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AMMONITENHERZ von Tanja Schierding Brennende Liebe, fesselnde Leidenschaft und ein Vertrauensmissbrauch, der das ganze Leben verändert Es begann mit einer kleinen Lüge, einem harmlosen Schwindel, um der Liebe seines Lebens einen Gefallen zu tun. Sich als Steam Master auszugeben, um an Lydias Seite die feierliche Eröffnung des Londoner BDSM-Hotels „Aethernanox“ zu erleben und für einen Abend in die schillernde Welt Lord Cundringhams einzutauchen. Doch ehe sich Uhrmacher Corben Flint versieht, holt ihn seine Maskerade ein. Schlimmer noch, mit jedem Schritt zieht es ihn tiefer hinein in einen Sog aus Intrigen, Lügen und Verrat. Sein Ziel, Lydia aus den Fängen ihres Masters zu befreien und mit ihr durchzubrennen, rückt in immer weitere Ferne. In den elitären Kreisen, in denen gesellschaftliche Konventionen keine Rolle mehr zu spielen scheinen, versucht Corben verzweifelt, seine Integrität zu wahren. Doch wie viele Menschenleben ist die Liebe zu Lydia wert?

356 ISBN: 978-3-946376-46-0 mit fünf Fotografien


1 Corben London 1897 Die Kutsche erreichte den Außenbezirk von London bereits am späten Nachmittag. Sowohl Corben Flint als auch Lydia konnten es kaum erwarten, das unkomfortable Gefährt gegen die Bequemlichkeit des Aethernanox zu tauschen, trotzdem warteten sie geduldig in Sichtweite des Etablissements. Wobei Lydia mit vorrückendem Stundenzeiger immer angespannter wurde. Corben vermutete, dass dies an dem Keuschheitsgürtel lag, den sie während der Fahrt durch das halbe Königreich zu tragen gezwungen gewesen war. Immer wieder hatte Corben mit dem Gedanken gespielt, sie von ihrem Leid zu erlösen und die Fahrt aufregender zu gestalten, aber das ewige, unrhythmische Geschaukel der Kutsche hatte jeglichen Gedanken an amouröse Abenteuer schnell im Keim erstickt. Ihr Plan bestand darin, ganz knapp vor der großen Eröffnung einzutreffen, um dem Besitzer des Hotels, Lord Cundringham, aus dem Weg zu gehen. Wenn sie erst mit Öffnung der verheißungsvollen Pforten hineingingen, konnten sie in der Masse der Besucher untertauchen. Denn sobald sie das Aethernanox betraten, würde er nicht mehr Corben Flint, sondern Lord Randall Pidcock sein. Auch wenn Lydia ihm versichert hatte, dass weder Lord Cundringham noch andere Gäste Randall Pidcock persönlich kannten, so fürchtete Corben doch aufzufliegen. Er selbst war ein einfacher Mann und nicht in einem solch herrschaftlichen Umfeld aufgewachsen. Natürlich wusste er sich zu benehmen, aber den ›Stallgeruch‹, an dem sich die Elite des Landes anscheinend zu erkennen schien, konnte man nicht erlernen.


Entweder man wurde damit geboren, oder man erkaufte ihn sich. Corben war im Begriff, ihn sich zu erschwindeln. Er hatte keine Vorstellung davon, welche Strafe Hochstapler erwartete und er wollte das auch lieber nicht so genau wissen. Er hatte sich nur Lydia zuliebe auf diese Sache eingelassen. Schließlich hatte sie ihm gegenüber sehr deutlich gemacht, wie wichtig ihr der Besuch des Aethernanox war. Sie glücklich zu sehen, war ihm das große Risiko wert. Immer wieder griff Corben zu seiner Taschenuhr. Eine Viertelstunde, bevor die Uhr Sieben zeigte, klopfte er an die Kabinenwand und signalisierte dem Kutscher, das Gefährt vor den Eingang des Hotels zu bringen. »Es ist soweit, mein Engel. Sobald wir durch diese Tür sind, gibt es kein Zurück«, flüsterte er Lydia zu, als er ihr kurz darauf aus der Kutsche half. Sie mussten sich den Weg bis zum Eingang durch eine dicht gedrängte Menschentraube erkämpfen. Am Einlass standen zwei bullige Türsteher, die die Schar der Gäste wachsam im Auge behielten und auf das Signal zur Eröffnung warteten. Corben zog die Einladung aus der Manteltasche und reichte sie einem der beiden Männer. Dieser tippte sich an den Hut. »Lord Pidcock, herzlich willkommen im Aethernanox. Sie werden am Empfang erwartet.« Dann öffnete er ihnen einen Spalt breit. Die Wartenden streckten neugierig ihre Hälse, um einen Blick ins Innere zu erhaschen, doch sobald die beiden hineingeschlüpft waren wurde sofort wieder verschlossen. Suchend sah Corben sich um. Pompös und intensiv waren zwei Wörter, die sich ihm aufdrängten. Zuerst fesselten die Deckenpfeiler seinen Blick. Rot leuchtende Röhren schlangen sich derart darum, dass sie wie Adern wirkten. Als wäre das Aethernanox kein Gebäude, sondern ein lebendiges Wesen. Das leichte Pulsieren dieser ›Adern‹ unterstrich seinen Eindruck. Dann erregte ein vertrauter Anblick in der Empfangshalle seine Aufmerksamkeit: Eine luxuriöse und mit allerlei technischen Raffinessen ausgestattete Liebesschaukel, recht ähnlich der im Pidcock’schen Anwesen, aber ungleich imposanter in Szene gesetzt.


FINNURS SUCHE Als Finnur im Palast Sayid Deochs erwacht, hat er keine Vergangenheit. Nur das Gefühl zu fliegen, scheint ihm vertraut. Noch ehe er das Rätsel lösen kann, wird sein Vater, der Meister der Dynastie Deoch, angegriffen, und Finnur muss fliehen. Die gefährliche Suche nach dem Grund für seine Existenz führt ihn auf verschiedene Welten des Weltenkreises, zu neuen Erkenntnissen über seine Herkunft und zu neuen Gefährten. Immer auf der Flucht vor Lete Russom, dem Meister der einstmals untergegangenen Dynastie Aëdin, der seinen Sieg über Sayid Deoch nutzt, um noch mächtiger zu werden. Im Laufe der vergangenen Jahre hat Lete Russom Erinnerungen vieler Leben gesammelt, denn er fühlt sich berufen, den Weltenkreis vor dem langen Vergessen zu schützen. Er kann diese Erinnerungen an sich bringen, mit ihnen zaubern, sie verändern und benutzen. Aber was bleibt am Ende von der Wahrheit, wenn man sich nicht auf sein Gedächtnis verlassen kann?

560 ISBN: 978-3-946376-60-6 Mit farbigen Illustrationen


1 Erwachen Finnur, Pat’thara, Vel Satara Wer bin ich? Gedanken tauchten in seinem Kopf auf. Der tiefblaue Himmel schien endlos. Wind strömte unter ihm hinweg und vermittelte das Gefühl von Freiheit. Ein greller Lichtblitz erschien über ihm, tauchte alles in strahlendes Licht. Es erfüllte die Welt, veränderte sie. Doch dann verblassten die Bilder, und Dunkelheit kehrte zurück. Wer bin ich?, fragte er sich noch einmal. Finnur. Mehr als der Name existierte nicht in seinem Geist. Sein Herz schlug schneller. Kalte Luft strich über seine Haut, und der Boden unter seinem Rücken fühlte sich hart an. »Er sieht gesund aus«, flüsterte eine Stimme in der Ferne. Finnur wurde unruhig. Um ihn herum gab es mehr. Verwirrt suchte er in seinen Erinnerungen, aber er fand nichts. »Bist du wach?«, fragte jemand direkt neben ihm. Erschrocken zuckte Finnur zusammen. Er schlug die Augen auf, und das Licht blendete ihn. »Lass dir Zeit«, sprach der andere. Finnurs Puls beschleunigte sich. Der Fremde schien ihn zu beobachten und jede seiner Regungen genau zu betrachten. »Wer ...«, begann Finnur, doch sein Mund war trocken. »Wer bist du?«, wiederholte er seine Frage. »Kallio«, flüsterte der andere sanft, »dein Bruder.« Bruder? »Du weißt nicht, was ein Bruder ist«, erriet Kallio die Gedanken. »Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, mir ging es vor drei Wochen genauso.«


Finnur entspannte sich. Zum einen beruhigte ihn die Stimme des Unbekannten. Sie flößte ihm Vertrauen ein. Kallio sprach davon, dass sie dasselbe Schicksal teilten. »Wir haben denselben Vater. Sayid Deoch«, erklärte Kallio. »Er hat uns das Leben geschenkt.« Die Gedanken in Finnurs Kopf kreisten immer schneller. Vater war dafür verantwortlich, dass er existierte und wahrnahm, was um ihn passierte. Er befand sich an diesem Ort, gemeinsam mit jemandem, der wie er war, der das Schicksal mit ihm teilte. Trotz der blendenden Helligkeit öffnete er erneut die Augen. Über ihm befand sich eine graue Decke. In seinem Kopf bildete sich die Vorstellung einer harten, kalten Substanz, die sich nur sehr schwer formen ließ und meistens eingesetzt wurde, um Gebäude zu bauen. Finnur erkannte, dass er doch nicht ganz unwissend war. Er wusste nicht, was sich in seinem Gedächtnis verbarg, aber vollkommene Leere herrschte nicht. Jemand beugte sich über ihn. Blaue Augen unter schmalen Augenbrauen musterten ihn aus einem runden Gesicht. Die dunkelblonden Haare strebten wild in alle Richtungen. Ein breites Grinsen lag auf seinen Lippen. »Kallio?«, fragte Finnur. Das Grinsen verbreiterte sich. »Immerhin bist du nicht ganz dumm.« Kallios Gesicht verschwand aus Finnurs Sichtfeld. »Setz dich auf«, forderte Kallio. Wieder überlegte Finnur, was sein Bruder meinen könnte, und die Vorstellung eines stehenden Menschen tauchte in ihm auf. Er musste seinem Körper befehlen, sich zu bewegen. Doch er wusste nicht, wie er es anstellen sollte. »Einfach probieren«, riet ihm Kallio. Finnur atmete tief durch und richtete sich auf. Gleich darauf spürte er, wie sein Kopf sich bewegte. Vor seinen Augen tauchte eine Wand auf, die sich nur durch eine hölzerne Tür von der Decke unterschied.


Erinnerungen sind Magie. Erinnerungen geben den Zauberern Isdras mehr Macht als jede Waffe und jede Maschine auf dieser Welt. Doch der Orden von Tall Zadorn missbraucht diese Macht, um die Schatten der Vergangenheit zu erwecken. Die einzigen, die einflussreich genug sind, sich gegen den Fürsten von Tall Zadorn zu erheben, sind die Brüder Holrit. Mit ihrer Streitmacht fordern sie die Diener des Dunklen Herrn heraus und streben nach der Herrschaft über die Dynastie. Der Taschendieb Jad’her aus Makhadeva wird in die Kämpfe hineingezogen, als ihm ein Unbekannter einen Zettel zusteckt und gleich darauf vor seinen Augen stirbt. Jad’her muss fliehen und begibt sich zusammen mit seinen Gefährten auf die Suche nach dem Wort des Schöpfers - einer Macht, die die Welt verändern kann. Aber wird er die Aufgabe meistern oder kommt ihm der Dunkle Herr zuvor?


»Es ist die Hoffnung, die den schiffbrüchigen Matrosen mitten im Meer veranlasst, mit seinen Armen zu rudern, obwohl kein Land in Sicht ist.« Ovid // Publius Ovidius Naso

Nach dem Verrat des schwarzen Prinzen wird die Gestaltwandlerin Thyra-Fiah in Russland gefangen gehalten, um einer wahnsinnigen Waldelfe als Waffe und Versuchsobjekt zu dienen. Sie hat sich ihren Widersachern nur ergeben, um ihren Bruder Maykil zu retten, von dem bisher jede Spur fehlt. Zu ihrem Entsetzen ist sie nicht die einzige Gefangene - auch Prinz Joseph teilt ihr Schicksal an diesem Ort. Und so kämpft Thyra-Fiah nicht nur mit allen Mitteln gegen den Basilisken in ihr, sondern auch gegen die einnehmende Anziehungskraft des Prinzen, die sich wie blaues Feuer in ihrer Seele eingenistet hat. Dabei hat sie sich geschworen, ihm nie wieder zu vertrauen ...


DIE SONNE UND IHR MOND

3 König Louis XIV hat nach dem Tod seiner geliebten Königin Louise allen Lebensmut verloren: Die Umstände ihres Todes sind rätselhaft, aber die politische Situation verdammt ihn zum Schweigen. Stattdessen schreibt er. Als es heißt: „Le Roy est mort!", erhalten seine Kinder Briefe, mit denen das Schicksal Frankreichs in ihren Händen liegt. Sie setzen alles daran, die wahre Geschichte der großen, alles überdauernden Liebe ihrer Eltern zu erzählen und ihr Erbe anzutreten. Sie gehen zurück zu den Anfängen: den Jahren 1660 und 1661.

382 Preis: 15,90 Euro ISBN: 978-3-946376-62-0


Prologue III Si Dieu pouvait tout à coup être condamné à vivre la vie qu’il inflige à l’homme, il se tuerait. Wäre Gott plötzlich dazu verdammt, das Leben zu erleben, das er den Menschen auferlegt, würde er sich umbringen. Alexandre Dumas

Château de Versailles, August 1715 Aus den Aufzeichnungen des Königs Louis XIV8 Ich hasste es. Jedes Mal, wenn ich gezwungen war, ein Todesurteil zu unterzeichnen, hasste ich, dafür meine Unterschrift leisten zu müssen. Doch ich tat es, etliche Male. Danach überkam mich häufig eine solche Übelkeit, dass ich mich in der Stille unserer privaten Gemächer erbrach. In der Nacht suchte ich den Leib meiner Frau, meinen warmen, weichen Trost gegen die Härte dieser Welt. Der König steht nicht über dem Gesetz. Er macht das Gesetz, er vertritt das Gesetz. Doch er ist auch das Gesetz, das durch die Ahnen, die Herrscher vor ihm, überantwortet worden ist. Ein König darf nicht zu weich sein. Gütig, ja, mon Dieu, wie sehr habe ich mich darum bemüht, ein gütiger Herrscher zu sein. Aber nicht ⁸ Louis XIV (1638-1715), König von Frankreich und Navarra, siehe Personenverzeichnis


weich. Nicht zu nachgiebig, denn die geifernden Hunde zu den Stufen des Throns warten schon. Die Gefahr für den König geht nicht vom Volk aus, sondern von denen, die ihm am nächsten sind. Gleiches gilt für Gefahr für die Königin. Diese Gefahr habe ich unterschätzt. Und nun, da ich weiß, wer mir meine Frau genommen hat aus den übelsten Motiven des menschlichen Daseins, verfluche ich mich dafür, nicht hart sein zu können. Würde ich die Liste der Täter offenbaren, geriete das Königreich ins Wanken. Allein das geschriebene Wort bleibt mir, um mein Gewissen zu erleichtern, weil ich die Mörder meiner Frau entkommen lasse, mehr noch. Meine Strafe ist es, diese Verbrecher in meiner Nähe zu wissen, sie zu ertragen, in ihre Gesichter zu sehen und zu wissen, dass sie wissen. Der König steht nicht über dem Gesetz. Dem Staate gebührt immer und in allen Dingen der Vorrang. Louise, vergib mir. Pardonne-moi.


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