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SONDERVERÖFFENTLICHUNG 22. SEPTEMBER 2017

KLINIKEN 2017 Der Ratgeber für Ihre Gesundheit


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KLINIKRATGEBER

Jeder von uns möchte gesund sein. Im Falle eines gesundheitlichen Problems wiederum wünscht sich jeder, gut und kompetent behandelt zu werden. Mit diesem Ratgeber wollen wir zu aktuellen medizinischen Themen informieren und stellen regionale Kliniken und Dienstleister aus der Gesundheitsbranche vor.

IMPRESSUM Verlag Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG Kellenspring 6 15230 Frankfurt (Oder) P.h.G. Märkisches Medienhaus Verwaltungs GmbH Geschäftsführer Andreas Simmet Redaktionsleitung (verantw.) Michael Petsch Märkisches Medienhaus Service GmbH Paul-Feldner-Straße 13 15230 Frankfurt (Oder) Anzeigenleitung (verantw.) André Tackenberg Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG Kellenspring 6 15230 Frankfurt (Oder) Druck Druckhaus Oberhavel GmbH Lehnitzstraße 13 16515 Oranienburg

Patient mit Vergangenheit Rat: Zum neuen Arzt bisherige Untersuchungsergebnisse mitbringen

Wer zum ersten Mal in eine neue Praxis kommt, hat am besten vorhergehende Befunde anderer Ärzte wie Röntgenbilder, Laborergebnisse oder den Entlassungsbrief vom Krankenhaus dabei. Dazu rät Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Außerdem sollte man seinen Impfpass und gegebenenfalls Allergieausweis, Mutterpass oder Implantatpass mitbringen. Der Arzt muss wissen, welche Medikamente man einnimmt - diese kann man entweder selbst auflisten oder einen Medikationsplan vorlegen. „Patienten, die mindestens drei Medikamente einnehmen, haben ein Anrecht darauf“, sagt Schenkel. In dem Plan werden elektronisch alle eingenommenen Medikamente aufgelistet, der Patient bekommt einen Ausdruck, und Ärzte und Apotheker können die Medikamente über einen Barcode wieder auslesen. Ausgestellt wird der Plan vom Hausarzt. Es kann auch hilfreich sein, sich vorher Notizen zu machen. Am besten schreibt man sich die eigene Krankengeschichte in Stichpunkten auf, empfiehlt Schenkel. Dann listet man die drängendsten Fragen auf. Wer ganz sicher gehen will, dass er nichts vergisst, kann auch eine Vertrauensperson mit zum Termin bringen. „Vier Ohren hören einfach mehr als zwei“, sagt Sabine Schwarz,

Wer einen Termin beim Facharzt hat, sollte wissen, was bisher schon untersucht wurde. So vermeidet man doppelte Kosten. Außerdem hilft es, sich vorher zu überlegen, welche Fragen noch offen sind. Foto: Christin Klose/dpa-mag die beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin im Bereich Patienteninformation tätig ist. Wenn trotzdem noch Informationen fehlen, kann man auch um einen zweiten Termin bitten. Als Patient sollte man dem Arzt deutlich machen, dass einem bestimmte Themen wichtig sind

und man diese gern erklärt haben möchte. Hat der Arzt in dem Moment offensichtlich wenig Zeit, kann man auch einen neuen Termin ausmachen und um mehr Zeit bitten. „Wenn ein Patient dauerhaft das Gefühl hat, seine Fragen werden nicht beantwortet, sollte man überlegen, ob das

der richtige Arzt ist“, sagt Schenkel. „Patienten haben ein Recht auf eine ausführliche mündliche Aufklärung, bevor sie in eine Behandlung einwilligen“, betont auch Regina Behrendt, Referentin Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale NordrheinWestfalen. (dpa)

10 Tipps zur Vorbereitung auf das Krankenhaus – Von der Auswahl der Klinik bis zur Entlassung ■ Die Auswahl der Klinik Um die geeignete Klinik zu finden, spricht man zuerst mit dem behandelnden Arzt. Weiterhin kann man Verwandte und Bekannte nach ihren Erfahrungen fragen. Im Internet gibt es beispielsweise die Krankenhaussuche nach der weißen Liste www.weisse-liste.de; hier finden sich auch Patientenberichte. ■ Das Gespräch vorab suchen Vor der Auswahl empfiehlt es sich, die Klinik aufzusuchen und mit den Ärzten zu sprechen. Die persönlichen Eindrücke können helfen, den Standart des Hauses einzuschätzen. Beim Gespräch mit dem Arzt achtet man darauf, ob man sich als Mensch angenommen fühlt sowie die Fragen ausführlich und verständlich beantwortet werden. ■ Wichtige Fragen notieren Jeder sollte das Gespräch gut vorbereiten und wichtige Fragen notieren: Muss ich mich operieren lassen oder gibt es Alternativen? Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Behandlungen? Stellen meine Vorerkrankungen oder Allergien zusätzliche Risiken dar? Wie viele Operationen

werden im Jahr durchgeführt und welche Komplikationen gab es? Man sollte sich bei seiner Entscheidung davon leiten lassen, ob man ein gutes Gefühl aus dem Gespräch heraus hat. ■ Angehörige einbeziehen Wer sich unsicher gerade bezüglich des Arztgesprächs fühlt, sollte Angehörige einbeziehen. Diese können auch an weitere Fragen denken, sich die Gesprächsinhalte merken. Wenn Angehörige allein das Gespräch führen sollen, ist ein schriftliches Einverständnis notwendig, damit der Arzt Auskünfte geben darf. Bei größeren Eingriffen sollte sich der Patient überlegen, ob er eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung ausfüllt. Eine Vorsorgevollmacht gibt an, wer stellvertretend im Fall des Falles wichtige Entscheidungen fällen darf. In der Patientenverfügung ist der eigene Wille in kritischen Situationen dargelegt. ■ Anprechpartner klären Im Krankenhaus herrscht unter den Ärzten Arbeitsteilung. So kann z. B. der Chefarzt das Patientengespräch führen, ein Oberarzt die OP durchführen, ein Assis-

tenzarzt die Betreuung übernehmen. Das kann verwirrend sein; deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig zu klären, welcher Arzt der Hauptansprechpartner ist. ■ Auf Augenhöhe mit Personal Jeder Patient möchte als Mensch behandelt und wertgeschätzt werden. Aber er darf nicht vergessen, dass auch die Ärzte und Pflegende Menschen sind. Am besten macht man sich mit allen namentlich bekannt, um als Person wahrgenommen zu werden. Aber nicht gleich alles persönlich nehmen, wenn mal im allgemeinen Stress Worte fallen, die man für unangebracht hält. Dennoch sollte man spätestens am nächsten Tag den Vorfall in Ruhe ansprechen und klar stellen, dass man solche Behandlung nicht möchte. Falls der Patient medizinische oder pflegerische Anweisungen nicht versteht, sollte er gleich nachfragen, damit es keine Missverständnisse gibt. ■ Auf Medikamente achten Alle bisher eingenommenen Medikamente gleich zu Beginn des Aufenthaltes angeben. Das gilt auch für nicht rezeptpflichtige Arzneien und Zusatzstoffe. Im

Krankenhaus können die gleichen Arzneien mit demselben Wirkstoff anders aussehen. Wer ohne Erklärung unbekannte Tabletten erhält, sollte beim Pflegepersonal nachfragen. Und sofort Bescheid geben, wenn nach Einnahme eines Medikaments Beschwerden auftreten. ■ Stürze vermeiden Stürze können die Genesung verzögern oder gar verhindern. Wer Probleme beim Gehen oder Aufstehen hat, Hilfsmittel benötigt oder unter Gleichgewichtsstörungen leidet, muss das bei der Einweisung mitteilen. Gleiches gilt für Sehen und Hören. In der ungewohnten Krankenhausumgebung sollte man sich gleich den Weg zur Toilette, die Position der Lichtschalter und der Rufanlage einprägen. Auf eventuelle Stolperfallen achten. Gehhilfen in Reichweite abstellen, keinesfalls sich auf Nachttischen oder am Infusionsständer abstützen wollen. Diese können wegrollen oder kippen. Wer Angst hat aus dem Bett zu fallen, kann Seitenteile anbringen lassen. Genügend Zeit zum Aufstehen und zum Gang der Toilette einplanen. Keinesfalls nachts

ohne Licht laufen, bei Unsicherheit lieber klingeln. ■ Hygiene beachten Die eigene Erkrankung kann das Immunsystem schwächen. Zudem werden durch Patienten, Besucher und Personal Krankheitserreger eingeschleppt. Der größte Teil wird durch Tröpfchen und Berührung übertragen. Deshalb ist Handhygiene sehr wichtig. Die Hygieneregeln des Hauses einhalten und den Besuchern mitteilen. An Verbänden, Wunddrainagen oder Blasenkatheder darf nicht eigenmächtig hantiert werden. ■ Entlassung frühzeitig regeln Wenn die Entlassung absehbar ist, eine Liste machen, was organisiert werden muss: Gibt es eine Reha im Anschluss? Wie komme ich nach Hause? Welche Medikamente brauche ich? Wie sieht die Versorgung am Wochenende aus? Welche Verhaltens- und Ernährungsregeln muss ich befolgen? Wie werden Wunden versorgt? Bekomme ich den Arztbrief? Meistens bespricht das Personal diese Fragen rechtzeitig, auch in den Häusern vorhandene Sozialdienste helfen weiter. (Quelle: Apotheken-Umschau)


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SEPTEMBER 2017

Innovative Medizintechnik

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Bei minimalinvasiven Eingriffen im Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt werden neueste Technologien angewandt In der Städtisches Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH wurde in zwei Operationssälen das vorhandene medizinische Equipment zur Durchführung minimalinvasiver Eingriffe durch Systeme der neuesten Technologie ersetzt. So sind im viszeralchirurgischen Saal eine Ultra High Definition (UHD) 4K-Kamera, eine LEDLichtquelle, ein effizientes Bildmanagement und ein Glasfaser basiertes Video-over-IP-Routing mit einem intuitiv steuerbaren Tablet-PC zu einem hochmodernen System vereint. Das angezeigte 4K-Bild hat eine 4x höhere Auflösung und eine 64x bessere Farbauflösung als Standard –HD. Mit dieser Technologie setzen wir neue Maßstäbe beim Bild- und Videomanagement im OP. Das Operationsteam kann die Organe und Strukturen während des Eingriffes, beispielsweise bei Hernien- und Gallenoperationen, viel besser beurteilen und behandeln. Die Medizintechnik im gynäkologischen Saal bietet eine neue Möglichkeit der Markierung und Entfernung der „Wächterlymphknoten“. Somit kann häufig bei

bösartigen Erkrankungen der Gebärmutter auf eine vollständige Lymphknotenentfernung an den Beckenwänden und entlang der Hauptschlagader verzichtet werden. Der Wächterlymphknoten ist derjenige Lymphknoten, welcher die erste Filterstation des Lymphabflusses des Tumors bildet. Man geht davon aus, dass Tumorzellen, welche über die Lymphe streuen, zuerst in diesem Lymphknoten gefiltert werden. Falls also hier keine Tumorzellen zu finden sind, ist davon auszugehen, dass der Tumor nicht über die Lymphe gestreut hat und man auf die Entfernung weiterer Lymphknoten verzichten kann. Möglich wird das Auffinden dieses Lymphknotens, welcher ganz klein und im Fettgewebe versteckt liegen kann, durch einen speziellen Farbstoff, der ähnlich wie Phosphor bei einer bestimmten Beleuchtung selbst zu leuchten beginnt. So ist es möglich, diese Lymphknoten gezielt und ohne größere Schädigung des Lymphabflusses zu entnehmen und noch während der Operation zu untersuchen. In der Therapie des Brustkreb-

ses hat sich die Entfernung nur weniger Lymphknoten schon vor Jahren durchgesetzt, wird jedoch bisher mit einem radioaktiven Marker durchgeführt, welcher im Becken nicht ganz so zuverlässig wie der Fluoreszenzfarbstoff den entsprechenden Lymphknoten darstellt. Der Verzicht auf die

Entfernung sämtlicher Lymphknoten hat vor allem zwei Vorteile, einerseits die Reduktion der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Lymphödems der Beine und andererseits wird das Risiko, bei der Operation Nerven oder wichtige Blutgefäße zu verletzen, verringert.

Dr. med. Detlef Schmidt, Chefarzt Fachzentrum für Chirurgie, Klinik für Allgemein-, Viszeralund Gefäßchirurgie Pawel P. Morawski Chefarzt Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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Foto: StKE


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KLINIKRATGEBER

Längerfristig nicht ohne Kontrolle Rezeptfreie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage einnehmen

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Ibuprofen sind oft ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Doch sie haben einen Haken: Auch wenn sie den Schmerz kurzzeitig ausschalten, seine Ursache bekämpfen sie nicht. Außerdem können sie nach der Einnahme Nebenwirkungen auslösen. „Es spricht nichts dagegen, wenn bei kurzzeitigen Schmerzzuständen ein ansonsten gesunder Patient auf eigene Faust eine Schmerztablette schluckt“, sagt Peter Walger, leitender Arzt für Internistische Intensivmedizin und Infektiologie an den Evangelischen Kliniken in Bonn. Bei anhaltenden Schmerzen ist das aber anders: „In keinem Fall sollten rezeptfreie Schmerzmittel in der Selbstmedikation länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden“, sagt Julia Richter vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Bestimmte Schmerzmittel können eine Magenschleimhaut-Entzündung auslösen, erklärt Wal-

Für den Fall der Fälle haben viele zu Hause ein rezeptfreies Schmerzmittel parat. Doch längerfristig sollten solche Medikamente auf eigene Faust und ohne ärztliche Kontrolle nicht eingenommen werden.

Auf keinen Fall sollte man länger als drei Tage hintereinander Schmerzmittel einnehmen. Fotos: Christin Klose/ Andrea Warnecke

ger. Es besteht außerdem das Risiko, dass die Nieren Schaden nehmen. „Auch steigt im Fall von Vorerkrankungen die Gefahr,

Paracetamol bei starken Schmerzen auch in der Schwangerschaft erlaubt Hat eine Schwangere starke Schmerzen, darf sie das Schmerzmittel Paracetamol einnehmen. Das erklärt Prof. Christof Schaefer, der sich an der Charité in Berlin mit den Auswirkungen von Medikamenten auf ungeborene Kinder beschäftigt: „Schwangere dürfen bis zu drei Mal ein Gramm pro Tag nehmen.“ Er betont aber auch, dass Paracetamol-Tabletten keine Bonbons sind, die Schwangere über Wochen einnehmen sollten. „Wer damit aber ein paar Tage lang einen starken Kopfschmerz behandelt, muss sich nach derzeitigem Kenntnisstand keine Sorgen um das ungeborene Kind machen.“ Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel zählen auch Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen zur ersten Wahl – in der üblichen Dosierung. „Ab der 28. Schwangerschaftswoche kann Ibuprofen aber in den kindlichen Kreislauf eingreifen oder die Nierenfunktion des Fötus‘ beeinträchtigen.“ Wenn es der Mutter in der Schwangerschaft halbwegs gut geht, tut das auch dem Kind gut. Eine Frau, die erheblich unter Schmerzen leidet, tut damit auch dem Kind

keinen Gefallen und sollte deshalb auch behandelt werden - am besten natürlich in Absprache mit ihrem Gynäkologen. „Wer dagegen Schmerzen gut kompensieren kann, der braucht auch keine Angst zu haben, dass die Schmerzen dem Kind schaden.“ Auch in der Stillzeit gilt Paracetamol als Schmerzmittel der ersten Wahl. Untersuchungen haben ergeben, dass Paracetamol nur in geringen Mengen in die Muttermilch über geht. (dpa)

Schwanger und Schmerzen? Eine Lösung bespricht die werdende Mutter am besten mit ihrem Gynäkologen. Foto: Archiv

einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden“, sagt Walger. Wer ohnehin Medikamente gegen bestimmte Krankheiten

schluckt, sollte bei längerer Einnahme von Schmerzpräparaten Rücksprache mit einem Arzt halten.

Ein weiterer Grund, weshalb Verbraucher nicht unbedarft Schmerzmittel einnehmen sollten: Das Präparat entfaltet nicht unbedingt die gewünschte Wirkung. „So gelten Paracetamol, Ibuprofen oder ASS als Entzündungshemmer“, erläutert Walger. Entzündungshemmer sind aber bei Spannungskopfschmerzen oder Rückenschmerzen eher fehl am Platz. (dpa)

Stress löst manchmal Kreuzschmerzen aus Muskeln können durch seelische Belastung dauerhaft verspannt sein Wer immer wieder persönlich belastenden Situationen wie Mobbing ausgesetzt ist, hat ein höheres Risiko, dauerhaft Rückenschmerzen zu bekommen. Unter Stress werden unter anderem Muskelgruppen um die Wirbelsäule herum aktiviert, erklärt Michael Pfingsten. Der Psychologe von der Schmerztagesklinik der Universitätsmedizin Göttingen hat sich auf die psychischen Ursachen von Schmerz spezialisiert. In stressigen Momenten spannen sich die Muskeln an. Geht der Betroffene dann zum Sport, baut er die Anspannung ab. Wenn der Körper diesem Stresszustand aber dauerhaft ausgesetzt ist, ist die Muskulatur ebenfalls ständig verspannt - die Folge können Schmerzen sein. „Dieser Schmerz kann sogar chronisch werden und sich immer mehr ausweiten“, erklärt Pfingsten. Gegensteuern kann man mit Bewegung. Jeder sollte den Sport treiben, der ihm Spaß macht sei es Schwimmen, Radfahren oder Yoga. Wichtig ist: „Nichts tun, was richtig wehtut“, sagt Peter Baum, Ärztlicher Direktor der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Ideal seien Kombinationen aus Ausdauer- und Muskelaufbautraining. (dpa) Foto: M. Wüstenhagen/dpa-mag


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Sodbrennen kann bleibende Schäden hinterlassen Bei länger anhaltenden Problemen ist der Gang zum Arzt angesagt Während des Tages war mal wieder keine Zeit zum Essen, abends klafft dann das sprichwörtliche Loch im Magen. Dann kommt ein großer Topf Nudeln auf den Herd, dazu Tomatensoße und ein schönes Glas Rotwein. Doch nicht selten macht sich danach ein brennender Schmerz in der Speiseröhre breit, begleitet von einem bitteren Aufstoßen: Sodbrennen. „Bei Sodbrennen funktioniert der aus Muskeln bestehende mechanische Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig“, erläutert Prof. Christian Trautwein. Er ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie,

Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen. Manchmal ist der AntiReflux-Mechanismus nur zeitweise beeinträchtigt – etwa durch schwere und fettreiche Mahlzeiten, Alkohol und Nikotin oder Stress. Die Ursache kann aber auch organisch bedingt sein, durch Magen-Darm-Erkrankungen oder eine Muskelschwäche. „Sodbrennen wird mitunter auch durch Übergewicht ausgelöst“, erklärt Trautwein, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechsel-

krankheiten (DGVS). Wer häufiger Sodbrennen hat, sollte die Folgen nicht unterschätzen – die Magensäure kann etwa die Zellwände der Speiseröhre schädigen und zu Entzündungen oder zu Krebs führen. So weit muss es nicht kommen. „In aller Regel wird Sodbrennen mit Medikamenten behandelt, die die Aggressivität des Refluxes verhindern“, sagt Trautwein. „Ein einfaches Mittel gegen akutes Sodbrennen ist, ein großes Glas Wasser zu trinken“, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Damit werde die Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült. Diejenigen, die zu Sodbrennen neigen, sollten ihre Ernährung genau unter die Lupe nehmen, rät Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Am besten nimmt man über den Tag vier bis sechs kleine Mahlzeiten zu sich. „Besonders das Abendessen sollte nicht zu voluminös sein, da die horizontale Lage beim Schlafen einen Reflux begünstigt.“ Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel genau Sodbrennen auslösen, kann es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, wie Morlo sagt. So können Hat man länger als zwei Wochen Probleme mit Sodbren- etwa stark gewürzte Speisen, nen, dann sollte man zum Arzt gehen. Fotos: dpa/Archiv rohe Zwiebeln, Kaffee und koh-

Fettreiches Essen, dazu noch das ein oder andere Gläschen Wein - das kann zu Sodbrennen führen. Tritt es einmalig auf, ist es kein Grund zur Sorge. lensäurehaltige Getränke Sodbrennen verursachen. Gleiches gilt für Süßigkeiten, vor allem Schokolade. Sodbrennen kann auch auf Stress zurückgeführt

werden. „Bei starker Anspannung kann es zu vermehrter Magensäureproduktion und damit zu einem unangenehmen Aufstoßen kommen“, sagt Morlo. (dpa)


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KLINIKRATGEBER

Zum nötigen Ernst gehört auch ein Lachen TÜV Rheinland: Humor bei der Arbeit verbessert den Erfolg

Von Arbeitnehmern wird erwartet, dass sie mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind. Das heißt aber nicht, dass Humor in der Arbeitswelt keinen Platz hat: Bei einer aktuellen, nicht repräsentativen Online-Umfrage von TÜV Rheinland gaben 92 Prozent von 545 Teilnehmern an, dass ihnen Humor bei der Arbeit sehr wichtig sei. Das ist nicht nur wichtig, sondern auch richtig, bestätigt Iris Dohmen, die als Fachgebietsleiterin bei TÜV Rheinland Unternehmen und Organisationen verschiedener Branchen zu betriebspsychologischen Fragestellungen berät: „Humor wirkt sich auf vielfältige Weise auf das Arbeitsergebnis aus: Er fördert die geistige Flexibilität, verbessert die Zusammenarbeit und ist gut für die Gesundheit.“ Schon der Volksmund weiß: „Lachen ist die beste Medizin“ und liegt damit richtig. Bereits seit den 1960er Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Auswirkungen des Humors und des Lachens auf den Körper. Sie fanden heraus, dass Lachen entspannend wirkt, die Herzfrequenz sowie den Blutdruck senkt und Schmerzen erträglicher macht. Zudem reduzieren die ausgeschütteten Glückshormone Angst, Anspannung und Stress. Lachen befreit Die entspannende Wirkung von

festgefahrenen Meetings gezielt nutzen“, rät Dohmen.

Bei einem Meeting kann gemeinsames Lachen befreiend wirken und Blockaden lösen. Die Ergebnisse des Teams sind dann oft besser, als wenn nur angestrengt diskutiert wird. Foto: wavebreakmedia Humor hilft, emotional aufgeladene Situationen zu entschärfen. Daher kann ein bewusst eingesetzter Scherz dazu beitragen, Konflikte auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Eine humorvolle Einstellung unterstützt Menschen dabei, auch unter schwierigen Bedingungen die eigenen Gefühle zu kontrollieren und authentisch zu wirken. Das erleichtert einen respekt-

vollen, konstruktiven und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern und Kunden, der maßgeblich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Führungskräfte, die sich auch in kritischen Momenten Leichtigkeit und einen humorvollen Blick auf das Geschehen bewahren, wirken kompetent, lösungsorientiert und sympathisch. Nicht nur in angespannten Situationen wirkt Humor befrei-

end: Er bringt oftmals Dinge zusammen, die auf den ersten Blick nicht zusammen gehören. Das amüsiert und lenkt die Gedanken auf neue, manchmal auch unkonventionelle Wege. „Humor ermöglicht es, Abstand zu einem Problem zu gewinnen. Das schafft Offenheit für neue Lösungen und setzt Kreativität frei. Dieses Potenzial können Führungskräfte für ihre eigenen Entscheidungen, aber auch in

Humor ist nicht gleich Humor Ein gemeinsamer Sinn für Humor und zusammen zu lachen wirkt verbindend. Voraussetzung dafür ist, dass die Lacher nicht auf Kosten einzelner Mitarbeiter gehen oder besondere Eigenschaften in verletzender Form aufs Korn gekommen werden. Diese negative Form des Humors wirkt ausgrenzend und verstärkt Spannungen im Unternehmen. Welcher Humor ankommt, hängt von der Umgebung, dem Alter der Mitarbeiter und deren kulturellem Hintergrund ab. Der typische britische Humor ist dafür ein gutes Beispiel: Mit seiner Trockenheit, Schwärze, Absurdität und Unverblümtheit kommt er nicht überall gut an. Auch Ironie wird oft nicht verstanden und sollte daher wohldosiert eingesetzt werden. Über sich selbst zu lachen ist die Königsdisziplin des Humors. „Wer seine Fehler kennt und akzeptiert hat, kann mit der Zeit darüber lächeln. Diese Fähigkeit ist eine Voraussetzung dafür, eine liebevolle und humorvolle Sicht auf die Arbeitssituation sowie die Mitarbeiter zu gewinnen. In unseren Seminaren zu einem gesunden Führungsstil ermutigen wir Führungskräfte, diese Fähigkeit zu entwickeln und die positive Kraft des Humors für sich und ihr Team zu nutzen“, so Dohmen. (tüv/pm)

Wenn der innere Arzt spricht Warum die Psyche manchmal auf den Magen schlägt

Wie es jemandem psychisch geht, wirkt sich auch auf den Körper aus. „Gefühle und Gedanken haben einen enormen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden“, erklärt Rainer Stange. Der Internist ist Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. Ängste etwa schlagen manchen auf den Magen oder Darm. Und „Frauen und Männer, die beruflich unter Druck stehen, haben ein viel höheres Risiko, sich eine Erkältung zu holen, als andere, die keinen Stress haben“, ergänzt der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther. Das belegen Studien der Psychoneuroimmunologie, die sich mit dem Zusammenwirken von Seele und Körperabwehr beschäftigt. Der amerikanische Psychologe Sheldon Cohen beispielsweise wies unter anderem nach, dass Menschen, die mehr Freunde, dafür aber weniger Stress haben, weniger anfällig für Erkältungen sind. Die innere Einstellung beein-

flusst aber auch, wie gut der Körper mit Erkrankungen umgehen kann, wenn sie einmal da sind. Der komplexe menschliche Organismus wird vom Gehirn gesteuert. Wie aus einer Kommandozentrale regelt es das Herz-Kreislauf-System, den Hormonhaushalt sowie das Nervenund das Immunsystem. „Sobald das Hirn ein Signal bekommt, dass irgendwo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, aktiviert es die Selbstheilungskräfte“, erläutert Hüther. So repariert und erneuert der Körper beispielsweise permanent Zellen – ohne dass der Mensch es merkt. Man kann seine Selbstheilungskräfte aber auch ganz bewusst aktivieren. Beispielsweise, indem man aktiv darüber nachdenkt, was einem gut tut, erklärt die Münchner Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker. Jemand, der unter Schlafstörungen leidet, kann sich zum Beispiel darüber Ge-

Wer seine Selbstheilungskräfte unterstützen möchte, sollte vor allem Stress abbauen zum Beispiel bei einem Spaziergang am Meer. Foto: Julian Stratenschulte/dpa-mag danken machen, was ihn am Schlafen hindert, und dann optimale Schlafbedingungen schaffen – anstatt zu Tabletten zu greifen. Selbstheilungskräfte stoßen aber auch an ihre Grenzen. „Wenn

der Körper krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, zum Beispiel Insulin oder Schilddrüsenhormone zu produzieren, dann nützt der innere Arzt wenig“, sagt Stange. Auch Erkrankungen wie Krebs heilen nicht

von selbst. „Betroffene können aber mitunter ihre Situation verbessern, wenn sie ihre schwere Erkrankung bewusst annehmen und versuchen, ihr positive Gedanken entgegenzusetzen“, sagt Hüther. (dpa)


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Auf der Suche nach Chancen So läuft eine Stammzellspende ab

Blutkrebspatienten benötigen nicht nur eine Therapie, vor allem brauchen sie Knochenmark oder Blutstammzellen von einem gesunden Menschen. Bei Patienten mit Blutkrebs ist nämlich die Blutbildung gestört. Bösartige Blutzellen vermehren sich unkontrolliert. Nachdem sie durch eine Therapie zerstört wurden, gilt es zu verhindern, dass sich neue kranke Blutzellen bilden. Erreichen kann man das, indem man Blutstammzellen oder wenn das nicht geht - Knochenmark eines gesunden Menschen verpflanzt. Infrage kommt allerdings nicht jeder: Bestimmte Gewebemerkmale von Spender und Empfänger müssen übereinstimmen. Die Chancen, einen passenden Spender zu finden, liegen zwischen 1 zu 20 000 und 1 zu mehreren Millionen. Je mehr Gesunde sich registrieren lassen, desto eher findet sich ein Spender. Die Blutstammzellenspende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant, sagt Julia Runge von der DKMS - einer Organisation, die sich weltweit für Blutkrebspatienten einsetzt. Nur in etwa 20 Prozent der Fälle gibt der Spender etwas von seinem Knochenmark her. Für eine Spende kommt infrage,

verständniserklärung zurück. Im Labor wird das Gewebematerial dann untersucht. Nach Abschluss dieser sogenannten „Typisierung“ werden die Ergebnisse gespeichert. Alle Daten der verschiedenen Spenderdateien in Deutschland fließen an einer Stelle zusammen - und zwar beim Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD). „Jährlich werden rund 30 000 Anfragen aus dem In- und Ausland bearbeitet“, erklärt ZKRD-Sprecherin Sonja Schlegel. Findet sich ein passender Spender für einen Patienten, entnehmen Ärzte ihm operativ Knochenmark aus dem Beckenknochen oder der Spender stellt Blutstammzellen zur Verfügung. Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier Die Risiken für den Spender sind beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die in beiden Fällen nicht sehr groß. Spende erfolgt übrigens in 80 Prozent der Fälle ambu- Sowohl Knochenmark als auch Stammzellen bilden sich beim lant. Foto: Henning Kaiser/dpa-mag Spender in kürzester Zeit wieder wer zwischen 18 und 55 Jahre derdateien, an die sich Interes- nach. Sobald das Knochenmark alt ist, erklärt Christina Auffen- sierte wenden können. Eine da- oder die Stammzellen beim Spenberg von der Bundeszentrale für von ist die DKMS. Über deren der entnommen wurden, wird gesundheitliche Aufklärung. Der Webseite kann man ein Regis- das Material per Eil-Kurier, geSpender darf nicht weniger als 50 trierungsset bestellen. Darin be- gebenenfalls auch mit dem FlugKilogramm wiegen, aber auch finden sich zwei Wattestäbchen, zeug, zum Empfänger gebracht. nicht übergewichtig sein. Weitere mit denen potenzielle Spender je Für den Spender entstehen keine Ausschlussgründe sind Krank- eine Minute lang die Innenfalte Kosten. Geld erhält er allerdings heiten wie etwa Krebs, HIV oder ihrer Wange entlangstreichen. Im nicht - aber das gute Gefühl, eiDiabetes. Anschluss schicken sie die Stäb- nem Patienten eine neue LebensBundesweit gibt es 26 Spen- chen und eine ausgefüllte Ein- perspektive zu bieten. (dpa)

Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag

Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-mag


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KLINIKRATGEBER

Freund oder Feind der Venen? Was den Gefäßen schadet und was ihnen nützt

Unsere Venen leisten ganze Arbeit: Jeden Tag transportieren sie rund 7000 Liter verbrauchtes Blut zurück zum Herzen. In den Beinen überwinden sie dabei auch noch die Schwerkraft, da wäre es doch nur angebracht, sie tatkräftig zu unterstützen. Dennoch kennen viele Menschen die Feinde und Freunde ihrer Gefäße nicht. Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands, erklärt deshalb, was die Venen schwächt und was ihre Gesundheit fördert. Venenfeinde Falsche Kleidung schadet den Gefäßen. Dazu gehören hohe Schuhe sowie Stiefel und Hosen, die zu eng sitzen. Sie schnüren Beine und Füße ein und stören die Blutzirkulation. Dies führt zu angeschwollenen Beinen und verursacht außerdem die Entstehung eines Hitzestaus in den Venen. „Durch

hohe Temperaturen weiten sich Gefäße und die Venenklappen, die wie ein Ventil dafür sorgen, dass Blut nur in eine Richtung fließt, versagen ihren Dienst. So kann das Blut nicht mehr problemlos abfließen und versackt in den Beinen“, erklärt Prof. Hillejan. Ein weiterer Widersacher der Venen heißt Alkohol. Auch er weitet die Gefäße, sodass sich Blut im Bein ansammelt. Wer zu Krampfadern neigt, sollte hier aufpassen und Alkohol nur in Maßen konsumieren. Vor allem Frauen betrifft der letzte Feind der Venen: Gewohnheitsmäßiges Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen klemmt den Blutfluss ab, was zu einer Stauung in dem darunterliegenden Bereich führt. Infolgedessen erhöht sich der Druck in den Gefäßen, wodurch letztendlich das Risiko für Krampfadern steigt. Venenfreunde Der beste Freund der Gefäße ist Bewegung. Spazieren gehen und Fahrrad fahren aktiviert die Beinmuskulatur, die den Bluttransport unterstützt.

Auch Schwimmen oder Aquagymnastik wirken sich positiv aus, denn Wasserdruck fördert die Venentätigkeit. Wer beruflich bedingt viel sitzt, hilft seinen Gefäßen, indem er zum Beispiel die Zehen abwechselnd krümmt und wieder ausstreckt. Nach dem Sport die Beine hochzulegen, gestattet den Venen eine Pause, da das Blut nun mithilfe der Schwerkraft zur Körpermitte zurückströmt. Beinmassagen von unten nach oben unterstützen die Fließrichtung des Blutes zusätzlich. „Wer seinen Venen etwas Gutes tun möchte, wendet außerdem die Kneipp-Therapie an“, rät Prof. Hillejan. „Dafür die Beine abwechselnd kurz warm und kalt abduschen. Dies wirkt der Dehnung der Gefäße entgegen und stärkt gleichzeitig die Spannung der Venenwände.“ Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zur Erhaltung der Beingesundheit bei. Fisch, Hülsenfrüchte und Nüsse liefern dem Körper Omega-3-Fettsäuren, durch die Venen elastisch bleiben. Zudem sorgt eine Flüssigkeitszufuhr von etwa zwei

Besenreiser und Krampfadern - Das sind die Unterschiede

Dr. med. Guido Bruning ist Chefarzt des interdisziplinären Zentrums für Venenund Dermatochirurgie am Krankenhaus Tabea in Hamburg und Venenspezialist an der Klinik Lilienthal.

terten Blutgefäße in Beinen an und spritzt ein Verödungsmittel hinein. Drei bis vier Sitzungen sind notwendig, um die blauen Äderchen zum Verschwinden zu bringen. Jede Sitzung kostet Bruning zufolge zwischen 40 und 100 Euro. Die Krankenkassen bezahlen das nicht. Anders sieht es bei Krampfadern aus. Das sind erweiterte Beinvenen, die man von außen gut ertasten kann und die sich an den Beinen hinaufschlängeln. Im Gegensatz zu Besenreisern gehen sie auf einen Klappenschaden in den Venen zurück. Sie sollten behandelt werden, weil sonst chronische Wunden entstehen können, die nicht mehr verheilen.

„Der Patient kann Kompressionsstrümpfe tragen“, rät Bruning. So wird die Transportkapazität in den Venen durch einen äußeren Reiz erhöht. Mit örtlicher Betäubung und einem kleinen Schnitt in der Leiste kann ein Venenspezialist die betroffene Hauptvene auch herausziehen. „Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Vene ,durchzukochen‘.“ Dafür wird unterhalb des Knies ein Katheder in die Vene geschoben. Anschließend wird sie mit Strom oder Licht erwärmt. Danach stirbt das Gewebe ab. Wird der Eingriff - egal, ob mit einem Schnitt oder Katheder - gut durchgeführt, kommen Krampfadern laut Bruning selten wieder. (dpa)

Foto: KH Tabea/dpa-mag

Mit dem Alter kommen sie bei einigen, und so einfach wird man sie auch nicht wieder los: Besenreiser und Krampfadern. Die Unterscheidung ist wichtig, denn während Krampfadern behandelt werden müssen, sind Besenreiser ungefährlich. „Es handelt sich um ein rein kosmetisches Problem“, sagt Guido Bruning klar. Er ist Venenspezialist am Hamburger Krankenhaus Tabea. Bei der Behandlung von Besenreisern pikst der Arzt die erwei-

So sieht es aus, wenn ein Chirurg eine Krampfader zieht. Patienten sollten darauf achten, dass der Operateur diesen Eingriff häufig vornimmt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Viele Menschen wissen nicht, was ihren Venen schadet und was ihnen gut tut. Dabei arbeiten unsere Gefäße hart, denn sie transportieren täglich rund 7000 Liter Blut zurück zum Herzen und hätten sich somit ein bisschen Erholung verdient. Deshalb erklärt Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover, warum bestimmte Kleidungsstücke unserem Venensystem schaden und auf welche Freunde Venen bauen können. Foto: Borgmeier Public Relations Litern pro Tag für eine verbesserte Fließfähigkeit des Blutes. Wer diese Ratschläge beherzigt,

tut seinen Beinen etwas Gutes und wird so selbst zum besten Freund seiner Venen. (bpr)

Für das Wohlbefinden

Fußreflexzonenmassage durch Experten Die große Zehe ist mit dem Kopf verbunden, die Ferse mit dem unteren Rücken so jedenfalls lautet die Lehre der Fußreflexzonenmassage. Ob sich mit Druck an der großen Zehe allerdings tatsächlich Migräne oder Zahnschmerzen Bei einer Fußreflexzonenmassage günstig beein- konzentriert sich der Therapeut auf flussen lassen, bestimmte Druckpunkte. ist bislang nicht Foto: Christin Klose/dpa-mag wissenschaftlich bewiesen worden, erläutert ness Verbands. Bei zu starken Rainer Brenke, Facharzt für Schmerzreizen kann es allerPhysikalische Medizin. Trotz- dings auch zu Schweißausbrüdem glaubt der Arzt, dass die chen sowie vermehrter BlasenTechnik helfen kann: „Wenn und Darmtätigkeit kommen der wissenschaftliche Nach- - bis hin zu einer Beeinträchweis über die Wirksamkeit tigung des Kreislaufes. fehlt, heißt das ja noch lange Von einer Fußreflexzonenmasnicht, dass es keine Wirksam- sage absehen sollten Menkeit gibt.» schen, die Fußpilz, einen diaWeitgehend unbestritten ist, betischen Fuß oder eine offene dass mit einer Fußreflexzonen- Wunde am Fuß haben. Das massage allgemein das Wohl- gilt auch bei Fieber oder entbefinden eines Patienten ge- zündeten Venen. Ansonsten steigert werden kann. Viele steht einer FußreflexzonenPatienten fühlen sich hinter- massage nichts im Wege. Wer her entspannt und angenehm einen Therapeuten sucht, ist müde, erklärt der Diplom-Psy- bei speziell weitergebildeten chologe Lutz Hertel, Vorsit- Physiotherapeuten in guten zender des Deutschen Well- Händen. (dpa)


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SEPTEMBER 2017

Sicher betreut durch moderne Wundversorgung Qualifizierte Wundmanager versorgen und begleiten Patienten bis zur vollständigen Abheilung

Wunden, die durch eine Operation entstehen, werden in der Regel primär verschlossen. Dies erfolgt unter sterilen Bedingungen durch den Chirurgen im OP. Die Wundnaht wird mit einem sterilen Wundverband versorgt, der nach dem Eingriff angelegt wird. Eine Wunde wird nur durch eine Wundnaht versorgt, wenn sie „sauber“ ist (Operationswunden, oberflächliche Schnittwunden). Die Wunden dürfen nicht älter als sechs Stunden sein. Die Anforderungen, die an eine Wundauflage gestellt werden, sind vielfältig. Man spricht heute von einer modernen Wundversorgung. Die Verbandstoffe sind atmungsaktiv und fördern die Heilung unter optimalen Bedingungen. Gleichzeitig schützen sie vor Verunreinigungen und mechanischen Belastungen. Mikroorganismen werden abgehalten, Wundexsudat (meist entzündlich bedingte Absonderungen) wird aufgefangen und die Blutstillung wird unterstützt. So behalten Patienten ihre Lebensqualität. Der erste Verbandwechsel nach einer Operation sollte aus hygienischer Sicht frühestens nach dem zweiten Tag erfolgen. Kürzere Abschnitte können die Heilung der Operationsnarbe gefährden. Bei durchfeuchteten

und durchgebluteten Verbänden ist ein sofortiger Verbandwechsel notwendig. Der Verbandwechsel erfolgt unter sterilen Bedingungen und setzt ein hygienisches Verhalten voraus. Die Wundbeobachtung und die Dokumentation sind erforderlich und wichtig für den Patienten selbst, den Arzt und alle weiteren beteiligten Pflegenden bzw. betreuenden Angehörigen. Zur Versorgung eines Patienten nach einer Operation (postoperative Wundversorgung) gehört auch das Entfernen der Fäden, Klammern oder Drainagen (dienen zum Abfluss von Wundexsudat); auch das erfolgt unter sterilen Bedingungen und auf Anordnung des Arztes. Hierbei ist es ratsam, dies entweder in der Arztpraxis oder durch ein modernes Wundmanagement im häuslichen Bereich durchführen zu lassen. Ausgebildete und qualifizierte Wundmanager übernehmen diese Aufgabe, delegiert vom Arzt, und betreuen Patienten bis zur vollständigen Abheilung des Wundzustandes – Hand in Hand mit Patient, Arzt und gegebenenfalls mit der Hauskrankenpflege. Leider kann es nach einer Operation zu Komplikationen kommen. Dazu gehören Infektionen,

die Bildung von Blutergüssen oder eine schlechte Heilung der Wundnaht, bzw. eine zu hohe Spannung der Naht. Ursachen für diese Wundheilungsstörungen können Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, ein von Mängeln gezeichneter Ernährungszustand, Fettleibigkeit, ein schwaches Immunsystem, Medikamente oder das Lebensalter sein. Bei einer entzün-

deten Wunde erfolgt eine „offene“ (sekundäre) Wundbehandlung. Die Wunde wird nicht verschlossen, sondern heilt aus der Tiefe heraus. Somit ist der Austritt von Wundexsudat möglich. Die „offene“ Wundbehandlung ist für den Patienten das sicherste Therapieverfahren. Die Wunde wird gesäubert, abgestorbenes Gewebe wird entfernt, die Region wird ruhig gestellt. Die Versor-

gung erfolgt mit sterilen, modernen Wundverbänden. Ein multidisziplinäres Team von Arzt und Wundmanager, welches Angehörige und Pflegekräfte anleitet und unterstützt, sollte bei der offenen Wundbehandlung eng zusammenarbeiten. Die Wunde wird phasengerecht therapiert und Komplikationen können zeitnah erkannt und behandelt werden. (dvmo/pm)

Breites Sort iment von Verbandsto ffen, Wundauflag en und Pflegeprodu kten


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KLINIKRATGEBER

So funktioniert der PSA-Test Prostatakrebs-Screening dient zur frühzeitigen Diagnostik

Univ.-Prof. Dr. med. Peter Albers ist Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. . Foto: Peter Albers/dpa-tmn

Prof. Dr. med. Christian Wülfing ist Chefarzt der Abteilung für Urologie an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Foto: Bertram Solcher/dpa-mag

Um Prostatakrebs frühzeitig zu diagnostizieren, gibt es einen Test, den sogenannten PSATest. Immer mehr Ärzte bieten ihren Patienten diesen Test an. Der Grund: Karzinome im gut behandelbaren Frühstadium lassen sich selten ertasten. Daher kann der PSA-Test eine wichtige Ergänzung sein. Für den Test wird Blut im Labor untersucht, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Die Abkürzung PSA steht für „prostata-spezifisches Antigen“ - ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird. „Ist der PSA-Wert im Blut erhöht, dann kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein“, sagt Sellerberg. Als erhöht gilt ein PSA-Wert über drei Nanogramm pro Milliliter. „Zu einem erhöhten PSA-Wert kann es aber auch aus banalen Gründen kommen“, sagt Prof. Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). So kann etwa Fahrradfahren oder ein Samenerguss unmittelbar vor dem Test dazu führen, dass der Druck auf die Prostata geringfügig ansteigt. „Ein erhöhter PSA-Wert ist also nicht gleich ein Grund zur Panik.“ Andererseits kann sich ein Mann, bei dem ein PSA-Test unauffällige Werte zeigt, auch nicht in Sicherheit wiegen. Sellerberg verweist auf eine europäische Studie, wonach der PSA-Test gelegentlich Tumore übersieht. „Die Studie zeigte aber auch, dass durch PSA-Tests bei Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren die Wahrscheinlichkeit, an einem Prostatakarzinom zu versterben, signifikant sinkt“, fügt Wülfing hinzu. Weil der PSA-Test umstritten

Ein Arzt zeigt in einem 3D-Modell die Prostata. Sitzt dort ein Tumor, muss dieser nicht immer entfernt werden. Die Ärzte entscheiden je nach Größe des Karzinoms - und auch nach Alter des Patientes. Foto: Axel Heimken/dpa-mag ist, kommen die Krankenkassen für die Kosten in Höhe von im Schnitt 25 Euro nicht auf der Patient muss das Geld aus eigener Tasche zahlen. Ist bei einem Mann der PSAWert bei einer Messung erhöht, ohne dass es dafür offensichtliche Gründe gibt, dann erfolgt in aller Regel eine zweite Messung. Zeigt der Test auch dann erhöhte Werte, wird für eine sichere Krebsdiagnose eine Gewebeentnahme aus der Prostata veranlasst. Bestätigt sich der Verdacht, dann folgen weitere Untersuchungen, um auszuloten, wie groß der Tumor ist und ob es bereits Metastasen gibt. (dpa)

Manche Männer bemerken beim Wasserlassen, dass mit ihrer Prostata etwas nicht stimmt. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag

Das ist keine Frauensache So erkennen Männer Brustkrebs

Brustkrebs bei Männern wird oft spät erkannt, denn es gibt keine speziellen Untersuchungen. Warnsignale sind Knoten oder Verhärtungen in der Brust. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Ein Knoten in der Brust oder eine eingezogene Brustwarze: Bei Frauen ist klar, dass so etwas auf Brustkrebs hinweisen kann. Aber bei Männern? Sie Prof. Jens-Uwe ignorieren Blohmer häufig BeFoto: Charité/dpa schwerden im Brustbereich, erklärt Rachel Würstlein, Oberärztin im Brustzentrum an der Frauenklinik der Universität München.

Dabei müssen solche Symptome immer ärztlich abgeklärt werden, sagt Prof. Jens-Uwe Blohmer, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Leiter des Brustzentrums der Charité in Berlin. Denn auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Das geschieht zwar viel seltener als bei Frauen. Weil damit aber kaum einer rechnet, wird der Krebs häufig spät erkannt. Entsprechend schlecht sind dann die Aussichten. Letztlich führt auch bei Männern mit Brustkrebs an einer Operation kein Weg vorbei. „Dabei wird neben dem Drüsengewebe auch die Brustwarze und die den Brustmuskel abgrenzende Gewebeschicht ent-

fernt“, erläutert Blohmer. Sind auch Lymphknoten vom Krebs befallen, dann werden diese ebenfalls herausgenommen. „Da Brustkrebszellen beim Mann auch hormonabhängig wachsen können, muss sich in diesen Fällen der Patient nach der OP einer Hormontherapie unterziehen“, sagt Blohmer - häufig ein unangenehmes Verfahren. Die Therapie kann Nebenwirkungen wie Depressionen, Gewichtszunahme oder Impotenz haben. Viele Männer brechen sie deshalb vorzeitig ab. Zusätzlich zur Hormontherapie kann auf den männlichen Brustkrebs-Patienten nach der OP eine Strahlen- und Chemotherapie zukommen. (dpa)


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SEPTEMBER 2017

Wenn Kinder krank sind was Eltern dann tun sollten Hat ein Kind eine verstopfte Nase, können Eltern ihm abends ruhig abschwellendes Nasenspray oder -tropfen geben. Darauf weist Till Dresbach hin. Er ist Oberarzt in der Neonatologie am Universitätsklinikum Bonn und gibt Notfallkurse für Eltern. Allerdings sollte das nur wenige Tage angewendet werden. Wenn bei einem Kind zusätzlich über 39 Grad Fieber auftritt, sollten Eltern mit ihm zum Arzt gehen. „Fieber ist primär nichts Schlechtes. Es zeigt, dass der Körper sich gegen Erreger zu Wehr setzt.“ Bei Kindern spricht man ab 38,5 Grad von Fieber. „Wenn es dem Kind trotz Fieber gut geht - wenn es spielt und trinkt, ist es erst mal nicht so schlimm“, sagt Dresbach. Ist es hingegen apathisch, liegt im Bett und trinkt nicht mehr, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen. Trinken ist gerade bei Fieber wichtig: „Pro Grad Celsius Körpertemperatur steigt der Flüssigkeitsbedarf um 20 Prozent.“ Hat ein Säugling Fieber, sollten Eltern mit ihm auf jeden Fall zum Arzt gehen, sagt Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverban-

des der Kinder- und Jugendärzte. Viel trinken ist auch bei Husten und Heiserkeit entscheidend, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Einige Eltern haben auch mit Hustensaft etwa mit Efeu oder Primelwurzel gute Erfahrungen gemacht. Außerdem können Eltern die Brust des Kindes einreiben, zum Beispiel mit Lavendelöl. Kommt zu Heiserkeit Fieber hinzu, kann eine eitrige Halsoder eine Mandelentzündung dahinterstecken. Und: „Wenn die Halsschmerzen so schlimm sind, dass das Kind nicht mehr schlucken kann, gehen Eltern am besten mit ihm zum Arzt“, rät Dresbach. Das gilt auch, wenn sich ein Kind ohne ersichtlichen Grund plötzlich übergibt. Manchmal sind die Kinder Tage vorher auf den Kopf gefallen und haben sich unbemerkt eine Gehirnerschütterung zugezogen. Das sollte beim Arzt abgeklärt werden. Weniger besorgt müssen Eltern sein, wenn das Kind einen komischen Ausschlag hat. Man kann das Ganze erst mal beobachten – sofern das Kind nicht etwa mit ge-

Tipp

Kinder können Krankheiten mit Hilfe von Büchern verstehen

Fieber messen, aber wie? Unter dem Arm wird die Temperatur nur sehr ungenau bestimmt. Bei kleinen Kindern messen Eltern besser im Po, bei älteren können sie mit entsprechenden Thermometern auch im Ohr messen dann aber besser zwei Mal. Foto: Bodo Marks/dpa-mag fährlichen Stoffen in Berührung gekommen ist. „Unspezifischer Ausschlag ist eigentlich nie etwas akut Bedrohliches“, sagt Dresbach. Kommen aber Halsschmer-

zen hinzu oder geht es dem Kind allgemein schlechter, kann es sich um Scharlach handeln und man sollte mit dem Kind zum Arzt gehen. (dpa)

Eltern fällt es oft schwer mit Kindern über schwere Erkrankungen zu sprechen, die sie selbst oder ein Familienmitglied betreffen. Dabei ist es wichtig, so früh wie möglich das Gespräch zu suchen. Um die eigene Sprachlosigkeit zu überbrücken, sind Kinderoder Bilderbücher zum Thema hilfreich. Das erleichtert es den Kleinen, die Situation zu begreifen. Darauf weist Dana Urban von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung hin. Wichtig ist auch, dass Kinder Halt bekommen – zum Beispiel, wenn ein Elternteil für längere Zeit ins Krankenhaus muss oder eine wichtige Untersuchung ansteht. Ideal ist es, wenn eine andere Bezugsperson wie Oma oder Opa in dieser Phase übernehmen kann und sich mit dem Kind beschäftigen. (dpa)

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Fachkrankenhaus für Orthopädie & Unfallchirurgie, Diabetologie und Gefäßchirurgie

Prof. Dr. med. Andreas Kurth Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie an der Asklepios Klinik Birkenwerder Tel.: (0 33 03) 522-131 Sekretariat.orthopaedie.birkenwerder@asklepios.com

Die Kunst des Kunstgelenks Arthrose, der Verschleiß des Gelenkknorpels, ist die häufigste Ursache für Gelenkbeschwerden und nimmt bei den Gelenkschäden - auch im jüngeren Alter - eine immer größere Bedeutung ein. Wenn sich der Knorpel im Gelenk abnutzt, ist dies ein Prozess, den man nicht rückgängig machen kann. Die Folgen der Arthrose am Knie und an der Hüfte sind starke Schmerzen bei Belastung, die schmerzfreien Phasen werden immer kürzer und es entstehen Schmerzen auch in Ruhe. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, sondern in vielen Fällen auch bereits jüngere Menschen. Oftmals ist die Arthrose so weit fortgeschritten, dass nur noch der Einbau eines Kunstgelenks - auch Endoprothese genannt - notwendig wird. Seit den 60iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden zunehmend mehr Kunstgelenke bei Patienten mit Verschleißerscheinungen der großen Gelenke implantiert. Der Begründer der Idee, ein zerstörtes Gelenk auszutauschen, war der Berliner Chirurg Themistocles Gluck, der im Jahre 1890 zum ersten Mal eine Knieprothese implantierte. Diese Prothese wurde damals individuell aus Elfenbein angefertigt. Dieses ElfenbeinKunstgelenkersatz hielt nur eine kurze Zeit und musste danach bereits ausgebaut werden, da es zu Infektionen kam. Heute ist die Implantation eines Kunstgelenkes eine Routineoperation und kann sicherlich als einer der erfolgreichsten chirurgischen Interventionen angesehen werden. Durch die Einführung des Qualitätszertifikats „Endoprothesenzentrum“ hat sich die Versorgung von Patienten, die ein Kunstgelenk benötigen, deutlich verbessert. Die Klinik Birkenwerder war eine der ersten Kliniken in Deutschland, die durch ihren Qualitätsstandard bei diesen Operationen dieses Zertifikat erhalten hat und sie wurde gerade in diesem Jahr erfolgreich rezertifiziert. Aufgrund moderner Materialien sowie gewebeschonender Operationsverfahren hat sich die Standzeit von Kunstgelenken deutlich verbessert und die Patienten sind schneller wieder einsatzbereit. In internationalen Registerstudien zeigt sich, dass gerade der Operateur für die Lebensqualität nach der Operation und Langzeitüberleben von Kunstgelenken entscheidend ist. Der Faktor Mensch und die Erfahrung spielen, wie in den meisten anderen verantwortungsvollen Berufen, eine ganz wichtige Rolle. Jedes Implantat und das operative Vorgehen werden individuell für den Patienten vor der Operation geplant, um das beste Ergebnis zu erzielen. In unserer Gesellschaft werden die Menschen immer älter, gleichzeitig werden Träger von Kunstgelenken immer jünger. Zurzeit beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Prothese sicher 15 bis 20 Jahre. Die Zahl der Endoprothesenwechsel hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Die Hauptursachen für eine Lockerung sind der Abrieb von kleinen Partikeln bei der Bewegung, die zu lokalen Entzündungen und Knochenverlust führen können. Des Weiteren sind Infektionen, Ursachen für eine Auslockerung der Implantate aus dem Knochen. Wechseloperationen nach Versagen der Implantate werden nicht überall durchgeführt, da diese mehr Erfahrung vom Operateur und ein eingespieltes interdisziplinäres Team erfordern, was nicht jedes Krankenhaus vorhalten kann. So sollte immer ein Gefäßchirurg für mögliche Gefäßschädigungen und Erfahrungen in plastischen Eingriffen für größere Weichteildefekte verfügbar sein. Hinter diesen Operationen steckt ein großer logistischer Aufwand. Zur Verantwortung einer Klinik gehört es, jedes mögliche Wechselteil vorrätig zu haben, um jegliche Situation intraoperativ lösen zu können. Viele Patienten wurden bereits mehrfach an einem Gelenk operiert. In der Folge kann sich die Anatomie des Patienten deutlich verändert haben. Blutgefäße und Nerven verlaufen nicht mehr dort, wo die Natur es vorgesehen hat. Außerdem leiden einige Betroffene unter großen Defekten an Knochen und Weichteilen. Für diese Defekte müssen zum Teil individuelle Implantate, angefertigt werden. Die vielleicht größte Herausforderung ist es jedoch, die Erwartungshaltung der Patienten zu bremsen. Während Patienten nach einer primären Implantation heutzutage schnell wieder auf den Beinen sind, dauert die Heilung eines Prothesenwechsels meist länger und das künstliche Gelenk ist häufig erst sehr viel später wieder belastbar. Insofern sind die Implantation und im Besonderen die Wechseloperation eines Kunstgelenks eine Kunst und eine hochqualifizierte Teamarbeit die wir in unserer Klinik regelmäßig aus- und durchführen.

Hubertusstr. 12-22 | 16547 Birkenwerder Tel.: 03303 522-0 | Fax: 03303 522-222 info.birkenwerder@asklepios.com Kostenlose Service-Hotline: 0800 0738328

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Klinikratgeber 2017  

Sonderveröffentlichung Märkisches Medienhaus