Issuu on Google+

# 1/2013 6 Euro www.m-profile.de

:PROFILE DAS MAGAZIN FÜR MACHER MARKEN MÄRKTE

SCHWERPUNKT

Kontinuität & Innovation Fächerstrategie Warum die Automobilhersteller beim Antrieb in alle Richtungen forschen Ideenreichtum Wie Erfinder-Genie James Dyson unseren Alltag revolutioniert Unruhestand Was Unternehmer Josef Wagner auch im biblischen Alter antreibt

JuBilÄuMsedition 5 JaHre

:PROFILE


Wir lieben komplexe Projekte.

Kundenservice ist unser Geschäft – Kommunikation unsere Leidenschaft. Wir leihen Ihnen unsere Stimme – und unsere Kompetenz als einer der größten Kommunikationsdienstleister in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Bewährtes ist unsere Basis, Weiterentwicklung unser Anspruch. Unsere Stärke ist die Umsetzung komplexer Projekte, branchenspezifisch und mehrsprachig. Wir bieten umfassende Kommunikationsdienstleistungen für unterschiedliche Branchen – und wir tun es mit Leidenschaft und Begeisterung.

avocis Deutschland GmbH · Kommandantenstr. 22 · 10969 Berlin · Tel.: +49 30 80969 0

www.avocis.com


3 Mai 2013 Editorial

Danke! Liebe Leserinnen und Leser, seit über fünf Jahren stellen wir Ihnen interessante Menschen vor, die erfolgreich in ihren Märkten agieren und die für unverhandelbare Werte stehen. Werte wie Verantwortung, Glaubwürdigkeit, Vertrauen, die eine Haltung ausdrücken und über alle zeitgeistigen Strömungen erhaben sind. Daneben werfen wir regelmäßig das Schlaglicht auf solche Unternehmer, die etablierte Strukturen mit mutigen Ideen und sinnvollen Innovationen aufbrechen. Für beide Philosophien finden sich auch im vorliegenden Jubiläumsheft zahlreiche Beispiele – Persönlichkeiten, die anderen als Vorbild dienen. Gelingt es, sich auf die stets ändernden Marktbedingungen einzustellen, ohne die eigene Herkunft zu verleugnen, gilt das als Ritterschlag in der Markenführung. Ebenso muss man allen Respekt zollen, die immer einmal mehr aufstehen als sie fallen – weil sie aus der Vergangenheit für die Zukunft gelernt haben. Auch solchen Charakteren und ihren Geschichten widmet sich M:PROFILE regelmäßig seit mehr als fünf Jahren. Dass auch wir uns in einem schwierigen Marktumfeld behaupten, verdanken wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sowie unseren Partnern. Es ist ein Zeichen Ihrer Wertschätzung für unsere Arbeit. Es würde mich freuen, wenn Sie sich durch diese Ausgabe einmal mehr bereichert und gut unterhalten fühlten. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre und freue mich mit Ihnen gemeinsam auf die nächsten fünf Jahre. Herzlichst Ihr

Klaus Hensen Herausgeber

MIT UNS IN DIE ZUKUNFT Die Lösung für das Backoffice

SPH-Direct flexibel integriert kundenorientiert

Mailorder-System auf der Basis von Microsoft Dynamics AX

www.sph-ag.com info@sph-ag.com


4 Mai 2013 Inhalt

ACHER 06

Keynotes

Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft setzen auf Kontinuität

10

Technik-Freak

Erfinder James Dyson macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt

38

Outdoor-Markt

Hanwag-Chef Josef Wagner ist die graue Eminenz seiner Zunft

Ausgesiebt

Nicht jede Marke hält die Balance zwischen Konstanz und Anpassung

ARKEN 34

ANAGEMENT 16

Unternehmertum

Am Anfang steht die Sinnfrage, betont Berater Fredmund Malik

18

Personalführung

Experte Axel Schaper fordert mehr Verantwortung für die Mitarbeiter

22

Zielerreichung

Erst mit Feng Shui kann jeder sein Potenzial optimal ausschöpfen

26

Weiterbildung

Wings-Geschäftsführer Prof. Manfred Ahn im Interview

ARKETING 42

Radiowerbung

Der Run aufs Web bringt die Anbieter an Kapazitätsgrenzen

48

Social Media

Der digitale Kundendialog birgt mehr Chancen als Risiken

54

Controlling

„Mystery Calls“ sind fester Bestandteil des Qualitätsmonitorings

56

E-Commerce

Ausgeklügelte Logistik und innovative Software machen den Unterschied

60

Fulfillment

Kunden brauchen maßgeschneiderte Komplettlösungen

62

Kundenmanagement

Modernes CRM bezieht alle Stakeholder der Firma ein

64

Event-Marketing I

Die Catering-Branche setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität

68

Event-Marketing II

Kunden erwarten exklusives Equipment und Top-Service

72

Logistik

Kooperation und Vernetzung sind die Trendthemen der Branche

74

Automobil

Das eine Antriebskonzept für alle hat ausgedient

ÄRKTE

Impressum Herausgeber (V.i.S.d.P.) Klaus Hensen Fachverlag Hebbelstr. 15, D-51373 Leverkusen verlag@m-profile.de www.m-profile.de Ust.-IdNr.: DE186578749 Redaktionsleitung Bijan Peymani Bildredaktion & Grafik Dorothea Hensen Anzeigenwerbung – Beratung und Verkauf verlag@m-profile.de www.m-profile.de/media Anzeigenpreisliste vom 1.10.2012

Bezugspreis/ Abonnement Einzelverkaufspreis: 6 Euro Jahresabonnement Inland: 36 Euro www.m-profile.de/kiosk Bankverbindung Sparkasse Mainfranken Würzburg BLZ: 790 500 00 Konto: 44 95 31 07 IBAN: DE72 79050000 0044953107 SWIFT-BIC: BYLADEM1SWU Erscheinungsweise sechs Ausgaben jährlich Das Magazin erscheint seit 2007 Bildnachweise Titelfoto: © Sergey Nivens - Fotolia.com

Copyright Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlages. Darunter fällt insbesondere auch die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Durch Annahme eines Manuskriptes erwirbt der Verlag das ausschließliche Recht zur Veröffentlichung. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. M:PROFILE wird sowohl im Print als auch auf digitalem Wege vertrieben

:PROFILE


up to date Internationale Fach- und Publikumsmessen TITELTHEMEN 52

53 :PROFILE 1/2013

:PROFILE 1/2013 M acher

M acher

SchuhherSteller hanwag

Nicht kaputt zu kriegen text: Peer Brockhöfer

Josef Wagner blickt nicht auf sein Lebenswerk zurück, er steckt noch mittendrin. Jeden Tag kommt der 91-Jährige in den Betrieb. Hier hat er einst bei Onkel Hans das Schusterhandwerk gelernt und später drei Jahrzehnte lang die Geschäfte geführt. Ruhestand? Davon will „Sepp“ Wagner nichts wissen. Die Schuhfabrik Hanwag ist sein Leben, er ein Unternehmer durch und durch. Und jetzt ist Wagner auch noch „Outdoor Celebrity of the Year“. Die Produktionshallen stehen am Rand des oberbayrischen Vierkirchen, einem Örtchen mit gut 4.000 Einwohnern und S-Bahn-Anschluss nach München. Hier hat Hans Wagner 1921, im Geburtsjahr seines Neffen Josef, den Grundstein für eine der erfolgreichsten Outdoor-Mar-

Im Unruhestand: Beinahe sein ganzes leben hat Josef wagner der Produktion von Bergstiefeln und wanderschuhen gewidmet – bis heute in seiner Firma hanwag per hand gefertigt. auch im betagten alter denkt der unternehmer nicht daran, sich zurückzuziehen. Doch das gelände wird unwegsamer, die fast zwei Milliarden euro schwere Outdoor-Branche steht vor einer Konsolidierung. Dem will hanwag mit einer neupositionierung der Marke begegnen.

ken in Deutschland gelegt. Bis heute werden unter seinem Namenskürzel Hanwag Bergstiefel verkauft, die zu den Besten gehören, die man von der Stange kaufen kann. Exklusiver sind nur in reiner Handarbeit maßgeschneiderte Treter – ein Service, den Hanwag als einziger Fabrikant im alpinen Schuhsegment kürzlich wieder ins Programm genommen hat.

123 45

Kompetenzfeld Maschinen, Anlagen und Ausrüstungen

Kompetenzfeld Handel, Handwerk und Dienstleistungen

Kompetenzfeld Mode und Lifestyle

Kompetenzfeld Freizeit

Kompetenzfeld Medizin und Gesundheit

Termine in Düsseldorf 2013

Geballte Kompetenz für Branchen und Märkte. Das gesamte Programm zu unseren fünf Kompetenzfeldern finden Sie hier: messe-duesseldorf.de

Æ

Meet the world‘s best

38 

Hoch hinaus: Unternehmer Josef Wagner hat sich der Produktion von Berg- und Wanderschuhen verschrieben. Auch mit 91 Jahren denkt er nicht ans Aufhören.

10

■ ITPS

09.07. – 10.07.

www.itps-online.com

■ K®

16.10. – 23.10.

www.k-online.de

■ viscom**

07.11. – 09.11.

www.viscom-messe.com

■ INTERBRIDE**

15.06. – 18.06.

www.interbride.eu/de/home

■ vivanti**

13.07. – 15.07.

www.vivanti-messe.de

■ ElectronicPartner Herbst**

20.09. – 22.09.

www.electronicpartner.com

■ ARCHITECT@WORK**

04.12. – 05.12.

www.architectatwork.de

■ REWE**

04.12. – 04.12.

www.rewe-gvs.de

■ EXPOPHARM**

18.09. – 21.09.

www.expopharm.de

■ REHACARE®

25.09. – 28.09.

www.rehacare.de

■ A+A®

05.11. – 08.11.

www.AplusA-online.de

■ MEDICA®

20.11. – 23.11.

www.medica.de

■ COMPAMED®

20.11. – 22.11.

www.compamed.de

■ THE LITTLE GALLERY**

07.07. – 09.07.

www.the-little-gallery.de

■ THE GALLERY DÜSSELDORF**

19.07. – 22.07.

www.the-gallery-duesseldorf.de

■ GDS (Herbst)**

11.09. – 13.09.

www.gds-online.com

■ GLOBAL SHOES (Herbst)**

11.09. – 13.09.

www.globalshoes-online.com

■ CARAVAN SALON DÜSSELDORF

30.1)08. – 08.09.

www.caravan-salon.de

■ TourNatur

06.09. – 08.09.

www.tournatur.com

11

M ai 2013

M ai 2013

M acher

M acher

IM PORTRAIT: JAMES DYSON

Design oder Nichtsein Text: Bijan Peymani, Fotos: Dyson

Er ist der Daniel Düsentrieb der Neuzeit, trägt den Titel „Giant of Design“ und wurde von der britischen Königin zum Ritter geschlagen: Sir James Dyson gilt als Erfindergenie und hat mit seinem beutellosen Staubsauger Märkte rund um die Welt revolutioniert. Jetzt strebt er nichts Geringeres an, als sein Heimatland zurück in den Hochtechnologie-Olymp zu führen.

Hamburg, Ende Februar 2013. Dichtes Gedränge im Stilwerk, dem Hotspot für internationales Design. In den Gesichtern der geladenen Medienvertreter spiegeln sich Faszination und Ratlosigkeit zugleich, die neugierigen Blicke saugen sich an James Dysons jüngstem Wurf fest. Der umtriebige Brite hat mal wieder etwas erfunden: Das Ding sieht aus wie ein futuristischer Fahrradlenker, puristisch auf das Wesentlichste reduziert. Es handelt sich um den Dyson Airblade Tap, einem Wasserhahn, der Waschen und Trocknen der Hände am Waschbecken gleichzeitig ermöglicht. Dyson, ein drahtiger Mann mit schlohweißem Haar und Unbekümmertheit in den Augen, wie sie sonst nur Kinder haben, ist in seinem Element. Ungeduldig wartet er auf jede Frage zu seinem Meisterstück, pariert galant Kritik an Sinn oder Preis – um die 1.400 Euro –, zerstreut Zweifel über Akzeptanz und Marktfähigkeit. Der Airblade Tap – jüngst auf der Sanitär-Weltleitmesse ISH für „innovatives Design, energieeffiziente Technik und Zukunftsfähigkeit“ ausgezeichnet – habe vielmehr das Zeug, die Welt (oder wenigstens den Alltag) ein Stückchen besser zu machen. Ausgangspunkt für ihn dabei, wie stets, „die Frustration über etwas, das nicht so funktioniert, wie es sollte“.

Æ

10 

Gut gemacht: Wenn ein Gerät im Alltag nicht funktioniert, wie es soll, baut sich bei James Dyson erst einmal Frust auf. Und dann erfindet er es einfach neu.

74

75

M ai 2013

M ai 2013

M ärkte

M ärkte

ALTERNATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN

Abschied vom Königsweg Text: Bijan Peymani

Allem Hype um E-Mobility, Hybridantrieb und Bio-Fuels zum Trotz: Bis auf Weiteres werden konventionelle Technologien und Ressourcen unsere Autos bewegen. Mit Macht treiben vor allem die deutschen Hersteller die Entwicklung effizienterer Motoren, leichterer Materialien und von Energierückgewinnungssystemen voran. Weil aber keiner weiß, was der Kunde von morgen wünscht, muss die Branche mit Hochdruck in jede Richtung forschen. Experten sind sicher: Das eine Antriebskonzept für alle wird es in Zukunft nicht mehr geben.

die Reichweiten, bestenfalls 150 Kilo-

heute 99 Prozent auf etwa drei Vier-

meter, zu gering. Und eine Infrastruk-

tel schrumpfen. Gewinner im Rennen

tur zum Laden der Batterien gibt es

um den Antrieb der Zukunft dürften

auch noch nicht.

die Hybridkonzepte sein (siehe Glos-

E-Mobility ist damit nicht tot, das Thema

des Marktes für sich erobern könnten.

allerdings „in eine erwartbare Ernüch-

Aber, relativiert Bratzel: „Der Kampf

sar), die bis 2025 bis zu einem Fünftel

terungsphase eingetreten“, wie Auto-

um die Antriebstechnologie ist noch

experte Stefan Bratzel formuliert. Der

lange nicht entschieden.“ Genau das

Leiter des Center of Automotive Ma-

zwingt alle Hersteller, eine „Fächerstra-

nagement (CAM) an der Fachhoch-

tegie“ zu fahren.

schule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach findet dies „positiv, das lässt einen

„Heute kann niemand sagen, welche

klaren Blick zu“. Nämlich einen Blick auf

Antriebsart in den Jahren nach 2020

das Machbare und auf die Tatsache,

die Entwicklung bestimmen wird“,

dass mit der Optimierung konventionel-

erklärt Matthias Wissmann, Präsi-

Das hatte sich Bundeskanzlerin

ler Motoren und der Entwicklung zahl-

dent des in Berlin ansässigen Ver-

Angela Merkel so gedacht: Eine Mil-

reicher Spritspar-Optionen der Umwelt

bands der Automobilindustrie (VDA).

lion Elektroautos würden bis 2020 auf

aktuell schneller und mehr gedient sein

Der VDA vertritt die Interessen der

Deutschlands Straßen rollen, bekannte

könnte, als massiv in eine Nischentech-

nationalen Hersteller. Wissmann hält

die Klimadonna vollmundig, eine De-

nologie zu investieren, die erst in Jahr-

es für einen Fehler, sich nur auf eine

kade darauf sollten es sogar sechsmal

zehnten ihre volle Wirkung entfaltet.

Zukunftstechnologie zu konzentrie-

ben voranzutreiben, rief Merkel im Mai

Beobachter schätzen, dass reine Elek-

Wettbewerber tun dies. Sie setzen al-

2010 eigens die Nationale Plattform

troautos bis 2025 hierzulande auf ei-

les auf eine Karte und gehen damit

mehr sein. Um das ehrgeizige Vorha-

ren: „Manche unserer internationalen

Elektromobilität ins Leben. Zweiein-

nen Marktanteil von gut fünf Prozent

ein hohes Risiko ein.“ Demgegenüber

halb Jahre später ist die E-Strategie

kommen werden. Im selben Zeitraum

verfolge keine andere Automobilin-

der Regierung gescheitert. Die Stro-

soll der Anteil konventionell, also mit

dustrie für die Zukunft der Mobilität

mer sind viel zu teuer – ein Kleinwa-

Benzin oder Diesel angetriebener

„einen so ganzheitlichen Ansatz wie

gen kostet heute etwa 40.000 Euro –,

Fahrzeuge, nach CAM-Prognosen von

die deutsche“.

74 

Jede neue Technologie hebt dann ab, wenn man den Kunden attraktive und innovative Produkte anbietet“

Æ

flott unterwegs: Mit Hochdruck arbeiten die Automobilhersteller an Antriebskonzepten für die Zukunft. Doch keiner weiß, was der Kunde von morgen wünscht.

**Nur für Fachbesucher oder Facheinkäufer mit Legitimation 1) Fachbesucher- und Medientag ® Registered Trade Mark

Stand: 4-2013


6 Mai 2013 Keynote

Was verbinden Sie mit Kontinuität?

Die logische Konsequenz von

Kontinuität ist Berechenbarkeit und stellt für mich die Basis unternehmerischen Erfolges dar. Mainz 05 wird seit vielen Jahren geprägt von personeller Kontinuität in der Führungsebene und einer über Jahre gelebten, manifestierten Vereinsphilosophie. Jeder Fußballspieler, jeder Geschäftspartner oder Sponsor von Mainz 05 weiß, wofür dieser Verein steht und wofür er nicht steht. Das erzeugt großes Vertrauen und fördert langfristige Partnerschaften.“

Christian Heidel ist seit 21 Jahren Manager beim FSV Mainz 05. Außergewöhnlich im Profisport: Heidel übte die Funktion lange Zeit ehrenamtlich aus, erst seit 2006 ist er hauptberuflich für den Fußball-Bundesligisten tätig.


7 Mai 2013 Keynote

Reinhard Zinkann ist seit 1999 geschäftsführender Gesellschafter der Miele & Cie. KG. Sein Urgroßvater gehörte zu den Mitbegründern des Hausgeräteherstellers.

Wer dauerhaften Erfolg möchte, denkt langfristig, kennt sein Ziel und folgt seinen Werten. Dies gilt für Unternehmen wie für Menschen in Beruf und Familie. Je größer die Verunsicherung, wie aktuell durch Europas Schuldenkrise, desto größer die Sehnsucht, Erreichtes zu wahren und mit Augenmaß weiterzuentwickeln. Beständigkeit durch Wandel – dies unterscheidet Kontinuität von Beharrungsvermögen.“


8 Mai 2013 Keynote

Was verbinden Sie mit Kontinuität?

In einer immer schnelllebiger werdenden Gesellschaft ist Kontinuität ein verlässlicher Maßstab. Ob in einem mehr als 160 Jahre alten Verband, ob in Politik oder Wirtschaft. Verlässlichkeit und Stabilität sind Grundlagen der Kontinuität. Der Mensch muss dabei stets im Mittelpunkt allen politischen und wirtschaftlichen Handelns stehen.“

Ulrich Vollmer ist Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland. Seit 2008 führt der Münsterländer die Geschäfte des katholischen Sozialverbandes mit seinen mehr als 250.000 Mitgliedern.


9 Mai 2013 Keynote

Heinz Riesenhuber ist Mitglied des Bundestags und der Alterspräsident dieser Legislaturperiode. Der promovierte Chemiker war in der Regierung Kohl elf Jahre Bundesminister für Forschung und Technologie.

Kontinuität ist für mich vor allem Verlässlichkeit und Stabilität, und das schafft Vertrauen und macht uns stark für Veränderungen – privat wie in der Politik. In meinen 36 Jahren im Bundestag habe ich viele Wechsel erlebt, neue Mehrheiten, Wiedervereinigung, neue politische Herausforderungen. In einem Punkt hat das Parlament immer ganz auf Kontinuität gesetzt: in der Bewahrung unserer Grundrechte und unserer Demokratie. Kontinuität und Wandel sind zwei Seiten einer Medaille.“


10 Mai 2013 Macher

IM PORTRAIT: JAMES DYSON

Design oder Nichtsein Text: Bijan Peymani, Fotos: Dyson


11 Mai 2013 Macher

Er ist der Daniel Düsentrieb der Neuzeit, trägt den Titel „Giant of Design“ und wurde von der britischen Königin zum Ritter geschlagen: Sir James Dyson gilt als Erfindergenie und hat mit seinem beutellosen Staubsauger Märkte rund um die Welt revolutioniert. Jetzt strebt er nichts Geringeres an, als sein Heimatland zurück in den Hochtechnologie-Olymp zu führen.

Hamburg, Ende Februar 2013. Dichtes Gedränge im Stilwerk, dem Hotspot für internationales Design. In den Gesichtern der geladenen Medienvertreter spiegeln sich Faszination und Ratlosigkeit zugleich, die neugierigen Blicke saugen sich an James Dysons jüngstem Wurf fest. Der umtriebige Brite hat mal wieder etwas erfunden: Das Ding sieht aus wie ein futuristischer Fahrradlenker, puristisch auf das Wesentlichste reduziert. Es handelt sich um den Dyson Airblade Tap, einem Wasserhahn, der Waschen und Trocknen der Hände am Waschbecken gleichzeitig ermöglicht. Dyson, ein drahtiger Mann mit schlohweißem Haar und Unbekümmertheit in den Augen, wie sie sonst nur Kinder haben, ist in seinem Element. Ungeduldig wartet er auf jede Frage zu seinem Meisterstück, pariert galant Kritik an Sinn oder Preis – um die 1.400 Euro –, zerstreut Zweifel über Akzeptanz und Marktfähigkeit. Der Airblade Tap – jüngst auf der Sanitär-Weltleitmesse ISH für „innovatives Design, energieeffiziente Technik und Zukunftsfähigkeit“ ausgezeichnet – habe vielmehr das Zeug, die Welt (oder wenigstens den Alltag) ein Stückchen besser zu machen. Ausgangspunkt für ihn dabei, wie stets, „die Frustration über etwas, das nicht so funktioniert, wie es sollte“.

Æ


12 Mai 2013 Macher

Erfolg angesogen: Mit seinen beutellosen Staubsaugern wurde James Dyson auch in Deutschland populär. Nicht einmal der vergleichsweise hohe Preis der Produkte – hier ein Hand-Akkusauger für knapp 200 Euro – konnte seinen Durchbruch verhindern.


13 Mai 2013 Macher

Sich mit der Herstellung oder dem

verkaufte sich in gut 50 Ländern, ge-

tel ist marktreif. Es folgt eine Zeit der

Design von Gebrauchsgegenständen

wann Designpreise.

Frustration und Demütigung. Auf der

zu beschäftigen, war James Dyson in-

Suche nach Lizenznehmern bereist

des nicht in die Wiege gelegt. Ge-

1973 wird Dyson bei Rotork zum Di-

Dyson England und Kontinentaleu-

boren in Norfolk in Nordengland,

rektor ernannt, im Jahr darauf macht

ropa – und läuft gegen Wände.

bastelte er als Kind – wie viele Jungs

er sich selbstständig, um an „Ballbar-

seines Alters – Papierflieger und baute

row“ (Schubkarre, die dank Ball statt

„Ich habe Jahre damit verbracht,

Baumhäuser. „Erst als ich Möbelde-

Rad nicht im Schlamm versinkt) und

multinationale Unternehmen von

sign und Innenarchitektur am Royal

„Waterolla“ – eine wassergefüllte Gar-

meinem Staubsauger ohne Saug-

College of Art in London studierte,

tenwalze aus Kunststoff – zu tüfteln.

kraftverlust zu überzeugen“, erklärt

wurde ich mit Ingenieurwissenschaft

Obendrein erfindet Dyson mit dem

Dyson. Einige befürchteten, dass

und Design konfrontiert und erkannte,

„Trolleyball“ einen Bootstrailer, der

seine Erfindung ihr lukratives Ge-

dass dies meine echte Leidenschaft

ebenfalls Bälle statt der üblichen Rä-

schäft mit dem Verkauf von Staub-

ist“, blickt Dyson zurück. Von da an

der hat. Und wird auf das Übel ge-

beuteln – in Großbritannien damals

war sein Lebensweg vorgezeichnet.

wöhnlicher Staubsauger aufmerksam:

allein gut 100 Millionen Pfund schwer

den Beutel. Nun lodert in dem Briten

– gefährden würde. „Die Tatsache,

Der inzwischen 66-Jährige startete

erst richtig das Feuer, er verkauft seine

dass das Gerät funktionierte, war ir-

seine berufliche Karriere bei Jeremy

„Ballbarrow“-Anteile für 10.000 Pfund.

relevant“, ereifert er sich noch heute,

Fry, Gründer der Firma Rotork in Bath,

„das ist das Problem, wenn man mit

weltweit führender Hersteller elekt-

Das Geld investiert Dyson in die Ent-

Vertretern großer Konzerne spricht –

rischer, pneumatischer und hydrau-

wicklung einer neuen Staubsauger-

das sind Geschäftsleute, nicht Desi-

lischer Ventilantriebe. „Fry war einer

technologie. Nie mehr, so seine Vi-

gner oder Ingenieure.“ Allzu oft be-

der einfallsreichsten Ingenieure“, hul-

sion, nie mehr soll ein verstopfter

schäftigten sich Erstere mit Zahlen

digt Dyson, „aber sein wahres Genie

Beutel den Sauger blockieren, nie

anstatt mit guten Ideen, ätzt Dyson:

bestand darin, junge Ingenieure zu

mehr sollen Hausfrauen auf der In-

„Letztlich habe ich Finanzierung

fördern und zu Höchstleistungen zu

sel und anderswo beim Beutelwech-

und Herstellung des Dual-Cyclone-

treiben.“ So auch ihn, den Mittzwan-

sel in Staubwolken keuchen. Fünf For-

Staubsaugers selbst übernommen.

ziger, mit dem Fry den „Sea Truck“

schungsjahre und 5.000 Prototypen

Das war hart, aber die Belohnung da-

entwickelte, einen Lastwagen fürs

später ist Dyson am Ziel: Die „Dyson

für war größer, als wenn ich das Er-

Wasser. Das Ding wurde ein Renner,

Dual Cyclone Technologie“ ohne Beu-

gebnis meiner harten Arbeit ...

Praktische Möbel

Æ

Tel. 0611 54541

EINRICHTUNGEN

Weitere Produkte unter:

www.schultz.de


14 Mai 2013 Macher

... anderen überschrieben hätte.“

nieure. Im Mai 1993 lanciert Dyson

auch den weltgrößten Staubsauger-

Den Erfolg ebnete 1986 der postmo-

in Großbritannien den „DC01“, ers-

markt an. Zwei Jahre später ist Dyson

derne, pinkfarbene „G-Force“, ver-

tes in einer Serie von Geräten, die

dort der am schnellsten wachsende

kauft in Japan von einer Firma, die

stets mit konstanter Saugkraft arbei-

Anbieter, verkauft nach Wert mehr

auch den „Filofax“ importierte, und

ten. Ungeachtet eines Ladenpreises

Geräte als Konkurrent Hoover. Der

dort – trotz des stattlichen Preises

von 200 Pfund wird der „DC01“ bin-

globale Absatz seiner beutellosen

von umgerechnet einigen Tausend

nen zwei Jahren zum bestverkauften

Sauger erreichte schon 2003 die

Euro – bald ein Statussymbol.

Sauger auf der Insel.

Zehn-Millionen-Grenze.

Dyson tüftelt weiter an seinem Pro-

Das Wachstum zwingt zum Umzug

Im Herbst 2006 präsentiert Dyson

dukt. Die Lizenzgebühren ermög-

nach Malmesbury. 1998 wagt Dyson

der staunenden Öffentlichkeit den

lichen ihm den Aufbau eines For-

schließlich den Start in Deutschland,

„Airblade“, ein Gerät, das nasse

schungs- und Entwicklungszentrums

verlagert bald darauf die Produktion

Hände durch Luftstrom und ohne Ein-

in Chippenham im Südwesten Eng-

nach Malaysia, was ihm Spielraum

satz von Hitze in Sekundenschnelle

lands, die Herzkammer seiner Firma.

für verstärkte Investitionen in For-

trocknet, indem es das Wasser von

Etwa ein Drittel der dort Beschäftig-

schung und Entwicklung verschafft,

der Haut „abzieht“. Inzwischen gibt

ten sind Wissenschaftler und Inge-

greift im Sommer 2002 mit den USA

es drei Varianten davon. Und auf den

Vom Tüftler zum Weltunternehmer Die 1993 in Großbritannien gegründete Firma Dyson revolutionierte die seit 1901 quasi unveränderte Staubsaugertechnologie. Heute beschäftigt Dyson rund 4.500 Mitarbeiter und ist in 56 Ländern präsent. 2011 erwirtschaftete das Unternehmen weltweit einen Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Euro, der operative Gewinn lag bei 386 Millionen Euro. Allein im Heimatmarkt ging in jenem Geschäftsjahr – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – durchschnittlich alle 30 Sekunden ein Dyson-Staubsauger über die Ladentheke. In Deutschland liegt das Unternehmen mit einem Wert-Marktanteil von knapp 20 Prozent im Segment der Bodenstaubsauger auf Rang 2 hinter Miele, im Premiumsegment über 300 Euro ist Dyson Marktführer. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum im britischen Malmesbury eingerechnet, arbeiten für Dyson weltweit mehr als 700 Ingenieure und Wissenschaftler. Legendär sind die „Black and Red“-Notizbücher, die jeder „Dyson Engineer“ zum Firmeneintritt erhält. Dyson besitzt für über 500 verschiedene Erfindungen mehr als 3.000 Patente und Patentanmeldungen – nach Rolls Royce die zweithöchste Anzahl an Registrierungen in Großbritannien. 2011 wurde der Unternehmensgründer mit dem Titel „Provost des Royal College of Art“ in London geehrt. James Dyson ist verheiratet, privat gilt seine Passion der Gartenarbeit und dem Baggerfahren.


„Air Multiplier“ Ende 2010 – ein Ventilator ohne sichtbare Rotorblätter – folgte ein Jahr später ein Heizlüfter, der nach ähnlichem Prinzip arbeitet. „Man kann neue Produkte nicht über Nacht entwickeln“, erklärt Dyson, „das berühmte ,Heureka-Erlebnis‘ gibt es nicht.“ Vielmehr könnten Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen – wie im Falle des „Air Multiplier“, der ein echter Prüfstein war. „Hunderte Simulationen waren erforderlich, bis wir hier die Lösung hatten“, bekennt Dyson. Und manchmal sei die Versuchung groß, aufzugeben und bei dem zu bleiben, was man habe. „Aber manche von uns haben eben dieses hartnäckige Gefühl, dass es doch einen besseren Weg geben müsste“, sagt er und meint vor allem sich selbst. In Zukunft will Dyson es nicht bei Haushaltsgeräten belassen – ihn treibt Größeres um. Hartnäckig hält sich das Gerücht, er wolle sich aktiv in die Politik einmischen; Dyson indes wehrt Spekulationen um eine politi-

Ihr zuverlässiger Ausstattungspartner für stilvolle Event-Atmosphäre

sche Karriere ab. „Ich bin Ingenieur, kein Politiker. Die Konservative Partei Großbritanniens hat mich gebeten Vorschläge zu erarbeiten, wie eine von ihr geführte Regierung die Leistungsfähigkeit unseres Landes beim Export von Hochtechnologiegütern steigern könne.“ Seinen Bericht „Ingenious Britain“ versteht er denn auch als „Aufruf für jede Regierung, egal welche Partei regiert“. Die Politik habe das Ingenieurwesen vernachlässigt, kritisiert Dyson: „Wir brauchen mehr Absolventen, die solche Technologien und Produkte entwickeln können, die auf den Weltmärkten gewünscht und benötigt werden.“ Das sieht Dyson nicht auf Großbritannien beschränkt: „Obwohl Deutschland mehr als doppelt so viele Ingenieurabsolventen als Großbritannien aufweisen kann, liegt es ebenso weit hinter Indien, das 170.000 Absolventen produziert. Wir laufen Gefahr, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.“ Ziel des Berichts sei es, dieses Problem anzusprechen und Lösungen zu finden. Doch Dyson wäre nicht Dyson, würde er nicht insgeheim an neuen Produkten arbeiten – das Publikum wartet darauf, sich einmal mehr vom „Giant of Design“ faszinieren zu lassen.

¢

Berlin | Bocholt | Bremen | Dortmund | Düsseldorf/Köln | Frankfurt a. M. Hamburg | Hannover | Kassel | München | Stuttgart | Arnheim Luxemburg | Paris | Kopenhagen | Malmö | Stockholm | Oslo | Wels (A)


16 Mai 2013 Management

Der Autor Prof. Dr. Fredmund Malik (Jahrgang 1944) ist Gründer, Chairman und CEO des nach eigenen Angaben weltweit führenden Beratungsunternehmens für systemtheoretische und kybernetische Ansätze zur Analyse und Gestaltung von Managementsystemen mit Sitz in St. Gallen/ Schweiz. Nach dem Abitur und mehrjähriger Industriepraxis studierte der gebürtige Österreicher Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Unternehmensführung sowie Wissenschaftsphilosophie und Logik an den Universitäten Innsbruck und St. Gallen. Malik ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Am Anfang steht die Sinnfrage Autor: Fredmund Malik

Kompetente und ethisch fundierte Unternehmensführung erfordert Grundsatzentscheidungen über Zweck (Corporate Purpose) und Mission (Corporate Mission) der Unternehmung. Diese „Master Controls“ bestimmen das gesamte Management bis in die Kapillaren der Organisation im Denken und Handeln. Ist der Zweck falsch gewählt, können auch Strategie, Struktur und Kultur nicht passen – richtig definiert, programmiert er dagegen den Unternehmenserfolg. Die gleichförmige Management-Ausbildung seit den frühen 1990er-Jahren hat – unkritisch dem Zeitgeist folgend – Shareholder Value, (Börsen-)Wertsteigerung und

Stakeholder Value empfohlen und legitimiert. Paradoxerweise verunmöglichen jedoch gerade diese scheinbar so plausiblen Zwecksetzungen das, was sie anstreben, auch tatsächlich zu begründen, nämlich eine gesunde Firma, robuste Ertragskraft und zufriedene Eigentümer. Noch schlimmer: Diese falschen Zweckentscheidungen zählen zu den maßgeblichen Ursachen für die Entstehung der heutigen globalen Jahrhundert-Wirtschaftskrise, denn sie führten zur historisch größten Fehlallokation ökonomischer und sozialer Ressourcen. Die Lösung liegt in einem gänzlich anderen Ansatz. Dieser lautet: Zweck des Unternehmens ist die Transformation von Ressourcen in Kundennutzen. Oder, wie es der US-Ökonom Peter Drucker schon 1954 formulierte: „Der Zweck des Unternehmens ist die Schaffung zufriedener Kunden.“ Nutzen ist das, wofür der Kunde bereit ist zu bezahlen. Der einzig richtige Unternehmenszweck ist daher der Customer Value. Ganz natürlich folgt daraus als die zweite Orientierungsgröße die Konkurrenzfähigkeit. In einer fluiden Wirtschaft sind die einzigen verlässlichen Fixsterne für die richtige Navigation von Unternehmen: Customer Value (statt Shareholder Value) und Konkurrenzfähigkeit (statt Wertsteigerung).


17 Mai 2013 Management

Transformation von Ressourcen in Kundennutzen“

Im Zentrum steht das gesunde Unternehmen Das gesunde Unternehmen macht selbstverständlich Gewinn, aber nicht weil dieser das Ziel ist, sondern die zwingende Folge von richtig verstandener unternehmerischer

Die drei genannten Elemente stehen in einer Wechselbe-

Führung. Und typischerweise ist dieser Gewinn aufgrund

ziehung zueinander. Sie begründen zugleich drei Quel-

der Kundenorientierung viel größer, als er es ohne sie wäre

len, wie die Corporate Mission – auch Business Mission ge-

– als schöne Nebenwirkung ist er auch „nachhaltig“. Die

nannt – wirkt.

Festlegung des auf Kunden fokussierten Geschäftszwecks erfüllt zwei erfolgsentscheidende Bedingungen: Erstens ist es die Lösung für die Frage der gesellschaftlichen Ver-

1. Quelle von Kundennutzen

antwortung des Unternehmens, zweitens maximiert dieser

Aus dem Zusammenwirken von Bedarf und Können ent-

Zweck die Wahrscheinlichkeit, dass die Führungsorgane des

steht der Kundennutzen. Wo zwar ein Bedarf ist, aber das

Unternehmens in der Praxis mehr richtige als falsche Ent-

Unternehmen keine Stärken hat, kann kein Nutzen entste-

scheidungen treffen.

hen. Andererseits gibt es keinen Nutzen, wenn ein Unternehmen zwar etwas kann, dafür aber kein Bedarf existiert.

Mit der konsequenten Kundenorientierung rückt das

Das Schaffen von Nutzen erfordert also beides.

gesunde Unternehmen selbst ins Zentrum – anstelle der Interessensgruppen Shareholder und Stakeholder. Diese veränderte Sicht führt folgerichtig zum Corporate Approach. Nach dem Zweck ist die zweite Grund-

2. Quelle von Stolz, Selbstrespekt und Selbstvertrauen

satzentscheidung die Mission des Unternehmens, also

Aus der Interaktion dessen, was das Unternehmen kann,

die Corporate Mission. Damit definiert man die konkrete

und dem, wovon die Menschen im Unternehmen überzeugt

Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Sind wir im Hoch-

sind, entstehen die entscheidenden kollektiven und persön-

oder im Tiefpreissegment unterwegs oder in beiden?

lichen Werte der Unternehmenskultur, nämlich Stolz auf das

Ist unser Geschäft die Marke oder das Private Label? So

Unternehmen und dessen Leistung sowie Selbstrespekt und

lauten typische Mission-Entscheidungen. Eine funktio-

Selbstvertrauen.

nierende Corporate Mission muss drei Elemente umfassen: den Bedarf, das Können und die Überzeugung. Dabei stellen sich drei Kernfragen.

3. Quelle von Sinn Aus dem Zusammenwirken von Überzeugung und Bedarf

Schlüsselfragen im Kontext der Corporate Mission

wiederum entsteht Sinn – gemeint und verwendet in der praktischen Bedeutung von Viktor Frankl, dem österreichi-

1. Mit Blick auf den Bedarf ist zu klären:

schen Schöpfer der Lehre vom Lebenssinn. Demzufolge ist

Wofür bezahlt uns der Kunde?

Sinn weit mehr als Motivation, wie man sie üblicherweise versteht, und daher ist Sinn der erstrangige Wert einer gu-

2. Können bedingt die Prüfung: Was können wir besser

ten Unternehmenskultur. Um, wenn es sein muss, auch letzte

als andere, und wo sind wir daher überlegen?

Kraftreserven zu mobilisieren, genügt Motivation nur selten. Zumeist geht das nur durch den Sinn, den jeder Einzelne in

3. Hinsichtlich der Überzeugung fragt sich: Woher kommt

seiner Aufgabe und in seinem Dienst für die Sache des Un-

unsere Kraft, die wir dann brauchen, wenn die Motivation

ternehmens sehen kann. Sinn ist somit die stabile Basis für

erschöpft ist?

fluide Motivation.

¢


Axel Schaper: „Leider kehren viele Unternehmen zum autoritären Stil zurück, wenn sie merken, dass die Dinge nicht funktionieren“

MITARBEITERFÜHRUNG

Schluss mit dem Durchregieren! Interview: Bijan Peymani

Managementexperte Axel Schaper über den Wandel der Führungskultur in Deutschland und bestehende Unterschiede im europäischen Vergleich. Schaper fordert, den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu übertragen und sie in die Lage zu versetzen, sich auch aus sich selbst heraus weiterzuentwickeln.


19

Wenn Sie die vergangenen fünf Jahrzehnte überblicken: Was ist die wichtigste Änderung in der Philosophie, Menschen in Unternehmen zu führen?

Mai 2013 Management

Es wird regelmäßig vergessen, dass in Unternehmen Menschen arbeiten“

Schaper: Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er-Jahre hinein herrschte hierzulande ein eher dirigistischer, autoritärer oder patriarchalischer Führungsstil vor. Dann erkannte die Wirtschaft, dass eine solche zentralistische Organisation dem Wachstum Schranken setzt. Als Gegenentwurf wurde bereits 1956 ein Ansatz in Bad Harzburg entwickelt, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Beachtung gefunden hat. Das sogenannte „Harzburger Modell“ stellte im Kern darauf ab, dem ein-

antwortung übernehmen. Grundge-

Worauf beruht denn in der

zelnen Mitarbeiter Handlungsverant-

danke muss auch in Unternehmen das

Praxis gute Führungsarbeit?

wortung zu übertragen. Ziele, Aufga-

Subsidiaritätsprinzip sein: Jede Ebene

ben und Kompetenzen müssen hier

soll eigenverantwortlich alle Aufga-

Schaper: Alle gemeinsam sind verant-

mit der daraus resultierenden Verant-

ben durchführen, zu denen sie ohne

wortlich für das, was vereinbart wurde,

wortung deckungsgleich sein.

fremde Hilfe befähigt ist. Die über-

aber eben auch für das, was sie nicht

geordnete Ebene darf nur dann ein-

tun. Gute Führung basiert auf Trans-

Aber noch heute werden den

greifen, wenn die untere Ebene über-

parenz und Vertrauen, schließt aber

Studenten in den Universitäten

fordert ist.

auch Kontrolle und Feedback-Schleifen ein. Nur so lassen sich Menschen

„Management-by“-Prinzipien vermittelt. Hat sich im Alltag

Im Umkehrschluss werden Chefs

in Unternehmen heute zu dauerhaf-

wirklich etwas verändert?

also irgendwann verzichtbar,

ter Leistungsbereitschaft motivieren.

wenn die Mitarbeiter ihre Schaper: In der Theorie scheint dem

Sache richtig toll machen?

Wie erklären Sie sich eigentlich, dass trotz der von Ihnen propagierten

nicht so. Anfangs hießen die Modelle „Management by Delegation“, „Ma-

Schaper: Nein! Menschen brauchen

Fortschritte in der hiesigen

nagement by Exception“ oder „Ma-

Führung, weil sie daraus eine An-

Managementkultur jeder zweite

nagement by Objectives“. Später ka-

triebskraft gewinnen. Das erfordert,

Mitarbeiter innerlich gekündigt hat?

men „Management by Jeans“ oder

dass jeder Einzelne weiß, was seine

„Management by Helicopter“ auf. Die

Aufgaben im Unternehmen sind. Und

Schaper: Ich kenne diese Zahlen, und

Modelle wurden also ins Lächerliche

dass es den Führungskräften gelingt,

sie geben mir zu denken. Wo dem so

gezogen, weil nicht mehr erkennbar

Aufgaben, Kompetenzen respektive

ist, ist es immer dasselbe: Mitarbeiter

war, mit welchem Führungsstil man

Befugnisse mit den übergeordneten

sind über- oder unterfordert, wissen

eine Organisation erfolgreich ma-

Zielen ihrer Mitarbeiter in Einklang

nicht, was ihre konkrete Aufgabe – und

chen kann. Es wird regelmäßig verges-

zu bringen. Nur so können Vorge-

ihr Beitrag zum Ganzen! – ist. Weil ein

sen, dass in Unternehmen Menschen

setzte ihrer Führungsverantwortung

definiertes Regelwerk fehlt, niemand

arbeiten und dass man diese nicht ein-

gerecht werden und müssen nicht

mit ihnen spricht, Ziele vereinbart. Die

fach hin und her dirigieren kann, wie

im Sinne einer Gesamtverantwor-

meisten Unternehmen verstehen Per-

es einem passt. Menschen sind mün-

tung für das Verhalten ihrer Mitarbei-

sonalauswahl und -einsatz als einma-

diger geworden, sie wollen echte Ver-

ter in die Pflicht genommen werden.

ligen Akt.

Æ


20 Mai 2013 Management

Firmen werden auch in Zukunft Führung brauchen und keine Führer!“

Aber dieses Auswählen und Einset-

Die Beteiligten haben sich im Vorfeld

zen muss ein permanenter Prozess

keine Gedanken darüber gemacht,

sein. Sitzt ein Mitarbeiter auf der rich-

wie man die unterschiedlichen Menta-

tigen Stelle, ist er wirklich der Rich-

litäten, die hierbei aufeinandertreffen

tige für die gestellte Aufgabe? Wel-

und nun gemeinsam auf ein Ziel hinar-

che Weiterentwicklungsmöglichkeiten

beiten sollen, zusammenführt und ih-

hat er, auch aus sich selbst heraus?

nen größtmöglichen Einfluss auf das

Es ist leider so, dass viele Unterneh-

gibt, was im neuen Unternehmen pas-

men zum autoritären Stil zurückkeh-

siert. Vor diesem Hintergrund muss

ren, wenn sie merken, dass die Dinge

ich Ihre Frage nach einer einheitlichen

nicht funktionieren, Umsatzzahlen

Managementkultur klar verneinen.

kippen oder die Gewinne erodieren. Dann wird in Deutschland häufig alles

Durchlaufen die Unternehmen

über den Haufen geworfen und wie-

denn wenigstens im

der durchregiert.

Innenverhältnis Lernkurven?

Sie schulen auch Manager in und

Schaper: Ganz sicher! Organisationen

aus Osteuropa. Wie unterscheidet

geben sich zunehmend eine interne

sich deren Auffassung von Führung

Werteverfassung als präventives Ins-

von ihren Kollegen hierzulande?

trument für ethisches Führungshandeln. Die Siemens AG etwa hat seit

Schaper: Sie lernen von uns Orga-

der Aufarbeitung ihres Korruptions-

nisation, Führung, Kommunikation

skandals beispielsweise Gratifikatio-

und Projektmanagement und sind

nen der Führungskräfte auch für „Ethi-

sehr interessiert. Insbesondere rus-

sches Engagement“ im Sinne einer

sische Führungskräfte merken aber,

vertrauensbildenden Integrationskul-

dass sie noch weit von kooperativem

tur ausgeweitet.

Management entfernt sind. Ihr Stil ist Axel Schaper (Jahrgang 1964) ist ge-

stark autoritär geprägt, sie betrach-

Wagen Sie doch mal eine

schäftsführender Gesellschafter und Ver-

ten insbesondere Mitarbeiter auf un-

Prognose: Wie muss erfolgreiche

triebsleiter der AFW Wirtschaftsakademie

teren Hierarchieebenen eher als Ma-

Unternehmensführung im

Bad Harzburg. Der gelernte Industrie-

terial denn als Mensch. Da bedarf es

Jahr 2020 angelegt sein?

kaufmann und Diplom-Ökonom verfügt

weiter sehr viel Beratung, Training und

über umfangreiche Führungs- und Ver-

Überzeugungsarbeit.

triebserfahrung in Medien- und Bildungsunternehmen. Unter seiner Ägide hat die Einrichtung ihre Geschäftsbeziehungen insbesondere nach Russland, in die ehe-

Schaper: Prognosen sind immer schwierig, wir beobachten jedoch,

Entwickelt sich trotz der

dass Führung weiblicher wird. Und

Unterschiede so etwas wie eine

es findet ein Umdenken statt: Es

europäische Managementkultur?

geht nicht mehr allein darum, eine Methode zu erlernen und diese um-

maligen GUS-Staaten und ins Baltikum

Schaper: Legt man Studien zu den

zusetzen. Man erwartet von Füh-

ausgebaut. In den mehr als fünf Jahrzehn-

grenzüberschreitenden

Firmenzu-

rungskräften künftig, dass sie mehr

ten ihres Bestehens hat die Wirtschafts-

sammenschlüssen der jüngeren Ver-

Persönlichkeit mitbringen und nicht

akademie

her-

gangenheit zugrunde, bringen 85 Pro-

mehr nur funktionieren. Ich glaube

vorgebracht, darunter Ex-Siemens-Chef

zent der Mergers nicht die erwarteten

zudem, dass Führung enttabuisiert

Heinrich von Pierer, Sachsens früheren

Ergebnisse; jeder zweite ist sogar ein

wird. Die Vorstellung, dass wer führt,

Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, Ar-

kompletter Fehlschlag. Diese Transak-

die Macht hat, wird weiter aufgebro-

beitgeberpräsident Dieter Hundt und Die-

tionen scheitern nachweislich weniger

chen werden. Fazit: Unternehmen

ter Brandes, ehemals Mitglied des Verwal-

an finanziellen, sondern an verhaltens-

werden auch in Zukunft Führung

tungsrates von Aldi Nord.

und personenbezogenen Aspekten.

brauchen und keine Führer!

namhafte

Absolventen

¢


UnternehmerEnergie

Erleben Sie 4 Tage, von denen Sie ein Leben lang profitieren werden! 4-T age

Für Sie reserviert: Die kostenlose, 16-seitige Infobroschüre mit allen Inhalten zum Seminar und vielen Anwender-Beispielen!

mer Unterneh Energie Für Unte

rnehmer

und Ents

s-S em ina

r

DAS

PRAKTISCHE FÜHRUNGSSYSTEM

cheider

BEREIT S MEHR A L S

10.0 0 0 ERFOLGRE ICHE SEMINART EILNEHM ER

FÜR KONJUNKTURUNABHÄNGIGEN ERFOLG

UnternehmerEnergie Minimaler Aufwand, maximaler Nutzen: In 4 Tagen vermittelt das Seminar UnternehmerEnergie, wie Sie unternehmerisch erfolgreicher und gleichzeitig menschlich gelassener werden. Ganzheitlich, ethisch, einfach und praktisch: Analysieren Sie Ihre momentane Situation, definieren Sie Ihre Ziele und entdecken Sie Ihre Potenziale völlig neu.

Untermeinem mehr an em „Seit ich iger in mein und wen es nehmen ite, geht men arbe Energie Unterneh rnehmer auf. Unte igt.“ steil berg dorthin geze Weg hat mir den ch Dirk Solba systeme MDS Raum ingen n-Welsch 78234 Enge teme.com -raumsys www.mds

Integriert alle Unternehmensbereiche: Steuerung, Strategie, Management und Führung

Jetzt unverbindlich Infos anfordern:

Ja, ich möchte mehr über das viertägige Seminar

Die vermittelten Inhalte können anschließend sofort im Unternehmen umgesetzt werden

bitte schicken Sie mir die Info-Broschüre mit allen Terminen und Anmeldeunterlagen

Für Unternehmer und Top-Führungskräfte aus allen Branchen und Unternehmensgrößen

Bitte kontaktieren Sie mich telefonisch

Inklusive 3-bändiges Lehrwerk FührungsEnergie mit praktischem Arbeitsordner!

UnternehmerEnergie erfahren

Name

Vorname

Firma

Straße

PLZ / Ort

Telefon

E-Mail

Coupon bitte ausfüllen und faxen an:

09231 5051-101 SchmidtColleg GmbH & Co. KG · Markt 11 · 95679 Waldershof Telefon 09231 5051-0 · Fax 09231 5051-101 www.schmidtcolleg.de · info@schmidtcolleg.de


22 Mai 2013 Management


23 Mai 2013 Management

FENG-SHUI-BERATER JOHANNES MAIERHOFER

Der Erleuchtete Text: Bijan Peymani

Steile Karriere, große Projekte, viel Verantwortung: Obwohl er es von Jugend an nie wirklich darauf angelegt hatte, war Johannes Maierhofer auf Erfolg programmiert. Doch dann machte der Gebäudeplaner eine Erfahrung, die sein Leben für immer veränderte. Heute begleitet der Niederbayer Weltunternehmen dabei, ihre Prozesse und Beziehungen streng nach Æ Feng Shui auszurichten.


24 Mai 2013 Management

Nun ist aber das Leben nicht pure Harmonie, son-

Parallel kniete er sich „jeden Abend mindestens

dern Yin und Yang. Im Falle von Maierhofer umso

zwei Stunden und jedes Wochenende“ in die

mehr, als ihn das Schicksal mit einem unabhängi-

Feng-Shui-Lehre rein, belegte weitere Kurse,

gen Geist beseelte, der ihn schon in der Schule

ging in Malaysia bei Großmeister Yap Cheng Hai

und im Studium anecken ließ. Einen wie Maierho-

in die Lehre. Dort gibt es zwei der weltweit fünf

fer legt man nicht an die Kette. Einer wie er ent-

renommierten Feng-Shui-Schulen. Die anderen

scheidet stets selbst. Etwa, als Partner aus einer

bestehen in England, Deutschland (Berlin) und

bis dahin florierenden Firma auszusteigen, die

den USA – jede einzelne von einem Chinesen

Maierhofer 1998 mit zwei ehemaligen Kollegen

geführt. Nach der Ausbildung baute der Novize,

gegründet hatte – ein eigentlich konsequenter

inzwischen auch praktizierender Buddhist, sein

Entwicklungsschritt, nachdem er seit 1992 erfolg-

Feng-Shui-Diplom bei Joey Yap in Kuala Lum-

reich freiberuflich tätig war. Er werde „nie wieder“

pur, fand schließlich 2004 seinen Mentor in Ge-

eine solche 2:1-Konstellation mittragen, betont

stalt von Angel de Para.

der gebürtige Straubinger heute. Der Feng-Shui-Großmeister nahm ihn in Miami Bei einem Besuch der Orgatec, internationale Leit-

zunächst als Student auf. Dank besonderer Leis-

messe für Büromöbel in Köln, setzt sich Maierhofer

tungen qualifizierte sich Maierhofer rasch für de

in einen Vortrag über Feng Shui in Bürogebäuden.

Paras exklusive „Private Group“. Der Großmeis-

Bis dahin hatte er keine Berührungspunkte mit

ter gestattete seinem Zögling im Verlauf, jedes

der taoistischen Energielehre, aber neugierig ist

Jahr bei freier Kost und Logis für acht Wochen mit

er doch. „Ich muss immer verstehen, wie jemand

ihm zu arbeiten. Im November 2011 ernannte er

denkt und warum er so denkt“, sagt Maierhofer,

Maierhofer dann nach langjährigem Intensivstu-

„nur dann kann ich das für mich decodieren.“

dium zum Feng-Shui-Meister.

Es war der Moment, der sein Leben von Grund

Sechs Jahre zuvor begann der, Freunde, Be-

auf verändern sollte. Noch auf der Messe hatte

kannte und potenzielle Auftraggeber zunächst

Maierhofer den Referenten bis zur beiderseitigen

kostenlos zu beraten. Heute ist er etabliert. Seine

Erschöpfung mit Fragen torpediert und kam an-

Beratung erstreckt sich über eine detaillierte

schließend „wie erleuchtet“ zu seiner Frau zu-

Analyse der Person im privaten und beruflichen

rück. Wortreich, ja geradezu mit Feuereifer, klei-

Umfeld: Welche Ausrichtung hat das Haus, wel-

det Maierhofer dieses Erlebnis aus, als wäre es

cher Einfluss ergibt sich daraus auf die Bewohner,

gestern erst passiert. Für ihn war klar: Das ist

welche „Ming Gua“ sind Sie? Wer ihm als Laie zu-

mein neuer Weg. „Und wenn ich etwas will, dann

hört, dem bieten sich zunächst mehr Fragen als

hör ich nicht mehr auf!“ Maierhofer begann eine

Antworten. „Ihr Haus hat ein Nordost-Sitting und

Überzeugung zu leben, die heute Bestandteil sei-

ein Südwest-Facing, deshalb können Sie mit der

ner täglichen Arbeit ist: Wer wissen wolle, müsse

Gua X keinesfalls im Norden arbeiten...“, klingt

zur Quelle gehen – einer seiner Lieblingssätze.

etwa eine von Maierhofers Bestandsaufnahmen.

Zunächst belegte Maierhofer beim selben Referen-

Über die Berechnung günstiger Mensch-Raum-

ten einen Feng-Shui-Kurs in Budapest, als einziger

Zeit-Aspekte begleitet der Feng-Shui-Meister

Mann unter lauter Teilnehmerinnen mittleren Alters.

seine zum Teil langjährigen Klienten. Wer ein-

Das erworbene Wissen nutzte er, um sein Home

mal überzeugt ist, wird zum Wiederholungstä-

Office, ja bald das gesamte Haus neu auszurichten.

ter: „Keinen Vertrag würde ich mehr ohne den

Die positive Feng-Shui- Energie ließ mit konkreten

Feng-Shui-Kalender unterschreiben,“ verrät die

Ergebnissen nicht lange auf sich warten: „Prompt

Inhaberin eines Unternehmens mit acht Mitar-

kriege ich am Tag darauf doch einen Anruf von ei-

beitern in Frankfurt, deren Umsatzzahlen sich in

ner großen deutschen Bank in München – ,out of

den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt ha-

the blue‘, nach langer Funkstille dieses Kunden!“

ben – seit Maierhofer sie berät. „Der Nutzen ist

Kurz danach wurde ihm ein neues Projekt zuteil, das

viel weitreichender, als man sich anfangs vorstel-

Maierhofer in der Folgezeit voll auslastete.

len kann“, erklärt sie.

Æ


25 Mai 2013 Management

SICHER

DURCH

YIN

UND

YANG

Feng Shui („Wind und Wasser“) ist eine metaphysische Wissenschaft und ein in China begründeter Teil der taoistischen Philosophie. Ziel dieser Energielehre ist eine Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung, die durch eine besondere Gestaltung der Wohn- und Lebensräume gelingen soll. Konkret untersucht und bewertet das klassische Feng Shui die Lebensqualität des Einzelnen in Abhängigkeit seiner benachbarten Umgebung. Mit der Anwendung der Lehre kann die universelle Lebensenergie „Chi“ so dirigiert werden, dass die persönlich gesteckten Ziele erreicht werden. Feng Shui basiert auf über Jahrtausende gesammelten Informationen und Beobachtungen, aus denen allgemein gültige Muster und Analogien abgeleitet wurden. Zentrale Themen sind der Mensch, sein Lebens- und Arbeitsumfeld – modern interpretiert: die eigene Wirkungsumgebung. Feng Shui unterstellt und akzeptiert, dass das Leben nicht harmonisch verläuft, sondern Höhen und Tiefen, gut und böse, schön und hässlich – im Chinesischen Yin und Yang – kennt. Die Berechnung günstiger MenschRaum-Zeit-Aspekte gibt konkrete Hilfestellungen, um im Alltag mit diesen beiden Kräften aktiv umzugehen. Johannes Maierhofer zählt nach eigenen Angaben zu den wenigen FengShui-Beratern in Deutschland, die Prozesse nicht nur durch Analysen anstoßen, sondern im Verlauf auch eng begleiten. www.jmfengshui.com

Maierhofers Erfolge sprechen für sich:

Dabei basiert die Energielehre auf be-

Er verfasst Jahreskalender mit ausführ-

lastbaren Daten und handfesten Analy-

lichen Analysen der Tages-, Monats- und

sen - und jeder Analyse geht ein „Hard-

Jahresenergie; und so wissen seine Kli-

core-Research“ voraus, wie Maierhofer

enten, worauf sie sich einzustellen ha-

betont (siehe auch Kasten).

ben: die besten Termine für Vertragsunterzeichnungen, Produkteinführungen

Es liegt nahe, seinen Kundenkreis im

und Akquise, Mitarbeiterauswahl, Zeit-

Umfeld seiner früheren Tätigkeit als

punkte für Investitionen, Strategiefest-

Gebäudeplaner zu vermuten. Damals

setzungen – alles zu seiner (richtigen)

betreute er Projekte etwa für Siemens,

Zeit eben. Ein Ansatz, der das gesamte

BMW, Commerzbank und Deutsche

Unternehmen – Mitarbeiter, Gebäude

Bank, für ABB in der Schweiz. Für Un-

und auch Top-Management – in eine

ternehmensanalysen verlangt Maierho-

detaillierte, computerbasierte Analyse

fer ab 2.800 Euro. Ein Audit für ein Pri-

einbezieht.

vathaus geht bei 1.400 Euro los. Hinzu kommt ein individuell ausgehandelter

Heute begleitet Maierhofer etwa 90 Kli-

Betrag für die weitere, monatliche Be-

enten beruflich und privat, darunter jede

ratung. „Ich biete Betreuung, begleite

Menge Top-Manager und Mittelstands-

den gesamten Prozess und lasse meine

unternehmer, zumeist in Deutschland,

Kunden nach einer Analyse nicht allein

aber auch in Nord- und Südamerika so-

zurück.“ Damit unterscheidet sich Maier-

wie Asien. Viele sind weiblich. „Frauen

hofer von den meisten seiner Kollegen.

sind offener für Veränderungen“, beobachtet Maierhofer, „Männer eher nicht.“

Er mag bisweilen selbstbewusst auftre-

Doch die Zahl der männlichen Kunden

ten, Arroganz kann man Maierhofer aber

wächst stetig.

nicht vorwerfen. Was ihn so authentisch macht, ist seine unverstellte Art und als

Namen nennt Maierhofer nicht, seine

Bayer kann er auch deftig sprechen. An-

Auftraggeber wollen das nicht. Zu kri-

ders als viele Naturwissenschaftler hat er

tisch wird Feng Shui hierzulande – an-

das Talent, komplizierte Sachverhalte in

ders als im asiatischen Kulturraum – bis-

eingängige Bilder zu fassen. Hinzu kom-

her gesehen. Gerade die Firmenkunden

men rasche Auffassungsgabe und analy-

hätten „ein wenig die Sorge, dass sie in

tische Intelligenz. Und Maierhofer macht

ihren Kreisen belächelt werden, wenn sie

Interessenten nichts vor: „Feng Shui hat

sich als Feng-Shui-Anhänger outen; jede

nichts mit wohlfühlen zu tun“, bekräftigt

Hilfe, die man in Anspruch nimmt, wird in

er, „so ein Audit kann schmerzhaft sein

Deutschland als Schwäche ausgelegt.“

– und erleuchtend!“

¢


26 B usiness F eature

© istockphoto/aldomurillo

a dvertorial

BERUFSBEGLEITENDE WEITERBILDUNG

Durstig nach Wissen Interview: Maike Wendland

Immer mehr Deutsche bilden sich

Wie hat sich die Zahl

neben dem Beruf weiter. Weiter-

der Anmeldungen beim

bildungsinstitutionen melden hohe Zuwachsraten. Nach Angaben des

Führungspositionen mit mehr Eigenverantwortung zu qualifizieren.

Fernstudienzentrum WINGS in den vergangenen fünf Jahren

Welcher Typ Mensch studiert

entwickelt? Und warum, glauben

bei WINGS und welche

Statistischen Bundesamtes nutzen

Sie, studieren immer mehr

Beweggründe leiten ihn?

seit 2005 kontinuierlich immer mehr

Menschen neben ihrem Beruf?

Menschen die Chance, sich berufsbegleitend weiterzubilden. Warum sind viele Arbeitnehmer bereit, in ihrer Freizeit zu lernen? Wer sind sie und was bedeutet ihr Engagement für den Bildungsstandort Deutschland? Ein Interview mit Manfred Ahn, Geschäftsführer der WINGS GmbH, Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar.

Prof. Manfred Ahn: In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl unserer Fernstudierenden knapp verdreifacht. Die Zahl der immatrikulierten Fernstudenten und Weiterbildungsteilnehmer liegt mittlerweile bei rund 3.500. Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, möchte in erster Linie die eigenen beruflichen Chancen verbessern. Die meisten vertiefen ihr Basiswissen, um sich für

Ahn: Unsere Fernstudenten sind in der Regel Ende 20 bis Mitte 30; wir haben aber auch einige ältere Semester. Sie haben bereits ein paar Jahre in ihrem Beruf gearbeitet, erste berufliche Erfolge hinter sich und möchten nun ihr Know-how vertiefen. Dafür bringen sie viel Eigenmotivation und Einsatzbereitschaft mit. Das ist auch notwendig, denn ein Fernstudium erfordert Disziplin und Selbstständigkeit. Ein klares Ziel


27 B usiness F eature a dvertorial

für die Karriere sollte ein Fernstudent demnach auf jeden Fall haben. Was unterscheidet ein Fernstudium von einem Präsenzstudium?

Ahn: Die entscheidenden Vorteile sind Flexibilität und Unabhängigkeit. Fernstudenten sind zeitlich und örtlich ungebunden. Die meiste Zeit wenden sie für das sogenannte Selbststudium auf. Die Kombination aus Selbststudium und Präsenzlehre ermöglicht, die Weiterbildung optimal mit Beruf, Familie und Freizeit zu vereinbaren. Je nach persönlicher Situation entscheiden die Studierenden selbst, wann sie sich mit den Studieninhalten beschäftigen. Die Lehrmaterialien werden ihnen vor Semesterbeginn zugeschickt; so können sie selbst bestimmen, wann und wo sie den Stoff durcharbeiten. Wir empfehlen, durchschnittlich ungefähr 15 Stunden pro Woche dafür einzuplanen. Mit einem geordneten Zeitmanagement können sie diese Mehrbelastung neben Beruf und Privatleben aber sehr gut bewältigen. Im Fernstudium scheinen Menschen sehr auf sich allein gestellt. Inwiefern können sich die Studenten untereinander vernetzen und austauschen?

Ahn: Wir legen großen Wert darauf, dass die Studierenden engen Kontakt untereinander und zu ihren Dozenten und Studienbetreuern haben. Jeder Fernstudent bei WINGS wird von einem Studiengangskoordinator persönlich betreut. Alle eingeschriebenen Studenten erhalten einen Zugang zum Online-Campus „STUD.IP“, das ist die zentrale Kommunikationsplattform der Hochschule Wismar. Die Teilnehmer einer Lerngruppe kön-

nen so interaktiv miteinander kommunizieren. Ein Fernstudent in Karlsruhe hat sogar eigeninitiativ einen WINGS-Stammtisch gegründet. Und für unsere Absolventen haben wir vor rund zwei Jahren ein Alumni-Portal eingerichtet, über das sie nach dem Abschluss mit ihren früheren Kommilitonen und Professoren kommunizieren und Unternehmensnetzwerke aktiv nutzen können. Zusätzlich veranstaltet WINGS einmal im Jahr das „Alumni-Treffen“, auf dem sich alle wiedersehen können. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel. Nach Angaben der Studie „Arbeitslandschaft 2030“ der Prognos AG werden in gut 15 Jahren 5 Millionen fachlich versierte Arbeitskräfte fehlen. Hat WINGS ein Gegenkonzept zum massiven Fachkräftemangel in Deutschland?

Ahn: Fachkräfte fehlen vor allem in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer). Ebenso wird im Management qualifiziertes Führungspersonal benötigt. Genau hier bietet WINGS interessante Fernstudiengänge an, bei denen Studierende innerhalb von zwei bis vier Jahren zu staatlichen Hochschulabschlüssen kommen können – mit besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das WINGS-Angebot von berufsbegleitenden Fernstudiengängen und Weiterbildungen erstreckt sich über die Bereiche Wirtschaft, Technik, Informatik, Architektur, Gesundheitswesen, Mediation und Business Coaching. Insbesondere die Master-Programme sind themenspezifisch ausgerichtet; dazu gehören unter anderem Quality Management, Facility Management, Sales and Marketing oder Business Consulting.

Inwiefern ist es ein Vorteil für Unternehmen, ihre Mitarbeiter durch berufsbegleitende Weiterbildung zu fördern?

Ahn: Unternehmen, die in Weiterbildung investieren, können so ihre Mitarbeiter motivieren, längerfristig binden und selbst zu Fachkräften weiterentwickeln. Sie wirken damit aktiv der zunehmenden Fachkräftelücke in Deutschland entgegen. Beispielsweise können Unternehmen qualifizierte Nachwuchskräfte finanziell mit einem Stipendium unterstützen. Andersherum bauen Studenten noch vor dem Abschluss gezielt direkten Kontakt zu Unternehmen auf, indem sie zum Beispiel ihre Master-Thesis speziell in einem Unternehmen schreiben. Häufig ist das der Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Æ

Professor Manfred Ahn (*07.03.1946) ist seit 2007 Geschäftsführer der WINGS GmbH. Er wurde 1994 an die Hochschule Wismar berufen. Als Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung von 2002 bis 2009 hat er sich bereits mit der Entwicklung des Fernstudiums und der akademischen Weiterbildung an der Hochschule Wismar intensiv befasst. Seit 2010 ist er Mitglied des Senats.


28 B usiness F eature a dvertorial

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung der Bildungsbranche und welche Rolle wird WINGS dabei einnehmen?

Ahn: Berufsbegleitende Weiterbildung wird für Unternehmer ein wichtiger Lösungsweg sein, qualifizierte Mitarbeiter zu fördern und zu binden. Die örtliche und zeitliche Unabhängigkeit ist dabei für viele ein entscheidendes Kriterium. Fernstudiengänge als Online-Variante werden zukünftig eine bedeutende Form des berufsbegleitenden Studierens sein. Unser onlinebasierter Fernstudiengang Wirtschaftsrecht mit BachelorAbschluss zeigt den Trend bereits an. Mit derzeit rund 630 eingeschriebenen Studierenden ist er einer der beliebtesten und begehrtesten Fernstudiengänge in unserem Angebot. Für die Entwicklung online-basierter Fernstudiengänge hat die Hochschule Wismar 2011 die Net.Uni

als zentrale wissenschaftliche Einrichtung ins Leben gerufen. Neben Wirtschaftsrecht bietet WINGS jetzt auch Betriebswirtschaft, Management von Gesundheitseinrichtungen sowie Management für Non-Profit-Einrichtungen als Online-Fernstudium mit dem staatlichen Hochschulabschluss Bachelor of Arts an. Die Resonanz auf unsere neuen Online-Fernstudiengänge ist bislang großartig und zeigt, dass die Online-Lehre zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnt. Und dies ist nur der Anfang, denn WINGS wird das Angebot erweitern und neue Online-Fernstudiengänge entwickeln; derzeit sind weitere Programme konkret in Planung. Was ist das Besondere an der Online-Lehre?

Ahn: Besonders an der OnlineLehre ist, dass wir den Studie-

renden die Lehrinhalte zu 100 Prozent online über modernste Kommunikationstechniken und verschiedene E-Learning-Tools vermitteln. Neben aufgezeichneten, interaktiven Online-Vorlesungen gibt es zu festgelegten Terminen Live-Videokonferenzen mit den Lehrenden. Sie werden aufgenommen und stehen rund um die Uhr auf der Online-Studienplattform von WINGS-ONLINE zur Verfügung. Die Studierenden können die Aufzeichnungen beliebig oft ansehen und selbst das eigene Lerntempo bestimmen. Lediglich für die Prüfungen ist die persönliche Anwesenheit erforderlich. Die Verbindung der akademischen Tradition einer Hochschule mit den Möglichkeiten modernster Kommunikationstechnik macht somit das Bildungsangebot von überall und zu jeder Zeit erreichbar. ¢


29 Mai 2013 Top-Dienstleister

TOP- DIENSTLEISTER

DIE BESTEN PARTNER FÜR IHREN ERFOLG

Je tz

tE in tr a g

Anruf genügt. Telefon: ++49 (0) 214 31 26 83 70 oder einfach eine E-Mail senden an verlag@m-profile.de

be an t

Sie wollen unter den Top-Dienstleistern der M:PROFILE genannt werden?

ra ge n!

u


30 Mai 2013 Top-Dienstleister

traInIng

Vertrieb, Führung, Kommunikation & Persönlichkeitsentwicklung Diese Themen sind für Ihr Unternehmen wichtig? Dann kontaktieren Sie uns! Mit Dale Carnegie bekommen Sie die Unterstützung eines bewährten Trainingspartners mit soliden Erfahrungen im Mittelstand. Seit 100 Jahren stehen wir für Qualität und exzellente Inhalte – weltweit. Nutzen Sie maßgeschneiderte Inhouse-Trainings für Ihren individuellen Bedarf. So entwickeln Sie sich, Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen erfolgreich weiter! Dale Carnegie Training – wir sind der Weiterbildungsexperte an Ihrer Seite. Dale Carnegie Training Uwe Göthert Stefan-George-Ring 24 81929 München Phone: 089-23 88 99-22 E-Mail: uwe.goethert@dalecarnegie.de www.muenchen.dalecarnegie.de

eventausstatter

Unvergessliche Atmosphäre mit hochwertiger Event-Ausstattung Die Party Rent Group ist führender Event-Ausstatter für Veranstaltungen jeder Art und Größe. Standardisierte und exklusive Produkte wie z.B. Möbel, Table Top und Küchen- & Zeltausstattungen sowie ein verlässlicher Service von der konzeptionellen Erstellung bis zur perfekten Umsetzung gewährleisten eine unvergessliche Event-Atmosphäre.

Party Rent Group Am Busskolk 16-22 46395 Bocholt T: +49 2871 2481-0 www.partyrent.com

kommunIkatIonsDIenstleIster

Wir lieben komplexe Projekte Als Anbieter telefonischer Kundenbetreuung für jede Branche und in nahezu jeder Sprache gehört avocis zu den größten Kommunikationsdienstleistern in der DACH-Region. Mit avocis interactive realisiert das Unternehmen außerdem vielfältige Social Media Services und rundet damit seine Positionierung als umfassender Lösungsanbieter ab. Ob Kundengewinnung oder Kontaktpflege, telefonische Unterstützung von Produktanwendern oder Auslagerung kompletter Geschäftsbereiche – avocis leiht seinen Auftraggebern die Stimme, Kompetenz und Erfahrung als Kommunikationsspezialist. avocis Deutschland GmbH Kommandantenstraße 22 10969 Berlin Telefon: 030 80969 0 Mail: info@avocis.com www.avocis.com


31 Mai 2013 Top-Dienstleister

marketIng-proZess-optImIerung

Mehr Marketing-Effizienz durch Softwareunterstützung BrandMaker ist führend im Bereich Marketing Resource Management Software und hat seinen Fokus auf Marketing-Prozess-Optimierung. Die webbasierte Software unterstützt Routineabläufe im Marketing und steigert so Effizienz und Produktivität. Modular aufgebaut deckt BrandMaker alle Bereiche im Marketing ab – von der Strategie über Planung, Budgetierung und effizienten Kampagnenumsetzung (MAM, Web-to-Print) bis hin zu Controlling und Reporting.

brandMaker GmbH Rüppurrer Straße 1 76137 Karlsruhe Tel.: +49 (0)721 2012519-00 www.brandmaker.com

softWare fÜr Den versanDhanDel

Komplettlösungen für Versender Die SPH AG setzt seit ihrer Gründung im Jahr 1975 Impulse im Versandhandel, Adressmanagement und Direkt-Marketing. Das Full-Service e-Commerce Systemhaus entwickelt und implementiert Maß geschneiderte integrierte Branchenlösungen für den nationalen und internationalen Versandhandel (ERP, CRM, BI, SCM, Finanzmanagement, Webshops), bietet innovative Software für das Adressmanagement als Installation oder Software as a Service und berät ganzheitlich zu IT-Fragen im e-Commerce und Direkt-Marketing. Über 80 Anwender in mehr als zehn Ländern vertrauen auf Software und Beratung der Stuttgarter Softwareschmiede. SPH AG e-Commerce Systemhaus Maybachstr. 39 70469 Stuttgart Telefon: 0711 8905-300 info@sph-ag.com www.sph-ag.com

top-DIenstleIster

Erstklassige Unternehmen arbeiten mit erstklassigen Dienstleistern M:PROFILE – Linking Your Business Telefon: 0214 - 31 26 83 70 verlag@m-profile.de www.m-profile-de

:PROFILE

DA S M AG A Z I N F Ü R M AC H ER M A R K EN M Ä R K T E


32 Mai 2013 Top-Dienstleister

veranstaltungsservIce FAIRNET ist der umfassende Dienstleister für Messen, Events und Kongresse - leistungsstark, kreativ und zuverlässig. Ob Systemstand, individueller Messebau oder ein Kongress: Unser Anspruch sind einzigartige Konzepte, die genügend RAUM für Ihren Erfolg schaffen. Vom Standevent bis zur Großveranstaltung: Wir wollen, dass aus Ihrem Projekt ein ERLEBNIS wird, das bleibenden Eindruck hinterlässt! Ob Werbeflächen, Dekoration oder Mietmöbel: Unser Team sorgt dafür, dass bei Ihrer Veranstaltung auch der SERVICE stimmt. Für mehr Informationen besuchen Sie unsere Webpage: www.fairnet.de fAIRNET Gesellschaft für Messe-, Ausstellungs- und Veranstaltungsservice Messe-Allee 1 04356 Leipzig Telefon: +49 (0)341 678 8406 Fax: +49 (0)341 678 7182 Email: sales@fairnet.de

fullservIce

Dialoge, die funktionieren! a+s DialogGroup ist ein führender Fullservice-Dienstleister für Dialogmarketing und Multichannel-Kommunikation im crossmedialen Umfeld. Wir bieten maßgeschneiderte Komplettlösungen von Cross-SellingMaßnahmen, Neukunden-gewinnung und Leadgenerierung über Daten- und Kampapgnenmanagement bis zum Produktionsservice. Dabei bedienen wir uns unterschiedlichster Vertriebskanäle — Online, Offline, Telemarketing — denn der richtige Marketing-Mix steht für Ihren Werbeerfolg. a+s DialogGroup GmbH Max-Planck-Str. 7 71254 Ditzingen Service-Hotline: 0711-656 969 0 www.as-dialoggroup.de

neWsletter-marketIng

Und wer stellt Ihren Newsletter am besten zu? Sie wollen in Kürze mit Ihrem eigenen professionellen Newsletter starten oder sind mit dem Erfolg Ihres Newsletters unzufrieden? Sie wünschen sich eine herstellerunabhängige Beratung bei der Wahl der für Sie besten Versandlösung? Und Sie wollen sich auf den Newsletter-Fullservice eines Experten verlassen – von der Konzeption über den Versand bis zur Erfolgsmessung und Responseoptimierung? Dann sind Sie bei der-newsletter-experte.de genau richtig. der-newsletter-experte.de ❘ Rostockstr. 2 ❘ 23564 Lübeck Telefon: 0451-6112 9920 ❘ karsten.buettner@der-newsletter-experte.de www.der-newsletter-experte.de/mp.php


33 Mai 2013 Top-Dienstleister

fernstuDIum

Die WINGS GmbH – das Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar – bietet berufsbegleitende Fernstudiengänge sowie zertifizierte Weiterbildungen in den drei Bereichen Wirtschaft, Technik und Gestaltung. Die an bundesweit 10 Studienstandorten aktive WINGS verbindet eine über 100-jährige akademische Tradition der Hochschule Wismar mit der Erfahrung von 60 Jahren als erfolgreicher Fernstudienanbieter. Mit mehr als 3.100 Fernstudenten und rund 500 Weiterbildungsteilnehmern zählt die WINGS heute zu den führenden staatlichen Fernstudienanbietern in Deutschland. www.wings-fernstudium.de

B2B-aDressen

Firmen- und Entscheiderkontakte: aktuell, umfangreich, qualifiziert Setzen Sie für Ihre erfolgreiche BtB-Neukundengewinnung auf top-aktuelle und personalisierte Firmenadressen! interfon adress verfügt über mehr als 850.000 namentliche Funktionsträger der 1. und 2. Führungsebene in der deutschsprachigen DACH-Region. Da wir alle Entscheider telefonisch generieren und aktualisieren, befinden sich ausschließlich kontaktoffene Firmen in unserer Datenbank. Egal ob Sie Marketingleiter, Einkaufsleiter, IT-Leiter, Produktionsleiter, Sekretärinnen der Geschäftsleitung oder, oder, oder suchen: Sie erhalten bei uns Ihren Ansprechpartner stets direkt und auf Wunsch mit weiteren Merkmalen versehen! Überzeugen Sie sich von unserem gewissenhaften Research und der hohen Aktualität unserer Adressen. interfon adress Gesellschaft für AdressenResearch mbH Mengendamm 16 D, 30177 Hannover Tel.: 0511 606 77770 www.interfon-adress.de

Wir lassen Ihre Texte für Sie werben. Ein durchgängig guter und formal einheitlicher Stil sowie eine optimale, klar strukturierte Textgestaltung ohne peinliche Fehler – das sind die Merkmale, die Ihre Schriften prägen sollten. Wir helfen Ihnen dabei, dass Ihre Texte Professionalität ausstrahlen und ihre Botschaft entfalten können. Dazu überprüfen wir jedes Wort bis zum letzten i-Tüpfelchen, spüren Fehler auf und sorgen für einen guten Stil – nur so schaffen Ihre Texte Vertrauen in Ihre Fähigkeiten und unterstreichen Ihre unternehmerische Kompetenz.

in Bestform

www.textexpert.eu Telefon 0 4131-2 24 35 32 info@textexpert.eu


34 Mai 2013 Ausgebsiebt

Ausgesiebt:

Markenführung W

enn es nicht richtig läuft,

Markenführung meint vor allem Füh-

das Image mies ist oder

rung und mahnt Haltung an. Eine Hal-

frisches Führungsperso-

tung, die weder verhandel- noch ma-

nal einrückt, wird schnell mal am Ei-

nipulierbar ist. Nicht durch Kunden,

genauftritt gerüttelt. Dann muss neu

nicht durch Mitbewerber, Presse oder

markiert, repositioniert und aufwen-

Politik. Starke Marken agieren über

dig kommuniziert werden. Hat zwar

alle Kontaktpunkte hinweg integer

wenig mit systematischem Brand-Buil-

und innerhalb ihres Glaubwürdigkeits-

ding und konsistenter Markenführung

rahmens. Soweit die graue Theorie. In

zu tun, sichert aber schnelle Aufmerk-

der Praxis jedoch werden Marken häu-

samkeit und vermittelt das Gefühl,

fig genug lediglich als Oberflächenge-

da bewegt sich was. Tatsächlich be-

bilde und nicht als Wertschöpfungs-

wegt es eher die Karrieren jobhop-

system verstanden. Im Folgenden

pender Marketeers, Award-Bilanzen

präsentiert M:PROFILE drei aktuelle,

der selbstzentrierten Kreativen und

einer breiten Öffentlichkeit bekannte

die Seilschaften distanzloser Journa-

Beispiele für mehr oder weniger ge-

listen. Wie nachhaltig und in welche

glückte Markenführung. Nur aus-

Richtung das Spiel läuft, verschweigt

nahmsweise besinnen sich die Verant-

die Gemeinde besser.

wortlichen auf die Kernwerte zurück, bisweilen fehlt es dann an der Konse-

Eine starke Marke jedoch ist kontu-

quenz in der Umsetzung. Mehrheitlich

riert, unterwirft sich nicht flüchtigen

aber gehen sie mit dem ihnen anver-

Trends oder zeitgeistigen Strömun-

trauten Markenkapital beim Versuch

gen, macht von Beginn an ein klares

einer Repositionierung des Unterneh-

Statement, das nicht jedem gefallen

mens intellektuell plump und hand-

muss, ja gefallen kann. Und bleibt ih-

werklich stümperhaft vor. Gut gemeint

ren über Jahrzehnte etablierten visuel-

ist nun einmal nicht gut gemacht.

len Elementen treu. Die Kunst besteht in der Balance zwischen Konstanz und

Schreiben Sie uns auch Ihre Meinung

Anpassung – Letzteres, ohne den for-

oder geben Sie uns Anregungen für künf-

mulierten Markenwillen aufzugeben.

tige Analysen unter verlag@m-profile.de.


35 Mai 2013 Ausgesiebt

BURGER KING

Neue Gefechtsstrategie Absender: Burger King, München Agenturen: Heimat, Berlin / Interone Worldwide, München Es ist ein Kampf zwischen ungleichen Gegnern mit McDonald’s hier und Burger King dort, in dem Letzterem kein Lorbeerkranz winkt. McDonald’s erzielt hierzulande viermal mehr Netto-Umsatz, betreibt doppelt so viele Filialen und schöpft aus einem viermal so hohen Werbeetat. Welche Produktstrategien, Preisoffensiven und vergleichenden Reklameattacken Burger King auch immer fährt, das Unternehmen ist und bleibt der ewige Zweite im heimischen Bouletten-Gefecht. Umso klüger ist die Entscheidung, das Feuer auf den Marktführer einzustellen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Mit einer konsequent qualitativen Positionierung verlegt sich Burger King ab sofort darauf, die Claims nach hinten abzustecken, um Verfolger Subway auf Distanz zu halten. Dabei wird die Grillkompetenz, die in Deutschland noch nicht recht verfängt, künftig ein zentraler Hebel sein. Vorerst aber sollen vor allem frisch kredenzte Kaffeespezialitäten die Kundschaft davon überzeugen, dass Burger King der Konkurrenz in Sachen Geschmack und Qualität überlegen ist. fazit: Das Unternehmen will für mehr stehen als für den „Whopper“. Auch wenn das populäre Kaffee-Thema vergleichsweise spät gespielt wird – den Blick vom Wettbewerb weg auf sich selbst zu richten und die eigenen Stärken zu betonen, verleiht der Marke Burger King in Deutschland neues Zukunftspotenzial.


36 Mai 2013 Ausgebsiebt

Ausgesiebt:

Markenführung COMMERZBANK

Kalkulierter Kotau Absender: Commerzbank, Frankfurt/Main Agentur: Thjnk, Hamburg Die Fachjournaille lobte den neuen Auftritt der Commerzbank als mutig, die im November 2012 gestartete Kampagne als wegweisend für ihre Branche. Tatsächlich ist die Sache weder mutig noch wegweisend, sie entspringt der blanken Not und reinem Kalkül. Da verspricht Deutschlands zweitgrößtes Finanzinstitut – vor vier Jahren mit 18 Milliarden Euro Steuergeld vor der Pleite gerettet und seit letztem Herbst offiziell nicht mehr „systemrelevant“ –, nun wirklich alles besser zu machen. Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln? Werden künftig unterbleiben. Bonus-Bimbes für böse Banker? Bei uns nicht mehr drin. Alte Mütterchen mit lang laufenden Anlageprodukten um ihr Vermögen prellen? Nie wieder! Ab sofort sollen Kundeninteresse und -zufriedenheit „unser Leistungsangebot bestimmen“ – ach, interessant: Galt bisher also nicht?! Man wolle „die Bank an Ihrer Seite“ sein, schleimt die Coba. Um sich als „fairer, verlässlicher und kompetenter Partner“ zu positionieren, macht der Konzern bis 2016 einen dreistelligen Millionenbetrag locker. Verbranntes Geld. Und dann war bei der Kampagne offenbar auch noch ein hirnverbrannter Texter am Werk. Aber der noch einmal aufgetragene Slogan aus besseren Tagen musste ja unbedingt in einem eigenen Satz stehen. Zum Teufel also mit den Regeln der deutschen Sprache. Wer hält sich schon an Regeln. fazit: Kalkulierte Gefühligkeit geht selten gut. Und alle Versprechen des Commerzbank-Managements in jüngerer Vergangenheit erwiesen sich letztlich nur als Lippenlärm.


37 Mai 2013 Ausgesiebt

GERMANWINGS

Ready for Take-off? Absender: Germanwings, Köln Agenturen: Lukas Lindemann Rosinski, Hamburg / KW43 Branddesign, Düsseldorf Das nennt man kreatives Sparen: Um Kosten zu drücken, defizitäre Teilmärkte zu stimulieren und mittelfristig den operativen Konzerngewinn signifikant zu steigern, will die Lufthansa aus der Not eine Tugend machen. Zum 1. Januar 2013 hat Deutschlands führende Airline ihren gesamten innereuropäischen Direktverkehr mit der Tochter Germanwings verschmolzen. Der neue Name der konzernübergreifenden Discount-Marke lautet – theoretisch gleichfalls clever – Germanwings. In deren Auftrag fliegt künftig auch der LH-Regionalcarrier Eurowings, der bisher ausschließlich Strecken für die Mutter bediente. Mit welchem Marketingkonzept es der neuen alten Tochter gelingen soll, vor allem Geschäftsreisende zu binden und welche Agentur die Kampagne umsetzen wird, steht noch in den Sternen. Zweifellos begibt sich die Lufthansa mit dem Germanwings-Neustart am 1. Juli in ein Haifischbecken, in dem hierzulande rund 20 Low-Cost-Airlines nach Ködern schnappen, allen voran Ryanair und Easyjet, aber auch eine Air Berlin. fazit: Die 30 Millionen Euro teure Umstrukturierung des Europa-Geschäftes ist eine Wette auf die Zukunft. Der Erfolg der neuen Germanwings entscheidet sich daran, ob es gelingt, das Markenimage der Lufthansa auf sie zu übertragen, ohne eine „LH light“ daraus zu machen – und ihren Betrieb zuverlässiger zu gestalten als bisher. Denn Verspätungen nimmt besonders eine Zielgruppe jedem Verkehrsträger übel: Geschäftsreisende.


38 Mai 2013 Macher

Im Unruhestand: beinahe sein ganzes leben hat Josef Wagner der Produktion von bergstiefeln und Wanderschuhen gewidmet – bis heute in seiner firma Hanwag per Hand gefertigt. Auch im betagten Alter denkt der Unternehmer nicht daran, sich zurßckzuziehen. Doch das Gelände wird unwegsamer, die fast zwei Milliarden Euro schwere Outdoor-branche steht vor einer Konsolidierung. Dem will Hanwag mit einer Neupositionierung der Marke begegnen.


39 Mai 2013 Macher

SCHUHHERSTEllER HANWAG

Nicht kaputt zu kriegen Text: Peer brockhöfer

Josef Wagner blickt nicht auf sein Lebenswerk zurück, er steckt noch mittendrin. Jeden Tag kommt der 91-Jährige in den Betrieb. Hier hat er einst bei Onkel Hans das Schusterhandwerk gelernt und später drei Jahrzehnte lang die Geschäfte geführt. Ruhestand? Davon will „Sepp“ Wagner nichts wissen. Die Schuhfabrik Hanwag ist sein Leben, er ein Unternehmer durch und durch. Und jetzt ist Wagner auch noch „Outdoor Celebrity of the Year“. Die Produktionshallen stehen am Rand des oberbayrischen Vierkirchen, einem Örtchen mit gut 4.000 Einwohnern und S-Bahn-Anschluss nach München. Hier hat Hans Wagner 1921, im Geburtsjahr seines Neffen Josef, den Grundstein für eine der erfolgreichsten Outdoor-Marken in Deutschland gelegt. Bis heute werden unter seinem Namenskürzel Hanwag Bergstiefel verkauft, die zu den Besten gehören, die man von der Stange kaufen kann. Exklusiver sind nur in reiner Handarbeit maßgeschneiderte Treter – ein Service, den Hanwag als einziger Fabrikant im alpinen Schuhsegment kürzlich wieder ins Programm genommen hat.

Æ


40 Mai 2013 Macher

Als Josef Wagner im Jahr 1936 seine Lehre begann, waren Einzelstücke noch Standard. „Wir arbeiteten damals nur nach Auftragseingang“, erinnert er sich, „wenn einer drei Paar

„Outdoor-Kunden sind Produkt-Nerds“

Schuhe bestellte, dann wurden halt drei Paar Schuhe gefertigt.“ Hanwag

Marketingexperte Thomas Witt über die fortschreitende Technisierung im

hatte sich im Alpinbereich mit hoher

Markt der Natur-, Sport- und Freizeitausrüster, riskante Vertriebsstrategien

Qualität und Liebe zum Detail schnell

sowie Chancen durch Social Media.

einen guten Namen unter Bergsteigern und Wanderern gemacht. „Bereits Mitte der 1920er-Jahre begann mein Onkel mit der Produktion von echt zwiegenähten Stiefeln“, erzählt Wagner. „60 Stiche brauchte ein einziger Schuh der Größe 42 damals – jeder einzelne per Hand genäht.“ Heute beinahe unvorstellbar.

Der Markt für Outdoor-Produkte verzeichnet nach wie vor gute Wachstumsraten. Woran liegt das? Witt: Je technischer und digitaler die Welt wird, desto größer ist die Sehnsucht nach Natur und Abenteuer. Smartphones und Tablet-PC geben uns zwar das Gefühl von Freiheit, letztlich strukturieren sie aber unser Leben und gaukeln uns Freiheit nur vor. Technisierung und Digitalisierung werden fortschreiten, und damit auch der Trend zu Outdoor-Aktivitäten. Findet aber nicht auch eine Technisierung

Dank einer klaren Fokussierung auf Bergstiefel und Wanderschuhe über-

von Outdoor-Produkten statt?

stand Hanwag die Kriegsjahre, als mo-

Witt: Hier liegt tatsächlich eine Ambivalenz vor. Einerseits werden immer aus-

dische, preisgünstige Schuhe aus Ita-

gefeiltere Materialien entwickelt. High-Tech übt eine Faszination aus. Anderer-

lien auf den deutschen Markt kamen.

seits spürt jemand in einer knisternden High-Tech-Jacke im Wald, dass er dort

Von den 188 Schuhfabriken, die es

die natürlichen Eindrücke nicht mehr richtig wahrnimmt. So erklärt sich der

1948 in Bayern gab, sind nur 16 üb-

derzeitige Erfolg traditionell geprägter Marken.

rig geblieben. Eine davon ist Lowa, das steht für Lorenz Wagner, dem Bruder von Hans Wagner. Eine Adidas-

Viele Hersteller weiten ihr Produktangebot immer mehr aus. Verwässert das nicht den Markenkern?

Puma-Story im Outdoormarkt quasi:

Witt: Nicht unbedingt. Der Alpinsport-Ausrüster Mammut hat nun auch Trek-

Lowa hat nur geklebte Sohlen im

kingschuhe im Programm und ist nach wie vor bei Bergsportlern hoch ge-

Programm – anders als Hanwag, ei-

schätzt, da man sich kompromisslos im alpinen Bereich positioniert. Proble-

ner der wenigen Hersteller, die stets

matischer finde ich, wenn Produkte über möglichst viele Vertriebskanäle an

„Zwiegenähte“ im Angebot hatten.

den Mann gebracht werden sollen. Das funktioniert bei The North Face, die 70

Das zahlt sich nun aus, denn nach allem High-Tech-Hype in der Branche besinnen sich viele Kunden auf das Ursprüngliche.

Prozent der Kaufimpulse über modische Aspekte erzielen. Traditionsbewusste Marken laufen eher Gefahr, an Authentizität zu verlieren. Outdoor-Marketing nutzt stark Social Media, ContentMarketing scheint dagegen ein alter Hut zu sein.

Marketingleiter Bastian Jung, erst seit November 2012 im Amt, bestätigt das: Zwiegenähte Treter sind ein absolu-

Witt: Outdoor-Kunden sind Produkt-Nerds, die ihre Erfahrungen schon immer viel untereinander ausgetauscht haben. Mit klassischem Marketing kann man

ter Renner. Und Modelle der „Tatra“-

Emotionen wecken, und das wird auch getan. Aber man trifft kaum jemanden,

Serie. „Dabei handelt es sich um ei-

der sein Produkt wegen der Werbung gekauft hat. Öfter aber, weil es von einem

nen klassischen Wanderschuh, den

anderen empfohlen wurde. Hinzu kommt, dass wir es hier mit einer Zielgruppe

es als Goretex- und als Vollleder-Ver-

zu tun haben, die schon früh offen für neue Kommunikationswege war. Deswe-

sion gibt“, erklärt Jung. Der 29-Jäh-

gen ist es nur konsequent, dass etwa bei Globetrotter die Kunden schon lange

rige hat Hanwag während seines Trai-

vor Facebook und anderen sozialen Netzen Produkte bewerten konnten. Und

neeprogramms bei der schwedischen

früh haben Hersteller das betrieben, was man heute Content-Marketing nennt.


Gipfels

türme

r: Jose

f „Sep

p“ Wa

gner

Fenix Outdoor Group kennengelernt, zu der Marken wie Fjällräven, Primus (Kocher) oder Brunton (Kompasse) sowie der schwedische Outdoor-Händler Naturkompaniet gehören. Jung will möglichst viel von dem, was Hanwag ausmacht, in die Zukunft übertragen – und das hat viel mit Josef Wagner zu tun. Der enge Kontakt zum „Wagner Sepp“ ist ihm deshalb wichtig. Demnächst soll die Markenpositionierung überarbeitet werden. Wagner wollte sein Werk am liebsten als Familienbetrieb weitergeführt sehen und an seine Tochter übergeben, die bereits im Unternehmen arbeitete. Doch

Der Fokus soll wei-

sie verstarb. „Die schwere Zeit danach

terhin auf hochwertigen, traditionell

war geprägt von Ungewissheit, wie

gefertigten Schuhen und Stiefeln für

der immensen

es mit der Firma weitergehen sollte“,

lange Wanderungen und anspruchs-

Belastungen, denen er im

blickt Wagner zurück. „Mit Anfang

volle Bergtouren liegen; pro Jahr

Alltag ausgesetzt ist. „Die Leute brin-

80 musste ich mir ernsthaft Gedan-

stellt Hanwag stolze 300.000 Paar her.

gen uns Schuhe zur Reparatur, die

ken um die Zukunft von Hanwag ma-

Was den Markenkern schützt, berei-

sind schon 15 Jahre alt. Da machen

chen. Ich suchte nach einem adäqua-

tet indes Nachwuchssorgen. Han-

wir neue Sohlen drunter. Denn alle

ten Käufer, dem ich die Übernahme

wag findet nicht mehr genug Arbeits-

Hanwag-Modelle sind wiederbesohl-

aller Arbeitsplätze zur Voraussetzung

kräfte, die die zwiegenähte Machart

bar“, wirbt Wagner. Darauf ist er stolz.

machte.“ Neben Vierkirchen – hier sit-

noch beherrschen. „Es gibt nur noch

Das darf er auch; Wagner hat sich

zen 45 Mitarbeiter – gibt es noch Pro-

wenige Schuhhersteller, die echte

um seine Zunft verdient gemacht und

duktionsstandorte in Ungarn, Kroa-

,Zwiegenähte’ schustern“, bedauert

fühlt sich selbst in hohem Alter fit

tien und Rumänien.

Wagner. Ihm war es persönlich „im-

für den steilen Aufstieg, Hanwag auf

mer wichtig, diese traditionelle Kunst

die Zukunft auszurichten. Weltkrieg,

Am Ende ging der Hersteller 2004 an

weiterzugeben – das hat bis heute

Wirtschaftskrisen, fehlgeschlagene

die schwedische Fenix. „Ich weiß, dass

gut funktioniert“, sagt Wagner. Han-

Nachfolge: Wagner hatte manche

Hanwag in guten Händen ist“, bekräf-

wag bildet deshalb selbst Mitarbei-

Prüfung zu überstehen – und jede er-

ter aus, die das Handwerk von Grund

folgreich gemeistert. Dafür wurde er

auf lernen. Erst kürzlich hat wieder

2012 auf der Outdoor-Messe in Fried-

eine junge Auszubildende in Vierkir-

richshafen zur „Outdoor Celebrity of

chen angefangen. So ein „Zwiege-

the Year“ ernannt. Der Mann ist ein-

nähter“ hält eine halbe Ewigkeit, trotz

fach nicht kaputt zu kriegen. ¢

tigt Wagner. Das Unternehmen soll so weitergeführt werden wie bisher und das Qualitätsniveau auf dem hohen Level bleiben. „Wenn du etwas nicht von Grund auf machst, kannst du es gleich vergessen“, lautet die Philosophie des Seniors, „so ein Bergschuh besteht aus 160 Teilen.“ Deshalb bleibt Schuster Hanwag bei seinen Leisten. In Vierkirchen konzentriert man sich auf die Kernkompetenzen und weitet die Modellpalette nicht – dem Trend folgend – beispielsweise in Richtung Speed-Hiking aus.

Wenn du etwas nicht von Grund auf machst, kannst du es gleich vergessen“


42

:PROFILE Mai 2013 Marketing


43 :PROFILE Mai 2013 Marketing

Radio in Bits und Bytes Text: Vera Günther

32 Millionen Deutsche hören Radio übers Internet, zumindest gelegentlich. Das merken so langsam auch die Werbungtreibenden. Erstmals werden bei einigen Webradioangeboten die Werbeplätze knapp. Es war ein großer Tag, als am Hei-

geworden. Das klassische Radio-

füllen müssen, auf allen techni-

gerät in der Küche oder im Auto

schen Verbreitungswegen präsent

hat zwar immer noch großen Stel-

zu sein“, unterstreicht Wolfgang

lenwert, die Hörer von heute rufen

Sauer, Marketingleiter BR Media.

aber zunehmend auch über andere

Das allein schon deshalb, weil

Endgeräte Audio-Inhalte im Netz

etwa 85 Prozent der Webradionut-

ab – zu Hause über PC und WLAN-

zung von den klassischen UKW-

Radio oder Tablet, unterwegs über

Radioprogrammen erzielt wird,

Smartphone.

wie Sauer vorrechnet. Genügend

ligabend 1906 das erste öffentliche

Hörer finden sie da: In den ver-

Radioprogramm über den Äther

Der Markt hat inzwischen eine ve-

gangenen zwei Jahren sind die

ging. Die erste Sendung, von Brant

ritable Größe erreicht: 3.021 inter-

Nutzerzahlen für alle internetba-

Rock im US-Staat Massachusetts

netbasierte Radioangebote zählte

sierten Hörfunkangebote um 117

ausgestrahlt, bestand aus einem

Goldmedia in seinem „BLM Web-

Prozent gewachsen. Laut Angaben

vorgelesenen Bibeltext, Grammo-

radiomonitor 2012“. Dazu zählen

des Bundesverbands für Digitale

phonmusik und dem live auf Vio-

Web-only-Programme

ebenso

Wirtschaft (BVDW) hören mehr als

line gespielten Lied „O Holy Night“.

wie die etablierten UKW-Marken,

32 Millionen Bundesbürger zumin-

Dass ein oder gar mehrere Radio-

die ihre Radiostreams live auch

dest gelegentlich Radio im Inter-

geräte bald in jedem Haushalt ste-

über den Browser oder die Radio-

net. Grundlage für die BVDW-Be-

hen würden, das Radio gar irgend-

Apps übertragen. „Insgesamt zei-

rechnung bildet die repräsentative

wann aus jeder Hosentasche dudelt,

gen alle Ergebnisse, dass Radio-

Studie „Mediascope Europe“ des

hätten sich die faszinierten Zuhörer

programme, die erfolgreich sein

IAB Europe mit einer Umfrage un-

damals sicher nicht träumen lassen.

wollen, neben vielen programmli-

ter mehr als tausend Personen

Radio ist zum Multichannel-Medium

chen Basics auch die Vorgabe er-

über 16 Jahren in Deutschland. Æ


44 Mai 2013 Marketing

„In Deutschland entwickelt sich der Markt für Audio Digital

2012 scheint der Knoten langsam geplatzt zu sein. Bei Ra-

überdurchschnittlich gut“, sagt Rainer Henze, Vorsitzender

dio Energy etwa waren die Werbeplätze im Webradio schon

der Fachgruppe Audio Digital im BVDW und Vorstand des

Anfang November für den Rest des Jahres 2012 ausverkauft.

Webradioangebots Laut.fm. „Zahlreiche Nischensender und

„Insbesondere Agenturen und Kunden, die selbst über den

auch das Vollprogramm bieten genau die Inhalte für wirk-

ROI gemessen werden, sind gegenüber der Transparenz

lich jeden Musikgeschmack. In diesem hoch emotionalen

und Messbarkeit von Webradio äußerst affin. Sie wollen

Umfeld ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für eine ziel-

ihre Werbebotschaft naturgemäß ohne Streuverluste für die

gruppengenaue Ansprache.“ Dass es sich dabei nicht nur

Marke platziert wissen“, sagt Caroline Grazé, Head of On-

um ein paar versprengte Internet-Nerds, sondern eine äu-

line & New Business bei Radio Energy. Für 2013 gilt es nun

ßerst interessante Zielgruppe handelt, untermauert auch die

das vermarktbare Inventar zu erhöhen. „Wir eruieren gerade

Media-Analyse Radio: Der durchschnittliche Webradio-Hö-

die Möglichkeiten, auch Abrufe aus dem Ausland zu mone-

rer ist demnach jünger als 39 Jahre (59 Prozent), berufstätig

tarisieren“, so Grazé. Neue Werbemöglichkeiten ergeben

(63,3 Prozent) und verfügt über ein hohes Haushaltsnettoein-

sich zudem in den neuen Dating- und Smart-TV-Apps, die

kommen von 3.000 Euro und mehr im Monat (43,3 Prozent).

Energy Mitte Dezember launchen wird.

Cookies im Radio

Auch Matthias Mroczkowski, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb beim Webradio-Vermarkter Audimark, ist mit der

Durch die aus der Onlinewerbung bekannten Mechanismen

Entwicklung des Werbegeschäfts durchaus zufrieden: „Die

wie Targeting und Capping können Kampagnen nach un-

Nettowerbeerlöse lagen 2012 im einstelligen Millionenbe-

terschiedlichen Parametern wie Endgeräten, Musik-Genres,

reich.“ Auch die Wachstumsraten seien äußerst zufrieden-

demografischen Daten, vom User verwendeten Betriebs-

stellend, wie im Vorjahr gelang es Audimark, seinen Umsatz

systemen, zeitlichen Aspekten, bestimmten thematischen

zu verdoppeln. 100 Prozent mehr Webradio-Umsätze ver-

Umfeldern oder spezifischen Musikfarben ausgerichtet wer-

meldet zudem Radiovermarkter RMS für das zweite Halbjahr

den. Auf Basis von „Predictive Behavioral Targeting“ ist die

2012: „Wir konnten sowohl Bestandskunden entwickeln, als

gezielte Fokussierung bestimmter Konsumentengruppen

auch viele neue Kunden zur Belegung des Kanals bewegen“,

über das gesamte Webradio-Portfolio möglich. Als neu-

erklärt RMS-Geschäftsführer Florian Ruckert. Die Buchungs-

este Spielart bietet Laut.fm zudem das Konzept des „Mood-

situation mit Audiospots im Webradio sei mittlerweile so

Targetings“ an, mit dem Werbebotschaften sogar auf die

gut, dass der Vermarkter die zunächst stark begrenzten

Tonart der laufenden Songs – romantisch, rasant, fröhlich

Werbeflächen erweitern müsse, um der Nachfrage gerecht

oder traurig – abgestimmt und dann direkt in diesem Um-

zu werden. Die Liste der Werbekunden, die zuletzt auf den

feld ausgespielt werden können. „Dabei werden die wich-

von RMS vermarkteten Internetsendern geworben haben,

tigsten Songs im Laut.fm-Titelpool mit Mood-Tags verse-

liest sich in der Tat wie das Who’s who der Mediaspender:

hen. Der Ad-Server erkennt dann vollautomatisch, welche

Telekommunikationsanbieter wie Telekom, Vodafone und

Stimmung auf einem Sender gerade vorherrscht und spielt

Samsung teilen sich die Werbeplätze mit Automobilher-

bei passender Mood den entsprechenden Spot ein“, erklärt

stellern wie Peugeot und Citroen oder Handelsunterneh-

Rainer Henze das Prinzip.

men wie TOOM und Rewe.

Angesichts derart deutlicher Vorzüge müssten die Werbekunden Schlange stehen. Die Werbebudgets hinken der

Radio sehen und hören

Webradionutzung jedoch deutlich hinterher. Für 2011 weist

Nicht selten wird dabei ein als Preroll geschalteter Hör-

der Webradiomonitor Nettospendings von 14,1 Millionen

funkspot durch Displaywerbung auf der entsprechenden

Euro für internetbasiertes Radio aus. Zum Vergleich: Das

Webseite verstärkt. Response Banner heißt das bei Ra-

klassische Radio erwirtschaftete im gleichen Zeitraum Wer-

dio.de. Die Plattform, die zur Internetheimat von mehr als

beeinnahmen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro brutto. Doch

7.000 UKW-Sendern, Online-only-Radios und Podcasts ... Æ


... geworden ist, hat die Kombination

Bahners zufolge. „Viele Sender ha-

tionssituation. Wir wissen, dass fast

aus Preroll-Audiospot und Banner als

ben diese Werbeform adaptiert. Das

30 Prozent der Hörer Laut.fm auch

Erste etabliert. „Höchst wirksam“, er-

freut uns sehr und führt dazu, dass

über Kopfhörer genießen“, so Rainer

klärt Radio.de-Geschäftsführer Bern-

sich Webradio dann hoffentlich bei

Henze. „Diese Kampagne ist ein schö-

hard Bahners. „Beim Webradio haben

Planern etabliert.“

ner Erfolg fürs Webradio insgesamt,

wir ja die besondere Situation, dass

denn Sony hat seit fast fünf Jahren

die Hörer ihre volle Aufmerksamkeit

Mit Sony kehrte zuletzt ein abtrün-

keine Radiowerbung mehr gemacht.“

auf die Werbung richten können. Der

niger Markenartikler ins Radio zu-

Hörer will Radio hören, sieht den Ban-

rück. Der Unterhaltungselektronik-

Der Werbemarkt im Webradio springt

ner und hört auf der Audio-Spur den

Hersteller warb auf Laut.fm für seine

an, und das obwohl die Gattung

passenden Spot.“ Bis zu zwei Prozent

MDR1-Kopfhörer. „Da passt das Pro-

noch meilenweit von einheitlichen

Klickraten erzielen die Response-Ads

dukt einfach hervorragend zur Rezep-

Standards und einer übergreifenden


47 Mai 2013 Marketing

Mediawährung entfernt ist. Die Diskrepanz zwi-

CASESTUDY ELV

schen klassischem und webbasiertem Radio könnte

Umsatzsteigerung mit Webradio-Monokampagne

kaum größer sein. „Radio wird klassisch tage- oder wochenweise gebucht, parallel zur Kampagnenlaufzeit. Die Entscheidung des Kunden für einen

Anbieter: ELV Elektronikversandhaus

Sender oder eine Senderkombination liegt natur-

Ziel: Umsatzsteigerung des Onlineshops www.elv.de

gemäß in dessen Werten aus Media-Analyse oder

Zielgruppe: Männer zwischen 20 und 59 Jahren

der Funkanalyse Bayern begründet. Im Webradio geht es aber plötzlich um tatsächliche Ausspielun-

Kampagne: Mit einem 20- und einem 30-Sekundenspot warb ELV

gen, Ad- Impressions, die auch noch geolokalisiert

einmal zwei Wochen und einmal eine Woche im Februar und März

werden oder nach Endgerät gefiltert werden kön-

2012 in allen Sendern des Audimark-Portfolios.

nen“, grenzt Caroline Grazé die zwei Welten von-

Tracking: Audimark ermittelte den durch die Webradiobelegung

einander ab. Dieter Müller, Direktor Forschung &

erzielten kurzfristigen Zusatzumsatz für ELV. Das dabei eingesetzte,

Service beim Vermarkter AS&S, bringt Problem

von Audimark entwickelte „Direct Conversion Tracking Tool“ wählt

Nummer zwei auf den Punkt: „Es ist richtig, dass

eine Stichprobe aus und misst deren Kaufverhalten im Onlineshop.

jeder Dritte bereits Radio über Internet gehört hat,

Durch den Vergleich einer Gruppe mit und einer ohne Kampagnen-

täglich tun dies allerdings bislang nur fünf Prozent

kontakt lässt sich so der durch die Kampagne erzielte Zusatzumsatz

der Bevölkerung. Und diese hören meist ihren be-

beziffern, der dann auf die Gesamtheit projiziert wird.

vorzugten UKW-Sender als Simulcast Stream.“ Lediglich knapp ein Prozent der Bevölkerung schaltet täglich ein spezielles Webcast-Radio ein, so die Rechnung Müllers. Nur bei dieser Radionutzung seien die Hörer nicht mit konventioneller Radiowerbung erreichbar. Was fehlt, ist also eine Audio-Konvergenzwährung, eine Erhebung, die Hörer von Webradio und klassischem Radio unter einen Hut bringt. „Eine gemeinsame Währung muss aufschlüsseln, wie sich die Reichweiten kumulieren, welche Überschneidungen es zwischen klassischem und Webradio gibt und wie viel wirklich zusätzliche Nettoreichweite dadurch entsteht“, erklärt Matthias Mroczkowski. Die entsprechenden Gremien bei der Arbeitsgemeinschaft Mediaanalyse (AG.MA) und der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) beschäftigen sich bereits mit dem Thema. Doch das kann dauern, weshalb Audimark schon mit eigenen Daten aufwartet. Ende letzten Jahres erschien der dritte Webradiotest. Der liefert zwar auch keine übergreifenden Daten für klassisches und internetbasiertes Radio, ergänzt die technische Meldung der Onlinezugriffe aber um eine Panelbefragung, die Aufschluss über die Demografie der Webradiohörer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gibt. Auch die Audimark-Erhebung kommt zum Schluss: „Die demografische Struktur von Webradio nähert sich immer stärker der Gesamtbevölkerung an.“ Und die wird ja bekanntlich immer internetaffiner.

¢

Ergebnis: Der kurzfristige Umsatz der Gruppe an Hörern mit Kampagnenkontakt lag 254 Prozent über einer gleich großen Kontrollgruppe an Hörern, die die Kampagne nicht gehört hatten. Lautsprecher-Spezialist Teufel warb auf Radio.de mit Audiospot und begleitender Bannerwerbung


© Shutterstock

48 B usiness F eature a dvertorial

Twitter, Facebook & Co.: Wenn es aus dem Wald, in den man hineinruft, plötzlich auch herausschallt

SOCIAL MEDIA

Die neuen Markenkommunikatoren Autor: Alexander Felsenberg

Eine Revolution der Kommunikation. Die stärkste Waffe des Konsumenten. Das Ende der OneWay-Kommunikation. Für die Veränderungen, die Social Media für die Unternehmenskommunikation mit sich gebracht hat, gibt es viele beeindruckende, fast apokalyptisch klingende Bezeichnungen, die den digitalen Kundendialog mystifizieren. Dabei will der Kunde via Social Media in erster Linie schneller und direkter, aber genauso kompetent und individuell beraten werden wie über andere Kanäle. Für Marketing- und Kommunikationsabteilungen bedeutet das nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch große Chancen.

Lange haben Marketing- und PR-Ab-

erleben, ist ein Prozess der Individu-

teilungen von Unternehmen ihre Bot-

alisierung: Die Individualisierung der

schaften in die Wälder, in denen sie

Massenkommunikation, bei der wie

ihre Zielgruppen vermuteten, hinein-

bei allen Kommunikationskanälen gilt:

gerufen. Seit Facebook, Twitter & Co.

Vertrauen gewinnen ist gut, Vertrauen

schallt es nun aus diesen auch her-

aufrechterhalten ist besser. Qualitäts-

aus, mitunter laut und deutlich. Denn

versprechen, die Unternehmen für ihre

Kunden möchten in sozialen Netzwer-

Leistungen und Produkte geben, über-

ken und Foren nicht mehr länger als

tragen sich auch auf die digitale Kom-

„Teil einer Zielgruppe“ angesprochen

munikation. Je höher die Qualität im

werden, wie das etwa bei klassischen

Dialog mit dem Kunden, desto glaub-

Massenkommunikationstools wie dem

würdiger und damit wertvoller die

Newsletter der Fall ist. Sie wollen viel-

Marke. Dies gilt für Social Media umso

mehr als Individuum gesehen werden

mehr, als dass sich hier Fehler oder Ver-

und erwarten dementsprechend, dass

säumnisse sehr viel schneller und für

der Kommunikationspartner auf Unter-

Millionen Nutzer sichtbar verbreiten.

nehmensseite ganz individuell auf die persönlichen Probleme und Wünsche

Diejenigen Mitarbeiter, welche diese

eingeht. Was wir durch Social Media

Mammutaufgabe „Vertrauen auf-


49 B usiness F eature a dvertorial

bauen – Vertrauen bewahren“ tag-

Vor diesem Hintergrund sind die Ver-

ist avocis interactive, ein Joint Ven-

täglich stemmen, müssen neben dem

antwortlichen im Unternehmen gut be-

ture zwischen admazing, einer Online-

fachlichen Know-how auch über eine

raten, sich vor dem Schritt ins Social

Marketing-Agentur, und avocis, einem

entsprechende Dialogkompetenz

Web eingehend zu überlegen: Haben

der größten Dialog-Kommunikations-

verfügen. Denn sie haben sehr viel

wir die nötigen Ressourcen für einen er-

dienstleister in der DACH-Region. Für

stärker als früher die Aufgabe, die

folgreichen Markendialog in Social Me-

avocis ist der qualifizierte Kunden-

Marke mit allen ihren Eigenschaf-

dia? Schließlich sollen spätere Social-

dialog Teil des täglichen Geschäfts.

ten zu vertreten. Der Grund hier-

Media-Berater nicht nur hinsichtlich

Mit avocis interactive wird diese jahre-

für liegt in der Individualisierung

Branche, Portfolio und Kommunika-

lange Expertise auf die digitale Kom-

Externe Dienstleister können magisches Dreieck „Professionalität, Flexibilität, Effektivität“ ideal abbilden der Massenkommunikation, mit der

tion fit sein, sondern zudem auch zeit-

munikation übertragen und an die

auch ein Wandel in der Ansprache

lich flexibel, also nach Bedarf und Stoß-

Kommunikations- und Nutzungsregeln

und dem Dialog um die Marke ein-

zeiten einsetzbar. Wie also bringt man

von Social Media angepasst.

hergeht. Kunden wollen erwartungs-

Kosteneffizienz mit einem so hohen

gemäß und nicht zielgruppengemäß

Anspruch an Kompetenz bei gleich-

Entsprechend ausgesucht und gut

angesprochen werden. Doch was be-

zeitiger Flexibilität unter einen Hut? Die

ausgebildet ist auch das Personal: So-

deutet das für die tägliche Praxis?

Lösung liegt bei der Auslagerung an

cial-Media-Agents von avocis interac-

Wird aus dem förmlichen „Sie“ in

einen externen Dienstleister, der ge-

tive verfügen durch ihre Arbeit als Call

Briefen, in E-Mails und am Telefon

nau dieses magische Dreieck – Profes-

Agents und Kundenberater bei avocis

auf Facebook plötzlich ein vertrau-

sionalität, Flexibilität, Effektivität – ab-

bereits über fundiertes fachliches und

liches „Du“, weil man hier vor allem

bilden kann. Einer dieser Dienstleister

kommunikatives Know-how.

die jüngeren Generationen antrifft und man sich betont zeitgemäß geben möchte? Wie geht man mit kritischen Kommentaren oder Beschwer-

Insourcing vs. Outsourcing

den um, ohne beschwichtigend und floskelhaft zu wirken? Lasse ich als Unternehmen meine Social-Media-

Business-Topic Life-Cycle und Aufwand Abteilungsmanifestation

Aktivitäten an Wochenenden oder Feiertagen einfach ruhen, weil die Mitarbeiter ja schließlich auch Feierabend haben? Diese Fragen klingen banal, erwischen aber immer noch so manches Unternehmen eiskalt, wenn eine fundierte Social Media-Strategie und ein eigens dafür ausgebilde-

Strategie & Kompetenz Check Kosten-Nutzen-Evaluation Kostendruck Personal-Aufbau Know-how-Aufbau Ungewissheit Neues Thema kommt auf

tes Team fehlen. Denn ein schlechter

aus mehr als gar keiner.

Vorteile - Kosteneffizient - Personalflexibel (zeitlich / arbeitsrechtlich) Outsourcing: keine Abgabe von Hoheiten, sondern Investition in Vertrauensbildung

Social-Media-Auftritt schadet einer Marke und einem Unternehmen weit-

Outsourcing

Copyright© avocis

Æ


50 B usiness F eature a dvertorial

Haben sie bereits erste Erfahrungen

Bei der Entscheidung für einen exter-

wie Social Media die bestehenden

in Social-Media-Projekten gesammelt,

nen Dienstleister wird es immer maß-

Kommunikationsmedien nicht ver-

können sie eine Ausbildung zum So-

gebend sein, dass der Dialog im Sinne

drängt, sondern ergänzt, werden

cial-Media-Agent oder Community

der Marke geführt wird, und zwar über

auch die Social-Media-Berater die

Manager machen. Durch regelmäßige

alle Kanäle hinweg. Bei den Mitarbei-

Markenkommunikation nicht über-

Weiterbildungen, Trainings und Zerti-

tern von avocis interactive ist dies ge-

nehmen, sondern sie im Sinne ei-

fizierungen nach allen wichtigen EU-

währleistet: Das speziell geschulte

ner Multi-Channel-Kommunikation

Standards der Branche wird höchste

Community Management Team tritt

vervollständigen. Eines sollte man

Qualität und Leistungsfähigkeit si-

als Stimme des Auftraggebers auf und

aber im Hinterkopf behalten: Social

chergestellt. Da avocis aufgrund sei-

agiert wie eine interne Abteilung. So

Media ist ein Langzeitprojekt, das

ner internationalen Ausrichtung auf

bindet man den Kunden weiterhin an

viel Einsatz verlangt, aber auch vieles

Mehrsprachigkeit setzt, kann avocis

das Unternehmen, nicht an den exter-

leisten kann hinsichtlich Vertrauen

interactive ausgebildete Community

nen Dienstleister. Die Social-Media-

in Marke und Unternehmen, da mit

Manager für 13 Sprachen anbieten.

Mitarbeiter werden damit auch zum

kaum einem anderen Medium so di-

Hier handelt es sich fast ausschließ-

wichtigsten Verbündeten des Auftrag-

rekt und authentisch kommuniziert

lich um Muttersprachler, die nicht nur

gebers bei seiner Markenkommunika-

werden kann. Wie erfolgreich die-

die jeweilige Landessprache beherr-

tion im Social Web: Erbringen diese

ses Projekt ist, hängt dabei (auch)

schen, sondern auch um die kultu-

einen überzeugenden Service – kom-

vom richtigen Partner ab.

rellen Gepflogenheiten in der Kom-

petent, freundlich, zeitnah – bleibt

munikation wissen. Die Teams sind je

das im Gedächtnis des Kunden und

avocis interactive ist Anfang 2012

nach Bedarf einsetzbar und können

zahlt damit nachhaltig auf den Mar-

als Joint Venture von avocis und

auch den für Social Media so wichti-

kenwert ein.

admazing entstanden. Die bei-

gen 24/7 Community Service abbil-

den Unternehmen bündeln ihre

den. Selbst bei stark schwankenden

Wer bisher noch nicht den Schritt ins

personalen Ressourcen und ihr

Volumina kann somit ein kosteneffizi-

Social Web gewagt hat, muss nun

Know-how in den Bereichen On-

enter, dabei aber stets hochwertiger

(noch) nicht die Hände über dem

line-Werbung und Kundendialog,

Service geboten werden.

Kopf zusammenschlagen: Genauso,

um so umfassende Lösungen im Bereich Social Media anbieten zu können. avocis interactive organisiert den Dialog von Firmen

Always on: Unternehmen müssen sich an die Kommunikationsgewohnheiten in Social Media anpassen

und Kunden in Foren, Blogs, LiveChats sowie auf Facebook und Twitter. Die Leistungen von avocis interactive umfassen Community Management, Media, SEO/ SEM, Monitoring und Strategie. Aus diesem breiten Angebot werden, passend zu den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Kunden, die geeignetsten Maßnahmen zusammengestellt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und Zürich.

© Shutterstock

www.avocis-interactive.com

¢


51 Mai 2013 Magazin

INTERNAL EMPLOYER BRANDING

Mitarbeiter werden als Markenbotschafter verkannt Drei von vier Personalverantwortlichen hierzulande werten die Employer Brand als wichtigen Faktor, um ihr Unternehmen nach außen hin als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Im Gegensatz dazu hat ein Viertel noch nicht die richtigen Maßnahmen gefunden, um das interne Employer Branding – also Bindung und Identifikation der Mitarbeiter mit dem eigenen Haus – zu stärken. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung der Personalberatung Kienbaum in Gummersbach unter 234 Human-Resources-Managern aus

Firmen aller Größen. Lediglich ein Drittel der Unternehmen verfügt über strategische Instrumente, um die Belegschaft dauerhaft für die Arbeitgebermarke zu sensibilisieren. Gerade jedes vierte investiert in die Ausbildung eigener Mitarbeiter zu Markenbotschaftern, nur 20 Prozent organisieren Markenschulungen oder setzen interne BrandScouts ein. Im Ergebnis werde das Potenzial vernachlässigt, das das Personal für den Aufbau der Employer Brand bietet. www.kienbaum.de

CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY

Unternehmen verschwenden Millionen-Budgets

01

Microsoft

18

02

Google

03

Walt Disney

21

04

BMW

05

Apple

06

Daimler

07

Volkswagen

Adidas Ikea

… 24

Coca-Cola

… 37

Toyota

Trotz immenser Investitionen in die eigene Reputation sitzt das Gros … internationaler Top-Marken in einer Glaubwürdigkeitsfalle. Selbst bei 08 Sony 53 Unilever den 100 Unternehmen mit dem weltweit besten öffentlichen Anse09 Colgate-Palmolive … hen zeigen die Mega-Etats für Corporate Social Responsibility nur begrenzte Wirkung. Dies ist das Kernergebnis der aktuellen „CSR 98 Vodafone 10 Lego RepTrak 100“-Studie, für die das auf Reputation-Management spezialisierte Reputation Institute 47.000 Menschen in 15 Ländern befragt hat. Demnach spricht jeder Zweite der Wirtschaft prinzipiell die Fähigkeit ab, fair, transparent und verantwortungsvoll zu agieren. Als Grund für diese Einschätzung nennen die Studienautoren die Tatsache, dass Unternehmen ihre CSR-Investitionen nicht strategisch vornehmen, sondern als gesonderte Initiative respektive als isoliertes Investment betrachten. Positive Überraschung: Der deutschen Automobilbranche ist es gelungen, sich auch im Ausland einen guten Ruf zu erarbeiten. www.reputationinstitute.com

MARKTCHANCEN VON BILLIGAUTOS

Deutsche pfeifen auf Status Angesichts sich verschärfender Rahmenbedingungen, sinkender Kaufkraft und verändertem Nachfrageverhalten beschäftigen sich alle Volumenhersteller mit „Budget-Car“-Konzepten. Jüngst kündigte Marktführer Volkswagen die Einführung eines Billigautos zunächst in China an. Mittelfristig drohen Modelle für deutlich unter 10.000 Euro auch Deutschlands Straßen zu verstopfen. Das Marktforschungsinstitut Puls in Nürnberg hat daher die Marktchancen von Billigautos hierzulande untersucht. Demnach signalisiert immerhin jeder dritte Deutsche ein Kaufinteresse, wenn das Vehikel – im internationalen Vergleich für dieses Segment stattliche – 7.500 bis 8.500 Euro kostet. Im Unterschied zu Autokäufern anderer Länder akzeptieren die Bundesbürger aber auch bei „Budget Cars“ keine Abstriche bei Qualität und Sicherheit. Ebenfalls ein Drittel der Befragten sehen positive Abstrahleffekte von Billigautos auf das Image der jeweiligen Herstellermarke – nur die bis 30-Jährigen bewerten den strategischen Schritt der Differenzierung nach unten als kritisch. www.puls-marktforschung.de


52 Mai 2013

© fritz zühlke / pixelio.de

Magazin

JIM-JUGENDSTUDIE

Misstrauen in soziale Netze steigt Vier von fünf Jugendlichen in Deutsch-

kostengünstiger Flatrates nutzen die

Gerät installiert haben. Vom Service,

land bewegen sich mehrmals pro Wo-

Kids auch das Handy vermehrt, um im

auch mobil stets über Neuigkeiten in

Web zu surfen. Der Zugang zu sozia-

ihrer Community informiert zu sein,

len Netzen zählt hier zu den wichtigs-

machen bereits 41 Prozent (2011: 16

ten Apps, die Jugendliche auf ihrem

Prozent) Gebrauch.

che in Online-Communitys, 57 Prozent sogar täglich. Doch das Vertrauen der 12- bis 19-Jährigen in die Sicher-

39

heit der sozialen Netze schwindet rapide. Diesen Schluss lassen die Daten der JIM-Studie 2012 zu, die der Medienpädagogische Forschungs-

www.mpfs.de

Datensicherheit in Communities

- In Bezug auf den Schutz meiner Daten fŸ hle ich mich in meiner Community… Gesamt

10

44 sehr sicher

37

sicher

verbund Südwest (mpfs) seit 1998 ge-

MŠ dchen

10

45

meinsam mit dem Südwestrundfunk

Jungen

11

43

weniger sicher

8 gar nicht sicher

39

6

35

10

durchführt. 2011 gaben zwei Drittel der Jugendlichen an, in Sachen Datenschutz bei Facebook & Co. ein gutes oder sehr gutes Gefühl zu haben; aktuell behaupten das nur noch 54 Prozent. Die „Karriere“ in einer OnlineCommunity startet im Schnitt mit 12,7 Jahren. Dank der zunehmenden Verbreitung von Smartphones – immerhin jeder Zweite hat schon eines – und

12-13 Jahre

19

14-15 Jahre

53

12

16-17 Jahre

6

18-19 Jahre

7

42

11

Realschule

12

7 15 38

46

34

42 25

5

44 42 44

9 0

3

35

36

Hauptschule Gymnasium

25

48

40 50

7 8 8

75

100

Quelle: JIM 2012, Angaben in Prozent Basis: Nutzer von Online-Communities, n=1.034 www.mpfs.de


53 Mai 2013 Magazin

SEO UND SOCIAL MEDIA

CHANGE-MANAGEMENT

Leitfaden liefert Praxistipps

Mehrzahl der Projekte zum Scheitern verurteilt

„Social Search“ ist der Sammelbegriff für alle Synergien zwischen sozialen Netzwerken und Suchmaschinenoptimierung (SEO). Moderne Suchmaschinen werden die Möglichkeiten, die in Social Media stecken, verstärkt nutzen, um die Ergebnisse für User zu personalisieren und somit relevanter zu gestalten. Bisher jedoch betrachten Unternehmen SEO und Social Media oft noch getrennt. Mit einem aktuellen Leitfaden führt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in das Thema ein und gibt Handlungsempfehlungen zur Suchmaschinenoptimierung von Onlinepräsenzen und Inhalten in Social Media. Auf 40 Seiten liefert die Fachpublikation Praxistipps, greift zudem Definitionen über den Einfluss von Social Signals und Lösungen für die richtige Strategie auf. Bundesverband Digitale Wirtschaft/Düsseldorf, Dezember 2012; 29,90 Euro (Print), 10,00 Euro (PDF), 40 Seiten ISBN 978-3-942262-26-2, www.bvdw.org

Logistik/ E-Commerce

Printmanagement

Deutsche Unternehmen planen für ihre Change-Projekte im Schnitt jährlich gut 14 Millionen Euro und rund 1.300 Personentage ein. Auf ein separates Budget zur Begleitung der Prozesse wird allerdings zumeist verzichtet. Diese Analyse zieht das Change-Barometer von Mutaree. Als Folge seien lediglich 16 Prozent der angestoßenen Projekte auch tatsächlich erfolgreich, bilanziert die Veränderungsberatung mit Sitz im hessischen Eltville. Dabei könnte dem im Vorfeld mit eigenen, angemessen ausgestatteten Etats und angepassten Mitarbeiterkapazitäten entgegengewirkt werden, betont Mutaree – und sieht sich durch die Umfrageergebnisse zum Barometer bestätigt: Demnach halbiert eine professionelle Begleitung von Change-Projekten die ungewollte Fluktuation im Mittel auf 6,7 Prozent, erklären die Befragten. Der mit dem Prozess verbundene Produktivitätsverlust reduziert sich nach ihren Erfahrungen von 22,6 Prozent auf 10,2 Prozent. www.mutaree.com

Marketing Services

Partnerschaft leben

Den Richtigen erreichen! bildet die gesamte Wertschöpfungskette der Kommunikationsdienstleistungen ab. Von der ersten Idee über Kreativ-Konzept und kanalunabhängiger Erstellung und Distribution von Inhalten und Botschaften, sowie Produktion, Druck und Programmierung bis hin zur Lagerhaltung, Handling, Verpackung und Versand.

Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt.

Borek Kommunikation GmbH · 38832 Osterwieck · T 03 94 21-71-0 · F 03 94 21-71-270 · marketing@borekmedia.de · www.borekmedia.de


54 B usiness F eature a dvertorial

in unterschiedlichen Branchen. Das

fühlungsvermögen und Fingerspit-

Unternehmen versteht sich dabei als

zengefühl erforderlich. „Gerade die

kompetenter Partner und Berater für

ältere Kundin möchte sich bei einem

die besonderen Herausforderungen

Anruf bei uns gut aufgehoben fühlen“,

eines Callcenters, die in den letzten

betont Carsten Leschinski, Leiter des

Jahren enorm an Bedeutung gewon-

Kundenservices.

nen haben. Zu spüren bekommt das letztlich der Endkunde. Denn wenn

Bereits im Jahr 2008 entschied sich

dieser mit dem telefonischen Service

3Pagen dafür, Mystery Calls als zu-

3PAGEN MYSTERY

Quality Check im Contact Center Autorin: Charlotte Grohmüller

Dieter Süppmayer

Der Begriff „Mystery Calls“ führt bei

zufrieden ist und wieder bestellt, ha-

sätzliches Instrument in das Quali-

vielen Contact-Center-Managern und

ben alle einen guten Job gemacht

tätsmanagement aufzunehmen. Die

Mitarbeitern immer noch dazu, dass

und langfristig zufriedene und treue

Entscheidung des Versandhauses für

sie kurz zusammenzucken. Hierzu be-

Kunden.

die AC Süppmayer GmbH lag relativ

steht jedoch kein Grund, sind doch

nahe, da beide Unternehmen bereits

Mystery-Calls inzwischen fester Be-

Der Versandhändler 3Pagen führt im

im Bereich der Adress- und Laufzeit-

standteil des Qualitätsmonitorings

Rahmen seiner Qualitätssicherung seit

kontrolle erfolgreich zusammenarbei-

geworden, mit dem sich Defizite im

vielen Jahren Testanrufe durch. 3Pa-

teten. Dadurch fiel es leichter, die Ak-

Callcenter schnell erkennen und Po-

gen ist seit 1954 als Spezialversand-

zeptanz innerhalb des Teams und bei

tenziale identifizieren lassen.

haus für Deko-, Haushalts- und Ge-

der Arbeitnehmervertretung herzu-

sundheitsartikel auf dem deutschen

stellen, weil von vornherein klar war,

Immer mehr Unternehmen haben die

Markt tätig. Zielgruppe sind die „gol-

dass die Chemie zwischen den Unter-

Bedeutung erkannt und sich entschie-

den Ager“, für die eine vertrauensvolle

nehmen stimmt und man sich gegen-

den, Mystery Calls als zusätzliches Ins-

Beziehung basierend auf traditionel-

seitig vertraut. Die Bedeutung gegen-

trument in das Qualitätsmanagement

len Werten eine große Rolle spielt.

seitigen Vertrauens darf bei so einem

aufzunehmen. Die AC Süppmayer

Deshalb ist von den Mitarbeitern des

sensiblen Instrument wie den Testan-

GmbH ist Spezialist für Qualitätsmo-

internen Callcenters sowie den bei-

rufen nicht unterschätzt werden, denn

nitoring mit langjähriger Erfahrung

den Dienstleistern viel Geduld, Ein-

bei der Bewertung eines Gesprächs


55 B usiness F eature a dvertorial

spielen neben harten Fakten die wei-

satzartikeln bis hin zur Frage, ob sich

chen und eher subjektiven Gesprächs-

der Agent gegenüber dem Anrufer

merkmale eine wichtige Rolle.

geduldig genug zeigte.

Das Testerteam von Dieter Süppmayer

Über die zur Verfügung gestellten Er-

führte die Mystery Calls in regelmä-

gebnisprotokolle konnten die unter-

Die AC Süppmayer GmbH

ßigen Kampagnen durch. Mit dieser

schiedlichsten Kriterien selektiert,

wurde 1995 von Dieter Süppmayer ge-

Kontinuität konnten einerseits eine

ausgewertet und Schwerpunkte klar

gründet, der auf eine über 20-jährige

gewisse Selbstverständlichkeit und

identifiziert werden.

Erfahrung im Direktmarketing zurückblicken kann. Schwerpunkte des Leistungsspektrums sind Kontrollsysteme gegen Adressdiebstahl, CRM und Callcenter Monitoring sowie Beratungsleistungen zur Prozessoptimierung. Das Unternehmen beschäftigt dazu Mitarbeiter aus mehreren Ländern. Kunden sind unter anderem Weltbild, Otto, Axel Springer Verlag, Conrad, Bonprix, Office Depot und Bertelsmann. AC Süppmayer GmbH Dieter Süppmayer Saargemünderstraße 106 66271 Kleinblittersdorf Tel: 06805–9285 01 info@acsueppmayer.de www.acsueppmayer.de

andererseits Veränderungen und Ten-

Bei 3Pagen blieb es nicht bei dem Blick

Kunden 3Pagen von großer Bedeu-

denzen schnell erkannt werden. Die

auf die Statistiken, sondern die Pro-

tung. Dazu gehörten neben dem in-

Führungskräfte und das Trainerteam

tokolle wurden mit jedem Mitarbei-

tensiven Kontakt per Telefon und Mail

waren auf diese Weise in der Lage,

ter besprochen und die individuellen

auch regelmäßige Netmeetings und

zeitnah mit entsprechenden Maß-

Maßnahmen und künftigen Ziele verein-

Workshops zum Erfahrungsaustausch

nahmen zu reagieren, um bereits we-

bart. Neben der Betrachtung auf Mit-

und der Weiterentwicklung. Schließ-

nig später die Wirksamkeit prüfen zu

arbeiterebene lassen sich mit der Call-

lich bestand und besteht der An-

können.

centerControl des Süppmayer-Teams

spruch darin, dass die Kunden stand-

Organisationseinheiten miteinander

ortunabhängig, freundlich, kompetent

Bei den Testanrufen handelte es sich

vergleichen. Damit werden Mystery

und schnell bedient werden.

um typische Szenarien, wie sie auch

Calls zu einem interessanten Tool bei

im täglichen Betrieb vorkommen, wie

der Steuerung externer Dienstleister.

beispielsweise Bestellungen und Fragen zu Service und Produkten. Ge-

Um die Testschwerpunkte und die

prüft wurden etwa 30 Merkmale aus

Koordination der jeweiligen Testkam-

dem kommunikativen und fachlichen

pagnen richtig zu setzen, war die Zu-

Bereich. Das reichte von der korrekten

sammenarbeit zwischen der Projekt-

Begrüßung über das Anbieten von Zu-

leitung bei AC Süppmayer und dem

¢

Die 3PAGEN Versand und Handelsges.mbH ist eine 100%ige Tochter von 3SUISSES International. 3SUISSES International ist mit einem Umsatz von ca. 2,0 Mrd. Euro einer der größten französischen Versandhauskonzerne. Das wachstumsorientierte Unternehmen ist in 14 Ländern in Europa und Asien tätig und Teil der Otto Group.


56 B usiness F eature a dvertorial

MODERNES FULFILLMENT BEI PLANET SPORTS

Sportlicher Versand mit SPH-Software Autor: Frank Zimmermann Fotos: Planet Sports

Die Erfolgsgeschichte von Planet Sports begann vor 20 Jah-

die Planet Sports GmbH im Sommer 2012 ihre ERP, Logistik

ren mit einem kleinen Laden für Snowboardausrüstung im

und Fulfillment modern und zukunftssicher aufgestellt. Der

Münchener Umland. Heute ist das Unternehmen Europas

Partner der Wahl war hierbei im Bereich Software das Stutt-

größter Online-Shop für Boardsport, Streetwear & Shoes mit

garter e-Commerce Systemhaus SPH AG.

einem Bruttoumsatz von mehr als 100 Millionen Euro, der europaweit im Versandhandel sowie in mehreren Shops erwirt-

Bereits im Jahr 2011 zeichnete sich für die Geschäftsführung

schaftet wird. Im Fokus des Sortimentes stehen sämtliche

ab, dass die bestehenden Strukturen bei Planet Sports rund

Marken und Artikel rund um die Sportarten Surfen, Snow-

um ERP und Logistik dauerhaft nicht mit der dynamischen

boarden und Skaten. Um das dynamische Wachstum und die

Geschäftsentwicklung und der zunehmenden Internatio-

fortschreitende Internationalisierung des Geschäftes heute

nalisierung des Online-Handels würden Schritt halten kön-

und in Zukunft wirtschaftlich, kundenfreundlich und zuver-

nen. So startete in Abstimmung mit den IT-Verantwortlichen

lässig in den eigenen Prozessen von der Bestellannahme bis

ein Screening der möglichen Softwareanbieter. Im anschlie-

zur Auslieferung an der Haustüre abbilden zu können, hat

ßenden Auswahlverfahren fiel die Entscheidung im Bereich


57 B usiness F eature a dvertorial

ERP-Versandhandelssoftware – unter anderem im Wettbe-

über das Internet bestellenden Verbraucher beliefert. In

werb zu einer SAP-Lösung – zu Gunsten der Stuttgarter SPH

der 18.000 Quadratmeter großen Halle lagern rund 500.000

AG. Für die auf Microsoft Dynamics AX basierende Versand-

verschiedene Sport- und Mode-Artikel, vom Skate- und Surf-

handelslösung SPH-Direct sprach insbesondere, dass deren

board bis zu Schuhen, Sonnenbrillen, T-Shirts oder Uhren.

Standard zahlreiche Anforderungen der stark internationalen Ausrichtung des Geschäftes von Planet Sports abdeckte.

Alle logistischen Funktionen für Planet Sports vom Wareneingang über Qualitätskontrollen, Einlagerung und Kommissio-

Der Logistikanbieter Loxxess AG hat für Planet Sports im

nierung liegen heute in der Verantwortung von Loxxess. „Von

tschechischen Bor ein europäisches Zentrallagerkonzept

der Vertragsunterzeichnung bis zur Einlagerung der ersten

entwickelt und umgesetzt. Von dem neuen europäischen

Artikel vergingen lediglich zehn Wochen“, erläutert Dr. Hen-

Zentrallager, das kurz hinter der bayerisch-tschechischen

ner Schwarz, Geschäftsführer bei Planet Sports. „Aufbau und

Grenze liegt, werden seit April 2012 sowohl die eigenen

Inbetriebnahme unseres neuen Zentrallagers verliefen also ra-

Stores von Planet Sports wie auch die telefonisch oder

sant. Trotzdem gab es mit Loxxess nicht die ...

© Nitro, Snowboarder Eero Ettala

Æ


58 B usiness F eature a dvertorial

... sonst leider oft vorkommenden Ne-

die Zentrale gemeldet und dort um-

benerscheinungen wie mangelnde

gehend im Microsoft AX aktualisiert.

Warenverfügbarkeit oder fehlerhafte

Damit stehen die betreffenden Infor-

Prozesse.“

mationen unternehmensweit jederzeit in Echtzeit zur Verfügung.

Im dritten Quartal 2012 wurde softwareseitig auf die Versandhandelslö-

Eine besondere Herausforderung

sung SPH-Direct umgestellt. Diese Lö-

stellte die internationale Ausrichtung

sung der SPH AG deckt seither alle

von Planet Sports mit Lieferungen in

versandhandelsspezifischen Funkti-

viele verschiedene Länder dar. Für je-

onen von der Bestellerfassung über

des EU-Land gibt es Schwellenwerte

die Warenwirtschaft und das Retou-

für die Besteuerung. Die jeweils kor-

renmanagement bis hin zum Abrech-

rekte Mehrwertsteuerbehandlung von

nungswesen ab. Gegenüber dem sta-

Lieferungen und Retouren konnte mit

tus quo ante wurden das Finanz- und

den Möglichkeiten von MS Dynamics

Abrechnungswesen sowie die Bear-

AX sichergestellt werden.

beitung von Retouren, die zuvor separat inhouse durchgeführt wurde,

Und so sorgen die attraktiven Produkte

nahtlos in den Prozess integriert. Das

von Planet Sports im Zusammenspiel

Ergebnis ist ein deutlich effizienterer

mit den Dienstleistungen des Logisti-

und schnellerer Ablauf. Heute verge-

kers Loxxess und der innovativen Soft-

hen nur noch Sekunden, bis eine im

ware der SPH AG im Hintergrund heute

webshop aufgegebene Kundenbe-

für ungetrübte und freudige Einkaufs-

stellung als Versandauftrag im Logis-

erlebnisse in den webshops und Stores

tikzentrum vorliegt.

von Planet Sports.

Von großer Bedeutung für zuverlässige und schnelle Prozesse ist eine perfekte Verzahnung von ERP-Software und Logistik. Bestelleingang und Warenversand erfordern einen 24-Stundenservice. Das ist nur dann

SPH AG e-Commerce Systemhaus Maybachstraße 39 D-70469 Stuttgart Tel. +49 (0)711-8905 311 www.sph-ag.com

möglich, wenn alle Prozesse integriert ablaufen und kaum von einer Steuerung von Menschenhand abhängen. Bei Planet Sports war auch zu beachten, dass Zentrale und Logistik örtlich getrennt sind. Daher werden alle eingehenden Webshopaufträge integriert geprüft und erst dann an die Logistik gesandt. Alle Sendungsdaten der Logistik werden an die Zentrale zurückgemeldet und von dort sofort dem Kunden per E-Mail als versendet angezeigt. Falls Abweichungen zwischen Bestellung und Versand auftreten, werden die betreffenden Aufträge automatisch an

Weitere Standorte • Bad Mergentheim • Zug (Schweiz) • Boca Raton, Florida (USA) Mitarbeiter 50 (gesamt D, CH, USA) Jahresumsatz 5 Mio. in 2011 6,5 Mio. in 2012 Verbreitung der Software Über 80 Anwender in 14 Ländern

¢


59 B usiness F eature A dvertorial

Š Reef, Surfer Jay Thompson


60 B usiness F eature a dvertorial

Das Team bei Scholz Versand Service in Osnabrück liefert täglich bis zu 3.000 Pakete aus. Das System funktioniert aber auch bei Shops, die nur zehn Pakete in der Woche versenden.

FULFILLMENT

Profis hinter den Kulissen Autor: Holger Albers „Jede Sendung muss die Kunden in optimalem Zustand erreichen, pünktlich und zu vertretbaren Kosten“, so beschreibt Siegfried Scholz die Anforderung an die Leistung seines Unternehmens. Der Geschäftführende Gesellschafter der Scholz Versand Service OHG in Osnabrück weiß, wovon er spricht. Schließlich ist sein Unternehmen spezialisiert auf Komplettlösungen im Fulfillment. Händler verweisen in der Kundenansprache gerne auf die Qualität ihrer Produkte und auf günstige Preise. Verbraucher sind damit aber kaum noch zu locken; für sie sind diese Punkte inzwischen beinahe selbstverständlich geworden. Wo liegen also noch Potenziale, um sich einen Vorsprung vor den Wettbewerbern zu sichern? Zusätzliche Services sowie eine hochwertige, schnelle und zuverlässige Lieferung sind solche Unterscheidungsmerkmale, die letztendlich über den unternehmerischen Erfolg entscheiden können.

„Alle Anforderungen an die Logistikkette bilden wir mit unseren Dienstleistungen innerhalb des Hauses ab“, betont Scholz. Damit könne sich etwa ein Versandhändler ganz auf den Einkauf und die Vermarktung konzentrieren: „Alles andere machen wir.“ Dazu gehören naturgemäß die Kerngeschäfte des Fulfillments, nämlich der Wareneingang, die Lagerhaltung und der Versand. Scholz geht in seinem Geschäftsmodell aber deutlich darüber hinaus. Denn neben den Warenströmen sind ja auch die Geldströme von großer Bedeutung. Scholz übernimmt daher ebenso Fakturierung, Zahlungs- und Mahnwesen sowie die Forderungsabwicklung bis zum Inkasso. „Mit unseren Shopkonzepten haben wir vor einigen Jahren das E-Commerce bei Tommy Hilfiger gestartet. Binnen sechs Wochen waren wir damit online“, berichtet Siegfried Scholz. Ähnliches konnte kurz darauf auch beim Onlineshop des Mode-La-

bels Tom Taylor umgesetzt werden. Heute zählen zum Beispiel der Fanshop des Fußballvereins VfL Osnabrück oder der Blumenservice des Discounters Aldi zu den Kunden. Der Standort Osnabrück erweist sich dabei als echter Vorteil, da alle großen Paket- und Logistikunternehmen hier über Niederlassungen verfügen. Das garantiert kurze Wege und entsprechend kurze Versandzeiten. Dank solch ausgefeilter und erprobter Logistiklösungen bietet sich der Webshop von Scholz auch für Han-delsunternehmen an, die bislang nicht ‚auf Distanz’ verkauft haben. Siegfried Scholz betont insbesondere die Flexibilität als die eigentliche Stärke seines Unternehmens: „Wir können zwei- oder wenn nötig auch dreitausend Pakete am Tag bewältigen, unser System funktioniert aber auch bei Shops, die nur zehn Pakete in der Woche versenden.“ Diese Beweglichkeit wissen große Versender zu schätzen. Ihnen mangelt es in der


61 B usiness F eature a dvertorial

Meilensteine der firmengeschichte

Menge der in Deutschland jährlich beförderten Waren in Milliarden Tonnen: 4,3

01.07.1985 – Gründung als Scholz Versand Service Inh. Siegfried Scholz mit einer Grundausstattung bestehend aus einer Kuvertiermaschine, einem Falzaggregat und einem Etikettierer von Pitney-Bowes

Strecke, die deutsche Speditionslaster jährlich zurücklegen in Milliarden km: 26,6

08.1985 – Großauftrag von Procter & Gamble (Anschweißen von Dosierkugeln an Vizir- und Ariel-Flaschen) kontinuierlich bis Januar 1986 mit täglich etwa 12.000 Stück

Gesamtumsatz des deutschen Online- und Versandhandels 2012 in Milliarden Euro: 39,3

07.1987 – Umfirmierung in Scholz Versand Service Siegfried Scholz e.K.

Prozentualer Anteil des Online-Handels daran: 70,2

06.88 bis 12.92 – kontinuierlicher Ausbau des Maschinenparks für mehr und mehr Großaufträge bis zu einer Million Adressierungen und Kuvertierungen

Zahl der durch die Deutsche Post beförderte Briefsendungen jährlich in Milliarden: 18,2

05.1993 – 85 Millionen Kuvertierungen der „Brockhaus“-Zeitungsbeilagen.

Zahl der täglich durch DHL beförderten Pakete in Millionen: 3 Fulfillment-Spezialist Siegfried Scholz

Man muss stets nach perfekten Ergebnissen streben

09.1996 – Einsatz der MOSVersandhandels-Software für diverse Fulfillment-Projekte wie Hamiltons Kontor, Musterring und CDU Niedersachsen 04.2000 – Stand der heutigen Verarbeitungskapazität von 600.000 Mailings täglich. 01.2003 – Umwandlung in Scholz Versand Service OHG mit Sohn Thorsten als Mitgesellschafter

Regel nicht an eigenen Ressourcen. Wenn allerdings wachsende Mengen einen Sprung in den eigenen Kapazitäten notwendig machen, ist das Outsourcing immer ein Thema. Keimzellen des Unternehmens sind Lettershop und Konfektionierung. Selbstverständlich werden bei Scholz die Briefe nicht nur in die Versandhülle gesteckt, sondern auch produziert und mit Adressen versehen. Bis zu 600.000 Stück können so täglich der Post übergeben werden. „Nicht nur bei derartigen Mengen ist die Optimierung des Portos ein wichtiger Aspekt“, betont Scholz und verweist auf Einsparpotenziale von mehreren tausend Euro. Dazu müssen die Briefe im Gewicht optimiert, aber beispielsweise auch nach Leitregionen vorsortiert werden. Natürlich sind es nicht immer die großen Mengen, die im Tagesgeschäft eine Rolle spielen. Auf individuelle

Lösungen setzt Scholz gerade in der Konfektionierung. Ob es dabei um die Bestückung von Paketen mit diversen Teilen geht oder um das Einkleben von Postkarten in Zeitschriften – auf jede Verpackungs- oder Bestückungsfrage gibt es eine passende Antwort. Generell gebe es für ihn ohnehin keine Standardlösungen. Scholz: „Jeder Kunde und jeder Auftrag ist neu und anders – und genau so wird auch unsere Dienstleistung in jedem Fall neu definiert und den Anforderungen angepasst.“ Als Lettershop- und Fulfi llmentspezialist stehe man eher selten im Rampenlicht. Trotzdem müsse man auch dort stets nach perfekten Ergebnissen streben. ¢ Scholz Versand Service OHG Sandforter Straße 143 49086 Osnabrück Telefon: 05 41 9 37 02 - 0 E-Mail: contact@svs-os.de www.svs-os.de

07.2005 – Start des Fulfillment-Projekts „VfL Osnabrück“ 12.2005 – Start des Fulfillment-Projekts „Tommy Hilfiger eShop“ 07.2005 – Feier zum 20. Firmenjubiläum in der Osnatel-Arena des VfL Osnabrück 12.2006 – Start des Fulfillment-Projekts „Tom Tailor eShop“ 01.2007 – Eröffnung des FashionLogistikzentrums Hannoversche Straße 09.2009 – Start des Fulfillment-Projekts „Mustang Jeans eShop“ 07.2010 – Feier zum 25. Firmenjubiläum wiederum beim VfL Osnabrück 02.2011 – Start des Fulfillment-Projekts „mawaju-Onlineshop“ 04.2013 – ULRICH LANG NEW YORK Paris Anvers, Inc. ist neu im Portfolio


62 B usiness F eature a dvertorial

ting, Vertrieb und Service abdecken.

sere Lösung ist so flexibel, dass sie rela-

Sie wünschen sich vielmehr eine Lö-

tiv einfach an die sehr unterschiedlichen

sung für alle unternehmensrelevan-

Bedürfnisse angepasst werden kann.

ten Bereiche – sei es für die Betreuung ihrer Lieferanten, der Behörden,

Was bedeutet das viel zitierte

für Verbände, Investoren, die Presse

Wort „flexibel“ bei Ihnen genau?

oder die eigenen Mitarbeiter. Deswegen sprechen wir eigentlich nicht

Kobler: Zum einen lassen sich mit

mehr von Customer Relationship Ma-

dem integrierten Designer schnell

PETER KOBLER IM INTERVIEW

„Anforderungen gehen weit über CRM hinaus“ Interview: Sabine Jobstmann Peter Kobler

ADITO aus Geisenhausen feiert in diesen Tagen 25-jähriges Firmenjubiläum. Ein Grund, hinter die Kulissen des CRM-Anbieters zu schauen und gemeinsam mit dem Geschäftsführer Peter Kobler einen Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zu werfen.

nagement, sondern von Any Relation-

Anpassungen und Erweiterungen

ship Management, kurz xRM.

durchführen. Masken, Eingabefelder, Reports oder Workflows können

Das betrifft wohl eher die

so an die individuellen Bedürfnisse

größeren Unternehmen …

angepasst werden. Zum anderen haben wir uns im Jahr 2004 – gegen

Kobler: ADITO adressiert von Haus aus

den Markttrend – dafür entschie-

eher Konzerne, Großunternehmen bzw.

den, unsere CRM-Lösung nicht auf

den großen Mittelstand sowie Organi-

Microsofts .NET-Plattform aufzuset-

Herr Kobler, 25 Jahre ADITO

sationen, die hohe Ansprüche an ihre

zen, sondern auf Java basieren zu las-

bedeutet auch ein Vierteljahrhundert

CRM-Lösung stellen. Unsere Kunden

sen. Der Vorteil: Lösungen von ADITO

Einblick in das CRM-Geschehen:

kommen aus den unterschiedlichsten

sind plattformunabhängig und kön-

Was hat sich getan?

Bereichen – dazu zählen beispielsweise

nen durch multiple Schnittstellen

die Bundesanstalt für Arbeit, die Kas-

leicht an andere Systeme wie SAP,

Kobler: Es ist vieles passiert unter der

senärztliche Vereinigung, die Deutsche

Navision etc. andocken.

Motorhaube. Unternehmen möchten

Post oder die WWK. Die können keine

mit CRM heute nicht mehr nur das

Standard-Software nutzen, weil die An-

Erinnern Sie sich eigentlich noch

klassische Management von Marke-

forderungen viel zu komplex sind. Un-

an die Anfänge von ADITO?


63 B usiness F eature a dvertorial

Kobler: Natürlich! Gegründet wurde

Wir fanden das Wort eingängig und

das Unternehmen ja bereits 1988 von

zu unseren Werten passend.

meinem Kollegen Heinz Boesl, der heute für die Bereiche Projektierung

... die da wären?

und Entwicklung zuständig ist. Ich bin erst seit 1997 dabei und kümmere

Kobler: Unser Anspruch ist, verlässlich

mich seitdem um die Themen Marke-

und gewissenhaft mit unseren Kun-

ting und Vertrieb. Damals saßen wir

den zusammenzuarbeiten. Dabei set-

noch im wahrsten Sinn des Wortes in

zen wir vor allem auf Vertrauen. Wir

Peter Kobler (58) ist seit 1997 Geschäftsführer Marketing und Vertrieb des CRM-Lösungsanbieters ADITO Software Geisenhausen. Der studierte Elektrotechnikingenieur konzentrierte sich im Rahmen seiner Vertriebstätigkeiten (vormals in der Elektromotorenindustrie) frühzeitig auf CRM aus Kundensicht.

www.adito.de

ADITO ermöglicht 80 Kindern in Tansania den Schulbesuch

einer Garagenwerkstatt bei einem Au-

sind neugierig und stets an neuen Lö-

Tansanias errichtet worden. Rund 80

tohändler. Erst im Jahr 2000 haben

sungen, Wegen und Produkten inter-

Kinder finden hier momentan Platz,

wir uns für den Bau eines neuen Ge-

essiert. Wir versuchen deshalb auch

aber es sollen noch weitere Gebäude

bäudes entschieden. Bereits nach vier

unsere Mitarbeiter in ihren Ideen zu

hinzukommen. Nach dem Unterricht

Jahren war das schon wieder zu eng

fördern und zu motivieren. Denn wir

bekommen die Kinder in der schulei-

und wir haben zwei weitere Nebenge-

sind gegenüber anderen und uns ver-

genen Küche auch eine warme Mahl-

bäude benötigt. Insgesamt beschäf-

antwortlich. Deshalb richten wir unser

zeit. Nur wenige Eltern haben dort das

tigen wir heute hier in Geisenhausen

Handeln nach ethischen und sozialen

Geld, ihre Kinder zur Schule zu schi-

knapp 50 Mitarbeiter, plus einer Nie-

Grundsätzen aus.

cken. Wir planen demnächst wieder einen Kundentag auf dem Fernseh-

derlassung in Stuttgart mit weiteren zwei Beschäftigten. Was bedeutet eigentlich „ADITO“?

Sie engagieren sich deshalb auch in

turm in München. Die Beiträge gehen

sozialen Projekten wie den Aufbau

komplett nach Tansania.

einer Vorschule in Tansania?

Kobler: Das ist ein Kunstwort, basie-

Kobler: Ja, wir unterstützen zum Bei-

rend auf dem lateinischen „adire“.

spiel den Aktionskreis Ostafrika e.V.

Das heißt so viel wie besuchen, he-

Mit Hilfe unserer Spenden ist eine Vor-

rangehen oder auch sich nähern.

schule in der Stadt Moshi im Norden

¢


64 Mai 2013 Macher

Ein Koch hält Kurs: Mit Haltung, Beharrlichkeit und Geschick steuert Georg W. Broich das gleichnamige Familienunternehmen gemeinsam mit seinen drei Geschwistern. Der Rheinländer trägt sein Herz auf der Zunge und führt auch in seiner aktiven Verbandsarbeit ein offenes Wort.

BROICH CATERING & LOCATIONS

Balance zwischen Tradition und Innovation Text: Bijan Peymani, Fotos: Broich

Über 100 Jahre Firmengeschichte, seit Generationen in Familienhand: Caterer Broich mit Sitz in Düsseldorf ist ein nicht nur für seine Branche ungewöhnliches Unternehmen. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern baute Geschäftsführer Georg W. Broich den elterlichen Partyservice zu einem international tätigen Dienstleister auf – und blieb stets regional verwurzelt. Broichs jüngstes Projekt: Ernährungskonzepte für Schulen und Kitas.

Visitenkarten sind ein Spiegelbild

steht unter Broichs Namen schlicht:

der menschlichen Seele und oft

„Gastgeber“. Eine Philosophie, die

Schauplatz der Eitelkeiten. Da be-

ihm seine Eltern mitgaben.

steht der eine auf Prägedruck, der andere auf den „MBA“ als Zusatz.

Und weit mehr als eine Reminiszenz

Schöner Schein überstrahlt das Sein.

an die jahrhundertealte Geschichte

Georg Broich hätte gute Gründe,

des traditionsreichen Familienunter-

dem Stolz über sein Wirken auf Kar-

nehmens. Bereits seit 1734 sind die

ton Ausdruck zu verleihen. Doch der

Broichs in der Gastronomie tätig.

Chef des gleichnamigen Düsseldorfer

Keimzelle war der Gasthof „Drei Kö-

Caterers verzichtet bewusst darauf.

nige“, der bis heute in der Nähe von

Statt „Geschäftsführender Gesell-

Düsseldorf besteht. Als Georgs Ur-

schafter“ oder „Executive Director“

großvater Carl keine Möglichkeit sah,


65 Mai 2013 Macher

den Betrieb zu übernehmen, ging

– knapp 100 davon fest angestellt –

So ist Broich seit zwei Jahren Catering-

er bei einem Onkel in die Metzger-

zweistellige Millionenbeträge. Nach

Partner von Fußball-Bundesligist

lehre. 1891 machte er sich selbststän-

wie vor bildet das Catering die Kern-

Borussia Mönchengladbach. Sein

dig und legte damit den Grundstein

kompetenz, doch zunehmend kämen

Unternehmen braucht solche Stand-

für den späteren Partyservice. Georgs

klassische Aufgaben einer Messege-

beine. Denn Broich ächzt, wie die ge-

Eltern betrieben lange ebenfalls eine

sellschaft hinzu, wie Broich betont.

samte Branche, unter dem zunehmenden Kostendruck. Zudem ist der

Metzgerei. Als Beispiel nennt er die Neocom

Umsatz mit mobilen Events rückläufig.

Und hier trollte der inzwischen 47-Jäh-

(ehemals Deutscher Versandhandels-

rige schon als Knirps herum. „Ich war

kongress samt Mail Order World),

„Alle Caterer befinden sich in einem

vielleicht drei, da hab ich mal an einem

seit diesem Jahr inszeniert im „Areal

knallharten

Kessel mit Brühwurst gespielt und die

Böhler“ in Düsseldorf. Der Industrie-

werb, wir haben keinen Wachstums-

Flamme so hoch gedreht, dass die

park samt vier denkmalgeschützter

markt mehr“, so Broich. Daher hat er

Würste nach einer Stunde hin waren“,

Hallen wird von der Firma Broich im

sich zu einem Strategiewechsel ent-

erzählt Georg Broich. Richtig wütend

Managementvertrag betrieben und

schlossen und das Geschäft Zug um

sei sein Vater geworden, „nur mein

vermarktet: „Von der Organisation

Zug wieder regionalisiert: „Wir hatten

Großvater hat mich vor Schlimmerem

über die Technik bis zur Verkehrslei-

bis dato eigene Standorte in Berlin,

bewahrt“. Der Leidenschaft des Soh-

tung liegt alles in unserer Verantwor-

Hamburg und Frankfurt. Angesichts

nemanns fürs Kochen tat‘s keinen Ab-

tung“, sagt Georg Broich, „wir fungie-

des Preisdrucks machen Veranstaltun-

bruch. Und nachdem die Eltern ihre

ren sogar als Ansprechpartner für die

gen in entfernten Städten heute wirt-

Metzgerei 1980 schlossen und sich

Messebauer der ausstellenden Un-

schaftlich aber kaum mehr Sinn, wenn

auf den Partyservice konzentrierten,

ternehmen.“ Neudeutsch heißt das

die Speisenproduktion wie bei uns aus

wusste Broich: Das wird mal meins.

Facility-Management.

Gründen der Qualitätssicherung zen-

Verdrängungswettbe-

tral in Düsseldorf liegt.“ Nur wenn Vor die Wahl gestellt, das Gymnasium

Vier Fünftel des Broich-Umsatzes ent-

Kunden bereit seien, dafür zu zahlen,

zu beenden und zu studieren oder

fallen auf diese festen Locations, ne-

gehe das noch auf.

später den Betrieb zu übernehmen,

ben Industrie- und Messehallen auch

zögerte Georg Broich nicht lange:

Stadien. Seit 2004 hat das Unterneh-

Die Fokussierung zurück auf die Re-

Mit 17 begann er eine Lehre als Koch,

men mit dem Geschäftsfeld „Sports

gion ist für Broich die Konsequenz aus

wollte in der Folge die Küchen dieser

Hospitality“ die Begleitung von Sport-

einer Philosophie, die für das eigene

Welt und auch sich selbst kennenler-

events sukzessive professionalisiert.

Unternehmen schon immer ...

nen, um dann mit reichlich Erfahrung im Gepäck in der elterlichen Firma einzusteigen. Doch das Schicksal plante anders: Der Vater wurde schwer herzkrank, zusammen mit seiner Mutter musste Georg den Betrieb im Sommer 1987 quasi über Nacht weiterführen. Da war er gerade mal 21 Jahre jung. „Wir waren zu zweit und hatten nur eine Aushilfe, die uns an zwei Tagen in der Woche in der Küche unterstützte“, erinnert sich Broich. Dabei war der Partyservice schon zu jener Zeit mit umgerechnet gut 150.000 Euro Umsatz respektabel und regional durchaus ein Schwergewicht. Heute erlöst das Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern

Æ


66 Mai 2013 Macher


67 Mai 2013 Macher

... auf Nachhaltigkeit ausgerichtet war.

schaffen. „Im Vergleich zu vielen unse-

Als Vater dreier Kinder, der Jüngste

Dazu zählt etwa auch, Speisen und Ge-

rer Mitbewerber tun wir uns einigerma-

drei Jahre alt, habe er sich lange „un-

tränke aus der Umgebung zu bezie-

ßen leicht, Nachwuchs zu rekrutieren“,

glaublich über das schlechte Essen in

hen oder für Foodkonzepte nur saiso-

erklärt Georg Broich. 25 Auszubildende

Schulen und Kitas aufgeregt“. Dann,

nal verfügbare Produkte zu verwenden.

hat er im Schnitt pro Jahr, rund 75 Pro-

vergangenen August, kamen seiner

Nachhaltiges Wirtschaften versteht Bro-

zent bleiben danach im Unternehmen.

Schwester Ursula und ihm die Idee,

ich aber vor allem im Wortsinne: Unge-

Weit schwieriger, räumt Broich ein, sei

auch solche Einrichtungen mit Spei-

zügeltem Wachstum verwehren sich er

es mit der Bindung von Fachkräften:

sen zu beliefern – saisonale Auswahl,

und seine Geschwister, die heute eben-

„Unsere Branche kann mit Konditionen

biologisch angebaut, aus der Region.

falls in der Firma arbeiten, nachdem zu-

und Arbeitszeiten der Industrie nicht

Die Sache geschah nicht ganz unei-

nächst alle ihren eigenen Lebensweg

mithalten.“

gennützig, vermag sie doch, wie der

verfolgten.

Bereich Sports Hospitality, den GeAuch nicht Broich. Lieber will er das

samtumsatz zu stabilisieren und bes-

Bernadette kümmert sich um die Dekora-

Image der Zunft heben, ihre wirt-

ser planbar zu machen. Das will man

tion, Schwester Ursula um das Schul- und

schaftliche

gern in Kauf nehmen, wenn am Ende

Kita-Catering, ebenso wie Christoph, der

und ihr national wie auf europäischer

als Anwalt und Mitglied der Geschäfts-

Ebene Gehör verschaffen. So hat

leitung die Themen Recht und Perso-

Broich die deutsche Standesvertre-

Denn offenbar geht die Rechnung

nal verantwortet. Keines der Geschwis-

tung mitbegründet, auch bei der Eu-

auf, das Projekt scheint ein voller Er-

ter hält Anteile. Diese liegen bei Mutter

ropean Party Caterer Association – EP-

folg. „Unser Plan sah vor, bis Ende

Beate – auch mit 70 Jahren noch ins ope-

CAS – war er einst Geburtshelfer und

2014 rund 1.000 Essen pro Tag aus-

rative Geschäft integriert –, bei Georg

ist dort heute im Vorstand für die inter-

zugeben“, illustriert Broich, „das

und dem familienfremden Burkhard

nationalen Kontakte und die Finanzen

werden wir vermutlich schon Ende

Schmitz. Bruder und Schwestern sind

zuständig. Seine Vision von einer wirt-

dieses Jahres schaffen!“ Broich ist

dem Trio unterstellt. Im Alltag keine ganz

schaftlich starken, gut beleumundeten

Unternehmer, aber er ist auch von

einfache Konstellation: Da sei „die emo-

Branche verbindet der Rheinländer im-

dem Gedanken beseelt, die Welt je-

tionale Schwelle manchmal etwas nied-

mer mit einer Mission. Mal engagiert er

den Tag ein bisschen besser zu ma-

riger“ als bei den übrigen Angestellten,

sich bei einer Initiative zur Vermeidung

chen. Der Mann trägt sein Herz nicht

illustriert Broich.

von Lebensmittelabfällen, mal für bes-

nur auf der Zunge, er hat es auch am

sere Ernährung von Kindern.

rechten Fleck.

Bedeutung

darstellen

alle Seiten davon profi tieren.

¢

Doch offenbar funktioniert das Gespann. Ein Beleg dafür mag auch sein, dass Burkhard und Georg eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet, die auch mit der beruflichen Verbindung der beiden keinen Schaden genommen habe, wie letzterer betont. Der Erfolg gründet auf der Tatsache, dass sich alle auf gemeinsame Werte und Ziele eingeschworen haben, definiert im sogenannten „Broich-Credo“. Da wird etwa der Anspruch formuliert, sich als eine lernende Organisation zu verstehen und zum begehrtesten Arbeitgeber der Branche aufzubauen. Dafür hat Broich neben einer hausinternen Schulungsakademie eigens eine Microsite mit einem Karriereportal ge-

Das auf Nachhaltigkeit angelegte Geschäftsmodell bedeutet auch, sich beim Foodkonzept auf wenige, dafür hochwertige Gerichte zu beschränken.


NON-FOOD-CATERING: PARTY RENT GROUP

Tag für Tag ein zuverlässiger Partner Oft heißt es, im Dienstleistungsgeschäft

Kinderschuhen, aber entwickelte sich

wir den Service am Kunden optimiert.

mache der Service den Unterschied.

schnell“, berichtet der Unternehmens-

Als sich im Bereich Event-Logistik heraus-

Der Party Rent Group ist ein solcher An-

gründer. „Diese Entwicklung ging auch

stellte, dass das Handling unseres Equip-

satz nicht gut genug. Sie differenziert

an uns nicht spurlos vorbei, wir investier-

ments während Auf- und Abbauphasen

sich als Event-Ausstatter durch das Zu-

ten schon früh in die Erweiterung unseres

sowie beim Transport mit Paletten zwar

sammenspiel von hochwertigem Event-

Produktportfolios. Zunächst folgten wir

machbar-, aber nicht optimal ist und es

Equipment mit standardisierten und ex-

dabei den Strömungen und Entwicklun-

am Markt keine Alternativen gibt, entwi-

klusiven Produkten, einer verlässlichen

gen in der damals noch jungen Branche.

ckelten wir kurzerhand unsere eigenen

Betreuung ihrer Kunden und einem fai-

Zunehmend setzten wir jedoch selbst

Transportsysteme.“

ren Preis-/Leistungsverhältnis.

Trends und merkten dabei schnell, dass der Markt uns folgt.“ Als Beispiel führt

„Zunehmend setzten

Joris Bomers gründete sein Unterneh-

er die Transportsysteme auf, die Party

wir selbst Trends“

men 1992 und vermietete Catering- und

Rent Anfang der zweitausender Jahre

Gastronomie-Artikel. „Das, was wir heute

entwickelte. Die Idee dafür sei aus ei-

Mit dieser Innovationskraft schlug die

weitläufig als Eventbranche bezeich-

nem konkreten Bedarf heraus entstan-

Party Rent Group gleich zwei Fliegen mit

nen, steckte damals zwar noch in den

den, so Bomers. „Schon immer haben

einer Klappe. Zum einen unterstützte das


69 B usiness F eature P artY r ent G rouP

Unternehmen seine Kunden damit in ih-

reich und den Niederlanden gelang in

Marktvorsprung hat sie sich auch durch

rer täglichen Arbeit, zum anderen ent-

den vergangenen Jahren der Einstieg in

einen eigenen Fuhrpark und eine ausge-

wickelte man so ein weiteres Alleinstel-

Skandinavien und Österreich. In Deutsch-

klügelte Logistik erarbeitet. All das spart

lungsmerkmal. Die Folge war für Party

land ist der Event-Ausstatter mit Nieder-

den Kunden Zeit und Geld. Insbeson-

Rent ein profitableres Handling des Event

lassungen in Dortmund und Düsseldorf/

dere die Ausrichtung von Groß-Events

Equipments, Wettbewerbsvorteile und

Köln vertreten, sowie mit Standorten

bedingt ein professionelles Handling

schlussendlich mehr Wachstum.

in Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg,

und reibungslose Abläufe. „In diesen Di-

Hannover, Kassel, München und Stutt-

mensionen ist ziemlich einsam, wer sich

gart, die ein bundesweites und flächen-

nicht auf einen starken Partner verlassen

deckendes Netzwerk gewährleisten.

kann“, erklärt Gerd Käfer, der in der „Al-

Die Dynamik der Gruppe in einem flächendeckenden Netzwerk

ten Oper“ in Frankfurt die Restauration „Unser Unternehmenserfolg liegt nicht

Integrität, Transparenz

leitet. Käfer lobt: „Bei Party Rent stimmt

nur in den kontinuierlichen Entwicklun-

und Fairness

einfach alles: Perfekte Logistik, die schon wenige Stunden nach einer Veranstaltung

gen der Produkte und Dienstleistungen, sondern auch im stetigen Wachstum der

Für Party Rent Geschäftsführer Bomers

den gesamten Abbau gewährleistet, und

Gruppe“, so der Unternehmensgründer.

ist der Wunsch der Auftraggeber nach

einwandfreies Material, das innovativs-

Der Elan motivierter Existenzgründer

einer innovativen Inszenierung verpflich-

ten Ansprüchen genügt und auch in aus-

wird mit dem Know-how praxiserprob-

tend: „Die an die Ausstattung der Event-

reichenden Mengen verfügbar ist. Party

ter und erfahrener Standorte verbunden.

Location gestellte Aufgabe beinhaltet,

Rent erkennt frühzeitig die Trends, lässt

So ist es nicht verwunderlich, dass das

dass eine Atmosphäre geschaffen wird,

uns in schwierigen Situationen nie allein

Erfolgskonzept von Party Rent zu einem

in der das strategische Konzept einer Ver-

stehen und setzt neue Ideen und Anre-

rasanten Wachstum der Gruppe führte.

anstaltung bestmöglich umgesetzt und

gungen von mir in die Tat um.“ Hört man

Aus den Anfängen mit 60 Quadrat-

das Kommunikationsziel nachhaltig er-

sich um, werden im Markt vor allem drei

metern Büro- und rund 200 Quadrat-

reicht wird.“ In einer sich permanent wan-

Attribute mit dem Event-Ausstatter ver-

metern Lagerfläche ist ein grenzüber-

delnden Geschäftswelt ist das Unterneh-

bunden: Integrität, Transparenz, Fairness.

schreitend tätiger Ausstatter geworden,

men mit einem eigenen Scouting-Team

der mehr als 400 Mitarbeiter beschäf-

deshalb stets auf der Suche nach frischen

tigt und an 19 Standorten größtenteils ei-

Impulsen.

Permanente Produktentwicklungen und -neuheiten

gene, hochmoderne Logistikzentren betreibt. So wurde der europäische Markt

Doch nicht nur so macht die Party Rent

Der Erfolg der Party Rent Group gründet

erschlossen – nach Luxemburg, Frank-

Group Punkte im Wettbewerb, ihren

auf der besonderen Philosophie des ... Æ


70 B usiness F eature P artY r ent G rouP

... Unternehmens, das mehr ist als ein

wirklich partnerschaftliche Zusammen-

leistungsstarker Anbieter von Nonfood-

arbeit. Als man sich 1992 über den Weg

1992 Gründung der Party Rent

Catering und Event-Equipment. Innova-

lief, konnte man sofort den gegenseiti-

Group durch Geschäftsführer

tionskraft und Qualitätsmanagement ha-

gen Respekt spüren. Man schwamm auf

Joris Bomers.

ben den rasanten Aufstieg maßgeblich

der gleichen Wellenlänge. Bei Party Rent

geprägt. Maurice Krabbenborg, unter

zeigt sich das in der ständigen Bereit-

anderem verantwortlich für Produktein-

schaft, intuitiv auf die Bedürfnisse seiner

kauf und -entwicklung, schildert das so:

Kunden einzugehen. Es gibt zahlreiche

„Manchmal entdecken wir irgendwo auf

Produkte, deren Aufnahme ich anregen

der Welt ein Produkt, das aber nicht für

konnte. Fast immer gründet die Idee auf

Die Party Rent Group

Niederlassungen in Arnheim, Dortmund und Düsseldorf/Köln. Standorte in Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Hannover,

den Einsatz im Event-Business geeignet

einer bevorstehenden Eventinszenierung

Kassel, München, Stuttgart sowie in

ist. Bei unseren Leuchttischen war das

und Party Rent kümmerte sich um die

den Ländern Frankreich, Luxemburg,

beispielsweise so. Wir haben das Produkt

spontane Realisierung. Während andere

Skandinavien und Österreich

adaptiert und folglich bei uns im Haus

Anbieter sich mit der Kopie von Produk-

derart weiter entwickelt, dass es sich her-

ten der Mitbewerber zufriedengeben,

Die Unternehmensgruppe vermietet

vorragend für die Nutzung als Mietmöbel

habe ich Party Rent als äußerst innova-

Event-Equipment und Nonfood-

eignet. Andere Produkte, zum Beispiel ei-

tiv kennengelernt.“

Catering-Artikel für Veranstaltungen

nen Spuckschutz für Theken und Buffets,

jeglicher Art und Größe. Tische,

haben wir selbst entwickelt.“

Stühle, Porzellan, Besteck, Glas, aber auch Küchen-Equipment, Zelte, sowie Heiz- und Klimasysteme und vieles mehr.

„Wir nehmen unsere Verantwortung und das Vertrauen unserer Kunden sehr ernst

Gerade in der Produktentwicklung seien

und folgen dem Drang, durch Innovatio-

dynamische Prozesse unabdingbar, so

nen der gesamten Branche neue Mög-

der Prokurist. Durch die kontinuierliche

lichkeiten der Umsetzung von Veranstal-

Weiterentwicklung des Portfolios hat sich

tungen zu geben – für mehr Kreativität

der Event-Ausstatter Party Rent über die

in allen Produktbereichen“, bekräftigt

Dienstleistungen im Rahmen der

Jahre hinweg deutlich von seinem Wett-

Bomers. Neben der Erschließung neuer

Eventvorbereitung & -durchführung:

bewerb abgesetzt und am oberen Ende

Standorte will er vor allem qualitativ

der Eventbranche etabliert. Das bestä-

wachsen: „Wir wollen unsere Kernkompe-

Betreuung der Kunden von der

tigen Kunden wie Heiko Antoniewicz,

tenzen weiter entwickeln, um immer wie-

konzeptionellen Erstellung bis

Chef des gleichnamigen Ateliers für Ca-

der Mehrwerte zu bieten. Unseren Kun-

zur perfekten Umsetzung

tering-Consulting: „Mit der Party Rent

den Tag für Tag ein zuverlässiger Partner

eigene Visualisierungsabteilung

Group verbindet mich eine langjährige,

zu sein, das ist unser Antrieb.“

erstellt 2D-Pläne, 3D-Rendering •

Auf- und Abbauservice sowie Transport und Logistik

Reinigung, Pflege und Wartung der Produkte

Party Rent Group Am Busskolk 16-22 46395 Bocholt

¢


MESSEDESIGN WERBEAGENTUR INTERNET Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir durchgängige Kommunikationskonzepte. Wir inszenieren Ihre Marke wirkungsvoll und arbeiten dabei designorientiert und präzise. Dafür sind wir bekannt. Überzeugen Sie sich selbst.

72336 Balingen · www.atelier-tuerke.de


72 B usiness F eature a dvertorial

Informations- und Kommunikationstechnologien und Intelligente Transportsysteme (ITS) können dazu beitragen, Mobilität sauberer und energieeffizienter zu gestalten. Es ergeben sich effizientere Ressourceneinsätze durch bessere Touren und damit auch CO2-Einsparungen bis zu 20 Prozent.

TRENDS IN DER TRANSPORTlOGISTIK

Über alle Verkehrsträger hinweg Marcel Huschebeck

Globalisierung, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Klimawandel – globale Megatrends sind die Herausforderungen der Zukunft. Das gilt auch für die Transportlogistik.

Wegweisend, wie IT-Lösungen dazu gestaltet sein müssen, ist beispielsweise

Intermodalität: durchgängige Angebote gefragt

das EU-Projekt iCargo. Hier kooperieren 29 Partner aus Forschung und Ent-

„Ein Dauerbrenner ist die Intermoda-

wicklung sowie Logistikunternehmen

lität“, weiß Huschebeck. Die PTV be-

und die öffentliche Hand, um ein In-

fasst sich schon lange mit der Optimie-

„Kooperation und Vernetzung sind

formationssystem in der Cloud aufzu-

rung intermodaler Routen. Ein Trend

die Trendthemen der Transportlogis-

bauen. Es soll Verlader und Spediteure

dabei ist die sogenannte Synchromo-

tik. Unabhängige Einzelmaßnahmen

dabei unterstützen, eine bessere Syn-

dalität, bei der Transportdienstleister

sind inzwischen weitgehend ausge-

chronisation und Frachtauslastung über

die Planungshoheit in der Verkehrsträ-

reizt. Das gilt für die Schaffung eines

alle Transportarten zu erreichen. Echt-

gerwahl erhalten und flexibel die Vor-

einheitlichen europäischen Verkehrs-

zeitinformationen über Verkehr und

teile der verschiedenen Verkehrsträger

raums ebenso wie für Kooperationen

Bedingungen der Transportinfrastruk-

nutzen können.

zwischen Unternehmen“, sagt Marcel

tur sollen den Nutzern helfen, ihre Pla-

Huschebeck, Concepts & Solutions

nungsprozesse zu optimieren und die

Die Grundlage, um die Energieeffizi-

Manager bei der PTV Group.

Umweltbelastungen zu senken.

enz intermodaler Transportketten zu


73 B usiness F eature a dvertorial

bewerten, ist eine für alle Verkehrs-

rungen einsetzen“, sagt Huschebeck.

träger harmonisierte CO2-Berech-

Gute Erfahrungen aus verschiedenen

nung. Sie wird im Forschungsprojekt

Projekten belegen die Attraktivität

CoFRET (Carbon Footprint of Freight

dieser Belieferungsweise. Beispiels-

Transport) nach dem ISO-Standard

weise beim EU-Projekt CityLog, wo in

16258 erarbeitet. Huschebeck: „Da

Berlin, Lyon und Turin getestet wurde,

die Methode für Lieferketten inner-

Sammelbestellungen in Kleinstcontai-

halb der EU und weltweit nutzbar sein

nern im Depot zu beladen und gePTV. The Mind of Movement Die PTV Group bietet Software und Consulting für Verkehr, Transportlogistik und Geomarketing. Ob Tr ans por trouten,

Ver trie bs-

strukturen, Individualverkehr oder öffentlicher Verkehr – rund 600 Mitarbeiter planen und optimieren weltweit alles, was Menschen und Güter bewegt. Hauptsitz ist in Karlsruhe.

www.ptvgroup.com

soll, und das sowohl für einzelne als

bündelt zur weiteren Verteilung in die

südwestdeutschen Raum und unter-

auch für kooperierende Unterneh-

Innenstadt zu transportieren. Im EU-

sucht die Anforderungen, die diese

men, ist sie eine wichtige Grundlage

Projekt LaMiLo (für Last Mile Logistics,

Fahrzeuge mitbringen müssen. Zu-

zur Entwicklung neuer CO2-armer

also das letzte Wegstück zum Kun-

sammen mit eFlotte und GreenNa-

Transportlösungen.“

den) liefern E-Bikes in Paris und Brüs-

vigation, Projekte im Spitzencluster

sel Expresssendungen aus – mit er-

„Elektromobilität Süd-West“, werden

staunlicher Effizienz. In London und

geeignete Verfahren für die Citylogis-

Karlsruhe sollen kooperative Ansätze

tik von morgen entwickelt.

Alternativen für die Citylogistik Logistikkonzepte für den städtischen

für Stückgutverkehre getestet werden.

Güter- und Wirtschaftsverkehr ste-

„Unsere PTV-Planungs- und Optimie-

„Alle Beispiele zeigen, dass die Pla-

hen vor einem neuen Innovations-

rungssysteme spielen dabei eine zen-

nungssysteme der Zukunft nur als

schub. „Gerade bei der Stadtlogistik,

trale Rolle: in der Vorplanung, der Na-

kooperative und vernetzte Anwen-

wo ohnehin kleinere Lieferfahrzeuge

vigation und in der Bewertung“, sagt

dungen Erfolg versprechen“, ist Hu-

gefragt sind, lassen sich Elektrofahr-

Huschebeck. iZEUS (intelligent Zero

schebeck überzeugt. Die Akteure in

zeuge oder ganz andere Alternativen,

Emission Urban System) setzt auf Elek-

der Transportlogistik müssen große

etwa Fahrradkuriere für Kleinstliefe-

trofahrzeuge bei der Citylogistik im

Aufgaben stemmen. Gemeinsam. ¢


74 Mai 2013 Märkte

ALTERNATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN

Abschied vom Königsweg Text: Bijan Peymani

Allem Hype um E-Mobility, Hybridantrieb und Bio-Fuels zum Trotz: Bis auf Weiteres werden konventionelle Technologien und Ressourcen unsere Autos bewegen. Mit Macht treiben vor allem die deutschen Hersteller die Entwicklung effizienterer Motoren, leichterer Materialien und von Energierückgewinnungssystemen voran. Weil aber keiner weiß, was der Kunde von morgen wünscht, muss die Branche mit Hochdruck in jede Richtung forschen. Experten sind sicher: Das eine Antriebskonzept für alle wird es in Zukunft nicht mehr geben.

die Reichweiten, bestenfalls 150 Kilo-

heute 99 Prozent auf etwa drei Vier-

meter, zu gering. Und eine Infrastruk-

tel schrumpfen. Gewinner im Rennen

tur zum Laden der Batterien gibt es

um den Antrieb der Zukunft dürften

auch noch nicht.

die Hybridkonzepte sein (siehe Glossar), die bis 2025 bis zu einem Fünftel

E-Mobility ist damit nicht tot, das Thema

des Marktes für sich erobern könnten.

allerdings „in eine erwartbare Ernüch-

Aber, relativiert Bratzel: „Der Kampf

terungsphase eingetreten“, wie Auto-

um die Antriebstechnologie ist noch

experte Stefan Bratzel formuliert. Der

lange nicht entschieden.“ Genau das

Leiter des Center of Automotive Ma-

zwingt alle Hersteller, eine „Fächerstra-

nagement (CAM) an der Fachhoch-

tegie“ zu fahren.

schule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach findet dies „positiv, das lässt einen

„Heute kann niemand sagen, welche

klaren Blick zu“. Nämlich einen Blick auf

Antriebsart in den Jahren nach 2020

das Machbare und auf die Tatsache,

die Entwicklung bestimmen wird“,

dass mit der Optimierung konventionel-

erklärt Matthias Wissmann, Präsi-

Das hatte sich Bundeskanzlerin

ler Motoren und der Entwicklung zahl-

dent des in Berlin ansässigen Ver-

Angela Merkel so gedacht: Eine Mil-

reicher Spritspar-Optionen der Umwelt

bands der Automobilindustrie (VDA).

lion Elektroautos würden bis 2020 auf

aktuell schneller und mehr gedient sein

Der VDA vertritt die Interessen der

Deutschlands Straßen rollen, bekannte

könnte, als massiv in eine Nischentech-

nationalen Hersteller. Wissmann hält

die Klimadonna vollmundig, eine De-

nologie zu investieren, die erst in Jahr-

es für einen Fehler, sich nur auf eine

kade darauf sollten es sogar sechsmal

zehnten ihre volle Wirkung entfaltet.

Zukunftstechnologie zu konzentrie-

mehr sein. Um das ehrgeizige Vorha-

ren: „Manche unserer internationalen

ben voranzutreiben, rief Merkel im Mai

Beobachter schätzen, dass reine Elek-

Wettbewerber tun dies. Sie setzen al-

2010 eigens die Nationale Plattform

troautos bis 2025 hierzulande auf ei-

les auf eine Karte und gehen damit

Elektromobilität ins Leben. Zweiein-

nen Marktanteil von gut fünf Prozent

ein hohes Risiko ein.“ Demgegenüber

halb Jahre später ist die E-Strategie

kommen werden. Im selben Zeitraum

verfolge keine andere Automobilin-

der Regierung gescheitert. Die Stro-

soll der Anteil konventionell, also mit

dustrie für die Zukunft der Mobilität

mer sind viel zu teuer – ein Kleinwagen

Benzin oder Diesel angetriebener

„einen so ganzheitlichen Ansatz wie

kostet heute etwa 40.000 Euro –,

Fahrzeuge, nach CAM-Prognosen von

die deutsche“.

Æ


„ 75

Mai 2013

Märkte

Jede neue Technologie hebt dann ab, wenn man den Kunden attraktive und innovative Produkte anbietet“ E-Lifestyle für Städter: Mit seiner i-Reihe treibt BMW das Thema Elektromobilität konsequent voran. Der i3 geht ab Ende 2013 in Serie. Anders als das Concept-Car (im Bild) wird er als Fünfter auf den Markt kommen.


76 Mai 2013 Märkte

In der Tat fahren VW, BMW, Daimler

Durchdringung von Hybrid- zu Plug-

gegründet. Alle Serienfahrzeuge der

& Co. derzeit dreigleisig: Sie arbeiten

in-Hybrid- und zu rein elektrisch be-

deutschen Hersteller, die ab 2013 mit

intensiv an der Einsparung beim Ver-

triebenen Fahrzeugen absehbar. Bis

einer Gleichstromladeoption auf den

brauch, etwa durch bessere Kraftstoff-

aber letztere „unser heutiges Einsatz-

europäischen Markt kommen, werden

ausbeute, Zylinderabschaltung, ein ef-

spektrum ohne Einschränkungen be-

mit dem „Combined Charging Sys-

fizienteres Energiemanagement oder

züglich Dynamik und Reichweite ab-

tem“ ausgerüstet sein. So kann der

Leichtbau. Sie forschen nach Wegen,

bilden können, werden noch einige

Fahrer eines E-Vehikels seine Akkus,

um Fahrzeuge für den Einsatz von Erd-

Jahrzehnte vergehen“, ist der VW-

unabhängig von Stromquelle und La-

gas oder Biokraftstoffen der zweiten

Sprecher überzeugt.

degeschwindigkeit, an jeder Ladestation auffüllen. Das soll helfen, der

Generation fit zu machen. Und parallel treiben sie die Entwicklung voran,

Gemeinsam mit der Tochter Audi,

Elektromobilität den Weg zu bereiten.

Verbrennungsmotoren durch Elekt-

BMW, Daimler, Porsche und unter Be-

Die Beispiele belegen, mit welch im-

roantriebe oder Brennstoffzellen zu

teiligung von GM, Ford und Chrysler

mensem Ressourcenaufwand die Her-

ersetzen oder mindestens zu ergän-

hat VW die Initiative Ladeschnittstelle

steller agieren müssen.

Æ

zen. Mittel- bis langfristig solle diese Strategie die Zunft unabhängiger vom Erdöl machen, so Wissmann. Und ein bisschen grüner. „In den nächsten Jahrzehnten wird der Verbrennungsmotor immer noch die am weitesten verbreitete Antriebstechnologie sein – zunehmend elektrisch unterstützt“, erklärt ein VW-Sprecher. Daher nehme die Op-

GLOSSAR

Was uns morgen bewegt Parallel zur Optimierung des konventionellen Verbrennungsmotors arbeiten die Hersteller an verschiedenen Alternativkonzepten für den Fahrzeugantrieb. Die wichtigsten im Überblick:

timierung heutiger verbrennungsmotorischer Antriebe bei Europas größ-

ElEKTROANTRIEb

tem Automobilhersteller „immer noch

Hier treiben mitgeführte wiederaufladbare Speicher (vor allem Lithium-Ionen-Batterien) den Motor an, indem sie elektrische in mechanische Energie umwandeln. Zwischen 1892 bis 1940 erlebten der E-Antrieb im Allgemeinen und das Elektroauto im Speziellen einen regelrechten Boom; tatsächlich war damals der Stromer weitaus gängiger als der Benziner. Erst ausgangs des 20. Jahrhunderts feierte der Elektroantrieb sein Comeback. Sein Manko bleibt allerdings, dass die Akkus immer noch zu teuer, zu schwer und zu schwach für große Reichweiten sind.

einen sehr breiten Raum im Rahmen unserer Antriebs- und Kraftstoffstrategie ein“. Daneben biete VW bereits heute alternative Antriebe an – neben Hybridmodellen wie dem „Touareg“ oder dem „Jetta“ auch solche, die die Nutzung alternativer Kraftstoffe wie Erdgas, Flüssiggas oder Ethanol ermöglichen. Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (12.-22. September in Frankfurt/Main) präsentiert VW erstmals den Kleinstwagen „Up“ als Stromer-Serie, kurz darauf rollt der „E-Golf“ zu den Händlern. Und als ersten Plug-in-Hybrid aus Wolfsburg schickt VW zur gleichen Zeit den „XL1“ im Rahmen einer Kleinserie auf die Straße. Mit fallenden Preisen für Batteriesysteme sei eine zunehmende

bRENNSTOffZEllE Obwohl eine Sonderform des E-Antriebs, gilt die Brennstoffzelle aufgrund ihrer im Vergleich größeren Reichweite als eigenes Konzept. Energie wird aus der Umwandlung von Methanol und vor allem Wasserstoff (H2) gewonnen. Längst hat diese Antriebsform ihr experimentelles Stadium verlassen – um der Technik zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es allerdings eine Infrastruktur für Wasserstoffherstellung, -speicherung und -betankung. Nach Berechnungen von Daimler würden bundesweit 1.000 H2-Tankstellen zur Flächendeckung ausreichen.

HybRIDANTRIEb Ihm liegt eine Mischform aus zwei verschiedenen Antriebskomponenten zugrunde, in der Regel wird ein Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombiniert. Als Plugin-Hybrid bezeichnet man eine Antriebkonfiguration, die ein Nachladen der Batterie am konventionellen Stromnetz zulässt. Sinn und Zweck des Hybrids ist das sparsame Fahren, vor allem in der Stadt. Allerdings machen die zusätzlichen Komponenten, zu denen auch umfangreiche Steuergeräte und ein Speicherakku gehören, das Auto erst einmal schwerer und teurer. GASANTRIEb Bei der Verbrennung dieses Treibstoffs entsteht weniger CO2, und Gas ist deutlich günstiger als konventioneller Kraftstoff. In der Praxis erfolgt der Antrieb oft bivalent: Zu Fahrtbeginn befeuert Benzin oder Diesel den Brennraum, später schaltet eine Elektronik automatisch auf den Gasantrieb um. Prinzipiell unterscheidet man zwischen Erd- und Autogas. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan; um es in einem zusätzlichen Fahrzeugtank zu speichern, wird es komprimiert. Bei Autogas handelt es sich um flüssiges Butan oder Propan. bIOSPRIT-/ETHANOlANTRIEb Biokraftstoffe, hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder Sonnenblumen, werden Diesel beigemischt. Sie sind regenerativ und schadstoffarm. Doch die – irrationale – Verbindung einer verstärkten Nutzung mit steigenden Lebensmittelpreisen hat die öffentliche Akzeptanz beeinträchtigt. Einen Ausweg versprechen Biokraftstoffe der zweiten Generation, die statt aus Agrarerzeugnissen aus Abfallstoffen synthetisiert werden. Beim Ethanolantrieb gilt die Herstellung aus Zellulose mittlerweile weltweit als vielversprechendste Alternative.


77

Mai 2013

Märkte

Heute kann niemand sagen, welche Antriebsart in den Jahren nach 2020 die Entwicklung bestimmen wird“

Gemeinsam mit der Tochter Audi, BMW, Daimler und Porsche sowie unter Beteiligung von GM, Ford und Chrysler hat VW die „Initiative Ladeschnittstelle“ gegründet. Alle Serienfahrzeuge, die mit einer Gleichstromladeoption auf den europäischen Markt kommen, werden künftig mit dem „Combined Charging System“ ausgerüstet sein. Ihre Akkus lassen sich damit, unabhängig von Stromquelle und Ladegeschwindigkeit, an jeder Ladestation auffüllen.


78 Mai 2013 Märkte

Experten schätzen, dass in den kom-

Darunter werden auch der „i3“ und

Auf dem Pariser Automobilsalon im ver-

menden zehn Jahren weltweit rund 50

der „i8“ von BMW sein. Ersterer, als

gangenen Jahr stellte Daimler mit dem

Milliarden Euro in die Forschung und

pures E-Mobil ab Ende kommenden

„Concept B-Class Electric Drive“ die

Entwicklung alternativer Antriebsfor-

Jahres für rund 40.000 Euro zu haben,

batterie-elektrische Zukunft der Kom-

men fließen. Insbesondere heimische

erhält eine Karbonkarosserie, um das

paktklasse bei Mercedes-Benz vor.

Hersteller versuchen derzeit, den Vor-

Batteriegewicht zu kompensieren.

Die Markteinführung des „SLS AMG

sprung Toyotas beim Hybrid-Antrieb

Letzerer, mit Preisen im sechsstelli-

Coupé Electric Drive“ vervollständigt

zu verkürzen. Die Japaner haben das

gen Bereich, soll als Plug-in-Hybrid

dieses Jahr das Serienelektro-Portfolio,

Konzept seit 1997 nicht nur serienreif,

„die Fahrleistung eines Sportwagens

das dann aus sieben Fahrzeugen beste-

sondern auch salonfähig gemacht. In-

mit dem Verbrauch eines Kleinwa-

hen wird. Im nächsten Schritt sollen der

zwischen wird das Modell „Prius“ in

gens“ kombinieren, wie BMW-Chef

„smart escooter“ und eine Viersitzer-Va-

der dritten Generation gebaut und

Norbert Reithofer illustriert. Die Sa-

riante des „smart electric drive“ hinzu-

ist seit Kurzem auch als Plug-in-Vari-

che bleibt eine teure Wette auf die

kommen. Es werde jedoch „noch einige

ante erhältlich. Bei Audi, wo der mo-

Zukunft. Aber Reithofer glaubt an die

Zeit dauern, bis Elektrofahrzeuge mit

derne Hybrid Ende der 1980er-Jahre

Akzeptanz: „Jede neue Technologie

Brennstoffzelle oder Batterie das Stra-

mal erdacht worden war, dürfte man

hebt dann ab, wenn man den Kunden

ßenbild bestimmen und den Verbren-

sich heute ärgern, das Potenzial einst

attraktive und innovative Produkte an-

nungsmotor ersetzen können“.

verkannt zu haben.

bietet“, diktierte er der ZEIT.

Jetzt drücken die Entwickler in Ingol-

BMW-Cheflobbyist Manfred Poschen-

stoffzelle steht derzeit die mangelnde

stadt aufs Tempo: „Das Nahziel ist der

rieder präzisiert, für Sechs-, Vier- und

Infrastruktur im Weg. Derzeit gibt es

PHEV“, betont ein Audi-Sprecher. Der

Dreizylinder-Aggregate werde der

lediglich ein gutes Dutzend Wasser-

Akku des Vehikels lässt sich am Strom-

Konzern ab 2014 unter dem Konzept

stoff-Tankstellen in Deutschland, aber

netz aufladen, er fährt in der Stadt rein

„Efficient Dynamics“ eine neue Mo-

weit über 12.000 für herkömmlichen

elektrisch und kann für Überlandstre-

torenfamilie einführen. Das soll die

Kraftstoff. Deshalb unterstützt Toyota

cken auf einen Verbrennungsmotor

Fahrzeuge nicht nur sparsamer ma-

mehrere Initiativen in Deutschland,

zugreifen. „Schon im nächsten Jahr

chen, sondern die Basis etwa auch für

Nordeuropa und Großbritannien, die

werden wir dazu ein erstes Modell vor-

Plug-in-Hybridmodelle bilden. Stell-

sich für einen Netzaufbau stark ma-

stellen“, avisiert der Sprecher und fügt

vertretend für die Branche postuliert

chen. Hierzulande soll die Zahl der

an, mittelfristig würden sich Plug-in-

eine Daimler-Sprecherin: „Die Zukunft

Wasserstofftankstellen bis 2015 auf

Hybride als „sehr wichtige Antriebs-

Gerade der Verbreitung der Brenn-

liegt definitiv in der Elektrifizierung

rund 50 Stationen wachsen. Im selben

Option“ durchsetzen. Von Plug-ins

des Antriebs, jedoch wird es künftig

Jahr wollen die Japaner die nächste

über Range-Extender-Konzepte bis zu

nicht die eine Technologie als Königs-

Generation ihres Brennstoffzellenfahr-

reinen Stromern wollen die deutschen

weg zur nachhaltigen Mobilität geben,

zeugs vorstellen. Möglicherweise fah-

Hersteller laut VDA bis 2014 immerhin

sondern maßgeschneiderte Lösungen

ren sie den deutschen Herstellern da-

15 Modelle auf den Markt bringen.

für alle Mobilitätsanforderungen.“

mit einmal mehr davon.

Manche Mitbewerber setzen alles auf eine Karte und gehen damit ein hohes Risiko ein“

Æ


79 Mai 2013 Märkte

In den nächsten Jahrzehnten wird der Verbrennungsmotor immer noch die am weitesten verbreitete Antriebstechnologie sein – zunehmend elektrisch unterstützt“

Der „F-Cell“ ist ein Kleinserien-Brennstoffzellenfahrzeug von Daimler auf Basis des „A-Klasse“-Modells. Als Kraftstoff dient gasförmiger Wasserstoff, der bei einem Druck von 350 bar in Metall/Kohlefaser-Komposittanks gespeichert wird.


80 Mai 2013 Märkte

Strategie KompaKt

Was deutsche Autobauer so innovativ macht Seit 2005 analysiert das in Bergisch Gladbach ansässige Center of Automotive Management (CAM) jährlich retrospektiv die Innovationsstärke des internationalen Automobilsektors. Die aktuelle Erhebung weist für die 20 untersuchten Hersteller und ihre 54 Marken insgesamt 955 Innovationen in 2011 aus. Allein 379 entfielen auf das Technologiefeld Antrieb. Erstmals seit Beginn der Studienreihe stehen hier mit VW, BMW und Daimler drei deutsche Konzerne auf dem Treppchen. Sie brachten im vergangenen Jahr deutlich mehr Innovationen hervor als ihre weltweiten Mitbewerber. CAM-Leiter Stefan Bratzel erklärt, warum die deutschen Autobauer die modernsten Motoren haben – und Volkswagen einsam an der Spitze fährt.

D eutsche I ngenIeurskunst Allen Bemühungen um die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte zum Trotz sind die mit Benzin oder Diesel betriebenen Motoren bisher konkurrenzlos: In Deutschland entfallen fast 99 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Und hier haben gerade die deutschen Autobauer eine historisch gewachsene Kompetenz. Konsequent setzen sie auf die Optimierung des Verbrennungsmotors, Energiespar- und Rückgewinnungssysteme sowie Leichtbau, um die Aggregate effizienter zu machen und den Verbrauch zu senken. Gut 70 Prozent der 379 Innovationen entfielen 2011 auf den konventionellen Antrieb.

u mk ämpfte p remIumkl asse Sowohl VW als auch BMW und Daimler bedrängen sich in der Oberklasse respektive oberen Mittelklasse. In diesem Segment war der Nachholbedarf an effizienteren, verbrauchsärmeren Motoren in den letzten Jahren besonders groß – nicht nur durch politischen Druck, sondern auch, weil die Kunden dies verstärkt einfordern. Letzteres nicht primär aus ökologischer Überzeugung, sind doch die meisten Premiummodelle größer und PS-stärker ausgelegt, sondern weil Spritschleudern nicht mehr gesellschaftsfähig sind. Ein günstiger Verbrauch wird da zum Hygienefaktor. Letztlich geht es den Herstellern um ihre CO2-Gesamtbilanz, mit der sie ebenso im Wettbewerb stehen.

g rosse m arkenvIelfalt Insbesondere für VW zahlt sich im Innovationsranking aus, dass der Konzern viele Marken unter seinem Dach vereint. Die Pole Position resultiert aus einer Kombination Quantität und Qualität. Aus Kundensicht wirkt positiv, dass VW seine Innovationskraft über verschiedene Marken, Modelle und Segmente unter Beweis stellen kann. Dass die Wolfsburger aber nicht allein über die reine Vielfalt punkten, belegt die Tatsache, dass dort immer wieder auch Weltneuheiten – unter anderem im Bereich der Effizienz von Verbrennungsmotoren (z.B. Zylinderabschaltung bei einem Vierzylinder TSIMotor) oder im Bereich der Fahrerassistenzsysteme (z.B. City-Notbremsassistent) – entstehen. Weltneuheiten sind ein deutlicher Indikator und Treiber für die Innovationsstärke eines Herstellers.

Analysiert von Prof. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

¢


81 Mai 2013 Märkte

Der Kampf um die Antriebstechnologie ist noch lange nicht entschieden“


82 Mai 2013 Marker

MERKWÜRDIG

Drei Engel für Tichy Ach, der heimischen Medienbranche geht’s gar nicht

cri aus dem feinen Düsseldorf! Kunst von Ottmar Hörl

gut. Genau genommen geht es ihr echt schlecht. So

(who the f…?), ebenso limitierte wie überflüssige De-

schlecht nämlich, dass sie schon seit Jahren Tod und

votionalien zu obszönen Preisen. Alles für einen guten

Teufel in Bewegung setzt, um ihr scheintotes Business-

Zweck, versteht sich. Den Zweck, die „Wirtschaftswo-

Modell (Printerzeugnisse) durch allerlei profane Ne-

che“ – sie umgarnt damit ihre Abonnenten – am Leben

bengeschäfte zu beatmen. Reisen, Buchreihen, CD-

zu erhalten. Denn auch in der Düsseldorfer Kasernen-

Pressungen – wie langweilig. Hier kommt der dernier

straße hängen die süßen Trauben längst ziemlich hoch. Und so ließ die „Wiwo“ kurz vor Weihnachten einen elektronischen Bettelbrief zirkulieren, mit dem sie ganz unverhohlen um „Ihre ,Hilfe‘ in Krisenzeiten!“ warb. Man freue sich, der Menschheit „ein ganz besonderes Angebot unterbreiten zu können: Ottmar Hörls ,Erste-HilfeSet‘“. Heftpflaster? Ersatzrad? Likörchen? Weit gefehlt, das Hilfegesuch kaskadiert in einem Spannungsbogen nach unten: als „dritte Hilfe“ in Gestalt dreier Revolver-Ladies mit Flügeln, schwarz-rot-gold lackiert, als „zweite Hilfe“ mit dem Goldengelchen im ausrangierten Akkuschrauber-Koffer. Doch mit der „ersten Hilfe“ schießt die Verlagsgruppe Handelsblatt den Engel, pardon: Vogel, ab – eine Acryl-Box mit geschredderten Ausgaben des Wirtschaftsmagazins. So klar zu zeigen, für wie wertlos man das eigene Produkt hält, verdient Respekt. War sicher ein verfrühter April-Scherz. Nee, Mist – die meinten das ernst!


MARKETING & INNOVATION FORUM EUROPE 2014 11. / 12. FEbRUAR 2014, FRANKFURT AM MAIN

VIP PRI VATE lUNch jETZT S IchERN !

AlExANdER bARd

Speaker MIF Europe 2014

NIRMAlyA KUMAR

dAVId A. AAKER

REVOlUTION dER MäRKTE: EMERGING INNOVATION

bRANdING: WIE PERSöNlIch IST IhRE MARKE? (Vc)

AlExANdER bARd

dON PEPPERS

SOZIAlER WANdEl: dIE FOlGEN dER dIGITAlEN REVOlUTION

KUNdENlOyAlITäT 1 TO 1: EhRlIchKEIT AlS WETTbEWERbSVORTEIl

hERMANN SIMON GlObAlE TRENdS: AUFbRUch NAch GlObAlIA – hIddEN TRENdS

+ 49 69 1338 468 - 0 www.mifeurope.com

ANdy STEFANOVIch INNOVATION: lOOK @ MORE


Film ab: jetzt QR-Code scannen!

JETZT SG N U T H C I * EINR ! N E R A P GEBÜHR S

de-mail der telekom: die erste mail mit gesetzlich gesicherter zustellung. Schneller und günstiger als Briefpost Sicher durch identifizierte Teilnehmer Papierlos mit Kunden und Partnern kommunizieren

Werden Sie jetzt De-Mailer! Alle Informationen und Registrierung unter www.telekom.de/de-mail

* Angebot befristet bis 30.06.2013. Verlängerung vorbehalten. Die Kommunikation mit De-Mail ist nur an für De-Mail registrierte Empfänger innerhalb Deutschlands möglich. In Einzelfällen können vertragliche oder gesetzliche Anforderungen die Nutzbarkeit von De-Mail einschränken, die Kombination mit einer qualifizierten elektronischen Signatur zur Ersetzung der gesetzlichen Schriftform ist möglich.


M:PROFILE 05/2013