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Ausgabe Herbst 2018 hinweg.ch

HAPPY BIRTHDAY! Kuba feiert 500 Jahre Havanna AUF ROSAROTER WOLKE Japan im Kirschblütenrausch

Dem Winter auf der Spur SCHNEEABENTEUER IN FINNISCH LAPPLAND UND GRÖNLAND


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© PJPhoto69 / iStock

Editorial

Impressum Herausgeber Hotelplan Suisse, MTCH AG Sägereistrasse 20 8152 Glattbrugg Redaktion Manuela Byland Marielle Müller Content Apalis Verlag, Männedorf Design Top Line Marketing Art Direction Andreas Pernsteiner Grafik / Produktion Priska Kunz Cover © Ed Norton / Getty Images

Preisänderungen und Verfügbarkeit sind bei allen Angeboten im Magazin vorbehalten. Preisstand: 30.7.18

Es gibt Menschen, die sich schon im Spätsommer auf den Schnee freuen. Didier Cuche gehört zu ihnen. Der ehemalige Skirennfahrer ist neu Markenbotschafter von Hotelplan Suisse und verrät im Interview mit HIN & WEG, dass er die warme Jahreszeit zwar durchaus mag, es im Herbst aber kaum erwarten kann, bis der erste Schnee fällt. Doch Winter ist nicht gleich Winter. Die vorliegende Ausgabe ist seinen unterschiedlichen Gesichtern auf der Spur. Von Langlauf-Touren in Finnisch Lappland über fünf top Skigebiete weltweit bis zum Heliskiing in Grönland – HIN & WEG ist eingetaucht in den Schnee und hat spannende Abenteuer gefunden. Aber auch alle, die alleine schon beim Gedanken an den Winter frösteln, finden auf den nächsten Seiten reichlich Lesestoff und Inspiration. Denn ist für viele nicht gerade die Flucht vor dem Winter, vor Schnee, Kälte und Dunkelheit, die Grundform des Reisens? Tropische Leichtigkeit, warme Temperaturen und ein Bad im Meer der Inbegriff von Ferien? Wir stellen Ihnen traumhafte Destinationen an der Sonne vor. Manche liegen näher als Sie denken, wie Zypern und das Rote Meer, andere locken mit karibischem Flair, wie die Dominikanische Republik und Kuba. Kuba übrigens, sieht einem ganz besonderen Jahr entgegen: Havanna feiert 2019 seinen 500. Geburtstag, und Travelhouse hat dafür aussergewöhnliche Reisen im Programm. Viel Vergnügen bei der Lektüre, Ihr HIN & WEG-Team


Inhalt AUF UND DAVON 6 | Neues aus der Welt

MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN 7 | Dominikanische Republik Von Kokospalmen und Puderzuckersand 11 | Zypern Schönheitsgöttin und Verführungskünstlerin UNSERE LIEBLINGE 14 | Die Favoriten unserer Mitarbeitenden

Das ABC für die nächste Reise in den hohen Norden: Seite 22

TOP 5 17 | Schneewunder Wintersportregionen weltweit SPORTLICH UNTERWEGS 18 | Finnland Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland 22 | ABC für den hohen Norden 24 | Rotes Meer Bunte Welt unter Wasser POSTKARTE AUS 27 | Marrakesch FÜR GROSS UND KLEIN 28 | Disneyland Paris ® Auf Tuchfühlung mit Micky Maus NATUR PUR 32 | Grönland Land aus Stein, Schnee und Eis 34 | Japan Eine Nation im Kirschblütenrausch EINMAL IM LEBEN 38 | Kuba Feliz cumpleaños La Habana 40 | Südafrika Hin und weg vom Kap

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Ein Gespür für Schnee

Winter ist nicht gleich Winter. In Finnisch Lappland ist die kalte Jahreszeit besonders schön.


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Authentisches Asien

Uralte Tempel, wunderbare Landschaften, interessante Städte und eine faszinierende Kultur machen Myanmar zu einem beliebten Reiseziel.

SKURRILE FAKTEN 42 | Südafrika HINTER DEN KULISSEN 44 | Hotelplan Suisse Eine Firma fürs Leben 46 | SWISS Der Traum vom Fliegen UNBESCHWERTES REISEN 51 | Nützliche Apps und Reisegadgets

7 | Bilderbuchstrände für alle Die Dominikanische Republik hat für jeden Reisenden den perfekten Strand.

SO SCHMECKT DIE WELT 52 | Kolumbien Bohnen, die die Welt bedeuten 55 | Rezept Entrecôte-Speck-Spiess mit Kaffeemarinade HEUTE AN MORGEN DENKEN 56 | Friends of Africa Ausbildung zum Hüter der Natur AN BORD DAHEIM 58 | Südamerika Am südlichen Ende der Welt 61 | Stars auf See Tanzen auf hoher See REISEJOURNAL 65 | Didier Cuche

28 | Disneyland Paris ® Eine Familie zu Besuch bei Micky, Daisy, Nemo und Co.

KULTUR HAUTNAH 66 | Events, die zu Reisen locken 67 | Athen Göttliches Vergnügen 70 | Myanmar Das Erbe eines Königreiches 73 | Bücherkiste Buchtipps Myanmar WETTBEWERB 74 | Mitmachen und gewinnen

61 | Stars auf See Eine Kreuzfahrt, viele Bands und fast 24 Stunden Musik.


© 2015 Danjaq, LLC, Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., Columbia Pictures, Inc.

6 | AUF UND DAVON Neues aus der Welt

Neues

AUS DER WELT

Mit James Bond in schwindelerregender Höhe Wo Daniel Craig als James Bond für den Film «Spectre» vor der Kamera stand, können Besucher neu tief ins filmische Universum des wohl berühmtesten Geheimagenten der Welt eintauchen. Am Gipfel des Gaislachkogls in Sölden, 3050 Meter über Meer, lädt die James-Bond-Installation 007 Elements zum Einblick in die Dreharbeiten eines 007-Kinofilms. hotelplan.ch/de-soelden

Der Luxus von Authentizität Die neuste Meldung aus dem Hause Anantara: Das Anantara Mai Khao Phuket Villas widmet Jim Thompson, der die thailändische Seidenindustrie ins Rollen brachte, eine exklusiv gestaltete Jim Thompson Villa. Die Hotelgruppe Anantara zählt zu den exklusivsten weltweit. Kein Resort gleicht dem anderen, weil jedes die Kultur und Tradition der jeweiligen Destination aufnimmt und mit der thailändischen Gastfreundlichkeit vereint. Das erste Anantara wurde 2001 in Hua Hin, Thailand, eröffnet. Danach folgten weitere Resorts auf Koh Samui, in Chiang Rai, Bangkok und anderen traumhaften Orten weltweit. travelhouse.ch/de-anantarabangkok travelhouse.ch/de-anantarachiangrai

kreuzfahrten.hotelplan.ch

Das Paradies in neuem Look Das stilvolle Resort One&Only Le Saint Géran gilt bei Wirtschafts-, Politik- und Sportgrössen als erste Adresse auf Mauritius. Seit Ende 2017 präsentiert sich das Ferienjuwel im neuen Look. Ein frisches Design mit Beachflair zieht sich durch die öffentlichen und privaten Bereiche. Inseltypische Farbtöne und fast unsichtbares Glas holen die atemberaubende Umgebung in die Innenräume. Neue Angebote verwandeln die Strände und Gärten in herrliche Spielwiesen zum Relaxen und Aktivsein, etwa beim Yoga, Zumba, Schnorcheln oder Fliegenfischen. © One&Only

Neue Ozeanriesen 2018 ist ein weiteres Rekordjahr für die Kreuzfahrtbranche. Rund 15 neue Schiffe sollen ins Meer stechen, darunter sehr spektakuläre: Die Celebrity Edge hat mit dem «fliegenden Teppich» eine Plattform an der Aussenseite des Schiffes, die auf verschiedenen Decks stationiert werden kann; die Symphony of the Seas von Royal Caribbean ist neu das grösste Schiff der Welt und AIDAnova kann als erster Ozeanriese zu hundert Prozent mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden.

© 2018 AIDA Cruises

travelhouse.ch/de-anantaraphuket

travelhouse.ch/de-1938


MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Von Kokospalmen und Puderzuckersand | 7

VON KOKOSPALMEN UND

Puderzuckersand

© fotostorm / iStock

IN DER DOMINIKANISCHEN REPUBLIK GIBT ES STRÄNDE À DISCRÉTION FÜR JEDES PORTEMONNAIE UND JEDEN GESCHMACK. SIE MÖGEN SICH ZWAR BEZÜGLICH GRÖSSE, BESUCHERZAHLEN UND ANGEBOT UNTERSCHEIDEN, DOCH EINES HABEN SIE GEMEINSAM: SIE ALLE ERFÜLLEN PUNKTO SCHÖNHEIT SELBST DIE KÜHNSTEN KLISCHEES.


8 | MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Von Kokospalmen und Puderzuckersand

Punta Cana

DISNEYLAND FÜR SONNENANBETER

«Was für ein wunderbares Land» – dies der spontane Gedanke, wenn man durch einen süsslich duftenden Kokospalmenhain fährt und das satteste Grün, das man je gesehen hat, einen scharfen Kontrast zum kobaltblauen Himmel bildet. Sie ist ansteckend, die tropische Leichtigkeit des Seins. Doch erst wer den puderzuckerfeinen Sand einer der unzähligen Traumstrände der Dominikanischen Republik zwischen den Zehen spürt, hat den wahren Star des karibischen Landes gefunden. Bezaubernd sind alle Strände, doch je nach Region haben sie andere Vorzüge. hotelplan.ch/de-domrep travelhouse.ch/de-domrep globusreisen.ch/de-domrep

Man muss keine All-inclusive-Resorts, opulente Buffets und Sonnenschirmchen in quietschbunten Cocktails mögen, um sich in Punta Cana, dem Tourismus-Zugpferd im äussersten Osten des Landes, wohlzufühlen. Denn am rund 40 Kilometer langen Strand, der mit pudrig-weissem Sand gesegnet ist und sich zweifellos als einer der schönsten der gesamten Karibik rühmen darf, finden auch Ruhesuchende ihr kleines Stück vom Paradies. Das Angebot zu Land und zu Wasser scheint hier fast unerschöpflich. Nicht nur Schwimmer erfreuen sich am Korallenriff, das den gesamten Küstenabschnitt vor zu starker Brandung schützt, sondern auch Schnorchler und Taucher, die sich an regenbogenfarbenen Korallenwänden und an bunten Meeresbewohnern sattsehen können. Wer lieber an der Wasseroberfläche aktiv ist, kann sich im Hochseeangeln versuchen. Mit etwas Glück beisst ein Marlin, ein Thunfisch, ein Wahoo oder ein Barrakuda an. Ein Blick aus der Vogelperspektive auf das bunte Treiben wird beim Parasailing möglich, einem Flug mit einer Art Fallschirm, der von einem Boot gezogen wird. Wem das alles zu wasserlastig ist, dem stehen zahlreiche Ausflüge an Land zur Auswahl, wie der Besuch einer Zuckerrohrplantage oder eines Zigarrenmuseums. Gut möglich, dass der Aufenthalt in Punta Cana mit Sonne, Sand und Meer auch Paare so begeistert, dass sie hier gleich heiraten möchten. In vielen Hotels kann das vor Ort, oder bereits vorab in der Schweiz, arrangiert werden.


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© Preto Perola / Shutterstock.com

MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Von Kokospalmen und Puderzuckersand | 9

Samaná

WHALE WATCHING VOR TRAUMKULISSE Die kleine Halbinsel Samaná, die im Nordosten des Landes wie ein Finger in das azurblaue Meer ragt, ist längst kein Geheimtipp mehr. Zu verdanken hat sie das vor allem den majestätischen Buckelwalen, die sich von Mitte Januar bis Mitte März in der gleichnamigen Bucht paaren und aufhalten. Ein einzigartiges Naturschauspiel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Das Meer vor der Küste Samanás zählt auch zu den zehn besten Walbeobachtungsspots der Welt. Doch nicht nur die sanften Meeresgiganten ziehen Besucher in ihren Bann, sondern auch die meist einsamen Tropenstrände im Dreieck zwischen Samaná im Süden, Las Terrenas im Westen und Las Galeras im Osten. Jede der kleinen Enklaven, die Feriengästen und Auswanderern eine (temporäre) Heimat bieten, verfügt über eine Reihe individueller Strände, die sich wärmstens für eine nähere Erkundung empfehlen.

Poollandschaft & Palmen am Playa Bavaro Die grosszügige Hotelanlage Occidental Punta Cana liegt inmitten vieler Palmen am kilometerlangen Sandstrand Playa Bavaro. Der Flug und eine Woche All Inclusive sind bei Hotelplan ab CHF 1292 buchbar. hotelplan.ch/de-18182

© Klemen K. Misic / Shutterstock.com

Das Aushängeschild der Region ist sicherlich der drei Kilometer lange und mit dichtem Palmenwald bewachsene Playa Rincón, wo die Wasseroberfläche in vielen Farbnuancen schillert. Mit seinen zwei langen, gegenüberliegenden Buchten, die wie der obere Teil eines Herzens aussehen, wurde er von der renommierten Zeitschrift «Condé Nast Traveller» zu einem der fünfzig schönsten Strände der Welt gekürt. «Völlig gerechtfertigt» ist der einhellige Tenor bei den gutgelaunten Tagesausflüglern. Sie besuchen den völlig unbebauten Bilderbuchstrand von Las Galeras aus per Schiff, im Taxi oder auf einem Motoconcho, einem Motorrad, auf dem die Einheimischen bis zu fünf Personen befördern. Auf langen Strandspaziergängen, bei denen man nur seine eigenen Fussabdrücke im Sand sieht, lässt es sich am Playa Rincón besonders gut entspannen. Nur am westlichsten Ende finden sich einige wenige Restaurants, die frischen Fisch oder Meeresfrüchte servieren und den vergnügten Schwimmern und Bodysurfern Strandkörbe vermieten.


10 | MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Von Kokospalmen und Puderzuckersand

Cabarete

Das knapp vierzig Kilometer östlich von Puerto Plata gelegene Küstenstädtchen Cabarete hat sich wegen des konstant wehenden Küstenwindes zum Mekka für Kitesurfer aus der ganzen Welt entwickelt. An Tagen mit optimalen Bedingungen trifft sich das Who is Who der Szene am Kite Beach zum feuchtfröhlichen Stelldichein. Amateure und Profis aus aller Herren Länder trotzen dem Wind und vollführen gewagte Sprünge. Einen Küstenabschnitt weiter, bei den Wellenreitern an der Playa Encuentro, geht es zwar gleichermassen sportlich zur Sache, allerdings gibt man sich am Strand wesentlich entspannter. Aus vielen windschiefen Holzhütten, die wegen ihrer bunten Bemalung ein besonders karibisches Flair vermitteln, wird man mit einem Lächeln, einem Hang-Loose-Zeichen oder einem kehligen «Yo, man» begrüsst. Wer sich selbst auf das Brett wagt, kann Unterrichtsstunden nehmen, und nicht selten rappen einem die jungen Surflehrer bei einem gelungenen Ritt ein kleines Ständchen. Aber auch nicht-surfaffine Menschen schätzen die entspannte Atmosphäre und einmalige Gastro-Szene von Cabarete, die mit hippen Cafés, angesagten Surfshops und lässigen Bars gespickt ist.

© Dominican Republic Ministry of Tourism

ELDORADO FÜR SURFER

Santo Domingo

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STRÄNDE DES SÜDENS

Auch veritable Strände-Sammler und Beach Bums dürsten nach einer gewissen Zeit nach Abwechslung. Die Hauptstadt Santo Domingo versteht es wie kein anderer Ort, urbane Kultur mit geschichtsträchtigem Ambiente zu verbinden. Vieles von der Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist geradezu erstmalig. So ist Santo Domingo die älteste von Europäern errichtete Stadt der Neuen Welt und die Catedral Primada de América die erste aus Stein erbaute Kathedrale der westlichen Welt, in der einst sogar die Asche von Christoph Kolumbus aufbewahrt gewesen sein soll. Aber auch Liebhaber neuerer Unterhaltung kommen auf ihre Kosten. Das ganz grosse Kino wird einem im Colonial Gate 4D Cinema geboten. Hier werden die räuberischen Überfälle des Piraten Sir Francis Drake auf die Stadt in 4D-Technik veranschaulicht. Wer dann doch noch im Meer baden will, kann dies zum Beispiel in La Romana oder Bayahibe tun. SKÄ


MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Schönheitsgöttin und Verführungskünstlerin | 11

Schönheitsgöttin

UND VERFÜHRUNGSKÜNSTLERIN

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BLASSE TEINTS WERDEN AUF ZYPERN BEREITS IM APRIL FAST AUF BRONZENIVEAU GEBRACHT UND EIN BAD IM WUNDERBAREN MEER IST SELBST DANN NOCH MÖGLICH, WENN ZU HAUSE SCHON LÄNGST DIE VORBOTEN DES WINTERS EINZUG HALTEN. DER TRAUM VON EINEM SCHIER ENDLOSEN SOMMER.

Ungläubig nochmals der Blick zu den eigenen Füssen. Noch immer sind sie perfekt zu sehen, obwohl das Wasser schon fast bis zu den Schultern reicht. Das Meer ist warm und glasklar. Fühlt sich an wie in der Badewanne – nur viel schöner. Sanft wiegen die Wellen den jetzt schwebenden Körper, tragen Gedanken und Träume davon in diesem riesigen, hellen Türkis. Ein Bad im Meer nicht in der Karibik, nicht auf einer Insel der Malediven, sondern auf Zypern, nur gut drei Flugstunden von der Schweiz entfernt. Das Mittelmeer zeigt sich hier von einer seiner schönsten Seiten.


© luckyraccoon / iStock

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12 | MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Schönheitsgöttin und Verführungskünstlerin

© kirill_makarov / Shutterstock.com

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Die Strände und das kristallene Wasser ne Pflanzen bilden einen grünen Teppich sind die Hauptattraktionen von Zypern. auf dem staubigen Boden. Sie trotzen Die drittgrösste Insel des Mittelmeeres Sonne und Wind. Doch der Blick wanwird von besonders einladendem Nass dert wieder zum Meer, zum einmaligen umspült. Manchmal erinnert es, tief und Farbenspiel an der Küste mit den hellen dunkel, an Tinte, manchmal strahlt es hell Steinen, die den Übergang von den sanfwie ein Edelstein. Immer wieder aber zieht ten, grünen Hängen ins Blau bilden. Das es den Blick auf sich. Dabei mangelt es Wasser ist selbst im Winter nie sehr kalt. auf Zypern keineswegs an Ablenkung. Vor Zypern geniesst 300 Sonnentage im Jahr, ein paar Stunden noch, bei einer kleinen und Badenixen steigen in guten Jahren Wanderung in den Hügeln bereits im April ins Meer. Im des Nationalparks auf der Sommer wird es manchmal bis Zyperns Strände Akamas-Halbinsel im Westen, zu 27 Grad warm, sodass die sind nicht nur hat die Natur die Sinne mit Badesaison oft bis November schön, sondern anderen Elementen verwöhnt. dauert. Der Gedanke daran auch für die gute Ein leichter Wind kühlt dort lässt leise Sehnsucht erwaWasserqualität die Haut angenehm, und die chen. Es steigt die Vorfreude bekannt. unterschiedlichsten Pflanzen auf einen Sprung ins kühle und Kräuter der mediterranen Nass, auf eine Bootstour entMacchia verströmen einen herben und lang der Küste, zu einsamen Buchten oder entspannenden Duft. Ein Gemisch wie schönen Plätzen, um mit Taucherbrille und es nur an Hängen vorkommt, die mehr Schnorchel die Unterwasserlandschaft oder weniger sich selbst überlassen werzu entdecken. Als ob die Meeresbrise den. Spaziergänger kommen vorbei an selbst so hoch oben noch ihre Wirkung Johannisbrotbäumen, aus deren Früchten, tun würde. Und es wird klar, dass ein Teil den Karuben, der süsse, klebrige Sirup der Schönheit dieser Hügel darin besteht, gemacht wird. Knorrige Büsche und kleidass sie beste Sicht aufs Meer bieten. Griechisches Kloster in Agios Mamas.


MEERESBRISE & WELLENRAUSCHEN Schönheitsgöttin und Verführungskünstlerin | 13

Heimat von Aphrodite Mit dieser Schönheit, Fruchtbarkeit und Genusskultur des Landes ist es nicht sonderlich überraschend, gilt Zypern als Heimat von Aphrodite. Die Göttin aus der griechischen Mythologie soll der Legende nach am Petra tou Romiou, einem der schönsten Strände der Insel, in einer Muschel angespült und dem Meeresschaum entstiegen sein. Was sie sah gefiel ihr – immerhin Göttin der Schönheit und Liebe – so sehr, dass sie blieb. Jahrhunderte später entdeckten auch Touristen die Insel und waren wohl gleichermassen verzaubert. Vor allem in den 1990er-Jahren war Zypern ein Hotspot für eine dem Luxus nicht abgeneigte Klientel. Es war chic, auf Zypern seine Ferien zu verbringen. In schönen Hotels an noch schöneren Stränden wurden bereits im Frühling fahle Teints auf Bronzeniveau gebracht und im Herbst, wenn zu Hause schon längst die Vorboten des Winters Einzug hielten, wurde an zypriotischen Stränden

die schönste aller Jahreszeiten in die Länge gezogen. Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte mit den Jahren nicht mehr und die Insel büsste an Beliebtheit ein. Treu blieben ihr vor allem die Partygänger und jüngere Reisende, welche die Nacht gerne zum Tag machen. Wobei sich ihr Revier auf einen Teil Ayia Napas beschränkt. Ausgehfreudige feiern dort nachts in den vielen Bars und Clubs und erholen sich tagsüber an den schönen Stränden, die vor Ayia Napas Türen liegen. In den vergangenen drei, vier Jahren hat Zypern jedoch ein richtiges Revival erlebt. Zu Recht. Die Hotels haben aufgeholt, vielerorts wurde restauriert und umgebaut. Nun glänzen sie wieder gemeinsam mit den wunderschönen Küstenabschnitten und dem Meer. Die Strände sind zudem nicht nur ausserordentlich hübsch, sondern überzeugen auch mit anderen Werten. Sie werden regelmässig ausgezeichnet und erhalten erstklassige Bewertungen für die Wasserqualität. 2017 konnten 60 Strände auf Zypern die Blaue Flagge hissen, die für die Erfüllung von ökologischen Normen steht. Zudem wurde die Insel schon mit dem Titel «Sauberstes Badegewässer Europas» geehrt. Nur passend also, dass mittlerweile auch die HotelInfrastruktur wieder auf Top-Niveau ist. DJO hotelplan.ch/de-zypern globusreisen.ch/de-zypern

REISETIPP

von Victoria Studer, Product Manager Cyprus Zypern ist eine Insel für Entdecker und Geniesser. Mir hat es die Stadt Paphos im Westen angetan. Sie überzeugt mit schmucken Geschäften, traditionellen Tavernen und einer tollen Hafenpromenade. Das Hinterland hat ebenfalls viel zu bieten. Im TroodosGebirge laden traditionelle Bergdörfer zum Verweilen ein. Auf den schönen Wander- und Bikerouten lässt sich das bis zu knapp 2000 Meter hohe Gebirge entdecken. In Paphos empfehle ich einen Aufenthalt im Constantinou Bros Athena Beach Hotel ****. Es liegt direkt am Meer und sieben Nächte mit Halbpension und Flug sind bei Hotelplan bereits ab CHF 525 pro Person buchbar. hotelplan.ch/de-8219

Die Strandpromenade in Paphos.

© Alex Sun / Shutterstock.com

Gleich ergeht es einem in den Tavernen. Die zypriotische Küche ist Ausdruck purer Gastfreundschaft und Geselligkeit. Hier wird nirgends schnell etwas gegessen. Wer sich setzt, bleibt eine Weile sitzen. Geniesst Meze, die unzähligen kleinen Tellerchen und Schälchen, in de-

nen Hummus und Oliven, in Weinblätter eingelegte Reisrollen, langsam gegartes Lammfleisch, Hackbällchen, mariniertes und gekochtes Gemüse, Salate und Käse, allen voran herrlicher Halloumi, nebeneinander, nacheinander, ja fast aufeinander auf die kleinen Tische kommt. Man stösst an mit einem Glas einheimischen Weines und bedient sich gemeinsam. Der zypriotische Wein war übrigens schon bei den alten Römern bekannt.

© simonkr / iStock

Grosse Vielfalt auf kleinen Tellern Nicht nur die schöne Landschaft der Insel – im Landesinneren bilden die Wälder des Troodos-Gebirges einen wunderbaren Kontrast zu den Uferszenen – könnte vom Baden abhalten. Auch die Kultur ist reich. Im Osten des Mittelmeeres zwischen Europa, Asien und Afrika gelegen, haben auf Zypern die unterschiedlichsten Völker ihre Spuren hinterlassen. Assyrer, Ägypter, Römer, Franken, Venezianer, Osmanen und Briten waren da. In den Bergen und Tälern, in den Dörfern und Städten finden Besucher Zeugen der Vergangenheit, Moscheen und byzantinische Kirchen, Kathedralen im gotischen Stil und Basiliken aus frühchristlicher Zeit, griechische Tempel sowie römische Theater und immer wieder Klöster. Letztere liegen auch entfernt von den grösseren Knotenpunkten abseits in den Bergen, zwischen viel Grün, von Vögeln besungen. Das Kloster der Panagia Chrysorrogiatissa, zum Beispiel, ist eine solche Oase der Ruhe und des Friedens. Es bietet kühlen Schatten zwischen den jahrhundertealten Mauern, beeindruckende Fresken und Kunstschätze. Hier geht das schöne Meer tatsächlich einmal für ein paar Stunden vergessen.


14 | UNSERE LIEBLINGE Die Favoriten unserer Mitarbeitenden

DIE FAVORITEN UNSERER

Mitarbeitenden

© SylvainB / Shutterstock.com

© Khoroshunova Olga / Shutterstock.com

eitere Viele w hten auf schic e g e s i Re g.ch h i nw e

Sigiriya, der Löwenfelsen. Anton Rodrigo

Sandra Ruch-Leuenberger

Postoffice Hotelplan Suisse

Filialleiterin Travelhouse Rapperswil

Sri Lanka

Kulturstätte im Dschungel Mich faszinieren an meiner ursprünglichen Heimat Sri Lanka die wunderschöne Natur und die Vielfalt der Kulturen. Mein persönlicher Lieblingsort ist der Marble Beach in der Nähe von Trincomalee. Er ist paradiesisch abgelegen. Ebenfalls beeindruckend finde ich die alten Kulturstätten von Mihintale, Sigiriya und Polonnaruwa. Eingebettet im Dschungel sind sie bezaubernde Schönheiten. travelhouse.ch/de-srilanka

Mauritius

Insel mit Service plus Mauritius ist für exzellenten Service bekannt und ich kann nur sagen: Es ist nicht bloss ein Versprechen, es stimmt wirklich. Das Personal ist in den verschiedensten Hotels äusserst aufmerksam, zuvorkommend und professionell. Die Angestellten kümmern sich mit Leidenschaft um das Wohl der Gäste und sind immer bereit, das nötige Extra für einen perfekten Service zu liefern. Einfach schön! blog.travelhouse.ch/de-mauritius


UNSERE LIEBLINGE Die Favoriten unserer Mitarbeitenden | 15

© CampPhoto / iStock

Costa Rica

© WillSelarep / iStock

Emanuele Pierro Filialleiter Globus Reisen Zürich

Tiere vor der Linse Die Natur Costa Ricas ist üppig, bunt und absolut eindrücklich. Es fasziniert mich immer wieder, wie einfach das Land zu bereisen ist, wie freundlich die Einheimischen sind und wie vielfältig die Region ist. Mit den vielen Tieren und dem saftigen Grün ist Costa Rica zudem ein Paradies für Hobbyfotografen. globusreisen.ch/de-costarica

Spanien

Sonia Andrey Reiseberaterin Globus Reisen Lausanne

Granada in Andalusien.

Betörende Schönheit Andalusien zu erleben bedeutet, einzutauchen in eine Welt voller Schönheit, Geschichte und Kultur. Besucher werden verzaubert und verwöhnt mit feurigem Flamenco, eindrücklicher Architektur, ausgezeichneter Kulinarik und unvergesslichen Landschaften. Es lohnt sich, genügend Zeit einzuplanen und mehr als eine Stadt zu besuchen. globusreisen.ch/de-andalusien

Kanarische Inseln

Eliana Napoli Stv. Filialleiterin Hotelplan Frauenfeld

© Eloi_Omella / iStock

Lavalandschaft im Ozean Lanzarote ist meine liebste Insel der Kanaren. Die Landschaft ist unvergleichlich und spektakulär. Fast ein Drittel der Fläche besteht aus Lava, Aschebergen und Eruptionskratern. Die schwarz und rot schimmernden Vulkanlandschaften stehen in starkem Kontrast zum dunkelblauen Atlantik. Ich empfehle unbedingt, die Insel auch zwei, drei Tage mit einem Mietwagen zu erkunden. blog.hotelplan.ch/de-lanzarote

Portugal

hotelplan.ch/de-madeira

Martin Aschwanden Controlling Hotelplan Suisse

© TPopova / iStock

Frühling im Winter Ich bin ein grosser Fan von Madeira. Die Insel ist landschaftlich sehr abwechslungsreich, die Natur wunderbar. Im Süden ist es trocken, im Norden feucht. Neben der schönen Küste gibt es Wasserfälle, Naturpools zum Baden, Lorbeerwälder und Orchideen, grüne Ebenen und nebelverhangene Hochplateaus. Zudem ist die Temperatur selbst im Winter frühlingshaft. Ich kann die Insel nur empfehlen.

Küste in der Nähe von Boaventura.


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Schneewunder FÜNF TOP WINTERSPORTREGIONEN WELTWEIT

Davos-Klosters

© Egelmair Fotografie

© Landscape Nature Photo / Shutterstock.com

TOP 5 Schneewunder | 17

Sports unlimited Mit annähernd 300 Pistenkilometern in sechs Skigebieten, einem 100 Kilometer langen Loipennetz und zahlreichen weiteren Sportangeboten kann sich Davos Klosters nicht nur mit einer langen Sportvergangenheit, sondern auch mit einer tollen Sportinfrastruktur der Gegenwart brüsten. hotelplan.ch/de-davosklosters

Jungfrau-Region

Weltberühmte Schauplätze Lauberhorn-Abfahrt, Inferno-Rennen, Piz Gloria, Eiger, Mönch und Jungfrau: Die Rennpisten und Berge der Jungfrau-Region sind weltberühmt. Mit Grindelwald, Hasliberg, Mürren und Wengen ist die Auswahl an Skigebieten so gross, dass jeder Fahrer die für ihn perfekte Piste findet. hotelplan.ch/de-jungfrauregion

Flims / Laax

Freestyle-Paradies Mit der längsten Halfpipe der Welt und einem beeindruckenden Obstacle-Park ist Laax in der Freestyle-Szene bekannt. Seit letzter Saison setzt das 224 Pistenkilometer umfassende Wintersportgebiet mit der neu gestalteten Bergstation des Crap Sogn Gion noch einen obendrauf. hotelplan.ch/de-flimslaax

Whistler (Kanada)

Nur für Schwindelfreie Die 4.4 Kilometer lange Peak 2 Peak Gondola verbindet in schwindelerregender Höhe den Whistler Mountain und den Blackcomb Peak. Die spektakuläre Anlage machte die Region nördlich von Vancouver auf einen Schlag zu einem der grössten Wintersportgebiete Nordamerikas.

st e d i e Pi f u a g i d en G ü nst et mit

et hlten lan bi g e wä Hotelp len» in aus tor ten r us c h a e rs p o «Skipa eizer Wint i-Angebote Schw tige Komb ss an. ü ns ip a s e hr g o t e l un d S k le us c h a f ür H s k ip a

Vail & Beaver Creek (USA)

e.c h/d e lp la n

© Brian Schott

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travelhouse.ch/de-whistler

Die Rocky Mountains im Blick Vail in Colorado lockt mit atemberaubendem Panorama auf die Rocky Mountains und sagenhaften Backbowls für Pulverschnee-Fans. Mit 190 Pisten ist Vail Tabellenreiter unter den amerikanischen Skigebieten, dicht gefolgt vom benachbarten Ski-in-Ski-out-Resort Beaver Creek. powderfinder.ch


18 | SPORTLICH UNTERWEGS Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland

Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland

© Ashley Cooper / Getty Images

IN DEN ALPEN IST LANGLAUFEN WIEDER IM AUFSCHWUNG, IM HOHEN NORDEN WAR ES NIE AUS DER MODE. WIE LIESSE SICH DAS UNVERFÄLSCHTE FINNISCH LAPPLAND ALSO SCHÖNER ERKUNDEN, ALS AUF TRADITIONELLE WEISE? DANK RIESIGER LOIPENNETZE KOMMT MAN FAST ÜBERALL IN DER REGION GUT VORAN. UND TROTZDEM ZUR RUHE.


SPORTLICH UNTERWEGS Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland | 19

Stille liegt wie ein dicker Mantel über der verschneiten Landschaft. Lediglich das Knarzen von Schnee dringt ans Ohr, sobald ich meinen Ski einen Schritt nach vorne schiebe. Beim Ausatmen steigen kleine Wolken in die kristallklare Luft. Die Sonne klettert als glühender Feuerball über den Horizont und lässt den Himmel in einer breiten Palette intensiver Blautöne leuchten. Alles ist bereit für einen grossartigen Langlauftag in Finnisch Lappland. Langlaufen? Ist das nicht eher etwas für die ältere Generation? Für Leute, die es ruhiger angehen wollen? Weit gefehlt: Langlaufen ist voll im Trend, das leicht angestaubte Image, das diesem Sport lange anhaftete, spätestens seit Dario Colognas erster Olympiamedaille 2010 in Vancouver abgeschüttelt. Fitness-Jünger sehen darin das perfekte Ganzkörpertraining, Naturliebhaber eine Möglichkeit, Fauna und Flora in aller Ruhe zu erkunden und gestresste Grossstädter einen Fluchtweg aus dem hektischen Arbeitsalltag. «Bei uns hat Langlaufen Tradition», erzählt mir Antti im Skiverleih. «Unsere Kinder stehen auf Skiern, sobald sie laufen können.» Das läge einerseits an der Verbundenheit der Finnen zur Natur, andererseits an den Witterungsbedingungen, die Langlaufen im ganz hohen Norden an bis zu 200 Tagen pro Jahr möglich machen. Unter solchen Voraussetzungen wundert es nicht, dass Finnisch Lappland über grossartige Loipennetze verfügt. Eines der besten findet man bei Ruka, wo sich auch die Langlauf-Elite zu Weltcup-Rennen trifft. Andere Anlaufpunkte liegen rund um Kittilä. Von der Gemeinde 200 Kilometer nördlich des Polarkreises zieht es Feriengäste entweder nach Levi, einem der bekanntesten Wintersportzentren Finnlands, oder in die Region Ylläs, die mit 330 Loipenkilometern die meisten des Landes zu bieten hat.

REISETIPP von Angela Engelhard, Product Manager Scandinavia Wer die finnische Winterwildnis auf unterschiedlichste Art und Weise erleben möchte, dem empfehle ich einen Aufenthalt in der Saija Lodge. Sie liegt rund eine Stunde südlich von Kuusamo, direkt am idyllischen See Jokijärvi. Inmitten unberührter Natur kann man hier weit weg von Hektik und Lärm eine Erlebniswoche in traditionellen und gemütlichen Ferienhäusern verbringen. Gäste haben die verschiedensten Möglichkeiten, um die Region zu entdecken: Mit Hundeschlitten, auf Langlaufski, Schneeschuhen oder mit Motorschlitten. Zur Krönung kann man in einer der Sky Cabins übernachten und die Nordlichter durch das Glasdach direkt vom Bett aus beobachten. Sieben Übernachtungen in der Saija Lodge mit Vollpension und Aktivitäten gemäss Programm sowie Flug sind bei Travelhouse ab CHF 2790 pro Person buchbar. travelhouse.ch/de-1904041


20 | SPORTLICH UNTERWEGS Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland

Mit dem Flugzeug in die Wildnis Für meinen ersten Trip ins Langlauf-Mekka wähle ich Kittilä aus, das mit dem Flugzeug aus der Schweiz übrigens genauso gut erreichbar ist wie Ruka, aber noch weiter nördlich liegt. Startpunkt ist das Örtchen Rauhala am Ufer des Jerisjärvi. Die Tour führt mich mitten durch den urwüchsigen Pallas-Yllästunturi-Nationalpark mit seinen sanft abgerundeten Bergkuppen. Wer mehr über den Nationalpark lernen möchte, steuert ein Besucherzentrum wie das Pallastunturi an. Eindrucksvoller als die Theorie sind aber authentische Lappland-Erfahrungen aus erster Hand. Mit etwas Planung lassen sich Langlauftouren mit Abstechern zu Rentierfarmen verbinden oder mit einer Husky-Schlittenfahrt, auf der die vierbeinigen Energiebündel zeigen, was sie draufhaben.

Frühling auf den Loipen Während ich meinen Rucksack nach einem Snack durchwühle, komme ich ins Gespräch mit einer Ortskundigen. «Für mich ist März der beste Monat zum Langlaufen hier oben», verrät mir Hanna. Natürlich könne man auch früher kommen, doch dann seien die Tage kürzer. Nach der Stärkung begebe ich mich zurück auf die Loipe: links und rechts die parallel verlaufenden Linien für die klassischen Langläufer, in der Mitte eine gewalzte Fläche für die Skater. Immer wieder biegen Spuren von den markierten Pfaden ab. Auf speziellen Backcountry-Ski zieht es Abenteuerlustige ins Gelände und ein paar schwungvolle Spuren auf den Erhebungen zeugen davon, dass mit dem breiteren Material sogar kleinere Abfahrten möglich sind.

Erst einmal verlasse ich mich aber auf meine eigenen zwei Beine. Schnell finde ich meinen Takt, habe Spass am rhythmischen Arbeiten meiner Muskeln. Die gleichmässigen Bewegungen wirken beruhigend, beinahe meditativ. Eine Stunde vergeht, ohne dass mir eine Menschenseele begegnet. So lässt es sich herrlich abschalten. Ganz ohne Ablenkung sauge ich die Eindrücke um mich herum auf. Mal gleite ich vorbei an vereinzelten Bäumen, die wie Skulpturen am Wegrand stehen, tief gebeugt unter ihrer weissen Last, mal an einer makellosen Schneedecke, auf der die Eiskristalle wie ein Lichtermeer in der Sonne glitzern.

Für mich als Neuling in Finnisch Lappland lautet das Motto aber: keine Experimente. Ohne Umwege erreiche ich mein Tagesziel Keimiö und die Hütte für die Nacht. Grossen Komfort darf man nicht erwarten, eine Sauna allerdings schon. Die Schwitzstuben scheinen selbst in der bescheidensten Unterkunft zum Pflichtprogramm zu gehören. Auf die heisse Entspannung konnte ich mich einstellen, auf ein anderes Phänomen habe ich nur hoffen dürfen. Und ich werde nicht enttäuscht. Wie aus dem Nichts flimmern eines Abends die mystischen Nordlichter übers Firmament. Beim Betrachten der farbigen Bänder kommt mir ein Artikel in den Sinn, den ich vor meiner Abreise gelesen habe. Laut einer Rangliste der Vereinten Nationen leben in Finnland die glücklichsten Menschen der Welt. Die Schweizer schneiden auf Platz 5 auch nicht schlecht ab. Für die Extraportion Glücksgefühle aber lohnt sich eine Langlaufreise durch das märchenhafte Finnisch Lappland auf jeden Fall. KM

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Gegen Mittag meldet sich mein Magen. Feine Gasthäuser wie in den Alpen sucht man hier draussen aber vergeblich, die Pausen verbringt man in kleinen Unterständen oder den rustikalen Kotas. In diesen für Finnisch Lappland typischen Holzhütten hocken Wintersportler bei schlechtem Wetter drinnen an der Feuerstelle. Jetzt aber, bei milden Temperaturen, treffen sie sich vor der Tür. Einige geniessen mit geschlossenen Augen die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut, andere nutzen die Gelegenheit, um schnell noch einmal nachzuwachsen.

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SPORTLICH UNTERWEGS Auf der richtigen Spur in Finnisch Lappland | 21

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Die typischen Holzhütten heissen «Kota».

Tromsø ist die grösste Stadt in Nordnorwegen.

Winterabenteuer in Tromsø Auch nach Tromsø, die grösste Stadt im hohen Norden Norwegens, gibt es vom 29.12.18 bis 2.3.19 Direktflüge ab Zürich. Das «Tor zur Arktis», wie der Ort gerne genannt wird, bietet alle nordischen Winterabenteuer: Von Schneeschuhwanderungen über Huskyschlitten fahren, Angeln, Kajaken bis natürlich auch hier: Langlauf. Wer gerne in einer schönen und interessanten Stadt mit viel historischem Entdeckerflair und spannenden Museen wohnt und für Tagesausflüge in die Wildnis aufbrechen möchte, ist hier genau richtig. hotelplan.ch/de-tromso travelhouse.ch/de-tromso


22 | SPORTLICH UNTERWEGS ABC für den hohen Norden

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WAS MUSS MIT IN DEN KOFFER?

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Eiskalt, dunkel und lebensbedrohlich – so schaurig stellen sich viele Schweizer den hohen Norden im Winter vor. Wer die höchsten Breitengrade von Finnland oder Norwegen in der kalten Jahreszeit bereits einmal besucht hat, antwortet darauf mit einem Lächeln, beginnt sofort enthusiastisch aufzuklären und – in den allermeisten Fällen – auch zu schwärmen. Von Nordlichtern, einmaligen Lichtspielen bei Sonnenaufgang, von der Weite der Landschaft, einer uns unbekannten Ruhe, von Huskies und Rentieren und Samen und Blockhütten... Vielleicht führt das Gespräch dann auch noch zur nötigen Ausrüstung, die wesentlich kleiner ist, als man sich vorstellt – modernen Textilien sei Dank! Bequem schlägt elegant Auf ein schickes Äusseres wird wenig wert gelegt. Eine elegante Abendgardarobe kann getrost zu Hause gelassen werden. Wichtiger sind Jogging- oder Trekkinghosen, Hausschuhe und warme Winterschuhe mit guter Sohle. Die wichtigsten Accessoires sind eine Taschen- oder Stirnlampe, eine Thermosflasche, ein Tuch für die Saunabesuche und bei Ferien im Blockhaus: Küchentücher. Brillenträgern wird empfohlen, Kontaktlinsen mitzunehmen. Wenn das nicht geht, ist ein AntiAnlaufschutz für Brillengläser nützlich.

Kleider mit Innenleben Wichtig für im positiven Sinne unvergessliche Ferien im hohen Norden sind Kleider mit reichem Innenleben. In den Koffer gehören eine winddichte, warm gefütterte Winterjacke und ebenfalls gefütterte Skihosen. Zudem ist ein warmer Wollpullover oder Fleece unverzichtbar. Mindestens gleich wichtig wie die äusserste Schicht ist aber das Darunter. Unterwäsche, oder noch besser Thermowäsche, sollte wenn möglich aus synthetischen Funktionsstoffen sein. Neben einer Mütze und Halstuch ist auch eine Balaclava, also eine Unterziehmütze, sinnvoll. Unter den warmen Fausthandschuhen werden Fingerhandschuhe empfohlen, und auch feinere Socken unter den dicken warmen Wollsocken haben sich bewährt. Das gibt es vor Ort Bei organisierten Tagesausflügen und mehrtägigen Aktivprogrammen steht vor Ort Zusatzausrüstung bereit. Meist werden Winteroveralls, Überhandschuhe, Winterstiefel und wenn nötig Helm und Skibrille kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer was wo anbietet, weiss das Reisebüro.

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Für einmal reicht das Smartphone nicht Fast vergessen gehen zudem oft die Sonnenbrille sowie Sonnencreme und Lippenschutz. Und ganz wichtig: Eine Fotokamera. Für das Festhalten des Nordlichtes reicht eine Smartphone-Kamera nicht aus. Zudem ist ein Stativ nötig, damit die Bilder gelingen.

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24 | SPORTLICH UNTERWEGS Bunte Welt im Roten Meer

Bunte Welt

IM ROTEN MEER

GLASKLARES WASSER, GANZJÄHRIG SOMMERLICHE TEMPERATUREN UND EINE EINZIGARTIGE UNTERWASSERWELT – NICHT UMSONST GILT DAS ROTE MEER ALS PERFEKTES FERIENZIEL.

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Bereits ein Blick vom Steg in das türkisblaue Wasser des Roten Meeres lässt die bunte Unterwasserlandschaft erahnen, die vor den Küsten der ägyptischen Ferienorte Sharm el Sheikh, Hurghada, Marsa Alam und dem israelischen Eilat friedlich schlummert. Wer eintaucht, spürt warme Meeresströmungen an sich vorbeiziehen – mittendrin eine Schildkröte. Durch die Strahlen der am Zenit stehenden Sonne scheinen die Fischschwärme noch farbenfroher, die Korallenriffe noch majestätischer und die gemütlich vor sich hintreibenden Quallen noch durchsichtiger. Besonders die Riffe um die Sinai-Halbinsel und um Marsa Alam gehören zu den besten Tauch- und Schnorchelplätzen der Welt.

Eilat zieht aktive Reisende an Eilat, Israels einziger Badeort an der Spitze des Roten Meeres im Golf von Akaba, gilt als aufkommende Trenddestination. Mit lediglich drei Regentagen pro Jahr ist Eilat das optimale Reiseziel für Schönwetterfreunde. Doch nicht nur Badegäste und Wassersportler freuen sich über ganzjährig warme Temperaturen. Eilat ist auch die perfekte Ausgangslage für Ausflüge wie Wanderungen in der Negev-Wüste, für einen Abstecher ans Tote Meer oder einen Besuch der Stadt Petra in Jordanien. Die ausgedehnten Saumriffe vor Eilat gehören zu den nördlichsten tropischen Korallenriffen der Welt. Dank der seichten Tauchgründe können hier auch Schnorchler problemlos die Unterwasserwelt bewundern. Besonders beeindruckend ist das Nature Reserve Coral Reef. Das Naturschutzgebiet begeistert mit einer überwältigenden Artenvielfalt: Mindestens 270 Korallenarten und über 2500 verschiedene Meeresbewohner leben hier. Die Steilwand mit dem Namen Japanese Gardens steht sogar unter Schutz. Pro Tag darf nur eine begrenzte Anzahl an Tauchern die Korallenwand besuchen. Mit «Satil», einem Schiff, das für Taucher vorbereitet und absichtlich versenkt wurde, hat Eilat zudem einen idealen Spot für unerfahrene Wracktaucher. Das rund 45 Meter lange Raketenschnellboot gehört zu den am leichtesten zugänglichen Wracks im Roten Meer. In einer Tiefe von rund 25 Metern können die Maschinenräume, die Brücke und einige Bereiche unter Deck, wo sich bevorzugt Rotfeuerfische und Zackenbarsche aufhalten, betaucht werden. hotelplan.ch/de-eilat


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Sharm el Sheikh lockt mit schönen Sandstränden Ehemals vor allem Heimat der Beduinen, bietet die SinaiHalbinsel heute weitaus mehr als trockene Wüste. Seit ihrer Erschliessung für Gäste vor über dreissig Jahren lebt die Region fast ausschliesslich vom Tourismus. Die Stadt Sharm el Sheikh ist bekannt für ihre geschützten Sandstrände und das klare Wasser des Roten Meeres. An der palmengesäumten Promenade der Naama-Bucht befinden sich zahlreiche Bars und Restaurants, in denen man einen langen Badetag ausklingen lassen kann. In direkter Nachbarschaft liegen der Ras-Mohammed-Nationalpark und die saudischen Inseln Sanafir und Tiran. Alle drei laden entweder zu Bootsfahrten über Wasser oder Tauchausflügen unter Wasser ein. Ein beliebter Tauchspot ist das Jackson Reef in der Strasse von Tiran an der südlichen Sinai-Spitze. Es ist das nördlichste von vier Riffen und bekannt für das Wrack des zypriotischen Frachtschiffes Lara. An der Verbindungsstelle von Woodhouse Reef und Jackson Reef befindet sich in circa 30 Metern Tiefe ein mit kunterbunten Hartkorallen bewachsener Sattel, den die Ägypter «Ras Gomar» nennen. Aufgrund der Strömung ist der Tauchspot nur erfahrenen Tauchern und bei sehr guten Wetterbedingungen zu empfehlen. Wer es wagt, wird aber belohnt, denn nicht selten tummeln sich dort Weissspitzenriffhaie, Graue Riffhaie und Hammerhaie (besonders zwischen Juli und September). hotelplan.ch/de-sharmelsheikh

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SPORTLICH UNTERWEGS Bunte Welt im Roten Meer | 25

Im Gespräch

mit Manuela Byland Marketing Director Hotelplan Suisse und leidenschaftliche Taucherin Was zeichnet das Rote Meer als Tauch- und Schnorchelparadies aus? Das Rote Meer liegt mit rund viereinhalb Stunden Flugzeit näher als andere Regionen, die eine vergleichbare Unterwasserwelt bieten. Viele Hotels sind zudem auf das Tauchen und Schnorcheln ausgerichtet und bieten Mietmaterial sowie auch Schnorchel- oder Tauchkurse an. Kann ich als Anfänger im Roten Meer schnorcheln? Was muss ich beachten? Die meisten Hotels haben direkten Zugang zu einem Hausriff. Über einen Steg gelangt man einfach zur Riffkante und kann sofort mit Schnorcheln loslegen. Hotels bieten zum Teil Kurse für Anfänger an, in denen man die richtige Technik lernt. Beim Schnorcheln wie auch beim Tauchen gelten drei Grundregeln: 1. Nichts anfassen. 2. Nicht auf Korallen treten. 3. Keine Fische füttern, denn wir sind nur Gäste in der Unterwasserwelt. Woran erkenne ich seriöse Anbieter von Tauchoder Schnorchelausflügen? Viele Hotels am Roten Meer haben eigene Tauchbasen oder bieten Schnorchelausflüge an. Bei Tauchbasen sollte man prüfen, ob diese einem grossen Verband wie PADI, SSI oder CMAS angehören. Zudem sollte man das Leihequipment anschauen. Wenn die Anzüge Löcher haben oder Ventile rosten, lässt man es lieber. Was war Ihr schönstes Tauch- oder Schnorchelerlebnis im Roten Meer? 2010 hatte ich das Glück, beim Schnorcheln direkt am Steg des Hausriffes in Sharm el Sheikh einem jungen Walhai zu begegnen. Er war erst ca. drei Meter gross, ausgewachsene Walhaie werden bis zu zwölf Meter lang. Ich konnte ihn über eine Stunde lang beobachten. Ein unvergessliches Erlebnis!


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Ein ganz besonderes Highlight ist die Begegnung mit einer der seltenen Dugongs, den Seekühen des Roten Meeres. Im gesamten Roten Meer sollen nur sieben dieser Manatee-ähnlichen Tiere leben. Zwei davon bewohnen die Bucht von Abu Dabab und sind bei den Einheimischen unter den Spitznamen Dennis und Dougal bekannt. AKS hotelplan.ch/de-marsaalam

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Wie fast überall im südlichen Roten Meer reicht auch das traumhafte Korallenriff von Abu Dabab bis fast ans Ufer. Die Bucht selbst gleicht einer Seegraswiese, in der Seepferdchen und viele grüne Meeresschildkröten leben. Das Offshore-Riff Elphinstone ist unter Tauchern wegen seiner Artenvielfalt und der vielen Haibegegnungen bekannt und beliebt: Hier kann man Weissspitzenriffhaie, Hammerhaie, Fuchshaie, Graue Riffhaie und zwischen November und Februar natürlich den berühmten Longimanous, den Weissspitzen-Hochseehai, antreffen.

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Da das Rote Meer schon immer eine wichtige Handelsroute war, überrascht es nicht, dass hier auch das eine oder andere Schiff am Meeresgrund schlummert. Allein vor Hurghada liegen die Schiffswracks Excalibur, El Minja und Balena. In der Region um die Inseln Shadwan und Gubal warten Rosalie Möller, Ulysses und die vier Wracks von Abu Nuhas auf neugierige Wracktaucher. Ulysses und zwei Wracks von Abu Nuhas ragen so nahe an die Oberfläche, dass man sie bei guter Sicht auch als Schnorchler sehen kann.

Marsa Alam lockt mit Dugongs Das ehemalige Fischerdorf Marsa Alam liegt im touristisch noch weniger erschlossenen Süden Ägyptens und punktet bis heute als Ort der Ruhe und Entspannung. Wer seine Ferien fernab des Massentourismus geniessen möchte, ist hier genau richtig. Marsa Alam ist naturnaher und ursprünglicher als seine Nachbarn im Norden. Mit etwas Glück hat man – je nach Jahreszeit – den Strand und die Unterwasserwelt noch für sich allein.

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Hurghada heisst Familien willkommen Hurghada ist das touristische Zentrum am Roten Meer und nicht umsonst als Bademekka Ägyptens bekannt. Familienfreundliche Hotels, ein umfangreiches Freizeitangebot und der insgesamt 40 Kilometer lange Küstenabschnitt mit flach abfallenden Strände überzeugen zahlreiche Familien mit Kindern. Aufgrund der geografisch zentralen Lage starten in Hurghada viele Bootsausflüge zu umliegenden Buchten und Inseln. Taucher erreichen von hier aus alle Riffe zwischen Umm Gamar im Norden und Ras Abu Soma bei Safaga im Süden. Wer nicht komplett abtauchen, sondern lieber schnorcheln will, wird vom halbmondförmigen Riff Shaab El Erg beeindruckt sein. Wegen des glasklaren Wassers und einer maximalen Tiefe von 16 Metern lassen sich die bunten Fische und Korallen ganz leicht von oben bestaunen. Mit etwas Glück schwimmt sogar eine Delfinschule vorbei.

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26 | SPORTLICH UNTERWEGS Bunte Welt im Roten Meer


POSTKARTE AUS…

© Anna _Pust ynnik ova

Grüsse aus aus Marokko in die Schweiz!

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Marrakesch

Eure Conny Cornelia Schürch

Product Manager Orient

Hallo meine Lieben! Ich sitze gerade auf einer Dachterrasse in der Nähe des Djemaa el Fna und trinke einen frischen Minzetee. Es ist fantastisch! Marrakesch mit seinem orientalischen Flair verzaubert mich immer wieder.

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Ich finde die Gegensätze hier so faszinierend. Auf der Strasse sieht man Eselskarren neben Luxusautos, es gibt topmoderne Hotelanlagen und Gästezimmer in traditionellen Riads, Trubel und Geschäftigkeit neben Oasen der Ruhe. Für morgen habe ich eine Massage in einem Hamam gebucht. Und vielleicht mache ich noch einen Kochkurs im «La Maison Arabe». Apropos Essen: Heute Abend gehen wir ins Le Blokk, dort gibt es tolle Livemusik. Bauchtanz haben wir gestern im Palais Jad Mahal gesehen. Ja, und dann geht es schon wieder nach Hause. Aber zum Glück dauert der Flug ja nur drei Stunden! So kann ich sicher bald wieder für ein verlängertes Wochenende in diese komplett andere Welt eintauchen. Vielleicht kommt ihr dann mit? Herzliche Grüsse, Eure Conny

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Der Djemaa el Fna, auch Gauklerplatz genannt, ist mit seinen Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern und Essensständen der wohl verrückteste Platz Nordafrikas. In der Altstadt dahinter liegen die farbenfrohen Souks. Auf meinem Spaziergang bin ich auch an der Koranschule und dem Bahia Palast vorbeigekommen. Eindrücklich! Für den Jardin Majorelle, der Yves Saint Laurent gehörte, hatte ich noch keine Zeit. © marcin ju cha / Sh ut te rsto ck

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POSTKARTE AUS Marrakesch | 27


28 | FÜR GROSS UND KLEIN Auf Tuchfühlung mit Micky Maus

AUF TUCHFÜHLUNG MIT

Micky Maus In den zwei Disney® Parks bei Paris kommt eines ganz sicher nicht auf: Langeweile. Egal ob für Kindergartenkinder oder Erwachsene: Der Disneyland® Park und der Walt Disney Studios® Park bieten einen vielfältigen Mix an Attraktionen. Wer in einem der acht DisneyThemen-Hotels rund um Disneyland® Paris übernachtet, hat morgens statt Verkehrsstress und Ärger bei der Parkplatzsuche Zeit, um mit einem gemütlichen Frühstück in den Tag zu starten und in aller Ruhe einem künstlich angelegten See entlang in Richtung Park zu spazieren. Schon der Weg steckt voller Überraschungen: Ein grosser Heissluftballon und täuschend echte Tiere sorgen für die ersten «Oh!» und «Wow!».

© Disney

DISNEYLAND ® PARIS BIETET MIT ÜBER FÜNFZIG ATTRAKTIONEN, ATEMBERAUBENDEN SHOWS UND KUNTERBUNTEN PARADEN SPASS UND UNTERHALTUNG FÜR DIE GANZE FAMILIE.

© Sylvain Cambon

Die fünfjährige Maya und ihre vier Jahre alte Schwester Hannah sind mit ihren Eltern und der kleinen BabySchwester zum ersten Mal in Disneyland ® Paris. Besonders gespannt sind sie auf das Dornröschenschloss. Unter dem Disneyland® Hotel hindurch geht es schliesslich in den Disneyland® Park. Die «Main Street U.S.A.» mit historisch angehauchten Ladenfassaden aus dem frühen 20. Jahrhundert führt in Richtung Schloss. Es ist das einzige Disney-Schloss weltweit mit einem eigenen Drachen. Er wohnt im «La Tanière du Dragon», einer gruseligen Grotte. Der Drachen ist 24 Meter lang und wiegt 2500 Kilogramm.


FÜR GROSS UND KLEIN Auf Tuchfühlung mit Micky Maus | 29

Die besten Neuheiten IN DISNEYLAND ® PARIS

DIE WELTGRÖSSTE MICKY MAUS PARTY

DISNEY'S MÄRCHENHAFTE WEIHNACHTSZEIT

STAR WARS™ SEASON

Oktober – Dezember 2018 Mit dem Film «Steamboat Willie» begann Micky vor 90 Jahren, die Welt zu verzaubern. Disneyland® Paris feiert das Jubiläum mit der weltgrössten Party für Micky Maus. Besucher erleben den Star bei seinem Geburtstagsfest wie nie zuvor.

November 2018 – Januar 2019 Schlittenweise Weihnachtszauber verwandelt ganz Disneyland® Paris in ein winterliches Märchenland voller festlicher Highlights. Dazu gehören glitzernde Shows, die bunte Weihnachtsparade sowie geschmückte Zimmer in den Hotels.

Januar – März 2019 Anfang 2019 können Besucher die legendären Abenteuer von Star Wars™ erleben und sich in weit entfernte Galaxien begeben. Beeindruckende Schlachtschiffe und intergalaktische Shows entführen in packende «Star Wars»-Geschichten.


30 | FÜR GROSS UND KLEIN Auf Tuchfühlung mit Micky Maus

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© Sylvain Cambon

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Vorteile

BEI EINEM AUFENTHALT IN EINEM DER ACHT DISNEY® HOTELS

• Übernachtung im gebuchten Hotel • Eintrittskarten für beide Disney® Parks • Frühstücksbuffet • Treffen mit den DisneyFiguren im Hotel • Zauberhafte Extra Zeit in den Disney® Parks • Aufenthaltsdauer von mind. 2 Nächten / 3 Tagen empfohlen

Schneewittchen-Wald Der erste von heute sechs Disneyland ® Themenparks wurde 1955 in Kalifornien eröffnet. Walt Disney erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Traumhaft ist der Besuch in Disneyland ® Paris auch heute noch. Nach dem Schloss folgt die nächste Attraktion: das riesige Karussell des Ritters Lancelot. Die ganze Familie kann problemlos mitfahren. Wer zu klein (oder zu alt) für eines der Pferde ist, nimmt in einer Kutsche Platz. Nach der gemächlichen Fahrt eröffnet sich die märchenhafte Welt der Disney-Klassiker. Hier werden selbst die Eltern in ihre Kindheit zurückversetzt. Auf kleinen Piratenschiffen geht es durch Peter Pans Nimmerland. Eine weitere Bahn zeigt, wie aus der Holzmarionette Pinocchio ein kleiner Junge wird, und im dunklen, geheimnisvollen Schneewittchen-Wald wimmelt es von Zwergen. «Schneewittchen und die sieben Zwerge» war übrigens der erste abendfüllende Zeichentrickfilm, den die Walt Disney Company 1937 veröffentlichte. Ein Meilenstein der Filmgeschichte. Theoretisch dürfen Babys auf dem Schoss der Eltern mit auf diese Bahnen. Doch mit dem «Baby Switch Service» können sich Paare bei der Betreuung der Kleinsten auch abwechseln und nacheinander einsteigen.

Disneyland® Paris wurde im Jahr 1992 eröffnet und hat seither mehr als 320 Millionen Besucher angelockt. Auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern verteilen sich die Gäste auf 59 Attraktionen, 63 Geschäfte und 55 Themenrestaurants. Kostenlose Services wie FASTPASS ®, Single Rider oder Baby Switch helfen dabei, eventuelle Wartezeiten an den beliebtesten Attraktionen zu verkürzen. Wenn die Geduld nachlässt, lohnt sich ein Abstecher ins «Frontierland». Hier können die Kleinen auf der nachgebauten Befestigungsanlage klettern, durch geheimnisvolle Fenster historische Szenen entdecken und einfach nur Spass haben. Eine schöne Unterbrechung des Vergnügungspark-Trubels bietet auch die Fahrt auf dem «Thunder Mesa Riverboat». Auf dem mit viel Liebe zum Detail gestalteten Mississippi-Flussschiff fährt man durch eine abwechslungsreiche Wildwest-Landschaft. Da kommt Goldgräber-Stimmung auf. Ebenfalls eindrücklich und mit keiner Wartezeit verbunden ist das «Dead Man’s Maze» auf der «Adventure Isle», ein Höhlenlabyrinth voller Überraschungen. Einen Höhepunkt zum Abschluss bietet die Bahn «Pirates of the Caribbean», wo man mit einem Boot in der Welt der Piraten landet.


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Ein Küsschen von Daisy Auch wenn Anna und Elsa, Dory und Nemo sowie die Helden aus Toy Story zu den absoluten Disney-Lieblingen der heutigen Kinder gehören: Micky, Minnie, Donald und Daisy sind nach wie vor der Inbegriff für Disney. Deshalb ist ein Essen im «Café Micky» im Disney Village absolut zu empfehlen. Hier sind abends die Disney-Figuren unterwegs. Sie verteilen Küsschen, geben Unterschriften und posieren geduldig vor den Smartphone-Kameras. Wer jetzt denkt, noch näher ran an Micky Maus geht nicht, der irrt sich. In seinem kleinen Haus ganz hinten im Park können die Besucher Micky in Theaterkulissen treffen. Ganz exklusiv öffnet Micky im Rahmen der Attraktion «Meet Micky» die Tür zu seiner Garderobe und zeigt den Kindern ein paar Zaubertricks. Der Vater lässt sich in der Zwischenzeit im «Discoveryland» von Darth Vader ins Weltall entführen. Weitere Attraktionen für die Grossen finden sich auch im Walt Disney Studios® Park: Hier warten «The Twilight Zone Tower of Terror» oder der «Rock’n’Roller Coaster starring Aerosmith» – eine atemberaubende Bahn, die in rasanter Geschwindigkeit durch einen Rock-Videoclip führt. Am Nachmittag findet die grosse Parade der Disney-Stars statt. Auf aufwendig gestalteten Wagen ziehen Dory und Nemo, Peter Pan und seine Freunde oder die Figuren aus Toy Story an den zahlreichen Besuchern vorbei. Ein eindrücklicher Moment.

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Drei Tage und zwei Nächte verbringen Maya und Hannah mit ihren Eltern und der kleinen Schwester im Disney-Themen-Hotel «Disney's Newport Bay Club». Der kurze Weg zu den Parks und zurück macht es möglich, dass die Familie weit über die normale Zubettgehzeit hinaus in Disneyland ® Paris unterwegs ist. Als die Stimmung abends kippt, ist es nur noch ein Katzensprung ins Hotelbett. Einziger Wermutstropfen: Die fantastische Lichtschau «Disney Illuminations» um 23 Uhr war für die kleinen Mädchen beim besten Willen nicht zu schaffen. Aber das macht nichts. Das Disneyland-Fieber hat sie definitiv erfasst – das war mit Sicherheit nicht der letzte Besuch in Mickys Wunderwelt. TBU

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«Hyperspace Mountain» verspricht Nervenkitzel.

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Übernachten bei Micky & Co. Das im romantisch-maritimen Stil gehaltene Hotel «Disney's Newport Bay Club****» befindet sich direkt am Ufer des Lake Disney und ist nur 15 Gehminuten von den Disney® Parks entfernt. Die Eintritte in die Themenparks sind bei einer Buchung inbegriffen. Gäste können morgens im Hotel eine Disney-Figur treffen und die Disney® Parks vor den regulären Öffnungszeiten erleben. Zwei Übernachtungen inklusive Frühstück und 3-Tages-Pass mit Eigenanreise sind bei Hotelplan ab CHF 255 pro Person (bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern) erhältlich. hotelplan.ch/de-31281


IMMER AUF DER SUCHE NACH DEN BESTEN UNBEFAHRENEN HÄNGEN FÜR HELISKIINGFANS REIST DAS TEAM VON POWDER FINDER UM DIE GANZE WELT. VOR KURZEM ENTDECKTE ES GRÖNLAND – «EIN ECHTES WUNDERLAND», SAGT NICKI ANTOGNINI, CONTENT-SPECIALIST UND SNOWBOARDERIN.

«Unberührt» in einer neuen Dimension Doch wir sind nicht wegen der Eisberge, sondern wegen ihrer steinigen Brüder in Grönland, suchen Hänge und Pulverschnee für Abfahrten, die vor uns noch niemand gefahren ist. Die befinden sich nördlich von Ilulissat, darum steigen wir in den Helikopter. Fliegen ist eine wunderbare Art, die Insel – Grönland ist die grösste Insel der Welt – zu betrachten. Ein Land aus Stein, Schnee und Eis. Karg, und trotzdem von unglaublicher Schönheit. Wir fliegen über Gletscher und Fjorde, über eindrückliche Berge mit interessanten Strukturen. Unser Pilot findet viele geeignete Landeplätze, lässt uns mitten im Nirgendwo in diesem grenzenlosen weissen Paradies allein. Selten fühlten wir uns so weit weg von allem, so alleine in der Natur.

Wir fahren Hänge für alle Könnerstufen, kurven zwischen dunklen Felsen und Eis, mit atemberaubender Aussicht auf den Ozean und die Eisberge. Ich weiss, dass meine Spur hier wirklich noch niemand vor mir gefahren ist. Das ist unberührter Schnee, ein unberührter Hang. Ein unbeschreibliches Gefühl. Glücksgefühle strömen, Ruhe kehrt ein Auf unseren Ausflügen haben wir kleine Dörfer entdeckt, in denen mehr Hunde als Menschen wohnen. Wir sind an schwarzen Sandstränden mit kleinen Resten von Eisbergen gestanden, haben auf einer Bootsfahrt beobachtet, wie die Vögel präzise und absolut beeindruckend um die türkis-schimmernden Eismassen segeln. Die Natur ist mächtig und kraftvoll und weckt in uns ein Gefühl von tiefer Ruhe und Glück. Unfassbar, wie die Menschen so hoch im Norden schon seit Jahrhunderten leben können. Sie schätzen ihre Isolation, möchten ihre Kultur vor äusseren Einflüssen bewahren. Es gibt weder Industrie noch viel Tourismus auf der Insel – im Winter sowieso nicht. Nicht einmal in Ilulissat, dem drittgrössten Ort der Insel. Wir wohnen aber in einem hübschen, sehr sympathischen Hotel. Die freundlich wirkenden Häuser der Einheimischen sind direkt auf die Felsen gebaut. Sie haben einen Betonfuss, der auf den Untergrund angepasst wird, bevor die Wände mit Holz hochgezogen werden. Es stellen sich uns zwar noch viele Fragen, bevor wir unsere Kunden nach Grönland schicken können. Aber klar ist: Grönland ist ein einzigartiges Abenteuer. Eines, das wir teilen möchten.» AKJ Auf dem Laufenden bleiben: powderfinder.ch

© Nicki Antognini

«Jeden Morgen wenn ich von unserem Hotel in Ilulissat auf den Fjord schaute, sah die Landschaft anders aus. Riesige Eisbrocken treiben auf dem Meer vorbei, bewegliche weisse Berge, die kommen und gehen. Sie stammen vom Gletscher Jakobshavn, der neben der kleinen Stadt mit ihren bunten Holzhäuschen liegt. Ein mächtiger Riese, der riesige Kinder ins Meer entlässt. Von allen Gletschern auf der Nordhalbkugel kalbt er am meisten. Ein beeindruckendes Schauspiel, das im Fjord stattfindet. Die einheimischen Fischer kurven mit ihren kleinen Booten mutig um diese weissen Kathedralen. Es kommt vor, dass ein solcher Eisberg ihnen plötzlich den Weg aus einem engen Fjord versperrt. Die Fischer bleiben ruhig. Sie wissen, die Berge im Wasser sind nur vorübergehend da. Sie bewegen sich. Man muss nur warten.

© Nicki Antognini

Land aus Stein, Schnee und Eis

© Nicki Antognini

32 | NATUR PUR Land aus Stein, Schnee und Eis


© Nicki Antognini

NATUR PUR Land aus Stein, Schnee und Eis | 33


34 | NATUR PUR Eine Nation im Kirschblütenrausch

EINE NATION IM

Kirschblütenrausch © Sakarin Sawasdinaka / Shutterstock.com

SAKURA IST DIE SCHÖNSTE ZEIT, UM JAPAN UND DIE JAPANER KENNENZULERNEN. MIT DEN WUNDERBAREN KIRSCHBÄUMEN BLÜHEN AUCH DIE EINHEIMISCHEN REGELRECHT AUF UND SIND IN BESTER FESTLAUNE.

Japans Schönheit entdecken Travelhouse verbindet auf der Rundreise «Klassisches Japan» die schönsten Seiten des Landes. Die Route führt von Tokyo über Kyoto nach Osaka. Der Preis für die siebentägige Reise mit lokaler, Englisch sprechender Reiseleitung startet ab CHF 2586 pro Person. Tipp: Es lohnt sich, für die Kirschblütenzeit früh zu buchen. travelhouse.ch/de-1901418


NATUR PUR Eine Nation im Kirschblütenrausch | 35

«HANAMI» – TR ADITIONELLES KIRSCHBLÜTENFEST Meist wird das Bestaunen der Blüten mit einem Picknick unter den Bäumen verbunden. Die Blüten dürfen nicht gepflückt werden und es ist nicht angebracht, an Ästen zu ziehen. Allgemeine Verhaltensregeln unterscheiden sich von Park zu Park und müssen respektiert werden.

Bezaubernde Architektur und Naturwunder: Blick auf den Vulkan Fuji.


36 | NATUR PUR Eine Nation im Kirschblütenrausch

Es schneit Blüten und Generationen verfallen kollektiv in verzücktes Seufzen, endloses Staunen und vor allem in Feierlaune. Wenn in Japan die Kirschen blühen, gerät eine ganze Nation in Begeisterung und es überwiegt selbst in den sonst hektischen Megametropolen wie Tokio oder Osaka heitere Gelassenheit. Die Kirschblüte, japanisch «Sakura», steht für eine einzigartige Mischung aus Glück, Besinnlichkeit und purer Freude. Das gemeinsame Bestaunen und Feiern der Blüten, «Hanami» genannt, versetzt Millionen Japaner und Reisende aus aller Welt fast schon in einen Massenrausch. Die überwältigende Macht der zarten Blütenpracht kann vermutlich nur begreifen, wer sie selbst erlebt hat. Es ist die Schönheit der Fülle, die ansteckt und fast schon hypnotisiert, die unübersehbare Zahl der Blüten, die Alleen, Parkanlagen und Tempel in weisse und zauberhaft rosarote Wolken hüllen. Und es beeindrucken die vielen Menschen, die dieses Naturereignis intensiv anhimmeln und zelebrieren. Sakura-no-hana – die rund 20 Tage blühende Kirsche – symbolisiert nach dem Verständnis japanischer Dichter Schönheit und Perfektion, aber auch Vergänglichkeit auf der Höhe des Ruhms. Nippons Töchter und Söhne verehren die blassrosa Pracht deshalb als Sinnbild für ein erfülltes, aber zu kurzes Leben. «Schon die Samurai sahen darin eine betörende Anmut und verglichen gleichzeitig den schnellen Fall der Blüten – ohne sich an die Äste zu klammern – mit den feudalen Kriegern, die sich selbstlos in den Kampf und in den Tod stürzen», beschrieb unlängst die sonst eher sachliche Nachrichtenagentur Kyodo die Befindlichkeit.

Die Berge von Yoshino.

Keine Früchte für den Verzehr Japan legt es schon seit Jahrhunderten darauf an, die Zeit in der die Kirschbäume in Blüte stehen, als Hype zu inszenieren. Auf die Idee, Hanami-Partys unter Kirschbäumen zu veranstalten, kamen zuerst Aristokraten um das neunte Jahrhundert. Unter dem rosaweissen Blütenmeer dichtete die imperiale Elite romantische HaikuGedichte und schwelgte in üppigen Picknicks. Schnell wurde diese Art des Feierns von den Samurai übernommen und um das 19. Jahrhundert erblühte Hanami auch zum populären Entertainment für das allgemeine Volk. Seither ist das fernöstliche Inselreich globaler Leader in Sachen Kirschblüten, die allerdings fast ausschliesslich zur Zierde blühen und nicht zum späteren Verzehr geeignet sind. Ihr einziger Zweck besteht darin, schön zu sein und den Menschen Frühlingsgefühle zu entlocken. Kenner unterscheiden 16 verschiedene Blütenformen, einfache in weiss oder rosa, aber auch doppelte und dick gefüllte, die wilder wirken und später blühen. Der nationale Taumel beginnt jedes Jahr Ende Februar, wenn sich die Spezialisten des staatlichen Wetteramtes zum Tokioter Yasukuni-Schrein bemühen. Bei diesem Shinto-Heiligtum wählen die Experten vom selben Stamm zehn Knospen aus. Diese Musterblüten werden gewogen, zerpflückt und wissenschaftlich inspiziert. Kombiniert mit den Temperaturen und der Wetterlage prognostizieren die Meteorologen daraus den voraussichtlichen Beginn der Kirschblüte. Ab diesem Zeitpunkt verfolgen alle Medien im Land die Sakura-Front, halten Webseiten und Apps die Menschen auf dem Laufenden. Nichts scheint wichtiger als die Frage, wann man wo zur rechten Zeit am richtigen Platz ist. Lange galt Ende März für Tokio als sicherer Termin. 2017 allerdings war die Natur später dran, in der vergangenen Saison früher. Wer die Kirschblüten erleben will, reist am besten zwischen Mitte März und Anfang Mai nach Japan. Allerdings spielt auch das Ziel eine wichtige Rolle. Das Datum hängt von der entsprechenden Klimazone ab. Die Burg Koriyama in Nara.


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Hotspots in Tokio Die durchschnittlich zwei Meter hohen Bäume finden sich in allen 47 Präfekturen des Landes. Aber überbordend und angesagt ist vor allem Tokio mit seinen Hotspots. Im zentralen Shinjuku-Garten blühen über 1000 Kirschbäume, am Sumida-Fluss mehr als 650, die abends beleuchtet werden. Eine Super-Attraktion ist auch Chidorigafuchi direkt am Burggraben des eindrücklichen Tokioter Kaiserpalastes. Diesen fotogenen Ort mit Ruderboot-Verleih suchen jedes Jahr mehr als eine Million Menschen heim. Und fast schon ein Synonym für Sakura ist der Ueno-Park, dessen rund 1000 Bäume etwa zwei Millionen Besucher pro Saison anlocken.

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Kirschblüten-Spektakel bietet natürlich auch die alte Kaiser- und Residenzstadt Kyoto, wo in vielen der Tempel und Schreine Bäume blühen. Als Muss für Touristen gilt der Kiyomizu-Tempel. Am Tag drängen sich Tausende auf der berühmten Terrasse, abends verwandeln Schweinwerfer die Sakura in ein schummriges Blütenmeer. Am «Philosophenweg» und am KamoFluss wandert man etwas ruhiger kilometerweit unter wunderschönen Bäumen. Tage auf der rosaroten Wolke Das «Weltzentrum» der Kirschblüte liegt in den Bergen, in Yoshino, wo 30 000 Kirschbäume nacheinander blühen und am Hang ein schier unüberschaubares Meer formieren. Der klassischste Platz, die Stadt Uji, liegt 30 Kilometer südlich der Residenzstadt Kyoto am Fluss Ujigawa. Hier spielt auch das höfische Nationalepos der Japaner, die Geschichte vom Prinzen Genji: Liebe und Intrige unter dem Kirschzweig.

Als späte Destination kommt zunehmend der Norden Japans in Mode, wo Sakura im Schlosspark der eindrucksvollen Burg von Hirosaki mit 2600 Bäumen und 50 unterschiedlichen Arten neue Blüten treibt. Hier fängt das Spektakel jedoch in der Regel erst Ende April an und dauert bis in den Mai. Ideal, wenn man dem allgemeinen Rummel am vorhergehenden Monatswechsel entgehen will. Überall werden für Fremde mittlerweile Gebrauchsanweisungen «how to hanami» angeboten. Die unkomplizierten Basisfakten: die Feiernden sitzen auf Wegen und Wiesen unter den Bäumen, meist auf schrill-blauen Plastikplanen, die «Vorkämpfer» schon am frühen Morgen ausgerollt haben und tapfer verteidigen. Das Blütenbestaunen im Kreis von Kollegen oder Bekannten beginnt meist am Nachmittag und ist ein geselliges Beisammensein mit Volksfestcharakter. Dabei wird bei jedem Wetter erstaunlich viel gegessen, laut gesungen und jede Menge Alkohol getrunken. Für ausländische Besucher ist die Sakura-Saison nicht nur ein Naturereignis. Es ist die perfekte Gelegenheit, Japan und das japanische Volk von der besten Seite kennenzulernen. Denn mit den Kirschen blühen auch die oft sehr zurückhaltenden Einheimischen regelrecht auf. An diesen Tagen auf der rosaroten Wolke erlebt man sie locker, fröhlich, glücklich und kommunikativ. Leicht alkoholisiert trauen sie sich, Fremde anzusprechen und herzlich zu ihrer Party einzuladen. AKÖ hotelplan.ch/de-japan travelhouse.ch/de-japan globusreisen.ch/de-japan


38 | EINMAL IM LEBEN Feliz cumpleaños La Habana

Feliz cumpleaños

La Habana!

KUBAS HAUPTSTADT HAVANNA FEIERT NÄCHSTES JAHR DEN 500. GEBURTSTAG. AUF AUSSERGEWÖHNLICHEN REISEN NACH HAVANNA SIND BESUCHER EINGELADEN, DAS JUBILÄUMSJAHR IN SEINER VOLLEN PRACHT ZU FEIERN.

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EINMAL IM LEBEN Feliz cumpleaños La Habana | 39

Sonne, Strand und Salsa-Rhythmen – das ist Kuba. Kolonialbauten, Revolution und Oldtimer – auch sie machen die Karibikinsel aus. Genauso wie Tabak, Rum und tropisch-grüne Berglandschaften. Mag der Alltag auch oft schwer sein – die Kubaner sind Künstler darin, im Moment zu leben, in Musik zu schwelgen und das Leben zu feiern. In den Strassen Havannas lädt an jeder Ecke Musik zum Tanz ein, verführt die Schönheit der Architektur, belebt die pulsierende Atmosphäre den Geist. Für Besucher ist Havanna ein Fest der Sinne. Und wenn die Stadt nächstes Jahr ihren 500. Geburtstag feiert, ist das ein weiterer guter Grund, um nach Kuba zu reisen. Havanna wurde 1519 von den Spaniern gegründet und ist eine der ältesten Siedlungen in der neuen Welt. Sie hat die grösste erhaltene koloniale Altstadt Lateinamerikas. Diese wurde bereits 1982 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Seit Jahren werden die alten, schönen Gebäude renoviert und restauriert und man versucht, sie vor dem Zahn der Zeit zu schützen. Die Regierung investiert sehr viel, um das schöne Gesicht der Grande Dame zu erhalten. Die älteste Lady des Landes ist sie jedoch nicht. Santiago, früher einmal die Hauptstadt, ist fünf Jahre älter. Auch dort wurde der runde Geburtstag gebührend gefeiert. Havanna hat also 2019 einen guten zusätzlichen Grund für Musik, Salsa, Zigarren, Rum und Mojito. Hemingway hätte seine wahre Freude. Mehr als zwanzig Jahre lang hat der Schriftsteller auf Kuba gelebt, zuerst in Havanna selbst, dann ganz in der Nähe. Bestimmt würde er seine Schöne ebenfalls gebührend feiern. AKA havanna500.ch

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Sonderreisen

ZUM JUBILÄUM Travelhouse organisiert im Jubiläumsjahr drei exklusive Reisen in die Geburtstags-Stadt Havanna: • 15.4. – 23.4.2019 – Oster-Special, neun Tage • 18.4. – 23.4.2019 – Oster-Special, sechs Tage • 11.11. – 19.11.2019 – Jubiläumsreise, neun Tage Sowohl im April wie auch im November können Gäste je zwei Anlässe mit offiziellem Charakter geniessen (im November die offizielle Feier). Zudem werden an beiden Daten zwei grosse Havanna-Partys sowie zwei Golfturniere stattfinden. Die Ferientage können mit individuell buchbaren Ausflügen wie dem Besuch einer Zigarrenplantage, einer Oldtimer-Tour oder Fahrten an die Strände von Varadero mit Schweizer Begleitung ergänzt werden. Es kann zwischen verschiedenen Hotels und Flugklassen ausgewählt werden. Die sechstägige Reise (vier Übernachtungen im 4-SterneHotel, Flug in der Economy Class) kostet ab CHF 2760 pro Person im Doppelzimmer. Bei Buchungen bis am 31. Oktober 2018 gewährt Travelhouse einen Rabatt von 5 %. havanna500.ch


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40 | EINMAL IM LEBEN Hin und weg vom Kap

Hin und weg VOM KAP

KAPSTADT UND DIE PROVINZ WESTERN CAPE ZIEHEN JEDES JAHR UNZÄHLIGE BESUCHER AN. DIE REGION IST ABWECHSLUNGSREICH, SCHÖN UND WEIST EINE GUTE INFRASTRUKTUR AUF. DOCH SÜDAFRIKA HAT NOCH VIEL MEHR ZU BIETEN UND ES LOHNT SICH, WEITERE LANDESTEILE ZU ENTDECKEN. Apéro an Kapstadts Waterfront. Yachten schaukeln im alten Busch und Berge Hafen, der Atlantik glitzert, eine Band spielt Livemusik und die Insgesamt gibt es neun Provinzen im Land. Sie alle unterscheiden Menschen treten aus den modernen Hotels und Museen, um in sich landschaftlich und kulturell, und jede hat ihre eigenen Perlen. der Abendstimmung das schöne Leben zu geniessen. Kapstadt Neben dem Western Cape ist Mpumalanga im Nordosten eine ist eine unglaubliche Stadt. Eingebettet zwischen Tafelberg und der beliebtesten Regionen. Grund dafür sind vor allem der Kruger Ozean ist sie die vielleicht schönste Ecke der Welt, Nationalpark und die privaten Game Reserves. Mit ein Potpourri aus verschiedenen Kulturen und Einflüssen rund 20 000 Quadratkilometern Fläche ist der Kruger Jede der neun mit ganz eigenem Zauber. Auch die Umgebung, die einer der grössten Nationalparks in Afrika. Tier- und Provinzen hat Landschaften der Provinz Western Cape, verzaubert Safarifans kommen hier voll auf ihre Kosten: Neben ihre eigenen mit lieblichen Weinregionen, der Natur in ihrer Urkraft den Big Five, die durch das Buschland ziehen, gibt es Perlen. am Kap und überwältigenden Szenen auf der Garden unzählige Vogel- und Reptilienarten zu beobachten. Es Route. Das Western Cape und seine Metropole haben lohnt sich aber, auch die Hochebene der Provinz zu höchstens einen Makel: Sie stehen so stark im Rampenlicht, dass besuchen. Der Blyde River Canyon gilt als eines der grössten andere Regionen des Landes in den Schatten gedrängt werden. Naturwunder im südlichen Afrika. Ebenfalls ein Wunder sind die Zu unrecht. Südafrika ist gerade wegen seiner grossen Vielfalt Traditionen der verschiedenen Kulturen, die in Mpumalanga lean Landschaften, Kulturen, Pflanzen und Tieren ein interessantes ben. In Cultural Villages bringen die Shangaan und Ndebele und aussergewöhnliches Reiseland. den Besuchern ihre Lebensweise näher.


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EINMAL IM LEBEN Hin und weg vom Kap | 41

Der Kruger Nationalpark reicht im Norden bis in die Provinz Limpopo. Ihr Bild wird von den mächtigen Baobab-Bäumen mit ihren dicken Stämmen geprägt, aber auch von flachen Gebirgszügen. Die Waterberg Mountain Range hat sprudelnde Quellen und Bäche sowie Feuchtgebiete, und auch die Soutpansberg Mountains sind dicht bewaldet und grün. Ein anderes Afrika. Auch in der Provinz KwaZulu-Natal spielt Wasser eine zentrale Rolle, allerdings in anderer Form. Das Tor zur Region ist das pulsierende Durban mit seinen langen Stränden am Indischen Ozean – also mit wesentlich angenehmeren Wassertemperaturen als im Atlantik in Kapstadt. Durban ist ein Hotspot für Aktive. Tiefseetauchen und Surfen sind genauso möglich wie White Water Rafting, Reiten, Fischen oder eine Runde Golf. Der iSimangaliso Wetland Park schützt Meerestiere und sein Feuchtgebiet ist zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt worden, während der Hluhluwe-Imfolozi Park bekannt für seine bedrohten Nashörner ist. Die kulturellen Einflüsse stammen hier aus Indien, Europa und selbstverständlich von der ZuluBevölkerung, der grössten Volksgruppe Südafrikas. Metropolen und kleine Dörfer Die Region Eastern Cape ist hingegen von den Xhosa geprägt. 85 Prozent der 6.7 Millionen Einwohner dieser Provinz, nach dem Northern Cape die zweitgrösste des Landes, zählen zum Volk der Xhosa. Auf dem Land haben sie ihre Traditionen bewahrt, die Familien leben in kreisförmig angeordneten Hütten, dem sogenannten Kraal. Highlight vom Eastern Cape sind die über weite Strecken unberührten Landschaften. Der Küstenstreifen vom Tsitsikamma National Park bis Port Alfred zählt zu den schönsten der Welt, der Urwald wächst bis an die felsige Küste. Zudem sind die Wildreservate der Region malariafrei.

Südafrika auf Schienen

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Travelhouse hat eine spannende Zugfahrt quer durch Südafrika und Swaziland im Portfolio. Die Gäste steigen in den luxuriösen Shongololo Express ein und besuchen unterwegs unter anderem das Big-Hole-Diamantenmuseum, den iSimangaliso Wetland Park sowie den Kruger Nationalpark. Die 15-tägige Reise von Kapstadt nach Pretoria ist ab CHF 7830 pro Person buchbar. Auf Wunsch kann ein Golfpaket dazugebucht werden. Elf Plätze stehen zur Auswahl, Golfer können auf allen abschlagen, oder sich nur für einzelne entscheiden. travelhouse.ch/de-1903864

Wild Life gibt es in Südafrika fast überall zu beobachten. Aber am urbansten von allen Provinzen ist wohl Gauteng mit den Metropolen Johannesburg und Pretoria. Sie sind der Motor des Landes und bieten typisches Städteflair mit allem, was dazugehört: Shoppingmalls, Restaurants, Galerien, Hotels und Boutiquen. In Johannesburg liegt der Stadtteil Soweto, der aus mehreren Townships entstanden ist. Er gilt als Symbol des Widerstandes gegen das Apartheid-Regime und war zeitweise Wohnort von Nelson Mandela. Das «Mandela House» ist heute ein Museum. Mandela steht dieses Jahr noch mehr im Fokus als sonst: Am 18. Juli wäre der erste demokratisch gewählte Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger hundert Jahre alt geworden. Mandela wuchs im Eastern Cape auf, hinterliess aber im ganzen Land Spuren, auf denen man 2018 mit verschiedenen Events und Ausstellungen besonders gut wandeln kann. Ein Grund mehr, die unterschiedlichen Regionen des Landes zu entdecken. SKJ hotelplan.ch/de-suedafrika travelhouse.ch/de-suedafrika globusreisen.ch/de-suedafrika


42 | SKURRILE FAKTEN aus Südafrika

Skurrile m e hr N o c h n auf itäte Kurios e g.ch h i nw

Fakten AUS SÜDAFRIKA Post aus dem All

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120 Kilometer südwestlich von Johannesburg in der Provinz Free State dominiert ein riesiger Krater die Landschaft. Rund 300 Kilometer lang und fast 200 Kilometer breit ist die Narbe. Ein Meteorit mit einem Durchmesser von rund zehn Kilometern stürzte hier vor zwei bis drei Milliarden Jahren auf die Erde. Der Vredefort-Krater ist damit der grösste und älteste Einschlagkrater der Welt. Die Explosion muss gewaltig gewesen sein, kaum ein Lebewesen auf dem Planeten hätte überlebt.

Haifisch in der Wüste

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In der Karoo-Halbwüste, dem grössten Ökosystem Südafrikas, treffen Besucher auf die Vorfahren von Löwen und Co.: Säbelzahn-Raubtiere und eidechsenartige Insektenfresser wurden im Gestein konserviert. Auch das Fossil eines 280 Millionen Jahre alten Haifischs wurde hier gefunden. Doch nicht alles ist versteinert: Neben der höchsten Konzentration von Schwarzadlern ist der Karoo National Park auch die artenreichste Wüstenblumen-Region der Welt.

Die Kleinsten & die Grössten

Regen ist Sache der Königin Die Regenkönigin, sie wird als «Modjadji», als die Frau, die der Sonne gehört, bezeichnet, ist das Stammesoberhaupt der Balobedu. Ihr werden regenverursachende Kräfte nachgesagt. Es gibt in Südafrika eine Gruppe von regionalen Herrschern, denen in der Verfassung Sonderrechte zugesprochen wurden. Die Regenkönigin ist die einzige weibliche Stammesführerin.

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Weltweit gibt es rund 10 000 Sukkulenten-Arten, und fast die Hälfte davon ist im südlichen Afrika heimisch. In Südafrika findet man die kleinsten sowie die grössten von ihnen. Die Winzlinge, kleiner als zehn Millimeter, lieben die trockenen Regionen in North Cape und die Karoo-Halbwüste. Die Grössten, die Baobab-Bäume, sind in Limpopo. Dort steht auch der breiteste BaobabBaum der Welt: In seinem hohlen Stamm hat eine Bar Platz.

Helden in der Nachbarschaft Die Vilakazi Street in Soweto ist wohl die einzige Adresse weltweit, die sich gleich zwei Friedensnobelpreisträger teilen. Sowohl Nelson Mandela als auch Erzbischof Desmond Tutu haben ein Haus an dieser Strasse.

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präsentiert:

DAS MUSICAL ZUM MITBESTIMMEN Du entscheidest, wie die Geschichte weitergeht.

Von Dominik Flaschka und Roman Riklin Mit Sandra Studer, Fabienne Louves, Gigi Moto, Swisspäck (Eric Hättenschwiler, Gregor Altenburger, Fabio Romano), Barbara Hutzenlaub und dem grossen Ensemble der Shake Company.

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Eine Firma

fürs Leben

© Christine Schmidt

44 | HINTER DEN KULISSEN Eine Firma fürs Leben

Jahrelang im Ausland zu Hause Ingrid Holenweger hat viele Anekdoten auf Lager. Von Reisenden, die auf Gran Canaria am Buffet Kartoffelstock und Schmorbraten wünschten, von verlorenen Koffern und Gruppen, die nur aus Honeymoonern bestanden. Sie sitzt am Hauptsitz von Hotelplan Suisse in Glattbrugg und erzählt von ihrer langen Karriere. Eine Bilderbuch-Karriere: 1981 fing sie bei Hotelplan als Reiseleiterin an, heute ist sie Manager Training & HR Development. «Ich bin für das interne Kursprogramm verantwortlich, berate und betreue unsere Mitarbeitenden, wenn sie eine Weiterbildung absolvieren wollen. Ausserdem unterstütze ich Teams oder Einzelpersonen mit Coachings», erklärt sie. In den vielen Jahren hat sie bei Hotelplan Suisse mehrere Abteilungen durchlaufen. «Meist etwa in einem Sieben-Jahre-Rhythmus.» In der ersten dieser Epochen war sie permanent im Ausland. Als Reiseleiterin lebte sie mehrere Monate auf Gran Canaria, Kos, Kreta und in Togo. Die nächsten Stationen waren Sri Lanka, Thailand sowie Mauritius. Danach begleitete sie Gruppen von der Schweiz aus nach China, Tibet, Südafrika, Guatemala, Mexiko und manchmal sogar auf Weltreisen. Sie war ständig unterwegs, ständig mit fremden Menschen zusammen, ständig in neuen Hotels. «Ich fand das spannend und aufregend. Es hat mir Energie gegeben», erzählt sie.

© Ingrid Holenweger

Ein bisschen gestutzt hat Ingrid Holenweger schon, als eines morgens in Togo zwei Schweizer Gäste und ein Hotelangestellter mit einer Python in den Händen vor ihrem Bungalow standen. Sie hatten die Schlange in einem Busch der Hotelanlage gefunden und fürchteten nun, dass sie nach ihrer Entdeckung getötet und zu einer Ledertasche verarbeitet würde. «Sie kennen ja sicher ein Tierheim oder so», hatten die tierliebenden Gäste zu Holenweger, die damals ihre Reiseleiterin war, gesagt. Sie kannte tatsächlich jemanden; einen ansässigen Franzosen, der in Lomé eine Art Kleinzoo hatte. Doch der gute Mann konnte die Schlange erst in zwei Tagen abholen. Also erklärte sich die Reiseleiterin bereit, die Python so lange in Sicherheit zu bringen – in einem grossen Vogelkäfig, den sie im Garten hatte. «Am nächsten Morgen war das Tier dennoch verschwunden», erzählt Holenweger.

© Ingrid Holenweger

INGRID HOLENWEGER HAT TOURISMUS IM BLUT. SEIT 37 JAHREN ARBEITET SIE BEI HOTELPLAN SUISSE UND KANN AUF EINE EINDRÜCKLICHE KARRIERE ZURÜCKBLICKEN.


© Ingrid Holenweger

HINTER DEN KULISSEN Eine Firma fürs Leben | 45

© Ingrid Holenweger

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Südafrika nach dem Apartheid-Regime Als sie nach Jahren der Wanderschaft dann aber doch das Bedürfnis verspürte, sesshaft zu werden und ein richtiges Zuhause zu haben, wurde sie Product Manager (PM) für den Indischen Ozean und Afrika. «Ich war am Ruder, als wir in Südafrika nach dem Apartheid-Regime wieder sanft loslegten. Und Hotelplan war der einzige Veranstalter, der das kleine westafrikanische Land Togo im Programm hatte. Das war schon alles sehr spannend», blickt sie zurück. Nach mehreren Jahren als PM übernahm sie die Leitung der Reiseleiter und Airport Ground Hostessen. Auf einen Schlag war Holenweger Chefin von 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Die Aufgabe verlangte vor allem logistische Fähigkeiten und psychologisches Feingefühl», fasst Holenweger zusammen. Später machte sie zwei Jahre lang einen Abstecher in den Tour-Operating-Support und kam schliesslich an ihrer jetzigen Stelle an. Zwischendurch erlangte sie ein Wirtschaftsdiplom, absolvierte eine Ausbildung zur HR-Leiterin, machte den Fachausweis zur Ausbilderin und eine Weiterbildung zum Coach. Es hat sich viel verändert in all diesen Jahren. «Am meisten wohl das Tempo», sagt Holenweger. «Früher haben die Reiseleiter

noch Infococktails veranstaltet, wobei dazu alle Gäste in den verschiedenen Hotels abgeholt wurden.» Heute sei dies anders, die Kunden informieren sich selber vor Ort oder übers Internet. Überhaupt sind Reisende heute sehr gut informiert. «Der Fokus liegt stärker auf den individuellen Wünschen des Kunden, die wir erfüllen wollen.» Die Reisebranche durchlebt seit Jahren einen starken Wandel wodurch sich die Organisation und die Arbeitsweise sehr verändert haben. «Der Druck ist gestiegen, neu kann ich jederzeit und sofort ein Produkt auf sämtlichen Kanälen buchen.» Hotelplan Suisse ist mit diesen Aufgaben gewachsen, auch personell. Holenweger sagt: «Ich gehöre nicht zu den Menschen, die früher alles besser fanden, ich schaue gerne vorwärts.» Mit einer Prise Leichtigkeit Obwohl Ingrid Holenweger sich in ihrer Karriere immer mehr von den Destinationen entfernte und näher an den Büroalltag kam, ist ihr Reisefieber nie abgekühlt. «Ich habe mein Ferienguthaben mit unbezahlten Ferien aufgestockt», sagt sie und lacht. Reisen sei wichtig, «es hält den Geist offen und es bildet.» Die nächsten geplanten Reisen führen sie nach Costa Rica und Myanmar. «Nach Botswana möchte ich auch unbedingt nochmal.» Einmal

im Jahr macht sie Veloferien in Europa mit ihrer Schwester, die auch in der Reisebranche tätig ist. Ihr Bruder arbeitete viele Jahre in einem Hotel in Hongkong. Wurde da ein Tourismus-Gen vererbt? «Meine Eltern sind nicht viel gereist. Obwohl: Meine Mutter hatte als junge Frau einen Vertrag unterschrieben, um als Mitarbeiterin bei Albert Schweitzer in Afrika zu arbeiten. Sie konnte aber aus familiären Gründen schliesslich nicht abreisen.» Die Leidenschaft für das Reisen verbinde auch bei Hotelplan Suisse stark, ist sich Holenweger sicher. «Die Mitarbeitenden bei uns sind dienstleistungsorientiert und haben die Servicequalität im Kopf. Vor allem aber sind sie gegenüber Veränderungen offen, interessieren sich für fremde Kulturen, haben Humor und gehen mit einer Prise Leichtigkeit durchs Leben.» Durch ihre aktuelle Tätigkeit als Manager Training & Personalentwicklung kommt sie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedensten Abteilungen in Kontakt. Sie könne sich keine andere Branche vorstellen, sagt Holenweger. Und: «Nie hätte ich gedacht, dass ich so lange bei einem Arbeitgeber arbeite, aber Hotelplan Suisse ist eine tolle Firma. Ich erhielt immer die Möglichkeit, mich beruflich zu verändern und weiterzuentwickeln.» DKO


46 | HINTER DEN KULISSEN Der Traum vom Fliegen

© Milan Rohrer / SWISS

DER TRAUM VOM

SIE FLIEGEN UM DIE WELT, SCHLAFEN ÖFTERS IN HOTELS ALS ZU HAUSE UND TRAGEN STÄNDIG EIN LÄCHELN IM GESICHT: FLIGHT ATTENDANTS HABEN EIN AUFREGENDES, ABER HERAUSFORDERNDES BERUFSLEBEN. KATJA GREVSMÜHL KANN SICH KEINEN SCHÖNEREN BERUF VORSTELLEN. HIN & WEG HAT SIE AUF EINER ROTATION NACH BANGKOK BEGLEITET. Es gibt diesen kurzen Moment, in dem auch Katja Grevsmühl auf jedem Flug Gast ist und sich hinsetzen muss. Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde rauscht die Boeing 777 300 ER von SWISS über die Piste in Zürich, bis die Flügel zu tragen beginnen und 350 Tonnen langsam in die Luft steigen. Der Übergang vom Fahren zum Fliegen. Auch nach dem tausendsten Flug noch ein Erlebnis. Katja und die anderen Flight Attendants sitzen auf ihren Jumpseats. Sie haben ein paar Minuten bis zum bekannten Stichwort aus dem Cockpit: «Cabin Crew released.» Mit hörbaren Clicks werden die Sicherheitsgurten gelöst, Röcke und Frisuren glattgestrichen. Es kann los gehen. Der Arbeitstag der Crew hat aber schon ein paar Stunden vorher angefangen. «Wir treffen uns rund eineinhalb Stunden vor Abflug für das Briefing», sagt Katja. Sie erscheint bereits in Uniform und mit Hochsteckfrisur im Operation Center am Flughafen Zürich und geht mit

raschen Schritten zum Sitzungszimmer. Der kleine Raum füllt sich schnell, 13 Flight Attendants und der Maître de Cabin stehen um den Tisch, begrüssen sich und stellen sich vor. SWISS beschäftigt rund 4500 Flight Attendants und etwa 1300 Piloten. Die Crewmitglieder arbeiten auf jedem Flug in neuen Teamkonstellationen zusammen und kennen sich meist nicht. Mit dabei sind an diesem Tag auch drei Flight Attendants aus Thailand. «Auf den Flügen nach Thailand, Japan, China und Indien haben wir sogenannte "foreign flight attendants" im Team», erklärt Katja. «Gemeinsam bedienen wir die Passagiere, sie können sich aber im Bedarfsfall in der Landessprache mit unseren ausländischen Fluggästen unterhalten.» Der Flug von Zürich nach Bangkok ist bis auf den letzten Platz besetzt. Rasch und unkompliziert wird vereinbart, wer wo welche Aufgaben übernimmt. Die Piloten liefern die Details zum Flug: Start um 17.55 Uhr. Flugzeit: Rund zehn Stunden und 15 Minuten mit eventuell leichten Turbulenzen über dem Golf von Bengalen.


© Milan Rohrer / SWISS

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HINTER DEN KULISSEN Der Traum vom Fliegen | 47

Fotos knipsen und Babies wiegen Katja arbeitet seit fünf Jahren als Flight Attendant bei SWISS. «Ich habe erst mit 32 Jahren angefangen, war also spät dran», erzählt sie. Nach einer Lehre in einem Reisebüro hat sie in verschiedenen Unternehmen der Reisebranche gearbeitet, unter anderem als Product Manager USA bei der Marke Travelhouse von Hotelplan Suisse. «Die Fliegerei hat mir in meinem Lebenslauf noch gefehlt.» Heute arbeitet sie hundert Prozent als Flight Attendant für die Schweizer Airline, in der Business wie auch in der Economy Class. «Der Beruf macht mir grossen Spass. Ich habe viel Abwechslung, arbeite auf jedem Flug mit anderen Menschen zusammen und fliege quer durch die Welt, von London über New York und Hongkong bis nach São Paulo.» Auf diesem Flug nach Bangkok ist sie in der Business Class eingeteilt und serviert die Mahlzeiten. Vorher aber gilt es die Passagiere zu begrüssen und beim Verstauen des Gepäcks behilflich zu sein. «Ein Foto? Klar!» Die Flight Attendants knipsen das gewünschte Bild und wiegen bei einem anderen Platz das schlafende Baby, bis die Mutter sich eingerichtet hat. Noch vor dem Start wird das erste Glas Champagner serviert. Für die Gäste beginnen die Ferien. Vorne im Galley hingegen fliegen die Hände. Jede der fünf Flight Attendants weiss, was sie zu tun hat. Geschickt manövrieren sie auf dem engen Raum aneinander vorbei. Auf den Getränketrolleys werden Weinflaschen geöffnet und Bier bereitgestellt, in den Öfen wird das Essen aufgewärmt, Stapel mit Papierservietten gehören mit einem Handgriff hübsch gedreht. Es braucht Pragmatismus, um effizient voranzukommen, und trotzdem wird viel Wert auf Details gelegt. Ist der Trolley bereit heisst es Vorhang auf, lächeln und rein in den Gang. Katja serviert zur Vorspeise entweder mariniertes Rindfleisch in Pfefferkruste mit Schalotten sowie Pinienkernen und Parmesan-Mousse oder gebeizte Riesencrevetten mit Cantaloupe-Melone, Vinaigrette mit Basilikum und Pedro Ximénez-Sherry. Nach Hauptgang und Dessert wird es ruhiger in der Kabine. Das Licht wird gedämmt, draussen ist es bereits dunkel. Die Sitze der Business Class lassen sich in ein flaches Bett verwandeln. Schlafenszeit, auch für Katja. Bei einer Flugdauer von rund zehn Stunden hat sie etwa zwei Stunden Pause. Sie isst ein Menu, das aufgrund der Auswahl in der Business Class übrig blieb, und besucht ihre Kolleginnen im hinteren Teil des Flugzeuges. Die Runde witzelt über eine mitgebrachte Teetasse und eine Bettflasche wird gefüllt. In der Boeing 777 ist die Crewbunk, also das Nachtlager für die Crewmitglieder, im hintersten, oberen Teil des Flugzeuges untergebracht. Über eine steile Treppe gelangt man in den schmalen Gang mit Schlafnischen links und rechts. Es ist ziemlich laut und eng und erinnert ein bisschen an den Schlafwagen eines Zuges. Nicht gerade ein Prinzessinnenbett. «Wenn ich müde bin, kann ich trotzdem schlafen», sagt Katja. Schwieriger sei eher, nach zwei Stunden aus dem Tiefschlaf geweckt zu werden und zehn Minuten später bereits wieder in der Kabine zu stehen und zu bedienen.

Katja Grevsmühl, Flight Attendant bei SWISS


48 | HINTER DEN KULISSEN Der Traum vom Fliegen

DAS HILFT GEGEN JETL AG

© Milan Rohrer / SWISS

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Katjas bester Tipp gegen Jetlag: Viel frische Luft! «Ich höre auf meinen Körper und schlafe, wenn ich es brauche. Bei Ankunft am Nachmittag lohnt es sich aber, bis zum Abend durchzuhalten. Und wenn man nicht schlafen kann, nützt es auch, sich einfach auszuruhen.»

Lieblingsprogramm in Bangkok Crew meist für zwei Übernachtungen in Viele ihrer Crew-Kolleginnen und Kollegen der Destination. Mit frisch gepflegten Füslegen sich nach der Ankunft am Mittag sen trifft Katja am Abend die Crew zum in Bangkok erst einmal ein paar Stunden Nachtessen. Co-Pilot Thierry hat in einem ins Hotelbett. «Wenn wir schon mittags Restaurant einen Tisch reserviert. Später ankommen, hat sich das bewährt», sagt geniesst die Gruppe die Stadt von einer Katja. Sie selber hat an diesem Tag nicht Rooftop Bar aus. Ein schöner Moment im viel Zeit zum Schlafen: Sie will modernen Bangkok: Eine DJane mit einer Teamkollegin zur Pedilegt Latino-Rhythmen auf, die Luft Bangkok küre. «Das typische Bangkok-Proist immer noch sehr warm und ist perfekt gramm», sagt sie und lacht. Die ein paar Thais tanzen Salsa. für Nachtmeisten Flight Attendants und PiEin bisschen wie Ferien. «Es gibt schwärmer. loten hätten in jeder Destination viele schöne Momente und ErMärkte und ihre Lieblingsbeschäftigungen. In lebnisse unterwegs. Sei es, dass Street-FoodBangkok sind neben Beautybeich in Shanghai in meinem LiebStände sind handlungen vor allem Massagen, lingscafé ein paar Seiten lesen, 24 Stunden gerne auch noch spätabends vor oder mich im Winter irgendwo geöffnet. dem Schlafengehen, und Zahnauf der Welt an der Sonne wärarztbesuche hoch im Kurs. Thaimen kann», erzählt Katja. Es seilands Hauptstadt eignet sich perfekt für en diese Momente, die dem Leben als Nachtschwärmer oder Jetlag-Geplagte: Flight Attendant eine gewisse Leichtigkeit Märkte und Street-Food-Stände sind 24 verleihen. «Zudem haben wir keine PenStunden offen. «Ich mag diese Stadt sehr», denzen. Wenn ich aus dem Flugzeug steisagt Katja. «Mir gefällt das Nebeneinange, ist meine Arbeit bis zum nächsten Flug der von Luxusgeschäften und Garküchen erledigt.» Sie trägt ein gemustertes Kleid, auf der Strasse, diese ständige Betriebdie Haare offen, das Gesicht ist nur wesamkeit.» Auf Rotationen mit Flügen die nig geschminkt. Freizeit vom Dresscode mehr als zehn Stunden dauern, bleibt die im Flugzeug.


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HINTER DEN KULISSEN Der Traum vom Fliegen | 49

Flexibilität ist Pflicht Katja trifft sich auch in ihrer Freizeit mit anderen Flight Attendants. «Wir haben oft unter der Woche frei, wenn die anderen arbeiten.» Es sei eine aussergewöhnliche Beziehung, die in den Teams im Flugzeug rasch entstehe. «Aber man muss selbstverständlich eine gewisse Offenheit mitbringen und aufgestellt sein.» Was noch? Katja lacht. «Man braucht als Flight Attendant einen starken Dienstleistungsgedanken und muss sehr flexibel und unkompliziert sein. Wir erhalten unseren Flugplan für den kommenden Monat frühestens um den 20. des laufenden Monats. Da kommt es schon vor, dass ein Einsatz genau auf die Geburtstagsfeier eines Freundes fällt.» Für den nächsten Morgen hat sich fast die ganze Crew für eine Fahrradtour durch Bangkok angemeldet. Auf gelben Velos fährt die Gruppe durch China Towns engste Gässchen. Frauen kochen vor der Haustüre, Männer auf Scootern lassen die Velofahrer geduldig passieren. Es ist eng, es duftet nach Essen, nach Feuer und Putzmittel. Die Guides führen die Gruppe durch Märkte und zu Tempeln, zum Fluss, wo eine kleine Fähre wartet, und in Wohnquartiere. Immer wieder gibt es Erklärungen und – ganz wichtig in Thailand, wie die Guides versichern – Snacks. Vor allem die Auswahl an tropischen Früchten ist verlockend: Frittierte Bananen, Mangosteen und Jackfruit heben den Blutzuckerspiegel an diesem heissen Tag wieder an.

Bangkok-Tipps

DER SWISS-CREW

Hotel: Auf den Rotationen nach Bangkok schläft die SWISS-Crew jeweils im Mövenpick Hotel Sukhumvit 15. Zwei Nächte inkl. Frühstück sind bei Hotelplan ab CHF 114 pro Person buchbar.

Das andere Thema während der Fahrradtour: Die Fussball-Weltmeisterschaft. «Ich war im Dienst, als wir die Fussball-Nati nach Samara brachten. Ein Highlight für mich», sagt Katja, grosser Fussball-Fan. Auch ein Flug mit einem Team der Seilzieh-Weltmeisterschaft ist ihr in Erinnerung geblieben: «Sie hatten einen riesigen Pokal mit Flügeln dabei, den wir schlicht nicht in der Kabine unterbringen konnten. Er musste in den Frachtraum.»

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Restaurants: • The Local: Authentische Thai-Gerichte nach alten Familienrezepten, schöne Atmosphäre. thelocalthaicuisine.com • Indulge: Fusion Food der Extraklasse, trendige Location. indulgebangkok.com • Suda: Einfaches, authentisches Strassenlokal mit vielen einheimischen Gästen. Bars: • Die Rooftop Bar Above 11 ist beliebt, um die Skyline von Bangkok zu geniessen. aboveeleven.com

• In der Wine Republic gibt es eine grosse Weinkarte und Livemusik. Adresse: Wine Republic:137 Soi Thonglor 10, Sukhumvit 63 Rd., Klongton-nua

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Adresse: 6 – 6/1 Sukhumvit Soi 14, BTS Asoke

To dos: • Eine Massage, beispielsweise im Lavana Spa oder im Silk Spa. thesilkspa.com

Adresse: Airplane Graveyard: Ramkhamhaeng Road, Hua Mar, Bank Kapi, Thailand

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lavanabangkok.com /

• Mani- und Pediküre zum Beispiel im Turquoise Nail Salon. turquoisenail.com • Ein Besuch des Flugzeugfriedhofs (Airplane Graveyard). Unter anderem steht dort ein alter Jumbo in der Wiese. Es lohnt sich, für die Anreise im Zentrum von Bangkok ins Wassertaxi zu steigen (Haltestelle Wat Sriboonruang aussteigen, kurzer Spaziergang).


Sicherheit auf engem Raum Auf dem Rückflug nach Zürich lässt sich alles problemlos in den overhead lockers verstauen. Es ist ein Tagesflug und es gilt, die Passagiere fast elf Stunden bei Laune zu halten. Katja und ihre Kolleginnen bereiten Essen vor, servieren Mövenpick-Glacé, stellen einen kleinen «Kiosk» zusammen. Mit den vergangenen Stunden türmen sich in einem Trolley die gebrauchten weissen Tischtücher auf. Katja wirbelt im Galley. Ihr Kollege hilft gerade in der Economy Class aus, eine Kollegin serviert Getränke, die anderen haben Pause. Die Business Class hat 62 Plätze. Der Gast auf Sitz 5D will kurz nach dem Essen Cracker, Nr. 16A verlangt nach einem doppelten Espresso, «heiss». 12A will später essen. Eine junge Frau bringt ihr leeres Wasserfläschli gleich selber im Galley vorbei. Katja zieht Container über ihrem Kopf heraus, hebt die teilweise sehr schweren Kisten wieder hoch. «Es gibt schon gute Gründe, warum man als Flight Attendant mindestens 1.58 Meter gross sein muss», sagt sie und lacht. Bei ihr war es knapp. Was nicht mehr gebraucht wird, wird sofort aus dem Weg geschafft. Katja öffnet und schliesst permanent Sicherheitslaschen vor den Containern. «Das ist einer dieser Handgriffe, die einem von Anfang an eingebläut werden.» Es gilt, alles so vorzubereiten, damit das Catering am Boden später schnell ist. Nicht nur der Platz, auch die Zeit ist immer knapp in der Fliegerei. «Wir arbeiten sehr speditiv», sagt Katja. «Aber wir spüren schon, dass es zeitlich und räumlich überall eher enger wird. Auch bei den Passagieren. Viele kommen ziemlich gestresst ins Flugzeug.» Oberstes Gebot ist dann, freundlich zu bleiben und Verständnis aufzubringen.

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50 | HINTER DEN KULISSEN Der Traum vom Fliegen

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Kurz nach der Landung reisen Flight Attendants, Maître de Cabin und Piloten in alle Richtungen nach Hause. Das Team löst sich auf, und alle werden nach ihren freien Tagen bald wieder in die Luft steigen, mit anderen Passagieren, anderen Kolleginnen und Kollegen, in einen anderen Teil der Welt. Katja fliegt drei Tage später nach São Paulo. SCS


UNBESCHWERTES REISEN Nützliche Apps und Reisegadgets | 51

NÜTZLICHE APPS UND

Reisegadgets

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Der Lieblings-Reiseführer digital

Der Kluge reist im Zuge

Guides by Lonely Planet, gratis für Android und iOS Die Reiseführer von Lonely Planet haben eine grosse Fangemeinde. Nun sind die Papierbrocken auch leicht und handlich als App zu haben, allerdings ausschliesslich für Städte. 214 sind es bereits, und die Zahl wächst. Neben Offline-Karten, vorgesprochenen, nützlichen Sätzen in der Landessprache als Audio-Dateien und Währungsrechnern gibt es viele Tipps von Kennern.

Öffi, gratis für Android und iOS Öffi hilft Reisenden in verschiedenen Ländern, die besten Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln herauszusuchen, und zeigt die Abfahrtszeiten in Echtzeit sowie die nächsten Haltestellen an. Bis jetzt sind in der App 17 Länder und sehr viele Städte vertreten, unter anderem Australien und Dubai. So schrecken auch ÖV-Muffel nicht davon ab, in Paris oder Rom einmal auf die Metro oder den Bus umzusteigen.

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TravelSpend, Basisversion gratis für Android Übersichtlich und einfach gestaltet, wirkt diese Budget-App weniger trocken, als das Thema vermuten lassen würde. TravelSpend hilft, das Budget und die Ausgaben unterwegs im Auge zu behalten. Die Ausgaben können in der Landeswährung eingegeben werden – die Umrechnung in die Heimatwährung erfolgt automatisch. In der Premium-Version (kostenpflichtig) kann die App gemeinsam mit Mitreisenden verwaltet und die Daten können exportiert werden.

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Das Reisebudget im Griff

Auf den Spuren von Nelson Mandela Madibas Journey, gratis für Android und iOS Im Juli 2018 wäre Nelson Mandela hundert Jahre alt geworden. Zum Jubiläum wurde eine App entwickelt, die Besucher via Karten an die Orte führt, welche die Ikone geprägt haben, an Stellen, die an Mandela erinnern sowie in Museen und Ausstellungen über den Freiheitskämpfer. Zu den einzelnen Attraktionen gibt es Informationen zum Lesen und Hören.

Unterstützung für Eltern Yuggler, gratis für iOS Ob Spielplätze, kinderfreundliche Restaurants oder interessante Museen bei Regenwetter – Yuggler hilft Eltern, Grosseltern und Betreuungspersonen im Nu, in der Umgebung spannende Angebote für Kinder auszumachen. Selbst Tipps und Informationen, die eigentlich nur die Locals kennen, gibt die App weiter. Wer will, kann seine Erfahrungen mit anderen Familien teilen und mit etwas Glück von Sparangeboten profitieren.

Wallet Ninja Der kleine Ninja im Alltag Nur gerade so gross wie eine Kreditkarte hat das 18-in-1-Tool Wallet Ninja ganz schön viel zu bieten. Neben einem Flaschenöffner, einem Dosenöffner, einem Paket- und Brieföffner schält das Gadget auch Früchte, misst Kurzes in Zentimetern und Inches und zieht Nägel aus den Wänden oder Schrauben fest (6 Schraubenschlüssel). Zudem dient die kleine «Karte» aus vierfach feuergehärtetem Stahl als Smartphone-Ständer. Und das Beste von allem: Der kleine Ninja darf mit ins Flugzeug. enjoymedia.ch


52 | SO SCHMECKT DIE WELT Bohnen, die die Welt bedeuten

Bohnen, die die Welt bedeuten

Kaffeebäume sind durchaus heikle Pflänzchen. Sie bevorzugen hohe Lagen, nicht zu heisses Wetter, mögen aber auch keinen Frost und wünschen regelmässig Feuchtigkeit. Sind diese Bedingungen erfüllt, wachsen und blühen die Bäume an verschiedensten Orten auf der Welt. Besonders gut gedeihen sie auch in Kolumbien. Das Land an der Nordspitze Südamerikas ist bekannt für Spitzenkaffee und nach Brasilien und Vietnam der drittgrösste Produzent weltweit.

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KAFFEE ERLEBT IN DER SCHWEIZ EIN HOCH ALS KULTGETRÄNK. BARISTAS TÜFTELN AN DER PERFEKTEN ZUBEREITUNG, EXPERTEN SPRECHEN VON TERROIR UND MAN KÖNNTE SAGEN, DER FRÜHER LANGWEILIGE WACHMACHER IST HEUTE DER NEUE WEIN. DAMIT RÜCKT DER FOKUS AUCH AUF DIE HERKUNFTSLÄNDER WIE KOLUMBIEN. DANK DEN ANDEN UND DER LAGE AM ÄQUATOR WACHSEN DORT BESONDERS GUTE BOHNEN.

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© Carl Forbes / Shutterstock.com

«Der kolumbianische Kaffee ist sehr ausgewogen und weist eine hohe Komplexität auf», beschreibt Bruno Feer die Eigenschaften der kolumbianischen Bohne. Klingt kompliziert, ist für den Gaumen aber leicht verständlich: Er schmeckt vorzüglich mit nicht zu viel Säure, leicht fruchtig-blumiger Note und einem schönen Körper. Feer ist Experte. Als Einkäufer bei der Migros reist er auf der Suche nach der perfekten Bohne für den Delica-Kaffee durch die ganze Welt. Auch in Kolumbien war er bereits mehrmals. «Ein sehr schönes, eindrückliches Land», sagt er. Und eine Freude für jeden Kaffee-Interessierten.


SO SCHMECKT DIE WELT Bohnen, die die Welt bedeuten | 53

Grosses Land mit vielen Mikroklimata Angebaut werden hauptsächlich Arabica-Bohnen, Kolumbien ist so gross wie Frankreich und Spanivorwiegend von Bauern auf kleinen Farmen in Faen zusammen und landschaftlich sehr abwechsmilienbesitz. «Die meisten haben zwischen drei lungsreich. Der Westen ist geprägt von den Anund fünf Hektaren Land, das sie bereits vom Vater den, drei Bergketten, zwischen denen die Flüsse geerbt haben, der auch schon Kaffee angebaut Cauca und Magdalena ins karibische Meer hat», sagt Feer. Auch das wirkt sich auf die Quafliessen. Im Osten folgt auf die letzten Gipfel das lität aus. Denn: «Der Kaffeeanbau hat in KolumAmazonasbecken mit seinen Regenbien Tradition und das Know-how ist wäldern. Auch das Hochland ist in gross.» Zudem wird in Kolumbien von Kolumbien ist weiten Teilen üppig grün, gezeichnet Hand geerntet, es werden also nur landschaftlich von steilen Hängen und Kaffeeplantadie wirklich reifen Früchte gepflückt. sehr vielfältig. gen auf 1200 bis 1800 Metern über Schätzungen gehen davon aus, dass Der Westen ist Meer. «Die landschaftliche Vielfalt ist rund zwei Millionen Kolumbianer vom von drei Bergso gross, dass Kaffee aus dem Süden Kaffeeanbau leben. «Doch es ist kein ketten geprägt, anders schmeckt als Kaffee aus dem leichtes Leben, dafür sind die Flächen Norden. Und sehr oft reichen schon der Bauern und damit die Erträge einim Osten folgt ein paar wenige Kilometer, und der fach zu klein», erzählt Feer. Es berührt das AmazonasGeschmack ist anders», sagt Feer. ihn immer wieder, wie lebensfreudig, becken mit seinen Grund dafür sind die zahlreichen Mipositiv und sympathisch die Menschen Regenwäldern. kroklimata, die sich durch die Berge trotzdem sind. «Diese Einfachheit, vor herausbilden und für die Kolumbien allem auf dem Land, und der zufriebekannt ist. Gleichzeitig liegt das Land am Äquadene, glückliche Eindruck, den die Einheimischen tor, was für ein relativ konstantes Klima sorgt. Die machen, sind wirklich beeindruckend. Wir werBohnen wachsen somit zwar langsamer, haben den immer herzlich empfangen und eingeladen, aber auch mehr Zeit, um ihre Aromatik zu entfalobwohl die Menschen wenig besitzen.» Feer läuft ten. Für Feer bringt diese geographische Lage eidann mit den Bauern über deren Grundstücke, nen weiteren Vorteil: «Kolumbien hat damit mehr sieht sich auch den Mais, die Kartoffeln oder die als eine Ernte. Die Haupternte dauert ungefähr Früchte an, die zur Selbstversorgung dienen. «Sie von September bis Dezember, und von April bis sind stolz auf das, was sie haben und es tut gut, Juni wird nachgeerntet. Somit ist das ganze Jahr wenn man als Besucher Interesse zeigen und daüber frischer Kaffee aus Kolumbien erhältlich.» durch etwas zurückgeben kann.»

Spaziergang durch

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Kaffeeplantagen Travelhouse bietet interessante Ausflüge auf kolumbianische Kaffeeplantagen an. Besonders schön ist die Kurzreise «Palmenwunder und Kaffeegenuss» ab und bis Bogota. Sie führt nach einem Flug nach Armenia vorbei an riesigen Bananen- und Kaffeeplantagen in die romantische Kaffee-Hacienda San José oder zum historischen Landhaus Sazagua, wo zweimal übernachtet wird. Vor Ort können Besucher eintauchen in die Geschichte und Tradition des KaffeeAnbaus. Neben der Besichtigung einer Kaffee-Finca steht auch ein Ausflug ins Cocora-Tal und ins Dorf Salento auf dem Programm. travelhouse.ch/de-1902536


«Kaffee ist der neue Wein» Wer noch nie einen Kaffeebaum gesehen hat, kann sich die Frucht ähnlich vorstellen wie eine kleine Kirsche. Theoretisch könnten die Bäume bis zu zwölf Meter hoch werden, doch sie werden zurückgeschnitten, um besser an die begehrten Früchte ranzukommen. Sind diese dunkelrot, werden sie gepflückt. Das Fruchtfleisch wird entfernt, die zwei darin enthaltenen Kerne sind die Kaffeebohnen. Ihre dunkelbraune Farbe erhalten sie erst bei der Röstung, unbehandelt sind sie grünlich-beige. «Die Trocknung bis und mit dem Sortieren nach Grösse und Geschmack – das passiert alles in Kolumbien. Danach kommen die Bohnen für die Röstung in die Schweiz», erklärt Feer. In Containern mit je zwanzig Tonnen Fassungsvermögen reist das Genussmittel über Antwerpen und auf dem Rhein nach Basel zu Delica. Eine Menge Kaffee, führt man sich vor Augen, dass bei einem Vollautomaten mit zehn bis zwölf Gramm Pulver pro Tasse gerechnet wird. Bruno Feer trinkt vier bis sechs Tassen im Tag. Nicht ausschliesslich Kaffee aus Kolumbien, aber immer wieder gerne einen kolumbianischen. «Es ist sehr spannend, welche Entwicklung der Kaffee im deutschsprachigen Europa zurzeit durchläuft. Er ist von einem langweiligen Wachmacher zu einem neuen Kultgetränk geworden.» Baristas feilen an den perfekten Mahlgraden und Zubereitungen, Spezialitäten-Kaffees finden Liebhaber und es interessiert plötzlich, von welchem Dorf die Bohne stammt. «Ich begrüsse diese Entwicklung», sagt Feer. «Der Kaffee wird komplexer, die Aromatik rückt stärker ins Zentrum. Auch das Vokabular hat sich verändert, plötzlich spricht man beispielsweise von Terroir. Man könnte sagen, Kaffee ist der neue Wein.» ARW travelhouse.ch/de-kolumbien

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54 | SO SCHMECKT DIE WELT Bohnen, die die Welt bedeuten

GLOBUS-FOODSCOUT RICHARD KÄGI EMPFIEHLT: Als Einstieg in die lokale Küche in Bogota empfiehlt sich eines der Lokale von Andrèe & Lucia, beispielsweise das andres-dc. andrescarnederes.com/andres-dc Wer sich auf ein experimentelles kulinarisches Abenteuer einlassen möchte, geht’s ins Leo. Leonor Espinosa sucht seltene Zutaten im Dschungel und kreiert ein sensationelles 12-Gang Menü. restauranteleo.com In der Küstenstadt Cartagena lohnt dich der Besuch bei Juan Felipe Camacho im Restaurant Donjuán. Hier gibt es Seafood, Fleisch von Bio-Rindern, Gemüse und exotische Früchte aus dem Regenwald. donjuancartagena.com Wer peruanisches Ceviche und andere Spezialitäten aus dem Nachbarland probieren möchte, kommt um das Cuzco Cocina Peruana nicht herum. restaurantecuzco.com Die besten Mojitos und andere kubanische Spezialitäten findet man in der Bar La Vitrola in Cartagena. Adresse: Cra. 2 #33 – 66, Cartagena, Bolívar


SO SCHMECKT DIE WELT

Entrecôte-Speck-Spiess mit Kaffeemarinade | 55

Entrecôte-Speck-Spiess mit Kaffeemarinade EIN AUSSERGEWÖHNLICHES GERICHT FÜR DIE GRILLSAISON MIT FLEISCH, FEIGEN UND KAFFEE.

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten Nährwerte pro Portion: 2650 kJ / 580 kcal ca. 58 g Eiweiss, 37 g Fett, 11 g Kohlenhydrate

Zutaten für 4 Personen: 2 200 g 4 1.5 TL 1.5 TL

Entrecôtes à ca. 300 g Barbecue-Speck feste Feigen Kaffeebohnen, dunkle Röstung schwarze Pfefferkörner Fleur de sel

Zubereitung:

1. Entrecôtes in Stücke à ca. 3 cm,

Speck in Tranchen à ca. 1 cm schneiden. Fleisch und Speck abwechslungsweise auf Spiesse stecken. Wichtig: Fleisch so aufspiessen, dass die grössere Schnittfläche auf den Grill zu liegen kommt. Feigen halbieren.

2. Kaffeebohnen, Pfeffer und Fleur

de sel im Mörser fein zerstossen. Spiesse mit der Gewürzmischung rundum bestreuen. Den Grill auf ca. 250 °C vorheizen. Spiesse auf jeder Seite 3 bis 5 Minuten grillieren, je nach gewünschter Garstufe. Feigen dazulegen und heiss werden lassen. Spiesse mit Feigen servieren.

© Migusto / migusto.migros.ch

MIGUSTO IST DER KOCHCLUB DER MIGROS

Dieses und viele weitere Rezepte finden Sie auf migusto.ch


AUSBILDUNG ZUM

Hüter der Natur

TRAVELHOUSE SETZT SICH ZUSAMMEN MIT DEM SCHWEIZER VEREIN «FRIENDS OF AFRICAN WILDLIFE» GEGEN WILDEREI IM SÜDLICHEN AFRIKA EIN. EINHEIMISCHEN STUDENTEN WIRD EINE AUSBILDUNG ERMÖGLICHT, IN DER SIE LERNEN, KOMPLEXE ÖKOSYSTEME ZU VERSTEHEN, WILDTIERE ZU SCHÜTZEN UND LOKALE GEMEINSCHAFTEN ZU STÄRKEN.

«Friends of African Wildlife» «Friends of African Wildlife» ist ein gemeinnütziger Schweizer Verein, der mit dem Projektpartner «Southern African Wildlife College» (SAWC) in Südafrika zusammenarbeitet. Das SAWC führt die Projekte vor Ort aus. Das College hat umfassende Erfahrungen und ist eine staatlich anerkannte Institution. Seit 2014 unterstützt Travelhouse das Projekt «Adopt a Student», bei dem Studenten in Südafrika die Aus- oder Weiterbildung zu Wildhütern ermöglicht wird. friends-of-african-wildlife.ch travelhouse.ch/de-nachhaltigkeit

Der Lichtkegel des Scheinwerfers blitzt durch die Dunkelheit des südafrikanischen Buschs. Wir sind im 150 Quadratkilometer grossen Timbavati Wildreservat auf Safari. Es grenzt ohne Zaun an den Kruger Nationalpark. Plötzlich stoppt unser Guide Sinhle den Wagen. Patrick, unser Fährtensucher, der seinen Platz vorne links auf einem Sitz auf der Kühlerhaube des 4 x 4 hat, beleuchtet einen Baum. «Ein Chamäleon», sagt Sinhle ruhig. Tatsächlich! Gut getarnt sitzt die Echse auf einem Ast zwischen den hellgrünen Blättern. Beeindruckend, wie das Team sie in der Dunkelheit entdeckt hat. Sinhle, 28-jährig, arbeitet als Guide in der Motswari Lodge. Bereits sein Vater war Safari-Guide und Sinhle hat schon als Kind viel von ihm über Tiere gelernt. Als junger Mann bot sich ihm die Möglichkeit, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Nicht jeder erhält jedoch eine solche Chance. Immer mehr junge Afrikanerinnen und Afrikaner wollen sich für den Tier- und Naturschutz einsetzen und suchen Arbeit in den Nationalparks des südlichen Afrika. Doch oft haben weder die Parks noch die Lernwilligen die Mittel, um eine gute Ausbildung zum Wildhüter, Antiwilderer-Spezialisten oder zur Führungskraft zu finanzieren. Hier kommt das Southern African Wildlife College (SAWC) ins Spiel.

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56 | HEUTE AN MORGEN DENKEN Ausbildung zum Hüter der Natur


Die gebürtige Schweizerin Tina de Flamingh bereitet Hunde auf das Aufspüren von Wilderern vor.

Ein gut eingespieltes Team: Fährtensucher Patrick (vorne) und Safari Guide Sinhle.

Naturschutz fordert Härte Das SAWC befindet sich im Greater Kruger Nationalpark und ist das perfekte Klassenzimmer, um Theorie und Praxis des Naturschutzes zu vermitteln. 1996 zusammen mit dem WWF und der Peace Parks Foundation gegründet, wurden bis heute mehr als 15 000 Personen im Bereich Natur- und Umweltschutz geschult – unter anderem von Marianne und Ruben de Kock. Als sie sich uns vorstellen, witzelt Ruben über unübliche Ehe-Erlebnisse: «Ich erinnere mich, wie meine Frau einmal ihr Maschinengewehr am Baum angelehnt vergessen hatte, als wir auf Wilderer trafen.» Kennengelernt haben sich die beiden in der südafrikanischen Armee. Ruben nennt seine Frau liebevoll Korporal. Heute sind sie am SAWC für die Ausbildung der Field Ranger zuständig, die zum Schutz der Natur durch den Busch streifen und auch Wilderer aufspüren. Mehr als 120 Personen bewerben sich jeweils, doch nur rund 30 bestehen die fünf Selektionstage. «Wir selektieren hart. Je erschöpfter ein Teilnehmer ist, desto mehr zeigt sich seine Persönlichkeit. Field Ranger müssen mental und körperlich stark sein», erklärt Marianne de Kock. Nach der Evaluation stehen den Auserwählten sechs Wochen Training am College bevor. Martiens ist einer von denen, die es geschafft haben. Er ist 25 Jahre alt, verheiratet und seit seinem College-Abschluss als Field Ranger im Kruger Nationalpark tätig. Sein Wille und seine Stärke stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Für sieben Tage am Stück ziehen er und sein Arbeitskollege jeweils in den Busch – ohne Verbindung zur Aussenwelt. «Angst habe ich keine. Tiere sind keine Gefahr, weil ich deren Verhalten lesen kann. Wilderer sind gefährlicher», sagt er. Die harte und strenge Ausbildung der Ranger ist gerechtfertigt. Weltweit wurden bereits 1000 von ihnen bei Begegnungen mit Wilderern getötet. Martiens und sein Kollege treffen rund zweimal pro Woche auf Wilderer. Die Zahl der Nashörner sinkt jährlich, weil sie wegen ihres Horns gejagt werden. Diesem wird im asiatischen Raum eine heilende und potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Spürhunde helfen mit Seit 2015 werden die Field Ranger von der sogenannten K9 Dog Unit unterstützt. In dieser werden Hunde während 12 bis 18 Monaten zum Aufspüren von Wilderern und auf Gerüche wie Elfenbein, Marihuana und Munition trainiert – mit Erfolg. Seit Anfang dieses Jahres wurden dank der Hunde über 28 Festnahmen gemacht. In der K9 Dog Unit treffen wir auf Tina de Flamingh, gebürtige Schweizerin. Sie lebt mit ihrem südafrikanischen Mann im College. Er bildet unter Marianne und Ruben Field Ranger aus. Tina trainiert zusammen mit ihrem Chef, Johann van Straaten, die Hunde und zeigt uns die Fähigkeiten ihrer Schützlinge: Zwei Mitarbeitende – Precious und Pleasure – laufen durch den Busch und legen mit ihrem menschlichen Geruch eine Spur. Danach sind die Hunde Benji, Jok und Bourn dran. Sie rennen los, ihrer

Nase nach. Wir können die Hunde dank GPS an ihrem Halsband auf einem Gerät orten. Johann und Tina können so die Spur der Hunde live verfolgen und sich im Ernstfall per Helikopter zum «Tatort» begeben. Drei Minuten später: Das Verhalten der Hunde, das Tina auf dem GPS abliest, zeigt, dass sie die beiden Mitarbeitenden gefunden haben. Eine neue Generation Wächter der Natur Junge Afrikanerinnen und Afrikaner, die Interesse an einer Naturschutzausbildung zeigen – und oft aus benachteiligten Familien stammen – haben die Möglichkeit, beim sechsmonatigen Kurs «Youth Access Bridging» Busch-Luft zu schnuppern: Auf dem Stundenplan stehen erste Hilfe, Naturschutzethik, Patrouillenmethoden, Field-Ranger-Aufgaben und Didaktik. Hat dieser Kurs ihr Interesse geweckt, können sie in einer weiteren Ausbildung «Sustainable Use & Field Guiding» während 18 Monaten lernen, wie sie Touristen durch die einzigartige Natur- und Tierwelt führen – so wie es Sinhle macht. «Das College ist auf die finanzielle Unterstützung von Gönnern angewiesen. Dank ihnen können wir unsere wichtige Aufgabe – die Ausbildung und Qualifizierung im Naturschutz und Tourismus – fortsetzen», sagt Theresa Sowry, CEO des SAWC. MIH

Nachhaltige Safari-Lodge Eine Übernachtung in der 4-Sterne-Lodge Motswari Private Game Reserve im Timbavati Reserve beim Kruger Nationalpark ist bei Travelhouse ab CHF 505 pro Person im Doppelzimmer mit Vollpension und zwei ausgedehnten Pirschfahrten pro Tag buchbar. Die Lodge ist von «Fair Trade Tourism» zertifiziert. travelhouse.ch/de-38675

© Michèle Hungerbühler

© Michèle Hungerbühler

HEUTE AN MORGEN DENKEN Ausbildung zum Hüter der Natur | 57


58 | AN BORD DAHEIM Am südlichen Ende der Welt

Am südlichen

Ende der Welt

LANGE FÜRCHTETEN SICH SEEFAHRER VOR DEN WILDEN WASSERN UM KAP HOORN AN DER SÜDSPITZE SÜDAMERIKAS. HEUTE REISEN AUF DEN SPUREN VON INDIANERN, FORSCHERN UND ABENTEURERN LUXURIÖSE KREUZFAHRTSCHIFFE.

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«Ich habe nichts gesehen, was mich mehr in Erstaunen versetzt hätte», schrieb Charles Darwin in sein Tagebuch, als er im Dezember 1832 an Bord der Beagle Patagonien erreichte. Es waren nicht die gewaltigen Gebirgszüge und Gletscher Südamerikas, die den jungen Forscher so beeindruckten. Vielmehr faszinierte ihn der erste Kontakt mit einem Ureinwohner. «Es war ein nackter Feuerländer, sein langes Haar wehte umher, sein Gesicht war mit Erde beschmiert. In ihren Gesichtern liegt ein Ausdruck, der, glaube ich, all denen, die ihn nicht gesehen haben, ganz unbegreiflich wild vorkommen muss», so Darwin. «Die Yamana waren ein aussergewöhnliches Volk»,

sagt Mauricio. «Ihre Sprache kannte ein Dutzend Wörter für das Meer. Sie lebten schon seit mindestens 6000 Jahren hier in Feuerland im Einklang mit der Natur.» Der Reiseleiter aus dem chilenischen Punta Arenas steht an Deck vor den steil aufragenden Eisklippen des Pia-Gletschers im Westen Patagoniens. Die strahlende Masse blendet ihn. «Die Yamana kamen mit ihren Kanus hierher. Sie jagten in den Fjorden Meeressäuger. Sie wussten alles über diesen Ort.» Aus dem Innern der Gletscherzunge erdröhnt ein dumpfes Grollen. Sekunden später bricht eine Zinne von der Eiswand und stürzt ins graue Wasser. Stille. Bis die Reisenden wieder das Gespräch aufnehmen.


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AN BORD DAHEIM Am südlichen Ende der Welt | 59

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Urwald, Felsen, Gletscher Mauricio begleitet in den Sommermonaten Kreuzfahrt-Touristen nach Patagonien. Ans wilde Ende der Welt wagten sich lange nur Abenteurer und Forscher. Heute kreuzen in den einst gefürchteten Gewässern um Kap Hoorn auch luxuriöse Kreuzfahrtschiffe. Sie folgen den Spuren der Yamana. Die Seenomaden siedelten entlang des Beagle-Kanals bis zum letzten Zipfel des Kontinents. Um die Felseninseln und in den Fjorden lebten die Yamana vom Fischfang oder jagten Robben und seltene Guanakos, die wilden Verwandten der Lamas. Die Frauen tauchten im eisigen Wasser nach Krustentieren. Über die Jahrtausende passten sie sich perfekt an die extremen Lebensbedingungen an. Die Yamana kannten keine Kleidung, sie schützten sich nur mit Tierfetten gegen die Kälte. Bis heute weiss niemand genau, wann und woher sie einst nach Feuerland vordrangen. Ruhig gleitet das Schiff durch einen natürlichen Kanal, an den dichte Urwälder, dunkle Felswände und schneeumrandete Gipfel grenzen. Eisriesen reihen sich dicht aneinander. Die blauen Massive tragen die Namen von fremden Eroberern: Espania, Francia, Italia, Holanda, Alemania. Aus der blauen Eisdecke von Romanche entspringt ein rauschender Wasserfall, Alemania leckt gierig nach dem Ozean. Eine Sprache verschwindet Bald nach den ersten Missionaren kamen die Goldgräber, die Viehzüchter und Abenteurer nach Feuerland. Mit ihnen kamen die Masern, die Pocken, Typhus und Tuberkulose. «Die Yanama sind auf der unwirtlichen Südspitze Amerikas durch lange Jahrhunderte beheimatet gewesen und von dem erst neuestens eindringenden Europäertum in

den Untergang getrieben worden», schrieb Martin Gusinde 1937. Eine einzige Indianerin, die heute 90-jährige Cristina Calderón von der Insel Navarino, spricht noch die Sprache der Ureinwohner. Als 2005 ihre Schwägerin starb, verlor sie die letzte Person, mit der sie sich noch in ihrer Muttersprache unterhalten konnte. Im Morgengrauen ist das Kap in Sicht. Über den schwarzen Klippen hängt eine dunkle Wolkendecke. Sturmvögel lassen sich vor der windgepeitschten Felseninsel von zornigen Böen auf und ab tragen. Über dem letzten Abgrund vor der Antarktis wacht der Albatros. Die riesige Skulptur des chilenischen Bildhauers José Balcells auf dem Hügel ist eigentlich ein stählernes Fenster in Form eines gewaltigen Vogels, durch das der eisige antarktische Sturmwind fegt. Das Gedicht «Albatros» von Sara Vial erinnert an die zahllosen Seefahrer, die vor Kap Hoorn ihr Leben liessen: «Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf Dich wartet. Ich bin die vergessene Seele der toten Seefahrer, die zum Kap Hoorn segelten von allen Meeren der Erde.» Nicht weit entfernt gedenkt eine Marmortafel an die BeagleExpedition von Fitzroy und eine weisse Stele an die Kapitäne, die hier mit Wind und Wellen kämpften. An das Volk, das als erstes ans Ende der Welt vordrang und bald ganz verschwunden ist, erinnert keine Inschrift und kein Gedenkstein. Aber der Albatros ist auch der Totenwächter der Yamana. Der anmutigste und freiste aller Sturmvögel war den Indianern einst heilig. WIS kreuzfahrten.hotelplan.ch


60 | AN BORD DAHEIM Am südlichen Ende der Welt

EINZIGARTIG Die MS Zaandam hat eine eindrückliche Sammlung von Musikinstrumenten an Bord: Neben einer holländischen Orgel können mehrere signierte Gitarren der Rolling Stones, von Carlos Santana und von Queen besichtigt werden. Im hinteren Treppenhaus des Schiffes wird ausserdem ein von Bill Clinton signiertes Saxophon ausgestellt.

MS Zaandam

Vita Suite

VON HOLLAND AMERICA LINE

Zeitlose Eleganz, ein persönlicher Service an Bord sowie spannende Routen auf allen Meeren zeichnen die Reederei aus. Die grosszügig gestaltete MS Zaandam stammt wie ihre vier Schwesterschiffe aus der FincantieriWerft und ist jeweils von Dezember

bis Februar in den Gewässern Südamerikas und der Antarktik unterwegs. Auf 237 Metern Länge bietet die MS Zaandam Platz für 1432 Passagiere. Rund 600 Besatzungsmitglieder kümmern sich um das Wohl der Gäste. Das Schiff eignet sich perfekt für längere Kreuzfahrten in kältere Breitengrade. Der Poolbereich auf dem Sonnendeck kann nämlich mit einem grossen Glasdach verschlossen werden, damit die Gäste auch bei kühlerem Wetter ohne Einschränkung baden und relaxen können. An Bord wird ein breites Unterhaltungsangebot geboten: Computerkurse, Malkurse, Auktionen, Weinproben, Poker-Turniere, Tanzkurse und viele andere Angebote stehen zur Verfügung. Abends werden grosse Shows aufgeführt und immer findet sich auch ein ruhiges Plätzchen, eine gemütliche Bar oder ein einladender Liegestuhl.

© Michel Verdure

Die MS Zaandam von Holland America Line führt die Expeditionsteilnehmer in 14 Tagen vom argentinischen Buenos Aires vorbei an den Falkland Inseln und ums einst gefürchtete Kap Hoorn nach Santiago de Chile. Die Passagiere erleben dabei legendäre und abenteuerliche Landschaften gepaart mit dem eleganten Komfort der MS Zaandam. Dabei können sie von der über 140-jährigen Kreuzfahrterfahrung der Holland America Line profitieren: Was als zweckmässige Verbindung zwischen Europa und Amerika entstand, ist heute eine der komfortabelsten Flotten weltweit.

14-tägige Kreuzfahrt Die Reise auf der schönen MS Zaandam von Buenos Aires nach Santiago de Chile in einer Innenkabine mit Vollpension ist bei Hotelplan ab CHF 2130 pro Person buchbar. hotelplan.ch/de-mszaandam


AN BORD DAHEIM Tanzen auf hoher See | 61

Tanzen

AUF HOHER SEE

© Costa Kreuzfahrten

EINE ADRIAKREUZFAHRT MIT STATIONEN IN FÜNF LÄNDERN, EIN DUTZEND PREISGEKRÖNTE KÜNSTLER AN BORD UND MEHRERE LIVE-KONZERTE PRO TAG: DAS DÜRFEN DIE GÄSTE AUF DER COSTA VICTORIA ANLÄSSLICH VON «STARS AUF SEE» ERWARTEN.


Wer kennt sie nicht, die Schweizer Schlager wie «Mein Herz» von Beatrice Egli, «Träne» von Florian Ast oder «Du, Du, Du» des Jungstars Vincent Gross? Man muss kein grosser Musikfan sein, um sich von diesen Melodien anstecken zu lassen und das Tanzbein mal wieder so richtig ausgelassen schwingen zu wollen. Nicht umsonst wird Schlagermusik auch als leicht eingängige Tanz- und Unterhaltungsmusik umschrieben, die an das Harmonie- und Glücksverlangen der Zuhörer appelliert.

© Dominik Beckmann

Wenn diese Musik nun auch noch mit einer 8-tägigen Kreuzfahrt entlang der adriatischen Riviera kombiniert wird, dann entsteht etwas einmalig Schönes und genau das bietet die Musikkreuzfahrt «Stars auf See» ihren Gästen: Mehrmals täglich LiveMusik mit preisgekrönten Schlagerstars, ein

stilvolles, harmonisches Ambiente auf einem unverwechselbaren Kreuzfahrtschiff und jede Menge Glücksgefühle beim Entdecken der angelaufenen Destinationen – angefangen mit der italienischen Lebensfreude in Venedig und Brindisi, über das quirlige Hafenviertel von Argostoli auf der griechischen Insel Kefalonia bis hin zu den traumhaften Buchten und Stränden von Albanien, Montenegro und Kroatien. Ein Selfie mit einem Schlagerstern Für eine angenehme Reise sorgt das erfahrene Team der erst kürzlich neu gestalteten Costa Victoria. Rund 800 Besatzungsmitglieder kümmern sich dabei um das Wohl der Gäste, sowohl in den vier für Gäste geöffneten Restaurants und zehn Bars, als auch im Wellness- und Fitnesscenter sowie an den drei Pools und vier

Whirlpools. Das moderne Kreuzfahrtschiff bietet dabei Platz für fast 2000 Schlagerfans und Künstler, wobei man die mitreisenden Stars nicht nur mehrmals täglich live auf der Bühne erlebt, sondern mit etwas Glück auch auf dem Sonnendeck am Pool oder in einer Lounge antrifft. Dabei lassen sie sich oft zu einem Spontankonzert animieren und die Ferienfotos aus Bella Italia, Griechenland, Albanien, Montenegro und Kroatien können mit einem Schnappschuss vom Lieblingsstar ergänzt werden. Wer sich also das Selfie mit Wirbelwind Beatrice Egli, dem Schweizer Superstar Francine Jordi, Partymacher DJ Ötzi, Vollblutmusiker Florian Ast oder Jungentertainer Vincent Gross nicht entgehen lassen möchte, ist vom 5. bis 12. Oktober 2019 garantiert auf dem richtigen Dampfer.

Vincent Gross & DJ Ötzi – beide zum zweiten Mal dabei.

«Ich hätte nie gedacht, dass eine Kreuzfahrt so Spass machen kann. Die Konzerte waren einmalig, die Gäste unglaublich angenehm. Es sind viele neue Freundschaften entstanden. Und rund um die Uhr dieses feine Essen; damit lockt man mich sowieso. Ich kann es kaum erwarten, bis wir mit der Costa Victoria 2019 wieder in See stechen. Es wird grossartig!»

© kuenster_monsterpics

Mit an Bord: Beatrice Egli.

Die Basilica di Santa Maria della Salute in Venedig.

© Costa Kreuzfahrten

© Anita Bresser

© bluejayphoto / iStock

62 | AN BORD DAHEIM Tanzen auf hoher See

«Ich bin begeistert! Eine Kreuzfahrt mit grossartigen Menschen und Emotionen. Die Stimmung unter den Künstlern und Gästen war super und es hat mir viel Freude und Spass bereitet, dabei zu sein. Diese Kreuzfahrt ist ein unvergessliches Erlebnis für beide Seiten und ich freue mich, auch beim nächsten Mal wieder mit an Bord zu gehen.»


© LiuNian / iStock; josepponsa / iStock; TheHighestQualityImages / Shutterstock.com

AN BORD DAHEIM Tanzen auf hoher See | 63

Nachts wird das Tanzbein geschwungen Nachdem die Füsse tagsüber auf den Landausflügen gefordert werden, braucht es auch abends gute Sohlen, denn was wäre eine Schlagerkreuzfahrt, wenn nicht bis zum Morgengrauen getanzt werden könnte? Das Line-up ist noch nicht komplett, es werden laufend weitere Künstler bekanntgegeben. Für lüpfige Musik und gute Stimmung sorgt bei der zweiten Ausgabe von «Stars auf See» unter anderem auch wieder die energiegeladene Miss Helvetia. Sie verbindet Folklore gekonnt mit Pop, bringt singfreudigen Gästen das Jodeln bei und legt in ihrer Tracht auch mal einen Steptanz aufs Parkett. Verstärkt werden die Schweizer Künstlerinnen und Künstler durch die Jungen Zillertaler aus Österreich und zwei beliebten Bands aus Deutschland: Dazu gehören die fünf Sänger Michi, Christian, Flo, Bini und Stefan, bekannt unter dem Namen voXXclub, die mit dem legendären Münchner Flashmob zu ihrem Song «Rock mi» millionenfache Klicks erzielten und sich mittlerweile eine riesige Fangemeinde aufgebaut haben. Abrocken kann man aber auch mit den vier Musikern von Rebel Tell. Sie vereinen die Schlager- und Rock’n’Roll-Welt auf eine ganz selbstverständliche, erfrischend verrückte Art und Weise und verpassen Songs von Andrea Berg, Udo Jürgens oder den Toten Hosen einen kompletten Neuanstrich. Wenn sie auf der Bühne ihren Schlagerbilly zelebrieren, dann kommen sogar eingerostete Tanzbeine wieder in Bewegung und auch verstummten Kehlen macht das Mitsingen wieder Spass. Auf der Costa Victoria wird im Oktober 2019 deshalb so manch eine(r) wohl auch ohne Helene Fischer an Bord atemlos durch die Nacht tanzen. CBC

Country Music Cruise

Die Musikkreuzfahrt «Stars auf See – von Schlager bis Volksrock» auf der Costa Victoria startet und endet in Venedig. Die Reise dauert vom 5. bis 12. Oktober 2019 und kostet für sieben Nächte inklusive Vollpension ab CHF 1490 pro Person.

Dolce-Vita in Spanien & Italien Eine Woche Country Music Cruise in einer Innenkabine mit Vollpension sowie täglichen Konzerten ist bei Hotelplan ab CHF 1150 inklusive Frühbucherrabatt buchbar.

© Roger Reist

SCHLAGER AUF HOHER SEE

Nicht nur Schlagerfans können auf hoher See ihrer Leidenschaft frönen, auch Liebhaber von Country haben die Chance, eine Woche lang an Bord eines Schiffes zu tanzen und zu feiern. Dass die Szene Kreuzfahrten zugeneigt ist, zeigt die bereits fünfte Durchführung der Country Music Cruise vom 3. bis 10. Mai 2019. Diese führt als Jubiläumsfahrt zurück zu den Wurzeln: Wie bereits bei der ersten Country Music Cruise wird eine familiäre Atmosphäre an Bord versprochen. Die Kreuzfahrt wird auf der Ocean Majesty mit Platz für maximal 500 Passagiere stattfinden. Die Route führt wie beim ersten Mal ab Genua ins westliche Mittelmeer. Auf dem Programm stehen natürlich neue Ziele, darunter einige Schmuckstücke, die nicht täglich von grossen Schiffen angelaufen werden. Für die Jubiläumsfahrt sind die Verantwortlichen bewusst auf die zahlreichen Rückmeldungen der Stammgäste eingegangen. Aus dem Musikprogramm sind schon einige Zückerchen bekannt. Unter anderem werden Doug Adkins and Band aus den USA mit an Bord sein, zudem Albert Lee and His Electric Band aus Grossbritannien und die Amerikaner Kim Carson & The Real Deal. Aus der Schweiz sind Buddy Dee & The Ghostriders vertreten. Es werden laufend weitere Künstler bekanntgegeben.

Francine Jordi

Stars auf See

starsaufsee.ch

hotelplan.ch/de-countrymusiccruise


WIR FLIEGEN AB DER SCHWEIZ ÜBER 300 D E S T I N AT I O N E N A N


REISEJOURNAL Didier Cuche | 65

Reisejournal

MIT DIDIER CUCHE

Herr Didier Cuche, Sie sind seit kurzem Markenbotschafter von Hotelplan Suisse. Fahren Sie jetzt lieber im Tiefschnee, statt die Pisten als Rennfahrer hinunterzubrausen? Während meiner Karriere bin ich fast nur auf der Piste gefahren, vor allem auf eisig präparierten Rennpisten. Ich habe härteren Untergrund eigentlich immer gern gemocht. In den Genuss des Tiefschnee-Skifahrens bin ich nur sehr selten gekommen. Umso mehr freue ich mich jetzt darauf. Abseits der Piste ist nichts vorgegeben, das macht Spass. Die Freiheit, im Tiefschnee mit dem Gelände zu spielen, ist ein sehr schönes Gefühl. Was reizt Sie an der Zusammenarbeit mit Hotelplan Suisse? Ich konnte immer wieder erfahren, dass Hotelplan Suisse top ist, sehr professionell arbeitet, gute Tipps hat und eine grosse Auswahl an Sportarten, Ausflügen und Hotels anbietet. Das Unternehmen ist einer der führenden Reiseveranstalter in der Schweiz und ich bin besonders stolz darauf, mit einer solchen Firma arbeiten zu dürfen. Welche Bedeutung hat Reisen für Sie? Während meiner aktiven Karriere bedeutete Reisen vor allem, rund um den Globus Ski zu fahren. Die Destinationen waren immer vorgegeben. Heute ist Reisen für mich mehr ein Gefühl der Freiheit. Bei der Ferienplanung kann ich entscheiden, wohin es geht, welche Kultur ich kennenlernen möchte, welches Land ich sehen will. Reisen ist grundsätzlich ein Privileg, das ich sehr schätze, vor allem natürlich zusammen mit meiner Familie.

Freuen Sie sich schon auf den Winter? Wo fahren Sie am liebsten Ski? In der Schweiz und im Ausland? Ich finde es schön, dass wir in der Schweiz vier Jahreszeiten haben, denn ich geniesse auch den Sommer sehr. Aber sobald der Herbst da ist, kann ich es kaum erwarten, bis der Schnee kommt. Am liebsten so viel, dass man auch im Jura, in meinem Heimgebiet Bugnettes-Savagnières, Ski fahren kann. Da kommen Jugenderinnerungen auf. Im Winter bin ich überall, in der Schweiz sowie im Ausland, im Einsatz. Ich bin regelmässig in Kitzbühel, Wengen und Adelboden. Neben den Weltcup-Destinationen sind wir gerne und viel im Engadin und ab und zu im Wallis oder der Zentralschweiz. Auch Kanada ist immer wieder ein Highlight. Ich bin schon immer gerne dorthin gereist, auch während meiner aktiven Zeit als Sportler. Jetzt sind diese Reisen mit Tiefschnee verbunden, und am Ende der Saison noch eine Woche in Kanada Ski zu fahren, ist schon etwas sehr Besonderes. Grundsätzlich freue ich mich einfach, wenn viel und guter Schnee liegt. Wo ist nicht so wichtig. Auch müssen die Berge nicht sehr steil sein. Die Hauptsache ist, Spass zu haben mit Skiern an den Füssen.

Welche Destinationen möchten Sie gerne noch besuchen? Viele! Thailand würde ich gerne kennenlernen, da habe ich schon viel Gutes gehört. In Südafrika war ich auch noch nie, ich würde gerne einmal eine Safari machen. Aber bis es soweit ist, müssen wir noch ein paar Jahre warten, damit unser Sohn Noé etwas älter ist und es auch geniessen kann. Das sind erst zwei Länder auf meiner sehr langen Liste und ich hoffe, dass sie jedes Jahr etwas kürzer wird. Welches ist Ihr liebstes Souvenir? Die Erinnerungen an die Erlebnisse in einem Land. Wenn ich nach einer Reise gerne an den Ort zurückkehren möchte, dann ist dies das schönste Souvenir.

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© Mike Meyer Photography

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66 | KULTUR HAUTNAH Events, die zu Reisen locken

Kultur-Events, Porto

TINTORETTO

ANISH KAPOOR

ANDY WARHOL

Venedig steht ganz oben auf der Liste der Traumstädte. Diesen Herbst gibt es zwei zusätzliche Gründe, hinzureisen. Die Stadt feiert den 500. Geburtstag von Jacopo Tintoretto, einem ihrer grossen Renaissance-Maler. Vom 7.9.2018 bis 6.1.2019 sind in einer Ausstellung der Superlative im Dogenpalast hochkarätige Leihgaben aus aller Welt zu bewundern. Sie ergänzen die grandiosen Gemälde und Fresken Tintorettos, die seit ihrer Entstehung vor Ort geblieben sind, etwa in der Kirche Madonna dell’Orto. Für einen zeitgenössischen Kontrapunkt sorgt die Architektur-Biennale (bis 25.11.2018). Nicht verpassen: den Schweizer Pavillon, der dieses Jahr erstmals den Goldenen Löwen gewann.

Die portugiesische Hafenstadt Porto ist berühmt für ihre Altstadt. Malerische Gassen locken zum Bummel, prächtige Kirchen und Paläste zum Besuch. Weniger bekannt ist, dass es auch tolle Gegenwartskunst zu sehen gibt: im Serralves Museum und der dazu gehörenden Art-Deco-Villa Serralves. Der schöne Park, in dem sie liegen, dient als Skulpturengarten. Zu den permanent installierten Plastiken, etwa von Richard Serra und Claes Oldenburg, gesellen sich bis am 6.1.2019 Werke von Anish Kapoor. Dessen bekannteste Schöpfung steht in Chicago: das silbern spiegelnde, zigfach für Selfies genutzte «Cloud Gate». Im Serralves-Park sind nun weitere Skulpturen des Inders zu entdecken.

Das kulturelle Angebot in New York begeistert zu jeder Jahreszeit. Wer zum Christmas Shopping in den Big Apple fliegt, kann zum Beispiel im Whitney Museum of American Art eine kreative Pause einlegen. Allein das Gebäude von Stararchitekt Renzo Piano, gleich neben dem High Line Park, ist einen Besuch wert. Vom 12.11.2018 bis 31.3.2019 richtet das Whitney der Pop-Art-Ikone Andy Warhol eine Retrospektive aus. Auch wer schon früher in New York ist, hat die Qual der Wahl. Wir empfehlen die Ausstellung «City Dreams» im MoMA: Die Modelle imaginärer Städte, die der Kongolese Bodys Isek Kingelez aus Papier, Plastik und anderen Billigmaterialien fertigte, faszinieren (bis 1.1.2019).

palazzoducale.visitmuve.it/en

whitney.org

serralves.pt/en/museum/exhibitions

moma.org

hotelplan.ch/de-venedig

hotelplan.ch/de-porto

hotelplan.ch/de-newyork

Jacopo Tintoretto. Vincenzo Morosini. 1575 – 80

© anishkapoor.com

Anish Kapoor. Sky Mirror. Red. 2009

© Whitney Museum und The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, New York

labiennale.org/en

© National Gallery, London

© Kathie Nichols / Shutterstock.com

DIE ZU REISEN LOCKEN

Andy Warhol. Green Coca Cola Bottles. 1962


© extravagantni / iStock

KULTUR HAUTNAH Göttliches Vergnügen | 67

Göttliches

Vergnügen

BEIM ZEUS! IST DIESES ATHEN NICHT HERRLICH? DIE STADT IST HEIMAT DER GÖTTER, URSPRUNG DER DEMOKR ATIE UND AUSTR AGUNGSORT DER ERSTEN OLYMPISCHEN SPIELE. Eos, die Tochter des Titanenpaares Hyperion und Theia sowie Schwester des Helios, dem Sonnengott, und der Selene, die Mondgöttin, kommt jeden Morgen in ihrem von Pferden gezogenen Wagen aus der Tiefe des Meeres herauf und fährt über den Himmel. Die Sterne fliehen vor ihr, denn Eos ist die Göttin der Morgenröte. Sie entführte ihren Gemahl Tithonos und verlor ihren vor Troja gefallenen Sohn Memnon. Ihre deshalb vergossenen Tränen fallen bis heute als Tau auf die Erde herab. Ist die griechische Mythologie nicht fantastisch? Erzählt sie nicht

alles, was Menschen auch noch im 21. Jahrhundert bewegt? Athene ist die Klügste der Klugen, Aphrodite die Schönste der Schönen. Wer streitet heutzutage nicht um diese Titel? Wer wünscht sich nicht eine Athene, Aphrodite oder Eos zu sein? Die Göttin der Morgenröte verkörpert den Start in den Tag, den Neuanfang. Beim Zeus, dem obersten aller Götter der griechischen Mythologie, dem Mächtigsten, stärker als alle anderen griechischen Götter zusammen: Athen ist ein Weltwunder! Die Stadt ist Inspiration und Muse.


© tanukiphoto / iStock

68 | KULTUR HAUTNAH Göttliches Vergnügen

Die Akropolis thront und wacht über Athen.

Am Berg der Stadtgöttin Athen packt Besucher. Die Stadt ist laut und heiss, stickig und manchmal auch stinkig, in den modernen Vierteln ab und zu charakterlos, aber wer kommt schon nach Athen, um sich die Moderne anzuschauen? Die Touristen wollen die Geschichte und Kultur aufsaugen, die Ruinen sehen, die Tempel, auch die Plaka, eines von Athens ältesten Vierteln, das sich an die Nordhänge der Akropolis schmiegt: ein Labyrinth aus engen Gassen mit Häusern voller Patina – um es vorsichtig auszudrücken –, aber manchmal auch hübsch herausgeputzt. Man begegnet streunenden Katzen, zuweilen auch Händlern mit Handkarren und KafenionTischen, die wackelig auf den Bürgersteigen stehen. In Athen gibt es so viele antike Stätten und Museen, dass man seine Tage dort gut vorbereiten sollte. Zuoberst auf der Liste steht natürlich die Akropolis, deren erste Teile um 450 vor Christus gebaut wurden. Pro Jahr wird sie von knapp vier Millionen Menschen

erklommen. Als wären sie Ameisen, gehen sie ständig rauf und runter, unermüdlich, den ganzen lieben langen Tag lang. In Spitzenzeiten tummeln sich auf dem 150 Meter hohen Kalksteinplateau des der Stadtgöttin Athene geweihten Burgbergs an die 20 000 Besucher. Weiss thront sie über der Millionenstadt. Dabei war die Akropolis im Altertum doch schreiend bunt bemalt. In allen Sprachen wird die Wehranlage und der gleichzeitige Kultplatz mit den wichtigsten Heiligtümern lautstark erklärt: der Tempel der Athena Nike, die Propyläen, der Parthenon oder das Theater des Dionysos. Eher leise fällt der Hinweis, dass alle Statuen nur noch Kopien seien. Die Originale mussten vor dem Athener Smog in Sicherheit gebracht werden. Trotzdem ist die Athener Akropolis seit 1986 Weltkulturerbe. Doch im Schatten dieses eindrücklichen Bauwerks findet sich noch so vieles an antiker Architektur: etwa die Agora mit

dem Tempel Athena, dem wohl besterhaltenen Tempel der Stadt, der Tempel des Zeus mit 17 Meter hohen Säulen, das Hadrianstor, dem Vorbild für alle folgenden Triumphbögen dieser Welt, die antike Stadtmauer, der Pnyx-Hügel, wo die Demokratie in Form von Volksversammlungen praktiziert wurde, und natürlich das Olympiastadion: Schon um 330 vor Christus gab es das Panathinaikostadion für die jährlich stattfindenden Panathenäischen Spiele, eine der wichtigsten Feierlichkeiten des antiken Athen. Für die ersten Olympischen Spiele wurde das Stadion 1895 von Grund auf erneuert, wenngleich die Hufeisenform beibehalten wurde. Den Innenraum darf man bei Besuchen betreten, wer will kann auf den Marmorstufen Platz nehmen oder auch die 236 Meter lange Laufbahn ausprobieren und sich nach dem Zieleinlauf (fast) wie ein Olympiasieger fühlen. Den Applaus der 50 000 Zuschauer muss man sich einfach dazu denken.


© Gilmanshin / iStock

KULTUR HAUTNAH Göttliches Vergnügen | 69

Beliebtes Ziel für den Sonnenuntergang: Der Poseidontempel.

Sonnenuntergang für Götter Bei den Museen geht – neben dem Akropolismuseum und dem Byzantinischen Museum – kein Weg am Archäologischen Nationalmuseum vorbei, eine wahre Schatzkammer mit Poseidon, wie er kräftig seinen Arm hebt, mit Schliemanns Fundstücken und den Königsgräbern von Mykene. Zudem gibt es geführte Touren durch die Stadt, auf welchen man in 2.5 Stunden 17 antike Attraktionen erleben kann. Unwichtig, wie knapp die Zeit ist, auch einen Ausflug in die Antike ausserhalb von Athen sollte man sich gönnen, am besten für das klassische Ritual am Abend zum vielleicht schönsten Sonnenuntergang Griechenlands, den schon Lord Byron genoss und der sich wohl deshalb mit seinem Namen in einer der 15 Säulen verewigte: Kap Sounion ist jener steile Felsvorsprung, auf dessen höchstem Punkt griechische Erhabenheit thront, die Ruinen des Poseidontempels. Er strahlt eine lebendige und trotzdem stille Grösse aus. Die griechische Mythologie scheint hier real zu werden, die Historie kommt gedanklich ins Jetzt. Ein Stadtstaat taucht auf: mit Tempel, Theater und Orakel, ein Hafen mit Schiffen, Karren und einem Weinberg am Hang. Etwas Theatralik gehört schon dazu, zur Antike. Und dann versinkt auch noch die Sonne kugelrund und orangerot in die Weite der Ägäis. JMÜ hotelplan.ch/de-athen

© extravagantni / iStock

globusreisen.ch/de-athen

Das moderne Hotel Fresh im Herzen von Athen liegt optimal, um die Stadt zu erkunden. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es mehrere Galerien und Museen, und auch zur Akropolis ist es nicht weit. Zwei Übernachtungen inkl. Frühstück und Flug sind ab CHF 394 bei Hotelplan buchbar. hotelplan.ch/de-50088

ck © fazon1 / iSto

Das Hotel für den Städtetrip


70 | KULTUR HAUTNAH Das Erbe eines Königreiches

Das Erbe eines Königreiches

Mystische Schönheit: Die Tempellandschaft von Bagan.

DIE TEMPELLANDSCHAFT VON BAGAN UND DER INLE-SEE ZÄHLEN NEBEN MANDALAY, DEM KULTURELLEN ZENTRUM, UND YANGON, DER GRÖSSTEN STADT DES LANDES, ZU DEN BELIEBTESTEN REISEZIELEN MYANMARS. Der Blick vom höchsten Tempel über die Ebene von Bagan hat etwas Unwirkliches an sich. Langsam lichtet sich der Nebel, und im Gegenlicht der aufgehenden Sonne beginnt sich eine sagenhafte Märchenlandschaft mit Hunderten von religiösen Stätten zaghaft zu entschleiern. Der Moment ist magisch. Reiseleiter Tan hatte recht: Es lohnt sich, früh aufzustehen, um die 3279 Tempel und Stupas im Morgenlicht zu bewundern. 3279? Er habe nachgezählt, lacht Tan. Je nach Quelle begegnet man zwar etwas unterschiedlichen Angaben, aber eindrücklich ist die Anzahl so oder so. In einer Epoche, als Europa im tiefsten Mittelalter versunken war, erlebte das erste vereinte Königreich auf dem Gebiet des heutigen Myanmar seine kulturelle und politische Blütezeit. Die Bauwerke stammen mehrheitlich aus dem 10. bis 12.

Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert wurde das Königreich durch die Mongolen fast vollständig zerstört. Von den ursprünglich rund 6000 Tempeln sind gut die Hälfte unversehrt geblieben. Obwohl die Anlagen mehrere hundert Jahre nicht genutzt wurden, befinden sie sich noch immer in erstaunlich gutem Zustand. Sie werden gegenwärtig mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft restauriert. Am besten mietet man ein Fahrrad und lässt sich Bagan von einem ortskundigen Guide zeigen. Die Tempellandschaft befindet sich etwa 155 Kilometer südwestlich der Stadt Mandalay am Ostufer des Irrawaddy. Sie erstreckt sich über fast 40 Quadratkilometer, bildet eine der grössten archäologischen Stätten Südostasiens und ist heute eines der wichtigsten touristischsten Ziele in Myanmar.


KULTUR HAUTNAH Das Erbe eines Königreiches | 71

BURMA, BIRMA, MYANMAR

© anahtiris / iStock

Seit 1989 heisst der Vielvölkerstaat zwischen Thailand, Laos, China, Indien und Bangladesch offiziell Myanmar. Der alte Name Burma, oder auf Deutsch Birma, ist aber ebenfalls noch in Gebrauch.

REISETIPP

von André Seiler, Product Manager Asia Ein Ballonflug über die Pagoden von Bagan ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber etwas vom Schönsten, was man in Myanmar machen kann. Von Ende Oktober bis März kann man die Tempelebene bei einer Heissluftballonfahrt zum Sonnenaufgang erleben. Die einmalige Atmosphäre und das eindrückliche Farbenspiel begeistern. Zum Abschluss dieses mystischen Erlebnisses wird ein Glas Champagner serviert. Sehr empfehlenswert sind in Myanmar zudem Transfers oder eine Stadtrundfahrt in Yangon im Elephant Coach. In diesen klimatisierten Bussen mit Minibar finden sechs bis acht Personen Platz. Die Ausstattung lehnt sich mit wunderschön verarbeitetem Holz und edlen Stoffen an vergangene Zeiten an. travelhouse.ch/de-aktivitaeten


Natürlich darf man deshalb den Besuch des Originals in der ehemaligen Hauptstadt des Landes nicht auslassen. Die berühmte Shwedagon-Pagode in Yangon zieht jedes Jahr tausende Pilger an. Die Anfänge des mit echtem Blattgold überzogenen Tempels reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Er ist das schönste und faszinierendste Bauwerk der Stadt. Die Pagode strahlt Erhabenheit, Frieden und Mystik aus. Es gibt wohl kaum einen Besucher, der den Shwedagon nicht tief berührt verlässt.

Die U-Bein-Brücke in Mandalay.

Die Kuthodaw-Pagode.

© woottigon / Shutterstock.com

Besuch bei Einbein-Ruderern Idylle und Natur verspricht der Inle-See mit seinen berühmten Fischern, den sogenannten Einbein-Ruderern. Damit die Hände frei für die Fischerrute bleiben, bewegen sie das Ruder mit nur einem Bein. Geschmeidiger und eleganter kann ein Kanu kaum bewegt werden. Die Bilder der Inle-See-Fischer sind denn auch um die Welt gegangen. Wer mit der noch ursprünglich lebenden Bevölkerung in Kontakt kommen möchte, besucht am besten eines der 17 Dörfer rund um den See. Die Häuser sind auf Pfählen gebaut. Die Menschen leben vom Anbau von Gemüse, Früchten und Blumen sowie vom Fischfang. Besonders schön: Die schwimmenden Kulturen bilden eine blühende Gartenlandschaft an den Ufern des Sees. SWR

© goikmitl / iStock

Ursprünglich und berührend Lange galten Reisen nach Burma als politisch unkorrekt. Nach der demokratischen Öffnung des Landes und der Wahl der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ins nationale Parlament sind die Boykottaufrufe aber bekanntlich weltweit aufgehoben worden. Mit den ersten Demokratisierungsschritten ist die Zahl der Besucher Burmas regelrecht explodiert. Allerdings mutet der Touristenaufmarsch im Vergleich mit der Besucherzahl in anderen südostasiatischen Ländern weiterhin sehr bescheiden an. Noch immer ist Myanmar das ursprünglichste aller buddhistischen Länder Südostasiens. Dies gilt ganz besonders auch für Mandalay, das kulturelle Zentrum des Landes. Hier lohnt sich beispielsweise der Besuch der Kuthodaw-Pagode. Sie stammt aus dem Jahre 1857 und enthält das grösste Buch der Welt. Auf riesigen Platten haben Steinmetze über sieben Jahre hinweg die Lehre des Theravada-Buddhismus in 729 Schreinen verewigt. Die beeindruckende Anlage, in deren Zentrum eine Pagode dem weltbekannten Shwedagon in Yangon nachempfunden wurde, kann sich durchaus mit seinem berühmten Vorbild messen.

© View Apart / Shutterstock.com

72 | KULTUR HAUTNAH Das Erbe eines Königreiches

travelhouse.ch/de-myanmar

Fischer am Inle-See.

Die Rundreise «Der Klassiker» führt zum Tempelmeer Bagans, in die Königsstadt Mandalay sowie an den Inle-See. Die Gruppenreise (auch als Privatreise möglich) mit Deutsch sprechender Reiseleitung kostet ab CHF 1808 pro Person. travelhouse.ch/de-1901400

© szefei / Shutterstock.com

In acht Tagen Myanmars Schönheit entdecken


BÜCHERKISTE Buchtipps Myanmar | 73

Myanmar

UNSERE BUCHTIPPS

In Zusammenarbeit mit Ex Libris.

DER GLASPALAST von Amitav Ghosh Mandalay, 1885: Der junge Rajkumar wird auf dem Markt von Mandalay Zeuge des Einmarsches der britischen Truppen. Entsetzt muss er mitansehen, wie die Königsfamilie ins Exil gejagt wird. Im Gefolge sieht er die Dienerin Dolly und ist von ihrer Schönheit so bezaubert, dass er ihr Gesicht nie mehr vergisst...

DÄMMERUNG ÜBER BIRMA von Inge Sargent Als Inge Sargent 1953 mit ihrem birmesischen Ehemann im Hafen von Rangun ankommt, wird sie mit fürstlichen Ehren willkommen geheissen. Erst zu diesem Zeitpunkt erfährt die junge Österreicherin, dass ihr Mann Prinz des birmesischen Bergstaates Hsipaw und Oberhaupt der Shan ist. Inge ist somit die «Mahadevi», die Himmelsprinzessin. 1962 findet das fortschrittliche Märchen jedoch ein grausames Ende.

DAS HERZENHÖREN von Jan-Philipp Sendker Die Suche nach ihrem vermissten Vater führt Julia Win von New York nach Kalaw, ein malerisches, in den Bergen Burmas verstecktes Dorf. Dies aufgrund eines vierzig Jahre alten Liebesbriefes ihres Vaters an eine unbekannte Frau. In Kalaw stösst sie auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert.

HERZENSTIMMEN von Jan-Philipp Sendker Fortsetzung von «Das Herzenhören»: Julia Win kehrte aus Burma als anderer Mensch nach New York zurück. Schon wieder völlig vom rastlosen, westlichen Leben eingenommen, erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Halbbruders U Ba, und eine fremde, innere Stimme beginnt mit ihr zu sprechen. Bald erkennt sie: Sie muss zurück.

d weit e re r Die s e u n Büche il lio n e n d s e c hs M n reis e sin f z u T ie fp u a r e d o ib ris n. b ei E x L e d h z u fin ex lib ris.c

PILGERREISE IN MYANMAR von Ma Thanegi Eines Tages fasst Ma Thanegi den Entschluss: Es ist Zeit, das eigene Land kennenzulernen. Sie bucht eine der populären Pilgerreisen im Bus – 29 Städte und 60 berühmte Pagoden in achtzehn Tagen. Als die Reise beginnt, erlebt die westlich orientierte Journalistin aus der Hauptstadt ihre Heimat Burma ganz neu.


74 | WETTBEWERB Mitmachen und gewinnen

Wettbewerb

© zazamaza / iStock

BEANTWORTEN SIE DIE UNTENSTEHENDE FRAGE UND GEWINNEN SIE EINE WOCHE FERIEN AUF WESTKRETA INKL. FLUG UND HOTEL FÜR ZWEI PERSONEN IM WERT VON CHF 2000.

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So nehmen Sie teil:

Kretas Westen

Kreta ist Griechenlands grösste Insel und landschaftlich abwechslungsreich. Der Westen ist gesegnet mit wunderbaren Sand- und Kiesstränden und damit ein perfektes Ziel für Badeferien. In der Hafenstadt Chania haben die Venezianer schöne Spuren hinterlassen, unter anderem in Form von wunderbaren Villen. Besonders lohnenswert ist auch ein Ausflug in die Lagune von Elafonissi, die unter Naturschutz steht.

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“ Hotel der Superlative „

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RENOVIERT

Playa de Muro, Mallorca Entdecken Sie die schönsten Strände Mallorcas im neu renovierten 4-Sterne-Hotel Iberostar Alcudia Park. Das erstklassige Hotel besticht durch seine direkte Strandlage, einen exklusiven Star Prestige Bereich nur für Erwachsene sowie Star Camp für Kinder und ist somit ideal geeignet für Ferien mit der Familie, für Paare oder Singles. Für Familien bietet unser Hotel einen grossen Aquafun-Park mit Wasserrutschen sowie Kids-Clubs für alle Altersgruppen. Hier kommen auch die kleinen Gäste auf ihre Kosten.

Lernen Sie unsere exklusiven Star Prestige VIP-Zimmer kennen und geniessen Sie einen persönlichen Service, exklusive Dienstleistungen und Zugang zu nur für Star Prestige Gäste reservierten Bereichen. Unsere einzigartige Star Prestige Dachterrasse mit Balinesischen Betten, Hydromassage-Badewanne und Open-Bar lässt keine Wünsche offen (steht Gästen ab 16 Jahren zur Verfügung). Lassen Sie sich im Spa Sensations verwöhnen und erleben Sie die beste Gastronomie Mallorcas im Buffetrestaurant mit Show-Cooking Konzept.

Hotelplan Suisse HIN&WEG Das Reisemagazin – Herbst 2018  

Hotelplan Suisse HIN&WEG Das Reisemagazin von Hotelplan, Travelhouse und Globus Reisen, Ausgabe Herbst 2018

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