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leben

Migros-Magazin | Nr. 49, 5. Dezember 2011 |

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Atemberaubend: Der Blick auf die Pyramide des Bietschhorns beim Aufstieg zum Petersgrat.

Geschafft: Auf dem Plateau des Petersgrat angekommen, werden die Felle abgezogen. Die Abfahrt kann beginnen.

ort heute keine Séracs mehr existieren. Der Gletscherschwund ist Realität. Wir fahren weiter.Was nun folgt,sind lange Traversen durch teilweise recht ausgesetzte Hänge. Immer wieder müssen wir kurze Strecken gehen oder gar im Treppenschritt nach oben steigen. Die Füsse schmerzen in den harten Schuhen, doch je weiter wir nach unten kommen, desto knapper wird es mit dem Schnee. Stellenweise müssen wir die Skier tragen. Aus der Bindung, in die Bindung, aus der Bindung – das schlaucht. Nach gut acht Stunden und nur wenigen Pausen sind unsere Energiereserven gleich Null, als wir im Weiler Trachsellauenen ankommen. Von hier müssten wir mangels Schnee knapp 45 Minuten nach Stechelberg marschieren. Glücklicherweise wartet ein Taxi, das Bergführer Stef organisiert hat. Uns erscheint der Taxifahrer wie der Erlöser. Die Verarbeitung dieser Tour wird uns noch einige Tage beschäftigen – und immer weniger als Schinderei in Erinnerung bleiben, sondern als höllisch schönes Abenteuer. Als ein reales Abenteuer – ohne Kaviar und ohne Doubles. Text Üsé Meyer Bilder Thomas Senf

www.migrosmagazin.ch Tipps für ein paar weniger fordernde Skitouren in den Schweizer Alpen.

Die Türme aus Gletschereis sind verschwunden.

Migros Magazin 49 2011 d AA  

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