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WIRTSCHAFT 5.1 NETZWERK

Sonderbeilage der ostdeutschen Tageszeitungen | Dienstag, 21. November 2017

Wie Ost-Unternehmer ihre Kontakte nutzen

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150 Millionen Euro: Sachsen-Anhalt stärkt Innovations-Infrastruktur Interview mit Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt

S

achsen-Anhalt setzt auf starke Netzwerke aus Wirtschaft und Wissenschaft, um die Unternehmen im Land voranzubringen. Was dahinter steckt, erläutert Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, im Gespräch. ■ Frage: Herr Prof. Willingmann, wie sieht Ihr Masterplan für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt aus? Willingmann: Wachstum braucht vor allem Innovationen, sie sind unser Rohstoff der Zukunft. Doch neue Produkte oder Verfahren fallen nicht vom Himmel. Dahinter steckt harte Arbeit an guten Ideen. Deshalb stärken wir Forschung und Entwicklung ganz gezielt – durch enge Vernetzung der Unternehmen mit unseren exzellenten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wir werden die Rahmenbedingungen für unternehmerische

Zukunft“ Zukunft“

„Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft sichert

Prof. Dr. Armin Willingmann, Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalt

Betätigung unserer Hochschulen deutlich verbessern. Zudem setzen wir unsere Innovations-Offensive bis 2020 konsequent fort. ■ Frage: Das heißt? Willingmann: Ganz konkret geht es um den weiteren Auf- und Ausbau der Forschungsinfrastruktur in Sachsen-Anhalt. Bis 2020 werden wir hierfür knapp 150 Millionen Euro in die Hand nehmen. Diese erstklassigen Forschungseinrichtungen wer-

den gerade unseren Mittelständlern helfen, sich mit neuen Produkten noch wettbewerbsfähiger aufzustellen. Und wir werden Ausgründungen aus den Hochschulen erleichtern. Jeder Euro, der in die Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft investiert wird, sichertWohlstandundZukunftunseres Landes. Vernetzt wachsen – das ist auch unser Motto für Sachsen-Anhalt.

erforscht wird. Und in Magdeburg stehen der Neubau für den Medizintechnik-Campus STIMULATE sowie der Ausbau eines Fraunhofer-Instituts zur Digitalisierung auf der Agenda. Das stärkt die Innovations-Infrastruktur in Sachsen-Anhalt.

■ Frage: Warum ist der Ausbau von Forschungseinrichtungen für Ihr Land so wichtig? ■ Frage: In welchen Bereichen soll Willingmann: Vor allem wegen unsein die Forschung investiert werden? rer sehr kleinteiligen Wirtschaft. In Willingmann: Wir setzen dabei auf Sachsen-Anhalt haben wir viele UnZukunftsbranchen wie Automotive, Medizintechnik oder Kunststoffverarbeitung. An der Universität Magdeburg soll etwa ein neues AutomobilEntwicklungszentrum entstehen, mit Fokus auf Innovationen bei Elektromobilität und Schadstoffreduzierung. Im Chemiedreieck im Landessüden erweitern wir ein Fraunhofer-Zentrum, an dem die Herstellung neuer Kunststoffe

ternehmen, die sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können. Aber auch diese Betriebe brauchen Zugang zu Innovationen. Daher investieren wir in die Forschungslandschaft und setzen zudem starke Anreize für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Wir fördern u.a. gemeinsame Forschungsprojekte von Unternehmen und Hochschulen sowie die Einstellung von Hochschulabsolventen zur Umsetzung von Innovationen in den Betrieben. Das wirkt! www.mw.sachsen-anhalt.de


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DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

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Mini­Radar für Drohnen und Roboter Frankfurter Firma Silicon Radar produziert winzige Mess-Systeme / 26 Mitarbeiter aus sieben Ländern VON HAJO ZENKER

FRANKFURT/O. „Bei Radar denkt man an riesige Schiffe und große Flughafenanlagen. Heutiges, modernes Radar aber ist ganz, ganz klein. Wir integrieren Radare in winzig kleine Chips mit voller Funktionalität“, erklärt Anja Bölicke, Geschäftsführerin der Silicon Radar GmbH in Frankfurt (Oder), den Zweck der Firma. Solche kleinen Radarsysteme passen in moderne Zeiten – Autos sollen bald selbstständig fahren, Drohnen werden immer mehr zum Massenphänomen und im Haushalt nehmen ver-

stärkt Roboter den Menschen die Arbeit ab. Vor elf Jahren ging es los – zu zweit. Einer davon war Wolfgang Winkler. Er hatte zuvor schon im IHP Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik an der Silizium-Germanium-Technologie gearbeitet. Und zwei Jahre lang saßen die Gründer noch im Institutsgebäude. „Abends haben wir noch an diversen Problemen gearbeitet, etwa der Zertifizierung“, erzählt Geschäftsführer Winkler. Die Mühe hat sich gelohnt. Heute besteht die Silicon Radar GmbH aus 26 Mit-

arbeitern aus sieben Ländern. Folge: Im Unternehmen wird zumeist Englisch gesprochen. Gern würde das Unternehmen

noch mehr Fachkräfte beschäftigen – sie zu finden, ist jedoch schwierig. Studenten der Elektrotechnik ziehe es nach Abschluss eher nach Berlin oder Dresden, bedauert die Chefin. Anfangs entwickelte Silicon Radar für Kunden individuelle Chips, heute gibt es ein Standard-

Dieter Genschow mit einem Radarsystem für eine Drohne. Foto: Martin Römer

produkt, das sich aber an die verschiedenen Anforderungen anpassen lässt. „Unsere Technik soll helfen, die Drohne 360 Grad, also nach oben und unten, abzusichern“, sagt Drohnen-Experte Dieter Genschow, der mit den Kunden daran arbeitet, dass das Radar genau ins Anforderungsprofil passt. Wettbewerbsfähig sei man absolut, sagt Anja Bölicke. Der deutliche Umsatzanstieg liegt über Plan. „Wir verstehen uns als schlagkräftiges Team, als Familie. Das macht uns sehr schnell. Dadurch sind wir den großen Halbleiter-Firmen dieser Welt ein Stück weit voraus.“

EDITORIAL

Spannendes aus der Ost-Wirtschaft VON ANDRÉ BÖHMER

Liebe Leser, es ist mittlerweile fast schon gute Tradition, dass Sie im Spätherbst des Jahres eine gemeinsame Wirtschaftsbeilage der ostdeutschen Tageszeitungen in der Hand halten. Angefangen hatte alles 2014 unter dem Titel „Leben im Osten“. Damals stand die Idee dahinter, 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution und dem Mauerfall eine Bestandsaufnahme vom Umbruch und der wirtschaftlichen Kraft in den ostdeutschen Ländern zu zeigen. Die Redaktionen von der Ostsee bis zum Erzgebirge lieferten dazu Reportagen und Porträts aus erster Hand. Von Journalisten geschrieben, die ihre Region bestens kennen. Eine Idee, die so gut ankam, dass es in den Jahren danach immer wieder Fortsetzungen mit neuen Schwerpunkten gab. „Wirtschaft 5.1“ und „Wirtschaft.digital“ hießen die FolgeTitel – auch da gab es wieder spannende Geschichten rund um das Thema Wirtschaft in den fünf Ost-Ländern plus Berlin (5.1). Mit dieser Ausgabe wird das Erfolgsprinzip fortgeführt. Diesmal dreht sich vieles um „Netzwerke“ von Ost-Unternehmern. Eine eigens für diese Beilage in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, wie wichtig für viele Firmenlenker das „Networking“ ist. Dazu finden Sie wieder viele interessante Firmenporträts. Viel Spaß bei der Lektüre!

a.boehmer@lvz.de

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PLATTFORM … oder kurz gesagt: DAS INTERNET DER ENERGIE.

Impressum Die Beilage „Wirtschaft 5.1 – Netzwerk“ entstand in Zusammenarbeit von 14 ostdeutschen Regionalzeitungen. Projektleitung LVZ: André Böhmer Verkaufsleitung: Arne Frank Layout: Bert Klinghammer Titelgrafik: Patrick Moye

Mit der Energiewende wird die Stromversorgung dezentraler und digitaler. Dafür entwickeln wir zusammen mit Partnern aus der Region leistungsstarke Technologien und intelligente Programme. Diese vernetzen Erzeuger und Verbraucher effizient miteinander. Mehr erfahren unter www.enviaM-Gruppe.de


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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

MACHER OST

Strippenzieherin aus Magdeburg Ihre Gäste würde Janine Koska manchmal auch gerne in ihrem eigenen Restaurant begrüßen. „Ich liebe das Kochen, bin gerne Gastgeber“, sagt die 35-Jährige. Doch auch ohne einen eigenen Gourmet-Tempel gelingt es der jungen Frau mit bulgarischen Wurzeln immer wieder, Menschen zusammenzubringen: Koska organisiert mit ihrem Geschäfts- und Lebenspartner Martin Hummelt seit Jahren große Netzwerk-Events in Magdeburg. Nach ihrem Studium und einigen Praxisstationen bei Radiosendern gründete Koska 2009 ihre eigene PR-Agentur in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Seitdem hat sie Veranstaltungen wie die JobMesse „Hierbleiben“ oder den Firmenstaffellauf auf die Beine gestellt. Koska spricht ebenso viel wie sie lacht. Ihre Art kommt bei den Leuten an. „In den vergangenen Jahren ist es mir gelungen, ein großes Netzwerk aufzubauen. Meine Stärke liegt darin, Menschen zu begeistern“, sagt sie. Erst kürzlich hatte ein Festival in der Altmark noch Sprecher gesucht. Koska ließ ihre Kontakte spielen – und gewann immerhin die damalige Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) als Rednerin. Dominik Bath

Projektleiterin aus Potsdam Einmal im Jahr treffen sich einige der wichtigsten Köpfe der Medienwelt in Potsdam zum M100 Sanssouci Colloquium. Der gute Geist im Hintergrund, der dieses Treffen im Dienst der Pressefreiheit erst möglich macht, ist Sabine Sasse. Die Berliner Journalistin, die in verschiedenen regionalen und überregionalen Zeitungen vor allem über Kultur- und Medienthemen schreibt, ist seit 2007 Projektleiterin der Tagung und ist damit in den sechs Monaten vor Konferenzbeginn voll ausgelastet. Die Arbeit begeistert sie auch nach zehn Jahren noch immer. M100 habe sich „in Europa eine einzigartige Stellung erarbeitet“ als Plattform für den Austausch zwischen Medienvertretern, sagt sie. Es gebe keine andere Konferenz, in der die Teilnehmer so diskutierten. In diesem Jahr fand das Colloquium am 14. September statt und stand unter dem Motto „Demokratie oder Despotie – die Renaissance der dunklen Mächte“. Genauso wichtig wie die Konferenz ist für Sabine Sasse der Workshop für Nachwuchsjournalisten. Es geht um das Knüpfen europaweiter Netzwerke. Für Sabine Sasse ist das eine Herzenssache. Der europäischen Idee ist sie eng verbunden, unter anderem als eine der beiden Geschäftsführerinnen der pro-europäischen Organisation United Europe. Auch da geht es um Netzwerke. Ulrich Nettelstroth

Hat alles im Blick: Schichtleiter Karsten Henze in der Mitnetz-Schaltleitstelle in Taucha (Kreis Nordsachsen).

Fotos (3): leipzig report

Der Herr der Netze Wegen der Energiewende müssen Ost-Netzbetreiber häufig in Stromnetze eingreifen. In der Mitnetz-Schaltleitstelle in Taucha wird das überwacht.

VON JÜRGEN BECKER

TAUCHA. Karsten Henze merkt sofort, wenn irgendwo in Mitteldeutschland eine Gewitterfront die Sonne verdeckt oder der Wind stark abflaut. Er spürt auch unmittelbar, wann die Menschen aufstehen, sich einen Kaffee kochen, das Licht oder ihre Fernseher anschalten, ihre Computer oder die Bänder in den Fabriken hochfahren. Henzes Arbeitsplatz ist die Schaltleitstelle des Netzbetreibers Mitnetz Strom in Taucha am Rand von Leipzig. Dort in einem unscheinbaren Gebäude wenige Kilometer nordöstlich von Leipzig entscheidet sich alltäglich, ob alles so funktioniert, wie es die Sachsen, Brandenburger, Thüringer und Sachsen-Anhalter für selbstverständlich halten. Henze sitzt in einem schlichten Raum mit drei Schreibtischen, auf denen jeweils mehrere Monitore stehen. Davor hängt an der Wand ein riesiger Bildschirm mit einem Wirrwarr aus braunen, grünen, gelben und lilafarbenen Linien. Es sind die Leitungen, für die Mitnetz Strom verantwortlich ist. Deren Netz erstreckt sich auf 28 000 Quadratkilometer und ist fast 74 000 Kilometer lang. Henze und seine 40 Kollegen steuern, regeln und überwachen es – und versorgen so 2,3 Millionen Einwohner. „Außerdem sorgen wir dafür, dass Stromerzeuger ins Netz einspeisen können“, sagt Henze. „Und das wird ständig komplexer.“ Denn immer mehr Energie fließt aus Windkraft oder Foto-

Die Überwachung von 74 000 Kilometer Stromleitungen in Mitteldeutschland erfolgt über riesige Bildschirme.

Karsten Henze studiert die neuesten Bewegungen auf der Strom-Autobahn. Er ist zuständig für den reibungslosen Stromtransport.

voltaik zu. Hatten 2005 noch 5000 Öko-Anlagen ihre Ausbeute bei Mitnetz eingespeist, waren es 2016 schon 40 000. Die erzeugen elf Milliarden Kilowattstunden. Das reicht, um den Jahresstromverbrauch von vier Millionen Haushalten zu decken. Die Leitstelle muss die Spannung im Netz stabil halten – und dadurch verhindern, dass überall der Strom ausfällt. Einen solchen

Blackout gab es im Netz von Mitnetz noch nie. Doch Henze und seine Kollegen müssen häufig eingreifen, damit das nicht passiert. 224 Mal geschah das im vergangenen Jahr. Meist gab es Engpässe im eigenen Netz, weil gerade die Sonne zu sehr brannte und gleichzeitig der Wind zu stark blies. Jedes achte Mal kam die Aufforderung, die Einspeisung zu drosseln, auch vom

Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz. Der muss den Strom quer durch Deutschland bringen. Denn erzeugt wird der Strom zunehmend dort, wo er gar nicht gebraucht wird. Während im Norden und Osten riesige Windparks entstanden sind, gehen im energiehungrigen Süden nun schrittweise die Atomkraftwerke vom Netz. Doch für den Transport derartiger Strommengen ist das Netz von 50 Hertz nicht ausgelegt – noch nicht. Dafür ist der Bau einer neuen Starkstromtrasse notwendig. Dieser sogenannte „Süd-Ost-Link“ könnte frühestens 2025 bis zu zwei Gigawatt Windenergie – das entspricht in etwa der Leistung zweier Kraftwerke – aus dem Norden und Osten in die Zentren im Süden transportieren. Zugleich müssen Kraftwerke und Windparks im Norden und Osten gedrosselt werden, damit das Netz nicht kollabiert. Auch Mitnetz schickt dann an die großen Öko-Strom-Parks vor allem in Brandenburg und SachsenAnhalt ein Funksignal mit der Anweisung, die Erzeugung herunterzufahren. „Das funktioniert schnell, effizient und in drei Schritten bis runter auf null“, sagt Beyer. Die Anlagenbetreiber erhalten dafür eine Entschädigung. Ist es im Norden und Osten aber wolkig und weht gerade auch kein Wind, müssen auch dort konventionelle Kraftwerke zugeschaltet oder weiter hochgefahren werden. Das kostet zusätzliches Geld. All diese Eingriffe und den Netzausbau müssen die Stromkunden bezahlen.


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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK MACHER OST

Naturschützerin aus Jänschwalde Als Sammlerin von Wildblumensamen hat Biologin Christina Grätz ihre ersten Schritte in die Selbstständigkeit gemacht. Mit dem Nagolieren entwickelte sie eine neuartige Kulturtechnik, die bedrohte Schätze in Flora und Fauna bewahren hilft, darunter den seltenen Acker-Wachtelweizen und die geschützte KarthäuserNelke. Und Waldameisen. Im Sommer siedelte Christina Grätz vor dem Ausbau der A 10 Millionen Ameisen um: Mit fünf Mitarbeiterinnen, bloßen Händen, viel Fingerspitzengefühl, starken Nerven und Zucker. Denn Zucker hilft gegen Stress, auch den fünf unterschiedlichen Waldameisenarten, die die Jänschwalder im Berliner Raum umgesetzt haben. Die Auftragsbücher von Nagola Re sind gut gefüllt, neue Projekte angestoßen, darunter der Ausbau der Saatgut-Produktion aus heimischen Wildpflanzen. moe

Polystyrol-Experte aus Wittenburg Der Wittenburger Unternehmer Detlef Jaeger (63) hat sich eine Marktnische aufgebaut. Seine Firma stellt aus Polystyrol Teile für die Dämmung von Flachdächern her. Geboren in Geesthacht ist er Wandler zwischen Ost und West. Noch heute wohnt Jaeger am Rande Hamburgs, seine Firmenstandorte stehen aber in Mecklenburg, in Wittenburg und Lüttow. Angefangen hat er 1994, da lagerte er Rohblöcke des Polystyrols noch im eigenen Carport. Ein gutes Jahr später kaufte er einen Bauernhof in Lüttow und zog sein Unternehmen im Osten auf. Aktuell profitiert er davon, dass sehr viel gebaut wird. Für die Zukunft arbeitet der Unternehmer mit der Fachhochschule in Wismar zusammen. Und forscht in Wittenburg daran, wie man Polystyrol schneller verarbeiten kann. Mayk Pohle

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

Potsdamer Perlentaucher in den Welten der Wissenschaft Von Klima bis Mikroelektronik: „Pearls“ funktioniert als Forschungsnetzwerk VON RÜDIGER BRAUN

POTSDAM. Perlen der Wissenschaft wollten die Universität Potsdam und die außeruniversitären Institute der Landeshauptstadt sammeln, als sie am 26. Januar 2009 einen Vertrag über engere Zusammenarbeit unterschrieben und damit das Forschungsnetzwerk „Pearls“ gründeten. „Pearls“ heißt „Perlen“, steht aber hier für „Potsdam Research Network“. Die Ziele des Netzwerks waren hoch gesteckt: Gemeinsame Forschungsprojekte, Forschungsgelder einwerben, wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt anziehen. Tatsächlich ist der Zusammenhalt der außeruniversitären Institute mit der Universität auch dank „Pearls“ inzwischen enorm gewachsen. Neben der forschungsstarken Uni gehören 21 außeruniversitäre Institute dem Verbund an. Bis auf das MaxPlanck-Institut für Gravitationsphysik in Golm sind auch alle überregional bedeutsamen Potsdamer Forschungseinrichtungen vertreten. Das Netzwerk reicht sogar weit über Potsdam hinaus. Auch das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) mit Sitz in Frankfurt (Oder), eine Forschungseinrichtung mit weltweitem Renommee, ist Mitglied von „Pearls“. Mitglied ist auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik). Die Forschungseinrichtung untersucht Ursachen und mögliche Folgen des Klimawandels. Das Pik auf dem Potsdamer Telegrafenberg ist vielleicht eines der bekanntesten Institute in Potsdam überhaupt. Gründer und Direktor, Hans Joachim Schellnhuber, wird als Trump-Kritiker sogar von der „Washington Post“ zitiert. Ingo Bräuer, Leiter der Wissenschaftskoordination am Pik, betont zwar, dass gerade wegen solcher Berühmtheit die Forschungseinrichtung auf dem Telegrafenberg auch gut für sich alleine stehen könnte, spricht

Der Neubau des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Pik.

„,Pearls’ macht bei der internationa­ len Vermarktung schon Sinn.“ Ingo Bräuer Chef der Koordination am Pik

sich aber dennoch für den Verbund aus. „Man braucht Pearls als einen Zusammenhalt der Potsdamer Forschungseinrichtungen.“ Ein Vorteil sei, „dass alle mit dabei sind“. Bei der internationalen Vermarktung des Wissenschaftsstandortes Potsdam mache „Pearls“ schon Sinn. Bräuer denkt an die Möglichkeiten, die „Pearls“ etwa für den sogenannten „Dual career service“ bietet. Damit spricht er den in der internationalen Wissenschaft immer häufiger auftretenden Umstand an, dass aus dem Ausland nicht mehr nur einzelne Wissenschaftler, sondern zugleich deren Partnerinnen oder Partner mitkommen. Diese wollen dann ebenfalls in der Wissenschaft arbeiten. Ihnen könne man viel leichter eine Stelle vermitteln, wenn viele verschiedene

Foto: Pik

Einrichtungen zusammengeschlossen seien. Erfreut über die Existenz des Netzwerkes ist naturgemäß auch der Stiftungsvorstand von „Pearls“, Robert Seckler. Der Biochemiker ist zugleich Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Uni Potsdam und damit dort für die Felder verantwortlich, die auch den Kern von „Pearls“ bilden sollen. „Die Uni Potsdam hat ganz viel profitiert“, sagt Seckler. Durch die engere Verbindung seien zahlreiche Forschungsprojekte bei den Natur- und Geisteswissenschaften angeschoben worden, die unter anderem dazu beigetragen hätten, dass die Hochschule beim Times Higher Education Ranking schon unter den 250 besten Unis weltweit rangiere.

Als Biogas­Profi am Zuckerhut Energietechnik-Unternehmen aus Torgelow profiliert sich in Brasilien / Verwertung von Schweinegülle gefragt VON JÖRG SPREEMANN

TORGELOW. Dietrich Lehmann muss nicht allzu lange überlegen, wenn er nach dem Land gefragt wird, in dem er am liebsten Geschäfte macht. „Die Brasilianer haben eine leichte Lebensart und ein angenehmes Klima“, sagt der Geschäftsführer der Torgelower Me-Le-Energietechnik sofort. Mehr als zehn Mal war er dienstlich in dem südamerikanischen Land unterwegs. Lehmanns Exportschlager: BiogasAnlagen, die für die Landwirtschaft entwickelt wurden.

Die Nachfrage nach den MeLe-Biokraftwerken hat mit dem Appetit der Brasilianer auf Schweinefleisch zu tun. Mit der Erfahrung von mehr als 100 gebauten Biogas-Anlagen hat die Firma aus Vorpommern gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg ein Verfahren entwickelt, das die Verwertung großer Mengen Schweinegülle zur Stromerzeugung ermöglicht. Vor 15 Jahren hat Me-Le seine erste Biogas-Anlage gebaut. „Wir haben damals nach einem neuen Geschäftsfeld im Bereich der erneuerbaren Energien

Me-Le-Chef Dietrich Lehmann (r.) und Bauleiter André Tresp auf der Baustelle der Biogas-Anlage in Torgelow. Foto: Jörg Spreemann

gesucht und uns für Biogas entschieden“, erinnert sich Lehmann. Für einen technischen Gebäudeausrüster wie Me-Le sei der Boom der landwirtschaftlichen Stromerzeuger ein Glücksfall gewesen. „Davon haben wir Ahnung“, erläutert der 66-jährige Unternehmer. Inzwischen liefert die Biogas-Sparte knapp ein Drittel des Umsatzes der Me-LeGruppe, die 550 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen errichtet die Stromerzeuger schlüsselfertig nicht nur in Brasilien, sondern inzwischen auch in China, Vietnam und Indien.


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FL AT- R AT E SO N D E R MO D E L L E

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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen ein funktionierendes Netzwerk?

 

Für fast alle Unternehmen, auch unabhängig vom Umsatz, ist das Netzwerken wichtig. Nur für sehr wenige Unternehmen ist ein Netzwerk nicht von Bedeutung. Große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 5 Millionen Euro messen Netzwerken eine etwas größere Bedeutung bei.

alle befragten Unternehmen

Unternehmen

Unternehmen mit

Unternehmen mit

Unternehmen mit

max. 2 Mio. Umsatz

max. 5 Mio. Umsatz

> 5 Mio. Umsatz

200 Befragte

176 Befragte

503 Befragte

60%

1 = sehr wichtig

60% 2 = wichtig

57%

36%

36%

Große Umfrage: Wie pflegen Ost­Chefs ihre Netzwerke?

!

30%

Handelt es sich bei Ihren Kontakten hauptsächlich um … ?

Das berufliche Netzwerk der befragten Unternehmer besteht vor allem aus Dienstleistern und eigenen Mitarbeitern. Unternehmer größerer Unternehmen stehen auch mit Mitarbeitern von Wettbewerbern in Kontakt.

vernetzte Unternehmer

Wie viele Kontakte haben Ost-Unternehmer? Wie nutzen sie Netzwerke („Networking“)? Was ist dabei wichtig? Die Ost-Regionalzeitungen von Rostock bis Chemnitz wollten das genau wissen und beauftragten das Meinungsforschungsinstitut Uniqma (Leipzig) mit einer Umfrage, deren Ergebnisse Sie auf diesen Seiten lesen können.

127 Befragte

65%

|

Zustimmung

Vernetzte Unternehmer

4%

3%

4 = überhaupt nicht wichtig

4% 2%

4%

 vernetzte Unternehmer

Wichtig

Zwei Drittel der befragten Unternehmer sind Mitglied in einem institutionellen Netzwerk, fast die Hälfte in einem Berufsverband.

Unternehmer

Befragte, die in mindestens einem institutionellen Netzwerk Mitglied sind

Mitgliedschaft, Mehrfachnennungen möglich

503 Befragte

503 Befragte

48%

in einem Berufsverband

Mitglied in mind. #!"#m institutionellem Netzwerk

67%

in einer oder mehreren Branchenorganisationen

27%

in einem Regionalverband

27%

75%

58%

58%

60%

62%

32%

31%

42%

32%

30%

30%

15%

15%

14%

13%

15%

11%

10%

8%

8%

5%

4%

4%

26%

28%

26%

Mitarbeiter in der Verwaltung

57%

51%

34% 31% 15%

u.a. Private Kontakte Sparkasse TÜV Industrie

13% 9%

Politiker Lieferanten

4%

Andere Kontakte

27%

Unternehmen mit

max. 5 Mio. Umsatz

!

> 5 Mio. Umsatz

Unwichtig

 

Austausch auf Augenhöhe

91%

9%

Kontaktpflege mit Geschäftspartnern

90%

10%

Erhöhung der Bekanntheit des Unternehmens

Knüpfen neuer Geschäftskontakte

 

84%

16%

82%

Akquise neuer Aufträge

Welchen Anteil haben diese Kommunikationswege in Ihrem Netzwerk?

Der unpersönliche Kontakt über elektronische Wege überwiegt, wenn auch nur knapp. Einen Unterschied zwischen jüngeren und älteren Unternehmern gibt es nicht.

vernetzte Unternehmer

18%

74%

Unternehmer

bis 45 Jahre

ab 46 Jahre xxx Befragte

492 Befragte

239 Befragte

30%

30%

30%

38%

39%

38%

32%

32%

32%

233 Befragte

26% persönlich

Suche neuer Mitarbeiter

Unternehmer

Vernetzte Unternehmer

63%

37%

telefonisch

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de bei einem beruflichen sozialen Netzwerk z.B. XING

21%

Wie wichtig sind für Sie beim Netzwerken…?

33%

Kein Mitglied

in einem Marketing-Club

6%

 vernetzte Unternehmer

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

Wichtig

Vernetzte Unternehmer 492 Befragte

Fast alle vernetzten Unternehmen haben bereits einen konkreten Nutzen aus ihren Netzwerkaktivitäten gezogen. Das sind u.a. Kontakte jeglicher Art, aber auch neue Aufträge.

vernetzte Unternehmer

Vernetzte Unternehmer

Befragte, die mindestens einen konkreten Nutzen genannt haben

492 Befragte

Nutzen durch Netzwerkaktivitäten

492 Befragte Interessante Menschen kennengelernt

Mind. einen konkreten Nutzen genannt

85%

Dienstleister gefunden und beauftragt

75%

Kooperationspartner für Projekte gefunden

68%

 

elektronisch (E-M ail, Skype)

Kleine, mittlere und große Unternehmen haben weitestgehend die gleichen Netzwerkmotive. Kleine Unternehmen nutzen Netzwerken häufiger für die Suche nach neuen Mitarbeitern, mittlere Unternehmen für die Auftragsakquise.

Haben Sie durch Ihre berufliche Vernetzung schon einmal…?

Unternehmen mit max. 2 Mio. Umsatz

Unternehmen mit max. 5 Mio. Umsatz

Unternehmen mit > 5 Mio. Umsatz

197 Befragte

170 Befragte

125 Befragte

Austausch auf Augenhöhe

91%

90%

90%

94%

Kontaktpflege mit Geschäftspartnern

90%

90%

90%

90%

Erhöhung der Bekanntheit des Unternehmens

84%

83%

84%

84%

Knüpfen neuer Geschäftskontakte

82%

81%

85%

78%

Akquise neuer Aufträge

Suche neuer Mitarbeiter

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Wie organisieren Sie Ihre beruflichen Kontakte?

 vernetzte Unternehmer

Die meisten Unternehmer haben ein elektronisches Adressbuch, um ihr Netzwerk zu verwalten. Ältere Unternehmer sammeln häufiger Visitenkarten, während jüngere Unternehmer häufiger berufliche soziale Netzwerke nutzen. Zustimmung, Mehrfachnennungen möglich

Vernetzte Unternehmer

Unternehmer

492 Befragte

Ich habe ein elektronisches Adressbuch angelegt

74%

63%

74% 68%

79% !

!

60%

98% Aufträge akquiriert

83%

ab 46 Jahre

239 Befragte

233 Befragte

83%

83%

67%

69%

46%

54%

47%

48%

69% 59%

Ich speichere die Kontakte in meinem Telefon

68%

Ich sammle Visitenkarten

65%

Unternehmer

bis 45 Jahre

50%

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de Mitarbeiter für Ihr Unternehmen gefunden Bisher kein konkreter Nutzen

2%

Jobangebote, berufliche Perspektiven

Ich habe ein klassisches Adressbuch angelegt

54% 45%

Ich nutze ein berufliches soziales Netzwerk wie z.B. XING

47%

26%

31%

!

22%

Unternehmer-Umfrage OST 2017 im Auftrag der ostdeutschen Tageszeitungen Grafiken: Uniqma uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

!

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

Sind Sie Mitglied…?

alle befragten Unternehmer

73%

56%

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

71%

57%

Verbandsvertreter

Beim Netzwerken stehen der Austausch und die Kontaktpflege im Vordergrund. 492 Befragte

125 Befragte

Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen

Kunden

1%

170 Befragte

73%

Mitarbeiter aus Wettbewerber-Unternehmen

Wie wichtig sind für Sie beim Netzwerken…? 1%

197 Befragte

492 Befragte

4%

34%

Unternehmen mit

max. 2 Mio. Umsatz

(Potenzielle) Dienstleister

Wissenschaftler 3 = weniger wichtig

Unternehmen mit

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

!

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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen ein funktionierendes Netzwerk?

 

Für fast alle Unternehmen, auch unabhängig vom Umsatz, ist das Netzwerken wichtig. Nur für sehr wenige Unternehmen ist ein Netzwerk nicht von Bedeutung. Große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 5 Millionen Euro messen Netzwerken eine etwas größere Bedeutung bei.

alle befragten Unternehmen

Unternehmen

Unternehmen mit

Unternehmen mit

Unternehmen mit

max. 2 Mio. Umsatz

max. 5 Mio. Umsatz

> 5 Mio. Umsatz

200 Befragte

176 Befragte

503 Befragte

60%

1 = sehr wichtig

60% 2 = wichtig

57%

36%

36%

Große Umfrage: Wie pflegen Ost­Chefs ihre Netzwerke?

!

30%

Handelt es sich bei Ihren Kontakten hauptsächlich um … ?

Das berufliche Netzwerk der befragten Unternehmer besteht vor allem aus Dienstleistern und eigenen Mitarbeitern. Unternehmer größerer Unternehmen stehen auch mit Mitarbeitern von Wettbewerbern in Kontakt.

vernetzte Unternehmer

Wie viele Kontakte haben Ost-Unternehmer? Wie nutzen sie Netzwerke („Networking“)? Was ist dabei wichtig? Die Ost-Regionalzeitungen von Rostock bis Chemnitz wollten das genau wissen und beauftragten das Meinungsforschungsinstitut Uniqma (Leipzig) mit einer Umfrage, deren Ergebnisse Sie auf diesen Seiten lesen können.

127 Befragte

65%

|

Zustimmung

Vernetzte Unternehmer

4%

3%

4 = überhaupt nicht wichtig

4% 2%

4%

 vernetzte Unternehmer

Wichtig

Zwei Drittel der befragten Unternehmer sind Mitglied in einem institutionellen Netzwerk, fast die Hälfte in einem Berufsverband.

Unternehmer

Befragte, die in mindestens einem institutionellen Netzwerk Mitglied sind

Mitgliedschaft, Mehrfachnennungen möglich

503 Befragte

503 Befragte

48%

in einem Berufsverband

Mitglied in mind. #!"#m institutionellem Netzwerk

67%

in einer oder mehreren Branchenorganisationen

27%

in einem Regionalverband

27%

75%

58%

58%

60%

62%

32%

31%

42%

32%

30%

30%

15%

15%

14%

13%

15%

11%

10%

8%

8%

5%

4%

4%

26%

28%

26%

Mitarbeiter in der Verwaltung

57%

51%

34% 31% 15%

u.a. Private Kontakte Sparkasse TÜV Industrie

13% 9%

Politiker Lieferanten

4%

Andere Kontakte

27%

Unternehmen mit

max. 5 Mio. Umsatz

!

> 5 Mio. Umsatz

Unwichtig

 

Austausch auf Augenhöhe

91%

9%

Kontaktpflege mit Geschäftspartnern

90%

10%

Erhöhung der Bekanntheit des Unternehmens

Knüpfen neuer Geschäftskontakte

 

84%

16%

82%

Akquise neuer Aufträge

Welchen Anteil haben diese Kommunikationswege in Ihrem Netzwerk?

Der unpersönliche Kontakt über elektronische Wege überwiegt, wenn auch nur knapp. Einen Unterschied zwischen jüngeren und älteren Unternehmern gibt es nicht.

vernetzte Unternehmer

18%

74%

Unternehmer

bis 45 Jahre

ab 46 Jahre xxx Befragte

492 Befragte

239 Befragte

30%

30%

30%

38%

39%

38%

32%

32%

32%

233 Befragte

26% persönlich

Suche neuer Mitarbeiter

Unternehmer

Vernetzte Unternehmer

63%

37%

telefonisch

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de bei einem beruflichen sozialen Netzwerk z.B. XING

21%

Wie wichtig sind für Sie beim Netzwerken…?

33%

Kein Mitglied

in einem Marketing-Club

6%

 vernetzte Unternehmer

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

Wichtig

Vernetzte Unternehmer 492 Befragte

Fast alle vernetzten Unternehmen haben bereits einen konkreten Nutzen aus ihren Netzwerkaktivitäten gezogen. Das sind u.a. Kontakte jeglicher Art, aber auch neue Aufträge.

vernetzte Unternehmer

Vernetzte Unternehmer

Befragte, die mindestens einen konkreten Nutzen genannt haben

492 Befragte

Nutzen durch Netzwerkaktivitäten

492 Befragte Interessante Menschen kennengelernt

Mind. einen konkreten Nutzen genannt

85%

Dienstleister gefunden und beauftragt

75%

Kooperationspartner für Projekte gefunden

68%

 

elektronisch (E-M ail, Skype)

Kleine, mittlere und große Unternehmen haben weitestgehend die gleichen Netzwerkmotive. Kleine Unternehmen nutzen Netzwerken häufiger für die Suche nach neuen Mitarbeitern, mittlere Unternehmen für die Auftragsakquise.

Haben Sie durch Ihre berufliche Vernetzung schon einmal…?

Unternehmen mit max. 2 Mio. Umsatz

Unternehmen mit max. 5 Mio. Umsatz

Unternehmen mit > 5 Mio. Umsatz

197 Befragte

170 Befragte

125 Befragte

Austausch auf Augenhöhe

91%

90%

90%

94%

Kontaktpflege mit Geschäftspartnern

90%

90%

90%

90%

Erhöhung der Bekanntheit des Unternehmens

84%

83%

84%

84%

Knüpfen neuer Geschäftskontakte

82%

81%

85%

78%

Akquise neuer Aufträge

Suche neuer Mitarbeiter

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

Wie organisieren Sie Ihre beruflichen Kontakte?

 vernetzte Unternehmer

Die meisten Unternehmer haben ein elektronisches Adressbuch, um ihr Netzwerk zu verwalten. Ältere Unternehmer sammeln häufiger Visitenkarten, während jüngere Unternehmer häufiger berufliche soziale Netzwerke nutzen. Zustimmung, Mehrfachnennungen möglich

Vernetzte Unternehmer

Unternehmer

492 Befragte

Ich habe ein elektronisches Adressbuch angelegt

74%

63%

74% 68%

79% !

!

60%

98% Aufträge akquiriert

83%

ab 46 Jahre

239 Befragte

233 Befragte

83%

83%

67%

69%

46%

54%

47%

48%

69% 59%

Ich speichere die Kontakte in meinem Telefon

68%

Ich sammle Visitenkarten

65%

Unternehmer

bis 45 Jahre

50%

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de Mitarbeiter für Ihr Unternehmen gefunden Bisher kein konkreter Nutzen

2%

Jobangebote, berufliche Perspektiven

Ich habe ein klassisches Adressbuch angelegt

54% 45%

Ich nutze ein berufliches soziales Netzwerk wie z.B. XING

47%

26%

31%

!

22%

Unternehmer-Umfrage OST 2017 im Auftrag der ostdeutschen Tageszeitungen Grafiken: Uniqma uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

!

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

Sind Sie Mitglied…?

alle befragten Unternehmer

73%

56%

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

71%

57%

Verbandsvertreter

Beim Netzwerken stehen der Austausch und die Kontaktpflege im Vordergrund. 492 Befragte

125 Befragte

Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen

Kunden

1%

170 Befragte

73%

Mitarbeiter aus Wettbewerber-Unternehmen

Wie wichtig sind für Sie beim Netzwerken…? 1%

197 Befragte

492 Befragte

4%

34%

Unternehmen mit

max. 2 Mio. Umsatz

(Potenzielle) Dienstleister

Wissenschaftler 3 = weniger wichtig

Unternehmen mit

uniQma GmbH ● Karl-Liebknecht-Str. 26 ● 04107 Leipzig ● Tel. 0341 / 26 400 180 ● www.uniqma.de

!

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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

Haldensleben und die Einkaufswelt per Klick Mehr Mitarbeiter und Investitionen: Die Otto-Gruppe betreibt in Sachsen-Anhalt eines der europaweit größten Versandzentren

Im Versandbereich werden die Pakete manuell bestückt. Foto: Steffen Höhne

VON STEFFEN HÖHNE

Das Hochregallager verdient seinen Namen.

Foto: Hermes Fulfilment

HALDENSLEBEN. Die Frau im blauen T-Shirt mit dem HermesSchriftzug ist flink: Karton aufklappen, Daunenjacke einlegen. Noch einmal der Vergleich mit der Bestellliste. Kartondeckel drauf und ab auf das Laufband. 60 bis 70 Sendungen verpackt die Mitarbeiterin der Haldenslebener Hermes GmbH so pro Stunde. Im Abstand von drei Metern steht sie mit Kolleginnen am Band. Bis zu 300 000 Sendungen gehen täglich raus. Damit gehört das Versandzentrum Haldensleben, das für die Muttergesellschaft Otto arbeitet, zu den größten in Europa. Wer wissen will, wie die neue Einkaufswelt per Klick funktioniert, der findet im nördlichen Sachsen-Anhalt ein anschauliches Beispiel. Haldensleben ist der Maschinenraum des InternetHandels. Viele Einkaufsklicks, die Kunden bei Otto oder Tochterfirmen wie About-You tätigen, werden dort abgewickelt. Das Versandzentrum hat 18 Tore für den Wareneingang. Lkw liefern täglich 35 000 bis 40 000 Kartons aus dem Hamburger Hafen oder dem Flughafen Leipzig/Halle an, in denen Hosen, Kaffeemaschinen oder das neue iPhone lagern. Jeder Karton bekommt zunächst einen Barcode und ist damit registriert. „Nur das Computersystem weiß am Ende, wo sich welche Produkte auf der 26 Fußballfelder großen Nutzfläche befinden“, sagt Hermes-Mitarbeiterin Antje Wuest. Bisher war es Aufgabe von

muskelbepackten Männern, Kartons mit einem Teppichmesser halb zu öffnen, um Blusen, Jacken und T-Shirts entnehmen zu können. „Nun haben wir sechs Perforationsmaschinen angeschafft, die diese Arbeit mit übernehmen“, sagt Versandzentrum-Chef Andreas Hennig. Damit soll nicht nur die Effizienz erhöht werden. „Der OnlineHandel wächst jährlich zweistellig. Nur durch mehr Automatisierung zur Unterstützung unserer Mitarbeiter können wir das zusätzliche Volumen überhaupt schaffen.“

„Die Zahl der Mitarbeiter wird auf 4000 steigen.“ Andreas Hennig Chef im Versandzentrum Haldensleben

Seit 1994 betreibt die OttoGruppe in Haldensleben ein Versandzentrum. Damals gab es nur den Versandhaus-Katalog. Heute ist Otto hinter Amazon der zweitgrößte Internet-Versandhändler Deutschlands. In Haldensleben wurde vier Mal angebaut, zuletzt 2011 – insgesamt flossen eine halbe Milliarde Euro in den Standort, von dem der Konzern ganz Deutschland vor allem mit Textilien beliefert. „Aktuell sind im Versandzentrum 3500 Mitarbeiter beschäf-

tigt, die Zahl wird aber auf 4000 steigen“, ist Hennig überzeugt. Das Problem: In der Magdeburger Börde ist die Arbeitslosenquote auf 5,7 Prozent gesunken. Um überhaupt Mitarbeiter zu bekommen, setzt Hermes Shuttle-Busse etwa nach Stendal in die Altmark ein. Auch Arbeitnehmer aus Osteuropa werden eingestellt. Wohin die Entwicklung geht, zeigt das Lager. Während bei der statischen Kommissionierung die Mitarbeiter an den Regalen entlanglaufen und Produkte von Hand zusammentragen, übernimmt im Retouren-Depot die Technik die Ein- und Auslagerung aus einem großen Regalsystem und transportiert die Ware an die Arbeitsplätze. „Das geht doppelt so schnell“, sagt Hennig. Noch werde im Versandzentrum insgesamt 60 Prozent der Arbeit manuell erledigt, der Anteil sinkt aber von Jahr zu Jahr. Dennoch sieht der StandortChef bei der Automatisierung auch Grenzen. Investitionen in Technik seien nicht nur teuer, sie beschränken auch die Flexibilität. Einige Arbeiten seien auch so speziell, dass kein Automat sie übernehmen könnte. So beschäftigt das Versandlager allein 30 Schneiderinnen, die nur die Qualität der Waren prüfen. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine und die Vernetzung verschiedener Prozesse ist in Haldensleben bereits fortgeschritten. Das Ergebnis kann sich laut Hennig sehen lassen: Nur drei von 10 000 Päckchen werden falsch gepackt.

Spezialist für Events, Kongresse und Ausstellungen Leipziger Fairnet GmbH führt immer mehr bundesweite Aufträge durch / Umsatzsprung auf 30 Millionen Euro VON ULRICH MILDE

LEIPZIG. Die Erzgebirgsstadt Annaberg-Buchholz verwandelte sich Ende August in eine Märchenwelt. Mit einer imposanten Konstruktion aus Traversen präsentierte sich der Marktplatz wie ein großer, überdachter Ballsaal mit 800 Sitzplätzen. Neben dem VIP-Zelt wurde auch ein Catering-Stand errichtet, um die Gäste vor märchenhafter Kulisse zu verköstigen. Zu den 80 „Fabulix“-Filmvorführungen kamen 20 000 Besucher. Verantwortlich für Aufbauten und Service war

die Fairnet GmbH, ein Tochterunternehmen der Leipziger Messe, ein Spezialist für Ausstellungen, Events und Kongresse. Die 53 Mitarbeiter helfen Kunden bei Inszenierungen und betreuen 400 Mal im Jahr Messestände. Mit Schwerpunkt in Leipzig, zunehmend bundesweit und im Ausland. Der Umsatz wuchs 2016 von 24 auf 30 Millionen Euro. Fairnet wurde 1996 gegründet mit der Vision, einer der führenden Messedienstleister zu werden. „Heute sind wir ein 360Grad-Dienstleister für Kommunikation im Raum“, beschreibt es

Fairnet-Chef Dirk Deumeland. „Fairnet ist wichtiger Akteur bei allen Messen, Kongressen und

Events, die wir in Leipzig, aber auch an anderen Standorten weltweit veranstalten“, lobt Mar-

Höhepunkt in Wittenberg: Die Leipziger Fairnet GmbH organisierte den Open-Air-Gottesdienst als Event zum Reformationsjubiläum. Foto: Fairnet

tin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, die attraktive Tochter. Das zeigte sich beim Reformationsjubiläum. Es bescherte Fairnet den bislang größten Eventauftrag. Zehntausende feierten Ende Mai in Wittenberg beim Open-Air-Festgottesdienst den Höhepunkt von „500 Jahre Reformation“. „Eventaufträge wie in Wittenberg sind nicht nur für die Fairnet ein großer Erfolg“, sagt BuhlWagner. Sie öffneten, ganz im Netzwerkgedanken, zugleich die Tür für umfassende Fähigkeiten der Leipziger Messe.


WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

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Mit der Sachsen­Wolke auf Kundenfang Die Dresdner Firma Saxoprint hat eine kostenlose Software entwickelt. Für die OnlineDruckerei ein großer Schritt, um international weiter zu wachsen. VON ANNECHRISTIN BONSS

DRESDEN. Die letzte Visitenkarte ist vergeben, der letzte Bogen Briefpapier im einheitlichen Firmen-Design wird gerade bedruckt. Nun muss Nachschub her. Natürlich mit den individuellen Daten des Mitarbeiters bedruckt – Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse – und im einheitlichen Auftritt der Firma. Logo, Design, Farbcode, Schrifttype müssen stimmen und dürfen nicht verändert werden. Genau an diesen Punkten scheitert in großen und kleinen Unternehmen die schnelle Beschaffung neuer Visitenkarten, Briefbögen oder von anderen Werbematerialien. Oft sind die Abstimmungsschleifen sehr lang. „Vor allem dann, wenn Firmen dezentral organisiert sind“, sagt Juliane

Geschäftsführer Daniel Ackermann und Teamleiterin Juliane Schmidt in ihrer Dresdner Firma. Die OnlineDruckerei hat die Saxoprint.Cloud entwickelt. Foto: ronaldbonss.com

Schmidt. Die 30-Jährige leitet das Team für die Saxoprint.Cloud. Und bietet damit eine Lösung für das Problem. Saxoprint, eine der größten Online-Druckereien Europas mit Sitz in Dresden, hat im Frühjahr 2017 seine Cloud auf den Markt gebracht. Mit dieser webbasierten Software können Firmen kos-

tenlos arbeiten. „Wir generieren damit Druckaufträge für unsere Produktion“, sagt Saxoprint-Geschäftsführer Daniel Ackermann (40). Denn die Bestellung von Werbemitteln, Visitenkarten und Co. geht direkt an das Dresdner Unternehmen. Ein Jahr haben die Saxoprint-Programmierer und Entwickler an dem Portal

gearbeitet. Nun fahren sie erste Erfolge ein. Bisher haben 250 Firmen und Institutionen mithilfe der Software ihr eigenes Druckportal eingerichtet. „Wir wollen mehrere 100 dieser Shops pro Jahr generieren“, sagt Ackermann. Künftig sollen seine Kunden auch in Europa damit arbeiten. Denn Saxoprint ist schon lan-

ge nicht mehr nur in Deutschland aktiv. Seit 2012 gehört die Firma zur Cewe-Gruppe. 550 Menschen arbeiten für Saxoprint. Zweitwichtigster Markt ist Frankreich. Dazu kommen Kunden aus der Schweiz, Österreich, Großbritannien, Holland und Belgien sowie Spanien und Italien. Neben dem Sitz in Dresden hat Saxoprint einen zweiten Standort in London. „Dort ist unser internationales Servicecenter“, sagt Ackermann. Rund 370 000 Kunden zählt Saxoprint, 90 Prozent davon sind Firmenkunden. „Unsere Kunden brauchen Lösungen, damit sie sich für uns entscheiden.“ Die Saxoprint.Cloud ist so eine Lösung. Damit will der Unternehmer neue Kundenkreise erschließen. Franchise-Unternehmen, Verbände und Händlernetzwerke haben einen einheitlichen Auftritt mit Logo, Farbcode und Schrifttype, und viele Einzelkämpfer, die dieses Corporate Design mit ihren individuellen Daten ergänzen. Sorgen, dass Mitbewerber eine solche Cloud anbieten, hat er keine. „Die Konkurrenz ist sicher da dran, schützen können wir die Cloud nicht lassen“, sagt er. „Allerdings haben wir ein Jahr Vorsprung.“ Die Entwicklung der Technologie sei sehr zeitaufwendig gewesen. Diese Zeit müssen die Mitbewerber erst einmal investieren.

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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

Biolieferant für die Ostsee­Region Der Öko-Hof Zandershagen vermarktet sich mit anderen Betrieben über das Netzwerk „Biofrisch“ im Nordosten VON B. SCHMIDTBAUER

ROSTOCK. Das finden Irma und Inge interessant. Mit langsamen Schritten kommen Mutter und Tochter heran. Immer offensichtlicher zeigen sie ihre Neugier. Die beiden sehen imposant aus, mit ihren lang nach oben gebogenen spitzen Hörnern. Die beiden Damen gehören zur Milchviehherde von Gaby Fiebig (57) und Ture Gustavs (49). Das Paar betreibt den Hof Zandershagen, das Dörfchen gehört zu Richtenberg (Vorpommern-Rügen). Sie machen fast alles allein, nur eine sogenannte Drittel-Kraft packt

noch mit an. Der kleine Öko-Betrieb hat jedoch einen starken Partner an der Seite: Er gehört zum landesweiten Erzeugernetzwerk „Biofrisch“ Nordost in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beliefern Bioläden und Restaurants in der Region zwischen Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg. „Eine Hälfte der Milch vermarkten wir selbst“, berichtet Gaby Fiebig, die sich in dem Landwirtschaftsbetrieb unter anderem um die Käserei kümmert. Die andere Hälfte werde an die „Gläserne Molkerei“ in Dechow (Nordwestmecklenburg) geliefert. Die

Milchprodukte können Kunden zum einen im kleinen Zandershäger Hofladen erwerben – freitags und sonnabends ist geöffnet. Biolebensmittel aus Zandershagen sind auch landesweit erhältlich. Und da kommt die Erzeugergemeinschaft „Biofrisch“ Nordost ins Spiel. „Gut, dass es dieses Netzwerk gibt“, sagt Ture Gustavs. 50 Betriebe liefern Produkte an die Erzeugergemeinschaft, 36 kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, der Rest aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. 2001 war das Unternehmen mit zwölf Lieferanten gestartet.

Gaby Fiebig (57) und Ture Gustavs (49) mit ihren Milchkühen in Zandershagen (Vorpommern-Rügen). Foto: Christian Rödel

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Modellbauer aus dem Zeitzer Land Im Burgenlandkreis, im verschlafenen Ortsteil Sprossen, der seit 2007 zur Gemeinde Elsteraue gehört, führt Wolfgang Großkopf seit 1999 ein Unternehmen, das auf Zukunft ausgerichtet ist. Auf 70 Quadratmetern entstehen unter modernsten Bedingungen unter anderem Gehäuseteile für die Automobilbranche, Elektrotechnik und Medizintechnik. Der studierte Elektrotechniker witterte Anfang der 1990er Jahre seine Chance mit dem Kunststoff-Geschäft. Als „Rapid Prototyping“, also „schneller Modellbau“ bekannt wurde, wie der 63-Jährige erzählt. Erste Anfänge machten die Anwender mit Lithographiemaschinen aus den USA. Heute besitzt der Sprossener selbst zwei moderne CAD-Arbeitsplätze, die ein rechnergestütztes Arbeiten ermöglichen. Den Schritt in die Selbstständigkeit kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends hat er nicht bereut. Gemeinsam mit einem weiteren Kollegen bearbeitet er heute Aufträge aus dem gesamten Bundesgebiet. Bis auf das Studium in Ilmenau ist er seiner Heimat treu geblieben und macht sich stark für ländliche Regionen. Das wurde bereits zwei Mal mit dem Existenzgründerpreis „Zeitzer Michael“ gewürdigt. Gut vernetzt sieht er sich auch in Bezug auf die Infrastruktur: „Unsere Geschäftspartner aus Süddeutschland waren angenehm überrascht, wie gut wir angebunden sind“, sagt er. „Von der Elsteraue aus ist man schnell auf der A 4 sowie der A 9.“ Mitglied ist er mit seinem Unternehmen in zwei Netzwerken: „Enficos“, dem Mitteldeutschen Netzwerk für Rapid Prototyping sowie dem Mitteldeutschen Unternehmens-Netzwerk MetallElektro-Kunststoff (MEK). Den Netzwerken habe er viel zu verdanken. Mit der Förderung vom Bund habe er wissenschaftliche Arbeit sichern können. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit der TH Merseburg, die auch Teil des MEK-Netzwerks ist. Diana Serbe


WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

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Die Partykönige von Rehna Vom Schlosser zum Veranstaltungsmanager: Die Maack-Brüder organisieren Events in Nordwestmecklenburg VON MICHAEL SCHMIDT

GADEBUSCH. Feiern sind ihr Geschäft. Die Rede ist von den Brüdern Matthias und Michael Maack. 200 Veranstaltungen organisieren die beiden pro Jahr und sie locken Stars wie Nena, oder die Puhdys in eine Stadt mit 3500 Einwohnern. Dass die Rehnaer Maack-Brüder einmal die Partykönige ihrer Heimatstadt würden, daran war bei Firmengründung nicht zu denken. Im Gegenteil. Maacks Vater verlor nach dem Verkauf eines Metallbaubetriebes (LTA) 1996 seine Arbeit. 55 Jahre war der Senior

MACHER OST

damals alt. Sein ältester Sohn Matthias war damals Fernfahrer, sein zweiter Sohn Michael drückte noch die Schulbank. Zu Hause herumhocken wollte Senior Maack nicht. Nach vier Wochen machte er sich zum ersten Mal in seinem Leben selbstständig. Er eröffnete einen 80 Quadratmeter großen Getränkeladen in seiner Heimatstadt Rehna. Es war ein Ein-Mann-Betrieb. Heute haben die Maacks 15 Beschäftigte, inklusive eines Lehrlings. Sie schmeißen in Rehna und Gadebusch zwei Läden und verfügen über einen Fuhrpark mit 20 Fahrzeugen. Darüber

hinaus beliefern sie Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheime, Tankstellen und Gaststätten mit Getränken. Und sie organi-

Firma Maack Events und Catering bis heute geblieben. Auch wenn die Geschäfte längst in den Händen der Maack-Brüder liegen, packt Senior Werner immer noch mit an. So gut es eben geht. Der Mann ist mittlerweile 74 und bodenständig wie eh und je. In einem Umkreis von rund 100 Kilometern sind die beiden Nordwestmecklenburger Unternehmer des Jahres 2016 unterwegs. Sie arbeiten jeden Tag zwölf und an den Wochenenden bis zu 30 Stunden. „Ohne familiäre Unterstützung und Vernetzung würden wir all das nicht schultern können“, sagt Michael Maack.

Matthias und Michael Maack führen in zweiter Generation Maack Events und Catering. Foto: M. Schmidt

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Auch wenn die GK Software AG heute Büros in Metropolen wie Berlin, Hamburg und Moskau hat – wer zu Vorstandschef Rainer Gläß will, muss tief hinein ins Vogtland fahren. In Schöneck, einer Kleinstadt mit gut 3300 Einwohnern, hat die Firma ihren Sitz. Gläß gilt als verwurzelt mit der Heimat. Immer wieder hat er sich dazu bekannt. „Ich glaube, es ist ein Vorteil, in Schöneck zu sein. Wir haben hier gute und fleißige Mitarbeiter, die loyal zum Unternehmen stehen. Und damit haben wir Stabilität“, sagte der 58-Jährige bei der Inbetriebnahme der jüngsten Investition, einem fünf Millionen Euro teurem Erweiterungsbau für die gut 350 Beschäftigten in Schöneck. Die GK, eine der wenigen börsennotierten Firmen in Mitteldeutschland, hat sich als Entwickler von Softwarelösungen für den Handel einen Namen gemacht. Ketten wie Aldi, Douglas oder Loblaw in Kanada stehen auf der Kundenliste. In mehr als 41 000 Filialen in über 40 Ländern ist die Software im Einsatz. Über 900 Mitarbeiter an zwölf Standorten beschäftigt GK heute. Der Start war bescheidener, als Gläß und sein Partner Stephan Kronmüller 1990 als Zwei-MannFirma loslegten. Die beiden Informatiker hatten weder Räume noch Geld. Vom Wohnzimmer aus wurden Buchhaltungsprogramme für mittelständische Betriebe entwickelt. Nach einigen Jahren kamen die ersten Großaufträge und 2008 schließlich der Börsengang. Das sei der größte und entscheidende Erfolg gewesen, so hat es Gläß einmal formuliert: „Eine ausgezeichnete Entscheidung und der Startpunkt einer intensiven Wachstumsphase.“ Die scheint nach wie vor anzuhalten. 2016 konnte Vorstandschef Gläß einen Rekordumsatz von 77 Millionen Euro verbuchen. Das nächste Großvorhaben steht in den Startlöchern. Im neuen GK Campus sollen Schulungsräume, Betriebskindergarten und ein Restaurant Platz finden. Jan-Dirk Franke

sieren Veranstaltungen, die Tausende von Gästen pro Jahr anlocken. Das Rehna Open Air gehört dazu. Ein Familienbetrieb ist die

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WIRTSCHAFT 5.1 – NETZWERK

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017

MACHER OST

Ski-Legende aus dem Erzgebirge Jens Weißflog leistet auch 20 Jahre nach seiner Sportkarriere Außergewöhnliches. Der Doppel-Olympiasieger im Skispringen trägt in seinem Appartementhotel in Oberwiesenthal Verantwortung für 23 Mitarbeiter. Längst ist der 53-Jährige im zweiten Leben als Geschäftsmann gelandet. Groß rausgekommen ist er in seinen aktiven Zeiten. Hoch hinauf geht es heute nur noch, wenn mal ein Ast droht, aufs Hotelgelände zu fallen. Dann klettert Weißflog – mit Motorsäge bewaffnet – selbst in die Baumwipfel und sorgt für Ordnung. Sein enormer Bekanntheitsgrad belebt natürlich das Geschäft, füllt aber auch nicht allein die Gästeliste seines Hauses. Seine Omnipräsenz, ob als Promi auf dem Roten Teppich bei der „Goldenen Henne“, als Golfer, Koch oder wie jüngst bei Hirschrufmeisterschaften, hilft freilich. Vom Hotelfach kommt seine Freundin. Seit zehn Jahren ist Jens Weißflog mit Doreen Fiebig liiert. Die gemeinsame Tochter Greta ist gerade sieben Jahre alt geworden. „Beruflicher Erfolg ist wichtig. Aber das muss alles zusammenpassen. Innere Zufriedenheit und Gelassenheit, die finde ich bei Doreen und Greta“, meint Weißflog, der „Vorzeige-Erzgebirger“. Thomas Prenzel

Blick in die Produktionshalle im Zahnradwerk Leipzig ZWL im Stadtteil Liebertwolkwitz.

Zahn um Zahn – Leipziger Getriebehersteller auf Erfolgskurs Vernetzung und Entwicklung des internationalen Geschäfts: NZWL steigert Erlöse VON ULRICH LANGER

Biathlon-Königin vom Rennsteig Vor dem „Heimatlon“ steht eine Traube von Touristen und zückt die Kameras. Es blitzt ein paar Mal und schon ist das Bild von Kati Wilhelm im Kasten, das mehr als lebensgroß die Außenwand des Gebäudes ziert und auf den ersten Blick offenbart, wem das Lokal in Steinbach-Hallenberg gehört. Der Ort liegt vier Kilometer entfernt vom Rennsteig, gleich neben dem Wintersportzentrum Oberhof. Kati Wilhelm ist eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. Nach dem Ende der Sportkarriere 2010 begleitet sie die Biathlon-Übertragungen der ARD als Co-Moderatorin und hält Vorträge zum Thema „Entscheidungen treffen“. Und dann: Ein eigenes Restaurant, das im Herbst 2014 eröffnet wurde. „Ich wollte Ideen, die ich bei anderen Cafés aufgeschnappt habe, umsetzen“, erzählt sie. „Meines sollte regional, heimatverbunden und etwas Besonderes werden.“ Was als Café geplant war, wurde schnell zu einem kleinen Restaurant. Zu ihrem Koch Felix Hofmann kam die 41-Jährige durch Zufall. Sie nennt ihn einen Glücksgriff. Er hatte in Österreich in einer Sterneküche gearbeitet, wollte dann aber wieder zurück in die Heimat. Dann holt sie Tochter Lotta und Sohn Jakob aus der Kita ab und ist voll und ganz für sie da. „Zwischen 23 und zwei Uhr ist meine starke produktive Phase, in der ich meinen Papierkram erledige.“ Alexandra Paulfranz

Fotos : André Kempner

LEIPZIG. Ein Rädchen greift wie von Zauberhand ins andere. Dies bringt alles voran beim Neuen Zahnradwerk Leipzig (NZWL). Fast 1000 Mitarbeiter weltweit erwirtschaften Millionen-Umsätze mit der Fertigung von Motorund Getriebeteilen, Zahnrädern, Getriebebaugruppen und komplett montierten Getrieben für die Autoindustrie. In diesem Jahr „peilen wir Erlöse von 87,5 Millionen Euro an“, sagt Unternehmenschef Hubertus Bartsch stolz. Das sei ein Plus gegenüber dem Vorjahr von um die zehn Prozent. Beim Überschuss haben die Leipziger bis anderthalb Millionen Euro im Visier. Zu schaffen ist dies nach seiner Überzeugung nur durch eine wirksame Vernetzung zahlreicher, miteinander verbundener technischer und geschäftlicher Abläufe. Und das ist den NZWLern offensichtlich glänzend gelungen. „Mit umgerechnet gerade mal neun Millionen Euro Umsatz fing ich 1999 hier an“, erzählt

„Unsere Kun­ den wollen Top­Leistun­ gen von uns.“ Hubertus Bartsch NZWLGeschäftsführer

Erfolg in China: Blick auf das Neue Zahnradwerk der Leipziger Firma in Tianjin, 150 Kilometer östlich von Peking. Foto: NZWL

Bartsch, der seit 1990 in Ostdeutschland tätig ist und nach der Wende zunächst das Eisenhüttenwerk Thale saniert hatte. Insbesondere die Internationalisierung des Geschäfts hat der Entwicklung des Unternehmens einen Schub verpasst. Im slowakischen Martin wurde 2008 ein Werk eröffnet. 2013 folgte der zweite Coup außerhalb Deutschlands. Damals wurde der Produktionsstandort Tianjin – 150 Kilometer östlich von Peking – als Schwesterkonzern gegründet. Beide Auslandsstränge schlagen sich prächtig. Inzwischen zählt das Werk in Martin 200 Mitarbeiter, in China sind es 300. „Mit unseren 500 Beschäftigten in Leipzig ist das hiesige Werk weiterhin der gewichtigste Standort im Unternehmensverbund“, betont der 72-jährige Manager. Jährlich bis zu 15 Millionen Getriebeteile verlassen die europäischen NZWL-Betriebe. Ein Niveau, von dem der Betrieb zu früheren Zeiten nur träumen konnte. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1904

zurück, als die Leipziger Mechanische Werkstatt G. Köllmann gegründet wurde. Sie produzierte ab 1905 Präzisionszahnräder. Zu DDR-Zeiten gehörte der Betrieb zum VEB Fahrzeuggetriebewerke „Joliot Curie“ in Leipzig und ab 1978 zum IFAKombinat. Nach der Privatisierung 1993 und nach der Gründung der Neuen Zahnradfabrik 1999 ging es beständig bergauf. Auch dank des hohen qualitativen Anspruchs, den Bartsch und Co. an den Tag legen. „Unsere Kunden wollen Topleistungen von uns“, erklärt der aus Frankfurt/M. stammende Manager. Sein Sohn Timo (49), der bei NZWL unter anderem für den Bereich Informationstechnologie (IT) zuständig ist, fügt hinzu: „Zudem arbeiten vor Ort auch einige deutsche Kollegen im Führungsteam, etwa in der Regel sechs bis acht. Manche sind sogar schon drei Jahre in China.“ Sie hätten die Riesenchance erkannt, ein tolles Werk im „Reich der Mitte“ aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Kunst mit Zahnrad: Die Produktionshalle des Neuen Zahnradwerkes Leipzig im Stadtteil Liebertwolkwitz. Foto: André Kempner


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