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AKTUELL

MIGROS-MAGAZIN | NR. 49, 5. DEZEMBER 2011 |

NEUES AUS DER MIGROS | 37 INTERVIEW

«Noch moderner und sicherer»

Matthew Robin ist Chef der Elsa/Mifroma-Gruppe, die auf die Milch- und Käseproduktion spezialisiert ist. Adventstürchen 7

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ein Elsa-Mitarbeiter die Plastiksäcke mit den Joghurtbechern in die Produktionszone hinein,in der Joghurt abgefüllt wird. So wird das äussere Verpackungsmaterial konsequent aus dem hygienisch sensiblen Bereich verbannt. «Hier gibt es keinen Karton und kein Holz mehr, nichts. Alles wird strikt im neuen Gürtel aufbewahrt», erklärt Dutli.

Die Mitarbeiter profitieren von besseren Arbeitsbedingungen

Joghurtbecher vom neuen, abgetrennten

Logistisch war diese Umstellung eine Meisterleistung: Das Elsa-Sortiment umfasst über 1000 Produkte mit spezifischen Verpackungen, von Trinkmilch und Rahm über Frischkäse bis hin zu Tofu und Sojagetränken. Dutli führt uns in einen anderen Produktionsbereich, in dem Trinkjoghurts abgefüllt werden. Auch hier dasselbe Prinzip: Im Logistikgürtel fahren Gabelstapler Paletten mit leeren Trinkjoghurtflaschen heran. Ein Mitarbeiter packt diese aus. Wieder öffnet sich ein Fenster, durch das die Plastikflaschen in den Produktionsbereich und dann in die Abfüllanlage gelangen. Apropos Mitarbeiter: Wie haben diese auf die Umstellungen während des Projekts «Elsavenir» reagiert? «Als die Bauleute einrückten und Mauern aufzuziehen begannen, hat das Angst gemacht», erinnert sich Dutli. Das sei ja auch völlig normal. Die Bedenken seien dann allerdings schnell verflogen. «Heute profitieren die Mitarbeiter von besseren Arbeitsbedingungen wie klimatisierten Produktionsräumen und neuen Pausenräumen.» Texte: Christoph Petermann Bilder: Marco Zanoni

Matthew Robin, rund 100 Millionen Franken flossen in den letzten fünf Jahren in das Grossprojekt «Elsavenir». Hat sich der Aufwand gelohnt?

Da besteht kein Zweifel. Wir haben in dieser Zeit jeden einzelnen Arbeitsschritt bis ins letzte Detail hinterfragt und so den gesamten Logistikprozess optimiert. Zudem übertreffen wir nun sogar die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Hygiene und Qualität. Mit dieser Investition haben wir das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Die Elsa gehörte schonvordiesem Projektzu den modernsten Milchverarbeitern Europas. Waren die Neuerungen wirklich nötig?

Wir sind generell einem starken Wettbewerb ausgesetzt. Neben den gesetzlichen Anforderungen steigen auch die Ansprüche der Konsumenten. Mit «Elsavenir» haben wir die Basis geschaffen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Was heisst das konkret?

Allein 2011 haben wir insgesamt 80 Produkteneuheiten auf den Markt gebracht. Gerade mit Nischenprodukten, wie laktosefreier Milch oder Hüttenkäse, speziellen Joghurts oder Produkten auf Sojabasis, können wir den sich ändernden Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. Zudem beliefern wir immermehrdasGastgewerbe. Auch das ist eine Nische, die wir konsequent besetzen. Reicht das, um sich im hart umkämpften europäischen Markt langfristig zu behaupten?

Jeder Lebensmittelskandal in der EU, wie zum Beispiel diesen Sommer in Deutschland der Ehec-Erreger, schärft das Bewusstsein der Konsumenten für Lebensmittel, bei denen die Hygiene eine ausschlaggebende Rolle spielt. Die Elsa steht seit je für Schweizer Topqualität. Die Erneuerungen im Rahmen von «Elsavenir» machen die Produktion nun moderner und letztlich noch sicherer. Die neue Elsa ist also auch für den Export gerüstet?

Ja, und das über Europa hinaus.Gerade in China zum Beispiel steigt der Milchkonsum enorm. Der grossen Nachfrage können die dortigen Produzenten nicht entsprechen. Das sind neue Märkte, die auch uns Möglichkeiten bieten. Und um nochmals auf die Sicherheit zurückzukommen: Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima erhielten wir sogar Anfragen aus Japan. Sie bleiben als Produzent aber in der Schweiz?

Das ist doch selbstverständlich. Die Schweiz bleibt mit Abstand unser wichtigster Absatzmarkt. Rund 85 Prozent der Migros-Milchprodukte stammen von der Elsa. Wir liefern jählich Milchprodukte im Gesamtgewicht von 287 000 Tonnen an die Migros-Genossenschaften. Ausserdem sind wir mit mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtigster Arbeitgeber der Region und beziehen Milch von über 2000 Bauernhöfen, vor allem aus der Romandie.

Migros Magazin 49 2011 d AA  

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