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ENERGIE KONZEPTE UND PROJEKTE für die Energiewende Ein Anzeigen-Spezial Ihrer Tageszeitung | Dienstag, 3. Dezember 2019

Hier dreht sich was 16 Bundesländer, 16 Initiativen, eine Botschaft: Zeit, dass sich was dreht. Deutschland, einst Primus im Klimaschutz, rangiert im Klimaschutz-Index 2019 nur auf Rang 27. Dass sich politisch etwas bewegt, darauf warten viele Energiekonzerne, Automobilunternehmen, Anlagentechniker, Wissenschaftler, Chemie­produzenten und Nahverkehrsplaner nicht mehr und handeln selbst. Gerade in Schlüsselsektoren wie Transport und Logistik, Stahl und Chemie wird ein Umlenken gefordert auch aufgrund handfester Wirtschaftsinteressen: Inzwischen liegt der Preis für eine Tonne CO2-Verschmutzung bei knapp 30 Euro – ­Tendenz steigend. Bis 2050 soll deshalb die Kohle durch Wasserstoff aus regenerativen Energien ersetzt werden. So will beispielsweise Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern, die Salzgitter AG, den Pfad der Dekarbonisierung einschlagen und investiert dafür Milliarden in den Umbau. Wasserstoff statt Kohle im Stahlsektor würde bis zu elf Prozent der deutschen Emissionen einsparen. Technologiewandel, Entkopplung, Effizienzsteigerung und intelligentere Produktionssteuerung – das findet inzwischen auch in ­anderen Branchen statt. Die Verlagsbeilage ENERGIE zeigt, welche Klimaschutzkonzepte derzeit schon in 16 Bundesländern umgesetzt werden.

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ENERGIE

SACHSEN Projekt: Leuchtturmstadt Leipzig Energie: Energiemanagement In Leipzig wird tagtäglich Energiezukunft gemacht: Die Sachsen-Metropole ist Leuchtturmstadt im Rahmen eines Versuchsprojekts der EU für hochmodernes Energiemanagement. „Horizon 2020: Smart Cities and Communities“ heißt das europäische Förderprogramm, aus dem heraus die Stadt mit 5,5 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren gefördert wird. In Leipzig soll damit ein sogenanntes Energiequartier in Lindenau ausgebaut werden. Das Ziel ist mehr Energieeffizienz durch innovative EnergiespeicherTechnologien, intelligente Gebäudesteuerung und Ver­netzung. Die Zukunft der Energiewirtschaft besteht bei der Stromerzeugung aus kleineren, auch privaten Kraftwerken, die diese Energie aus Sonne und Wind herstellen. Der so gewonnene Strom wird in Pufferspeicher ­gespeist, die in Gebäuden als auch in Autos installiert werden. Hochmoderne Stromzähler erfassen sehr genau und schnell Verbrauchsdaten, sodass Kraftwerkskapazitäten und Speicher bedarfsgenau geplant und aufeinander abgestimmt werden können. Der Begriff „Schwarmkraftwerke“ bekommt hier langsam immer mehr Bedeutung. Neben Leipzig sind sechs weitere europäische Städte an dem Projekt beteiligt, die mit über 100 Einzelideen zeigen wollen, wie intelligente Energiesysteme in Städten aufgebaut werden können. Espoo (Finnland), Reykjavik (Island), Maia (Portugal), Lviv (Ukraine), Kifisia (Griechenland) und Kladno (Tschechien) streben dabei eine Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen um 64 Prozent an, wollen den Anteil erneuerbarer Energien um 65 Prozent steigern und 53 Prozent Energie einsparen.

KLIMASCHUTZKONZEPTE IN 16 BUNDESLÄNDERN

THÜRINGEN

Foto: Michal Jarmoluk/Pixabay

Was 1880 an der Werra mit dem ersten Kraftwerk begann, deckt heute bereits 3,6 Prozent der erneuerbaren Energien in Thüringen ab: Die Wasserkraft ist in dem Freistaat ein wichtiger Faktor der Energiewende. Aktuell erwirtschaften laut der Agentur für Erneuerbare Energien 205 Wasserkraftwerke mit einer Leistung von 31 Megawatt rund­ 190 Millionen Kilowattstunden Strom in dem Bundesland. Die Wasserkraft hat für Thüringen kulturhistorische Bedeutung und trägt zur Netzstabilität bei. Daher fördert das Land nicht nur den Erhalt kleiner Wasserkraftanlagen, sondern regt ein Bundesförderprogramm an.

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Foto: Andreas Schmidt

Projekt: Wasserkraft in Thüringen Energie: Wasser

SACHSEN-ANHALT Projekt: Erdgas-Pilotprojekt Schopsdorf Energie: Ökogas

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Mit der Energiewende wird die Stromversorgung dezentraler und digitaler. Dafür entwickeln wir zusammen mit Partnern aus der Region leistungsstarke Technologien und intelligente Programme. Diese vernetzen Erzeuger und Verbraucher effizient miteinander. Mehr erfahren unter www.enviaM-Gruppe.de

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Foto: PublikDomainPictures/Pixabay

In Schopsdorf im Jerichower Land wird Ökogas in einem Pilotprojekt getestet. Dabei wird dem Erdgas im Verteilnetz bis zu 20 Prozent Wasserstoff hinzugefügt. Ein so mit grünem Wasserstoff angereichertes Erdgas ist bei der ­Wärmenutzung – zum Beispiel beim Kochen oder Heizen – deutlich kohlenstoffärmer. In dem Test, der sechs Monate läuft, wird zunächst noch sogenannter grauer, also kein CO2-neutraler Wasserstoff, eingesetzt. Der Energiekonzern Avacon, der den Testlauf als Tochterunternehmen von E.on gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasser­faches (DVGW) betreibt, will in Zukunft aber verstärkt Wasserstoff aus grüner Produktion nutzen. Das Pilotprojekt in Schopsdorf ist Teil der E.on-Initiative „Grünes Gas aus Grünem Strom“. Schopsdorf ist laut Avacon für das Projekt besonders gut geeignet, weil dort eine Insellösung besteht, die sich auf große Netze übertragen lässt. Betroffen davon sind insgesamt 400 Haushalte, die erst einmal auf ihre Wasserstoffverträglichkeit hin geprüft werden. Bisher gibt es nur Labortests zu dem Thema.


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Dienstag, 3. Dezember 2019

MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Der größte Offshore-Windpark in der Ostsee kann gebaut werden: Für den Windpark Gennaker mit 103 Windenergieanlagen ist das Genehmigungsverfahren abgeschlossen worden. Der Bremer Projektentwickler WPD nutzt dafür Windenergieanlagen von Siemens mit einer Leistung von acht Megawatt und einem Rotordurchmesser von 154 Metern. Der neue Windpark soll 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und 24 Kilometer westlich der Insel Hiddensee in der Ostsee installiert werden.

BERLIN

BRANDENBURG

Klimaschutz im Haushalt ist nicht schwer So werden Strom und Wasser gespart

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und ein Viertel des Stroms und Erdgases in Deutschland verbrauchen private Haushalte. Das Heizen macht 70 Prozent des Gesamtverbrauchs aus und ist damit der größte Energiefresser. Dabei kann jeder in seinem Haushalt Energie sparen. Gegen hohe Heizkosten hilft, Fenster nicht dauerhaft zu kippen, sondern lieber zweimal am Tag für fünf bis zehn Minuten stoßzulüften. Beim Heizen reichen 20 Grad im Wohnbereich, im Schlafzimmer 17 Grad. Nachts wird der Wärmeverlust um 20 Prozent reduziert, wenn Rollläden oder Vorhänge geschlossen sind. Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühlampen. Multimedia-Geräte sollten nach der Benutzung ausgeschaltet, Ladegeräte

Mit der iONA-App kann man Stromfresser im Haushalt aufspüren. Foto: enviaM

direkt nach dem Ladevorgang aus der Steckdose gezogen werden. Bei neuen Fernsehgeräten sind Helligkeit und Kontrast meist unnötigerweise sehr hoch eingestellt. Diese Einstellungen nach unten zu korrigieren, spart effizient Strom. Die Warmwasserbereitung hat einen Anteil von 14 Prozent am Gesamtenergiebedarf. Vollbäder verbrauchen 200 Liter Wasser und damit doppelt so viel wie eine zehnminütige Dusche. Mit einem wassersparenden Duschkopf kann der Verbrauch noch mal um 40 Prozent reduziert werden. Bei der Waschmaschine sollte man auf die optimale Befüllung der Trommel achten: fünf bis sechs Kilogramm bei Koch- und Buntwäsche, zwei Kilogramm bei pflegeleichter oder Feinwäsche und maximal ein Kilogramm bei Wolle. Maschinelles Trocknen verbraucht etwa doppelt so viel Strom wie das Waschen. Haushalts- und Küchengeräte verursachen etwa zehn Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Aus einem Wasserhahn laufen durchschnittlich 20 Liter Warmwasser pro Minute. Das entspricht einem Energieverbrauch von mehr als einer Kilowattstunde. Ein Geschirrspüler hat vergleichsweise einen niedrigeren Verbrauch für einen gesamten Spülvorgang. Beim Kochen gilt: Deckel auf den Topf und die passende Kochplatte wählen, denn sonst verbraucht es die dreifache Menge an Energie. Moderne Küchengeräte der Energieeffizienzklasse A+++ sparen langfristig Energie und Geld, veraltete Geräte verbrauchen zu viel Strom. Die Anfangsinvestition lohnt sich. Mit der iONA-App von enviaM kann man jederzeit sehen, wie viel Energie die Haushaltsgeräte verbrauchen und welche Kosten dabei entstehen.

Anzeigen-Spezial der Leipziger Volkszeitung

Projekt: Stromnetz-Kooperation Energie: Strom

Projekt: Wasserstoffwirtschaft Energie: Wasserstoff

Vattenfall geht auf das Land Berlin zu: „Wir wollen mit der Stadt Berlin kooperieren und würden das Netz dort gern gemeinsam betreiben“, sagte Vorstandschef Magnus Hall der „Welt am Sonntag“. Das Land Berlin möchte indes das Stromnetz der Stadt wieder selbst in die Hand nehmen, vom bisherigen Betreiber Vattenfall. Berlin will ­generell Privatisierungen der vergangenen Jahre rückgängig machen. Nachdem die Konzession für das Stromnetz des Senats an den Landesbetrieb Berlin Energie vergeben wurde, klagte die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin dagegen und errang bereits vor dem Landgericht einen Teilerfolg. Mit dem Vorschlag der Firma könnte nun auch ein Zeichen für Strom-Kooperationen an andere Bundesländer gesendet werden.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) will sein Land zum Vorreiter einer Wasserstoffwirtschaft machen. Allein bei der Installation von Elektrolyseuren an Windkraftanlagen, die elektrochemisch Wasser in Wasserstoff umwandeln, sieht er ein Potenzial von 7000 neuen Arbeitsplätzen. 2011 ist in Prenzlau das erste Hybridkraftwerk in Betrieb gegangen. In Falkenhagen wird Windkraft zur Wasserstoff-Erzeugung eingesetzt und Brandenburg hat insgesamt ein gut ausgebautes Gasnetz. Aktuell könnten schon 20 Prozent Wasserstoff eingeleitet werden. Weitere Projekte sieht der Minister von einer grünen Stahlindustrie in Eisenhüttenstadt bis zu grüner Chemie in Schwedt oder in Hybridantrieben für Flugzeuge, die der Triebwerkshersteller Rolls-Royce in Dahlewitz erforsche. Der Optimismus gründet sich auf eine Studie, die das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte.

IMPRESSUM – ENERGIE

Verlag und Herstellung: Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig Druck: MZ Druckereigesellschaft mbH, Fiete-Schulze-Straße 3, 06116 Halle Verantwortlich für Anzeigen: Arne Frank, Thomas Jochemko Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Jan Emendörfer Redaktion/Produktion: Simone Liss, Stefan Michaelis Content: dpa Titelfotos: dpa, Pixabay Layout: Anne Bittner

Gewinne können auch wachsen, ohne dass die Natur eingeht. Wie, weiß die

wirtschaft-bewegen.de/innovation-umwelt

Erstansprechpartner für Unternehmen zu Innovation und Umwelt: ƒ Einstiegsberatung und Information zu betrieblicher Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, verfügbaren Förderungen und Finanzierungshilfen ƒ Unterstützung bei abfall-, immissions- und wasserrechtlichen Fragestellungen ƒ Vermittlung von Beratern und Sachverständigen ƒ Förderung des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ƒ Interessenvertretung der Unternehmen bei innovations-, energie- und umweltpolitischen Themen aller Berufe und Branchen Qualifizierung von Auszubildenden zu Energie-Scouts: Auszubildende IHK zu Leipzig für die Teilnahme können sich jetzt zusammen mit ihren Ausbildungsbetrieben bei der Energiewende und Klimaschutz“ am Projekt „Energie-Scouts“ im Rahmen der „Mittelstandsinitiative outs bewerben. Mehr Informationen unter www.leipzig.ihk.de/energiesc

www.enviam.de 22411501_001119

Foto: Marcel Kessler/Pixabay

Projekt: Offshore-Windpark Gennaker Energie: Wind


4 BREMEN

BADEN-WÜRTTEMBERG

Projekt: Wasserstoff-Windenergie-Modellprojekt Bremerhaven Energie: Wasserstoff und Wind

Projekt: Wasserstoffbusse Stuttgart Energie: Wasserstoff

„Wasserstoff – grünes Gas für Bremerhaven“ heißt ein Modell­projekt, das der Bremer Senat jetzt beschlossen hat und ­damit gleich zwei Stützpfeilern der Energiewende ein Fundament gibt: Wasserstoff und Wind. Das Fraunhofer-­Institut für Windenergiesysteme IWES will in der Seestadt ein Elektrolyse-Testfeld aufbauen und die dortige Wasserstoff-Produktion mit Windenergie betreiben und erforschen. Auf dem ehemaligen Flugplatz Luneort befindet sich bereits eine Acht-Megawatt-Windenergieanlage, die IWES gemietet hat. Der damit erzeugte Strom soll für die Umwandlung in Wasserstoff durch Elektrolyse genutzt werden. Das Modellprojekt soll zunächst bis Dezember 2021 laufen, die Mittel von 20 Millionen Euro kommen jeweils zur Hälfe aus den Kassen der EU und des Landes. Dabei werden laut Prof. Dr. Carsten Fichter von der Hochschule Bremerhaven auch innovative Steuerungs- und Überwachungssysteme für die Netzstabilisierung und Speicher­methoden erforscht. Die Kopplung von Windstrom und Wasserstoff soll unter anderem dem Einsatz von alternativen Kraftstoffen für die maritime Wirtschaft und Schifffahrt dienen.

Im vom Feinstaub gebeutelten Stuttgart kann eine eigentlich alte Technologie ein Teil der Antwort auf CO2 sein: Wasserstoff. Zwei Linienbusse mit der sauberen Technologie sind im Stuttgarter Stadtverkehr unterwegs. Hersteller ist Mercedes-Benz, eine Tochter des in der Stadt beheimateten Autobauers Daimler. Der Bus mit der Bezeichnung Citaro hat seine Tanks auf dem Dach und seine Brennstoffzellen am Heck. Neben der Emissionsfreiheit hat die Batterie den Vorteil, dass sie kleiner ist als die eines reinen E-Fahrzeugs. Die baden-württembergische Landeshauptstadt hat wegen ständiger hoher Feinstaubwerte ältere Diesel-Fahrzeuge ausgesperrt, die Stuttgarter Straßenbahnen AG will mit den Testbussen ihren Beitrag für bessere Luft leisten. Wirklich ökologisch sinnvoll ist ein Wasserstoffbus allerdings erst, wenn der Energieträger mit Öko-Strom hergestellt wird. Bei Bussen bietet sich Wasserstoff an, weil damit ein kompletter Tageseinsatz ohne Zwischentanken möglich ist.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

ENERGIE

BAYERN Projekt: E-Lieferfuhrpark Deutsche Post DHL Starnberger See Energie: Strom Die Deutsche Post DHL wird immer elektrischer. Beispiel Starnberg in Bayern: Über die Hälfte des Fuhrparks ist dort inzwischen auf rein elektrisch betriebene Kleintransporter umgestellt worden. Die Streetscooter sind vergleichbar mit dem klassischen Verbrennungsmotor-Modell Sprinter. Vor drei Jahren hat der Austausch der Fahrzeuge bei der DHL Group begonnen, deutschlandweit sind inzwischen gut 9000 Elektroautos der Marke Streetscooter im Einsatz. Der Hersteller entstand 2010 durch eine Firmengründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. 2014 ist das Unternehmen von der Deutschen Post übernommen worden. Den Scooter gibt es in drei Transportergrößen. Die Deutsche Post DHL will bis zum Jahr 2025 mit seiner Flotte aus Elektrozweirädern und Elektrodreirädern bis zu 70 Prozent der Pakete zustellen oder abholen.

HAMBURG Projekt: Wasserstoffelektrolyseur Energie: Wasserstoff Im Hamburger Hafen soll die größte Wasserstoff-Elektrolyseanlage der Welt mit einer Leistung von 100 Megawatt entstehen. Der Hamburger Senat will noch in diesem Jahr die abschließende Entscheidung über den Bau treffen. Kosten: ein dreistelliger Millionenbetrag, der durch Fördermittel vom Bund und der EU ermöglicht werden soll. Die Stadt stellt die Fläche zur Verfügung. Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hat damit das Problem im Blick, dass die Energiewende noch an fehlenden Speichermöglichkeiten für Strom krankt. Dazu sei auch eine gemeinsame Wasserstoffstrategie der Nord-Länder in Arbeit, denn Wasserstoff soll mit Offshore-Windstrom auf See oder an Land erzeugt und anschließend gespeichert oder direkt verwendet werden. Damit sollen die in Anlagen auf der Nordsee erzeugten Strommengen effektiver genutzt werden.

SAARLAND Projekt: Reallabor HydroHub Fenne Energie: Wasserstoff Wasserstoff in industrieller Produktionsmenge: Das HydroHub Fenne im Saarland wird Reallabor, um den innovativen Energieträger unter zukunftsorientierten Bedingungen herzustellen. Am Standort des STEAG-Kraftwerks produzieren die Projektpartner Siemens, DFKI und IZES mithilfe eines Elektrolyseurs Wasserstoff, der zunächst an nahege­legene Stahlunternehmen geliefert und in Zukunft für verschiedene Zwecke eingesetzt werden soll. Unter anderem soll der Wasserstoff öffentliche Wasserstoff-Tankstellen im Saarland versorgen. Für seine Herstellung wird Strom aus Wind und Sonne genutzt. Die Wärme, die dabei entsteht, wird in den Fernwärmeverbund Saar (FVS) der STEAG gespeist. Für das Saarland ist das Reallabor ein Schritt im Strukturwandel weg von der Kohle. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt im Rahmen seines Energieforschungsprogramms zunächst mit 100 Millionen Euro pro Jahr.

NIEDERSACHSEN

Die Salzgitter AG klotzt weiter beim Thema Wasserstoff: Das zu den in diesem Bereich zu den Pionieren zählende Unternehmen will bis Mitte 2020 zwei weitere Elektrolyseure errichten. Im Hüttenwerk Salzgitter – Deutschlands zweitgrößter Stahlstandort – wird der Energieträger bereits in einem eigenen Elektrolyseur gewonnen und bei der Veredelung von Rohstahl eingesetzt. Nach den Plänen der Salzgitter AG soll das gesamte Werk zum größten Teil dekarbonisiert werden. Der grüne Wasserstoff soll somit die Kohle ablösen und damit die traditionell mit Abstand größte Emissionsquelle eines Stahlwerks. Um dieses Ziel zu erreichen, plant das Unternehmen die Produktion in Zwischenschritten so umzubauen, dass Wasserstoff und zunächst Erdgas parallel eingesetzt werden.

Foto: Analogicus/Pixabay

Projekt: Elektrolyseure Salzgitter AG Energie: Wasserstoff

NORDRHEIN-WESTFALEN SCHLESWIG-HOLSTEIN

Projekt: Forschungsfabrik für Batteriezellen Energie: Strom

Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Projekt: Hochleistungserdkabel Energie: Strom

In Münster wird Deutschlands erste Forschungsfabrik für Batteriezellen angesiedelt. Dabei geht es um die Erforschung von leistungsfähigen Speichertechnologien, die vor allem in der Energie- und Autoindustrie in Zukunft benötigt werden. Nicht nur E-Autos brauchen eine starke Batteriepower, um gute Reichweiten zu erzielen. Das Speichern von Strom aus erneuerbaren Energien auf stationäre Energiespeicher ist laut der Fraunhofer-Gesellschaft als Trägerin der Forschungsfabrik ein zentrales Thema des Energieumbaus. Wiederverwertet werden sollen die Batterien im nicht weit von Münster entfernten Ibbenbüren. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) war mit der Entscheidung für den Standort in die Kritik geraten, weil sie den Osten damit benachteiligt habe. Aufgrund des politischen Drucks will der Bund nun 560 statt 500 Millionen Euro Fördergelder für die Batterieforschung zur Verfügung stellen.

Schleswig-Holstein Netz setzt ein Signal: Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) hat das neue Hochspannungskabel zwischen Sterup und Süderbrarup in Betrieb genommen. Damit sind die Arbeiten an einem der leistungsfähigsten Stromerdkabel Deutschlands nach zwei Jahren beendet. Das elf Kilometer lange Kabel mit der Kapazität von 340 Megawatt soll vor allem den in der Region produzierten Windstrom in die Haushalte transportieren. Es verbindet das Umspannwerk Süderbrarup und die Hochspannungsfreileitung Weding-Ellenberg. Das 110 000-Volt­Kabel ersetzt die bestehenden 60 000-Volt-Freileitungen zwischen Schuby, Schleswig und Struxdorf sowie zwischen Süderbrarup und Eckernförde und wertet damit das ­Naturschutzgebiet Schlei auf.

HESSEN

RHEINLAND-PFALZ Projekt: Solar-Offensive Energie: Sonne

Platzsparender, unempfindlicher und von hoher Kapazität: Die TU Darmstadt hat Tests einer neuen Hochleistungsleitung gestartet, die bis zu fünf Gigawatt Strom transportieren können soll. Siemens hat die gasisolierten HochspannungsGleichstromleitungen entwickelt und organisiert den Langzeittest mit der TU Darmstadt, der Ostbayerischen TH Regensburg und der TU Berlin. Das Bundeswirtschafts­ministerium fördert das Projekt ebenso wie das Land Hessen und der europäische Fonds für regionale Entwicklung ­EFRE. Die Leitungen ähneln laut der TU Darmstadt einer Pipeline und werden im Innern durch ein Gas­gemisch isoliert. Da die innovative Technik nur etwa ein Drittel Platz einer herkömmlichen Kabeltrasse beanspruche, könne sie auch in Naturschutzgebieten eingesetzt werden. Der ­Langzeittest dauert ein Jahr.

Rheinland-Pfalz punktet mit seiner „Solar-Offensive“: Die von dem Land eingebrachte Bundesratsinitiative, die Energiewende im Bereich Solaranlagen voranzutreiben, hat ­Erfolg gehabt. Das Bundeskabinett hat beschlossen, den sogenannten Solardeckel zu kippen, der bisher jedem ­Produzenten Geld dafür garantierte, der Solarstrom ins Netz eingespeist hatte. Diese Regelung sollte eigentlich so lange gelten, bis die Gesamtleistung von Solaranlagen eine Grenze von 52 Gigawatt erreicht hätte. Trotzdem bleiben noch ­viele bürokratische Hürden für die Solarenergie. RheinlandPfalz will daher jetzt mit eigenen Maßnahmen vorangehen: Öffentliche Gebäude sollen bei Neu- und Umbauten stärker mit Solaranlagen ausgestattet werden. Für diese Klimaschutzmaßnahmen stellt das Land in seinem Doppelhaushalt 2019/20 jährlich 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Foto: Maria Godfrida/Pixabay

Projekt: Hochleistungsleitungen Energie: Energietransport

Energie Dezember 2019 | Sonderausgabe der Leipziger Volkszeitung  

© 2019 Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co.

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