauch um 20 % reduziert. Das bedeutet Materialersparnis von 50 Tonnen im Wert von 40.000 bis 50.000 € im Jahr, so dass sich die Maßnahme in spätestens drei Jahren amortisiert hat.

Setex schaffte im Jahr 2001 eine neue, vollautomatische Schlichteanlange an, und zwar mit Vornetzeinrichtung. Das heißt: Zuerst werden die Fäden mit heißem Wasser vorgenetzt, um das Baumwollgarn im Innern mit Wasser zu quellen. Dann wird das Wasser unter Druck wieder abgequetscht. Wenn anschließend das Schlichtemittel aufgebracht wird, dringt nur wenig davon ins nasse Fadeninnere ein. Die Schlichte bleibt an der Fadenoberfläche: da, wo sie gebraucht wird. Ergebnis: Der Verbrauch an Schlichtemittel sinkt um 20 bis 30 %, und dennoch ist der Nutzeffekt beim Weben deutlich verbessert. Aus dem reduzierten Verbrauch von Schlichtemitteln ergibt sich schließlich eine erheblich geringere Abwasserbelastung – und zwar nicht nur im Betrieb der Setex selbst: Die Schlichteanlage wird nämlich zu 40 % mit Lohnaufträgen für andere Textilveredler belegt. Wenn dort die Schlichte vor Weiterverarbeitung der Ware wieder entfernt wird, fallen auch dort weniger Abwässer an.

Noch sind die Maßnahmen zur Schlichteeinsparung nicht voll ausgeschöpft; das Herantasten an den optimalen Schlichteauftrag kann nur sehr behutsam erfolgen. An der weiteren Optimierung wird zusammen mit dem Anlagenhersteller gearbeitet. Neben der Schlichte-Vornetzeinrichtung gibt es weitere Punkte, an denen Setex Ökonomie und Ökologie zu verbinden weiß. So verfügt die neue Schlichteanlage auch über gedämmte Trockungskammern, so dass zum Trocknen der feucht geschlichteten Kettfäden 20 % weniger Energie gebraucht wird. Baumwollstaub, der in der Rauherei anfällt, wird gepresst und anschließend in einer Papiermühle wieder verwertet. Abwärme aus der Sanforanlage wird zur Beheizung eines Lagers verwandt.


Produktionsintegrierter Umweltschutz. Der Erfolgsfaktor.

Ökologischer Fortschritt zahlt sich aus.

Beispielhaft effizient und umweltfreundlich. Diese Broschüre zeigt, warum die Textilindustrie ein wichtiger Zweig der deutschen Wirtschaft bleiben wird: Die Beispiele zeugen von Know-how, qualifizierten Mitarbeitern und großer Innovationsbereitschaft. Sie belegen darüber hinaus, dass Produktionsintegrierter Umweltschutz in kleineren und mittleren Betrieben sinnvoll ist, in allen Prozessen der textilen Kette. Der branchentypisch hohe Verbrauch an Chemikalien, Farbstoffen, Wasser und Prozessenergie ergibt ein großes Einsparpotenzial durch PIUS-Maßnahmen. Die Unternehmen setzen an verschiedenen Punkten an – bei der Chemikalien-Dosierung, beim Wasserkreislauf, bei der Energie oder beim übergreifenden Management. Ergebnis: Abläufe werden effizienter, die Produktqualität bleibt gleich oder verbessert sich, der Ressourcenverbrauch sinkt, gespart wird auch bei der Entsorgung. Alles zusammen wirkt positiv auf unsere Umwelt. Im Detail gibt es jedoch kein Patentrezept; es müssen individuelle, auch in der Philosophie unterschiedliche Lösungen erarbeitet werden. So führt bei Wärmerückgewinnung hier ein zentrales System (Firma Cramer) und dort ein dezentrales (Firma Kettelhack) zum

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Erfolg. Einfache Installationen und komplexe Technologien kommen zum Zug – manchmal im selben Betrieb. Mit dem PIUS-Check hilft die EFA den Betrieben herauszufinden, welche Maßnahmen im individuellen Fall Erfolg versprechen. Dass Investitionen sich sehr schnell amortisieren können, zeigt der Wasserspeicher der Firma A. Cramer. Selbst eine aufwändige Anlage wie die Druckpasten-Aufarbeitung bei Eing rechnet sich verblüffend bald, wenn sie richtig in Abläufe eingepasst wird. Einen interessanten Aspekt spricht die Firma van Clewe an: Das Unternehmen könnte die Entschlichtung mit noch weniger Wasser und Abwasser handhaben, wenn alle Lieferanten weniger Schlichte auftrügen – durch Vornetztechnologie, wie sie die Firma Setex praktiziert. Da zeigt sich, dass PIUS noch größeres Einsparpotenzial eröffnet, wenn sich Firmen aufeinander abstimmen. Die EFA hat sich zum Ziel gesetzt, auch dieses Potenzial verstärkt auszuschöpfen.


Die Effizienz-Agentur NRW Zentralbüro Duisburg Mülheimer Straße 100 · 47057 Duisburg Telefon 02 03 / 3 78 79-30 · Fax -44 www.efanrw.de · E-Mail: efa@efanrw.de Regionalbüro Aachen im Technologiezentrum Dennewartstraße 27 (am Europaplatz) 52068 Aachen Telefon 02 41 / 9 63 16 21

Es gibt noch große Potenziale.

Ihr erster Schritt zu guten Geschäften: Der PIUS-Check.

Mittelfristig wird der Produktionsintegrierte Umweltschutz alle nachsorgenden Maßnahmen, die bisher in vielen Betrieben der Textilindustrie vorherrschen, aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen ergänzen oder gar ganz ablösen. Denn die Verbesserungspotenziale sind groß und vielfältig:

Möchten Sie Ihr Unternehmen und seine Möglichkeiten einmal mit anderen, sprich unseren Augen sehen? Die Effizienz-Agentur NRW macht Ihnen die Analyse und Erschließung neuer unternehmerischer Chancen durch ein kompetentes Beratungskonzept leicht – den PIUS-Check. Nähere Informationen zu diesem leistungsfähigen Beratungs- und Analyseinstrument erfahren Sie bei der EffizienzAgentur NRW. Anruf genügt.

• Verwendung ökologisch optimierter Zusatzstoffe • weniger Rohstoffeinsatz durch Prozessoptimierung und/oder Recycling • Energieeinsparung durch verbesserte Anlagen und Abwärmenutzung • Umweltverträgliche Bearbeitungsverfahren • Abwasserreduzierung durch reduzierten Rohstoffeinsatz, verbesserte Prozesse, Kreislaufsysteme und Recycling

Was können wir für Sie tun? Die Effizienz-Agentur NRW freut sich, Ihnen bei allen wichtigen Schritten zu wirtschaftlichem Erfolg plus Umweltentlastung zur Seite zu stehen. Mit eingehender Beratung. Mit gezielter Vermittlung von Technologieexperten. Und mit dem Engagement einer Agentur, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Unternehmen im Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen umfassend zu unterstützen.

Sprechen Sie uns an – wir freuen uns auf Ihre Fragen!

Regionalbüro Bielefeld im Technologiezentrum Meisenstraße 96 · 33607 Bielefeld Telefon 05 21 / 29 97-397 Regionalbüro Münster im HBZ Echelmeyerstraße 1–2 · 48163 Münster Telefon 02 51 / 70 5-14 75 Regionalbüro Siegen im Technologiezentrum Birlenbacher Straße 18 · 57078 Siegen Telefon 02 71 / 2 50 39-60

Die Ansprechpartner Zentralbüro Duisburg Telefon 02 03/ 3 78 79

-30

Leitung Dr. Peter Jahns -42 pja@efanrw.de Dr. Julia R. Tschesche (stellv.) -45 jts@efanrw.de Sekretariat Inge Steinhauer Angela Höfler

-41 ist@efanrw.de -43 anh@efanrw.de

Öffentlichkeitsarbeit Susan Kolta Ingo Menssen Anja Schmitt

-47 sko@efanrw.de -52 ime@efanrw.de -59 asc@efanrw.de

Projektkoordination Ilona Dierschke Matthias Graf Eckart Grundmann Karl Hufmann Andreas Kunsleben Marcus Lodde Michael Niemczyk Markus Schumacher Henning H. Sittel

-49 -46 -53 -57 -50 -58 -48 -56 -51

Anfahrtskizze www.efanrw.de/anfahrtskizze

ild@efanrw.de mgr@efanrw.de egr@efanrw.de khu@efanrw.de aku@efanrw.de lod@efanrw.de mni@efanrw.de msc@efanrw.de hsi@efanrw.de


Mülheimer Straße 100 47057 Duisburg Telefon 02 03 / 3 78 79-30 Fax 02 03 / 3 78 79-44 www.efanrw.de E-Mail: efa@efanrw.de