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MENSCHEN SAMMLER

Migros-Magazin 24, 14. Juni 2010

Unter grössten Sicherheitsvorkehrungen dürfen die Teilnehmer vor Beginn der Auktion die Kataloge und die Marken anschauen.

das so an. Peter Rapp: «Losnummer 58. Ich starte mit 150 000. Hier 200 000. Dabei zeigt er mit der Hand in eine Sitzreihe vorne rechts. «210 000.» Jetzt zeigt die Hand zu einer Person hinten im Saal. «Niemand mehr?» Eine StimmeausdererstenReihe:«270000.» Rapp: «270 000. Für Konto 12.»

Früher ein Fehler, heute besonders wertvoll

Auch Los 58 ist eines der Prunkstücke der Sammlung, eine «Doppelgenf». Alle Doppelgenfs der Sammlung erzielen hohe Preise in der Auktion, aber die begehrteste bleibt Los 58. Das Markenduo auf diesem Brief ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es vom Postbeamten anstatt waagrecht senkrecht geschnitten wurde, also eigentlich verkehrt rum. Das ist rar. Und

dann befindet sich die verkehrt geschnittene Doppelmarke auch noch auf einem in seiner Gänze erhaltenen Brief – eine weitere Rarität. «Es ist in der Philatelie wichtig, dass etwas ganz erhalten ist», erklärt Experte Martin Eichele. Er selber behielt sein Schild unten, «nicht meine Preisklasse». Es macht den Anschein, als wolle Eichele definitiv nur zuschauen, bis bei Los 107 plötzlich sein Schild in die Höhe schnellt. Und er kriegt sie, die Basler Taube, für 16 000 Franken. Die Taube wurde 1846 in einer kleinen Gemeinde bei Liestal BL abgegeben, an eine Adressatin in der Stadt Basel. Briefe aus Baselland mit einer Basler Taube seien selten, steht im Katalog. «Ausserdem», begründet der glückliche Käufer, «wohne ich selber in Arlesheim, Baselland.»

Der fünfstellige Betrag ist für ihn ein Klacks – er konnte mit dem Verkauf seiner Altschweiz-, Russland- und Südafrika-Sammlungen vor Kurzem viel Geld machen, sehr viel Geld. Wie viel genau, will er aber nicht sagen, «das hänge ich nicht an die grosse Glocke». Briefmarkensammler seiner Kategorie mögens diskret.

Kaufen, warten und dann wieder verkaufen

Immerhin verrät der Kenner, der auch Händler ist: «Dieses Jahr konnte ich die schönste Basler Taube, die es auf Brief gibt, für 50 000 Franken verkaufen. Und die zweitschönste, die ich auch in der Sammlung hatte, brachte in der Auktion über 60 000 Franken.» Über die Marken, die er jetzt erstanden habe – es waren noch drei weitere, insgesamt gab er um die 40 000 Franken aus –, freue er sich nun erst mal. Und «vielleicht finde ich eines Tages jemanden, der noch mehr Freude daran hat und sie zu einem noch höheren Preis haben will.» Es könnte der Eindruck entstehen, Martin Eichele sammle nur wertvolle Stücke, um sie nachher noch teurer verkaufen zu können. Doch dies streitet er vehement ab. «Nein, auf keinen Fall!» Das Briefmarkensammeln

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D erste Die mehrfarbige Briefmarke …

… stammt aus der Schweiz. Es war die Basler Taube, oder «Basler Dybli», wie sie auch genannt wird. Sie wurde 1845 vom Kanton Basel ausgegeben und war nur neun Jahre gültig. Zuerst wurde sie grün gedruckt. Doch die Farbe gefiel der Basler Stadtregierung nicht. Die Basler Taube, die schliesslich in Umlauf kam, war blau-rot. Von der grünen Ausgabe befinden sich einige hundert Briefmarken in Sammlerhänden.

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Migros Magazin 24 2010 d OS  
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