Issuu on Google+

Wusstest du, dass …

!

Wusstest du, dass… • 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, jedoch nur 2,5 Prozent davon sind Süßwasservorkommen. • 1,1 Milliarden Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. • 40 Prozent der Weltbevölkerung nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung verfügen. • täglich 6.000 Kinder an Krankheiten sterben, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. • verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern sind. • eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern so viel Wasser verbraucht, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.

Fact Box

Wald

Fit in die Zukunft ERNÄHRUNG & BEWEGUNG

1

www.landjugend.at

www.landjugend.at


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

I N H A LT

Ernährung & Bewegung 03 Einleitung „Ernährung & Bewegung“

„Fit in die Zukunft“ Unter dem Motto „Fit in die Zukunft“ konzentriert sich die Landjugend im Jahre 2013 österreichweit auf zwei nachhaltige Themen, um somit wieder Zeichen im ländlichen Raum zu setzen.

03 Vorwort von Fritz Strobl

04-05 Aktiv Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen

06-07 Ernährung bringt den Körper in Form Einerseits beschäftigen wir uns mit dem Thema „Vielfalt Landwirtschaft“, wo wir den Landwirt in seinen verschiedensten Aufgaben und Tätigkeiten beleuchten werden. Für uns ist es sehr wichtig, den Stellenwert der heutigen Landwirtinnen und Landwirte in den Vordergrund zu rücken. Nicht der Bauer von gestern sondern der Unternehmer von morgen belebt den ländlichen Raum.

08-09 Fit für’s Leben – Wie viel Bewegung braucht der Mensch?

10-11 Gesunde Bewegung: Ein Medikament ohne Rezept und Nebenwirkungen

12-13 Trendige Sportarten Der zweite große Themenblock, mit dem wir uns heuer beschäftigen ist „Ernährung & Bewegung“. Wir wollen damit einen aktuellen Trend der Jugendlichen bestärken und hier mit Qualität informieren. Gerade als Jugendorganisation mit rund 90.000 Mitgliedern ist es uns ein Anliegen, mit unserer jungen Generation „Fit in die Zukunft“ zu gehen. Wir freuen uns, gemeinsam mit euch die Schwerpunktthemen 2013 nach außen zu tragen, um das Markenzeichen der größten Jugendorganisation im ländlichen Raum bestätigen zu können! Eure Bundesleitung ELISABETH und MARKUS

14-15 Sport in Österreich

16 Obst und Gemüse – Je bunter desto besser!

IMPRESSUM: Herausgeber, Verleger: Landjugend Österreich; Schauflergasse 6, 1014 Wien, Tel. 01/53441-8560, Fax DW 8569, E-Mail: oelj@landjugend.at, http://www.landjugend.at, ZVR-Zahl: 288233040 Für den Inhalt verantwortlich: Landjugend Österreich Fotos: iStockphoto, Bilderbox, shutterstock Layout, Reinzeichnung und Gesamtproduktion: , www.madergrafisch.at, 3100 St. Pölten Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens, Druckerei Queiser GmbH, UW-Nr. 780 powered by

2 | www.landjugend.at


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

„Fit in die Zukunft“ ...

Ernährung & Bewegung Mit dem Schwerpunktthema „Ernährung & Bewegung“ beschäftigen wir uns heuer intensiv mit der Gesundheit unserer jungen Generation. Gerade als Jugendorganisation ist es uns ein Anliegen auf die wesentliche Bedeutung gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung hinzuweisen und diese zu fördern.

Im ländlichen Raum bzw. in der Landwirtschaft spielt die Bewegung im Sinne von Sport eine große Rolle. Die oft körperlichen anstrengenden Arbeiten am Bauernhof erfordern einen gesunden sportlichen Ausgleich! Weiters wollen wir auf das breite Angebot hinweisen, denn gerade im Lebensraum der Natur gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich sinnvoll zu bewegen und gleichzeitig die Natur zu genießen. In diesem Zusammenhang rückt natürlich auch unser zweites Thema stark in den Vordergrund, denn nur die Kombination von Ernährung & Bewegung gewährleistet eine nachhaltige Gesundheit. Die Grundbausteine der Ernährung sollten vielseitig aufgebaut sein, darüber hinaus können wir durch bewusste Ernährung auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem wir regionale und saisonale Produkte von landwirtschaftlichen Betrieben in unserer Region konsumieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir „Fit in die Zukunft“ gehen, wenn wir uns alle als Botschafter dieser Themen sehen.

... ein tolles Motto mit großartigen Themen, denen sich die Landjugend 2013 widmet! Auch für mich haben diese Schwerpunkte eine große Bedeutung. Von klein auf hat mich Sport begeistert. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass man nur dauerhaft Spitzenleistungen erbringen kann, wenn man sorgsam mit den eigenen Kraftressourcen umgeht und sich auch sinnvoll ernährt. Als Umweltbotschafter der Schi-WM 2013 in Schladming ist mir Nachhaltigkeit in allen Bereichen wichtig. Sport und Bewegung machen noch mehr Freude, wenn man sicher sein kann, dass die Natur nicht darunter leidet. Gleiches gilt für unsere Ernährung. Die beste Quelle für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist die regionale Landwirtschaft. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, weil ich selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und diesen vor einiger Zeit übernommen habe, um Angusrinder zu züchten. Das Schönste an der harten Arbeit, für die wir Bäuerinnen und Bauern stehen, ist ein Ergebnis mit Qualität, die unsere regionalen, ländlichen Produkte zum Ausdruck bringen. Darauf sollten wir alle besonders stolz sein! All diese Werte möchte ich vielen jungen Menschen weitergeben. Übrigens versucht mein Buchprojekt „Fritz Blitz“ (www.fritz-blitz.com), diese Wertvermittlung über Phantansiegeschichten an Kinder zu transportieren. Ich wünsche der Landjugend viel Spaß und Erfolg mit ihren Schwerpunkten 2013. Wer so viel Engagement zeigt und sich derartig sinnvollen Themen widmet, wird mit Sicherheit „Fit in die Zukunft“ kommen. Euer FRITZ STROBL, Umweltbotschafter der Schi-WM 2013

www.landjugend.at | 3


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Aktiv Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen LFI-FACHBEREICH ERNÄHRUNG & BEWEGUNG Autorin: Uschi Sorz, Landwirtschaftskammer Österreich

Ob als GesundheitsbegleiterInnen oder ExpertInnen für gesunde Jause in der „Geschmacksschule“: Im Bereich „Gesundheit und Ernährung“ entdecken immer mehr österreichische Bäuerinnen und Bauern ein zweites wirtschaftliches Standbein. Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) bietet eine breite Palette an Kursen und Seminaren dazu an.

4 | www.landjugend.at

Es ist der Widerspruch unserer Zeit: Gerade in den reichen Volkswirtschaften leiden viele Menschen an Folgen des Überflusses, die im Grunde eine neue Form des Mangels sind. So haben der Nährstoffmangel durch industriell stark bearbeitete Nahrungsmittel und ein gravierender Bewegungsmangel bereits auf die Jüngsten unserer Gesellschaft dramatische Auswirkungen. Auf den daraus folgenden Trend, hier durch Bewusstseinsarbeit und effiziente Gesundheitsmaßnahmen gegenzusteuern, springen besonders viele Bäuerinnen und Bauern auf. Verwunderlich ist das nicht. „Ernährung ist ursächlich mit den Produzenten der

Lebensmittel verknüpft“, sagt Herbert Bauer, stellvertretender Geschäftsführer des LFI Österreich. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte mit ihren frischen regionalen Produkten haben hier einfach eine hohe Glaubwürdigkeit.“ Aber nicht nur das: Ihr natürlicher Kompetenzbereich macht sie auch zu Experten für die unverfälschten Nahrungsmittel, die sie anbauen. Zudem leben und arbeiten sie sehr nahe an den Zyklen und Abläufen der Natur. „Sie können viel wertvolles Wissen vermitteln“, unterstreicht der Bildungsmanager. „Und daraus kann sich ein zweites wirtschaftliches Standbein im Gesundheitsbereich ergeben.“ Dazu bietet das LFI eine große Bandbreite an Möglichkeiten.


E R N Ä H R U N G

Lebensqualität und Weitblick An Seminarbäuerinnen und -bauern etwa besteht großer Bedarf. Mit dem entsprechenden LFI-Zertifikat in der Tasche sind diese auf Produktpräsentationen von Messen oder in Supermärkten anzutreffen, bieten themenspezifische Kochkurse an oder sind als AMA-LebensmittelberaterInnen sowie in Schulen oder Kindergärten unterwegs. „Dort heißt das Geschmacksschule“, präzisiert Herbert Bauer. „Und dieses Angebot kommt sowohl bei den Eltern und Pädagoginnen als auch bei den Kindern sehr gut an.“ Ein wichtiger Einsatzbereich für Seminarbäuerinnen und -bauern sind Kooperationen, etwa mit dem Fonds Gesundes Österreich oder den Bezirksbauernkammern.

Ein anderer erfolgreicher LFI-Zertifikatslehrgang ist der zum Gesundheitsbegleiter bzw. zur Gesundheitsbegleiterin. TeilnehmerInnen dieser Ausbildung entwickeln ein individuelles Angebot in den Bereichen Bewegung, Entspannung, Stressvorbeugung und Ernährung. „Bei manchen kann das Rücken- und Haltungstraining sein, andere wiederum richten ihr Programm an Beckenbodengymnastik, Kinesiologie, Nordic Walking oder dem Wohlfühlgewicht aus“, nennt Bauer einige Beispiele. Abgesehen von den groß angelegten Lehrgängen finden sich im Kursbuch des LFI aber auch zahlreiche Kurzveranstaltungen wie etwa Wirbelsäulengymnastik, eine Rückenschule für Bäuerinnen und Bauern oder der Kurs „Gesundes Bewegen und Arbeiten“, bei dem gezeigt wird, wie man die wichtig-

&

B E W E G U N G

sten Arbeitsbewegungen wie Bücken, Heben, Drehen, Tragen und Ziehen ergonomisch am sinnvollsten durchführt. Und natürlich jede Menge Kochkurse, nicht selten abgehalten von ausgebildeten Seminarbäuerinnen. „Gesundheit und Ernährung ist beim LFI ein eigener Geschäftsbereich“, so Bauer. „Im Jahr 2011 haben wir beispielsweise über 3.000 Veranstaltungen mit insgesamt rund 60.000 Teilnahmen durchgeführt.“ Für den größten heimischen Anbieter von Erwachsenenbildung im ländlichen Raum sind Lebensqualität und Weitsicht zwei wichtige Positionierungsmerkmale. Dazu gehört es, die Chancen der Regionalität und Nachhaltigkeit zu erkennen und wahrzunehmen. „Wirtschaftlicher Erfolg ist dabei nicht losgelöst von immateriellen Faktoren wie Familie, Gesundheit oder Lebensfreude zu sehen“, verdeutlicht Bauer. „Erst zusammen ergibt das ein rundes Bild.“

www.landjugend.at | 5


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Ernährung bringt den Autorinnen: Mag.a Susanne Schneglberger und Mag.a Christine Mahringer-Eder, Lehrerinnen an der HLFS Elmberg

Im Jugendalter beginnen wir, für vieles die Verantwortung zu übernehmen, auch für unsere Ernährung. Doch nicht immer steht das Ziel im Vordergrund, den eigenen Körper gesund und leistungsfähig zu erhalten. Die österreichische Ernährungspyramide ist ein Modell, das uns bei der Auswahl der Lebensmittel unterstützen kann. Die österreichische Ernährungspyramide: modifiziert nach Vorlage vom Bundesministerium für Gesundheit

selten sparsam wöchentlich täglich täglich täglich täglich

Die Pyramide zeigt deutlich, dass wir auf kein Lebensmittel komplett verzichten müssen. Es gibt keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel, auf die Portionsgröße und Auswahl innerhalb der Gruppen kommt es an!

idealen Durstlöschern. Unverdünnte Säfte, Limonaden, Energy Drinks und Alkohol dagegen sollten nur in geringen Mengen aufgenommen werden!

Darf ’s ein bisschen mehr sein? Die Basis ist ausreichend Flüssigkeit Der Mensch besteht zu 60 % aus Wasser, Flüssigkeitsmangel kann zu Kopfschmerzen, Leistungsverminderung, Verdauungsschwierigkeiten oder Kreislaufproblemen führen. Deshalb sollten wir täglich 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit auf nehmen. Leitungswasser, Mineralwasser, nicht oder leicht gezuckerter Tee, sowie verdünnte Säfte gehören zu den

6 | www.landjugend.at

Bei Obst und Gemüse dürfen wir uns satt essen, denn sie enthalten viele Stoffe die der Körper für seine Gesundheit braucht. Gleichzeitig haben sie einen niedrigen Kaloriengehalt und sind ideal für alle die auf ihr Gewicht achten wollen. Reichlich Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu essen ist das Beste was wir für unsere Gesundheit tun können.


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Körper in Form

Brot und Nudeln sowie Erdäpfel wurden, zu Unrecht, lange als Dickmacher bezeichnet. Sie sind wichtige Energielieferanten die uns satt machen und zu den fettarmen Lebensmitteln zählen. Besonders Vollkornprodukte weisen einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen auf. Wir tun unserem Körper also viel Gutes, wenn wir regelmäßig Vollkornnudeln, Vollkornbrot, Naturreis, Haferflocken oder Müsli essen. Die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe führen dazu, dass man schneller satt wird, ohne zu viel Energie aufzunehmen. Eine Scheibe Vollkornbrot sättigt besser als eine Scheibe Weißbrot! Täglich sollten Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Wie Fleisch und Wurst enthalten sie hochwertiges Eiweiß. Dazu liefern sie dem Körper Calcium und Vitamin D. Laut Österreichischem Ernährungsbericht 2012 sind viele Kinder und Jugendliche unzureichend damit versorgt. Eine ausreichende Aufnahme fördert die Festigung des Skelettes sowie die Zahnbildung. Daher täglich ¼ - ½ Liter fettarme Milch oder Joghurt, Buttermilch, Topfen und etwas Schnittkäse genießen und gleichzeitig die Knochen durch Bewegung stärken. Dabei sollten fettarme Käsesorten und Magermilchprodukte bevorzugt werden. Fleisch ist ein wichtiger Lieferant von Eisen, Vitamin B12 und Vitamin B1. Um ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt zu sein, muss aber nicht jeden Tag Fleisch konsumiert werden. Leider essen viele ÖsterreicherInnen mehr Fleisch und Fleischwaren als ihnen gut tut und nehmen dadurch auch eine große Menge an gesättigten Fettsäuren auf. Fettarme Fleischwaren wie zum Beispiel Schinken und Krakauer sollten bevorzugt werden.

Auch Fisch und Eier enthalten lebensnotwendige Stoffe. Daher lautet die Empfehlung, einmal wöchentlich Fisch und bis zu drei Eier wöchentlich in den Speiseplan mit einzubeziehen. Als Alternative zu Fischstäbchen empfiehlt es sich leicht gesalzenes Fischfilet ganz einfach in wenig Rapsöl zu braten und mit reichlich Kräutern gewürzt zu genießen. Ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren und Zucker begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Krebs. Beim Kochen sollten daher qualitativ hochwertige, gut erhitzbare Öle, wie zum Beispiel Rapsöl, verwendet werden. Als Streichfett sollte man Butter nur dünn aufs Brot streichen. Die in Nüssen enthaltenen Fettsäuren wirken positiv auf die Konzentrationsfähigkeit. Auch bei Fetten und Ölen ist Abwechslung wichtig, da sie unterschiedliche Fettsäurezusammensetzungen haben. Der Verzehr von regionalen Produkten fördert die österreichische Landwirtschaft und die Verwendung saisonaler Lebensmittel kann einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Grundsätzlich gilt, je vielseitiger und abwechslungsreicher wir essen umso besser ist es. Die Menge, die jemand essen sollte, hängt stark davon ab, ob er/sie sich viel bewegt oder häufig sitzt.

Quelle

!

Bundesministerim für Gesundheit, Publikation „Österreichischer Ernährungsbericht 2012“

www.landjugend.at | 7


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

„Fit für’s Leben“ Wie viel Bewegung braucht der Mensch? Autor: Dr. Matthias Zaloudek, Arzt für Allgemeinmedizin, Sportarzt Landesklinikum Krems

Bewegung ist gesund und wichtig – das wissen die meisten Menschen, doch weißt du auch, wie die Bewegung auf unseren Körper wirkt und warum?

Stärkung von Herz und Muskeln Regelmäßiges körperliches Training kräftigt das Herz-Kreislaufsystem und unsere Muskeln. Durch die Bewegungen werden die Muskelzellen so verändert, dass sie mehr Energie verwerten können und damit leistungsfähiger werden. Die Muskulatur ist das größte Organ des Körpers und daher für den Energieverbrauch von entscheidender Bedeutung. Der Mensch nimmt Energie mit der Nahrung auf und die Muskulatur verbrennt sie. Vergleichbar ist das, mit einem Automobil: Ist der Motor größer, wird zwar mehr Treibstoff verbrannt, jedoch ist der Motor dadurch leistungsfähiger.

Wie wir es nicht machen sollten: wenig Bewegung + viel Essen = Gewichtszunahme Ein wesentliches Problem der heutigen Zeit ist, dass immer mehr Personen übergewichtig sind. Das beeinträchtigt meist nicht nur die Lebensqualität der oder des Einzelnen, sondern macht sie

8 | www.landjugend.at

auch für vorzeitige Erkrankungen anfällig. Übergewicht lässt sich sehr einfach erklären: wenn mehr Kohlen bestellt werden, als der Ofen verbrauchen kann, wird der Überschuss zwischengelagert. Ist ein Zwischenlager voll muss das nächste angelegt werden. Analog dazu verhält sich unser Körper: eine zu hohe Energiezufuhr bedeutet, dass überschüssige Kilokalorien (kcal) in Form von Fettpöls-

Beispiel

!

Gehen wir 30 Minuten laufen, so werden ca. 300 kcal verbraucht. Das Essen einer Leberkässemmel dauert nur ca. fünf Minuten, liefert jedoch ca. 500 kcal an Energie. Die überschüssigen 200 kcal werden als Fett im Körper gespeichert. Da dies sehr oft passiert, nehmen sehr viele Menschen langsam an Körpermasse zu, bis sie schließlich deutlich zu viel davon haben. 9.000 kcal überschüssige Energie bedeuten 1 kg zusätzliches Fett!


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

!

Internationale Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung

Die internationalen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung sind das Ergebnis umfassender wissenschaftlicher Untersuchungen. Sie besagen:

Für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahren)

terchen gespeichert werden. Um Gewicht abzunehmen, muss das Verhältnis Zufuhr: Verbrauch in Richtung niedrigerer Energiezufuhr und höherer Energieverbrauch verschoben werden. Dies geschieht durch angepasste Ernährung und regelmäßige Bewegung.

ten beherrscht. Neue Sportarten kann man, wie z.B. auch schreiben und lesen, nur durch viel und vor allem regelmäßiges Üben erlernen. Neben Ausdauer und Kraft sollten die Übungen auch die Beweglichkeit und Koordination fördern.

Gute Muskeln, starke Knochen

Einfachste Geschicklichkeitsübungen sind z.B. das Stehen auf einem Bein, sowie Bewegungsmuster wie die Rolle vorwärts/rückwärts. Laufen, Rad fahren, Bergaufgehen und Schwimmen sollten als typische Ausdauersportarten nicht fehlen. Um Kraft und Beweglichkeit zu schulen, empfehlen sich Klettern, verschiedene Kampfsportarten, aber auch Ballett oder Gymnastik.

Die Muskulatur ist nicht nur für unseren Energiehaushalt wichtig, sondern auch für den Bewegungsapparat. Sie schützt die Wirbelsäule und unsere Gelenke und fördert die Mineraleinlagerung in die Knochen – macht diese also fester. Dadurch kann orthopädischen Problemen vorgebeugt werden. Springen, laufen und andere Stoßbelastungen fördern den Knochenaufbau und sollten zumindest dreimal pro Woche Bestandteil des Trainingsprogrammes sein. Denn Eines steht fest: mit einem muskulösen, straffen Körper machen wir eine deutlich bessere Figur! Ganz nebenbei macht Bewegung sehr viel Spaß, kann bei der Persönlichkeitsentwicklung helfen und bei entsprechendem Können auch den „gewissen Kick“ ermöglichen.

Bewegung ist mehr als nur Laufen und Liegestütz Bewegung macht am meisten Spaß, wenn man fit ist und mehrere Sportar-

Gesünderes Leben Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, den Bewegungsapparat und den Energiehaushalt aus. Diese Effekte sind sowohl beim Sport als auch im Alltag zu spüren und in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung ergibt das ein gesünderes Leben. Gesundheit ist die Voraussetzung dafür, dass das Leben Spaß macht.

Weitere Informationen gibt es beim IPAS (Institut für Präventiv- und angewandte Sportmedizin): www.ipas.at!

• 60 Minuten pro Tag körperliche Aktivität mit zumindest mittlerer Intensität, d.h. die Aktivität soll so anstrengend sein, dass dabei zwar noch gesprochen, aber nicht mehr gesungen werden kann (z.B. Laufen, Rad fahren, Schwimmen, Langlaufen, Rudern). • muskelkräftigende Übungen an mindestens drei Tagen pro Woche (z.B. Klettern, Tanzen, Hüpfen, Kampfsport) sowie knochenstärkende Übungen (z.B. Springen, Laufen, Zumba) • zusätzlich Übungen für die Beweglichkeit und Koordination (Ballspiele, Jonglieren, Gleichgewichtsübungen, Slack Line, Parkour)

Für Erwachsene gilt im Prinzip dasselbe, nur dass man als Mindestumfang fordert: • fünf Mal 30 Minuten pro Woche Ausdauerbelastung mit moderater Intensität (also z.B. Nordic Walken) oder, wenn man fit genug ist, dreimal 30 Minuten Ausdauerbelastung mit höherer Intensität, also z.B. Laufen. Optimal ist auch bei Erwachsenen ein Umfang von etwa fünf Stunden pro Woche, vor allem, wenn es um das langjährige Halten des Körpergewichts geht. • Zusätzlich zweimal pro Woche Krafttraining, z.B. im Fitnessstudio mit Hanteln, Geräten oder Eigengewicht (also die traditionellen Übungen aus dem Turnunterricht). • Koordination und Gleichgewicht sollten am besten täglich in Form kleiner Übungen trainiert werden (Einbeinstand, rückwärts Gehen, etc.).

www.landjugend.at | 9


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Gesunde Bewegung: Ein Medikament ohne Rezept und Nebenwirkungen Autor: Andreas Walter MAS, Gesundheitsförderer, Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)

Die Welt und das Lebensumfeld der Menschen sind von Fortschritt, Entwicklung und Veränderung geprägt. Auch wenn die so genannte „Wohlstandsgesellschaft“ viele Vorteile gebracht hat, sind auch einige negative Entwicklungen zu erkennen.

Bewegungsverhalten von 11- bis 18-jährigen aus landwirtschaftlichen Haushalten nach Alter und Geschlecht 80% 70% 60% 50% 40% 30%

Burschen

20%

Mädchen

10% 0%

11 12 13 14 15 16 17 18 Anteil der bewegungsfreudigen Jugendlichen nach Alter und Geschlecht

Grafiken: Quelle Studie „Fit4Life“ der SVB

10%

52%

37% bewegungsfreudig bewegungsneutral bewegungsfaul

Bewegungsverhalten von Jugendlichen

10 | www.landjugend.at

Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie Rückenprobleme und Übergewicht entwickeln sich zu einem Problem für die Gesundheit. So prägen sehr oft sitzende Tätigkeiten, Bewegungsmangel, einseitige Bewegung und unausgewogene Ernährung die Lebensweise unserer Gesellschaft. Für den Menschen sind jedoch Ernährung, Bewegung und geistig-seelische Ausgewogenheit von immenser Bedeutung und gerade der persönliche Lebensstil ist zentraler Bestandteil unserer Gesundheit.

Grundlegende Bewegungsmuster lernen wir in der Kindheit Schon in den ersten Lebensjahren werden grundlegende Bewegungsmuster ausgebildet und angelegt. Was in dieser Zeit versäumt wird lässt sich später nur noch sehr schwer korrigieren. Die Koordination verschiedener Körperteile und Bewegungen wird schrittweise erlernt. Kinder entwickeln dadurch ein Arsenal an Bewegungsmustern, die dann in Gefahrensituationen zur Verfügung stehen. Gerade diese koordinativen Fähigkeiten sind zur Vermeidung von Unfällen durch Sturz und Fall besonders wichtig. In mehreren internationalen Studien wurden bereits die vielen positiven Effekte gesunder Bewegung nachgewiesen. So spielt diese bereits bei der psychomotorischen Entwicklung von Kindern eine wesentliche Rolle, ist von großer Bedeutung für die Erhaltung des energetischen Gleichgewichts sowie eines gesunden Körpergewichts, hilft bei der Bewältigung von Stress und fördert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit während des ganzen Lebens.

Bewegungsmangel: ein trauriger Trend Bei einer Wiener Studie (Pratscher, 2005) über das Bewegungsverhalten von SchülerInnen wurden die Bewegungsdefizite sehr deutlich. So wird der durchschnittliche Tagesablauf mit ca. 21 Stunden im Liegen, Sitzen oder Stehen und nur ca. drei Stunden in Bewegung verbracht. Die Sitzzeiten nehmen dabei zu, je älter die SchülerInnen werden. In derselben Studie wurde festgestellt, dass sich die durchschnittlichen Sitzzeiten der SchülerInnen von 1998 bis 2005 um durchschnittlich mehr als 1,5 Stunden täglich verlängert haben.


E R N Ä H R U N G

Auch von der Sozialversicherung der Bauern (SVB) wurde heuer eine Studie „Fit4Life“ über die Gesundheit und Sicherheit von Kindern und Jugendlichen aus bäuerlichen Familien veröffentlicht. Dabei wird im Vergleich zu einer österreichweiten Studie (HBSC Studie; „Health Behaviour in School-aged Children Study“) deutlich, dass Jugendliche aus der Landwirtschaft mehr Bewegung machen als der durchschnittliche österreichische Jugendliche. Beim Ernährungsverhalten zeigt sich ebenso, dass sich bäuerliche Jugendliche im Österreich-Vergleich gesünder ernähren. Es werden deutlich mehr Obst, Gemüse und Milchprodukte und deutlich weniger ungesunde Produkte (Burger, Pommes, Chips, Limonade) verzehrt. Dabei zeigt sich jedoch auch, Mädchen sind deutlich ernährungsbewusster als Burschen. Sie konsumieren doppelt so oft gesunde und nur halb so oft ungesunde Lebensmittel.

&

B E W E G U N G

Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Kinder täglich 60 Minuten mit mittlerer bis hoher Intensität körperlich aktiv sein. In der Realität erfüllen diesen Anspruch leider nur sehr wenige. Herzinfarkte oder Schlaganfälle betreffen meist erst ältere Menschen. Ursachen für diese Erkrankungen sind jedoch oft schon im Kindesalter entstanden. Übergewicht, Fehlernährung oder Bewegungsmangel sind immer öfter schon bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten. Diese Risikofaktoren sollten möglichst bald erkannt und eine Fehlentwicklung schon im Kindesalter gestoppt werden. Bewegung und Sport sind der Ausdruck von Lebensfreude und eine Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Der Grundstein für ein gesundes Bewegungs- und Ernährungsverhalten wird in der Kindheit und Jugend gelegt und ist richtungsweisend für unser weiteres Leben.

Ernährungseinstellung von Jugendlichen und Eltern aus bäuerlichen Haushalten nach Alter und Geschlecht 80%

80%

70%

70% Mädchen

60%

60% Mütter Väter

50%

50% 40%

Burschen

40%

30%

30%

20%

20%

10%

10%

0% 20 bis 29 30 bis 39 11 12 13 14 15 16 17 18 Anteil der ernährungsbewussten Jugendlichen (links) und Eltern (rechts) nach Alter und Geschlecht 0%

40 bis 49

älter als 50

7% 36% 52%

41% 64%

ernährungsbewusst nicht ernährungsbewusst Ernährungsproblem

www.landjugend.at | 11 Ernährungseinstellung von Jugendlichen (links) und Eltern (rechts)


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Trendige Sportarten Immer wieder kommen neue Sportarten nach Österreich, egal ob Parkour, CrossFit, Mountainboard, Slackline oder Kitesurfen. Diese Sportarten sind im Moment voll im Trend, aber was steckt genau hinter diesen Begriffen?

Parkour Bei Parkour versucht der, der die Sportart betreibt (= der Taceur) trotz allen Hindernissen, den schnellsten und vor allem effektivsten Weg von einem Startort zum selbstgewählten Zielort zu finden. Zum Überwinden von Hindernissen zählen z.B. das Klettern über Mauern, das Überspringen von Zäunen, Bänken und Mülleimern oder das Balancieren auf schmalen Eisenstangen, wobei diese nicht verändert werden dürfen. Parkour wird hauptsächlich in Städten betrieben, ist aber auch in der freien Natur ohne weiteres möglich. Der Franzose David Belle, der Erfinder des Parkour, hat die erlernten Fähigkeiten der „Méthode naturelle“ von seinem Vater weiterentwickelt. Er bezeichnet Parkour als eine Disziplin, die die Kunst der Bewegung und die Technik verbindet und der einige philosophische Elemente

12 | www.landjugend.at

zugrunde liegen. Gefährliche Aktionen oder Waghalsigkeit gehören nicht zum Parkour-Gedanken. Außerdem gibt es beim ursprünglichen Parkour keinen Wettkampf, die Traceure gehen nur soweit sie es sich selbst zutrauen.

CrossFit CrossFit ist ein Gruppen-Workout, das durch einen Trainer betreut wird und bei dem der ganze Körper durch gezielte Übungen und Drills trainiert wird. Das Trainingsprogramm wurde 1980 von dem Amerikaner Greg Glass erfunden und hat sich in Amerika und weiten Teilen Skandinaviens durchgesetzt. Bei vielen Spezialeinheiten der Polizei und des Militärs zählt CrossFit zum Trainingsprogramm. CrossFit beinhaltet Übungen in den Bereichen kardiovaskuläre Ausdauer (Herz- und Blutgefässe betreffende Ausdauer), Kraftausdauer, Kraft, Flexibilität, Leistung, Schnelligkeit, Balance, Geschicklichkeit, Koordination und Bewegungsgenauigkeit. Das Training findet stets in einem hohen Pulsbereich statt, wobei die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit permanent erweitert werden. Das Herzstück des Trainings ist das „Workout of the day“, das eine täglich wechselnde Herausforderung darstellt. Dabei wird eine Übungsabfolge, die vorab nur dem Trainer bekannt ist, drei bis fünfmal sehr schnell ausgeführt. CrossFit eignet sich für SportlerInnen aller Alters- und Fähigkeitsstufen, je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Trainingsstärken.

Mountainboard Das Mountainboard ist eine Mischung aus Skateboard und Snowboard und zählt zu den Funsportgeräten. Das Board kann auf jedem Untergrund zum Einsatz kommen, egal ob im Gelände oder im Wald. Das wichtigste am Mountainboard sind die Achsen, denn mit diesen wird es gesteuert und die Federung für die Fahrten im Gelände. Das Fahren auf dem Mountainboard benötigt viel Gleichgewichtsgefühl, denn das Board ist sehr schmal. Es wurde Anfang der 1990er in Amerika erfunden und etablierte sich nach und nach auch in Europa. Wird das Mountainboard mit einem Lenkdrachen kombiniert, kann man damit am Strand Kitesurfen.


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Slackline

Racketlon

Unter Slacklinen versteht man das Balancieren auf einem 2,5 bis 5 cm breiten Band, das zwischen zwei Fixpunkten (meist Bäumen) aufgespannt ist. Ein Slackline-Set besteht aus einem Band, zwei Baumschlingen und einem Spannsystem. Das Band ist nicht straff gespannt, sondern hängt etwas durch und ist dehnbar. Die Schwierigkeit ist daher die Bewegungen ständig auszugleichen, da der Balancepunkt wesentlich tiefer liegt als beim ähnlichen Seiltanz. Slacklinen wurde in den 1960ern von Kletterern im Yosemine-Nationalpark (USA) als Ersatzbeschäftigung an Regentagen erfunden. Im Laufe der Zeit verbreitete es sich auch außerhalb des Klettersports und wurde zu einer populären Trendsportart. Mittlerweile wird es auch immer mehr von Spitzensportlern und in der Physiotherapie als Gleichgewichtstrainingsmittel eingesetzt. Derzeit gibt es viele verschiedene Formen davon, die häufigste Variante ist die klassische Slackline (10 bis 30 m lang, auf ca. 1 m Höhe angebracht) am Land zwischen zwei Bäumen gespannt, daneben gibt es beispielweise noch Longlines (50 bis 200 m lang), Highlines (bis 60 m lang, Höhe beliebig) und Waterlines, also über fließendem oder stehendem Gewässer.

Tischtennis – Badminton – Squash und Tennis! Vier Disziplinen, eine Turniersportart: Racketlon. Die Regeln sind ziemlich einfach: Eins gegen Eins, vom kleinsten bis zum größten Schläger, vier Sätze bis 21 Punkte, gezählt wird im Running Score System, das bedeutet jeder Punkt zählt. Am Ende gewinnt derjenige, der insgesamt die meisten Punkte gesammelt hat. Es ist also ein Allrounder der beliebtesten Rückschlagspiele Europas für jedermann. Lange Erholung zwischen den Sätzen ist den Sportlern allerdings nicht vergönnt. Nur fünf Minuten sollen zwischen zwei Sätzen liegen. Eine Handtuch- oder Trinkpause während des Satzes muss zusätzlich vom Schiedsrichter genehmigt werden. Der Ursprung des Racketlon liegt in Skandinavien Anfang der 1990er Jahre. 2003 kam der Sport durch Marcel Weigl erstmals nach Österreich. Seit 2004 gibt es mit der RFA (Rakketlon Federation Austria) auch einen eigenen Verband der mehrere offizielle Turniere im Jahr veranstaltet.

Kitesurfen Kitesurfen ist eine sehr junge Trendsportart, die sich aus dem klassischen Windsurfen entwickelt hat und eine Mischung aus Wellenreiten und Drachenfliegen ist. Zum Kitesurfen benötigt man ein Board (Brett) und einen Kite (Drachen), sowie eine Bar (Stange), die Lines (Leinen), ein Trapez und einen Wetsuit (Neoprenanzug). Die zwei wesentlichen Merkmale sind das Board und der Kite: Das Kiteboard ist flach, hat sehr scharfe Kanten und darauf sind Bindungen. Der Kiteschirm ist zwischen 9 m2 und 12 m2 groß, Anfänger sollten dabei einen kleinen Schirm benutzen. Die ersten dem Kitesurfen ähnlichen Versuche wurden vom Amerikaner Cory Roeseler aus Oregon in den 1980ern unternommen. Etwa zeitgleich entwickelten die Gebrüder Legaignoux in Frankreich den so genannten Tubekite. Seinen ersten Boom erlebte das Kitesurfen in den sp��ten 1990er Jahren auf den Hawaiianischen Inseln. Viele der weltbesten Windsurfer - allen voran die lebende Legende Robby Naish - entdeckten das Kitesurfen als sportliche Herausforderung. In Österreich gibt es Kitesurfen seit 1998.

www.landjugend.at | 13


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Sport in Österreich Autorin: Nina Höfler, SPORTUNION Österreich

Die Bundes-Sportorganisation (BSO) hat als ordentliche Mitglieder drei Sportdachverbände (ASKÖ, ASVÖ, SPORTUNION)), 60 Sportfachverbände, das Österreichische Olympische Comité (ÖOC), das Österreichische Paralympische Comité (ÖPC) sowie den Österreichischen Behindertensportverband. Darüber stehende Organe sind der Bundes-Sportfachrat als Zusammenschluss der Fachverbände, der Bundes-Sportrat als Gremium der Dachverbände sowie die Bundessportversammlung. Staatlicher Bereich Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport Sektion Sport Heeressportzentrum

Bundesministerium für Gesundheit

Fond Gesundes Österreich

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Bundessportakademie

Schulsport

Nicht-staatlicher Bereich Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Universitätssport

Österr. Olympisches Comité Österreichische Bundes-Sportorganisation

Bundesländer Landesregierungen

Special Olympics Österreich

Österreichischer Behindertensportverband

Landessportorganisationen Quellen: Sportunion (Seite 14), Statistik Austria, Gesundheitsbefragung 2006/07, erstellt am 23.10.2007 (Seite 15)

Österr. Paralympisches Committee

BundesDachverbände

BundesFachverbände

LandesDachverbände

LandesFachverbände

Weitere Sportverbände

Sportvereine

Staatlich und nicht-staatlich besetzte Institutionen Österr. Institut für Schul- und Sportstättenbau

Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung

Oberstes Organ der Österreichischen Bundes-Sportorganisation ist die Bundessportversammlung, die sich paritätisch aus Vertretern der Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION sowie den Vertretern der Fachverbände (einer pro Verband) und je einem Vertreter des Österreichischen Olympischen Comités, des Österreichischen Paralympischen Comités und des Österreichischen Behindertensportverbandes zusammensetzt. Die Bundes-Sportversammlung tritt einmal jährlich zusammen, alle Funktionäre der einzelnen Or-

14 | www.landjugend.at

Österr. Institut für Sportmedizin

Bundessport- und Freizeitzentrum

Team Rot-Weiß-Rot

gane und Gremien werden für eine dreijährige Funktionsperiode gewählt. Der Bundes-Sportrat bildet den Zusammenschluss der Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION. Der Bundes-Sportrat, dessen Vorsitz jährlich nach dem Rotationsprinzip wechselt, tritt mindestens einmal pro Jahr zusammen. Zu den Hauptaufgaben des Gremiums zählen die Koordination und die Umsetzung sportpolitischer Anliegen, die vor allem in dem Kompetenzbereich der Dachverbände liegen, wie

Sporthilfe

Sportpools

zum Beispiel Schule & Sport, Funktionärsschulung, Breiten-, Gesundheitsund Trendsport, u.a.m. Der Bundes-Sportfachrat stellt das Gremium der Fachverbände dar und tritt in der Regel zwei Mal im Jahr zusammen. Arbeits-Schwerpunkte sind die Behandlung gemeinsamer Anliegen der Fachverbände, Mitwirkung bei der Ausbildung von TrainerInnen und LehrwartInnen, Anerkennung neuer Sportarten, die Aufnahme neuer Fachverbände, u.a.m.


E R N Ä H R U N G 23,3%

31,6% 68,4%

76,7%

&

B E W E G U N G

Körperliche Aktivität bzw. Inaktivität in Prozent insgesamt (Frauen links, Männer rechts). aktiv inaktiv

Fachverbände und Dachverbände

80% 70%

!

60%

Warum gibt es sie, was sind ihre Aufgaben?

50%

Die Fachverbände

40% 30% 20% Männer Frauen

10% 0% 15–29

30–44

45–59

60–75

>75

(Jahre)

Körperliche Aktivität in Prozent (Als körperlich „aktiv“ eingestuft werden Personen, die zumindest an drei Tagen pro Woche durch Radfahren, schnelles Laufen oder Aerobic ins Schwitzen kommen.

Sie vertreten jeweils ihre Fachsparte, in der es eine oder mehrere Sportarten geben kann. Sie sind also die Interessensvertretung ihrer Sportarten und Disziplinen. Der Fachverband konzentriert seine Arbeit auf den Leistungssport, organisiert Staatsmeisterschaften und österreichische Meisterschaften sowie internationalen Sportverkehr, die sportwissenschaftliche Betreuung, etc.

Die Dachverbände Die Dachverbände am Beispiel der SPORTUNION Die 1945 gegründete SPORTUNION Österreich stellt mit ihren rund 3.900 Mitgliedsvereinen eine herausragende gesellschaftspolitische Kraft dar. Mit 140 verschiedenen Sportarten verfügt die SPORTUNION über das vielfältigste Sportangebot in der österreichischen Sportlandschaft. Etwa 840.000 Mitgliedschaften zeugen von der Bedeutung der SPORTUNION in seiner Trägerfunktion für die Bereiche des Breiten-, Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssports in Österreich. Unter dem Dach der SPORTUNION Österreich sind über 750 gewählte FunktionärInnen in den Landesverbänden ehrenamtlich engagiert. Die Zahl der AufgabenträgerInnen in den Vereinen ist schwer abschätzbar. Rechnet man durchschnittlich 10 Personen eines Vorstandes pro Verein hoch, ergibt sich eine Zahl von über 39.000 ehrenamtlich engagierten FunktionärInnen. Der Versuch, die Wertschöpfung ehrenamtlichen Engagements allein von gewählten SPORTUNION FunktionärInnen in den Vereinen zu berechnen, ist äußerst schwierig. Rechnet man jedoch

die Anzahl von 39.000 FunktionärInnen mit einer Wochenstundenleistung von nur drei Stunden hoch, ergeben sich bundesweit 117.000 unentgeltlich geleistete Wochenstunden. Bei 40 Wochen Vereinsbetrieb pro Jahr ergibt sich wiederum eine Summe von 4.680.000 Mio. Stunden im Jahr. Das entspricht (bei 38,5 Stunden Vollarbeitszeit) ca. 3.039 Arbeitsplätzen. Die Erreichung des Verbandszweckes erfolgt auf Grundlage der ethischen und geistigen Werte des Christentums im Bekenntnis zur friedlichen Völkerverbindung durch Sport und österreichischer Kulturpflege. In SPORTUNION Vereinen bewegen sich Menschen in einer an christlich-sozialen Werten orientierten Gemeinschaft. Folgende Werte und Themen sind für unser Handeln von zentraler Bedeutung: • Fairness • Toleranz • Teamgeist • Ethik im Sport • Wertevermittlung und • Persönlichkeitsbildung

Sie sind die Vertretung aller ihrer Mitglieds-Sportvereine. In Österreich sind der größte Teil aller Sportvereine Mitglied in einem der drei großen Dachverbände • ASKÖ (Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich) • ASVÖ (Allgemeiner Sportverband Österreichs) • SPORTUNION (Österreichische Turnund Sportunion) Derzeit weisen die Dachverbände ca. 12.500 Mitgliedsvereine mit etwa 3,5 Millionen Mitgliedschaften auf. Warum es drei Dachverbände gibt, hat historische Ursachen. Während die Vorläuferorganisationen von ASKÖ und SPORTUNION bereits schon seit über 100 Jahren das Sportvereinswesen in Österreich aufgebaut haben, wurde der ASVÖ als parteiunabhängiger Sammelverband im Jahr 1949 gegründet, auch wegen der Einführung des SPORTTOTO. Im Unterschied zu den Fachverbänden kümmern sich die Dachverbände in erster Linie um die direkte Vereinsbetreuung und Vereinsservicierung, unabhängig der Größe oder Leistungsstärke eines Vereins.

www.landjugend.at | 15


E R N Ä H R U N G

&

B E W E G U N G

Obst und Gemüse –

Je bunter desto besser! Autorin: Dipl.-Päd. Ing. Elisabeth Heidegger, Landwirtschaftskammer NÖ

Die Zeiten haben sich geändert: Früher mussten die vorwiegend schwer körperlich arbeitenden Menschen ihren hohen Energiebedarf mit energiereichen Nahrungsmitteln und vielen Kalorien decken. Gemüse, das einen niedrigen Energiewert hat, wurde meist nur als Beilage gereicht und oft als „Arme LeuteEssen“ missachtet. Heute geht der Trend in die andere Richtung! Körperlich anstrengende Arbeiten sind zurückgegangen und Übergewicht ist stark im Ansteigen. Zur Erhaltung unserer Gesundheit und Stärkung unserer Abwehrkräfte sind Obst und Gemüse unverzichtbar! Und nebenbei sind sie auch fett- und kalorienarm.

Obst und Gemüse brauchen Fürsorge! Damit Aroma, Duft und Farbe nicht verloren gehen, sollten wir im Umgang mit Obst und Gemüse einige Punkte beachten: • Beim Einkauf Produkte mit kurzen Transportwegen bevorzugen, der Umwelt, Qualität und des Genusses weggen! • Obst und Gemüse bleibt länger frisch, wenn es nach dem Einkauf in ein feuchtes Tuch eingewickelt bzw. in

16 | www.landjugend.at

luftdurchlässige Folienbeutel eingepackt in den Kühlschrank gegeben wird. Vorsicht: Einige Gemüsearten sind kälteempfindlich! Diese sollten gut verpackt an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden! Dazu zählen Erdäpfel und vor allem Fruchtgemüse wie Gurken, Paradeiser, Paprika, Kürbis und Zucchini. • Erdäpfel immer mit Papier abdecken, um sie vor Licht zu schützen und somit die Bildung von grünen Stellen und giftigen Trieben zu vermeiden. Wichtig ist nicht nur „WAS“ zubereitet wird, sondern vor allem auch „WIE“ die Zubereitung erfolgt. Sie beeinflusst den Nährstoffgehalt von Obst und Gemüse ganz entscheidend und sorgt dafür, dass die inneren Werte der kostbaren Produkte nicht verloren gehen!

• Viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sind extrem hitzeempfindlich. Statt Kochen von Gemüse deshalb besser dämpfen oder kurz garen. Je kürzer die Kochzeiten sind, desto mehr wertvolle Substanzen bleiben erhalten. • Im Dampf gegartes Gemüse enthält mehr wertvolle Vitamine und Inhaltsstoffe, ist knackiger und im Geschmack intensiver. Ob im Dampfgarer, mit einem Siebeinsatz im Topf oder im Druckkochtopf, das Gemüse kommt mit dem Wasser nicht in Berührung. • Das Garen im Wok erlaubt ebenfalls eine schnelle, vitamin- und nährstoffschonende Zubereitung, mit wenig Wasser! • Wenn man Gemüse nicht zusammen mit Lebensmitteln isst, die schon Fett enthalten, sollte man bei der Zubereitung einige Tropfen Öl beigeben. Dies erleichtert im Körper die Aufnahme fettlöslicher Substanzen wie Carotinoide, Vitamin E und K. • Zerkleinertes Obst- und Gemüse möglichst kurz an der Luft stehen lassen. Die Zugabe von Zitronensaft oder Essig verhindert das Braunwerden und den Vitamin C-Verlust.

Tipp Tipps für die Zubereitung von Obst & Gemüse: • Obst und Gemüse möglichst nicht schälen, sondern nur kurz, aber gründlich waschen. Viele Inhaltsstoffe sitzen direkt in oder unmittelbar unter der Schale. • Obst und Gemüse nie im Wasser liegen lassen – damit Mineralstoffe und andere wasserlösliche Inhaltsstoffe nicht ausgeschwemmt werden.

!

2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse (ca. 60 dag) sollten über den Tag verteilt gegessen werden! Egal ob • frisch geerntet und roh gegessen, • Trockenfrüchte und Nüsse zwischendurch, • frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, Hauptsache abwechslungsreich!


LJ Broschüre 2013 Ernährung und Bewegung