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FIT & GESUND

FIT& GESUND 2018

| AKTION GESUNDHEITSWOCHEN

Dienstag, 6. März 2018

Das Geheimnis der Haut

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Was wirklich gegen Pickel hilft

Tipps für Salate mit Auberginen

Leipziger Ärzte helfen Patientinnen

Foto: Fotolia

Eine makellose Haut gilt als Schönheitsideal. Von der Sehnsucht nach der schönen Hülle leben ganze Industriezweige. Doch viele Menschen leiden unter Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Akne – oder sorgen sich vor Hautkrebs. Unsere Serie gibt heute Tipps, wie man sich davor schützen kann.


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DIENSTAG, 6. MÄRZ 2018

SPRECHSTUNDE VON REGINA BEHRENDT

Eine Hautsache

Akte ersetzt kein Arztgespräch

Der Wunsch nach einer schönen Hülle ist groß. Doch viele Menschen leiden unter Neurodermitis oder Akne – oder sorgen sich vor Hautkrebs. Ärzte verraten, worauf man achten sollte

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Regina Behrendt ist Referentin für den  Bereich Gesundheit bei der Verbraucher-

33,4 Prozent haben in Deutschland einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ zufolge mit Hautproblemen oder gar -erkrankungen zu kämpfen. Im Alter nehmen dabei die Schwierigkeiten deutlich zu, hier trifft es fast jeden Zweiten (60-Jährige und Ältere: 47,8 %).

Häufigste Hautprobleme und -erkrankungen 16,4 % Faltenbildung und Trockenheit 7,8 % Hautunreinheiten und Akne 5,8 % Pigmentflecken 3,1 % Neigung zu Hitzepickeln 2,7% (Alters-)Warzen 2,6 % Hautausschlag ohne erkennbare Ursache 2,1 % infektiöse Hauterkrankungen 1,9 % Schuppenflechte 1,5 % Neurodermitis

RND-Grafik; Quelle: Apotheken Umschau

atienten haben das Recht, jederzeit ihre Patientenakte einzusehen. Das ist Teil der informationellen Selbstbestimmung und seit dem Patientenrechtegesetz von 2013 im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragraf 630g verankert. Die Einsicht in die Patientenakte ersetzt jedoch nicht die mündliche Aufklärung durch den Arzt. Ärzte müssen ihre Patienten verständlich über Erkrankung und Behandlung informieren und ihnen Gelegenheit geben, Fragen zu stellen. Patienten sollten deshalb bei Unklarheiten das Gespräch suchen. Darüber hinaus haben sie das Recht zu erfahren, was in ihrer Patientenakte steht. Die Einsichtnahme kann direkt vor Ort erfolgen. Der Patient kann auch Abschriften der Unterlagen verlangen, dann muss er allerdings dem Arzt beziehungsweise Krankenhaus die Kosten erstatten. Wie viel die Kopie einer kompletten Patientenakte kosten darf, ist nicht klar geregelt, doch muss der Arzt im Zweifelsfall die Kosten nachweisen. Manchmal führt die Bitte um Akteneinsicht zu Irritationen. Wenn Patienten der Blick in die Unterlagen verweigert wird, empfiehlt es sich, den Arzt oder die Klinikverwaltung anzuschreiben und eine Frist zu setzen. Denn Praxen und Kliniken müssen die Akte im Rahmen ihres laufenden Betriebs bereitstellen können. Sollte das nicht zum Erfolg führen, hilft im Zweifel die Verbraucherzentrale oder ein Anwalt. Auch eine Beschwerde bei den Ärztekammern oder Datenschutzbeauftragten ist möglich. Der Arzt kann den Zugriff auf die Akte beschränken, wenn er eine Selbstgefährdung des Patienten befürchtet. Das muss er aber begründen. Eine Lösung kann so aussehen, dass eine Vertrauensperson des Patienten die Akte einsehen darf oder der Arzt bei der Einsicht dabei ist. Und im Todesfall haben sowohl die Erben bei vermögensrechtlichen Interessen und die nächsten Angehörigen bei immateriellen Interessen, zum Beispiel einer Strafverfolgung, ein Einsichtsrecht.

zentrale Nordrhein-Westfalen.

SO WIRKT DAS

Metamizol-Natrium Der 1922 vom Pharmakonzern Hoechst eingeführte Wirkstoff lindert Schmerzen, senkt Fieber und löst Krämpfe. MetamizolNatrium wird bei Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen eingesetzt. In einigen Ländern ist er wegen der seltenen aber schweren Nebenwirkung Agranulozytose nicht zugelassen. Bei Agranulozytose kommt die Bildung der weißen Blutkörperchen zum Erliegen und der Körper kann Entzündungen nicht mehr abwehren. Platz zwei der Rangliste der 2016 am  häufigsten ärztlich verordneten Wirkstoffe nach dem Arzneiverordnungsreport 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Grundlage der Verordnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung(GKV).

VON MARIO MOERS

Wir wissen heute, dass UV­Licht die Akne sogar ursächlich fördert. Christian Kors, Berliner Facharzt für Dermatologie

D

ie Haut, das sind die zwei wichtigsten Quadratmeter Ihres Lebens“, lautet ein Motto des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen. Eine makellose Haut gilt als Schönheitsideal. Eine ganze Industrie lebt von der Sehnsucht nach der schönen Hülle. Auf der anderen Seite belasten Hautkrankheiten einen großen Teil der Bevölkerung. Drei bis vier Millionen Menschen leben in Deutschland mit dem atopischen Ekzem, auch Neurodermitis genannt, und zwei Millionen Menschen mit Schuppenflechte. Seit der Einführung eines kostenlosen Früherkennung-Screenings vor

zehn Jahren stellen Ärzte jährlich rund 290 000-mal die Diagnose Hautkrebs. Mit der wohl bekanntesten Hauterkrankung, der Akne, machen sogar 85 Prozent der deutschen Bevölkerung unliebsame Bekanntschaft. Fortschritte in Forschung, Früherkennung und Therapie helfen Millionen Menschen beim Umgang mit Hautkrankheiten, die oft die Psyche und das Sozialleben belasten.

Neuer Wirkstoff, neue Hoffnung Dupilumab ist der Name eines Antikörpers, der seit Kurzem Neurodermitis-Patienten Hoffnung macht. Seit 1. Dezember ist das hochpreisige Medikament (bis zu 25 000 Euro pro Patient und Jahr) in Deutschland zugelassen. „Für Erwachse-

ne mit mittlerer bis schwerer Neurodermitis stellt der Wirkstoff ein völlig neues Medikament zur innerlichen Behandlung dar“, erklärt Peter Weisenseel, Facharzt für Dermatologie und Allergologie am Dermatologikum Hamburg. Als sogenanntes Biologikum schränken die Antikörper entzündungsfördernde Botenstoffe ein. Das chronische Jucken und das Kratzen der Haut, unter dem Neurodermitis-Patienten leiden, werden durch eine fehlgeleitete Entzündungsreaktion des Immunsystems hervorgerufen.

„Sehr gute“ Wirkung In Studien sprach etwa ein Drittel der Patienten „sehr gut“ auf die neuartige

Therapie an. „Bei vielen weiteren kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome“, sagt Weisenseel. Bereits seit einigen Jahren wird der Wirkstoff erfolgreich in der Behandlung von Rheuma und Schuppenflechte verwendet. Bei Neurodermitis hat es länger gedauert, die entscheidenden Botenstoffe zu identifizieren. Krankenkassen übernehmen die extrem hohen Kosten, „wenn die Therapie angezeigt ist“, so Weisenseel. Die Pharmaindustrie arbeitet mit Hochdruck an weiteren Medikamenten mit vergleichbarer Wirkungsweise. Zwei weitere Antikörper könnten voraussichtlich in ein bis zwei Jahren bis zur Marktreife entwickelt sein, schätzt der Fachmann.

GROSSMUTTER WEISS RAT

Rosenessig regt den Kreislauf an

Bei Akne gilt: Keine Pickel ausdrücken Fachgerechte Therapiemethoden haben sich deutlich verbessert / Viele Anti-Pickel-Produkte halten nicht, was sie versprechen VON MARIO MOERS

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in Notfallstift gegen Pickelpanik und das tägliche Waschpeeling für die makellose Haut: Glaubt man der Werbung, war der Kampf gegen unreine Haut nie so leicht wie heute. Tatsächlich haben Fortschritte in der Akne-Forschung die medikamentösen Therapiemöglichkeiten entscheidend verbessert.

Wer sich ausgelaugt fühlt, sollte sich nach der Dusche mit Rosenessig einreiben. Dafür wird eine Handvoll Rosenblätter mit 500 Milliliter Essig in eine Glasflasche gefüllt. Fest verschließen und die Mischung 14 Tage an einem dunklen und kühlen Ort lagern. Die Flasche sollte mehrmals am Tag geschüttelt werden, damit sich alle Wirkstoffe lösen können. Bevorzugt sollten die Blätter von der Damaszener-Rose verwendet werden. Sie wirkt harmonisierend, antibakteriell, virenhemmend, entkrampfend, wundheilend und hautregenerierend. iff

Gutes Licht, schlechtes Licht

Das Rezept stammt aus dem Buch „Zwiebel wickel, Essigsocken & Co.: Traditionelle Heilmittel neu entdeckt“ von Karin Berndl und Nici Hofer, Eden Books, 112 Seiten, 14,95 Euro.

Schon wieder ein Pickel: Gerade Jugendliche leiden unter Hautunreinheiten.

Foto: Fotolia

Bei unreiner Haut ab in die Sonne oder unter das Solarium – der Mythos von der heilenden Wirkung der UV-Strahlung hält sich. „Dabei wissen wir heute, dass UV-Licht die Akne sogar ursächlich fördert“, sagt Christian Kors, Facharzt für Dermatologie in Berlin. In Drogerien werden unzählige LichttherapieMasken angeboten, die bei (leichter) Akne helfen sollen – aber: „Es kommt auf die Wellenlänge des Lichts an. Tatsächlich behandeln Dermatologen schon länger mit blauem Licht, das sind allerdings sehr spezialisierte Geräte“, so Kors.

Nicht täglich peelen Vorsicht geboten ist bei Reinigungsprodukten, insbesondere wenn sie Peelingpartikel beinhalten. „So was sollte man keinesfalls täglich, maximal einmal pro Woche anwenden, um den natürlichen Schutz der Haut nicht zu zerstören“, sagt Kors. Längst nicht jedes vermeintliche Wundermittel eignet sich für die Behandlung entzündeter Mitesser. „In einigen populären Produkten stecken de facto gar keine Wirkstoffe“, sagt Kors. Produkte mit Salicylsäure hingegen haben sich als

effektiv erwiesen und helfen, Mitesser „aufzulösen“. Zudem helfen neuere Präparate auf der Basis von Vitamin-A-Säure. Nur noch selten kommen heutzutage bei Akne und Pickeln Antibiotikacremes zum Einsatz.

Milch produziert Mitesser Und die Ernährung? „Vermeiden sie gezuckerte Molkereiprodukte“, rät Kors – und empfiehlt Patienten, immer zuerst einen Hautarzt zu konsultieren, bevor man selbst Hand anlegt. Sein Credo: „Nie Pickel ausdrücken, Finger weg.“

85 Prozent der Bevölkerung bekommt im Laufe des Lebens Akne – in unterschiedlich starker Ausprägung. Etwa 60 Prozent der Deutschen leiden als Jugendliche unter harmloser, sogenannter physiologischer Akne, den bekannten Mitessern und Pickeln. Bis zum dritten Lebensjahrzehnt klingt die Krankheit meist wieder ab.


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DIENSTAG, 6. MÄRZ 2018

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GESUND GENIESSEN

Hautkrebs durch Sonnenbrand

Salbe gegen Ekzeme: Millionen Menschen leiden unter der Entzündung der Haut. Foto: Fotolia

Ab 35 Jahren zahlt die Kasse Ein weiteres wichtiges Thema in der Dermatologie ist Hautkrebs und dessen Früherkennung. Bei dieser Untersuchung wird erst die Kopfhaut begutachtet, dann im Mund und unter den Lidern nachgesehen, dann geht es runter bis zu den Zehenzwischenräumen. Sieben bis acht Minuten braucht ein erfahrener Dermatologe für diese Früherkennung. Wer über 35 Jahre alt ist, kann sich alle zwei Jahre vorsorglich untersuchen lassen. Die Kosten für die sogenannten Screenings übernehmen dann die Krankenkassen. Seit zehn Jahren gibt es für diese Vorsorge in Deutschland ein flächendeckendes Programm, für das Berufsverbände der Hautärzte lange gekämpft haben. Bereits ein Jahr nach der Einführung 2008 konstatierte der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen einen „sprunghaften Anstieg“ der entdeckten Fälle von schwarzem Hautkrebs. Etwa 30 Prozent der angesprochenen Bevölkerung nimmt seitdem das Screening-Angebot in Anspruch. 36 441 bösartige Melanome wurden 2014 entdeckt; diese Zahl ist seitdem mehr oder weniger konstant. Vor den Screenings lag die Fallzahl etwa 20 Prozent niedriger.

Eine Ärztin untersucht Leberflecke: Eine Hautkrebs-Früherkennung dauert sieben, acht Minuten. Foto: Fotolia

So untersucht man seine Haut gründlich 1. Schritt: Untersuchen Sie sitzend Ihre Beine, dann die Füße (Sohlen, Zehen, Zehennägel und -zwischenräume) sowie die Genitalien und den After. Nehmen Sie einen Handspiegel zu Hilfe. 2. Schritt: Kontrollieren Sie sorgfältig Ihr Gesicht, den Hals, die Ohren und die Kopfhaut. Im Handspiegel und eventuell mithilfe eines Föhns können Sie die Kopfhaut besser

sehen. 3. Schritt: Untersuchen Sie mithilfe des Handspiegels den Nacken, die Rückseiten der Arme sowie den ganzen Rücken. 4. Schritt: Stellen Sie sich vor den Spiegel und heben Sie die Arme nach oben. Betrachten Sie Ihren ganzen Körper, drehen Sie sich dabei leicht nach links und rechts. Untersuchen Sie zum Schluss Ihre Hände und die Unterarme. Krebshilfe

In der eigenen Berufspraxis hat er ein weiteres Phänomen beobachtet. Ohne es mit Zahlen untermauern zu können, vermutet er, dass ostdeutsche Senioren besonders anfällig sind für Hautkrebs. Eine mögliche Ursache: die Freikörperkultur der DDR. mm

Benutzen Sie im Sommer Sonnenschutz? bei längeren Aktivitäten im Freien

51 %

50 % beim Sonnenbaden 14 % draußen grundsätzlich immer 17 % praktisch nie RND-Grafik; Quelle: Forsa

Erfolg mit Luft nach oben Eckhard W. Breitbart, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, beurteilt das Programm deshalb als Erfolg – mit Luft nach oben. „Das Screening leistet genau, wozu es gedacht ist: die unentdeckten Fälle ans Tageslicht zu holen“, sagt er. Nicht bloß Dermatologen, sondern auch entsprechend ausgebildete Hausärzte führen die Untersuchung durch. „Das geschulte bloße Auge ist dabei das wichtigste Instrument“, sagt Breitbart. Findet der Arzt eine besorgniserregende Stelle, entnimmt er eine Hautprobe, um den Verdacht zu klären. Bei etwa einem Prozent der Untersuchten kommt es zu einem positiven Befund auf Hautkrebs.

Hatten Sie im vergangenen Jahr Sonnenbrand? So lassen sich Leberflecke gut einschätzen Um einen Leberfleck richtig einzuschätzen, hilft die ABCDE-Regel. Wenn mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft, sollte man den Fleck einem Arzt zeigen. A wie Asymmetrie: Ein neuer dunkler Hautfleck ist ungleichmäßig, asymmetrisch geformt, oder die Form eines Flecks hat sich verändert. B wie Begrenzung: Ein dunkler Hautfleck hat verwischte Konturen

oder wächst ausgefranst in den gesunden Hautbereich. C wie Colour (englisch Farbe): Ein Fleck ist vermischt mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten. D wie Durchmesser: Der Durchmesser ist an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter. E wie Evolution: Veränderung eines Males innerhalb der letzten drei Monate sollten vom Arzt kontrolliert werden.

ja, einen 12 % ja, mehrere nein 2% weiß nicht mehr

Selbstbeobachtung: Was zu beachten ist

Es ist gut, seine Haut zu kennen. Eckhard W. Breitbart, Dermatologe

Mehr als ein Hörsystem.

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Eine andere Form der Vorsorge ist die Selbstbeobachtung. Hautveränderungen am eigenen Körper zu erkennen gilt als wichtigste Hilfe zur Früherkennung. Mit der sogenannten ABCDE-Regel existiert seit vielen Jahren eine einfache Anleitung für die Selbstbeobachtung. Dabei weisen Experten jedoch zunehmend auf Grenzen dieser Methode hin. „Die ABCDE-Regel kann für gewisse Menschen eine Hilfe sein, um Hautveränderungen festzustellen, ist aber keine geeignete Methode für eine systematische Selbstuntersuchung“, so Peter Ackermann, Sprecher der Schweizer Krebsliga.

Jeder Mensch hat seine eigenen, individuellen Ansprüche an ein Hörsystem, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Die Hörsysteme der Atelier-EDITION der Firma Audio Service sind hochwertige, in Deutschland in Handarbeit hergestellte Hörsysteme, die höchste Ansprüche an kosmetischer Unauffälligkeit und technischer Ausstattung erfüllen. Die drei Produktlinien Atelier SMART, Atelier TECHNIC und Atelier POWER stehen für unterschiedlichen Hörverlust und verschiedene Anforderungen an Ihr Hörsystem.

W

er auf eine kalorienarme Ernährung achtet, ist mit der Aubergine gut beraten. Sie besteht zu 93 Prozent aus Wasser und hat pro 100 Gramm nur 17 Kilokalorien.

So geht’s Zunächst die Auberginen der Länge nach halbieren und mit der Haut nach unten auf ein Backblech legen. Auf die Schnittfläche etwas Salz streuen, mit einer Gabel anstechen und die Auberginen in den Ofen stellen. Die Knoblauchzehen zusammen mit den Auberginen in den Ofen geben. Etwa 15 Minuten im Ofen lassen, bis man mit einer Gabel in die Aubergine stechen kann. 75 Gramm Couscous mit 200 Milliliter kochendem Wasser begießen. Abdecken und drei Minuten stehen lassen. Dann den Deckel wegnehmen, abgetropfte Kichererbsen, fein gehackte Schalotten, ein paar Esslöffel fein gehackte Petersilie, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Harissa und eine Prise Salz unterheben. Zur Seite stellen. Die Sesamsoße anrühren und ebenfalls zur Seite stellen. In einer trockenen Pfanne die Pistazien rösten, grob hacken und mit der gehackten Petersilie und den Granatapfelkernen unterheben. Das Topping zur Seite stellen. Sobald die Auberginen gar sind, zusammen mit den Knoblauchzehen aus dem Ofen nehmen. Knoblauch fein hacken und unter den Couscous heben. Mit einem Löffel die Auberginen aushöhlen und die Masse zum Couscous geben. Dabei aufpassen, dass die Haut nicht beschädigt wird, die Füllung kommt wieder zurück in die Auberginen. Die Couscous-Masse durchmischen,

Das wird gebraucht Für 2 Portionen 2 Auberginen, Salz, 2–3 Knoblauchzehen, 75 g Couscous, evtl. Bulgur oder Quinoa, 200 ml kochendes Wasser, 1 Dose Kichererbsen, abgespült und abgetropft, 1 Schalotte, 1 Handvoll glatte Petersilie, 1 EL Kreuzkümmel, 1 TL Paprikapulver, 1 ½–2 TL Harissa (ggf. etwas weniger) oder eine andere Chilipaste, 2–3 EL Pistazien, ohne Fett geröstet, Kerne von ½ Granatapfel, Sesamsoße, 100 ml Tahini, 100 ml Wasser, 1 EL Sojasoße, 1 EL Reisessig, 1 TL Agavensirup oder Honig, 1 geriebene Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer nach Geschmack

mit Salz abschmecken und in die vier Auberginenhälften füllen. Fünf bis sechs Minuten backen, am besten bei Umluft, damit alles leicht knusprig wird. Die Auberginen aus dem Ofen nehmen, auf Teller verteilen, mit der Sesamsoße beträufeln und mit Garnitur bestreuen. aus dem Buch „Green  Das Rezept stammtBonanza“ von der norwegischen Food-Autorin Mia Frogner, deren Motto lautet: „Alle grünen Dinge sind gut.“ Es ist erschienen im Jan-Thorbecke-Verlag, hat 200 Seiten und kostet 24 Euro.

57 % RND-Grafik; Quelle: Forsa

Das ungeschulte Auge des Laien hat eine deutlich reduzierte „Trefferquote“ gegenüber dem Fachmann. „Es werden viele falsch positive Resultate erreicht und gleichzeitig viele Melanome übersehen“, so Ackermann. Präventionsexperte Breitbart hält die Anleitung dennoch für hilfreich, um ein Bewusstsein für die eigene Haut zu schaffen: „Es ist gut, seine Haut zu kennen und wachsam für Veränderungen zu sein. Zur Beurteilung eines Pigmentmals ist die ABCDE-Regel als grobes Instrument sicher hilfreich, ersetzt allerdings niemals die Inspektion durch einen Arzt.“ Wer auffällige Stellen entdeckt, sollte umgehend ein Screening in Anspruch nehmen.

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Die Kontroverse Dass die Screenings helfen, Hautkrebs zu entdecken, ist unbestritten. Nicht belegt sind jedoch die Auswirkungen auf den weiteren Therapieverlauf und die Sterblichkeitsrate, die bei Hautkrebs deutlich geringer ist als bei anderen Krebsarten. Die Wahrscheinlichkeit, die ersten zehn Jahre nach der Diagnose zu überleben, liegt, laut einer Untersuchung von 2014, bei 94 Prozent. Kritiker hingegen meinen, dass von dieser Vorsorge vor allem Ärzte profitieren. Die hohe Zahl entdeckter Hautkrebsfälle berge außerdem die Gefahr, dass viele Menschen zu Krebspatienten werden, deren Erkrankung verhältnismäßig leicht therapierbar seien. „Es gibt Dermatologen, die bis zu einem Drittel ihres Umsatzes mit den Untersuchungen verdienen“, sagt Breitbart. Dennoch hält er die Kritik für verfehlt. Die unbewiesene langfristige Effektivität sei kein Beweis für einen Fehler des Programms. „Wir müssen die Dokumentation verbessern und die Screenings weiter bewerben, damit auch die Zahl der Untersuchungen steigt“, sagt Breitbart.

Aubergine trifft Granatapfel

Fotos: Josefin Linder, Jan-Thorbecke-Verlag, Ostfildern

Bereits in Kürze wird ein neuer Wirkstoff zugelassen, der Schübe verhindern kann oder zumindest die Intervalle dazwischen verlängert. Crisaborol wird als Creme auf die Haut aufgetragen und ist in den USA bereits erprobt. Die Gründe, weshalb immer mehr Menschen in den Industrienationen unter Neurodermitis leiden, bleiben derweil weiter unklar. Diskutiert werden Umweltfaktoren wie Feinstaub, übertriebene Hygiene, Stress, kalkhaltiges Wasser, Ernährungsgewohnheiten, Freizeitverhalten oder sogar die Geburt per Kaiserschnitt.

Dass zu viel pralle Sonne der Haut schadet, ist heute allgemein bekannt. Der Zusammenhang zwischen Sonnenbränden und einem erhöhten Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist lange belegt, wenn auch bis heute nicht restlos verstanden. Dennoch befürchten Dermatologen, dass der stetige Anstieg entdeckter Hautkrebsfälle erst der Anfang sein könnte. So seien insbesondere Menschen, die zwischen den Fünfziger- und Neunzigerjahren geboren wurden, gefährdet. „Damals gab es deutlich weniger Sonnenschutz, und somit haben diese Menschen im Laufe ihres Lebens viel mehr Schaden angesammelt, schon in der Kindheit“, erklärt Thomas Tüting, Krebsforscher an der Universitätshautklinik in Magdeburg, die „Generation Sonnenbrand“. Zwar ist der heutige Büromensch der Sonne wenig ausgesetzt, doch das Problem ist: „Wer aus dem Büro in die Karibik fliegt, hat in der Regel kaum Schutz, etwa durch natürliche Bräune“, sagt der Forscher. Auch wenn die Generation Sonnenbrand sich zu diesem Zeitpunkt nur schwer statistisch belegen lässt, hält Tüting den Begriff für sinnvoll, um auf Gefahren von Sonnenbrand hinzuweisen.

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Zur Person: Mia Frogner „Alle grünen Dinge sind gut!“, so lautet das Motto von Mia Frogner. Wenn die Norwegerin Essen für ihre Familie und Freunde auftischt, sind die Gerichte stets nährstoffreich und voller natürlicher Zutaten. Seit vielen Jahren ernährt sich Frogner vegetarisch. Die Ernährungsbloggerin teilt ihr Wissen übers Kochen und die „grüne Lebensweise“ in Workshops.

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DIENSTAG, 6. MÄRZ 2018

Foto: Fotolia

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Hüter der Schönheit

LESER-FOREN

Uni­Professorin Gast in LVZ­Kuppel

Prof. Steffi Riedel-Heller

Die Lebenserwartung wächst. Neben der körperlichen wird dabei die psychische Gesundheit immer wichtiger. „Geistig fit ins Alter“ - das ist das Ziel aller Menschen, die sich einen erfüllten Lebensabend wünschen. Doch was kann dafür getan werden? Welche Lebensstilfaktoren sind entscheidend? Im Rahmen von „Fit & gesund“ lädt die LVZ zum großen Leserforum ein. Gast in der LVZ-Kuppel ist die renommierte Leipziger Medizinerin und Sozialforscherin Steffi Riedel-Heller. Die aus dem Vogtland (Rodewisch) stammende Professorin ist Leiterin des Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) am Uniklinikum Leipzig und forscht zu Demenzrisiken und Gesundheit im Alter. Erst kürzlich wurde die Professorin mit dem Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung ausgezeichnet. Das Preisgeld von 100 000 Euro fließt in Forschungsprojekte an der Uni Leipzig. Im LVZ-Leserforum wird sie neue wissenschaftliche Studien vorstellen und Fragen aus dem Publikum beantworten. Die kostenlose Veranstaltung beginnt am 21. März um 19 Uhr, Anmeldung über die gebührenfreie Hotline 0800-2181-080. Moderiert wird der Abend von LVZ-Vizechefredakteur André Böhmer.

Bestseller­Autor rät zu Achtsamkeit

Schriftsteller Jan Eßwein

Ein Aufenthalt in einem Schweigekloster in Nepal war Jan Eßweins erste und intensivste Begegnung mit der Achtsamkeitsmeditation. Sechs Monate verbrachte der heute 42-Jährige am Himalaya. Nach der Rückkehr nach Deutschland gründete er in Planegg bei München seine Privatpraxis für ganzheitliche Physiotherapie. Eßwein ist Bestsellerautor von Ratgebern („Achtsamkeitstraining“, „Achtsame Yogaübungen“). Eßwein berät Unternehmen, wie sie Achtsamkeitstraining im Arbeitsalltag einsetzen. Die Beratung kann von einem Impulsvortrag bis zu einem achtwöchigen Intensivprogramm reichen, das die gesamte Arbeitsorganisation in den Blick nimmt. Er verspricht, dadurch den Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren und zu verhindern, dass Mitarbeiter ausgebrannt und überfordert ausfallen. „Garantiert esoterikfrei“ nennt Eßwein diese Kurse. Im Rahmen der Serie „Fit und gesund“ wird Eßwein auch LVZ-Lesern Einblicke in seine Programme und Kurse geben. Am 13. März stellt er seine Methoden in der LVZ-Kuppel (Peterssteinweg 19) vor. Beginn der kostenlosen Veranstaltung ist um 19 Uhr, Anmeldung über die gebührenfreie Hotline 08002181-080.

IMPRESSUM „Fit & Gesund“ ist ein Spezial der Zeitungen der Madsack Mediengruppe. LVZ-Projektleitung: André Böhmer Verkaufsleitung: Arne Frank Redaktion: Simone Liss, Christopher Resch, Frank Schmiedel, Annett Riedel (lvz.de) Layout: Beatrice Kasel Grafik: Patrick Moye

VON SIMONE LISS

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s ist ein radikaler Schritt, aber wenn es um Leben und Tod geht, sind Angst und Scham schlechte Berater. Eine Amputation der Brüste – wenngleich heute selten – ist für viele Frauen eine schwerwiegende Entscheidung. Sind sie doch ein Zeichen von Schönheit und Weiblichkeit. Um das Verlustgefühl zu dämpfen, vollbringen Plastische Chirurgen und Gynäkologen heutzutage großartige Leistungen, indem sie entweder das Abnehmen und Wiederaufbauen der Brust in einem Eingriff verbinden oder die Brust – samt Warze und Vorhof – in einer zweiten Operation rekonstruieren. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile: „Das operative Trauma kann verringert werden, wenn Teile der Brust erhalten werden und die Sofortrekonstruktion in einer Narkose erfolgt“, sagt Prof. Uwe Köhler, Leiter des Brustzentrums im Klinikum St. Georg.

Sie ist Nahrungsquelle, Trostspender, Lustobjekt, vor allem aber ein Sinnbild für Weiblichkeit – die weibliche Brust. Verliert sie durch Krankheit oder Unfall ihre Form, ihr Aussehen, ihre Funktion, kommt es oft zum Gefühl des Makels, der Unvollständigkeit, des Unattraktivseins. Hier kann die ästhetisch-plastische Chirurgie helfen. Sie hat Verfahren entwickelt, die vielen Frauen eine neue Perspektive eröffnet.

Auch junge Frauen betroffen Oft ist eine sogenannte modifizierte Brustamputation notwendig. Das bedeutet: Die Operateure entfernen das Brustdrüsengewebe mitsamt der darüberliegenden Haut sowie das Bindegewebe des Brustmuskels (Faszie). Der Muskel selbst bleibt dagegen erhalten. Auch Brustwarze und Warzenhof werden in diesem Fall entfernt. „Allerdings hängt das exakte Vorgehen der Operateure wie bei der brusterhaltenden Operation auch bei der Mastektomie, der vollständigen Entfernung der Brust, von der Situation der einzelnen Patientin ab“, erklärt Köhler. Bei manchen Patientinnen sei zum Beispiel eine hautsparende Mastektomie möglich. Dabei wird ein Teil der Haut erhalten und die Brust kann leichter wieder aufgebaut werden. Auch Brustwarze und Warzenhof oder zumindest Teile davon können bei einigen Frauen erhalten werden, wenn sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vom Tumor befallen sind. Eine Mastektomie, also eine großflächige Entfernung der Brust inklusive Brustwarze, ist nötig, wenn der

Tumor zu groß oder die Gefahr einer erneuten Krebserkrankungen zu hoch ist. Im Fall eines genetisch vererbten Brustkrebsrisikos durch unterschiedliche Mutationen kann der Eingriff sogar als prophylaktische Maßnahme wie bei der US-amerikanischen Schauspielerin Angelina Jolie angeboten werden. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 60 000 Frauen an Brustkrebs. Somit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter allmählich an. „Nur etwa ein Drittel der betroffenen Frauen ist zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre, doch die Zahl der jüngeren an Brustkrebs erkrankten Frauen nimmt zu. Wir behandeln vermehrt 30-, 35-Jährige“, sagt Köhler.

Gleiches mit Gleichem ersetzen Sowohl Silikonimplantate als auch körpereigenes Gewebe kommen für die Rekonstruktion der Brust infrage. Mit den Silikongelkissen ist in vielen Fällen schnell ein ansprechendes Ergebnis zu erreichen. Außerdem ist die Operation vergleichsweise einfach durchzuführen. Alternativ ist eine Wiederherstellung der Brust auch ohne körperfremdes Material durch sogenannte Lappentransplantate oder Lappenplastiken möglich. „Dazu verwenden wir gestielte Haut- und Muskellappen sowie freie Transplantate aus Rücken und Bauch und füllen mit diesen die Brust auf. Diese Operationen sind anspruchsvoll und sollten von erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden“, sagt Köhler. Einer dieser erfahrenen Kollegen ist der Plastische Chirurg Prof. Dr. Thomas Kremer, Chefarzt der Klinik

Ein starkes Team: Prof. Dr. Thomas Kremer (l.) und Prof. Dr. Uwe Köhler. Fotos: St. Georg

für Plastische und Handchirurgie mit Schwerbrandverletztenzentrum im Klinikum St. Georg. Kremer und Köhler arbeiten Hand in Hand. Beide sind sich einig: Ein ideales Implantat gibt es nicht. Bis zu 30 Prozent aller Frauen können vor allem bei einer Nachbestrahlung aufgrund von fortgeschrittenem Krebs, eine Kapselkontraktur entwickeln, bekommen Infektionen, oder die Implantate passen sich langfristig nicht an den natürlichen Alterungsprozess des Körpers an. Vor allem bei einseitigem Brustaufbau ist es mit einem künstlichen Implantat oft schwierig, ein symmetrisches Ergebnis zu erreichen. „Zudem steigt insbesondere bei jungen Patientinnen die Wahrscheinlichkeit für Implantat-bedingte Probleme mit der Zeit. Daher braucht eine Patientin, die mit 40 ein Implantat bekommt, oft im Verlauf mehrere operative Implantatwechsel“, sagt Prof. Dr. Thomas Kremer. Eine Brustrekonstruktion ist aus seiner Sicht daher immer eine sehr individuelle Entscheidung, in der die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren sorgfältig abgewogen werden müssen. Für einige Patientinnen können Implantate daher nur vordergründig eine bessere Lösung darstellen, wenn sie sich nach einer Brustentfernung zu einem Wiederaufbau entschließen. Eine sehr gute Alternative sei hier eine autologe Brustrekonstruktion. Dabei wird fehlendes Brustgewebe mit körpereigenem Gewebe ersetzt. Welches Operationsverfahren und welche Variante gewählt werden, hängt zuerst von den körperlichen Voraussetzungen der Patientin ab. Am häufigsten wird der sogenannten DIEP-Lappen-mit sehr guten Ergebnissen eingesetzt. Dabei wird Fettgewebe samt Blutgefäßen und Haut vom Bauch entfernt und an die Gefäße der Brustwand angeschlossen, um den durch die Brustentfernung entstandenen Defekt aufzufüllen. „Wir ersetzen bei diesem Verfahren Gleiches mit Gleichem und sind somit in der Lage, eine sehr natürliche Brust herzustellen, die lebenslang anhält und normalen Alterungsprozessen unterliegt“, sagt Prof. Dr. Thomas Kremer. Eine DIEP-Lappen-OP dauert im Schnitt zwischen drei und fünf Stunden.

Aber damit ist die Brustrekonstruktion dann auch vollbracht.

Mit der Erkrankung abschließen Alternative Operationstechniken stehen für dünne Frauen zur Verfügung, die über wenig Bauchgewebe verfügen. „Bei der TMG-Operation wird inneres Oberschenkelgewebe benutzt. Es ist eine ausgezeichnete Option für dünne Patienten mit kleiner Brust, die eine autologe Rekonstruktion wünschen, aber nicht genügend Bauchgewebe aufweisen oder Bauchnarben vermeiden wollen“, sagt Prof. Dr. Thomas Kremer. Technisch aufwendiger sind Lappenplastiken vom Gesäß wie die S-GAP- oder FCI-Lappenplastik. „Dabei wird Fett und Hautgewebe am Gesäß entfernt und für den Brustaufbau eingesetzt, eine attraktive Variante für Frauen bei denen gleich zwei Brüste wiederaufgebaut werden“, sagt Prof. Dr. Thomas Kremer. Egal welche Methode: „Jeder Blick in den Spiegel erinnert die Frauen an das Trauma, an die tiefe seelische Verletzung Krebs. Deshalb sollten sie über die verschiedenen Optionen für einen Wiederaufbau gründlich aufgeklärt werden und nach einem so tiefgreifenden seelischen sowie körperlichen Eingriff wie einer MammaAmputation eine zufriedenstellende Wiederherstellung der Brust erwarten dürfen“, sagt der 41 Jahre alte Plastische Chirurg. Sein Steckenpferd ist die rekonstruktive Mikrochirurgie – sprich die freie Gewebetransplantation von Muskulatur, Fettgewebe, Haut oder Knochen. Kremer formt Idealbilder, die sich sehen lassen können. „Im Idealfall kann die Frau mit ihrer Erkrankung abschließen und fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes wiederhergestellt.“ Chefsprechstunde Prof. Dr. Thomas Kremer  sowie Rekonstruktive Brustsprechstunde in der Klinik für Plastische und Handchirurgie, Tel. 0341 909 1815, E-Mail plastische-chirurgie@sanktgeorg.de Info-Telefon Brustzentrum St. Georg: 0341 909-1830/-1834

UNSERE LANDÄRZTE

„Das breite Spektrum ist das Schönste“ Allgemeinmediziner Dirk Schulz aus Hohenprießnitz (Nordsachsen) mag die Vielfalt in seinem Beruf VON MATTHIAS KLÖPPEL

H

ohenprießnitz. Landarzt zu werden war für Dr. med. Dirk Schulz „eine goldrichtige Entscheidung“. Der Praxisalltag sei angenehmer als der Klinikalltag, im Krankenhaus herrsche in der Regel mehr Hektik, sagt der 53-jährige Allgemeinmediziner, der seit 18 Jahren in einer Einzelpraxis in der Gemeinde Zschepplin, Ortsteil Hohenprießnitz niedergelassen ist. Was ihm an seinem Beruf besonders gefällt: „Das breite Spektrum an Patienten und Aufgaben.“ Vom Säugling bis zum Hundertjährigen sei alles dabei. Bis vor zwei Jahren hatte der Arztsohn eine 102 Jahre alte Dame in Behandlung. Aktuell ist eine 97-Jährige älteste Patientin. Die Personen, die auf seine medizinischen Kenntnisse vertrauen, kommen neben Hohenprießnitz unter anderem aus Glaucha, Noitzsch und Zschepplin. Viele Langzeitpatienten sind darunter. Seine berufliche Stärken liegen in der Inneren Medizin und Kardiologie. Er

betreut rund 250 Diabetiker, versorgt mit seinen beiden Arzthelferinnen an langen Tagen zwischen 50 und 60 Patienten, macht zudem dreimal die Woche Hausbesuche und ist häufig in einem Pflegeheim unterwegs. Die meisten Behandlungen führt der gebürtige Leipziger und Wahleilenburger in Eigenregie durch, scheut sich aber nicht, bei Zweifeln an einen Spezialisten zu überweisen. „Man muss seine Grenzen kennen“, betont er. Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten sei gut und sehr kollegial. Ursprünglich wollte Schulz Pilot werden, wie er mit einem Lächeln zugibt. Erst ab Klasse sechs, sieben traf er die Entscheidung, Arzt zu werden. Er studierte in Leipzig, absolvierte seine Facharztausbildung im Herzzentrum und einer Diabetes-Klinik in der Messestadt, arbeitete zwei Jahre lang in einer großen Hausarztpraxis in Bayern. 1999 kam die Anfrage, ob er nicht die Praxis in Hohenprießnitz übernehmen möchte. „Ich sagte sofort ja.“ An dem Ortsteil schätzt der Mediziner unter anderem die gute Infrastruktur.

So gebe es etwa eine Kita, Grundschule, Hort, Bank sowie eine Zahnärztin und einen Einkaufsmarkt. Außerdem lockten viele Vereine und das Hohenprießnitzer Schloss. Das Thema Ärztemangel auf dem Land betrachtet Schulz differenziert. In der Tat würden Regionen existieren, in denen Praxen teilweise nicht besetzt werden könnten, etwa Torgau und Ostelbien. Aber auch solche, die medizinisch gut aufgestellt sind, wie den Raum Eilenburg/ Bad Düben. „Im Fachjargon heißt das, wir sind hier überversorgt.“ Was ihn etwas stört an seinem Beruf, sind Anfragen von Krankenkassen, insbesondere nach den Gründen für eine Krankmeldung. Die kämen oft zu schnell, seien teilweise unnötig. Außerdem bestünde bei den Abrechnungsmodalitäten mitunter Optimierungsbedarf. Um fit und gesund zu bleiben, rät der Landarzt zu körperlicher Bewegung. „Gehen Sie jeden Tag mit dem Hund raus – auch wenn Sie keinen haben“, lautet sein humorvoller Tipp. Konkret empfiehlt

er: Fünfmal pro Woche 30 Minuten lang spazieren gehen, joggen oder Rad fahren. Das beseitige eine Vielzahl an Beschwerden.

Alle bereits erschienenen Teile der Gesundheitsserie plus weitere Infos und Tipps für Ihr Wohlbefinden finden Sie im Internet unter www.lvz.de/fit-gesund

Dr. med. Dirk Schulz ist seit 18 Jahren Landarzt in Hohenprießnitz. Foto: privat

LVZ Fit & Gesund 2018 | Das Geheimnis der Haut  

© 2018 Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG

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