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BESSER LEBEN TIERE

Migros-Magazin 24, 14. Juni 2010

LIEBLING DER WOCHE

Dass ein bisschen Training nicht schadet, beweist Muskelkatzenfrau Shania. Von einem solchen Sixpack träumt manch ein Bodybuilder ... Bild von Beat Häfliger aus Schaffhausen

Was auf den ersten Blick putzig aussieht, kann tödlich enden.

Tatort Grillplatz

Sommerzeit ist Brätelzeit — gerade in der Natur. Dass viele Grilleure ihre Abfälle liegen lassen, hat schlimme Folgen für die Wildtiere.

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erbrochene Glasflaschen, Büchsen und Plastiksäcke am Waldrand zeugen von einem feucht-fröhlichen Sommerabend. Für das heimische Wild werden solche Hinterlassenschaften jedoch häufig zur lebensbedrohlichen Falle: Rehe verletzen sich an Scherben, Igel verheddern sich in Verpackungen. Und selbst Jungvögel können an Unterkühlung sterben, wenn ihre Eltern das Nest mit Plastik auslegen, der das Regenwasser staut.

Essensreste sind nicht immer gut für Tiere

Urs Philipp, Leiter der Fischereiund Jagdverwaltung im Kanton Zürich, kennt das Problem: «Unlängst sah ich ein Foto eines Dachses, dessen Kopf in einer Büchse steckte. Er war elend verendet», erzählt er. Auch vermeintlich harmloser Abfall wie Wurstpapier oder Styropor kann gefährlich sein. Philipp: «Wenn es gut riecht, reizt es Füchse oder Wildschweine zum Fressen. Es kann zum Darmverschluss kommen, das Tier stirbt.» Und selbst was die Grilleure an Essensresten zurücklassen, ist fürs Wild nicht immer be-

kömmlich. Der Fachmann appelliert deshalb an den gesunden Menschenverstand: «Wir geben unseren Haustieren ja auch nicht alles, was wir essen», sagt er. Genaue Zahlen, wie viele Tiere aus Unachtsamkeit oder Gleichgültigkeit der Waldbesucher umkommen, gibt es nicht. Zwar werden tot aufgefundene Wildtiere gezählt, aber nicht immer ist es möglich, die genaue Todesursache zu bestimmen. Doch nicht nur der Abfall kann zum Problem werden, sondern auch die Grillparty selbst. Urs Philipp: «An manchen Grillplätzen herrscht bei schönem Wetter fast schon ein 24-StundenBetrieb. Das Radio läuft, und die Party geht auch im Gelände weiter. Fürs Wild sind solche Störungen vor allem in der Dämmerung und nachts eine Plage.» Trotzdem ist er überzeugt, dass ein Nebeneinander von Mensch und Tier möglich ist: «Wer seinen Abfall mit nach Hause nimmt, verhindert nicht nur mögliche Dramen. Er verhindert auch, dass ein lauschiger Ort zu einer Müllhalde verkommt!» Und damit ist ja allen gedient – Mensch wie Tier. Dagmar Steinemann

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Migros Magazin 24 2010 d OS  

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