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52. JAHRGANG | 12.2013

D I E P R O G R A M M Z E I T U N G D E R E S S E N E R F I L M K U N S T T H E AT E R U N D D E R L I C H T B U R G

www.essener-filmkunsttheater.de

R端ttenscheider Str. 2 45128 Essen Tel. 0201/439 366 33

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Steeler Str. 208-212 45138 Essen Tel. 0201/27 55 55

Julienstr. 73 45130 Essen Tel. 0201/77 84 94

Teichstr. 2 45127 Essen Tel. 0201/27 55 55

Synagogenplatz 3 45468 M端lheim a. d. Ruhr Tel. 0208 / 740 383 83

Kettwiger Str. 36 45127 Essen Tel. 0201/23 10 23


INHALT

52. JAHRGANG | 12.2013

Gabor Vorsteen

Szenario

Matthias Brodowy

Cecilia Stahnke

Carmela Del Feo

Marc Weide

VORHANG AUF ZUM SHOW-CAFÉ Comedy, Kabarett, Musik und Artistik in der Essener Lichtburg am 24. März 2014 um 20 Uhr. Infos: www.variete-gesellschafts-abend.com Tickets: 0201 231023

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Robeat

Fotos: Reiner Scharlowsky/Peter Lutz, Matthias Brodowy/Toofan Hashemi, Gabor Vosteen/Hakan Kizil, Szenario/Lutz Kampert, Cecilia Stahnke/cecilia-handstand.de, Carmela Del Feo/Harald Hoffmann, Marc Weide/Joerg Mettlach, Robeat/robeat.de

»Maître« Reiner Scharlowsky


52. JAHRGANG | 12.2013

Inhalt

Das aktuelle Wochenprogramm erfahren unter unseren telefonischen Programmansagen: Essener Filmkunsttheater Tel. 0201 / 77 84 77 Lichtburg & Sabu Tel. 0201 / 23 10 24 Im Internet finden Sie uns unter www.essener-filmkunsttheater.de und www.lichtburg-essen.de Kartenreservierungen: Essener Filmkunsttheater Tel. 0201 / 27 55 55 Lichtburg & Sabu Tel. 0201 / 23 10 23

Inhalt Aktuelle Filmstarts S. 4 - 17 Sonderprogramm S. 18 - 24 Kinderkino / Galerie Cinema S. 25 Lichtburg & Sabu S. 26 Die Essener Filmkunsttheater S. 27

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Die Geschenkidee

d e r E s s e n e r 

Filmkunsttheater und der Lichtburg

Gutscheine der Essener Filmkunsttheater erhältlich im Astra Theater, Eulenspiegel, Filmstudio und Rio. Gutscheine der Lichtburg sind erhältlich an der Lichtburg-Kasse (tägl. ab 12.00 h)

F i lms tarts im De zem ber Am Hang – ab 28.11. Blancanieves – ab 28.11. The Counselor – ab 28.11. Tage am Strand – ab 28.11. Tanta Agua – Nichts als Regen – ab 28.11. 45 Minuten bis Ramallah – ab 05.12. Ganz weit hinten – ab 05.12. Houston – ab 05.12. Inside Llewyn Davis – ab 05.12. Venezianische Freundschaft – ab 05.12. Die Frau, die sich traut – ab 12.12. Der Hobbit: Smaugs Einöde – ab 12.12. My Beautiful Country – ab 12.12. Schwestern – ab 12.12. Blau ist eine warme Farbe – ab 19.12. Genug gesagt – ab 19.12. Das Mädchen und der Künstler – ab 25.12. Der Medicus – ab 25.12. Only Lovers Left Alive – ab 25.12.

S. 15 S. 12 S. 4 S. 8 S. 15 S. 10 S. 12 S. 14 S. 6 S. 13 S. 11 S. 5 S. 16 S. 16 S. 7 S. 7 S. 14 S. 5 S. 8

P reviews OmU-Preview: „Inside Llewyn Davis“ Sneak Preview – Mo. 16.12.

S. 6 S. 24

K i nderfi lme Die Vampierschwestern – So. 01.12. Komm, wir suchen einen Schatz – So. 08.12. Pommes Essen – So. 15.12. Belle & Sebastian – ab 19.12. Das kleine Gespenst – So. 22.12. & Di. 24.12. Ella und das große Rennen – ab 25.12. Pünktchen und Anton – So. 29.12.

S. 25 S. 25 S. 25 S. 13 S. 25 S. 6 S. 25

Dokumetarfilmreihe „Wahre Welten“ Blackfish – 01.12. - 03.12. S. 17 Auf dem Weg zur Schule – 08.12. - 10.12. S. 17 The Act of Killing – 15.12. - 17.12. S. 18 Beware of Mr. Baker – 22.12. - 23.12. S. 18 Vaters Garten – 29.12. - 30.12. S. 19 V eran s talt u ngen u nd Gäs te Britfilms #7 – 05.12. - 11.12. Seniorenkino: „Alexis Sorbas“ – Do. 05.12. TheaterKino: „Brazil“ – Mo. 09.12. Le cinéma en version originale: „Paulette“ „One Zero One“ mit Gästen – Sa. 14.12. Filmklassiker: „El Topo“ – ab 19.12. Der Kurzfilmtag – Sa. 21.12. Filmklassiker: „Montana Sacra“ – ab 26.12. Stummfilm: Buster Keatons „Der Kameramann“ Ciñol: „Tres – 3“ – Mo. 30.12.

S. 23 S. 22 S. 22 S. 24 S. 19 S. 21 S. 22 S. 21 S. 21 S. 24

B ü hne Konzert: Rafael Cortés – Mo. 09.12. Konzert: Spöring Band – Di. 04.02.

S. 20 S. 20

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Liebe Kinofreunde 2013 war für unsere Kinos ein Jahr der Neuerungen. Über den mehrtägigen Einbau einer neuen Leinwand in der Lichtburg im Oktober hatten wir ja schon berichtet. Nun ist ein neuer digitaler Projektor dazugekommen. Mit der Installierung der digitalen Projektion 2007 und dem ersten 3D-Film 2009 („Ice-Age“) gehörte die Lichtburg zu den Pionieren der Digitalisierung. Um auf dem letzten Stand der sich rasant weiterentwickelnden Kinotechnik zu sein, haben wir aktuell einen neuen 4K-Projektor installiert, der es uns ermöglicht, „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ ab 12.12. mit HFR, also 48 Bildern pro Sekunde zu zeigen. Die komplette Digitalisierung unserer Kinos wurde in diesem Jahr abgeschlossen. Selbstverständlich bleiben unsere Kinos auch mit klassischen analogen Projektoren ausgestattet. So stolz wir darauf sind, die Investitionen in der Lichtburg zwar mühsam, aber dennoch allein gestemmt zu haben, so dankbar sind wir für die Zuschüsse durch BKM, FFA, Europa und Land für die Filmkunsttheater. Kaum ein Filmkunstkino in Deutschland hätte ohne Zuschüsse zu den Digitalisierungskosten überlebt. Auch wir hätten die Kosten in Höhe von ca. 250.000 € nicht allein aufbringen können. Diese einmaligen Förderungen stehen für die Erkenntnis, dass mit dem Verschwinden der Kinovielfalt und eines bestimmten Kinotypus die Pflege der Filmkultur und des europäischen Films künftig in den Händen von Konzernen liegen könnte… Ein Kriterium für einen Förderantrag war die wiederholte Auszeichnung des Jahresprogramms durch das Land und den BKM. Wie in jedem Jahr wurden die Essener Filmkunsttheater für ihr „herausragendes Jahresfilmprogramm“ ausgezeichnet. Die damit verbundenen Prämien in Höhe von rund 54.000 € konnten weitere „Digitalisierungslöcher“ schließen. Die Krönung des Jahres war jedoch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Marianne Menze und Hanns-Peter-Hüster. Durch diese hohe Ehrung wurden nicht nur zwei Personen (und ihr Team) ausgezeichnet, sondern gleichzeitig die Bedeutung der Filmkunst und Kinokultur für unser Land. Kurz vor Ende des Jahres folgte noch eine weitere Ehrung, die in der Filmbranche einen hohen Stellenwert hat. Vom Verband der Filmverleiher wurden Marianne Menze und Hanns-Peter Hüster mit zwei weiteren Kinobetreibern zum „Kino-Champion 2013“ gewählt. Die Verleihung fand Ende November in Berlin statt. Viel Lob und Anerkennung haben unsere Kinos und unsere Mitarbeiter auch beim äußerst gelungenen Fest zum 85. Jubiläum der Lichtburg erfahren dürfen. Angeführt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wollte die Zahl der Gratulanten kaum enden. Ohne unsere Mitarbeiter und vor allem ohne Sie, liebe Freunde des Kinofilms, hätten wir das alles nicht berichten können. Wenn Sie uns weiterhin treu bleiben, wird es Essens klassische Filmtheater noch lange geben!

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr! Ihr Team der Essener Filmkunsttheater und der Lichtburg

Wie jedes Jahr bleiben unsere Kinos an Heilig Abend und Silvester geschlossen. Bis auf eine Ausnahme: Das EULENSPIEGEL verkürzt die Wartezeit aufs Christkind mit dem Kinderfilm Das kleine Gespenst (Beginn: 11.00 Uhr).

Unser Programmservice

Öffnungszeiten des EULENSPIEGEL-Café zu Weihnachten und Neujahr: 24.12.: 10.00 – 14.00 Uhr 25.12.: 14.00 – 24.00 Uhr 26.12.: 10.00 – 24.00 Uhr 31.12.: 10.00 – 14.00 Uhr 01.01.: 12.00 – 24.00 Uhr


Aktuelle Filmstarts

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The Counselor

Topbesetzter Thriller nach einem Originaldrehbuch des renommierten Autoren Cormac McCarthy („No Country for Old Men“) Ab 28. November in der Lichtburg USA 2013; 117 Min.; Regie: Ridley Scott; mit Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem, Brad Pitt; ab 16 J.

Weil er frisch verliebt ist und der bildschönen Frau seiner Träume ein gutes Leben bieten will, lässt sich ein Anwalt von seinem ehemaligen Klienten Reiner überreden, bei einem undurchsichtigen Drogendeal einzusteigen. Bei Erfolg soll er 20 Millionen Dollar einbringen. Bei

Misserfolg müssen alle Beteiligten die Rache der mexikanischen Drogenkartelle fürchten. Der Deal geht schief. Fortan heißt es: Jeder kämpft für sich selbst. Gewinnen kann nur, wer ruchloser und abgebrühter ist als die anderen. Der Anwalt ist es nicht... Ridley Scott verfilmt

Cormac McCarthy: Basierend auf dem ersten Originaldrehbuch des PulitzerPreisträgers inszenierte der Regisseur von „Prometheus” einen bitteren, erbarmungslosen Grenzland-Thriller, in dem keine Gefangenen genommen werden und ein Leben nichts wert ist. Die nam-

hafte Starriege um Michael Fassbender, bestehend u. a. aus Brad Pitt, Cameron Diaz, Javier Bardem und Penélope Cruz, stürzt sich mit Begeisterung auf die geschliffenen Dialoge McCarthys während Scott elegante Bilder findet. Blickpunkt Film

Die Tribute von Panem – Catching Fire

Fortsetzung der Bestseller-Verfilmung um die junge Katniss, die langsam zur Heldin des unterdrückten Volkes aufsteigt Weiter im Programm USA 2013; 146 Min.; Regie: Francis Lawrence; mit Jennifer Lawrence, Elizabeth Banks, Liam Hemsworth, Philip Seymour Hoffman, Woody Harrelson, Stanley Tucci

„Ein großes Melodrama mit offensiver Mediensatire.” Der Spiegel Die Hunger-Spiele gehen weiter: In „Catching Fire„ tritt die heranwachsende Überlebenskämpferin Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) erneut zu einem medialen Gladiatorenspiel an, das dem Machterhalt des autoritären Systems von Präsident Snow (Donald Sutherland) dienen soll. Nachdem Katniss im ersten Teil die Regeln des Todesspiels erfolgreich verändert hat, soll sie nun beseitigt werden, da die Machthaber nicht ganz zu Unrecht fürchten, die Jeanne D'Arc von Panem könne eine Revolution anzetteln. Zu diesem Zweck wird eine erweiterte Version der Hungerspiele erfunden, an der ausgeloste Sieger vergangener Wettbewerbe teilnehmen. Allesamt geübte Meister im Handwerk des Tötens. Katniss und Bäckersohn Peeta (Josh Hutcherson) ziehen erneut in die speziell konstruierte Arena, die von Spieleleiter Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) mit allerlei fiesen Überraschungen gespickt wurde. Cinema

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Aktuelle Filmstarts

Der Hobbit: Smaugs Einöde

Der zweite Teil der auf drei Filme angelegten Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Jugendbuch „Der kleine Hobbit” Ab 12. Dezember in 3D und HFR in der Lichtburg USA 2013; 169 Min.; Regie: Peter Jackson; mit Martin Freeman, Luke Evans, Benedict Cumberbatch, Orlando Bloom, Sir Ian McKellen, Cate Blanchett; ab 12 J.

erste Vorstellung in der Nacht von Mittwoch 11.12. auf Donnerstag 12.12. um 00.01 • Lichtburg Nachdem Hobbit Bilbo, Zauberer Gandalf und die 13 Zwerge in letzter Sekunde den Orks entkommen sind, steht ihnen nun auf der Reise Richtung Osten zum vom Drachen Smaug besetzten Einsamen Berg die nächste aufregende Etappe bevor: Sie müssen durch den gefürchteten Düster-

wald. Dabei treffen sie auf Wesen, die halb Mensch halb Bär sind, gefräßige Riesenspinnen und feindselige Elben. Doch die kampferprobte Gemeinschaft lässt sich davon nicht unterkriegen und entkommt immer wieder durch List und Glück den Gefahren. Doch endlich am Ziel angekom-

men, fängt das Abenteuer erst richtig an. Zwar darf auch im zweiten Teil der auf drei Filme angelegten Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Jugendbuch „Der kleine Hobbit” gelacht werden, doch Peter Jackson mildert dieses Mal die Farben und lässt die Bedrohungen von allen Seiten für die

verschlagene Gruppe aus Zwergen, Zauberern und einem Hobbit noch bedrohlicher werden. Währenddessen werden nicht nur die thematischen Weichen für die „Herr der Ringe”-Trilogie gestellt, auch einzelne Figuren aus dem Mittelerde-Epos haben Auftritte. Blickpunkt Film

Der Medicus

Opulentes Historienabenteuer nach dem gleichnamigen Bestseller von Noah Gordon Geplant ab 25. Dezember in der Lichtburg Deutschland 2013; 150 Min.; Regie: Philipp Stölzl; mit Tom Payne, Emma Rigby, Stellan Skarsgård, Sir Ben Kingsley, Olivier Martinez, Michael Marcus, Elyas M'Barek England im elften Jahrhundert: Der junge Rob Cole muss als Kind mitansehen, wie seine Mutter an einer Krankheit stirbt. Er will unbedingt Heiler werden und geht bei einem durchs Land ziehenden Bader in die Lehre. Bald kann der ihm nichts mehr beibringen. Als er von einem hervorragenden Mediziner und Weisen in Ifshahan hört, beschließt Rob ins ferne Persien aufzubrechen - eine lange, entbehrungsreiche und insbesondere für einen Christen lebensgefährliche Reise. Opulentes Historienabenteuer nach dem weltweiten Bestseller von Noah Gordon. Philipp Stölzl („Nordwand”) setzte die aufwändige deutsche Produktion mit attraktiver internationaler Besetzung (u.a. Ben Kingsley und Stellan Skarsgard) um. Sorgfältig realisierte Studiokulissen und beeindruckenden Originallocations ergänzen sich zu einer gelungenen Hintergrund für das Abenteuer nach klassischer Machart, in dem Spannung, Romantik und Culture-Clash zwischen Orient und Okzident Hand in Hand gehen. Blickpunkt Film

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Aktuelle Filmstarts

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Inside Llewyn Davis

Der neue Film von Joel und Ethan Coen ist das absurd komische Porträt eines jungen Folk-Musikers in den sechziger Jahren Ab 5. Dezember USA 2013; 105 Min.; Regie: Ethan & Joel Coen; Darsteller: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, F.Murray Abraham; ab 6 J.

„Melancholisch und unendlich lässig ... Ein Meisterwerk“ Die Zeit „Amüsant, unterhaltsam und großartig besetzt.“ ARD Titel Thesen Temperamente „Die Coen-Brüder in Bestform!“ 3Sat Kulturzeit „Mal traurig, mal grotesk, mal irre komisch, mal zum Heulen“ Der Tagesspiegel Der junge Llewyn Davis (Oscar Isaac) ist ein ebenso ambitionierter wie erfolgloser Musiker, der anno 1961 in der aufkeimenden Folkszene von Greenwich Village sein Glück versucht. Wie üblich hat sich der notorisch finanzklamme Künstler wieder ein Bett für eine Nacht erbettelt, aber das Obdach bei einem hilfsbereiten, reichen Ehepaar endet mit einem kleinen Fiasko. Beim Verlassen der Wohnung entwischt auch die geliebte Katze der abwesenden Besitzer – fortan wird der Stubentiger dem Pechvogel einige Herausforderungen bescheren. Dass der freche Kater auf den Namen „Uylsses” hört ist Programm. Wie beim großen Vorbild James Joyce stolpert der hoffnungsvolle Protagonist auch hier durch die Fallstricke des Lebens. Beim befreundeten Musikerpaar Jim (Justin Timberlake) und Jane (Ca-

Preview • Montag 02.12. • 20.15 h • Eulenspiegel • Englische OmU rey Mulligan) darf der mittellose Künstler die nächste Nacht auf der Couch verbringen. Dass Jane möglicherweise von ihm schwanger ist, sorgt für leicht gereizte Stimmung, „Du bist König Midas' idiotischer Bruder” muss Llewyn sich sagen lassen. Dass sein verschlafener Manager wieder einmal nichts für ihn tut, lässt den Musiker verzweifeln. Und dann entkommt auch diese Katze schon wieder. Hoffnung gibt es mit einem möglichen Auftritt in Chi-

cago. Die Geschichte vom liebenswerten Unglücksraben Llewyn ist ein nachhaltiges Drama über einen Kreativen, der seine Seele nicht zu Markte tragen will. Das sichtlich spürbare Vergnügen der Coens an ihren Figuren überträgt sich mit gewohnter Leichtigkeit auf die Zuschauer. Auf die üblichen dramaturgischen Bögen können diese beiden getrost verzichten. Das Kunststück gelingt, weil die Inszenierung atmosphärisch dicht daherkommt und

die lakonische Situationskomik mit lässigen Dialogen präsentiert wird, auf die ein Woody Allen neidisch sein könnte. Oscar Isaac erweist sich als famos charismatischer Hauptdarsteller, Kater „Uylsses”hat allemal Kultpotenzial. Als Sahnehäubchen sorgt der perfekte Soundtrack von Urgestein T-Bone Burnett für beste Stimmung – der komponierte schon früher für die Coens und für Wenders und ging einst mit Bob Dylan auf Tour. Programmkino.de

Ella und das große Rennen

Kinderfilm um die kleine Ella, die gemeinsam mit ihren Freunden gegen die Schließung ihrer Schule kämpft Ab 25. Dezember in der Lichtburg FIN 2012; 81 Min.; Regie: Taneli Mustonen; mit Freja Teijonsalo, Aura Mikkonen, Emilia Paasonen, Eero Milonoff, Oliver Kivi; ab 0 J.

„Witzig und actionreich. Ein rasantes Abenteuer.“ Die Zeit „Ella und ihre Klasse sind gewissermaßen die nordische Verwandtschaft vom kleinen Nick und seinen Freunden, deren großer Charme ebenfalls in ihrer unfreiwilligen Komik liegt.“ FAZ Zweitklässlerin Ella liebt ihre kleine gemütliche Schule samt ihrem liebenswerten, wenn auch etwas chaotischen Klassenlehrers über alles. Doch dann heißt es plötzlich, dass das Gebäude abgerissen werden und einer Formel-Eins-Rennstrecke weichen soll. Wenig später werden Ella und ihre Klasse tatsächlich in eine hässlich-graue Riesenschule verlegt. Aber noch geben sich die Kinder nicht geschlagen. In einem ungleichen Wettrennen gegen den zukünftigen Formel-EinsWeltmeister will Ella um den Fortbestand ihrer Schule kämpfen. Sympathische

Kinderkomödie nach den Romanen des finnischen Erfolgsautoren Timo Parvela. Seinen Witz bezieht der Film aus der extremen Überzeichnung seiner Figuren.

Die erfrischend unverbraucht agierenden Kinderdarsteller könnten auch einer Geschichte Astrid Lindgrens entsprungen sein. Dank seines Plädoyers für Freund-

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schaft, Zusammenhalt und Ehrlichkeit ist Taneli Mustonens leicht bizarres Schulabenteuer auch von pädagogisch wertvoller Relevanz. Blickpunkt Film


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Blau ist eine warme Farbe

Gewinner der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes 2013 Ab 19. Dezember F 2013; 179 Min.; Regie: Abdellatif Kechiche; mit Adèle Exarchopoulos, Léa Seydoux, Salim Kechiouche, Mona Walravens, Jérémie Laheurte; ab 16 J.

„Kechiche erzählt schlicht, aber mit maximaler Intensität und Einfühlsamkeit die größte Geschichte der Welt, die der Liebe.“ Spiegel Online „Einer jener ganz seltenen Glücksfälle des Kinos, ein echtes Kinowunder voller Zärtlichkeit und Lebensklugheit, voller Schwärmerei, Ekstase und Ernüchterung, voller Süße und Bitterkeit.“ kino-zeit.de „Adèle ist unvergesslich.“ Der Tagespiegel „Jede Minute faszinierend.“ Die Welt „Dieser Film ist von großer Zärtlichkeit und Intensität“ The Guardian Die Goldene Palme wurde zwar explizit auch den beiden Darstellerinnen verliehen, doch „Blau ist eine warme Farbe“ ist keineswegs das Porträt von zwei Frauen: Wie der Originaltitel „La vie d’Adèle“ andeutet, geht es in aller erster Linie um Adèle, die nicht umsonst so heißt wie ihre Darstellerin Adèle Exarchopoulos. In praktisch jedem Moment der fast drei Stunden ist Exarchopoulos zu sehen, folgt ihr die Kamera auf ihren Wegen, kommt ihr nah, ohne sie zu bedrängen, zeigt ihr Le-

ben, das anfangs einen ganz gewöhnlichen Weg nimmt. Adèle geht in die Schule, albert mit ihren Freundinnen herum und hat Sex mit einem Jungen. Doch so recht gefällt ihr das Zusammensein mit einem Mann nicht, und da kommt Emma (Léa Seydoux) ins Spiel. Ein paar Jahre älter als Adèle und nicht nur dank ihrer blauen Haare unübersehbar. Die angehende Künstlerin führt Adèle in eine andere Welt ein, voller neuer Möglichkeiten

und Ideen. Schnell wird aus den Frauen ein Paar, doch die Gegensätze sind überdeutlich. Während Emma als Künstlerin arbeitet, beginnt Adèle eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Während Emmas Eltern gebildete Großstadtbürger sind und guten Rotwein trinken, leben Adèles in der Banlieue und essen Spaghetti. Abdellatif Kechiche gelingt es wie schon in seinem meisterhaften „Couscous mit Fisch“, seinen Figuren auf subtile, naturalistische

Weise nahe zu kommen. Eine Handlung entfaltet sich nur lose, Szenen, gerade solche, in denen gegessen wird, entfalten sich oft über Minuten und entwickeln gerade durch ihre Länge besondere Kraft. Und stets ist Adèle Exarchopoulos im Mittelpunkt, die sich im Lauf der drei Stunden von einem jungen Mädchen zur selbstbewussten Frau entwickelt, nicht zuletzt durch Glück und Schmerz der ersten großen Liebe. Programmkino.de

Genug gesagt

Wunderbare, ebenso leichtfüßige wie ehrliche Independentkomödie um die Beziehungsnöte Geschiedener Ab 19. Dezember USA 2013; 94 Min.; Regie: Nicole Holofcener; mit Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini, Catherine Keener, Toni Collette, Tavi Gevinson, Ben Falcone; ab 6 J.

„Eine herrlich amüsante, auch melancholische, erwachsene Beziehungsgeschichte“ Blickpunkt Flim Eva ist geschieden, hat eine Tochter, die bald ins College geht und hat als Masseurin ihren festen und treuen Kundenkreis. Doch irgendwie fehlt Eva doch ein Mann in ihrem Leben. Das ändert sich, als sie auf einer Party Albert kennenlernt. Albert ist freundlich, witzig und ebenfalls geschieden. Und obwohl er gar nicht Evas Typ ist, verliebt sie sich Stück für Stück in ihn. Alles könnte so schön sein. Doch dann macht Eva eine Entdeckung, die sie ganz schnell die rosarote Brille abnehmen lässt. In Nicole Holofceners romantischer Komödie stimmt einfach alles. Das Timing der spritzigen Dialoge, die Figuren, die so herrlich unperfekt daherkommen und ihre großen und kleinen Probleme mit sich tragen und natürlich die rührend-komische Geschichte rund um eine zweite Chance auf die große Liebe. Julia Louis-Dreyfus ist bezau-

bernd entwaffnend als Eva, ihr zur Seite steht der großartige James Gandolfini in einer seiner letzten Rollen. Regisseurin Nicole Holofcener erzählt wunderbar unauf-

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geregt von diesen beiden Menschen und ihrem emotionalen Gepäck. Die großen Gefühle sind da, doch sie vermitteln sich ganz subtil, wie nebenbei und berühren

doch tief. Ganz nah dran am wirklichen Leben, leicht erzählt und doch mit Tiefgang – besser kann ein Film nicht unterhalten. Deutsche Film- und Medienbewertung


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Only Lovers Left Alive

Jim Jarmuschs atmosphärisches Porträt zweier Liebenden, die als Vampire Jahrhunderte überlebten Ab 25. Dezember USA 2013; 122 Min.; Regie: Jim Jarmusch; mit Tom Hiddleston, Tilda Swinton, Mia Wasikowska, John Hurt, Anton Yelchin, Jeffrey Wright, Slimane Dazi; ab 12 J.

„In der Verbindung von Klang, Rhythmus und Bild, gelingen Jarmusch in seiner atmosphärischen Liebeserklärung an die Nacht hypnotische Sequenzen.” Blickpunkt Film Cheflakoniker Jim Jarmusch wendet sich mit „Only Lovers Left Alive” dem Vampirfilm zu, allerdings auf seine ureigene Art. Adam und Eve, grandios verkörpert von Tom "Loki" Hiddleston und Tilda Swinton, sind jahrhundertealte Blutsauger und seit über hundert Jahren verheiratet. Sie lebt allerdings im schwül-orientalischen Tanger, er haust in einer verfallenden Villa am Rand der ruinierten Industriestadt Detroit und sammelt Gitarren. Lässigere Vampire hat dieses in jüngster Zeit überstrapazierte Genre noch nicht gesehen, Adam ist die Inkarnation des SlackerRock'n'Rollers, der einst schon mit Byron herumhing, Swinton gibt die belesene Muse mit strähnig-struppiger Blondmähne, die sich auf Flugreisen gerne mal den Tarnnamen Daisy Buchanan gibt. Kultund Kulturfiguren aller Epochen werden in den beiden ewig jungen, aber allmählich lebensmüden Vampiren subsumiert. John Hurt hat einen witzigen Gastauftritt als - immer noch lebendiger - Christo-

pher Marlowe, der auf den Nichtskönner Shakespeare schimpft, dessen Stücke natürlich sämtlich er selbst geschrieben habe. Das Blut wird aus Angst vor Infektion ausschließlich im Krankenhaus besorgt, Bisse auf offener Straße gelten als verpönt („Wir sind doch nicht mehr im 17. Jahrhundert!”). Und in Adams eigenhändig aufgemotzten Jaguar XJS cruisen die

beiden Untoten aristokratisch, aber einsam durch verlassene, heruntergekommene Straßen und Fabrikgelände, Zeugnisse des Niedergangs der Menschen, die Adam verächtlich als „Zombies” bezeichnet. Jarmusch („Mystery Train”, „Dead Man”) lebt erneut hemmungslos seine musikalischen Obsessionen aus: Sixties-Soul und Garagenpunk für Con-

naisseure wird von raren Vinylsingles abgespielt, Adam fachsimpelt über seltene Gitarren aus den Sechzigern, und es wird sogar recht schamlos Werbung für zwei Acts gemacht, die der Regisseur gerade favorisiert: die libanesische Sängerin Yasmine Hamdan und die Psychedelic-Rockband White Hills aus Brooklyn. Spiegel Online

Tage am Strand

Nach einer Novelle von Doris Lessing erzählt Anne Fontaine feinfühlig und verführerisch eine komplexe Liebesgeschichte Ab 28. November Frankreich/Australien 2012; 112 Min.; Regie: Anne Fontaine; mit Robin Wright, Naomi Watts, Ben Mendelsohn, Xavier Samuel, James Frecheville, Sophie Lowe; ab 12 J. Seit ihrer Kindheit sind Lil (Naomi Watts) und Roz (Robin Wright) beste Freundinnen. Sie sind zusammen aufgewachsen, haben im gleichen Alter geheiratet und Söhne bekommen und wohnen immer noch nebeneinander in der kleinen australischen Hafenstadt. Eines Tages liegen die beiden Frauen am Strand und sehen ihren mittlerweile erwachsenen Söhnen Tom (Ben Mendelsohn) und Ian (Xavier Samuel) beim Surfen in den türkisgrünen Wellen zu. „Sieh dir das an, sie sehen aus wie junge Götter“, sagt Roz zu Lil „Ja, das haben wir gut gemacht.“ antwortet Lil und blickt aufs Meer. Vielleicht ist das der Moment, in dem der Blick sich wandelt und aus den Kindern auf einmal begehrenswerte junge Männer werden, der Moment, in dem die ungewöhnliche Vierecksgeschichte zwischen zwei Müttern und zwei Söhnen ihren Anfang nimmt. Ohne Umschweife inszeniert Anne Fontaine, wie die Blicke ihre Unschuld verlieren, wie aus freundschaftlicher Nähe auf einmal Erotik wird. Mit langen Versteckspielen und Kennenlerngeplänkel hält sie sich nicht

auf. Noch am Abend als Ian und Roz zum ersten Mal Sex haben, werden die beiden von Tom entdeckt und auch Lil und Tom ein Paar. Nach der ersten Abwehr beschließen die Frauen, das körperliche Glück zu genießen, so lange es dauert. Doch die Gefühle sind dau-

erhafter als alle Beteiligten ahnen können. Auch als Ian und Tom längst gleichaltrige Frauen geheiratet haben, hat das Begehren seine Sprengkraft noch nicht verloren. „Tage am Strand“ erzählt nach einer Novelle von Doris Lessing mit großer Klarheit und Souveränität von au-

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ßerordentlich komplexen Gefühlen. Gefühle von denen keiner der Beteiligten weiß, wo sie hinführen und die nicht ins alltägliche Schema gesellschaftlich sanktionierter Empfindungen passen, aber denen sie dennoch nachgehen. Programmkino.de


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Blue Jasmine

Vom Studio von LITTLE MISS SUNSHINE und JUNO

Cate Blanchett brilliert in einem Film von Woody Allen Weiter im Programm – USA 2013; 98 Min.; Regie: Woody Allen; mit Cate Blanchett, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Peter Sarsgaard; ab 6 J.

„Bitter-amüsantes Porträt einer Frau, der das Leben entgleitet. Pointiert und exzellent gespielt, für Woody Allen-Verhältnisse außergewöhnlich einfühlsam.” KulturSpiegel „Woody Allen gelingt eine scharfsinnige Tragödie über Anmaßung - und Hauptdarstellerin Cate Blanchett eine wahre Meisterleistung.” Spiegel Online Nach der Verhaftung ihres Gatten wegen Investmentbetrugs fliegt Society-Lady Jasmine aus ihrem sündteuren Manhattan-Luxus-Appartement und findet Unterschlupf in der kleinen Mietwohnung bei ihrer Adoptivschwester in San Francisco. Mangels Ausbildung und Computerkenntnissen findet sie keinen ihr genehmen Job. Als sie einen reichen und von ihr faszinierten Diplomaten kennen lernt, hofft das Nervenbündel auf einen Neuanfang. Nach den leichten und beschwingten Touren durch europäische Metropolen überrascht Woody Allen mit einer neuen Ernsthaftigkeit, die „Blue Jasmine“ zu einem Höhepunkt des Spätwerkes macht. Cate Blanchetts eindrucksvolle Verkörperung einer aus ihren Illusionen nicht erwa-

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ER NUR IM KIN

AB 5. DEZEMB chen wollenden Frau überzeugt und berührt tief, obgleich sie als Figur durchaus keine unbedingte Sympathieträgerin ist. Mit treffender Ironie gelingt es Allen, die abhängigen Dynamiken, in die sich Frauen leider allzu oft verstricken lassen, aufzuzeigen und situiert die Geschichte passenderweise in der zerplatzenden Blase der Finanzkrise. Programmkino.de

Da mussten wir alle durch.

Venus im Pelz

Roman Polanskis Adaption des gleichnamigen Bühnenstücks Weiter im Programm – F 2013; 96 Min.; Buch und Regie: Roman Polanski; nach dem Bühnenstück von David Ives; mit Emmanuelle Seigner, Mathieu Amalric; ab 16 J.

OFFIZIELLER TEILNEHMER

OFFIZIELLE R T E I L N E H M E R

HAMBURG

„Unterhaltsam, klug und gut gespielt.“ Spiegel Online „Ein wunderbar sarkastischer Film“ Süddeutsche Zeitung „Ein Film, bei dem alles stimmt." SWR.DE „Reizvolles Vexierspiel. Selten so gelacht!“ EPD Film „Eine humorvolle, spöttische Geschichte über Dominanz und Unterwerfung.“ Time Out London „Überraschend, explosiv und betörend schön.“ Paris Match Spezialisiert sich Roman Polanski jetzt auf die Verfilmung von Bühnenstücken? Die Parallelen seinen neues Films zum Vorgänger „Der Gott des Gemezels“ sind jedenfalls nicht zu übersehen. Allerdings ist das Figurenpersonal jetzt noch reduzierter: Statt vier gehen sich diesmal nur zwei Charaktere an die Kehle. Polanskis Ehe-

frau Emmanuelle Seigner trifft bei den Proben zu einem Stück auf den Theaterregisseur Mathieu Amalric. Es entspinnt sich ein hochkomischer Geschlechtertanz zwischen Bösartigkeit, Unterdrückung und Verführung, ungemein witzig, turbulent und intelligent. Programmkino.de

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/Foxkino

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45 Minuten bis Ramallah

Schwarze Komödie um zwei palästinensische Brüder, die heimlich die Leiche ihres Vaters von Jerusalem nach Ramallah bringen wollen Ab 5. Dezember D/Jordanien/Israel 2013; 87 Min.; Regie: Ali Samadi Ahadi; mit Navid Akhavan, Julie Engelbrecht, Karim Saleh, Jackie Sawiris, Eyas Younis, Ed Ward; ab 12 J.

"Ali Samadi Ahadi inszeniert den Nahost-Konflikt als Mix aus Klamotte und Komödie, zieht die verfeindeten Gruppen lustvoll durch den Kakao und trifft voll ins Schwarze." Blickpunkt Film Für den Palästinenser Rafik (Karim Saleh) entwickelt sich die Hochzeit seines angepassten Bruders Jamal (Navid Akhavan) zum Alptraum. Nicht umsonst fuhr er von Hamburg bereits mit gemischten Gefühlen nach Ost-Jerusalem. Schließlich liegt der Abtrünnige mit seinem starrköpfigen Vater seit langem im Clinch. Während der Feier brechen alte Konflikte wieder auf. Sein Vater will ihn unbedingt zu einer arrangierten Ehe überreden. Der hitzige Streit endet tragisch. Inmitten der Gäste stirbt das erzürnte Familienoberhaupt an einem Herzinfarkt. Doch damit nicht genug, sein letzter Wunsch, in seiner Heimatstadt Ramallah im Westjordanland beerdigt zu werden, bringt die beiden ungleichen Brüder erst recht in arge Bedrängnis. Denn die Grenzkontrollen in den Palästinensischen Autonomiegebieten sind hart. In Jamals Transporter versuchen die beiden im Kofferraum die

Leiche einzuschmuggeln. Doch der vermeintliche Kurztrip entwickelt sich zu einer waghalsigen Mission. Die temporeiche, wilde Tragikomödie ist beißend ironische Polit-Satire, makabres Road Movie und Love Story zugleich. Mit sicherem Gespür bietet Regisseur Ali Samadi Ahadi eine Fülle an absurden Ein-

fällen. Bereits in seinem preisgekröntem Spielfilmdebüt, der skurrilen Culture Clash Komödie „Salami Aleikum“, transportierte er Ernsthaftes auf absurde Weise. Seine Figuren wirken erneut auf kluge Art bizarr überzeichnet. Fantasievoll spielt der 41-jährige auch dieses Mal mit verschiedenen Stilelementen. Animierte

Sequenzen unterbrechen den Lauf der turbulenten Geschichte. Und auch das Timing stimmt, um die Spannung zu halten. Das verdankt er nicht zuletzt seinem spielfreudigen Hauptdarsteller Navid Akhavan, der bereits in „Salami Aleikum“ als strickender Metzgerssohn glänzte. Programmkino.de

Lunchbox

Eine märchenhaft bewegende Liebesgeschichte und kulinarische Komödie Weiter im Programm Deutschland/Indien/Frankreich 2013; 105 Min.; Regie: Ritesh Batra; mit Irrfan Khan, Nimrat Kaur, Nawazuddin Siddiqui, Denzil Smith, Bharati Achrekar, Nakul Vaid

„Ein Feel-Good-Movie, das zu Herzen geht“ Variety „Ein aromatischer, charmanter Film mit einer Prise zauberhafter Wirklichkeit“ Screen Daily Gute Filmideen liegen bisweilen auf der Straße. Zum Beispiel in Mumbai. Dort sind täglich Tausende „Dabbawallas“ im Einsatz, Kuriere, die nach einem verblüffend ausgeklügelten Prinzip die hungrige Kundschaft mit Lunchpakten versorgen. Dieses weltweit einmalige low-tech-Logistiksystem, das bereits über 100 Jahre auf dem Buckel hat, dient als Basis für eine bittersüße Liebes-Komödie der ganz besonderen Art. Der mürrische Witwer Saajan Fernandes steht nach 35 Jahren Bürotätigkeit kurz vor dem Ruhestand. Wie in Indien üblich, lässt er sich sein Mittagsessen täglich an den Arbeitsplatz liefern. Eines Tages überrascht ihn das sonst ziemlich fade Menu aus dem Blechnapf mit kulinarischen Köstlichkeiten. Der Grund liegt in einer Verwechslung bei der Lunchbox-Zustellung, die üblicherweise so gut wie ausgeschlossen ist. Der eigentliche Empfänger wäre der Ehemann der leidenschaftli-

chen Köchin Ila gewesen, die mit dem raffinierten Lunch etwas mehr Würze in ihr fades Liebesleben bringen möchte. Doch der Gatte zeigt sich nach Feierabend so gelangweilt wie üblich. Umso begeisterter reagiert der neue Mitesser auf die uner-

warteten Gaumenfreuden. Am nächsten Tag bereitet Ila abermals ein Traumgericht zu, diesmal allerdings versehen mit einer kleiner Nachricht. Aus dem Zettel-Verkehr der einsamen Herzen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Die Lunchbox-

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Botschaften, die die beiden austauschen, entpuppen sich als bemerkenswerte Betrachtungen über die fehlende Leichtigkeit des Seins. Gleichwohl bleibt in dieser bittersüßen Komödie genügend Raum für Humor. Programmkino.de


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Die Frau die sich traut

Herzerwärmende Geschichte über eine Frau, die sich mit 50 entschließt den Ärmelkanal zu durchschwimmen Ab 12. Dezember D 2012; 98 Min.; Regie: Marc Rensing; mit Steffi Kühnert, Jenny Schily, Christina Hecke, Steve Windolf, Lene Oderich, Anna Blomeier, Christina Große; ab 6 J. Beate ist 50 und hat noch Träume. Leider kommt sie nicht dazu, sie auszuleben, denn die Familie beansprucht ihre gesamte Energie. Vielleicht ist Beate auch selbst ein bisschen daran schuld, dass sie ihre eigenen Interessen immer zurückgestellt hat. Wenn sie wenigstens ein bisschen Anerkennung dafür erfahren könnte! Denn inzwischen begluckt Beate, die in einer Großwäscherei arbeitet, schon ihre Enkeltochter, damit Tochter Rike in Ruhe für ihre Prüfungen lernen kann, und Sohn Alex, der mit seiner schwangeren Freundin zu Hause wohnt, lässt sich ganz selbstverständlich von Muttern die Wäsche waschen und den Kühlschrank füllen. Eine Krebsdiagnose macht aus der schafsgeduldigen Familienmutti Beate, die sich ihr Leben von den zunehmend undankbaren Kindern diktieren lässt, von einem Tag zum anderen eine Kämpferin: Sie will nur noch eins, und zwar durch den Ärmelkanal schwimmen. Jetzt oder nie, heißt die Devise. Dafür ist sie bereit, alles andere zu opfern: ihren Job, den Rest ihrer Gesundheit, ihre Ersparnisse und alle Beziehungen zu Menschen, die sie liebt. Nur Henny, ihre beste Freundin, hält zu ihr. Niemandem, nicht einmal Henny, ver-

rät Beate, dass sie krank ist. Sie stößt alle vor den Kopf, weil sie mit vollkommen unerwarteter Verbissenheit und norddeutscher Sturköpfigkeit auf ihr Ziel hinarbeitet. Als ehemalige DDR-Meisterin mit Aussichten auf olympische Ehren hat Beate immerhin eine gewisse Grundlage. Damals musste sie kurz vor den olympi-

schen Spielen wegen ihrer Schwangerschaft absagen – heute ist sie umso entschlossener. Sie schwimmt stundenlang durch die Ostsee, läuft, rudert, radelt und härtet sich durch Eiswürfelbäder ab. Dies alles zeigt, macht und schafft die unglaubliche Steffi Kühnert in ihrer ersten echten Hauptrolle und sie trifft ihr Publikum ins

Herz, mit entwaffnender Natürlichkeit, mit einem unübertroffen lakonischen Tonfall und einem Charme, der so spröde wie unwiderstehlich ist. Voller Energie treibt sie diesen, ihren Film voran, der davon handelt, dass es niemals zu spät ist, ein neues Leben zu beginnen, und dass der Weg das Ziel ist. Programmkino.de

ZOLLVEREIN Konzerte / Klassik ®

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Ganz weit hinten

Eine leichtfüßig erzählte Geschichte rund um das Erwachsenwerden und das Erwachsensein Ab 5. Dezember USA 2013; 104 Min.; Regie: Nat Faxon und Jim Rash; mit Liam James, Steve Carell, Toni Collette, Allison Janney, Sam Rockwell, Maya Rudolph, Amanda Peet; ab 0 J.

„Eine überzeugende Melanche aus lustigen und ernsten Momenten, die die Sorgen und Nöte eines Teenagers, verloren in einer Patchwork-Familie, überzeugend rüberbringt.” Programmkino.de „In den bitter-süßen Beobachtungen über eine Zeit der Verunsicherungen, Demütigungen, aber auch Entdeckungen wirkt 'The Way Way Back' absolut realistisch und präzise.” Blickpunkt Film Man kann sich seine (Patchwork-)Familie nun mal nicht aussuchen. Das weiß auch der 14-jährige Duncan, der mehr gezwungen als freiwillig mit seiner Mutter, deren neuem Freund Trent und dessen Tochter in die Sommerferien reist. Dort angekommen, weiß Duncan so recht nichts mit sich anzufangen. Seine Mutter interessiert sich nur noch für Trent, die anderen Jugendlichen machen sich über ihn lustig und die Erwachsenen sind nur auf Partys aus. Erst als Duncan im Wasserpark auf den relaxten und coolen Bademeister Owen trifft, scheint sich das Blatt zu wenden. Eine liebenswerte Coming-of-Age-Geschichte ohne Kitsch und Pathos, Figuren mit

Ecken und Kanten und Dialoge voller Witz und Herz – aus diesen Zutaten haben Nat Faxon und Jim Rash einen Film gezaubert, der den Zuschauer mit einem großen Lächeln aus dem Kino entlässt. Wie in ihrem oscarprämierten Drehbuch zu „The Decendents” beweisen die beiden auch in ihrem Regiedebüt, wie sehr Kino be-

rühren kann, ohne schmalzig zu sein. Alle Figuren wirken trotz ihrer skurrilen Zeichnung authentisch, unprätentiös und echt, dazu kommen Probleme, wie sie nicht nur jeder Teenager, sondern auch jeder Erwachsene kennt. Die hochkarätige Besetzung mit Sam Rockwell, Steve Carrell und Toni Collette bildet das perfekte En-

semble rund um den wunderbaren jungen Hauptdarsteller Liam James. Sein Duncan ist ein Junge, der seinen Weg noch finden muss. Und am Ende hat er die Stärke und Zuversicht gewonnen, dafür auch bereit zu sein. Erzählt wird das as alles charmant, herrlich komisch und ergreifend. Deutsche Film- und Medienbewertung

Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß Ein Stummfilmmärchen, das „Schneewittchen“ nach Spanien in die Welt der Toreros verlegt

Ab 28. November Spanien/Frankreich 2012; 104 Min.; Regie: Pablo Berger; mit Marcarena García, Maribel Verdú, Ángela Molina, Sofia Oria, Daniel Giménez Cacho, Imma Cuesta; ab 12 J.

„Der brillant fotografierte Film erweist dem Kino der Frühzeit seine Referenz und fesselt durch überbordenden Einfallsreichtum.” film-dienst „Blancanieves“ entführt den Zuschauer in das Spanien der 1920er Jahre. Die kleine Carmen wird liebevoll von ihrer Großmutter aufgezogen. Denn ihr Vater, ein berühmter Torero, ist nach einem Unfall in der Arena gelähmt und kann nicht mehr sprechen, und ihre Mutter starb bei ihrer Geburt. Als auch die Oma stirbt, wird sie von ihrer Stiefmutter als Dienstmädchen missbraucht. Ein paar Jahre später will sie sogar töten lassen. Doch Carmen findet bei einem fahrenden Zirkus Unterschlupf. Die sieben zwergenwüchsigen Stierkämpfer und Clowns bauen sie in ihrer Show ein. Bald ist das Naturtalent die Hauptattraktion. Das Märchen vom schönen Schneewittchen und der bösen Stiefmutter kennt nicht nur hierzulande jedes Kind. Zehn Jahre arbeitete der spanische Regisseur Pablo Berger an seiner Version des Schneewittchen-Märchens. Dabei war am Beginn dieses mitunter mühsamen Weges noch über-

haupt nicht absehbar, dass der von ihm favorisierte Stummfilm dank eines gewissen „The Artist“ ein künstlerisches wie kommerzielles Comeback feiern durfte. Das unter anderem beim diesjährigen „Fantasy

Filmfest“ mit dem Publikumspreis bedachte Werk ist schon aufgrund seiner perfekten Stummfilm-Mimikry ein echtes Kinojuwel, das nur auf der großen Leinwand zur vollen Entfaltung kommen kann. Mit Dar-

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stellern wie Daniel Giménez Cacho, Neuentdeckung Marcarena García als Schneewittchen und Maribel Verdú gelingt „Blancanieves“ schließlich auch ein schauspielerischer Durchmarsch. Programmkino.de


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Venezianische Freundschaft

Subtiler, von Poesie bewegter Film über das kurze Glück zweier Immigranten an Venedigs Küste Ab 5. Dezember Italien/Frankreich 2011; 98 Min.; Regie: Andrea Segre; mit Tao Zhao, Rade Serbedzija, Roberto Citran, Giuseppe Battiston

„Ein wunderbarer Film über Freundschaft und Familie sowie über das Fremdsein, das Entdecken fremder Orte, Menschen und Gewohnheiten. Mehr aber noch ist es ein großartiger Film über die Lagune, das Meer und das Leben dort.” kino-zeit.de

A n to n , dA s M äu s eM u sic A l von Gertrud PiGor, thoMAs PiGor und JAn-WilleM Fritsch Vorstellungen 1., 2., 3., 4., 5., 7., 8., 22., 23., 26. Dezember 2013, 22., 23., 25., 26. Januar 2014, Grillo-Theater

„Eine melancholisch-romantische Geschichte fernab gängiger Postkartenansichten.” Blickpunkt Film Akkordarbeiterin Shun Li muss für die chinesische Mafia ihre Schulden abstottern, sonst darf ihr 8-jähriger Sohn nicht nach Italien nachkommen. Als sie in ein Café in der Lagune von Venedig versetzt wird, bedient die zarte Frau, die nur wenig italienisch versteht, die einheimischen Fischer. Darunter ist auch der vor 30 Jahren aus Jugoslawien eingewanderte Bepi. Der hat nicht nur Verständnis für Lis Sorgen und Sehnsüchte, sondern teilt mit ihr auch eine Vorliebe für Poesie. Beide freunden sich an - sehr zum Missfallen der reservierten Einwohner und Lis mafiöser Arbeitgeber. „Io sono Li“, so der italienische Titel, dieses sensiblen Melodram, ist im Italienischen ein Wortspiel. Es bedeutet zum einen „Ich bin Li“, aber

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auch „Ich bin hier“. Dieses Hier fängt der norditalienische Regisseur Andrea Segre, der bisher hauptsächlich Dokumentarfilme drehte, gekonnt in der Tradition des großen italienischen Kinos der Neorealisten ein. Seine suggestiv poetischen Bilder verleihen dieser bittersüß-melancholischen Geschichte eine einzigartige Kraft. Ein Ka-

merablick, der sucht, als wollte er nur konstatieren, aber nicht behaupten. Dabei verrät er jedoch durchaus akribische Inszenierung. Vor allem die Präsenz der beiden versierten Hauptdarsteller Rade Serbedzija („Vor dem Regen”) und Zhao Tao („Still Life”) prägt diesen Gefühlskosmos. Ein leises Kinojuwel. Programmkino.de

Belle & Sebastian

Unterhaltsamer Familienfilm nach dem berühmten Kinderbuch von Cécile Aubrys Ab 19. Dezember F 2013; 94 Min.; Regie: Nicolas Vanier; mit Félix Bossuet, Tchéky Karyo, Margaux Chatelier, Dimitri Storoge; ab 0 J. Sebastian wächst in den 1940er Jahren bei dem eigenbrötlerischen und doch liebenswerten Jäger César in den französischen Bergen auf. Fürsorglich kümmern sich César und seine Nichte um den kleinen Jungen, dessen Eltern nicht mehr da sind. Eines Tages trifft Sebastian bei einem Spaziergang auf einen großen Hund. Alle anderen im Dorf halten ihn für eine Bestie, die Tiere tötet und Menschen angreift. Doch Sebastian freundet sich mit ihm an und nennt ihn „Belle“. Von nun an sind die beiden unzertrennlich. Doch ihre Freundschaft ist in Gefahr. Ende der 1960er Jahren begeisterte die gleichnamige Fernsehserie die Zuschauer in ganz Europa. Nun kann eine neue Generation die beiden ungleichen Freunde kennenlernen. Nicolas Vanier und sein Kameramann Eric Guichard finden dabei außerordentliche Bilder der französischen Alpenregion voller majestätischer Schönheit und auch Einsamkeit. Der kleine Félix Bossuet ist entzückend als Sebastian und ihm zur Seite steht Belle, der Hirtenhund, dessen „ausdrucksstarke“ Mimik Zuschauer jeden Alters anrühren wird. Neben den schönen Bildern und der Freundschaft

zwischen Tier und Mensch geht es aber auch um wahre historische Hintergründe. Doch Belle und Sebastian sind zweifelsfrei die Helden der Geschichte – zwei Außenseiter, die sich gefunden haben und

die niemand trennen kann. Aufwändig produziertes Familienfilmkino, wie man es sich besser nicht wünschen kann – gefühlvoll, unterhaltsam und lehrreich. Deutsche Film- und Medienbewertung

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Das Mädchen und der Künstler

Ausgezeichnet mit dem Preis für die beste Regie auf dem 60. Festival San Sebastian Ab 25. Dezember Spanien 2012; 104 Min.; Regie: Fernando Trueba; mit Jean Rochefort, Aida Folch, Claudia Cardinale, Götz Otto; ab 0 J.

Im Süden Frankreichs, nahe der spanischen Grenze, lebt der alte Bildhauer Marc gemeinsam mit Lea, die sein Modell war und nun schon viele Jahre seine Frau ist. Obwohl der wortkarge Marc kaum noch arbeitet, ist er ständig auf der Suche nach Schönheit und Perfektion, er beobachtet mit den wachen Augen eines Künstlers die Menschen in seiner Umgebung ebenso wie die Harmonie der Natur. Sein Leben ist ruhig, aber auch Marc kann sich der Wirklichkeit nicht entziehen: Im Sommer 1943 ist Frankreich von Deutschland besetzt, allgegenwärtig sind die deutschen Naziuniformen. Und da ist

dieses geheimnisvolle Mädchen mit den zerkratzten Beinen … Lea stellt keine Fragen, sondern bietet dem Mädchen Mercé einen Schlafplatz im Atelierhaus an. Dafür soll die schöne, junge Frau dem Künstler Modell stehen. Sie lässt sich auf den Handel ein. Marc wird jedoch immer wieder von äußeren Einflüssen bei der Arbeit gestört, die seine Konzentration stören. So vielschichtig und filigran ist dieser Film – und dabei so einfach erzählt, ein Film mit Spätfolgen, denn es dauert etwas, bis er sein Geheimnis preisgibt. Nicht etwa um naheliegende Altmännerfantasien, sondern um die Be-

deutung der Kunst und um den Umgang des Künstlers mit der Wirklichkeit geht es hier. Die Schwarzweißbilder sind herrlich komponiert, sie wirken wie die Essenz dessen, was übrigbleibt, wenn man der Natur Chlorophyll und Blut entzieht: filigrane Perfektion, immer noch voller Leben. Eher bedächtig und getragen zeigen sie den Künstler in einer Welt, die sich seiner Kontrolle entzieht. Immer wieder wird er abgelenkt, zu Stellungnahmen genötigt. Doch nur auf diese Weise findet er seinen Weg wieder und macht am Ende seinen Frieden mit sich und mit der Kunst. Programmkino.de

Houston

Ulrich Tukur glänzt in einer Charakterstudie über einen alkoholkranken Headhunter Ab 5 Dezember Deutschland/USA 2012; 107 Min.; Regie: Bastian Günther; mit Ulrich Tukur, Garret Dillahunt, Jenny Schily; ab 12 J. Clemens Trunschka ist als Familienvater abwesend. Durch seinen Job in einem großen deutschen Autokonzern schleppt sich der altgediente Headhunter nur lustlos. Nun soll er für die Chefetage den aufstrebenden Manager des Energieriesen Houston Petrol kontaktieren - inoffiziell. Er quartiert sich vor Ort im noblen Hotel ein. Der Alkoholiker kennt zwar alle Tricks, doch es will ihm nicht gelingen, die Zielperson auch nur anzutreffen. Womöglich kann ihm der aufgedrehte Hoteltester Wagner helfen, bevor Trunschka vor Selbsthass und Frust seinen Job verliert. Ulrich Tukur liefert eine großartige Performance als sich selbst und der Welt Entfremdeter, der für seinen Job alles riskiert und Freundschaften abweist. Bastian Günther („Autopiloten”) konzipiert einen atmosphärischen, fast antidramatischen Thriller, der das Unbehagen moderner Wirtschaft und des Einzelnen eindrücklich entfaltet. Blickpunkt Film

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Am Hang

Markus Imboden verfilmt Markus Werners packenden Thriller Ab 28. November – CH 2013; 98 Min.; Regie: Markus Imboden; mit Henry Hübchen, Maximilian Simonischek, Martina Gedeck; ab 12 J.

„Basierend auf dem Bestseller von Markus Werner geht Markus Imbodens elegant inszeniertes Drama einen eigenen Weg und zeichnet ein amouröses und explosives Dreieck. Psychologische Spannung bis zur letzten Minute.” Blickpunkt Film Eigentlich unverfilmbar, würde man zunächst bei dem gleichnamigen Bestseller des Schweizers Markus Werner denken. Ein Dreipersonenstück mit seitenlangen Dialogen über die Liebe und das Leben auf der Leinwand? Dass daraus kein Hör-

spiel wird, sondern ein packendes Psychodrama mit Thriller-Qualitäten liegt an einer gekonnt raffinierten Regie sowie drei erstklassigen Darstellern in Bestform. Henry Hübchen gibt den gehörnten Gatten, der zufällig auf den ahnungslosen Liebhaber (Maximilian Simonischek) seiner verschollenen Frau (Martina Gedeck) trifft. Für den einen der Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft. Für den anderen der Anfang einer perfiden Rache. Und für den Zuschauer ein spannendes Beziehungspuzzle, das mit jedem neuen Teilchen überraschend andere Blickwinkel bietet - bis zum verblüffenden Ende. Programmkino.de

Tanta Agua – Nichts als Regen Ein berührendes Generationenporträt aus Uruguay

Geplant ab 28. November in der Galerie Cinema – Uruguay/NL 2013; 107 Min.; Regie: Ana Karina Guevara Pose, Leticia Jorge Romero; mit Néstor Guzzini; ab 0 J. Für die 14-jährige Lucía ist es der worst case: Urlaub mit ihrem Vater und dem kleinen Bruder in einer Ferienanlage, der Pool ist defekt und es regnet unaufhörlich. Dabei will ihr Vater Alberto doch alles richtig machen: Seit der Scheidung verbringt er zu wenig Zeit mit seinen Kindern und will nun ein paar Tage nur für seine Familie da sein. Nach und nach fällt ihnen in der Enge des Bungalows zunehmend die Decke auf den Kopf. Einen Lichtblick sieht die genervte Lucía in der gleichaltrigen Susanna, mit der sie sich anfreundet. Den beiden sympathischen Regisseurinnen Ana Guevara und Leticia Jorge ist ein kleines Filmjuwel gelungen – mit wenigen Mitteln, aber großem Gespür für deren Wirkung erzählen sie eine verträumte, lakonische Familiengeschichte aus Uruguay, die von der Schwierigkeit zu kommunizieren handelt und den Verunsicherungen des Erwachsenwerdens, in denen Eltern und Kinder eine neue Sprache finden müssen, um einander wieder zu erreichen. Programmkino.de

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My Beautiful Country

Schwestern

Ab 12. Dezember – D 2012; 91 Min.; Regie und Drehbuch: Michaela Kezele; mit Zrinka Cvitešiæ, Mišel Matièeviæ, Andrija Nikèeviæ, Miloš Mesaroviæ; ab 12 J.

Ab 12. Dezember – Deutschland/Schweiz 2012; 85 Min.; Regie: Anne Wild; mit Maria Schrader, Ursula Werner, Jesper Christensen; Marie Leuenberger; ab 0 J.

„Michaela Kezele hat einen sehr bewegenden, sehr vielschichtigen Film geschaffen, der vollkommen zu Recht vielfach preisgekrönt wurde ... Großartige Schauspieler und eine spannende Handlung verbinden sich zu einem außergewöhnlichen Kinoerlebnis.” Programmkin.de

„Von sanftem Witz und viel Atmosphäre lebt dieses leise Drama, in der die meditative Klosterwelt im Kontrast zum hektischen modernen Alltag steht.” Blickpunkt Film

Dramatische, im Kosovokrieg angesiedelte Liebesgeschichte

Ende der 90er Jahre ist der Kosovo-Konflikt zwischen Serben und Albanern auf seinem Höhepunkt. Besonders drastisch erleben dies die Einwohner eines Dorfes, welches direkt am Grenzfluss Ibar liegt. Als sich der Albaner Ramiz, schwer verwundet und auf der Flucht, in das Haus der Serbin Danica flüchtet, reagiert diese zunächst abweisend. Doch trotz aller offensichtlichen Gegensätze beginnen die beiden langsam, Gefühle füreinander zu entwickeln. Doch kann eine solche Bindung angesichts des anhaltenden Hasses zwischen beiden Be-

völkerungsgruppen Bestand haben? Mit dem Kosovo-Konflikt hat sich Regisseurin Michaela Kezele ein gewagtes Thema für ihr Langfilmdebüt ausgesucht. Umso bemerkenswerter, wie sie diese Herausforderung meistert. "My Beautiful Country" ist im Kern eine tragische Liebesgeschichte. Die Struktur des Films ermöglicht es jedoch darüber hinaus, den Alltag und die Probleme der Menschen in einem solchen Krisengebiet zu erzählen. Der Film nimmt sich ebenfalls viel Zeit für seine Nebenfiguren und ihre Geschichten, die manchmal rührend, manchmal bedrückend, vor allem aber authentisch sind. Mit ihrem Film zeigt die Regisseurin, wie sehr der Krieg eine Gesellschaft und deren moralische Werte erschüttert. Zugleich aber betont Michaela Kezele, dass Liebe allen Grenzen und Hindernissen zum Trotz ihren Weg findet. Ein ergreifendes und aufrüttelndes Erstlingswerk. Deutsche Film- und Medienbewertung

Leichter, flirrender Film über die Unbedingtheit von Lebensentwürfen

„Anne Wild hat ein sehr treffendes, sehr dynamisches Familienporträt skizziert, eine Art Kammerspiel auf der Sommerwiese ... Und Sie findet wunderbare, überreale Bilder.” kino-zeit.de An einem flirrenden Sommertag treffen die Mitglieder der Familie Kerkhoff ausgerechnet in der Abgeschiedenheit eines Klosters nach Jahren wieder aufeinander. Eine Familienfeier der besonderen Art steht an. Kati, die jüngste Tochter, hat sich entschlossen, ihre Familie und ihr „normales“ Leben zu verlassen, um einem Orden beizutreten. Sie soll an diesem Sonntag feierlich eingekleidet wer-

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den. Das ist einfach unglaublich! Der Schock sitzt in der komplett weltlichen Familie tief und fordert ihre Mitglieder heraus, die eigenen Lebensentwürfe und Werte zu überprüfen. Warum um alles in der Welt hat Kati diese Entscheidung getroffen? Alle Versuche realistischer Erklärungen scheitern. Es muss etwas mit Kati geschehen sein, das keiner begreift. Angeführt von der ältesten Schwester Saskia, die mit Ende dreißig immer noch nicht weiß, wohin ihr schillerndes Leben eigentlich führen soll, eskaliert der Nachmittag im spätsommerlichen Klostergelände. Liegt es am Wein, an der Hitze oder dem hellen schwäbischen Barock? Plötzlich steht die Zeit still. Es passieren Dinge, die alle Beteiligten daran zweifeln lassen, dass ihr eigenes Leben die ganze Wirklichkeit umfasst. Für einen Moment bekommt jeder aus der Familie eine Ahnung davon, was Kati nicht erklären konnte. Farbfilm


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Dokumentarfilme

Blackfish

Auf dem Weg zur Schule

So. 01.12. um 15.00 sowie Mo. 02.12. u. Di. 03.12. um 17.45 im Filmstudio USA 2013; 73 Min.; Regie: Gabriela Cowperthwaite; ab 12 J.

So. 08.12. um 15.00 sowie Mo. 09.12. u. Di. 10.12. um 17.45 im Filmstudio F 2012; 75 Min.; Regie: Pascal Plisson; Buch: Pascal Plisson, Marie-Claire Javoy

Aufwühlende Dokumentation über einen dressierten Killerwal

Vier Kinder und ihr Schulweg, der beinahe schon eine Reise ist

Wahre Welten „Ein kritischer und vollkommen unsentimentaler Blick auf den Umgang mit Tieren.” Programmkino.de Am 24. Februar 2010 ereignete sich im Meerespark SeaWorld in Orlando ein furchtbares Unglück. Die erfahrene OrcaTrainerin Dawn Brancheau führte gerade ihre Show vor, als der Walbulle Tilikum sie auf einmal unter Wasser zog. Brancheau ertrank. Seit diesem Zeitpunkt ist es Trainern in SeaWorld nicht mehr erlaubt, mit den Walen direkt zu interagieren. Die Filmemacherin Gabriela Cowperthwaite setzt diesen tödlichen Vorfall an den Anfang ihres aufrüttelnden Dokumentarfilms „Blackfish“. Sie lässt ehemalige Trainer des Parks zu Wort kommen, die von ihren Anfängen in SeaWorld erzählen und die teilweise unwürdigen Lebensbedingungen der Meerestiere beschreiben. In viel zu kleinen Bassins werden die Wale gehalten, die Folge sind physische und

Choreographisches Zentrum NRW GmbH wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Stadt Essen.

Bei uns sind Lehrkräfte oft damit beschäftigt, Schüler zum Lernen zu motivieren und ihnen sowie immer häufiger auch ihren Eltern zu vermitteln, wie wichtig Bildung ist. Für viele Kinder auf der Welt sieht das ganz anders aus: Schulbildung ist für sie etwas Erstrebenswertes, sie zeigt ihnen den Weg aus der Armut und sichert ihnen im späteren Leben Unabhängigkeit und Arbeit. Weil Bildung ein so wertvolles Gut ist, müssen Schulkinder aus abgelegenen Regionen oft weite Schulwege bewältigen. Das ist eine Herausforderung für die Kinder, aber auch eine Gelegenheit, sich selbst zu beweisen. So wundert es nicht, dass die Kinder im Film alle sehr eigenständig und souverän wirken. Der elfjährige Jackson und seine Schwester Salome aus der afrikanischen Savanne sind zwei Stunden zur Schule unterwegs. Das ist für 15 Kilometer eine ziemlich gute Zeit. Die beiden rennen die meiste Zeit, es sei denn, sie verstecken sich vor

psychische Leidenszustände und ein aggressives Verhalten der Tiere gegenüber den Trainern. Denn Brancheaus „Unfall“ war kein Einzelfall. Cowperthwaite bedient sich vieler Originalaufnahmen und konterkariert sie mit Werbematerial von SeaWorld, um auf Widersprüche zwischen äußerer Fassade und tatsächlicher Realität aufmerksam zu machen. Bei den Gesprächen zeigt sich die Liebe aller ehemaligen Trainer zu den Tieren. Was sie fordern, sind bessere Unterbringungen und Bedingungen für diese majestätischen Wesen. Der Film, für den SeaWorld eine Zusammenarbeit verweigerte, transportiert eine deutliche Botschaft mit drastischen Bildern, die unter die Haut gehen und den Betrachter nicht kalt lassen. „Blackfish“ hinterfragt ein System, unter dem schutzlose Lebenswesen leiden. Und zeigt gleichzeitig deren Schönheit in der freien Natur, wo sie nun einmal hingehören. Deutsche Film- und Medienbewertung

tanz, performance, fotografie, video, installation, musik

PACT Zollverein Choreographisches Zentrum NRW Bullmannaue 20a, 45327 Essen

Wahre Welten

ATELIER ›Die Plattform für neue Kunst und Choreographie‹

tanz /performance

MAMAZA & Ensemble Nikel ›The Nikel Project‹ fr 13.12. & sa 14.12.13 20 uhr

Elefanten. Zahira aus Marokko hat andere Probleme. Sie muss mit ihren beiden Freundinnen vier Stunden auf schmalen Pfaden durch die Berge kraxeln, um ins Internat zu gelangen. Carlito aus Argentinien darf hingegen auf dem eigenen Pferd zur Schule reiten. Seine kleine Schwester sitzt hinter ihm und träumt davon, eines Tages selbst im Sattel zu sitzen. Samuel aus Indien wird von seinen Brüdern im Rollstuhl zur Schule geschoben. Das ist gar nicht so einfach, denn das verrostete Fahrgestell versagt auf der unwegsamen Strecke immer mal seinen Dienst. Die vier Geschichten werden parallel und mit viel Schwung von den Kindern selbst erzählt. Dazu gibt es großartige Landschaftsaufnahmen, die zeigen, wie schön die Erde ist, besonders dort, wo nur wenige Menschen leben: im unwirtlichen Atlasgebirge, in der afrikanischen Savanne, in der patagonischen Steppe und am Indischen Ozean. Programmkino.de

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fr 06.12.13 ab 19 uhr

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Tanzlandschaft Ruhr ist ein Projekt der Kultur Ruhr GmbH und wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

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Dokumentarfilme

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The Act of Killing

Beware of Mr. Baker

So. 15.12. um 15.00 Uhr sowie Mo. 16.12. u. Di. 17.12. um 17.30 im Filmstudio DK/NO/GB 2012; 122 Min.; Regie: Joshua Oppenheimer; ab 16 J.

So. 22.12. um 15.00 Uhr und Mo. 23.12. um 17.45 Uhr im Filmstudio USA 2012; 92 Min.; Regie: Jay Bulger; mit Ginger Baker, Carlos Santana; ab 12 J.

Eine schockierende und gleichermaßen mutige Dokumentation

Filmisches Porträt über den legendären Schlagzeuger Ginger Baker

Wahre Welten Indonesien 1965: Angeblich unterstützt die Kommunistische Partei des Landes einen Putschversuch, der den immer willkürlicher regierenden Präsidenten Sukarno des Amtes entheben will. Rechtgerichtete Kräfte des Militärs unter dem Oberbefehlshaber Suharto verhindern den Umsturz, nur um anschließend selbst die Macht zu übernehmen. In der Folge kommt es zu einer wahnhaften Hetzjagd auf angebliche Kommunisten und chinesisch-stämmige Indonesier. Die Massaker sind bis heute unzureichend untersucht, Schätzungen über Opfer variieren zwischen 100.000 und einer Million. Immer noch werden die Mörder von damals als Helden verehrt. Unter ihnen ist Anwar Congo, Kleinkrimineller und dann Anführer einer Todesschwadron. Er gründet eine paramilitärische Vereinigung, die bis heute Bestand hat. Anwar brüstet sich offen damit, in seiner Heimatstadt Medan

Wahre Welten Hunderte Menschen eigenhändig ermordet zu haben. Der Filmemacher Joshua Oppenheimer schlägt ihm vor, seine Taten in einem Film nachzustellen. Für Anwar und seine Kameraden beginnt eine Reise in die Verganheneit, die anders endet, als sie es sich vorstellen. Unzählige Filme, fiktional oder dokumentarisch, thematisieren Gewalt und ihre Folgen. Sie ist von Beginn an essentiell für die Filmgeschichte, ein Kernthema wie die Liebe. Kein anderes Medium vermag Gewalt so direkt, so unausweichlich darzustellen. „The Act of Killing“ aber kommt dem Wesen der Gewalt vielleicht näher als jeder andere Film zuvor. Selten hat eine Dokumentation so verstört, bewegt und erhellt. Wahrscheinlich auch, weil Oppenheimer die Kraft des Films selbst als kathartisches Mittel einsetzt. Ein Mittel, das sich gegen die Intentionen seiner Benutzer wendet. Programmkino.de

„Ein starkes Filmporträt ... Unterhaltsam, mitreißend und authentisch.” Blickpunkt Film

te Art vereint Bulger in rasanten und rhythmischen Montagen Originalaufnahmen mit Aussagen großer Musiklegenden wie Eric Clapton, Carlos Santana Ginger Baker feierte seinen Durchbruch oder auch Femi Kuti, dem Erfinder des als Schlagzeuger der Band „Cream“. „Afrobeat“. Einzelne Begebenheiten aus Zwar existierte die Band nur zwei Jah- Bakers Leben werden in animierten Sere lang, doch sie festigte Bakers Ruf als quenzen voller Metaphern verdeutlicht. „Teufelsschlagzeuger“ mit den feuerro- Im Zentrum steht jedoch immer Ginger ten Haaren, der bis heute noch Drum- Baker selbst, der über das Leben sinmer mit seinem Können inspiriert und niert, sich an Schönes erinnert, sich über mit seinen Drogengeschichten oft von Bulgers Fragen ärgert und schon einmal sich Reden machte. Heute lebt Ginger handgreiflich wird, wenn es darum geht, Baker in Südafrika. Krank, verarmt und seine Meinung zu vertreten. Jay Bulger kaum noch in der Lage, sein geliebtes verlässt die Ranch mit einer gebrocheSchlagzeug zu spielen. Der Journalist nen Nase, die er Baker verdankt. Doch Jay Bulger hat drei Monate mit Baker die Belohnung ist ein eindrucksvolles in seinem Haus verbracht, um für einen Porträt eines manisch-genialen KünstArtikel zu recherchieren. „Beware of Mr. lers, der als Mensch zu seinen Fehlern Baker” ist nun die filmische Vollendung steht und dessen Musik zeitlos gut ist. ANZ_Film_Brillen_95x75.qxd:Document 1 22.06.2008 19:33 Uhr des Berichtes. Auf virtuose und gekonn- Deutsche Film- und Medienbewertung

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Dokumentarfilme

Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern One Zero One Persönlicher Film des Schweizer Regisseurs Peter Liechti

Die Geschichte von Cybersissy & BayBjane

So. 29.12. um 15.00 Uhr und Mo. 30.12. um 17.30 Uhr im Filmstudio DK/NO/GB 2012; 122 Min.; Regie: Joshua Oppenheimer; ab 16 J.

Samstag 14.12. um 22.15 Uhr im Astra Theater Deutschland 2013; 89 Min.; Regie: Tim Lienhard

Zu Gast: Regisseur Tim Lienhard, Cybersissy & BayBjane

Homo Chrom

Wahre Welten Der Film von Peter Lichti ist eine Art Selbstversuch: Ein erwachsener Sohn versucht, sich seinen alten Eltern anzunähern. Er begibt sich zurück in die familiäre Enge, aus der er vor Jahrzehnten das Weite gesucht hat. Er konfrontiert seine über 80jährigen Eltern mit der Kamera und unbequemen Fragen. Er lässt sie erzählen von ihrem Alltag, ihrer Ehe, ihren Gefühlen und wie es früher so war mit ihrem Familienleben. Er beobachtet sie in ihrem Alltag, fragt nach, kontert und insistiert. Es geht um die ganz persönlichen Gefühle und gleichzeitig um das allgemeingültige einer solchen Familienkonstellation. Peter Liechti hat einen Kunstgriff gefunden, das alles filmisch zu verhandeln, indem er das Konkrete verfremdet. Und so tauchen zwischen den unmittelbar dokumentarischen Szenen immer wieder Handpuppen in einem Kasperletheater auf. Die Eltern sind

Samstag 14.12. • 22.15 h • ASTRA Theater Plüschhasen, der Sohn eine Marionette. Vor schwarzem Bühnenraum werden mithilfe der Puppen und ihren Sprechern reale Dialoge mit den Eltern prägnant verdichtet. So auf den Punkt gebracht, dass es teilweise fast Slapstick-Qualitäten hat. Die Verfremdung wirkt, man muss sich wieder bewusst machen, dass aus dem niedlichen Plüschhasen ja der reale stockkonservative Vater spricht, der wirklich meint, was er da sagt. Kein Wunder, dass der Sohn rebelliert hat. Aber „Vaters Garten” ist keine bissige Abrechnung mit den wertkonservativen Eltern. Der Film ist auch ein respektvoller Blick auf die komplexe Beziehung, die Mutter und Vater miteinander führen. Eine erwachsene Annäherung an ihre Persönlichkeiten, der Vater akribisch und kontrolliert, die Mutter ruhig und genügsam. Worauf beruht ihre Ehe, die seit über 60 Jahren besteht? kino-zeit.de

„Teils Dokumentarfilm, teils Kunstperformance zeigt 'One Zero One' das Leben und Arbeiten zweier Drag Queens, die in vielen Nachtclubs Europas zuhause sind.” kino-zeit.de BayBjane ist die kleinste Drag-Queen der Welt und wird zusammen mit Cybersissy weltweit gebucht: ob Köln, das Hotel Shanghai in Essen, auf Ibiza, in London, Paris oder im Pacha NYC; ob allein, als Duo oder mit anderen Künstlern wie Amanda Lepore – Cybersissy und BayBjane sind die Hinkucker einer jeden Party. Aber die beiden Performer zeichnen sich nicht nur durch die spektakulär kreativen Kostüme aus, die Cybersissy entwirft, sondern auch durch professionelle, teils grenzgängerische, freakige Auftritte. Regisseur Tim Lienhard filmte für „One Zero One” nicht

nur kunstvoll inszenierte Szenen mit den beiden Drag-Performern, sondern begleitet sie auch ein gutes Stück weit in ihr Privatleben: Cybersissy ist der 48-jährige Niederländer Antoine, der eine breite künstlerische Ausdruckspalette pflegt; BayBjane, sein langjähriger „partner in crime”, ist der 33-jährige Deutsch-Marokkaner Mourad, der nur 1,49 m groß ist und seit seiner Geburt mit einer mehrfachen Behinderung leben muss. Antoine entdeckte Mourads Bühnentalent und so wurden sie zu jenem Duo, dass jede Party überstrahlt. „One Zero One”, der seine Deutschland-Premiere bei den Hofer Filmtagen feierte, zeigt eine glamouröse Mischung aus privaten Videoauzeichnungen, fantastischen Inszenierungen, Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen von internationalen Club-Auftritten sowie tiefgehenden Interviews zum Privatleben der beiden Performer. homochrom.de

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52. JAHRGANG | 12.2013

Rafael Cortés

Spöring Band

Montag 9. Dezember um 20.00 Uhr in der Lichtburg Eintritt: 17 € / 20 € / 25 €; VVK tägl. ab 12.00 Uhr (So. ab 15.00 Uhr) in der Lichtburg

Dienstag 4. Februar um 20.00 Uhr im Filmstudio Eintritt: 12 € / erm. 10 €

Gitarrenkonzert der Extraklasse

Musikalische Stadtgeschichten

Konzert „Rafael Cortés Kompositionen kreieren betörende Mixturen, die frisch und dennoch authentisch klingen.“ Kölnische Rundschau Wer an einem 21. Dezember zur Welt kommt, wird entweder Musiker oder Bandit, so ein spanisches Sprichwort. Rafael Cortés, am 21. Dezember 1973 in Granada geboren, hat sich für Ersteres entschieden. Seine Fans verehren den in Essen lebenden Gitarristen als einen der größten Hoffnungsträger der internationalen Flamenco-Szene. Nebst seiner Zusammenarbeit mit Stars wie Paco de Lucia oder Al Di Meola wird Rafael Cortés auch immer wieder von den Fantastishen Vier auf die Bühne gebeten. Denn niemand verkörpert das andalusische Lebensgefühl in deutschen Breiten so authentisch, virtuos und warmherzig wie Rafael Cortés, der

Konzert sein neues Album Cagiñí vorstellt. Rafael Cortés entstammt einer Flamenco-Dynastie, die ursprünglich in Granada ansässig war. Der Reiselust seiner Eltern verdankt Rafael seinen heutigen Wohnsitz, Essen in Deutschland. Hier wuchs er auf, gab seine ersten Konzerte im Alter von 5 Jahren und ist dieser Stadt und der Region bis heute treu geblieben. Rafael Cortés entdeckte früh seine Liebe zur Gitarre. Im Laufe der Jahre perfektionierte er seine Technik und seinen persönlichen Stil. Bei seiner musikalischen Entwicklung flossen immer wieder moderne und klassische Elemente ein, genauso wie Komponente aus den Genres Latin und Jazz. Bei seinen Live- Shows wird Rafael Cortés von wechselnden Musikern begleitet. Weitere Informationen finden Sie unter www.rafaelcortes.com

„Sehr nuancierter Jazz ... Lässig swingende Großstadtabenteuer“ WAZ Ruhrwiesen und Industriebrache. Fünfziger-Jahre-Reihenhäuser und glänzende Büroblocks. Graue Stadthässlichkeit und Altbaucharme. Szenekneipen, Musikhochschule, Opernhaus. - Hier liegt enorme musikalische Inspiration in der Luft. Beste Bedingungen für eine extrem kreative Jazzszene, die ihre Musik auch in modernen Zeiten immer noch „von Hand“ macht. Die Spöring Band ist verwurzelt im Ruhrgebiet und lässt sich inspirieren von diesem Schmelztiegel der Kulturen. Fernab von Massenevents aus der Konserve sprechen die drei Jazzmusiker eine feine, subtile, akustische Sprache.

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Sängerin Imke Johanne Spöring hat außerdem über ihre Texte einiges zu erzählen, wahlweise auf Deutsch, Spanisch, Englisch und diversen weiteren Sprachen. Die folkloristisch-groovigen Kompositionen von Jan Bierther (Gitarre) runden das Bild ab, und es entsteht eine wunderbare Klangvielfalt. Tarik Dosdogru am Vibraphon steuert schließlich sowohl ein exotisches Instrument als auch einige orientalische Klänge bei. Ein perfektes kulturelles Chaos, wie man es im Ruhrgebiet nicht schöner vorfinden könnte! Passender Ort dafür ist das restaurierte Filmstudio Glückauf. Der historische große Filmsaal liefert das richtige Szenario für dieses Stück Stadtkultur. Tausend und eine Stadtgeschichten einer Wahlessener Band - präsentiert mittendrin in Essen. www.myspace.com/imkejohannespoering


52. JAHRGANG | 12.2013

Sonderprogramm

Buster Keaton: Der Kameramann El Topo Dominik Gerhard live an der Wurlitzer Kinoorgel

Kultklassiker von Alejandro Jodorowsky

Sonntag 29. Dezember um 18.00 Uhr im Eulenspiegel USA 1929; 78 Min.; Regie: Edward Sedgwick; mit Buster Keaton, Marceline Day

Ab 19. Dezember in der Galerie Cinema Mexiko 1969; 125 Min.; Regie: Alejandro Jodorowsky; mit Brontis Jodorowsky; ab 18 J.

Stumm Film „Irrwitzige Gags und hochaktuelle Medienkritik mit Buster Keaton.“ Zitty Berlin „Dieses Spätwerk des Komikers enthält einige der hinreißensten Sequenzen, die er je gedreht hat.“ Lexikon des int. Films Der Straßenfotograph Buster (Buster Keaton) ist ein ungeschickter Tölpel und wird vom Pech verfolgt. Als er der schönen Sally (Marceline Day) begegnet, ist er sofort hoffnungslos über beide Ohren verliebt - während sie kaum Notiz von ihm nimmt. Sally arbeitet als Sekretärin bei MGM. Um das Herz seiner Angebeteten zu erobern und in ihrer Nähe zu sein, heuert Luke als Kameramann bei der MGM-Wochenschau an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten

Klassiker bekommt er schließlich seine große Chance, als er Sally vor dem Ertrinken rettet und ein hilfreicher Leierkastenaffe, der Luke begleitet, die Rettungsaktion auf Zelluloid bannt. Ungeachtet zahlreicher Missgeschicke, Unfälle und Beinahe-Katastrophen stellt sich schon bald nicht nur der berufliche, sondern auch der private Erfolg ein... Filmstarts.de

„Der Triumph der Kunst über alle Filmstandards und -klischees, mal heiter, mal absurd. 'El Topo' ist das Meisterwerk für alle Sinne.“ Mitternachtskino.de

Begleitet wird der Film von dem Organisten Dominik Gerhard. Der gebürtige Essener entdeckte früh die Liebe zur Orgel und erhielt schon als Kind Klavierund Orgelunterricht: Als selbstständiger Organist begleitet er auch Gottesdienste und Chorkonzerte und seine große Leidenschaft für den Film hat ihn nun an die Wurlitzer Stummfilmorgeln im Eulenspiegel gebracht.

Montana Sacra

Surrealistisches Traumgemälde um einen schwarzgewandeten Pistolero, der in der Wüste eine Reihe von Prüfungen durchlaufen muss, um dann als eine Art Jesus

wiedergeboren zu werden. Ohne Zweifel handelt es sich um einen der im Wortsinne merkwürdigsten Ereignisse der Filmgeschichte. Vielleicht ließe sich das Unterfangen als blutrünstiger Zen-Western oder als philosophisches Road-Movie beschreiben. Jedoch muss jeder Versuch einer begrifflichen Eingrenzung letztlich scheitern, denn „El Topo“ ist zu Vieles in Einem, als dass einfache Genre-Zuordnungen greifen würden.

Kultklassiker von Alejandro Jodorowsky Ab 26. Dezember in der Galerie Cinema Mexiko/USA 1973; 114 Min.; Regie: Alejandro Jodorowsky; ab 18 J.

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys „Mit Schwung & Rhythmus ins Neue Jahr“ Mo, 6. Januar • 20.00h • Lichtburg

Klassiker „Ein überwältigendes, mystizistisches Werk voller Zynismus und ausschweifenden Bildern.” Mitternachtskino.de Karten erhalten Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen, auf www.ticketonline.de sowie unter der Telefonnummer 01806 – 44 70 000

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Ein Verbrecher, sein spiritueller Meister und acht weitere Gefährten machen sich auf die Reise zum Heiligen Berg der Lotusinsel. Sie wollen den dort lebenden Göttern das Geheimnis des Ewigen Lebens entlocken.

Eine Handlung im nacherzählbaren Sinne gibt es nicht wirklich. Hier bleibt Jodorowsky seiner surrealistischen Sozialisierung treu. Die erste halbe Stunde ist zugleich Hommage und Überbietung von Luis Buñuels „Un chien andalou“ (1929), dem surrealistischsten aller bislang gedrehten Filme. Auch der Rest des Films erweist sich als aberwitziges Nummernprogramm noch nie gesehener Bilder und Situationen.


Sonderprogramm

52. JAHRGANG | 12.2013

Der Kurzfilmtag

Brazil

Samstag 21. Dezember im Astra Theater und im Sabu in der Lichtburg In Zusammenarbeit mit VisionärFilm Universe und der Studio Bühne Essen

Montag 9. Dezember um 20.15 Uhr im Astra Theater – Englische OmU GB 1984; 122 Min.; ab 18 J.; Regie: Terry Gilliam; mit Jonathan Pryce, Robert De Niro

Am kürzesten Tag des Jahres wird bundesweit der kurze Film gefeiert In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Essen

Sa. 21.12. | 18.00 Uhr | ASTRA Theater

Kurzfilmprogramm: Golden Shorts Über 500 Kurzfilme wurden beim 29. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin vom 12. bis 17. November in 7 Wettbewerben, in Länderschwerpunkten und diversen Themenprogrammen und Events gezeigt. Shorts Attack versammelt im Dezember Highlights und Lieblinge des mit erneut 17.000 Besuchern nach der Berlinale größen Filmfestivals Berlins. Ob Internationaler Wettbewerb, Deutsche Highlights, Absurdes von Eject, ob Animationen, Dokumentarisches oder

Musikalisches, es werden Filme aus den meisten Festivalkategorien im Programm sein: Filme, die sich sehen lassen können! Das Programm: Hazel [JugendKomödie]; Choir Tour [Hotel-Abenteuer]; Fishing Without Nets [Piraten-Thriller]; No comment [Anmach-Groteske]; Jonah [Erfolgs-Film]; Duku Spacemarines [Urbanes Weltuntergangsmärchen]; Grünes Gold [Energie-Film]; Mr Hublot [Science Fiction mit Hund]; La Mort du Père Noël [Weihnachtsfilm]

Theater Kino Begleitend zu Inszenierung „Der Prozess“ des Schauspiel Essen zeigt das Astra Theater in unserer gemeinsamen Reihe TheaterKino „Brazil“ von Terry Gilliam. In irgendeiner futuristischen Großstadt: Sam Lowry, unbedeutender Mitarbeiter der Regierung, trifft ob einer Verwechslung seine Traumfrau. Sie ist Terroristin, kämpft gegen eben das System, für das

Lowry arbeitet. Während er versucht, sie aus dem Visier des Informationsapparates zu entfernen und damit zu retten, verfängt er sich in Aktionen, die sich zunehmend von der Legalität entfernen. Am Ende wird er unwillentlich selbst zum Kämpfer – als „kleine Nummer” gegen das bürokratische Ungetüm. „Brazil” ist ein spannender dystopischer Film und behandelt die Themen, die auch Franz Kafka prägten.

Alexis Sorbas

In Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat der Stadt Essen Donnerstag 5. Dezember um 14.00 Uhr in der Lichtburg GR 1964; 147 Min.; Regie: Michael Cacoyannis; mit Anthony Quinn, Alan Bates

Sa. 21.12. | 22.30 Uhr | SABU in der Lichtburg In mitten der wundervollen Weihnachtszeit ist es wieder soweit. Visionärfilm feiert den Kurzfilm! Am 21. Dezember 2013 - dem kürzesten Tag des Jahres. Diesmal mit Geschichten aus dem eigenen Hause. Auch Filme aus dem internationalen Bereich werden zahlreich vertreten sein. Von skurrilen Komödien zu ergreifenden

Dramen bis hin zur außergewöhnlicher Filmkunst und Musical. Freuen Sie sich auf ein unvergessliches Überraschungsprogramm. Mit freundlicher Unterstützung der Lichtburg Essen, Volkswagen Zentrum Essen, Studio-Bühne Essen und der Essener Verkehrs AG. Eintritt pro Programm: 7 € Bei Vorlage einer Eintrittskarte für das Programm im Astra (21.12., 18.00 h) erhalten Sie für das Programm im Sabu (21.12., 22.30 h) einen ermäßigten Eintrittspreis von 3,50 €

Senioren Kino Der junge englische Schriftsteller Basil kommt nach Kreta, um dort eine von seinem Vater geerbte Braunkohlemine zu betreiben. Ihm schließt sich der Mazedonier Alexis Sorbas an, und die beiden ziehen zusammen in das Hotel der alternden französischen Kurtisane Mme. Hortense, der Sorbas den Hof zu machen beginnt. Sein Rat an Basil, sich einer schönen Witwe zu nähern, hat tragische Folgen: als Basil beobachtet wird, wie er deren Haus

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verläßt, bringt sich einer ihrer vielen Verehrer aus Verzweiflung um, woraufhin die Witwe von den Dorfbewohnern zu Tode gesteinigt wird. Michael Cacoyannis meisterhafte Verfilmung des Romans von Nikos Kazantakis stellt eine Liebeserklärung an das Leben in all seinen Facetten dar. Sie lebt nicht zuletzt von der eindrucksvollen Verkörperung der Titelfigur durch Anthony Quinn, für den diese Rolle ein Meilenstein in seiner Karriere war.


52. JAHRGANG | 12.2013

Sonderprogramm

BritFilms – 7. Schulfilm-Festival in englischer Sprache 5. bis 11. Dezember im Astra Theater

Alle Filme werden im Original mit Untertiteln gezeigt – Originalversion ohne Untertitel nach Absprache Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater

BRITFILMS ist eine Schulfilmreihe der AG Kino-Gilde. Sechs britische Filme, die sich an Kinder und Jugendliche von 8 bis 18 Jahren richten, touren ein Schuljahr lang durch die deutschen Kinos. Dabei macht BRITFILMS #7 vom 05.12. bis 11.12. im Astra Theater Station. Alle Filme werden im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Alle Filme des BRITFILMS Festivals werden im Original mit Untertiteln gezeigt. Zu allen Filmen stellt BRITFILMS englischsprachige Study Guides zum Download bereit. Unterrichtsmaterialien sowie Informationen gibt es unter www.britfilms.de. Eintritt: 4 € pro Schüler Für Lehrkräfte, die ihre Klassen begleiten, ist der Eintritt frei. Anmeldung unter 0201 / 27 55 55 Zu allen Filmen können auch zusätzliche Vorführungen nach Absprache gebucht werden.

WALL-E

Death of a Superhero

Do. 05.12., 10.00 Uhr • Di. 10.12., 12.30 Uhr FSK: 0 J., Altersempfehlung ab 6 J. Der Roboter WALL-E wurde auf der Erde zurückgelassen und tut das, wozu er bestimmt ist: aufräumen. Und das seit 700 Jahren. Eines Tages tritt Eve, ein weiterer Roboter, in sein Leben... Technisch in gewohnter Perfektion zeichnet Regisseur Andrew Stanton seine Charaktere äußerst liebevoll und facettenreich, was ihm trotz des weitreichenden Verzichts auf Dialoge ausgezeichnet gelingt.

Fr. 06.12., 10.00 Uhr • Mo. 09.12., 12.30 Uhr FSK: 12 J., Altersempfehlung: ab 14 J. Donald ist 15, steckt mitten im schmerzlich-komischen Prozess des Erwachsenwerdens, der für ihn aber auch eine tragische Komponente hat. Denn eine fortschreitende Krebserkrankung lässt ihm nur noch wenig Zeit, lähmt ihn, das Schöne selbst in seinem deprimierenden Leben doch noch zu entdecken. Bis er in seinem neuen Psychologen einen Freund findet und er in Shelly ein Mädchen entdeckt, das in ihm einen ganz normalen interessanten Jungen sieht.

The Secret of Kells

The Angels' Share

Mo. 09.12., 10.00 Uhr FSK: 6 J., Altersempfehlung: ab 10 J. Bezaubernder Märchentrickfilm, basierend auf einem irischen Gesangbuch aus dem 8. Jahrhundert und seinen prunkvollen Illustrationen. Kein 3D, sondern ein zweidimensionaler, eigenwillig gestalteter Trickfilm, stilistisch beeinflusst von seinem tausend Jahre alten Vorbild. Kunstvoll, aber actiongeladen und unterhaltsam, (erfolgreich) an Kinder appellierend, mit eher poetischer als krawalliger Note.

Do. 05.12., 12.30 + 18.00 Uhr • Di. 10.12., 10.00 + 18.00 Uhr FSK: ab 12 J., Altersempfehlung: ab 14 J., Originalfassung In Ken Loachs Film hecken vier arbeitslose Jugendliche einen Plan aus, den wertvollsten Single Malt Whisky der Welt zu stehlen. Ohne die Augen vor der bitteren Realität zu verschließen, dass die Arbeitslosigkeit in Großbritannien nie höher war, erzählt Loach eine deftige Komödie mit herrlichem Worthumor, deren Herz von Anfang bis Ende für die Verlierer der Gesellschaft schlägt.

Chalet Girl

Ginger & Rosa

Fr. 06.12., 12.30 Uhr • Mi. 11.12., 10.00 Uhr FSK: 0 J., Altersempfehlung: ab 12 J. Seit Ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, hat die erfolgreiche Skateboarderin Kim das Board in die Ecke gestellt. Seither ist auch das Geld zuhause knapp und als Kim kurzfristig einen Job als Mädchen für alles in einer Skihütte („Chalet Girl“) angeboten bekommt, schlägt sie ein. In der Welt der Reichen und Schönen fühlt sie sich als zunächst ziemlich fehl am Platz.

Fr. 06.12., 18.00 • Mo. 09.12., 18.00 • Mi. 11.12., 12.30 FSK: 12 J, Altersempfehlung: ab 15 J. London 1962: Die beiden Freundinnen Ginger und Rosa rebellieren gegen Eltern und gesellschaftlichen Mief, schwänzen die Schule, ziehen mit Jungs um die Häuser. Liebe, Politik, Religion, sie teilen alles und wollen nicht so sein wie ihre Mütter. Doch während Ginger sich politisch gegen den Atomkrieg engagiert und die Welt retten will, beginnt Rosa mit deren Daddy eine heiße Affäre. Ihre „ewige“ Freundschaft bricht auseinander.

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Sonderprogramm

52. JAHRGANG | 12.2013

Le cinéma en version originale

Ciñol

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen e.V.

Mit dem Spanischen Elternverein Essen e.V.

Die französische Filmreihe im Astra Theater

Mi. 11.12. | 18.00 Uhr | ASTRA Originalfassung mit Untertiteln

Spanischsprachige Filme

Mi. 15.01. | 18.00 Uhr | ASTRA Originalfassung mit Untertiteln

Do. 30.01. bis Mi. 05.02. | ASTRA Originalfassung mit Untertiteln

Mo. 30.12. | 20.00 Uhr | FILMSTUDIO Originalfassung mit Untertiteln

Renoir

Cinéfête 14

3 / Tres

„Nicht immer politisch korrekt, aber sehr lustig.“ Der Spiegel Die europaweite Wirtschaftskrise, gepaart mit dem Älterwerden der Bevölkerung, verbindet sich in Jerome Enricos amüsant-grotesker Komödie „Paulette“ zu einer bizarren Geschichte: Um ihre karge Rente aufzubessern, fängt die greise Hauptfigur in ihrem französischen Vorstadt-Ghetto an zu dealen. Und das so erfolgreich, dass ihr Geschäft bald auf ungeahnte Weise expandiert.

"...traumhaft fotografiert." Stern Zauberhaft melancholisch und mit großartigen Bildern – so präsentiert Gilles Bourdes seinen Film über Auguste Renoir und seine letzte Muse, die schließlich zu seinem Sohn Jean findet, der später als Filmregisseur weltberühmt werden wird. In der heiteren Landschaft der französischen Mittelmeerküste entwickelt sich die ruhig erzählte Geschichte zwischen dem alten Mann, seinem Sohn und der jungen Andrée, die als Renoirs Modell Eingang findet in die Welt des Künstlers, der wie ein absoluter Herrscher seinen Hofstaat aus Frauen regiert. Der Film ist weit mehr als die Biographie eines bedeutenden Künstlers: eine Sinfonie betörender Bilder.

Seit zehn Jahren schon lebt der Zahnarzt und passionierte Hobby-Kicker Rodolfo in zweiter Ehe, vermisst Frau und pubertierende Tochter aus der ersten aber derart, dass er sich unter fadenscheinigen Vorwänden in ihr Leben und ihre Wohnung schleicht. Seine Ex, die mit der schwerkrank in der Klinik liegenden Tante belastete Graciela, flüchtet vor den Annäherungsversuchen in die Arme einer Rodolfo ähnlichen, nur einfühlsameren Begegnung. Die Tochter hingegen schätzt ihres Vaters praktische Hilfe, wenn sie nicht gerade mit Jungs experimentiert. „3 / Tres“ ist eine Komödie über drei Leute, die ein und dasselbe Schicksal miteinander verbindet: sie sind eine Familie.

F 2012; 87 Min.; Regie: Jerome Enrico; mit Bernadette Lafont, Carmen Maura; ab 12 J.

F 2012; 101 Min.; Regie: Gilles Bourdos; mit Michel Bouquet, Christa Theret, Vincent Rottier; ab 12 J.

Cinéfête ist ein französisches Filmfestival für Kinder und Jugendliche, das jedes Jahr auf Tournée durch Deutschland geht. In über 90 großen und kleinen deutschen Städten können Schüler aller Jahrgangsstufen je eine Woche lang französische Filme im Original mit Untertiteln sehen. Cinéfête 14 ist bis Ende Juli 2014 auf Tour und macht dabei in Essen Station. Vom 30. Januar bis zum 5. Februar können auch in Essen Schüler und Schülerinnen mit französischen Filmen Kultur, Gegenwart und Geschichte unseres Nachbarlandes kennen lernen. Unter den sieben gezeigten Filmen sind auch solche, die bisher nicht in Deutschland zu sehen waren und dank Cinéfête erstmals ein größeres junges deutsches Publikum finden werden. Programm unter www.essener-fimkunsttheater.de

Paulette

Schulvorstellung Mi. 11.12. • 10.00 Uhr • Lichtburg Anmeldungen beim Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen: Tel. 0201 / 77 63 89

Uruguay/D 2012; 121 Min.; Regie: Pablo Stoll; mit Humberto de Vargas, Sara Bessio; ab 0 J.

P review Den Filmtitel erfahren Sie erst bei Beginn der Vorstellung, es handelt sich um einen demnächst startenden Film.

Mo. 16. Dez. • 20.15 h Donnerstags ab 21.00 Uhr

Kartenreservierung unter 0201 / 27 55 55

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Dauerbrenner in der Galerie Cinema Sonntags um 13.00 Uhr im EULENSPIEGEL Sonntag 01.12. im EULENSPIEGEL

Jeden Samstag um 16.30 Uhr

Jeden Sonntag um 17.00 Uhr

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Ziemlich beste Freunde

Harold & Maude

Für die zwölfjährigen Halbvampir-Schwestern Silvania und Dakaria ändert sich das Leben schlagartig, als sie mit ihren Eltern aus Transsilvanien in eine deutsche Kleinstadt umziehen. Die Zwillingsmädchen müssen sich den Gegebenheiten des Menschenalltags anpassen, ihre Vampirseite fortan verheimlichen. Dakaria fühlt sich ziemlich fremd und will wieder in die alte Heimat, Silvania hingegen gefällt ihr neues Umfeld. Schon der erste Schultag verläuft äußerst ereignisreich, richtig spannend wird‘s aber, als sich ihr Nachbar als Vampirjäger entpuppt. D 2012; 97 Min.; Regie: Wolfgang Groos

Furioser Film über eine bewegende Freundschaft

Seit 38 Jahren ununterbrochen im Programm!

Von einer wahren Geschichte inspiriert, erzählt die Tragikomödie mit viel (Galgen-)Humor, aber auch mit Ernsthaftigkeit und ohne Larmoyanz, Pathos oder einen falschen Ton von der Freundschaft zwischen einem Gelähmten und seinem neuen Pfleger, die aus verschiedenen sozialen Schichten stammen. Der Film ist nicht nur temporeich und originell, sondern geht auch zu Herzen. Mehr kann man von einer guten Komödie nicht verlangen. Eine sehr amüsante und bewegende Geschichte über die Lust am Leben. Frankreich 2011; 112 Min.; Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache; mit François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny; ab 6 J.

Harold ist depressiv und kauzig. Die Aufmerksamkeit seiner begüterten Familie versucht er durch spektakuläre Selbstmordinszenierungen zu erringen. Er lernt die 79-jährige Maude kennen, deren Exzentrik ihn fasziniert. Er verliebt sich in sie und will sie heiraten. Diese Komödie könnte schwärzer nicht sein, und doch ist sie eine Liebesgeschichte. Regisseur Hal Ashby hat die Mischung aus schwarzem Humor und Romanze sehr gut getroffen und aus der Romanvorlage von Colin Higgins einen Filmklassiker gedreht.

Die Vampirschwestern

Sonntag 08.12. im EULENSPIEGEL Frei ab 0 Jahren

Komm, wir finden einen Schatz Beim Tauchen im See finden Tiger und Bär eine alte Kiste, in der sie eine Schatzkarte entdecken. Darauf beschließen die beiden Freunde, auf Schatzsuche zu gehen. Dabei werden sie von dem Hasen Jochen Gummibär begleitet. Der ist ziemlich einsam und möchte in erster Linie Freunde finden. Während er sich mit Tiger und Bär immer mehr anfreundet, versucht ihnen der schlitzohrige Detektiv Gokatz zusammen mit dem cleveren Hund „Kurt, der knurrt“ die Schatzkarte abzujagen und als erstes am Ziel einem alten Piratenschiffswrack - zu sein. Deutschland 2012; 70 Min.; Regie: Irina Probost

Sonntag 15.12. im EULENSPIEGEL

Schulvorstellungen

Frei ab 0 Jahren

Pommes essen

Patty hilft nachmittags ihrer Mutter in der Pommes-Bude. Als die Mutter nach einem Schwächeanfall in Kur muss, verspricht Patty, sich um den Imbiss zu kümmern. Doch als sie die Chance erhält, ein Praktikum bei einem Sternekoch zu machen, ist das Versprechen an die Mutter schnell vergessen. Pattys jüngere Schwestern Lilo und Selma hingegen sind entschlossen, ihre Mutter zu vertreten. Vor allem, weil der Fußballverein gerade einen Wettbewerb um den neuen Betreiber der Stadion-Imbisse ausgeschrieben hat. Deutschland 2012; 85 Min.; Regie: Tina von Traben

So. 22.12. • 13.00 & Di. 24.12. • 11.00 im EULENSPIEGEL Frei ab 0 Jahre

Das kleine Gespenst

Das kleine Gespenst, das auf Burg Eulenstein haust, würde zu gerne mal bei Tageslicht auf Entdeckungsreise gehen. Eines Tages wird dieser Wunsch tatsächlich Wirklichkeit. Die Freude darüber ist schnell verflogen, wird es doch plötzlich pechschwarz. Jetzt ist Schüler Karl gefragt, der das Gespenst bei einer Nachtwanderung in der Burg kennengelernt hat. Zeitlos und ein wenig nostalgisch erzählt, bleibt in der ersten Realverfilmung des Kinderbuchklassikers von Otfried Preußler der Geist der literarischen Vorlage unverfälscht. D/CH 2013; 92 Min.; Regie: Alain Gsponer

Sonntag 29.12. im EULENSPIEGEL Frei ab 6 Jahre

Pünktchen und Anton

Pünktchen und Anton sind unzertrennliche Freunde. Pünktchen ist das Töchterchen reicher Eltern, die kaum Zeit für sie haben. Anton arbeitet bis tief in die Nacht, um seine arme, kranke Mutter zu unterstützen. Um für Antons Mutter einen Urlaub im Gebirge zu finanzieren, verkauft Pünktchen nachts Streichhölzer auf der Straße. Bezaubernder, vergnüglicher und für kleine Zuschauer lehrreicher Kinderfilm, der auf Erich Kästners gleichnamigem Kinderbuchklassiker beruht. Im Vergleich zur Vorlage wurden einige sozialkritische Spitzen geglättet. BRD/A 1953; 90 Min.; Regie: Thomas Engel

USA 1971; 91 Min.; Regie: Hal Ashby; Musik: Cat Stevens; mit Bud Cort und Ruth Gordon; ab 12 J.; Engl. OmU

Wir bieten Ihnen jederzeit die Möglichkeit, in unseren Filmtheatern Schulvorstellungen zu buchen, mit Filmen, die wir für besonders empfehlenswert halten und/oder die ein literarisches, gesellschaftliches oder politisches Thema behandeln und dadurch gerade zur Unterrichtsergänzung geeignet sind.

Unser Angebot ist jedoch nicht auf die unten genannten Filmtitel beschränkt. Wir können Ihnen alle Filme zeigen, die aktuell in unseren Kinos laufen, und versuchen auch darüber hinaus, alle Filmwünsche zu erfüllen. Schulvorstellungen können Sie telefonisch buchen unter 0201 / 289 550 (Mo. – Fr. 10-16 Uhr)

Hannah Arendt

Taste the Waste

Regisseurin Margarethe von Trotta gelingt mit „Hannah Arendt“ das überzeugende Portrait einer mutigen und entschlossenen Frau, die bereit ist, trotz aller Hindernisse und Oppositionen ihre Meinung überlegt und unabhängig zu äußern. Ein kluger und anregender Film und ein reflektiertes Plädoyer für unbequeme Wahrheiten.

Das ist wissenswert für Schüler und Lehrer: Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll, das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Es ist ein weltweites System: Alles soll jederzeit verfügbar sein, Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an.

Lincoln

The King's Speech

Steven Spielbergs ungewöhnlichster Film ist ein episches Kammerspiel, das Action als verbal intensive Konfrontationen und Diskussionen in Plenarsälen, Privatzimmern und Büros definiert. Leidenschaftlich wird von Männern mit Bart argumentiert, Lincoln mit Pathos und Volksnähe ein Denkmal gesetzt, aber die Themen und wie sie hier verhandelt werden, haben Brisanz für die Gegenwart.

Bewegendes und pointiertes Drama über King George VI, der sich an einen australischen Sprachtherapeuten wendet, um vor einer wichtigen Rede Herr über sein unkontrollierbares Stottern zu werden. Der Film ist pointiert und gewitzt geschrieben - und einfach unwiderstehlich, nicht zuletzt dank seiner beiden Hauptdarsteller Colin Firth und Geoffrey Rush, die jede Szene zum puren Filmgenuss machen.

Die Abenteuer des Huck Finn

Tom Sawyer

Grimme-Preisträger Sascha Arango konzentriert sich in seinem eher gemächlich entwickelten Skript auf die Schlüsselmomente der Vorlage, arbeitet Mark Twains Gesellschaftskritik geschickt mit ein, setzt aber vor allem auf familienfreundliche Unterhaltung, bei der er Anleihen beim klassischen Western nimmt. Mit deftigem Spielwitz agiert das deutsche All-Star-Ensemble.

Die deutsche Mark-Twain-Verfilmung frischt den Klassiker der Jugendbuchliteratur zeitgemäß auf und ist ein einzigartiges Vergnügen. Hermine Huntgeburths charmant-amüsante Adaption gefällt mit liebevoller Ausstattung, guten Kinderdarstellern und einem Ton, der das Bedrohliche nie das Idyllisch-Harmonische dominieren lässt.

Kriegerin

Vorstadtkrokodile 1, 2 oder 3

Die 20jährige Marisa gehört zu einer rechtsradikalen Jugendclique in einer ostdeutschen Kleinstadt. Ihr Leben ist geprägt von Orientierungslosigkeit. Nur zu ihrem kranken Opa hat sie noch wirklich Vertrauen. Als die Gewalt ihrer Clique gegen Unschuldige immer stärker eskaliert, beginnt Marisa ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen.

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Eine Clique, Vorurteile, Mutproben, etwas geht schief. Ein neues Abenteuer jagt das nächste. Man verliebt sich, erlebt Höhen und Tiefen, aber nicht allein, und wird schließlich auch älter. Die verdächtigen Jugendthemen Zusammenhalt, Freundschaft und Abenteuerlust werden zum Thema gemacht und sind hoch aktuell und somit für alle Alterklassen geeignet.


LICHTBURG

52. JAHRGANG | 12.2013

Lichtburg und Sabu Eintrittspreise Dienstag = Kinotag (außer an Feiertagen) LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 5,50 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 6,50 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 7,50 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 9,50 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 6,50 € Montag + Mittwoch + Donnerstag (außer an Feiertagen) LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 7,00 € | ermäßigt 6,00 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 11,00 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € Freitag bis Sonntag und an Feiertagen LICHTBURG Parkett (696 Plätze) 8,00 € | ermäßigt 7,00 € LICHTBURG Rang (251 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 € LICHTBURG Balkon (149 Plätze) 10,00 € | ermäßigt 9,00 € LICHTBURG Balkon Loge (83 Plätze) 12,00 € SABU in der Lichtburg (150 Plätze) 9,00 € | ermäßigt 8,00 €

Kettwiger Str. 36 45127 Essen Telefon 0201/23 10 23 Programmansage 0201/23 10 24 Deutschlands größter Filmpalast 1250 Plätze, 150 qm Leinwand, Projektion: Digital (HFR, 3D), 35 mm, 70 mm Günstig in die LICHTBURG Dienstag ist Kinotag Eintritt ab 5,50 € (außer an Feiertagen) (Bei Überlänge Preisaufschlag).

Preisaufschläge bei Vorführungen in 3D (3 €) und bei Überlänge. Für Sonderveranstaltungen und Premieren gelten gesonderte Preise.

1,- € Ermäßigung zu allen Vorstellungen an allen Tagen (außer Di.): Für Schüler und Studenten, Senioren ab 60 Jahren, Schwerbehinderte (ab 80 %) und Kinder bis einschl. 11 Jahren.

Die Ermäßigung von 1,00 € erhalten: KINDER bis einschl. 11 Jahre (ggf. Altersnachweis erforderlich) FAMILIEN 1 Erw. mit 1 Kind oder 1-2 Erw. mit mind. 2 Kindern bis einschl. 16 Jahre SCHÜLER & STUDENTEN bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises SENIOREN ab 60 Jahre (ggf. Altersnachweis erforderlich) SCHWERBEHINDERTE bei Vorlage eines Ausweises mit mind. 80% Gildepass-Inhaber

Jeder Tag ist Familientag 1 Erw. mit 1 Kind oder 1-2 Erw. mit mind. 2 Kindern bis einschl. 16 J. zahlen ab 6,- € pro Person

Unser Programmservice

Wir zeigen vor allen Vorstellungen nur ein kurzes Vorprogramm von ca. 10-15 Minuten! Die Kasse öffnet werktags immer um 12.00 Uhr, sonntags um 15.00 Uhr!

Bestuhlungsplan Lichtburg

Das aktuelle Wochenprogramm erfahren Sie durch unsere DonnerstagsInserate in WAZ und NRZ, sowie unter www.lichtburg-essen.de

Ab 4. September in der Lichtburg

Der zweite Saal in der LICHTBURG 150 Plätze, Dolby Digital u. DTS

Balkon Loge Balkon Rang Parkett

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52. JAHRGANG | 12.2013

ESSENER FILMKUNSTTHEATER

Die Essener Filmkunsttheater Eintrittspreise: Parkett: 8,00 €, Loge: 9,00 € Parkett ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisauf­schlag!

Steeler Straße 208-212 45138 Essen Tel.: 0201/27 55 55 Eröffnet 1955 - Filmkunsttheater seit 1980. 400 Plätze, Großbildleinwand, Digitale und analoge Projektion (35mm, 70mm), Bühne, Wur­litzerStummfilmorgel, Kino­museum, Café. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­ res­programm.

Kinderkino (jeden Sonntag um 13.00 Uhr): Erwachsene 5,00 €, Kinder bis 12 Jahre 4,00 € Anfahrt per ÖPNV: Linie 109, Haltestelle Wörthstraße

theatern (1991) regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jahresprogramm. Rüttenscheider Straße 2 45128 Essen, Tel. 0201 / 439 366 33 Ältestes Filmtheater des Ruhrgebiets – 250 Plätze Eröffnet 1924, teilweise zerstört in den letzten Kriegstagen – 2001 wegen Statikproblemen des Glückaufhauses geschlossen, durch Spenden von Bürgern und Landesmitteln ermöglichte Wiedererrichtung. Wiedereröffnet am 18.12.2009. Seit der Zugehörigkeit zu den Essener Filmkunst-

Eintrittspreise: Parkett: 8,00 €, Loge: 9,00 € Parkett ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisauf­schlag!

Öffnungszeiten tägl. von 10.00 bis 24.00 Uhr (freitags und samstags bis 1.00 Uhr) Frühstück Täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr

Eintrittspreise: 8,00 € Ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag!

Teichstraße 2 45127 Essen Tel.: 0201/27 55 55 Essens größtes Filmkunsttheater. Er­öff­net 1958 - Filmkunsttheater seit 1995. Astra: 432 Plätze, Digitale und analoge Projektion, Luna: 80 Plätze. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­res­programm.

Galerie Cinema

Anfahrt per ÖPNV: div. Linien, Halte­stelle Hauptbahnhof

Eintrittspreise: 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 6,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag!

Julienstraße 73 45130 Essen Tel.: 0201/77 84 94

Samstags 16.30 Uhr, Ziemlich beste Freunde: 6,00 €

Seit 1971 das kleine Kino mit dem be­son­deren Charme. 45 Plätze, Digitale und analoge Projektion; Schul- und Sondervorstellung möglich. Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jah­res­programm.

Sonntags 17.00 Uhr, HAROLD & MAUDE: 6,00 € Anfahrt per ÖPNV: Linie U11 u. 107, Haltestelle Martinstraße Linie 160, Paulinenstraße

Regelmäßig ausgezeichnet für das hervorragende Jahresprogramm. MedienHaus, Synagogenplatz 3 45468 Mülheim an der Ruhr Tel. 0208 / 740 383 83 Mülheims einziges Filmkunsttheater. Eröffnet 1995, ruhender Spielbetrieb ab März 2007. Im Oktober 2009 Wiedereröffnung am neuen Standort im MedienHaus Mülheim. 80 Plätze, Dolby SR, 1 Rollstuhlplatz

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Gefördert durch

Eintrittspreise: 8,00 € Ermäßigt (Inhaber eines Gildepasses, Schüler, Studenten, Senioren ab 60 J.): 7,00 € Montag - Kinotag (außer feiertags): 7,00 € Bei Filmen mit Überlänge Preisaufschlag! Anfahrt per ÖPNV: Div. Linien, Haltestelle Hauptbahnhof Div. Linien, Haltestelle Rathausmarkt

Impressum Herausgeber: ART & WEISE Film, Hanns-Peter Hüster Auflage: 30.000 Redaktion: Christiane Hüls, Marianne Menze Gestaltung: Christiane Hüls, Claudia Hagedorn Druck: WAZ-Druck, Duisburg


Adèle Exarchopoulus

GEWINNER GOLDENE PALME

FESTIVAL DE CANNES

Léa Seydoux

„ Jede Minute faszinierend.“ DIE WELT

„Ein echtes Kinowunder!“ KINO-ZEIT.DE

EIN FILM VON

ABDELLATIF KECHICHE

LA VIE D’ADÈLE, chapitres 1 & 2 WWW.BLAUISTEINEWARMEFARBE.DE

Ab 19. Dezember im Kino

Filmspiegel 12/2013