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MENSCHEN PFERDEASYL

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Im Galopp in Pension

Nadia Knöpfel kämpft für ehemalige Spitzensportler. Die 29-Jährige, die früher selbst im Pferderennsport tätig war, nimmt ausgemusterte Rennpferde bei sich auf. Einen Renneinsatz möchte sie keinem Pferd mehr antun.

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autes Wiehern ertönt. Nach einem heftig rauschenden Frühlingsregen wäre es wieder ruhig in Weiach ZH, würden nicht der zehnjährige Vollblutwallach Aciento und ein halbes Dutzend seiner Freunde auf eine neue Weide etwas oberhalb des Dorfs gelassen. Kaum ist der Zaun ge-

schlossen und sind die Leinen von den Halftern gelöst, stürmen die temperamentvollen Galopper übermütig auf und davon. «Was hier herumtollt, wäre eigentlich Wurst», sagt Besitzerin Nadia Knöpfel. Es seien ausgediente Rennpferde, die hätten geschlachtet werden sollen. Die Wiese ist

regennass. Die grösste Angst, die Nadia Knöpfel plagt, ist aber nicht, dass eines ihrer Pferde auf dem glitschigen Untergrund ausrutschen und sich verletzen könnte. Viel mehr beschäftigt die 29-jährige Buchhalterin, Tierpsychologin und Tierkommunikatorin, dass sie die neue Weide von ihrer Woh-

nung aus nicht sehen kann. Es könnte ihr jemand «z Leid werche», fürchtet sie. Denn Pferdenärrin Knöpfel ist wenig diplomatisch, wenn es darum geht, die Pferderennszene mit Vorwürfen einzudecken: «Rennpferde stehen meist 23 Stunden täglich isoliert in der Box und wer-

Migros Magazin 24 2010 d OS  

MÜRGGU, FÖRCHBOTZ UND HAMBITZGI 46 Feine Apérospiesschen mit Fisch, Poulet oder frischen Früchten. Jetzt ist Ihre Meinung über Migros-Produk...