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MENSCHEN TÜFTLER

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Kraftvolle Fahrzeuge mit «geiler Optik» wie sein Elektro-Cruiser-Velo werden die Leute zum Umstieg auf Ökomobile bewegen — nicht der Umweltgedanke, sagt Tüftler Michael Zoller.

praktisch, weil Inlineskates weniger ‹gschtabig› sind als ein Kickboard», erklärt er. Michael investierte sein ganzes Geburtstags- und Weihnachtsgeld und liess sich auch von den geforderten Schreibarbeiten, die er als «obermühsam» bezeichnet, nicht entmutigen. Der schöne Lohn: eine glatte Sechs. Mit dem Folgeprojekt, dem Cruiser-Fahrrad, vollzog Michael eine doppelte Entwicklung: Zum einen verzichtete er erstmals darauf, die Elektroteile aus dem Versandkatalog zu bestellen. «Ich hatte keine Lust mehr, dieses überteuerte Zeug zu kaufen», erklärt er. Lieber suchte er sich das Material übers Internet direkt in

China zusammen. Die Bestellungen verschickt er per Mail in Englisch. Mutter Karin kontrolliert die Rechtschreibung. Zum anderen machte er mit seinem frisierten Velo den ersten Schritt in jene Richtung, in der er sich wirtschaftliche Chancen als Unternehmer ausrechnet. Das Projekt, an dem Michael derzeit arbeitet, ist nämlich ein elektrisch angetriebenes Motorrad.

Ökomobil und Speed sind kein Widerspruch

90 Kilometer pro Stunde soll der lautlose Töff erreichen. «Mehr ist gar nicht nötig, weil das Fahren auf der Autobahn eh keinen Spass

macht», meint er. Zuständig für den Spass seien vielmehr die Kraft und damit die mögliche Beschleunigung des Gefährts. Denn darin liegt für Michael der grosse Vorteil des Elektroantriebs: «Während bei Benzinern zwei Drittel der Energie als Wärme verloren geht, sind beim Elektromotor mehr als 90 Prozent für den Antrieb verfügbar – und zwar ohne Getriebe, ohne lästiges Schalten. Volle Power von Anfang an», schwärmt er. Dass sich «volle Power» schlecht mit ökologischer Gesinnung verträgt, hält Michael für realitätsfremd: «Ein Grossteil der Leute wird niemals ein elektrisch betriebenes Fahrzeug kaufen, nur

um der Umwelt einen Gefallen zu tun. Deshalb werden es nicht lahme Alternativmobile sein, die für den Umschwung sorgen. Sondern alternativ betriebene, kraftvolle Fahrzeuge mit einer geilen Optik und einem guten Preis.» Gerade weil Michael aber zur verzichtfreien Mobilität der Zukunft beitragen will, muss er vorderhand selbst Verzicht üben: Sein Lehrlingslohn reicht nur für kleine Sprünge. «Wenn ich im Ausgang irgendwo Eintritt zahle und noch etwas trinke, rechne ich mir immer aus, welche Teile ich mit dem Geld wieder hätte kaufen können.» Text Beat Matter

Bilder Ruben Wyttenbach

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