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53. JAHRGANG | 03.2014

D I E P R O G R A M M Z E I T U N G D E R E S S E N E R F I L M K U N S T T H E AT E R U N D D E R L I C H T B U R G

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Inhalt

53. JAHRGANG | 03.2014

Unser Programmservice Das aktuelle Wochenprogramm erfahren unter unseren telefonischen Programmansagen: Essener Filmkunsttheater Tel. 0201 / 77 84 77 Lichtburg & Sabu Tel. 0201 / 23 10 24 Im Internet finden Sie uns unter www.essener-filmkunsttheater.de und www.lichtburg-essen.de Kartenreservierungen: Essener Filmkunsttheater Tel. 0201 / 27 55 55 Lichtburg & Sabu Tel. 0201 / 23 10 23

Inhalt Aktuelle Filmstarts Dokumentarfilme Sonderprogramm Kinderkino / Galerie Cinema Lichtburg & Sabu Die Essener Filmkunsttheater

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S. 4 - 17 S. 19 - 21 S. 21 - 24 S. 25 S. 26 S. 27

Fi l m s ta rts a b 2 7 . Feb ruar Philomena Viva la libertà

S. 10 S. 18

F i l m s ta rts a b 6 . März Alles Inklusive Grand Budapest Hotel Im August in Osage County

S. 13 S. 6 S. 11

F i l m s ta rts a b 1 3 . M ärz Die Bücherdiebin Pettersson & Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft Shanghai, Shimen Road

S. 12 S. 4 S. 15

Fi l m s ta rts a b 2 0 . März Baal Die Frau des Polizisten Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Keuzweg

S. 19 S. 9 S. 8 S. 16

F i l m s ta rts a b 2 7 . M ärz Antboy Banklady Her Love Steaks My Sweet Pepper Land Westen Zwischen Welten

S. 7 S. 16 S. 9 S. 14 S. 17 S. 14 S. 7

V e r a n s ta lt u n g e n mit Gästen Seniorenkino mit Hannelore Elsner: Alles Inklusive – Do. 06.03. Weltpremiere: Pettersson & Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft – So. 09.03. Deutschlandpremiere: Die schwarzen Brüder – Sa. 15.03. Deutsche Kinopremiere: Zwischen Welten Filmgespräch mit Regisseur: Keuzweg – So. 23.03.

S. 13 S. 4 S. 4 S. 7 S. 16

Dokumetarfilme Wahre Welten: Beltracchi – Die Kunst der Fälschung – ab 6. März Cerro Torre – Nicht den Hauch einer Chance – ab 13. März Wahre Welten: Mittsommernachtstango – So. 16.03. - Di. 18.03. Wahre Welten: Die schöne Krista – So. 23.03. - Di. 25.03. Wahre Welten: Die Moskauer Prozesse – So. 30.03. - Di. 01.04.

S. 19 S. 8 S. 20 S. 20 S. 21

S o nd e r p r o g r a m m Seniorenkino: Philomena – Do. 27.02. 90 Jahre Filmstudio: Vom Winde verweht – Sa. 01.03. Glenn Gould Plays Bach – A Question of Instruments – 09.03. - 11.03. TheaterKino: Medea – Mo. 10.03. Homochrom: My Brother the Devil – Mi. 12.03. Le cinéma en version originale: Portugal mon amour (OmU) – Mi. 19.03. Homochrom: Cloudburst – Mi. 19.03. Seniorenkino: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Do. 20.03. Sneak Preview – Mo. 24.03. Ciñol-Preview: Carne de perro (OmU) – Di. 25.03. Le cinéma en version originale: Jung & schön (OmU) – Mi. 26.03. Stummfilm mit Orgelimprovisation: Das Cabinet des Dr. Caligari – So. 30.03.

S. 10 S. 5 S. 22 S. 22 S. 23 S. 24 S. 23 S. 8 S. 24 S. 24 S. 24 S. 21

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Aktuelle Filmstarts

53. JAHRGANG | 03.2014

Pettersson & Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft Der schrullige Alte und sein frecher Kater wirken so lebendig wie nie. Allerbeste Unterhaltung nicht nur für Kinder!

Ab 13. März in der Lichtburg Deutschland 2014; 90 Min.; Regie: Ali Samadi Ahadi; Buch: Thomas Springer; mit Ulrich Noethen, Marianne Sägebrecht, Max Herbrechter; ab 0 J. Pettersson ist ein Mann, der zufrieden mit seinen Hühnern in einem kleinen Haus wohnt. Doch wenn er an seinen kleinen Erfindungen herumwerkelt, dann fühlt er sich oft einsam. Gerne würde er jemandem erzählen, was ihn beschäftigt. Doch die Hühner antworten ja nicht. Und sind außerdem keine guten Zuhörer. Eines Tages jedoch bringt eine Nachbarin ihm eine Kiste vorbei. Darin verbirgt sich der kleine Kater Findus, der sogar sprechen kann. Ab sofort wirbelt er das Leben des ruhigen Petterssons kräftig durcheinander. Die von dem schwedischen Autor Sven Nordqvist erfundenen Figuren gehören seit den 1980er Jahren zu den absoluten Kinderbuchklassikern. Regisseur Ali Samadi Ahadi hat nun die erste Realfilmadaption der Geschichten geschaffen. In die Rolle des friedfertigen Pettersson schlüpft Ulrich Noethen, der einmal mehr beweist, wie vielseitig und unterhaltsam er eine Rolle gestalten kann. Der Kater Findus ist als einzige Figur animiert, doch das harmonische Zusammenspiel zwischen digitaler und realer Welt lässt dies schon bald vergessen. Die Welt von "Pettersson & Findus" ist mit großer Liebe und Hingabe zum Detail gestaltet.

Weltpremiere mit Ulrich Noethen, Marianne Sägebrecht und Ali Samadi Ahadi

Sonntag 09.03. • 16.00 h • Lichtburg • Vorverkauf läuft! Wie eine niedliche Puppenstube wirken die Häuser, die Gärten und die Wälder, und auch die liebenswerten Nebenfiguren bekommen ihre lustigen eigenen Ge-

schichten. Die Farben sind sonnig, die Musik unterstreicht dieses Gefühl noch. Es gibt viele Lektionen, die der kleine freche Kater im Laufe der Geschichten lernt.

Doch am wichtigsten ist: Wenn man sich lieb hat und zusammenhält, dann kann einem nichts Schlimmes passieren. Deutsche Film- und Medienbewertung

Die Schwarzen Brüder

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lisa Tetzner und Kurt Kläber Ab 17. April Deutschland/Schweiz 2013; 103 Min.; Regie: Xavier Koller; mit Fynn Henkel, Oliver Ewy, Moritz Bleibtreu, Richy Müller, Dominique Horwitz; ab 6 J. Basierend auf dem Roman von Lisa Tetzner und Kurt Kläber („Die rote Zora und ihre Bande”) erzählt der Schweizer Regisseur Xavier Koller in Die schwarzen Brüder von einem düsteren Kapitel der Geschichte seines Landes. Mitte des 19. Jahrhunderts verkauften Schweizer Familien aus finanzieller Not ihre Söhne nach Norditalien, wo sie als Kaminfegerbuben („Spazzacamini”) arbeiteten. Die harte Arbeit und die schwierigen Lebensumstände führten zu schweren, manchmal gar tödlichen Erkrankungen, so dass nur ein kleiner Teil dieser Kinder in seine Heimat und zu seiner Familie zurückkehren konnte. Von eben jenen „Spazzacamini” erzählt „Die schwarzen Brüder”. Um seiner Mutter die lebensnotwendige Konsultation eines Arztes zu ermöglichen, lässt sich Giorgio (Fynn Henkel) an den verschlagenen Menschenhändler Luini (Moritz Bleibtreu) verkaufen. Bereits auf der Reise vom Tessin nach Mailand kommt ein Großteil der Kinder ums Leben. Doch auch den Übrigen ergeht es schlecht. Viele Jungen werden von ihren Schornsteinfegermeistern verprügelt. Giorgio muss mit wenig Nahrung

Deutschlandpremiere mit Moritz Bleibtreu, Xavier Koller und weiteren Gästen

Samstag 15.03. • 16.30 h • Lichtburg • Vorverkauf läuft! auskommen und wird nachts in einem Bretterverschlag eingesperrt. Unter der Leitung von Alfredo (Oliver Ewy) jedoch

beginnen sich „Die schwarzen Brüder” zu organisieren. Sie setzen sich nicht nur gegen die örtliche Bande zur Wehr, die

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ihnen das Trinkgeld abnimmt, sondern beschließen auch, Luini das Handwerk zu legen. Kino-zeit.de


90 Jahre Filmstudio Glückauf Samstag, 1. März 2014

Am 90. Geburtstag des Filmstudios laden wir ein zum Wiedersehen mit Vivien Leigh und Clark Gable in

Vom Winde verweht Samstag, 1. März um 19.00 Uhr Eintritt frei – Einlass nur mit Eintrittskarten: Diese sind erhältlich täglich ab 15.00 Uhr an der Kasse des Filmstudios, max. 2 Karten pro Person, Reservierungen sind nicht möglich.

David O. Selznicks üppig ausgestattetes, überwältigendes Leinwandepos von 1939 ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten – auch den Filmstudio. Das Werk fasziniert immer noch durch hervorragende schauspielerische Leistungen, Max Steiners epochemachende Filmmusik und die fesselnde Schilderung von Schicksalen vor dem Hintergrund der Bürgerkriegswirren. USA 1939; ca. 230 Min.; Produzen: David O. Selznick; Regie: Victor Fleming, George Cukor, Sam Wood, Charles MacArthur; mit Vivien Leigh, Clark Gable, Olivia de Havilland, Leslie Howard, Thomas Mitchell; ab 12 J.


Aktuelle Filmstarts

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Grand Budapest Hotel

Herrlich skurrile und charmante Komödie um das abenteuerliche Schicksal des Grand Budapest Hotels und seines Personals Ab 6. März in der Lichtburg USA/D 2013; 100 Min.; Regie: Wes Anderson; mit Ralph Fiennes, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Jude Law

„Die Andersonschen Markenzeichen sind alle da, der lakonische Humor, die verschrobene Weltsicht, die resoluten vertikalen Schwenks und Kamerafahrten.”Die Welt „Liebevolle Lakonik, puppenstubenartige Künstlichkeit und ein schönes Spiel mit ernsten Gefühlen - alles, was man bei diesem Regisseur sucht, findet man hier.” taz Europa zwischen den Weltkriegen. In der fiktiven ungarischen Republik Zubrowka steht das renommierte „Grand Budapest Hotel“, eine Institution in seiner Branche und Schauplatz zum Teil abenteuerlicher Episoden. Genau dort hat Wes Anderson seinen neuen Film angesiedelt, der wie unter einem Mikroskop auf seine Figuren und ihre skurrilen Verwicklungen hinabblickt. Erzählt wird die Geschichte von Gustave H. (Ralph Fiennes), dem legendären Concierge des Grand Budapest, und seines neuen Lobby-Boys Zero Moustafa (Tony Revolori). Zusammen sind beide ein mehr als ungewöhnliches Lehrer-Schüler-Gespann, das Hals über Kopf in einen mysteriösen Kriminalfall stolpert und fortan von den Behörden argwöhnisch beobachtet wird. Nach dem offenbar gewaltsamen Tod der schwerreichen Madame D. (Tilda Swinton) vermacht diese ihrem

treuen Freund Gustave ein wertvolles Gemälde. Die enge Verbindung missfällt vor allem Dmitri (Adrien Brody), dem Nachkommen der adeligen Dame, der seinen Bluthund (Willem Dafoe) auf Gustave und Zero hetzt. Es ist der Auftakt eines absurden, temporeichen Katz-und-Maus-Spiels, in dem immer neue Figuren und Wendun-

gen auftauchen. Es bedarf nur weniger Einstellungen, um einen Film von Wes Anderson eindeutig als solchen zu identifizieren. Die liebevoll verschrobene Handschrift des 44-jährigen Komödienspezialisten ist einzigartig und von verspielten Schnörkeln durchzogen. Seit seinem internationalen Durchbruch mit „Rushmore“

blieb er sich und seinem ungewöhnlichen, stets etwas verträumten Stil treu. Der mit Stars gerade verschwenderisch besetzte Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale lebt zunächst von der Spielfreude seines Ensembles und der von Anderson perfektionierten Reizüberflutung im StakkatoRhythmus. Programmkino.de

Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

Ein spannender Kunstraubthriller von und mit George Clooney, beruhend auf einer Buchvorlage von Robert M. Edsel und Bret Witter Weiter im Programm USA/D 2014; 118 Min.; Regie: George Clooney; mit George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Hugh Bonneville, Cate Blanchett; ab 12 J. Basierend auf einer wahren Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs wird eine Sondereinheit unter der Leitung von George L. Stout von den Alliierten beauftragt, die größten Meisterwerke der Kunst aus den Händen der Nationalsozialisten zu befreien und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Jedoch befinden sich die Kunstwerke hinter den feindlichen Linien, und die deutsche Armee hat den strikten Befehl alles zu zerstören, sollte das Dritte Reich untergehen. Wie kann die Gruppe von sieben Museumsdirektoren, Kuratoren und Kunsthistorikern, die sich eher mit Michelangelo als mit einem M-1 Sturmgewehr auskennen und den Namen „Monuments Men“ trägt, überhaupt auf Erfolg hoffen? Ein cleveres Drehbuch, ein überragender Cast und eine unglaubliche und doch wahre Geschichte. Das sind die Zutaten des neuen Films von George Clooney, der gleichzeitig auch in die Hauptrolle schlüpft. Charisma-

tisch, charmant und entschlossen verkörpert er den Anführer einer bunten und nicht gerade homogenen Truppe, für deren Besetzung sich Clooney die Besten ausgesucht hat. Ob John Goodman als brummiger Bär, Bill Murray als zynischer Kauz oder Matt Damon als pragmatischer Optimist – passender kann man ein Ensemble nicht zusammenstellen. Doch neben all den coolen Sprüchen und dem abenteuerlichen Flair ist „Monuments Men“ auch die wahre Geschichte echter Helden, die die Kunst davor bewahrt haben, zerstört und von den Nazis gestohlen zu werden. Das Thema ist ernst, doch Clooney erzählt diese Geschichte so leichtfüßig, dass ihr tragischer Unterton nicht vordergründig, aber dennoch immer spürbar ist. Die Heldentaten der Monuments Men sind unermesslich wichtig für die Welt der Kunst und der Kultur. Ein würdiges und filmisch eindrucksvolles Denkmal. Deutsche Film- und Medienbewertung

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Aktuelle Filmstarts

Zwischen Welten

Ein Film über Verantwortung, die des Einzelnen und die unserer Weltgemeinschaft Ab 27. März Deutschland 2014; 103 Min.; Buch u. Regie: Feo Aladag; mit Ronald Zehrfeld, Mohsin Ahmady, Saida Barmaki, Abdul Salam Yosofzai, Felix Kramer, Burghart Klaussner

„Grandiose Bilder und Darsteller, ein starker, ein preiswürdiger Film, ganz nah an der Realität.“ ZDF Heute Journal Zum zweiten Mal kommt der Bundeswehr-Offizier Jesper (Ronald Zehrfeld) nach Afghanistan, in ein Land im Krieg, wo schon sein Bruder gefallen ist. Im Nordosten des Landes, in der Nähe von Kunduz, soll Jesper mit seinen Männern einen kleinen Außenposten in einem Dorf schützen und versuchen, den zunehmenden Einfluss der Taliban zu unterbinden. Ihm zur Seite gestellt wird der einheimische Übersetzer Tarik der schon seit längerem für die NATO-Truppen arbeitet und deshalb von vielen Afghanen als Kollaborateur betrachtet wird. Immer wieder sind er und seine Schwester Nala schon bedroht worden, die Eltern sind längst gestorben, der Vater von den Taliban ermordet, immer wieder haben sie um ein Visum für Deutschland ersucht und wurden jedes Mal abgewiesen. Während Tarik für die Deutschen übersetzt, geht Nala zur Universität, was ihr zusätzliche Probleme in der patriarchalischen Gesellschaft Afghanistans bereitet. Die deutschen Truppen haben derweil andere Probleme: Das Dorf wird vom ehemaligen Taliban Haroon beherrscht, der ausländischen Truppen skeptisch gegenüber steht. Doch Jesper lässt sich nicht so leicht vom Ver-

Deutsche Kinopremiere mit Feo Aladag, Ronald Zehrfeld und weiteren Gästen

Mitte März in der Lichtburg • Vorverkauf ab 24. Februar! such abbringen, in diesem Krieg etwas zu bewegen. Aber allein Afghanistan zu verstehen ist schwierig, und dann sind da auch noch die oft allzu bürokratisch wirkenden Dienstvorschriften und die ständige Gefahr eines Angriffs. Es hat sich gelohnt, dass Feo Aladag darauf bestanden hat, in Afghanistan zu drehen, in und um

Kunduz und Mazar-i-Sharif. Sehr authentisch wirkt dadurch die Zeichnung des Alltagslebens auf beiden Seiten, der Afghanis, aber auch der Bundeswehrsoldaten, die sich nur langsam mit den lokalen Besonderheiten anfreunden. Feo Aladag begibt sich ins weite und vor allem spannende Feld der Ambivalenz: Warum kämpfen

Deutschland in Afghanistan? Wird die Sicherheit des Westens tatsächlich am Hindukusch verteidigt? Wie kann man moralische Maßstäbe mit militärischen Befehlen in Einklang bringen? Es sind kaum zu beantwortende Fragen, mit denen Ronald Zehrfelds Jesper hier konfrontiert wird. Programmkino.de

Antboy

Die dänische Antwort auf „Spider-Man” entpuppt sich als charmanter Kinderfilm mit Action, Witz und Originalität Ab 27. März in der Lichtburg Dänemark 2013; 80 Min.; Regie: Ask Hasselbalch; mit Oscar Dietz, Nicolas Bro, Samuel Ting Graf, Amalie Kruse Jensen, Cecilie Alstrup Tarp; ab 0 J.

„Marvel mag ja cool sein, aber sicher nicht so charmant.” SciFiNow

los auf die Matte. Das ist nicht etwa die Pubertät, sondern etwas viel Merkwürdigeres: Der Comic-Experte Wilhelm klärt Pelle auf und ist begeistert davon, nun einen Superhelden zum Freund zu haben. Nach einigen verunglückten Kostümentwürfen ist Pelle bereit: Als Antboy wird er fortan die Stadt beschützen. Ganz dem Muster klasssicher Comics und ihrer Filmversion folgend entwickelt sich „Antboy“, bleibt dabei aber immer ein klassischer Kinderfilm: Keine aufwändigen Spezialeffekte setzt Regisseur Ask Hasselbach ein, kein Bombast, allein einige Zeichentrickmomente und Splitscreens, die das visuelle Element eines Comics andeuten, benutzt er. Stattdessen konzentriert er sich auf seine jungen Darsteller, die allesamt erstaunliches Talent beweisen, allen voran Hauptdarsteller Andreas Oholm, der selbst gegen einen so etablierten Schauspieler wie Nicolas Bro bestehen kann. All das macht Ask Hasselbalchs „Antboy“ zu einem rundum gelungenen Kinderfilm. Programmkino.de

„Der Film besitzt genug Herz, Humor und einen gepflegten Nervenkitzel um mit den namhaften Vorbildern mithalten zu können." Screendaily Pelle (Andreas Oholm) ist 12, lebt mit seinen Eltern in einer dänischen Kleinstadt und ist ein typischer Außenseiter, wie er an jeder Schule vorkommt. So unscheinbar ist er, dass ihn selbst die Klassenfieslinge links liegen lassen und lieber den Nerd Wilhelm (Samuel Ting Graf) triezen. Doch Pelle hat Mut, hilft Wilhelm und muss schnell flüchten. In einem verwunschenen Garten versteckt er sich – und wird von einer Ameise gebissen. Am nächsten Morgen wacht er benommen auf und fühlt sich irgendwie anders. Gläser zerplatzen plötzlich in seiner Hand, Gegenstände bleiben an ihm kleben und den Sportlehrer schmeißt er problem-

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Aberwitziges Roadmovie nach dem gleichnamigen Weltbesteller von Jonas Jonasson

Ab 20. März Schweden 2014; 114 Min.; Regie: Felix Herngren; mit Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, Mia Skäringer, David Wiberg, Jens Hultén, Alan Ford

„Sehr ironisch, sehr lakonisch ... Bei allen, die Jonassons Roman bislang nicht kannten, steigt nach Filmende unweigerlich die Lust, mit diesem Allan Karlsson noch etwas mehr Zeit zu verbringen.” Programmkino.de „Auf bissigen, schwarzen Humor sollte man sich gefasst machen.” Outnow.ch Der Kuchen ist schon mit Kerzen bestückt, Gratulanten schauen vorbei, das ganze Altersheim freut sich auf den hundertjährigen Geburtstag von Allan Karlsson. Doch der Jubilar selbst beschließt, dass es noch zu früh ist, um sich auf die faule Haut zu legen. Und so öffnet er das Fenster, steigt hinaus und geht zum Bahnhof. Er möchte wegfahren. Das Ziel ist egal. Und so landet er in einem kleinen Kaff im schwedischen Niemandsland, wo nur ein einziges Haus steht. In seiner Hand ein Koffer, der ihm eigentlich gar nicht gehört. Der Beginn eines unglaublichen Abenteuers. 2013 feierte das Buch von Jonas Jonasson einen großen Erfolg. Regisseur Felix Herngren hat sich nun der irrwitzigen Geschichte des Helden angenommen und findet genau den richtigen

Seniorenkino • Donnerstag 20.03. • 14.00 h • Lichtburg Ton und die passenden Darsteller, um sie zu erzählen. Immer wieder springt die Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und entblättert ein hundertjähriges Leben voller skurriler Ereignisse und Begegnungen mit Episoden der politischen Weltbühne. Ob Stalin oder Franco – Karlsson kennt sie alle. Er selbst lässt sich wie ein unschuldiges Kind vom

Geschehen treiben und diese bezaubernd entwaffnende Haltung verkörpert Robert Gustafsson grandios. Seine neuen Freunde, die er auf seinem Ausflug trifft, stehen ihm in Sympathie und Individualität in nichts nach und so entsteht bald eine Truppe von Außenseitern, die immer wieder einen Ausweg finden, wobei die einzelnen Ideen herrlich komisch daherkom-

men. Der Zuschauer wird immer wieder aufs Neue überrascht von den einzelnen Wendungen. Das Motto der Hauptfigur durchzieht den ganzen Film: „Es ist wie es ist und es kommt, wie es kommt“ Dieser umwerfend sympathische Film aus Schweden ist schlicht wunderbar. Selten hat ein Geburtstag so viel Spaß gemacht. Deutsche Film- und Medienbewertung

Cerro Torre – Nicht den Hauch einer Chance

Waghalsige Dokumentation über einen Extremkletterer, der die lebensgefährlichen Wände des Cerro Torre im Freikletterstil erklimmen will Ab 13. März in der Lichtburg Österreich 2013; 104 Min.; Regie: Thomas Dirnhofer; mit David Lama, Peter Ortner, Toni Ponholzer, Jim Bridwell, Markus Pucher, Thomas Dirnhofer, Martin Boysen

„Ein von der ersten bis zur letzten Minute spannender Film.” Blickpunkt Film Die archaische Kraft der Berge, die Überwindung eigener Grenzen. Um diese Aspekte dreht sich Thomas Dirnhofers Dokumentation „Cerro Torre“. Der leidenschaftliche Kletterer David Lama hat eine waghalsiges Ziel: Als Erster will er die Kompressorroute des Cerro Torre frei erklimmen. Der Cerro Torre erhebt sich an der Grenze zwischen Chile und Argentinien in stolze 3.000 Meter Höhe. Seine steilen, rutschigen Wände aus Granit bringen ihm in der Kletterszene den Ruf einer nahezu unbezwingbaren Herausforderung ein. Auch wenn man sich fürs Bergsteigen nicht interessiert, kann man von der Leistung David Lamas nur beeindruckt sein. Und nicht zuletzt von der Faszination der Berge Patagoniens, die das Filmteam um Thomas Dirnhofer in atemberaubende Bilder eingefangen hat. Doch „Cerro Torre“ will von mehr erzählen, als einfach nur von einer erfolgreichen Bergtour. Es soll auch um die Ethik des Bergsteigens ge-

hen, einer Welt, in der ständig Debatten um die „korrekte“, moralisch vertretbare Art des Bergsteigens geführt werden. Allzu viele technische Hilfsmittel werden dabei von vielen abgelehnt, der Massentourismus, der inzwischen etwa auf dem

Mount Everest herrscht mit Verachtung betrachtet. So ist „Cerro Torre“ auch ein Film über den Reifeprozess eines jungen Mannes, der im Laufe der Jahre erst viel lernen muss, bevor er nicht nur die körperlichen Fähigkeiten besitzt, sondern

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auch die mentale Stärke hat, um den Cerro Torre zu bezwingen. Neben den atemberaubenden Aufnahmen, sind es vor allem diese Aspekte, die Thomas Dirnhofers „Cerro Torre“ zu einem sehenswerten Bergfilm machen. Programmkino.de


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Her

Pointierte und sensible Drehbuch-Arbeit trifft auf eine traumhafte Bildgestaltung Ab 27. März USA 2013; 126 Min.; Buch und Regie: Spike Jonze; mit Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Scarlett Johansson (Originalstimme) Jonzes Protagonist mit dem klangvollen Namen Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) lebt in einem Spannungsverhältnis, das wir alle mittlerweile nur zu gut kennen - ständig umgeben von Kurznachrichten, bewegten Bildern und permanenter medialer Interaktion, die zumindest eine potentielle Nähe zur Welt herstellt, ist die Liste der engen Beziehungen dennoch schmerzlich kurz und die nagende Einsamkeit ein ständiger Begleiter. In seinem Job als Ghostwriter für (Liebes-)briefe kann der empfindsame Einzelgänger Gefühle zum Ausdruck bringen, doch in seinen eigenen Beziehungen fällt ihm das schwer. Seit über einem Jahr lebt er nicht mehr mit seiner Frau (Rooney Mara) zusammen, dennoch verweigert er die Scheidung, ohne so recht zu wissen warum. Als schließlich das so genannte „OS”auf den Markt kommt, hält er es zunächst nur für eine interessante Spielerei: Ein Computersystem, das so komplex in seiner Leistung sein soll, dass es eine eigene Persönlichkeit entwickeln kann, individuell abgestimmt auf den Besitzer. Doch die sanfte und smarte Stimme stellt sich sehr entschlossen als Samantha (in der Originalfassung gesprochen von Scarlett Johansson) vor und überrascht den chronisch deprimierten Theodore durch ihre radika-

le Begeisterung über die Welt, die sie mit seiner Hilfe entdecken will. Im Gegensatz zu vielen Menschen kann sie ihm nicht nur aufmerksam zuhören, sondern auch einfühlsam und intelligent auf seine Probleme reagieren, was schon bald zu der seltsamen Situation führt, dass Theodore Gefühle für sein technisches Gegenüber entwickelt... Jonzes futuristische Vision von

Los Angeles ist nicht nur in jeder Sequenz wunderbar anzusehen, sondern bewegt sich auch geschickt zwischen Vertrautem und Möglichem, so dass eine unmittelbare Nähe zu den gesellschaftlichen Entwicklungen greifbar wird. Der bunte RetroChic der Kostüme unterstreicht die überaus stilsichere Gesamtinszenierung.Mit großer Leichtigkeit und einem verträum-

ten Soundtrack von Arcade Fire gelingt es Jonze Momente großer Eindringlichkeit zu schaffen, die unsere Vorstellungen von den Grenzen zwischen Mensch und Technologie herausfordern. "Her" ist jedoch vor allem eine sehr zeitlose Geschichte über die vielleicht dringlichste aller Fragen: Wie teilt man eigentlich sein Leben mit jemand anderem? Programmkino.de

Die Frau des Polizisten

Ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfest in Venedig 2014 Ab 20. März Deutschland 2013; 179 Min.; Regie: Philip Gröning; mit Alexandra Finder, David Zimmerschied, Pia Kleemann, Chiara Kleemann, Katharina Susewind; ab 16 J.

„Das Besondere an diesem Film ist die Intensität und Wahrhaftigkeit, die Regisseur Philip Gröning durch die Kamera auf die Leinwand gezaubert hat. ... So intensiver, so brachial und doch so trügerisch ruhig war deutsches Autorenkino schon lange nicht mehr.” BR Kino Kino „Der Film zeigt nah eine Kleinfamilie in der Provinz, die hier – in einem Spielfilm – so intensiv beobachtet wird, wie vormals die Mönche in ‚Die große Stille’.” Die Abendzeitung Christine und Uwe sind ein junges Paar, das sich liebevoll um seine kleine Tochter Clara kümmert. Sie leben in einem Backsteinhaus in einer Kleinstadt, er arbeitet als Polizist, zum Teil auch Nachtschicht, sie bleibt zu Hause. Sie machen einen gemeinsamen Osterausflug, er kocht abends für alle, sie spielen zusammen. Doch die Familien-Idylle trügt. Uwe wird schnell wütend, will immer ganz genau

wissen, wo Christine ist. Sie trägt blaue Flecken am Körper, die nicht nur von ihren spielerischen Kämpfen mit Uwe stammen können. Regisseur Philip Gröning („Die große Stille”) legt eine einprägsame Studie über eine Beziehung

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vor, die sich von einer liebevollen Zweisamkeit zur brutalen Alltagshölle entwickelt. Gröning nimmt sich dafür rund drei Stunden Zeit, teilt sein Werk in knapp 60 (!) Kapitel ein, so dass "Die Frau des Polizisten" so etwas wie ein Tagebuch dieser

Ehe wird. Die strenge Struktur hält Zuschauer zunächst zwar eher auf Distanz, löst gleichzeitig aber eine innere Angespanntheit aus, durch die der Film noch länger in den Gedanken haften bleibt. Stern.de


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Philomena

In Stephen Frears („The Queen”) wunderbarer Tragikomödie brillieren Judi Dench und Steve Coogan Ab 27. Februar GB 2013; 98 Min.; Regie: Stephen Frears; Drehbuch: Steve Coogan, Jeff Pope; mit Judi Dench, Steve Coogan, Ruth McCane, Sophie Kennedy; ab 6 J.

Seniorenkino • Donnerstag 27.02. • 14.00 h • Lichtburg „Eine famose Tragikomödie, die souverän die Balance zwischen befreiendem Witz und bewegendem Drama hält. Und in der die wunderbare Judi Dench zu oscarreifer Höchstform aufläuft.” Programmkino.de „Perfekt ausbalanciert, ein warmherziger, schöner, clever geschriebener, zu Herzen gehender und unvergesslicher Film.” Kino-zeit.de Martin Sixsmith hat gerade seinen Job als Korrespondent bei der BBC verloren. Er ist depressiv und ohne Perspektive. Da tritt eine Frau auf ihn zu und bittet ihn,

über die Geschichte ihrer Mutter Philomena zu berichten. Als junges Mädchen im Irland der 1950er Jahre wurde Philomena schwanger. Abgeschoben von ihren Eltern, brachte sie ihren Sohn in einem Kloster zur Welt. Eines Tages wurde ihr Sohn einfach abgeholt. Von einem reichen amerikanischen Ehepaar. Nie mehr hat Philomena etwas von ihrem Kind gehört. Das Kloster verweigert jede Auskunft, niemand will ihr helfen. Außer Martin, der an der Story interessiert ist. Gemeinsam mit Philomena reist er nach Amerika, um ihren Sohn ausfindig zu machen. Und ihre Geschichte zu erzählen, die kein Einzelfall war. Der neue Film von Stephen Frears basiert auf der wahren

Geschichte der Philomena Lee und behandelt ein wichtiges und schockierendes Thema mit spielerischer und zuweilen hinreißend witziger Leichtigkeit. Unzählige junge Frauen wurden in Irland hinter Klostermauern versteckt, um die Schande der „ungewollten“ Kinder zu verbergen. Dass die Mütter ihre Kinder für immer und ohne jede Chance auf ein Wiedersehen verloren, ist eine der tragischen Wahrheiten des Films. Doch dank der starken Figuren und der kongenialen Besetzung gelingt es Frears, auch eine Geschichte über Mut, Stärke und die Möglichkeit der Vergebung zu erzählen. Steve Coogan, der den Film produzierte und das Drehbuch mitverfasste, überzeugt

Öffnungszeiten täglich von 10.00 bis 24.00 Uhr (freitags und samstags bis 1.00 Uhr) Frühstück täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr Steeler Str. 208-212 • Essen-Huttrop • Tel. 0201 / 289 66 36

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als lakonischer Journalist, für den zunächst nur die Story zählt, und dem nach und nach das ganze Ausmaß an Kirchenverfehlungen klar wird. Herz und Seele des Films ist Judi Dench, die Philomena mit Mutterwitz, einer überwältigenden Herzensgüte und Wärme spielt. Frears überhöht sie nicht, zeigt aber immer die Größe und Stärke dieser Frau. Es gelingt ihm, Philomena und andere Frauen mit ähnlichem Schicksal mit diesem warmen und sensibel erzähltem Film zu würdigen. Vier Oscar®-Nominierungen, darunter als "Bester Film" und für Judi Dench als "Beste Hauptdarstellerin" zeugen von großer Anerkennung für Frears’ Werk. Deutsche Film- und Medienbewertung


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Im August in Osage County

Starbesetzte Verfilmung des Pulitzer-Preis-gekrönten Theaterstücks von Tracy Letts Ab 6. März – USA 2013; 119 Min.; Regie: John Wells; mit Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Margo Martindale, Chris Cooper, Juliette Lewis, Benedict Cumberbatch, Abigail Breslin, Misty Upham, Julianne Nicholson, Sam Shepard; ab 12 J.

Manchmal führt erst ein Schicksalsschlag eine Familie wieder zusammen. Im Fall der Westons stellt sich jedoch die Frage, ob diese Zusammenkunft wirklich das Beste für alle Beteiligten ist. Denn nach dem Tod des Vaters (Sam Shepard), bei dem zunächst nicht ganz sicher ist, ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelte, kehren dessen drei Töchter Barbara (Julia Roberts), Karen (Juliette Lweis) und Ivy (Julianne Nicholson) zur Trauerfeier in das elterliche Haus im ländlichen Oklahoma zurück. Dort wartet bereits ihre krebskranke, von Schmerzund Beruhigungsmittel schwer abhängige Mutter Violet (Meryl Streep). Schnell brechen alte Wunden und Verletzungen

wieder auf. Vor den bösen Beschimpfungen und Vorwürfen der trauernden Witwe scheint nichts und niemand sicher. Selbst die Männer ihrer Töchter (Ewan McGregor, Chris Cooper) und ihr Neffe (Benedict Cumberbatch), den alle trotz seines erwachsenen Alters weiterhin „Little Charles“ nennen, werden zur Zielscheibe von Violets Verbitterung. John Wells' Adaption von Tracy Letts Pulitzer-Preisgekrönten Bühnenstücks „August: Osage County“ erkundet mit großer Lust die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle. Dabei erstaunt, wieviel Humor – wenn auch meist ein sehr schwarzer – sich hinter den vielen kleinen bis größeren Tragödien verbirgt. Der Film zeigt das an-

dere Amerika, die unendliche Weite des Südens und Mittleren Westens, dessen raue Ödnis und Leere, die in den Sommermonaten von einer nicht selten erdrückenden Hitze ausgefüllt wird. Gleichzeitig kann das in Ort und Zeit stark konzentrierte Stück seine Bühnenvergangenheit nicht verleugnen. So merkt man Letts’ besondere Vorliebe für lange Szenen und noch längere Dialoge auch diesem angenehm kitschfreien Familientreffen gelegentlich an. Wo in anderen Filmen der Regisseur längst einen Umschnitt oder Szenenwechsel eingefügt hätte, läuft die Kamera hier einfach weiter. Dass sich die Längen dennoch in Grenzen halten und man stets mit großer Aufmerksam-

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keit dem Weston-Clan bei seinem tragikomischen Seelen-Striptease zusieht, ist nicht zuletzt das Verdienst der durchweg erstklassigen Darsteller. Für Roberts ist ihr stärkster Auftritt seit dem Gewinn des Oscars für „Erin Brockovich“. Ebenso wie Streep hat sie keinerlei Angst davor, dem Zuschauer einen nur bedingt sympathischen Charakter zu präsentieren. Ihre Barbara wirkt hart, verschlossen und manchmal auch ungerecht. Nicht minder überzeugend agieren Margo Martindale als Violets Schwester Mattie Fae und die junge Abigail Breslin („Little Miss Shunshine“). Sie alle adeln „Im August in Osage County“ zu einem kleinen, stillen Glücksfall für das Kino. Programmkino.de


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53. JAHRGANG | 03.2014

Die Bücherdiebin

Ein poetischer Film über Hoffnung, Zuversicht und die unzerstörbare Kraft der Fantasie Ab 13. März USA/D 2013; 132 Min.; Regie: Brian Pecival; mit Geoffrey Rush, Emily Watson, Sophie Nélisse, Ben Becker, Heike Makatsch; ab 6 J.

Ab 3. April

„Die Literaturverfilmung von Brian Percival stellt nicht nur einen gefühlsbetonten Blick auf die deutsche Geschichte dar, sondern erzählt auch atmosphärisch fesselnd eine Mär von der Bedeutung des geschriebenen Wortes.” Programmkino.de

Ab 3. April

Liesel ist neun, als sie 1939 zu den Hubermanns nach München gebracht wird. Sie ist verängstigt, schüchtern und findet sich in ihrem neuen Zuhause nur schwer zurecht. Lediglich zu ihrem Pflegevater Hans fasst sie Vertrauen. Er führt sie ein in die Welt der Bücher und der Magie der Sprache. Und je mehr Liesel mit dem Grauen

des Krieges konfrontiert wird, desto stärker sucht sie Halt bei den Schätzen, die sich im geschriebenen Wort verbergen. Dem Regisseur Brian Percival ist eine phänomenale und stimmige Umsetzung des gleichnamigen Bestsellers von Markus Zusak gelungen, angefangen bei der liebevollen und detailgetreuen Ausstattung über die Kostüme bis hin zum exzellent gewählten Cast. Die junge Hauptdarstellerin Sophie Nélisse ist dabei ein absoluter Glücksgriff. Als Liesel trägt sie den gesamten Film und wirkt fast schon engelsgleich in ihrer Unschuld und Gutherzigkeit. Und obwohl der Tod als Erzähler fungiert, ist es Liesel, die uns mit einer ganz eigenen Sprache durch ihre Welt führt, die be-

stimmt ist von Grauen, Traurigkeit und Entsetzen. Doch all dies vermittelt sich nur nebenbei, denn genau wie Liesel findet der Zuschauer Schutz und Trost in der Poesie der Bücher. Selbst kleine Nebenfiguren erhalten im Film Tiefe, sind mehrdimensional und bekommen die Chance, sich zu entwickeln, was auch der Besetzung durch hochkarätige Darsteller wie Geoffrey Rush, Emily Watson und Barbara Auer zu verdanken ist. „Die Bücherdiebin” ist eine Geschichte über den Krieg und das Leid, das er verursacht. Doch es ist auch ein poetischer Film über Hoffnung, Zuversicht und die unzerstörbare Kraft der Fantasie, die nie verloren geht. Solange es Bücher gibt. Deutsche Film- und Medienbewertung

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53. JAHRGANG | 03.2014

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Alles inklusive

Das finstere Tal

Ab 6. März D 2014; 123 Min.; Regie: Doris Dörrie; mit Hannelore Elsner, Nadja Uhl, Hinnerk Schönemann, Axel Prahl, Robert Stadlober; ab 12 J.

Weiter im Programm – A/D 2014; 115 Min.; Regie: Andreas Prochaska; ab 12 J.

Ein lässig vergnügliches Lustspiel mit bewährtem Dörrie-Touch

Furiose Bestseller-Verfilmung

„Selten hat deutschsprachiges Genrekino so gut ausgesehen. Und so gewaltig.” Spiegel Online „Die Deutschen können doch Western.” Berliner Morgenpost

Seniorenkino mit Hannelore Elsner • Do. 06.03. • 14.00 h • Lichtburg „Eine clever gestrickte Komödie um die Liebesnöte einer tapsig sympathischen Heldin sowie die Lebenslust ihrer Hippie-Mutter.” Programmkino.de Doris Dörrie („Die Friseuse”) hatte immer schon eine Schwäche für skurrile Ideen und tragikomische Figuren am Rande des Nervenzusammenbruchs. Das Suchen und Finden der Liebe ist ihr großes Thema, auch in „Alles inklusive”, der Verfilmung ihres 2011 erschienenen Romans. Apple (Nadja Uhl) hat ein Talent dafür, sich mit den falschen Männern einzulassen. Trost findet sie bei Dr. Freud, ihrem gehbehinderten Mops. Ihr Hund braucht

dringend eine neue Hüfte - eine OP, die Apples Mutter Ingrid (Hannelore Elsner) bereits hinter sich hat. Die ehemalige Hippiekönigin verbringt gerade einen All-inclusive-Urlaub auf Torre­molinos, wo sie vor 30 Jahren eine folgenreiche Affäre hatte. Der Hippiestrand existiert nicht mehr, doch als Ingrid im Hotel auf die transsexuelle Fußpflegerin und Playbacksängerin Tina/Tim (Hinnerk Schönemann) trifft, kehren die Er­eignis­se der Vergangenheit zurück. Schräge Figuren und ihre verkorksten Beziehungen - als Leser fragt man sich unwillkürlich, wie daraus eine halbwegs stimmige Filmhandlung werden soll. Doch genau das ist der Regisseurin gelungen. Scheinbar mühelos ver-

bindet sie die verschiedenen Episoden zu einer erstaunlich stringenten Erzählung - und findet dabei eine wunderbare Balance zwischen absurder Komik und Verletzlichkeit. Die Situationen, die der Film beschreibt, wirken überspitzt, und doch käme Dörrie nie auf die Idee, ihre Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben. Ihr Blick ist geprägt von schonungsloser Zuneigung und unerschütterlicher Loyalität. Dabei mutet sie den Figuren - und ihren Darstellern - einiges zu, sorgt aber zugleich dafür, dass sie trotz aller Peinlichkeiten nie ihre Würde verlieren. Dörries Film ist nicht nur schrill und grotesk, er hat auch ein großes Herz. Alles inklusive. Cinema

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Love Steaks

Eine unerhört druckvolle und präsente Tragikomödie, die bekannte Muster verkehrt Ab 27. März D 2013; Regie: Jakob Lass; Buch: Jakob Lass, Ines Schiller, Timon Schäppi, Nico Woche; mit Franz Rogowski, Lana Cooper, Kerstin Abendroth, Eric Popp; ab 12 J.

„Ein Geschenk an die Zuschauer, das nur so strotzt vor Kraft, Spielfreude, Farben und Liebe und einmal mehr zeigt, wozu Kino in der Lage ist.” Jury Max-Ophüls-Preis Clemens (Franz Rogowski) muss erstmal mit einem Abstellraum vorlieb nehmen. Seinen Dienstantritt als Masseur in einem Kurhotel an der Ostsee hat er sich doch irgendwie anders vorgestellt. Aber beschweren ist seine Sache nicht – Clemens ist ein sanfter, weicher, zurückhaltender Mensch. Ganz im Gegensatz zu Lara (Lana Cooper), Azubine in der Hotelküche. Immer laut, immer am Anschlag, ständig voll. Die beiden passen überhaupt nicht zueinander und beginnen doch ein Verhältnis. Wobei ganz klar Lara den Ton angibt. Als Clemens von einer Kundin sexuell bedrängt wird, will sie ihn dazu zwingen, sich zu wehren. Und als sie wegen ihrer Eskapaden Ärger mit ihrem Chef bekommt, setzt er sich für sie ein. Was hat dieser Film schon jetzt für einen Ritt hingelegt! Das Team gewann 2013 beim Filmfest in München in allen vier Kategorien den Förderpreis Neues Deutsches Kino und Anfang des Jahres obendrein noch den Max

Ophüls Preis. Seine Entstehungsgeschichte ist fast so spannend wie der Film selbst. Gedreht wurde ohne Fördermittel. Im laufenden Hotelbetrieb. Mit zwei Schauspielern und vielen Laiendarstellern, die alle sich selbst spielten. Die beiden Darsteller wurden komplett in den Ablauf eingebunden und verrichteten ihre Arbeit auch, wenn sie nicht drehten. Es gab kein ausformuliertes Drehbuch, sondern nur 18

Szenen-Skeletts, die spontan vor Ort ausgefüllt wurden. Das wäre alles nur heiße Luft, würde das Ergebnis nicht überzeugen. Aber „Love Steaks“ zieht einem die Schuhe aus. Hellwach ist dieser Film, geradezu überschäumend witzig, samt Slapstick-Einlagen. Er bewegt sich in einem eigentlich recht konventionellen Rahmen, füllt diesen aber mit einer unglaublichen Lebendigkeit und Energie. „Love Steaks“

hat eine Punk-Attitüde, er lässt spüren, wie Enge und Hierarchien seine Protagonisten an ihrer Entfaltung hindern. So wirbelt Jakob Lass’ Film mit Handkamera und elektrisierendem Soundtrack munter Rollenklischees durcheinander und zeigt überzeugend einen Kampf um Selbstbestimmung und Anerkennung. „Oh Boy“ war keine Ausnahme. Der junge deutsche Film lebt nicht nur. Er vibriert. Programmkino.de

Westen

Eine packende Geschichte von Abschied und Neuanfang mit einer phänomenalen Hauptdarstellerin Jördis Triebel Ab 27. März Deutschland 2013; 102 Min.; Regie: Christian Schwochow; mit Jördis Triebel, Tristan Göbel, Alexander Scheer, Jacky Ido, Anja Antonowicz; ab 12 J. Ost-Berlin, Ende der 70er-Jahre: Nach einer letzten Demütigung durch die Grenzpolizei der DDR landen Nelly Senf (Jördis Triebel) und ihr neunjähriger Sohn Alexej (Tristan Göbel) endlich im Westteil der Stadt. Aber statt Freiheit und Konsum wartet eine unfreundliche, überlaufende Baracke: das Notaufnahmelager. Bevor die Flüchtlinge in ihr neues Leben entlassen werden, haben der britische, französische und amerikanische Geheimdienst noch viele Fragen. Im Fall von Nelly etwa: Was geschah wirklich mit ihrem russischen Freund, der vor einigen Jahren in Moskau angeblich bei einem Autounfall ums Leben kam? War er möglicherweise ein Spion? Bald fühlt sich die selbstbewusste Nelly verfolgt. Stimmt es, dass die Stasi ihre Agenten überall hat? Der einsame Hans Pischke (Alexander Scheer) lebt schon seit zwei Jahren im Lager und kümmert sich rührend um Alexej, der in seiner neuen Schule gern mal als „Ostpocke“ bezeichnet wird. Aber Nelly ist sich nicht mehr sicher, ob sie ihm trauen kann. Das Drehbuch verfasste Christian Schwochow gemeinsam mit seiner Mutter Heide, mit der er auch schon bei seinen Filmen „No-

vemberkind“ und „Die Unsichtbare“ zusammenarbeitete. Ihnen gelang es, die Romanvorlage zu verdichten und Nelly Senf zur Hauptfigur zu machen, ohne dass die Geschichte an Substanz verliert. Dazu dienen vor allem die mehrdeutig schillernden Figuren, denen das Drehbuch ihre Widersprüche lässt und die dunklen Punkte

der Geschichte, die es sich nicht beeilt zu erhellen. Gerade die Offenheit der Erzählweise lässt die Vergangenheit lebendig werden und verleiht ihr Resonanz. Die Geschichte wird fast zum Spionage-Thriller, findet aber mühelos ihren Weg zurück zum intimen Charakter-Drama. Dazu tragen ganz besonders die Schauspieler bei.

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Jördis Triebels Leistung ist phänomenal. Sie zeigt eine schöne, mutige Frau, die aber auch zutiefst verängstigt und verunsichert ist. Ihr Schwanken zwischen Mut, Hoffnung, Verzweiflung, Angst und Misstrauen ist ein Beispiel großer Schauspielkunst. Jördis Triebel trägt den Film mit ihrer schieren Präsenz. Programmkino.de


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Shanghai, Shimen Road

Ein Film über Kindheitsträume und das Erwachsenwerden Geplant ab 13. März China/Hongkong 2010; 85 Min.; Regie: Haolun Shu; mit Ewen Cheng, Zhai Xufei

Shanghai im Sommer 1988: Der 17-jährige Xiaoli hat von seiner Mutter eine Kamera geschenkt bekommen und fotografiert nun unaufhörlich alles, was in seiner Heimat, der Shimen-Straße, passiert. Besonders spannende Motive sind für ihn die Mädchen in seinem Alter. Regisseur Haolun Shu, der 2001 mit seinem Debüt „Struggle” bereits internationale Aufmerksamkeit erntete, hält durch die Augen ei-

nes jungen Mannes die Metropole Shanghai fest. Die Stadt befindet sich in einem stetigen Boom und verändert sich in einer nicht zu bremsenden Geschwindigkeit. Immer mehr historische Orte müssen imposanten Neubauten weichen - die dort lebenden Menschen eingeschlossen. Shu, der in Shanghai aufwuchs, hat dabei seine eigenen Kindheitserinnerungen einfließen lassen. Blickpunkt Film

Dallas Buyers Club

Sensationell gespieltes Zeitdokument über ein brisantes Thema Weiter im Programm – USA 2013; 117 Min.; Regie: Jean-Marc Vallée; mit Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Michael O’Neill, Steve Zahn; ab 12 J.

6-fach nominiert für den Oscar 2014! Ein Film über AIDS – das erscheint heute fast schon anachronistisch, fanden zumindest die Studiobosse in Hollywood und gaben über 15 Jahre lang kein grünes Licht für das Drehbuch von Craig Borten. Das Projekt konnte erst starten, als

Matthew McConaughey für die Hauptrolle zusagte. Gut so. Nicht nur, weil die Krankheit bis heute nicht heilbar ist und nicht in Vergessenheit geraten darf, sondern auch, weil sich hier ein Star die Seele aus dem Leib spielt, der in der Vergangenheit oft als oberflächlicher Schönling gebrandmarkt wurde. Programmkino.de

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Kreuzweg

Berlinale 2014: Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären für das beste Drehbuch Ab 20. März D 2014; 107 Min.; Regie: Dietrich Brüggemann; mit Lea van Acken, Franziska Weisz, Florian Stetter, Lucie Aron, Moritz Knapp, Klaus Michael Kamp, Hanns Zischler; ab 12 J.

„Intellektuelle Schärfe und emotionale Wucht“ Der Spiegel

Filmgespräch mit Regisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann

„Grandios einfache Dialoge … Ein ästhetisch wie philosophisch komplexer Film, mit vielen Deutungsebenen." Berliner Zeitung” B.Z. „Authentisch und stark” Der Westen

ausdrucks-

Die 14-jährige Maria (Lea van Acken) lebt mit ihren Eltern und drei Geschwistern in einer süddeutschen Kleinstadt. Die streng katholische Mutter ist ein Familientyrann und macht vor allem Maria bei jeder Gelegenheit fertig. Dem Teenager werden „satanische Musiken“ wie Funk und Soul sowie „schlimme Filme“ verboten. Doch im Firmunterricht eines extremistischen Kirchenablegers (Florian Stetter), erweist sich Maria selbst als glühende Verehrerin von Gott und Jesus. Begeistert bringt sie persönliche Opfer, um als „Soldatin Gottes“ im eigenen Herzen den Kampf gegen Satan zu führen. So weist sie empört das sympathische und freundliche Interesse des Mitschülers Christian zurück. Dann setzt sich das zierliche Mädchen in den Kopf, für den vier-

Sonntag 23.03. • 15.00 h • Filmstudio • Vorverkauf läuft! jährigen Bruder, der noch nicht spricht, ihr eigenes Leben „hingeben“ zu wollen. In streng komponierten 14 Kapiteln, die den Stationen des Kreuzweges Jesu folgen, beobachtet Brüggemann dieses entsetzliche und erstaunliche Martyrium. Dabei gibt es fast nur starre Einstellungen, in denen die ausgezeichneten Akteure die Szenen tragen. Der Katholizismus unter-

scheidet sich hier keineswegs von dem, was man gerne als „Muslimus“ verteufelt. Maria darf nicht allein mit dem Arzt in einem Zimmer bleiben, im Sportunterricht nicht zu teuflischen Rhythmen hüpfen. Das alles im heiligen Geiste einer, so tatsächlich existierenden, katholischen Extremisten-Gruppe, welche die Beschlüsse des 20. Vatikanischen Konzils

ablegt und noch in Latein mit dem Rücken zur Gemeinde betet. So unglaublich das für moderne Menschen klingen mag, so glaubwürdig schrieb (zusammen mit seiner Schwester Anna und Alexander Sass) und inszenierte Dietrich Brüggemann diesen religiös verbrämten Leidensweg. Ein guter, provokanter und wichtiger Film. Programmkino.de

Banklady

Die „wahre” Geschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands im rasanten Stil von Bonnie und Clyde Ab 27. März Deutschland 2013; 118 Min.; Regie: Christian Alvart; mit Nadeshda Brennicke, Charly Hübner, Ken Duken, Andreas Schmidt, Heinz Hoenig, Henny Reents; ab 12 J. Deutschland, 1966. Das Wirtschaftswunder beschert der Republik gigantisches Wachstum, doch nicht alle profitieren. In Hamburg arbeitet Gisela Werner (Nadeschda Brennicke) in der Altonaer Tapetenfabrik, sehnt sich nach Lippenstift und dem Glamour der Hochglanzmagazine und vor allem nach Liebe. Doch mehr als flüchtige, höchst keusche Verabredungen mit ihrem Kollegen Uwe (Andreas Schmidt) sind nicht drin. Doch eines Tages vergisst Uwe einen Koffer bei Gisela und ihr Leben wandelt sich. Am nächsten Tag steht Uwe mit seinem Kumpel Bernd (Charly Hübner) vor der Tür, bzw. am Fenster – Herrenbesuch war nicht gern gesehen – und verlangt den Koffer zurück. Wie sich herausstellt hat das Duo eine Bank überfallen – und Gisela will mitmachen. Ein paar Tage später gibt Bernd ihr eine Chance und aus dem verhuschten Mädchen wird die glamouröse Banklady. Was Christian Alvart und seine Drehbuchautorin hier erzählen ist reinste Kolportage. Aber die reine Wahrheit, zumindest größtenteils. Für fast zwei Jahre hielt das Duo Gisela Werner und Hermann Wittdorf die Republik in Atem und wurden

zu einer deutschen Version von Bonnie und Clyde. So zumindest möchte Alvart seine Helden verstanden wissen, die anfangs aus rein monetären Gründen zu Bankräubern werden, aber bald die ekstatische, sexuelle Kraft des Ungesetzlichen spüren.

Wie schnell sich die anfangs extrem naive, verhuschte Gisela vom Mäuschen zur coolen Kriminellen wandelt ist zwar ebenso dick aufgetragen wie das grau in grau der Nachkriegszeit. Doch das macht wenig, zu schön ist es anzusehen wie die Welt der

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60er Jahre detailverliebt nachgestellt wurde. Alvart schafft mit „Banklady“ souveränes deutsches Genrekino, flirrend inszeniert, toll ausgestattet und oft auch etwas, dass deutsches Kino nur allzu selten ist: Sexy. Programmkino.de


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My Sweet Pepper Land

Moderner Western aus dem Kurdengebiet in der Grenzregion zwischen Iran, Irak und Türkei Ab 27. Februar F/D/Kurdistan 2013; 95 Min.; Regie: Hiner Saleem; mit Golshifteh Farahani, Korkmaz Arslan, Mir Murad Bedirxan; ab 12 J.

„Farahani bringt die Leinwand zum Leuchten mit ihrer Entschlossenheit und ihrer Natürlichkeit.“ The Hollywood Reporter

nach Dem roman von Franz K aFK a B ü h n e n Fa s s u n g v o n

„Trockener Humor und wunderschöne Landschaften machen diesen Western zu etwas Besonderem.“ Variety Jahrelang hat Baran (Korkmaz Arslan) für die kurdische Unabhängigkeit im Irak gekämpft, jetzt ist er des Kampfes überdrüssig. Doch zu Hause kommt er nicht zur Ruhe, denn seine Mutter stellt ihm ständig unverheiratete Frauen vor, damit Baran endlich eine Familie gründet. Da kommt das Angebot gerade recht, in einem abgelegenen Bergdorf Polizeichef zu werden und dem Schmuggel in der Grenzregion zwischen Irak, dem Iran und der Türkei einzudämmen. Gleichzeitig mit Baran kommt auch eine andere Person in das Dorf: Die junge Lehrerin Govend (Golshifteh Farahani), die ihren Vater erst nach langer Diskussion, mit der Kraft ihrer Argumente dazu überreden konnte, sie alleine, als unverheiratete Frau in das Dorf zu lassen. Dort empfängt man sie mit skeptischem Blick, nicht nur, weil sie eine allein stehen-

Der P r oz e ss moritz Peters Vorstellungen 8., 9., 12., 16., 27. März; 4. April 2014, Grillo-Theater

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de Frau ist, sondern auch, weil sie Bildung und Wissen in ein Dorf am Ende der Welt bringen will. Herrscher über das Dorf ist nicht etwa das Gesetz, sondern Aziz Aga (Tarik Akreyi), der Pate, der seine Lakaien zu jedem schickt, der seine Ordnung in Frage stellt. Eine anfangs groteske, später zunehmend ernste Geschichte über Politik und die Liebe

erzählt Hiner Saleem in seinem neuesten Film. Viele gesellschaftlich relevante Themen werden in „My Sweet Pepper Land“ angerissen, die Schönheit der Landschaft zelebriert und die Hoffnung auf Veränderung beschworen. Ein stark gefilmter, gut gespielter Abenteuerfilm im doch noch immer ziemlich wilden Kurdistan. Programmkino.de

Nymphomaniac 1

Der erste Teil des lang erwarteten Epos von Lars von Trier Weiter im Programm – DK/D/F/B/GB 2013; 122 Min.; Buch, Regie: Lars von Trier; mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell; ab 16 J. Insgesamt acht Kapitel hat Lars von Trier für seinen neuen zweiteiligen Film über die Lebensbeichte einer nymphomanen Frau konzipiert. Im ersten Teil werden fünf davon erzählt. Im Zentrum steht der intensive und kammerspielartig inszenierte Austausch der zwei Hauptfiguren. In Charlotte Gainsbourgs faszinierenden Spiel mischen sich kluge Gedanken und depressive Erinnerungsfetzen, Abgestumpftheit und Melancholie. Stellan Skarsgård ist ihr stoisch zuhörendes und verständnisvolles Gegenüber, ihr Therapeut und Beichtvater zugleich. Jedes Kapitel ist anders aufgebaut, dabei arbeitet von Trier virtuos mit verschiedenen Stilmitteln und Metaphern, verknüpft. Die Bilder sind explizit, doch immer inhaltlich motiviert. Der Sex und Joes zwanghafte Sucht danach geben immer tiefere Einblicke in eine zerrissene Psyche eines Menschen, der nicht weiß, was er tun soll, weil er immer nur seinen Trieben folgen kann und muss. Das Ende ist abrupt und eröffnet einen Ausblick auf das, was folgen wird. Lars von Triers Freude an gesellschaftlichen Normüberschreitungen und -überprüfungen wird einmal mehr auf beeindrucken-

Nymphomaniac 2 ab 3. April in unseren Kinos! de Weise offensichtlich. „Nymphomaniac“ ist ein komplexes und vor allem intellektuell erregendes Forschungsprojekt über die schwierige Verfasstheit des Menschen in all seinen unterschiedlichen Bedingungen; als animalische Triebkraft, als sozial einge-

bundenes und determiniertes Wesen, das an den Anforderungen gesellschaftlicher Austauschbeziehungen scheitern kann und doch immer abhängig bleibt von seinem Bedürfnis nach Liebe und Intimität. Deutsche Film- und Medienbewertung

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Viva la libertà

Das zauberhafte Märchen erzählt von einem Politiker, dem Umfragewerte und Intrigen das Leben vermiesen Ab 27. Februar Italien 2013; 94 Min.; Regie: Roberto Andò; mit Toni Servillo, Valerio Mastandrea, Valeria Bruni Tedeschi, Michela Cescon

Über Nacht und ohne jede Nachricht verschwindet Oppositionschef Enrico Oliveri, weil ihn mangelnder Rückhalt und Intrigen der Partei in eine tiefe Depression gestürzt haben. Während er bei seiner früheren Geliebten und ihrem Mann, einem berühmten Regisseur, in Paris untertaucht und dort langsam wieder zu sich selbst findet, entdeckt Enricos Beraterstab seinen Zwillingsbruder Giovanni. Der ist ein verrückter Philosoph, der nicht nur gerne

einwilligt, Enrico zu doubeln, sondern nun mit diebischer Freude moralische Brandreden hält, die für Begeisterung sorgen. Robert Andò, der einstige Assistent von Francesco Rosi, Federico Fellini und Francis Ford Coppola verfilmt seinen eigenen Roman in der Tradition des italienischen Politfilms. Palaver, Amore und Gesellschaftskritik der leichtfüßigen Art. Flotte Dramaturgie, liebenswerte Figuren, pfiffige Dialoge sowie ein meisterhafter

Hauptdarsteller machen aus der guten alten Doppelgänger-Nummer eine gelungene Politsatire. Über Doppelgänger im Film wurden schon ganze Bücher geschrieben. Hauptdarsteller Toni Servillo füllt seine Doppelrolle ganz entspannt nach dem Motto „weniger-ist-mehr” aus und erzielt damit umso größere Wirkung. In seiner Heimat wurde die rundum vergnügliche Polit-Satire für zwölf italienische Filmpreise nominier. Programmkino.de

American Hustle

Die atmosphärisch dichte Gaunerkomödie ist für 10 Oscars nominiert! Weiter im Programm – USA 2013; 138 Min.; Regie: David O. Russell; mit Christian Bale, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Amy Adams, Jeremy Renner, Robert De Niro; ab 12 J. Hemdkragen, groß wie die Ohren eines afrikanischen Elefanten, Schlaghosen, Karosakkos, dazu Hals­tücher mit Paisleymuster oder bunt gestreifte Krawatten: Für Männer waren die 70er-Jahre eine Katastrophe. Die Frauen kamen besser weg - jedenfalls die in „American Hustle”. Die sonst eher zugeknöpft agierende Amy Adams versprüht mit ihren körperbetonten und tief dekolletierten Kleidern eine Erotik im Kino, wie man sie seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Neben aller Sexiness ist „American Hustle” aber vor allem eines: großes Schauspielerkino. Nicht zu Unrecht schwärmt OscarPreisträgerin Jennifer Lawrence in den höchsten Tönen von Regisseur David O. Russell. Der 55-jährige New Yorker holt aus seinem namhaften Cast das Beste heraus. Ob Bradley Cooper hysterisch ins Telefon brüllt oder Jennifer Lawrence ihren Filmgatten Christian Bale in Grund und Boden argumentiert - man klebt an ihren Lippen. Im Mittelpunkt steht der berufsmäßige Schwindler Irving Rosenfeld (Christian Bale), der zusammen mit seiner Partnerin Sydney (Amy Adams) leichtgläubigen Investoren das Geld aus

der Tasche zieht. Das Geschäft floriert, bis FBI-Agent Richi DiMaso (Bradley Cooper) den Betrügereien ein Ende bereitet. Doch statt das Duo hinter Schloss und Riegel zu bringen, bietet der Bundespolizist den beiden Kleinkriminellen einen Deal an. Wenn Irving und Sydney

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ihm helfen, größere Fische wie den korrupten Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) an die Angel zu kriegen, will er beide Augen zudrücken und sie laufen lassen. Das Pärchen lässt sich auf den Deal ein, nichts ahnend, welche Ambitionen Di Maso hat. Cinema


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Aktuelle FilmstartsAktuelle / Dokumentarfilme Filmstarts

Baal

Beltracchi – Die Kunst der Fälschung

Ab 20. März BRD 1970; 88 Min.; Regie: Volker Schlöndorff; mit Rainer Werner Fassbinder; ab 12 J.

Ab 6. März im Filmstudio D 2013; 102 Min.; Regie: Arne Birkenstock; Wolfgang Beltracchi, Helene Beltracchi

Rainer Werner Fassbinder als Bertolt Brechts Kraftprotz

Spannende, mitunter ironische Einblicke in den Kunstbetrieb

Wahre Welten Auftritt Baal. Baal, lyrische Bestie, asozialer Säufer, hurender Berserker, ein so hyperempfindlicher wie brachialer Weibermagnet. Zupackend ist Baal, zartbesaitet, zugleich alles und alle wegwerfend, auch sich selber. Ein Unhold, ein Künstlermonster. Bertolt Brecht muss 1918 an Rainer Werner Fassbinder gedacht haben, als er mit knapp 20 Jahren sein erstes Stück schrieb – obwohl Fassbinder erst 1945 auf die Welt kam. Fassbinder ist einfach Baal. Immer gewesen. Man ahnt das, noch ehe man eine Sekunde des Films gesehen hat, der auf der diesjährigen Berlinale erstmals wieder zu sehen war. Der damals 30-jährige Volker Schlöndorff drehte „Baal“ 1969 mit eben ihm, mit Fassbinder. Ein einziges Mal wurde dieser Film gezeigt, 1970 im Fernsehen des Hessischen Rundfunks. Dann nie wieder. Nicht nur das West-Publikum reagierte empört, in Ost-Berlin zürnte Brechts Witwe Helene Weigel. Sie und später Brechts Erben sperrten das anarchi-

sche Machwerk, in dem ein verwahrloster Kerl in Lederjacke und mit Kippe im Mundwinkel einen amoralischen Baal verkörperte. Unlängst erst brach das Eis zwischen den Erben und dem Regisseur. Nach 44 Jahren darf der Film wieder ans Licht, der Fassbinders Debüt als Schauspieler vor der Kamera war. „Baal“ ist da, in der Mode der siebziger Jahre, unterwegs in Spelunken und Salons, bei Holzfällern im Wald, auf der pathosgeladenen, urbanen Brache, auf einer namenlosen Schnellstraße am Stadtrand von München. Wie alle andern, wie Hanna Schygulla oder Margarete von Trotta, spricht Fassbinder Brechts Zeilen, komplett texttreu, mit verhaltener Lakonie, fast mit einem Hauch Jean-Marie Straub. Lakonie bis zum Schluss, bis Baal im Dreck verreckt. Unheimlich sei es im Rückblick, findet Schlöndorff, wie Fassbinder hier als draufgängerischer, destruktiver Baal seine eigene Biografie quasi vorwegnahm. Der Tagesspiegel

Der Maler Wolfgang Beltracchi hat den bis dato größten europäischen KunstfälscherSkandal zu verantworten. Über viele Jahre hinweg brachte er vermeintliche Originale namhafter Maler unter die zahlungskräftige Kundschaft. Der Clou seiner Arbeiten bestand darin, nicht bloß simple Kopien anzufertigen sondern in die jeweiligen Lücken im Werkverzeichnis „hineinzumalen“ und dabei im Stile eines berühmten Künstlers wie Max Ernst oder Heinrich Campendonk neue Bilder zu erfinden. Als der Käufer des angeblichen Campendonk-Werkes „Rotes Bild mit Pferden“ (Kaufpreis: 2,8 Mio. Euro) eine Expertise verlangte, flog der Schwindel bei einer Laboruntersuchung auf. Arne Birkenstocks Dokumentation über Beltracchi und dessen eigentlich unglaubliche Fälscherkarriere vereint Elemente eines Künstlerportraits mit einem spannenden Kriminalplot und Einblicken in die Mechanismen des heutigen Kunstmarktes. Letzterer wird von Akteuren be-

stimmt, die im Grunde allesamt kein echtes Interesse an der Aufdeckung eines Skandals haben können. Genüsslich und mit einem mitunter schelmischen Grinsen erzählt Beltracchi von den immer riskanteren Gaunereien und seinem eher pragmatischen Verhältnis zur Kunst. Beltracchi wirft dabei immer wieder provokante Fragen wie die nach der Genialität eines Künstlers auf. Max Ernst, so lässt er wissen, hält er nicht gerade für ein Genie. Birkenstock interessiert sich erkennbar wenig für die exakte Dramaturgie des Kriminalfalls. Stattdessen konzentriert er sich auf die durch Beltracchi bloßgestellten Beteiligten in den Galerien und Auktionshäuser, von denen nur wenige überhaupt bereit waren, sich der Kamera zu stellen. Und er wirft die Frage auf, was Original und Fälschung am Ende unterscheidet. Dass man als Zuschauer Beltracchis Charisma erliegt, scheint Teil des Konzepts und durchaus gewollt. Programmkino.de

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Dokumentarfilme

53. JAHRGANG | 03.2014

Mittsommernachtstango

Die schöne Krista

So. 16.03. um 15.00 Uhr sowie Mo. 17.03. u. Di. 18.03. um 17.45 Uhr im Filmstudio Deutschland/Finnland 2012; 82 Min.; Regie: Viviane Blumenschein

So. 23.03., Mo. 24.03. uund Di. 25.03. um 17.45 Uhr im Filmstudio Deutschland 2013; 93 Min.; Buch u. Regie: Antje Schneider, Carsten Waldbauer

Eine skurrile wie erhellende Reise durch Finnland

Einfühlsamer, liebevoller und aberwitziger Dokumentarfilm

Wahre Welten Zumindest was die Melancholie angeht passt es ja: Tango und Finnland. Dass Aki Kaurismäkis Erzählung vom Ursprung des Tangos an der finnischen Ostküste – wo die Musik dazu diente, Wölfe fernzuhalten und das Vieh zu beruhigen – von wo er von Seefahrern nach Uruguay und schließlich nach Argentinien getragen wurde, eine hübsche Geschichte ist, aber nicht mehr, wird schon am Ende von Kaurismäkis Monolog deutlich, mit dem Viviane Blumenschein ihren Film eröffnet: Denn bevor den Finnen der Tango gestohlen wurde, haben die Österreicher ihnen den Walzer weggenommen… Die drei argentinischen Tango-Musiker, Chino Laborde, Diego Kvitko und Pablo Greco, reisen in Blumenscheins Film quer durch das Land der Saunen, Seen und Wälder, auf der Suche nach dem wahren Tango. Wenn das Trio da ein Dorffest besucht und sich über den merkwürdigen Tanzstil wundert, aber auch über die Begeisterung der Menschen

an der Musik freut, wird viel Wahres über kulturelle Ähnlichkeiten und Unterschiede erzählt. Zumal die Charaktere des Trios so unterschiedlich sind: Diego, der eher heißblütige Typ mit oft vorschnellen Meinungen, Walter, der joviale, flirtende, und vor allem Pablo, der refleketierteste, der dann auch die Aussage des Films auf den Punkt bringt: Bei der Musik kommt es darauf an, dass sie aus dem Inneren kommt, von Herzen, aus der Seele. Ob der Tango aber nun in Argentinien oder vielleicht doch in Finnland erfunden wurde, dass spielt letztendlich überhaupt keine Rolle. Viele interessante Gestalten hat Viviane Blumenschein zusammengetragen, die sie in einer losen Road-Movie Struktur präsentiert, die immer wieder von Aufnahmen der einsamen, malerischen finnischen Landschaft unterbrochen wird und „Mittsommernachtstango“ zu einem interessanten Einblick in die finnische und argentinische Seele gibt. Programmkino.de

Wahre Welten „So soll ein Dokumentarfilm sein: lebendig, spannend und dicht an den Protagonisten.” Programmkino.de

tet mit einfühlsamem Blick Krista und die Familie Seeger auf ihrem Hof im Oldenburger Land. Dabei wirft der Film immer wieder Seitenblicke auf weit reichendere Themen. Denn die Züchtung sogenannter „Der amüsante und teilweise „Superkühe“, die besonders viel Milch geauch rührende Film einen vorur- ben, perfekt aussehen und die nach Maß teilsfreien Blick auf die moderne zu weiteren Züchtungen verwendet werMilchwirtschaft.” Kino-zeit.de den können, nimmt gerade richtig Fahrt auf und steuert auf eine globale MassenKrista ist die Schönste. Und das schon im züchtung hin, wie man an einer Exkursizweiten Jahr. Sie hat ihren Titel verteidigt on der Familie nach Kanada sehen kann. und ist überhaupt die Viertschönste der Doch bei diesem Wettbewerb kann längst Welt. Was sie besonders schön macht? nicht jeder mithalten – eine Tatsache, die Zweifelsfrei die tolle Haltung, das aus- sich auch im Aufgeben vieler Milchbaudrucksvolle Gesicht. Und natürlich die ern und der zunehmenden Gefährdung Flecken am Fell, sowie das große Euter. ländlicher Existenzen aufgrund einer imDenn Krista ist eine Kuh. Und ihre Besit- mer härter werdenden Landwirtschaftszer, die Landwirts-Familie Seeger, sind industrie widerspiegelt. Doch im Zentsehr stolz auf sie. Denn jede einzelne rum dieses ungewöhnlichen DokumenEizelle dieses preisgekrönten Tieres ist tarfilms steht die schöne Krista, anhand wertvoll. Der Dokumentarfilm von Antje deren „Alltag“ dies alles erzählt wird. ANZ_Film_Brillen_95x75.qxd:Document 1 22.06.2008 19:33 Uhr Schneider und Carsten Waldbauer beglei- Deutsche Film- und Medienbewertung

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53. JAHRGANG | 03.2014

Dokumentarfilme / Sonderprogramm

Die Moskauer Prozesse

Das Cabinet des Dr. Caligari

So. 30.03. um 15.00 Uhr sowie Mo. 31.03. u. Di. 01.04. um 17.45 Uhr im Filmstudio Deutschland 2013; 89 Min.; Regie: Milo Rau; ab 6 J.

Sonntag 30. März um 18.00 Uhr im Eulenspiegel D 1919; 55 Min.; Regie: Robert Wiene; mit Conrad Veidt; Lil Dagover, Friedrich Feher

Dokumentation über ein politisches Theaterprojekt

Dominik Gerhard live an der Wurlitzer Kinoorgel

Wahre Welten Die Punk-Aktivistinnen "Pussy Riot", die wegen eines unangemeldeten Protestauftrittes in der Moskauer Erlöserkirche zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden, sind nur das jüngste Beispiel des antidemokratischen Putin-Regimes. Das Theaterprojekt "Die Moskauer Prozesse" will eben jene Fälle von unterdrückten Künstlern und Dissidenten aufarbeiten und in einem dreitägigen, realen Prozess-Spektakel im Sacharow-Zentrum der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Auf der Bühne stehen dabei nicht Schauspieler, sondern Akteure aus dem realen, politischen Leben: professionelle Anwälte, Zeugen und Experten aller politischen Couleurs, darunter Katja Samuzewitsch (Pussy Riot), Maxim Schewtschenko (Starmoderator des Staatsfernsehens), Wsewolod Tschaplin (Erzpriester), der dissidente Philosoph Michail Ryklin, orthodoxe Gläubige genauso wie liberale Politiker. Im Stil eines Gerichtsdramas

Stumm Film

mit offenem Ausgang, in Kreuzverhören, Plädoyers und den Auseinandersetzungen am Rand des Prozesses entsteht so ein verstörendes und widersprüchliches Bild des heutigen Russland: Verletzt Putins Kulturpolitik die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte? Oder ist es doch die Kunst, die die Gefühle der Gläubigen verletzt? Wer ist Angreifer, wer Verteidiger? Der dreitägige Prozess, der mehrfach von den russischen Behörden und von Einheiten der Kosaken unterbrochen wurde, führte zu einem internationalen Skandal und schliesslich zu einem Einreiseverbot gegen den Regisseur. "Mit seinem dokumentarischen Theater traf Rau in Moskau den Ton der Zeit", urteilte die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ über die Ereignisse, und die „Moscow Times“ unterstrich die Tatsache, dass „jene, die nicht gehört werden, endlich sprechen konnten.“ Real Fiction

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Diese restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari” basiert erstmals auf dem Kameranegativ; sie wird den Film in einer Qualität zeigen, die seinem Status als Klassiker gerecht wird. Die Binnenhandlung dieses expressionistischen Stummfilmklassikers erzählt die Geschichte des wahnsinnigen Dr. Caligari, der mit Hilfe eines Somnambulen (Schlafwandler) namens Cesare eine kleine norddeutsche Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Tagsüber präsentiert Caligari den an einer merkwürdigen, tranceartigen Krankheit leidenden Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der hochgewachsene, dürre und blasse Somnambule den Schaulustigen die Zukunft voraus. Des Nachts aber schleicht dieser Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluß seines Herrn furchtbare Morde. Als eines Nachts ein junger Mann er-

mordet wird, dem Cesare den nahen Tod prophezeit hatte, ahnt Francis, ein Freund des Toten, daß Dr. Caligari mit der Sache zu tun hat. Als Francis´ Freundin Jane von Cesare bedroht und entführt wird, wird der Verdacht zur Gewißheit. Eine aufgebrachte Menge macht sich auf die Jagd nach dem flüchtenden Doktor. In einem Irrenhaus scheint Francis den Schausteller in die Enge getrieben zu haben, da muß er eine furchtbare Entdeckung machen: der wahnsinnige Dr. Caligari ist der Direktor der Anstalt... Die Rahmenhandlung schafft die Doppelbödigkeit des Films: denn Francis, der die Geschichte von Dr. Caligari erzählte, ist selbst Insasse der Nervenheilanstalt. Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte mit „Das Cabinet des Dr. Caligari” einen der bedeutendsten deutschen Filmklassiker: Der expressionistische Stummfilm aus dem Jahre 1920 gilt weltweit als Meilenstein der Filmgeschichte.


Sonderprogramm

53. JAHRGANG | 03.2014

Glenn Gould plays Bach

Medea

So. 09.03 um 15.30 Uhr sowie Mo. 10.03. u. Di. 11.03. um 18.30 Uhr im Filmstudio „A Question of Instruments” von Bruno Monsaingeon (1979); ca. 60 Min. – Eintrit: 5 €

Montag 10. März um 20.15 Uhr im Astra Theater I/D 1969; 110 Min.; Regie: Pier Paolo Pasolini; mit Maria Callas, Laurent Terzieff; ab 12 J.

Im Rahmen der Themenreihe „Wege zu Bach“ der Philharmonie

In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Essen

Theater Kino

Piano

Lectures „Die Dokumentationsreihe liefert einen faszinierenden wie provokanten Einblick in das Bach-Denken und -Spiel von Gould.“ Rondo Die Philharmonie Essen zeigt im Filmstudio drei vom französischen Filmemacher Bruno Monsaingeon produzierten Filme mit dem legendären Pianisten Glenn Gould und der Musik Johann Sebastian Bachs. Im März ist der letzte der drei Filme zu sehen:

„A Question of Instruments” aus dem Jahr 1979, in dem Gould mit dem Filmemacher über Bachs Kompositionstechnik sowie die Vorzüge/Nachteile des modernen Flügels für die Musik Bachs spricht. Gould spielt aus Bachs „Chromatische Fantasie”, den „Contrapunctus” aus der „Kunst der Fuge” und Bachs „Partita Nr. 4” sowie andere Werke.

Die der antiken Sage entlehnte Geschichte der Medea, die als verstoßene Gattin fürchterliche Rache übt, interpretiert als Tragödie des Menschen zwischen barbarisch-sakraler und zivilisiert-rationalistischer Kultur. Pier Paolo Pasolinis stilisierte Inszenierung der antiken Sage um die Rache übende Medea, in der Personen, Rituale und Landschaften gleichermaßen faszinierend wie abstoßend erscheinen. Von Euripides' Tragödie ausgehend, strich

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Pasolini den Text radikal zusammen und konnte durch den spärlichen Dialog den hypnotischen Charakter des Films stärken. In der Titelrolle überrascht Opernsängerin Maria Callas mit ihrer trancehaften Darstellung einer Frau, die zu allem fähig ist. Lexikon des Internationalen Films Begleitend zur „Medea”-Inszenierung des Schauspiel Essen: Premiere am 28.02. im Grillo-Theater


53. JAHRGANG | 03.2014

Sonderprogramm

My Brother the Devil

Cloudburst

Mittwoch 12. März um 19.00 Uhr in der Galerie Cinema GB 2012; 107 Min.; Regie: Sally El Hosaini; mit Fady Elsaye, James Floyd; ab 12 J.

Mittwoch 19. März um 20.15 Uhr im Astra Theater USA/CDN 2011; 93 Min.; Regie: Thom Fitzgerald; mit Olympia Dukakis; ab 12 J.; engl. OmU

Ein mutiges und unheimlich sicheres Debüt

Eine bewegende und warme Geschichte

Homo Chrom

Homo Chrom

„Gut gemacht, gut gespielt von einer weitgehend nicht-professionellen Besetzung und verführerisch gefilmt.” The Guardian Der Teenager Mo (Fady Elsayed) lebt mit seiner ägyptisch-stämmigen Familie in Londons East-End-Stadtteil Hackney, auf dessen Straßen Bandenkriminalität an der Tagesordnung ist. Sein großer Bruder Rashid (James Floyd) will Mo einen Col-

legeplatz und ein besseres Leben ermöglichen – mit Geld aus Drogenhandel. Als sich Rashid aus der Kriminalität zurückzuziehen versucht, eifert Mo dem vergötterten Bruder nach und steigt in Rashids alter Bande ein. Aber nicht als ein Freund auf der Straße stirbt, erkennt Mo, dass sein Bruder Rashid der Teufel ist, sondern als er ihn in den Armen des Fotografen Sayyid (Saïd Taghmaoui) ertappt. www.homochrom.de

„Ein herzliche Variante der klassischen Geschichte von Liebenden auf der Flucht.” The Toronto Star Die beiden Oscar-Preisträgerinnen Olympia Dukakis (“Moonstruck”) und Brenda Fricker (“My Left Foot”) spielen das drol-

lige Paar Stella und Dot. Die blinde Dottie wird von ihrer Enkelin Molly ins Altersheim eingewiesen und Stella soll das gemeinsame Haus verlassen. Doch das lässt die kernige Stella nicht mit sich machen. Sie entführt Dottie und macht sich mit ihr auf den Weg nach Norden, um sie in Kanada zu heiraten. Unterwegs nehmen die beiden älteren Frauen noch einen Anhalter mit: den Striptänzer Prentice. www.homochrom.de

„Der Jahrhundertfälscher.”

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Der Spiegel

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„Gespickt mit ehrlichen, humorvollen Momenten, die einen laut lachen lassen” phenomenelle

„Ist er ein Rockstar?” Vanity Fair

„Ich habe eine so einfühlsame Täuschung noch nie gesehen. Beltracchi ist ein genialer Klon von Max Ernst.”

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Werner Spieß, Kunsthistoriker

Ein Film von Arne Birkenstock www.beltracchi.senator.de

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Sonderprogramm

53. JAHRGANG | 03.2014

Le cinéma en version originale

Ciñol

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen e.V.

In Zusammenarbeit mit dem Spanischen Elternverein Essen e.V.

Die französische Filmreihe im Astra Theater

Mi. 19.03. | 18.00 Uhr | ASTRA Originalfassung mit Untertiteln

Spanischsprachige Filme im Filmstudio Glückauf

Mi. 26.03. | 18.00 Uhr | ASTRA Originalfassung mit Untertiteln

Di. 25.03. | 20.00 Uhr | FILMSTUDIO Originalfassung mit Untertiteln

Di. 29.04. | 20.00 Uhr | FILMSTUDIO Originalfassung mit Untertiteln

Portugal mon amour

Jung & schön

Preview: Carne de perro

Gordos

„Eine französische Feel-Good-Komödie.” Süddeutsche Zeitung

„Eine betörende moderne Version von ‚Belle de Jour’.” Deutschlandradio

Sie leben schon seit über dreißig Jahren in Paris, doch ihre Heimat Portugal tragen sie bis heute im Herzen. Wie der Familie Ribeiro ging es vielen Auslandsportugiesen, die überall in Europa nach neuen Wurzeln suchten. Regiedebütant Ruben Alves erzählt in seiner temperamentvollen und warmherzigen Culture-Clash-Komödie auch von eigenen Erlebnissen. Dabei konfrontiert er auf liebevolle Art Franzosen wie Portugiesen mit Klischees und Vorurteilen über den jeweils anderen. Eine Mischung aus heiteren und nachdenklichen Momenten, in denen der melancholische Fado erklingt. Programmkino.de

Beim Sommerurlaub in Südfrankreich verliert die bildschöne 17-Jährige Isabelle in einem freudlosen Akt ihre Unschuld. Nur wenige Monate später verfügt sie über einige sexuelle Erfahrung und führt nach der Schule ein Doppelleben als Edel-Callgirl. Das geht so lange gut, bis ein väterlicher Freier an einem Herzinfarkt stirbt und die Polizei Isabelle auf die Schliche kommt. Der zunächst so harmonisch erscheinende Familienverband droht an der Enthüllung zu zerbrechen, denn Isabelle will sich nicht in die Opferrolle drängen lassen. Regisseur François Ozon formt ein wie immer höchst souveränes Drama.

Alejandro ist ein zwar unberechenbarer aber auch sehr zerbrechlicher Mann. Seine charakterliche Prägung hat mit seiner Vergangenheit zu tun, denn er war zu Zeiten des Pinochet-Regimes als Folterer tätig und hat eine Menge grausamer Taten begangen. Nach dem Zusammenbruch des autoritären Systems hat er sich einen Job als Taxifahrer sichern können und so seinem Leben wieder eine Struktur geben können. Nachdem sein Auto jedoch kaputtgeht, bröckelt dieser feste Rhythmus in dem sich Alejandro befindet. Die Gespenster seiner Vergangenheit gewinnen wieder größeren Einfluss auf ihn. Von der Besessenheit getrieben, sich eine neue Identität zu schaffen, kann Alejandro bald Realität und Erscheinung kaum mehr unterscheiden.

Acht Dicke treffen sich, um ihre Essstörungen in den Griff zu bekommen. Doch als der Therapeut sie dazu auffordert, sämtliche Hüllen fallen zu lassen, nimmt die Hälfte Reißaus. Bei den verbliebenen vier stellt sich heraus, dass sie mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben: Die eine leidet unter ihrem Bräutigam, der Schlankheitswahn als Todsünde geißelt, die andere erkennt, dass sie mit einem Bisexuellen verheiratet ist, und der Therapeut entwickelt ausgerechnet bei seiner schwangeren Frau eine Dickenphobie. Rund um das Thema Dicksein, Körperkult und Schlankheitswahn arrangiert Goya-Gewinner Daniel Sánchez Arévalo ein Netzwerk verschiedener skurril-dramatischer Geschichten, die dicht miteinander verwoben sind.

F 2013; 91 Min.; Regie: Ruben Alves; mit Rita Blanco, Joaquim De Almeida, Barbara Cabrita; ab 0 J.

F 2013; 93 Min.; Regie: François Ozon; mit Marine Vacth, Géraldine Pailhas, Frédéric Pierrot; ab 16 J.

Chile/F 2011; 81 Min.; Regie: Fernando Guzzoni; mit Alejandro Goic, Amparo Noguera

ES 2009; 115 Min.; Regie: Daniel Sánchez Arévalo; mit Antonio de la Torre, Roberto Enriquez; ab 12 J.

P review Den Filmtitel erfahren Sie erst bei Beginn der Vorstellung, es handelt sich um einen demnächst startenden Film.

Mo. 24. März • 20.15 h Donnerstags ab 21.00 Uhr

Kartenreservierung unter 0201 / 27 55 55

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Dauerbrenner in der Galerie Cinema Sonntags um 13.00 Uhr im EULENSPIEGEL Sonntag 02.03. im EULENSPIEGEL

Jeden Samstag um 16.30 Uhr

Jeden Sonntag um 17.00 Uhr

Frei ab 0 Jahre

Ziemlich beste Freunde

Harold & Maude

In der Nacht auf seinen siebten Geburtstag, genau um Mitternacht, passiert es: Der kleine Alfie verwandelt sich in ein Werwolfskind. Gerade er, mit seinem zarten blonden Haar, der schrulligen Brille und dem Unschuldsblick. Statt Worte sprudelt es Jaul- und Heulgeräusche, sein Gesicht ist vor lauter Haaren kaum noch zu erkennen und diese Krallen! Einzig seine Brille ist ihm geblieben. Wie soll er sich so vor seinen Adoptiveltern zeigen, noch dazu er als Geburtstagskind doch im Rampenlicht stehen wird.

Furioser Film über eine bewegende Freundschaft

Seit 38 Jahren ununterbrochen im Programm!

Von einer wahren Geschichte inspiriert, erzählt die Tragikomödie mit viel (Galgen-)Humor, aber auch mit Ernsthaftigkeit und ohne Larmoyanz, Pathos oder einen falschen Ton von der Freundschaft zwischen einem Gelähmten und seinem neuen Pfleger, die aus verschiedenen sozialen Schichten stammen. Der Film ist nicht nur temporeich und originell, sondern geht auch zu Herzen. Mehr kann man von einer guten Komödie nicht verlangen. Eine sehr amüsante und bewegende Geschichte über die Lust am Leben. Frankreich 2011; 112 Min.; Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache; mit François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny; ab 6 J.

Harold ist depressiv und kauzig. Die Aufmerksamkeit seiner begüterten Familie versucht er durch spektakuläre Selbstmordinszenierungen zu erringen. Er lernt die 79-jährige Maude kennen, deren Exzentrik ihn fasziniert. Er verliebt sich in sie und will sie heiraten. Diese Komödie könnte schwärzer nicht sein, und doch ist sie eine Liebesgeschichte. Regisseur Hal Ashby hat die Mischung aus schwarzem Humor und Romanze sehr gut getroffen und aus der Romanvorlage von Colin Higgins einen Filmklassiker gedreht.

Alfie, der kleine Werwolf

Niederlande 2011; 95 Min.; Regie: Joram Lürsen

Sonntag 09.03. im EULENSPIEGEL Frei ab 0 Jahre

Emil und die Detektive Emil Tischbein darf die Ferien bei seiner Großmutter in Berlin verbringen. Auf der Zugfahrt nach Berlin lernt er den “netten” Herrn Grundeis kennen. Doch schon bald – und zwar in Berlin – stellt er fest, dass dieser Herr gar nicht so nett ist, wie er sich ausgegeben hat. 120,- Mark, die ihm seine Mutter mitgegeben hat, sind weg – gestohlen. Aber da gibt es noch Gustav mit der Hupe und seine Freunde: gemeinsam mit Emil machen sie sich auf die Jagd nach dem Dieb… Deutschland 1931; 72 Min; Regie: Gerhard Lamprecht

Sonntag 16.03. im EULENSPIEGEL

Schulvorstellungen

Frei ab 0 Jahren

Fünf Freunde 3

Eigentlich wollten die vier besten Freunde George, Julian, Dick und Anne zusammen mit Hund Timmy nur ihren Urlaub auf einer exotischen Insel genießen, doch als sie beim Tauchen auf ein Schiffswrack inklusive einer Schatzkarte stoßen, stürzen sie sich Hals über Kopf in ihr nächstes Abenteuer. Bei der Suche nach dem Gold hilft ihnen das einheimische Mädchen Joe, das hofft, mit dem Schatz den Bau einer gigantischen Ferienanlage verhindern zu können. Doch da wird Julian von einem giftigen Käfer gebissen. D 2013; 95 Min.; Regie: Mike Marzuk

Sonntag 23.03. im EULENSPIEGEL Frei ab 0 Jahre

Das kleine Gespenst

Das kleine Gespenst, das auf Burg Eulenstein haust, würde zu gerne mal bei Tageslicht auf Entdeckungsreise gehen. Eines Tages wird dieser Wunsch tatsächlich Wirklichkeit. Die Freude darüber ist schnell verflogen, wird es doch plötzlich pechschwarz. Jetzt ist Schüler Karl gefragt, der das Gespenst bei einer Nachtwanderung in der Burg kennengelernt hat. Zeitlos und ein wenig nostalgisch erzählt, bleibt in der ersten Realverfilmung des Kinderbuchklassikers von Otfried Preußler der Geist der literarischen Vorlage unverfälscht. D/CH 2013; 92 Min.; Regie: Alain Gsponer

Sonntag 30.03. im EULENSPIEGEL Frei ab 0 Jahre

Wickie und die starken Männer Der japanische Zeichentrickfilmklassiker zur bekannten TV-Serie um einen kleinen Wikinger: Wickie ist der Sohn des Wikinger-Häuptlings Halvar, der das kleine Dorf Flake regiert. Zusammen mit den furchtlosen Kriegern Tjure, Snorre, Gnorm und vielen anderen muss der Vater sich und das Dorf stets vor neuen Gefahren, vor allem aber vor dem schrecklichen Sven, ihrem größten Feind, schützen. Der schmächtige, aber schlaue Wickie ist mit seinen ungewöhnlichen Ideen oft der Retter in der Not. Japan/BRD 1974; 80 Min.; Regie: Chikao Katsui

USA 1971; 91 Min.; Regie: Hal Ashby; Musik: Cat Stevens; mit Bud Cort und Ruth Gordon; ab 12 J.; Engl. OmU

Wir bieten Ihnen jederzeit die Möglichkeit, in unseren Filmtheatern Schulvorstellungen zu buchen, mit Filmen, die wir für besonders empfehlenswert halten und/oder die ein literarisches, gesellschaftliches oder politisches Thema behandeln und dadurch gerade zur Unterrichtsergänzung geeignet sind.

Unser Angebot ist jedoch nicht auf die unten genannten Filmtitel beschränkt. Wir können Ihnen alle Filme zeigen, die aktuell in unseren Kinos laufen, und versuchen auch darüber hinaus, alle Filmwünsche zu erfüllen. Schulvorstellungen können Sie telefonisch buchen unter 0201 / 289 550 (Mo. – Fr. 10-16 Uhr)

Hannah Arendt

12 Years a Slave

Regisseurin Margarethe von Trotta gelingt mit „Hannah Arendt“ das überzeugende Portrait einer mutigen und entschlossenen Frau, die bereit ist, trotz aller Hindernisse und Oppositionen ihre Meinung überlegt und unabhängig zu äußern. Ein kluger und anregender Film und ein reflektiertes Plädoyer für unbequeme Wahrheiten.

Solomon Northup ist 30 Jahre alt und ein angesehener Bürger, als er von zwei Männern, die sich als fahrendes Zirkusvolk ausgeben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Haus im Staat New York nach Washington gelockt und unter Drogen gesetzt wird. Als er wieder erwacht, befindet sich Northup, bislang ein freier Mann, in der Gewalt von Sklaventreibern, die ihn in den Süden verschleppen.

Lincoln

Hannas Reise

Steven Spielbergs ungewöhnlichster Film ist ein episches Kammerspiel, das Action als verbal intensive Konfrontationen und Diskussionen in Plenarsälen, Privatzimmern und Büros definiert. Leidenschaftlich wird von Männern mit Bart argumentiert, Lincoln mit Pathos und Volksnähe ein Denkmal gesetzt, aber die Themen und wie sie hier verhandelt werden, haben Brisanz für die Gegenwart.

Julia von Heinz gelingt in dieser intelligenten Tragikomödie für Herz und Hirn die schwierige Gratwanderung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen abgerissener Geschichtsschreibung und persönlicher Erfahrung. Und wenn es am offenen Ende der Love-Story heißt, "es bleibt kompliziert", geht es auch um die Beziehung zwischen Deutschland und Israel.

Auf dem Weg zur Schule

Das Mädchen Wadjda

Jungen und Mädchen aus vier verschiedenen Ländern - Kenia, Marokko, Indien und Argentinien - haben eines gemeinsam, einen gefährlichen und langen Schulweg, zwischen vier und 22 Kilometern. Das schreckt sie nicht ab, denn sie wollen mit aller Kraft eine gute Ausbildung, denn die kann ihnen ein anderes, ein besseres Leben eröffnen. Diese Hoffnung gibt ihnen Energie, sie überwinden Hindernisse und Ängste.

Auf den ersten Blick ist der Film die Geschichte eines jungen Mädchens, dass sich seine Freiheiten erkämpft. Doch Regisseurin Haifaa Al Mansour erlaubt Einblicke in ein Land und eine Kultur, die ihre Frauen vor den Blicken Fremder schützen will und deren Rechte auf radikale Weise unterdrückt. Mit kleinen Gesten und Handlungen erlaubt der Film jedoch seinen weiblichen Figuren, sich ein Stück weit zu befreien.

Die Bücherdiebin

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit

Dem Regisseur Brian Percival ist eine phänomenale und stimmige Umsetzung des gleichnamigen Bestsellers von Markus Zusak gelungen. Eine Geschichte über den Krieg und das Leid, das er verursacht. Doch es ist auch ein poetischer Film über Hoffnung, Zuversicht und die unzerstörbare Kraft der Fantasie, die nie verloren geht. Solange es Bücher gibt.

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Über 50 Jahre spannt sich der Erzählbogen dieses Biopics über den charismatischen Freiheitskämpfer, das Justin Chadwick nach der gleichnamigen Autobiographie Mandelas inszeniert hat. Gradlinig zeichnet er den Weg seines Helden nach, wohl komponiert sind die farbsatten Bilder, durch Authentizität besticht das Produktionsdesign.


LICHTBURG

53. JAHRGANG | 03.2014

Lichtburg und Sabu Eintrittspreise Dienstag = Kinotag (außer an Feiertagen) LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 5,50 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 6,50 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 7,50 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 9,50 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 6,50 € Montag + Mittwoch + Donnerstag (außer an Feiertagen) LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 7,00 € | ermäßigt 6,00 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 11,00 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € Freitag bis Sonntag und an Feiertagen LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 10,00 € | ermäßigt 9,00 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 12,00 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 €

Kettwiger Str. 36 45127 Essen Telefon 0201/23 10 23 Programmansage 0201/23 10 24 Deutschlands größter Filmpalast 1250 Plätze, 150 qm Leinwand, Projektion: Digital (HFR, 3D), 35 mm, 70 mm Günstig in die LICHTBURG Dienstag ist Kinotag Eintritt ab 5,50 € (außer an Feiertagen) (Bei Überlänge Preisaufschlag).

Preisaufschläge bei Vorführungen in 3D (3 €) und bei Überlänge. Für Sonderveranstaltungen und Premieren gelten gesonderte Preise.

1,- € Ermäßigung zu allen Vorstellungen an allen Tagen (außer Di.): Für Schüler und Studenten, Senioren ab 60 Jahren, Schwerbehinderte (ab 80 %) und Kinder bis einschl. 11 Jahren.

Die Ermäßigung von 1,00 € erhalten: KINDER bis einschl. 11 Jahre (ggf. Altersnachweis erforderlich) FAMILIEN 1 Erw. mit 1 Kind oder 1-2 Erw. mit mind. 2 Kindern bis einschl. 16 Jahre SCHÜLER & STUDENTEN bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises SENIOREN ab 60 Jahre (ggf. Altersnachweis erforderlich) SCHWERBEHINDERTE bei Vorlage eines Ausweises mit mind. 80% Gildepass-Inhaber

Jeder Tag ist Familientag 1 Erw. mit 1 Kind oder 1-2 Erw. mit mind. 2 Kindern bis einschl. 16 J. zahlen ab 6,- € pro Person

Unser Programmservice

Wir zeigen vor allen Vorstellungen nur ein kurzes Vorprogramm von ca. 10-15 Minuten! Die Kasse öffnet werktags immer um 12.00 Uhr, sonntags um 15.00 Uhr!

Bestuhlungsplan Lichtburg

Das aktuelle Wochenprogramm erfahren Sie durch unsere DonnerstagsInserate in WAZ und NRZ, sowie unter www.lichtburg-essen.de

Ab 4. September in der Lichtburg

Der zweite Saal in der LICHTBURG 150 Plätze, Dolby Digital u. DTS

Balkon Loge Balkon Rang Parkett

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53. JAHRGANG | 03.2014

ESSENER FILMKUNSTTHEATER

Die Essener Filmkunsttheater Eintrittspreise: Parkett: 8,00 €, Loge: 9,00 € Parkett ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisauf­schlag!

Steeler Straße 208-212 45138 Essen Tel.: 0201/27 55 55 Eröffnet 1955 - Filmkunsttheater seit 1980. 400 Plätze, Großbildleinwand, Digitale und analoge Projektion (35mm, 70mm), Bühne, Wur­litzerStummfilmorgel, Kino­museum, Café. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­ res­programm.

Kinderkino (jeden Sonntag um 13.00 Uhr): Erwachsene 5,00 €, Kinder bis 12 Jahre 4,00 € Anfahrt per ÖPNV: Linie 109, Haltestelle Wörthstraße

theatern (1991) regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jahresprogramm. Rüttenscheider Straße 2 45128 Essen, Tel. 0201 / 439 366 33 Ältestes Filmtheater des Ruhrgebiets – 250 Plätze Eröffnet 1924, teilweise zerstört in den letzten Kriegstagen – 2001 wegen Statikproblemen des Glückaufhauses geschlossen, durch Spenden von Bürgern und Landesmitteln ermöglichte Wiedererrichtung. Wiedereröffnet am 18.12.2009. Seit der Zugehörigkeit zu den Essener Filmkunst-

Eintrittspreise: Parkett: 8,00 €, Loge: 9,00 € Parkett ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisauf­schlag!

Öffnungszeiten tägl. von 10.00 bis 24.00 Uhr (freitags und samstags bis 1.00 Uhr) Frühstück Täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr

Eintrittspreise: 8,00 € Ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag!

Teichstraße 2 45127 Essen Tel.: 0201/27 55 55 Essens größtes Filmkunsttheater. Er­öff­net 1958 - Filmkunsttheater seit 1995. Astra: 432 Plätze, Digitale und analoge Projektion, Luna: 80 Plätze. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­res­programm.

Galerie Cinema

Anfahrt per ÖPNV: div. Linien, Halte­stelle Hauptbahnhof

Eintrittspreise: 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 6,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag!

Julienstraße 73 45130 Essen Tel.: 0201/77 84 94

Samstags 16.30 Uhr, Ziemlich beste Freunde: 6,00 €

Seit 1971 das kleine Kino mit dem be­son­deren Charme. 45 Plätze, Digitale und analoge Projektion; Schul- und Sondervorstellung möglich. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­res­programm.

Sonntags 17.00 Uhr, HAROLD & MAUDE: 6,00 € Anfahrt per ÖPNV: Linie U11 u. 107, Haltestelle Martinstraße Linie 160, Paulinenstraße

Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jahresprogramm. MedienHaus, Synagogenplatz 3 45468 Mülheim an der Ruhr Tel. 0208 / 740 383 83 Mülheims einziges Filmkunsttheater. Eröffnet 1995, ruhender Spielbetrieb ab März 2007. Im Oktober 2009 Wiedereröffnung am neuen Standort im MedienHaus Mülheim. 80 Plätze, Dolby SR, 1 Rollstuhlplatz

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Gefördert durch

Eintrittspreise: 8,00 € Ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag! Anfahrt per ÖPNV: Div. Linien, Haltestelle Hauptbahnhof Div. Linien, Haltestelle Rathausmarkt

Impressum

Herausgeber: ART & WEISE Film, Hanns-Peter Hüster Auflage: 30.000 Redaktion und v.i.S.d.P.: Christiane Hüls, Marianne Menze Gestaltung: Christiane Hüls, Claudia Hagedorn Druck: druckservice duisburg medienfabrik


„Ein packender, nachwirkender Film, dem man sich als Zuschauer kaum entziehen kann.”

„Dem eindringlichen Film gelingt, was Nachrichtenbilder nicht schaffen.”

Stern

Deutsche Welle

in o p r e m ie D e u t s c h e K chtburg

„Aufrüttelnd, brisant, herausragend!”

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Im März in de

AB 27. MÄRZ IM KINO

ZDF Aspekte


Filmspiegel 03/2014