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FIT & GESUND

FIT& GESUND 2018

| AKTION GESUNDHEITSWOCHEN

Montag, 12. März 2018

Vorsicht, Allergien! Hunderttausende Patienten leiden unter Allergien: Ob Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Insektenstiche – Allergien können verschiedene Ursachen haben. Wie äußern sich die Symptome? Kann man vorbeugen? Welche Therapien gibt es? Unsere heutige Serie dreht sich um die Beantwortung dieser Fragen.

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Allergie-Risiko durch Allergene senken

Vitamin-C-Lieferant Sauerkraut

Bakterien-WG im Darm

Foto: Fotolia

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Moment mal! Achtsam werden und gesünder leben

Interaktiver Vortrag mit Experte Jan Eßwein in der LVZ Kuppel Wenn die Aufgabenliste immer länger wird und die Leistungserwartungen unerfüllbar erscheinen, ist der Moment gekommen, um anzuhalten. Denn um dauerhaft gesund zu bleiben, braucht es gute Ressourcen und ein klares Gespür für sich selbst. In seinem inspirierenden Vortrag vermittelt Experte Jan Eßwein, wie Achtsamkeit hilft, den Alltag gelassener zu meistern und gesund zu leben. Halten Sie an und lassen Sie sich zur inneren Ruhe motivieren!

Peterssteinweg 19, *Einlass ab 18 Uhr

13. März, 19 Uhr* Eintritt kostenfrei! Gleich anmelden: Interessenten für diese kostenfreie Veranstaltung melden Sich bitte im Voraus unter der gebührenfreien Hotline 0800 2181-080 an!


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MONTAG, 12. MÄRZ 2018

SPRECHSTUNDE VON KLAUS-DIETER THILL

Schöner warten

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us der Perspektive von Praxisteams ist das Wartezimmer vor allem eine Organisationshilfe: Als Puffer dient es dazu, Patientenzustrom und Behandlungsabläufe in Einklang zu bringen. Dabei wird jedoch häufig die Sicht der Praxisbesucher vernachlässigt. Was macht das Warten angenehm für sie und was nicht? Eine erste Weichenstellung erfolgt bei der Anmeldung. In der Regel bitten dann Praxismitarbeiter den Patienten, „kurz“ im Wartezimmer Platz zu nehmen. Diese unbestimmte Zeitangabe interpretiert aber jeder anders, sodass Besucher schnell enttäuscht sind, wenn Erwartung und Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Es herrscht eine negative Grundstimmung. Daran ändert meist auch ein schön gestaltetes Wartezimmer nichts. Umso wichtiger ist es, die Dauer der Wartezeit nicht zu thematisieren, aber dennoch einen umfassenden Komfort anzubieten. Eine ansprechende Einrichtung gilt als Qualitätsindikator, denn sie signalisiert Besuchern, dass Arzt und Team am Wohlbefinden der Patienten gelegen ist. Welche Merkmale für Patienten „Wartekomfort“ und „Wohlfühlatmosphäre“ ausmachen, ergibt sich aus diversen Befragungen. Dabei stehen zwei zentrale Anliegen stets im Vordergrund: Diskretion und Ruhe. Wartende möchten nicht mit den Beschwerden und Anliegen anderer Patienten oder ständigem Telefonläuten behelligt werden und bevorzugen daher einen von der Anmeldung abgeschirmten Platz. Neben einer hellen und freundlichen Raumgestaltung spielen Sauberkeit und frische Luft für das Wohlfühlen eine wichtige Rolle. Zum Wohlfühlen tragen auch bequeme, nicht zu eng gestellte Stühle mit Armlehnen bei. Eine breit gefächerte Zeitschriftenauswahl und Getränke unterstützen die positive Gesamtwirkung, die auch zur Entspannung beiträgt. Obwohl in vielen Praxen das Radio läuft, liegt nur den wenigsten Patienten an einer musikalischen Untermalung.

Auf die Pollen, fertig, los Die Zahl der Allergiker hierzulande ist extrem hoch. Man kann Allergien mittlerweile vorbeugen und Beschwerden mit neuen, flexiblen Methoden dauerhaft lindern. Nur eines sollte man nicht tun: Heuschnupfen auf die leichte Schulter nehmen

Klaus-Dieter Thill ist Betriebswirt und  Inhaber des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und StrategieEntwicklung (IFABS) in Düsseldorf.

Bisoprolol Das Arzneimittel beeinflusst als Betablocker die Reaktion des Körpers, insbesondere des Herzens, auf bestimmte Nervenimpulse. Es verlangsamt die Herzfrequenz und macht das Organ somit leistungsfähiger. Bisoprolol wird bei Bluthochdruck oder chronischer Herzinsuffizienz eingesetzt. Gefährliche Nebenwirkungen können vor allem bei einem abrupten Absetzen eintreten, daher wird Bisoprolol in der Regel durch eine schrittweise Senkung der Dosis abgesetzt. Ansonsten besteht das Risiko eines Herzinfarkts.

Platz sieben der Rangliste der 2016 am häufigsten ärztlich verordneten Wirkstoffe nach dem Arzneiverordnungsreport 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Grundlage der Verordnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Heuschnupfen nicht unterschätzen

Sind Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld von allergischen Erkrankungen betroffen? Ja, selbst betroffen

21 % Ja, Mitglied des Haushalts Ja, im Freundeskreis Ja, im Bekanntenkreis

Wer Heuschnupfen hat, holt sich oft nur Medikamente in der Apotheke und ver-

Nein

26 % 31 %

34 %

46

Bei häufigen Erkrankungen aufmerksam werden Tatsächlich sind Allergien die häufigste Ursache von Asthma, allen voran die gegen Hausstaubmilben. Zwar können auch andere inhalative Allergien Asthma auslösen, aber Hausstaubmilben sind aus zwei Gründen besonders tückisch: „Der Körper wird das ganze Jahr über kontinuierlich belastet, und die Veränderungen passieren schleichend, teilweise unbemerkt“, sagt Dr. Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergolo-

Prozent beträgt das Risiko eines Allergikers, an Asthma zu erkranken.

Sind Allergien Ihrer Meinung nach gut behandelbar?

Als wie belastend empfinden Sie persönlich Ihre Allergie? sehr belastend

23 % 30 %

belastend weniger belastend gar nicht belastend 1% k. A.

gut behandelbar

23 % 23 %

21 % nicht gut behandelbar 9% k. A.

Durch Hyposensibilisierung den Körper an Allergene gewöhnen Wer frühzeitig mit einer Hyposensibilisierung beginnt, hat gute Chancen, die allergischen Symptome zu lindern und möglicherweise eine Asthmaerkrankung zu verhindern. Bei einer Hyposensibilisierung oder spezifischen Immuntherapie wird der Körper langsam an den Allergieauslöser gewöhnt, damit er lernt, nicht mehr darauf zu reagieren. Bislang haben die Patienten in der Regel über drei Jahre anfangs wöchentlich, später monatlich eine Spritze bekommen. Sie mussten dafür zum Arzt. Vielen war das zu aufwendig. Inzwischen gibt es als Alternativen entweder Tabletten oder Tropfen, die man täglich zu Hause nimmt, oder eine Kurzzeit-Hyposensibilisierung.

Wird das Immunsystem schon früh durch potenzielle Allergene stimuliert, entwickeln Kinder eher Toleranzen VON MONIKA HERBST

W Kamillentee ist bekannt für seine wohltuende Wirkung bei Erkältung. Doch Kamillenblüten geben auch ein gutes Inhalationsmittel ab. In Verbindung mit Salz machen sie eine verstopfte Nase wieder frei. Eine Kamillen-Salz-Inhalation wirkt desinfizierend, entzündungshemmend, krampf- und schleimlösend. Einfach eine Handvoll Kamillenblüten in einen Liter kochendes Wasser geben und fünf Esslöffel Meersalz hinzufügen. Mit einem Handtuch über dem Kopf zehn Minuten inhalieren. iff Das Rezept stammt aus dem Buch „Zwiebel wickel, Essigsocken & Co.: Traditionelle Heilmittel neu entdeckt“ von Karin Berndl und Nici Hofer, Eden Books, 112 Seiten, 14,95 Euro.

31 % teils, teils, kommt auf die Art/Stärke der Allergie an

39 %

gie und klinische Immunologie. Außerdem sind der Kot der Hausstaubmilbe und die Bruchstücke davon besonders klein. „Je kleiner die Allergene, umso leichter gelangen sie irgendwann in die Bronchien“, sagt HNO-Ärztin Wilcke. Viele Patienten wissen nicht, dass sie gegen Hausstaubmilben allergisch sind. Die Ärztin kennt die Fälle aus ihrer Praxis: Die Patienten sind unausgeschlafen, Schnupfen hält sich bei ihnen hartnäckig und sie müssen morgens oft niesen. Ihre Atemwege sind durch die ständige Allergenbelastung überempfindlich. Viele neigen zu Bronchialerkrankungen.

Allergien vorbeugen

GROSSMUTTER WEISS RAT

Inhalieren mit Kamille und Salz

19 %

Allergologen gehen – und zwar möglichst früh“, sagt die Ärztin.

RND-Grafik; Quelle: forsa

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eder vierte bis fünfte Deutsche hat eine oder mehrere Allergien. Mit Abstand am häufigsten sind dabei Reaktionen auf Pollen, gefolgt von Tierhaaren, Hausstaub und Schimmelpilzen. Deutlich seltener sind Allergien gegen Lebensmittel wie Erdnüsse, Eier oder Fisch. Die Zahl der Betroffenen in den westlichen Industrieländern stabilisiert sich mittlerweile auf hohem Niveau, nachdem sie zuvor jahrzehntelang stark zugenommen hat – vor allem bei Kindern. Doch auch das Alter ist kein Schutz: „Früher hat man immer gesagt, im Alter trifft’s keinen mehr“, sagt Sonja Lämmel, Sprecherin beim Deutschen Allergieund Asthmabund (DAAB). Das hat sich geändert: „Heute kann selbst bei einem 90-Jährigen eine Allergie erstmals auftreten.“ Viele Allergologen haben den Eindruck, dass Fälle mit Neuallergikern im Erwachsenenalter in der Praxis zunehmen, Zahlen gibt es dazu jedoch keine. Eine wirkliche Erklärung für diese Entwicklung haben Wissenschaftler ebenfalls noch nicht, doch in der Behandlung von Allergien hat sich viel getan. Die wichtigsten Tipps:

zichtet auf den Arztbesuch. Dabei wird die Asthmagefahr unterschätzt: „Mittlerweile liegt das Risiko eines Allergikers, Asthma zu entwickeln, schon bei 46 Prozent“, sagt die Hamburger HNOÄrztin Dr. Christa Wilcke. Als sie vor 25 Jahren angefangen hat, lag die Zahl gerade mal halb so hoch. Dabei kann eine unentdeckte Asthmaerkrankung dramatische Folgen haben: „Die Gefahr, in einen schlimmen Asthmaanfall zu geraten, der tödlich sein kann, ist von außen nicht zu beurteilen. Es passiert zum Glück sehr selten, trotzdem besteht das Risiko. Deshalb sollte man mit Heuschnupfen auf jeden Fall zum

RND-Grafik; Quelle: forsa

VON MONIKA HERBST

RND-Grafik; Quelle: Statista

SO WIRKT DAS

Bei Neurodermitis ist die Hautpflege entscheidend.

Foto: Fotolia

er in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren des Kindes einige Dinge beachtet, kann dessen Risiko senken, an einer Allergie zu erkranken. Dabei geht es vor allem um den Schutz vor Neurodermitis, allergischem Schnupfen (zum Beispiel durch Pollen, Hausstaubmilben) und allergischem Asthma. Eine frühe Stimulation des Immunsystems hat zur Folge, dass die Kinder eher eine Toleranz entwickeln als eine Allergie. Sie sollen deshalb bewusst mit potenziellen Allergenen konfrontiert werden. Das gilt für alle Substanzen, die eine Reaktion auslösen können, egal ob sie über die Atmung aufgenommen werden (Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben et cetera), über den Mund (Nüsse, Soja, Fisch et cetera) oder über die Haut (Luft- und Nahrungsmittelallergene). In der Praxis heißt das: Mütter sollten möglichst vier Monate lang stillen und dann zusätzlich eine vielfältige Beikost

einführen. „Dazu gehört auch Fisch, für den eine präventive Wirkung nachgewiesen ist“, so der Dermatologie und Allergologe Professor Torsten Schäfer. Präventiv wirken auch ein früher KitaBesuch, viele Geschwister und der Kontakt mit verschiedenen Tierrassen auf dem Bauernhof. Nicht jeder Kaiserschnitt ist medizinisch notwendig. Man muss wissen: „Es gibt eine erhöhte Allergierate bei Kaiserschnittkindern“, sagt Experte Schäfer. Vor allem das Risiko für eine Asthmaerkrankung steigt. Als Ursache für das erhöhte Allergierisiko wird die feh-

lende Stimulation durch die Keime im Geburtskanal diskutiert. Das Auftreten einer Neurodermitis kann durch rechtzeitige Hautpflege oft verhindert werden: Fällt bei einem Säugling oder Kleinkind sehr trockene Haut auf, empfiehlt Dermatologe Schäfer, sie täglich einzucremen und Duschöl anzuwenden. Dadurch wird die Barrierefunktion der Haut wiederhergestellt, entzündete Stellen entstehen gar nicht erst. Möglichst meiden sollte man Schimmel, aktives und passives Rauchen, Schadstoffe in Innenräumen und Autoabgase.

4 Monate sollten Mütter stillen und dann eine möglichst vielfältige Beikost einführen.


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GESUND GENIESSEN

Putenschnitzel mit Apfel­Sauerkraut Früher half Sauerkraut Matrosen auf langen Seefahrten gesund zu bleiben, denn es enthält Vitamin C

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auerkraut ist auf der ganzen Welt schon seit Jahrtausenden bekannt. Es kann aus jeder Art von Weißkohl hergestellt werden. Durch die Milchsäuregärung ist es sehr lange haltbar. So war es vor einigen Jahrhunderten ein wichtiger Vitaminlieferant im Winter oder auf langen Seefahrten, auf denen die Matrosen aufgrund von Vitaminmangel ansonsten an Skorbut litten. Denn Sauerkraut enthält Vitamin C – genauso wie Ballaststoffe, Mineralstoffe und natürlich Milchsäure.

So geht’s Für das Sauerkraut das Erdnussöl in einem Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebel und Apfel hineingeben und drei bis vier Minuten anschwitzen. Das Sauerkraut mit dem Lorbeerblatt hinzufügen, alles gut vermengen und die Brühe angießen. Den Deckel aufsetzen und 15 bis 20 Minuten kochen, dabei zwischendurch umrühren. Nach der Garzeit mit Meersalz und Pfeffer würzen. Für das Fleisch das Pflanzenöl in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Das Putenfleisch leicht salzen und im heißen Öl von beiden Seiten insgesamt zwei bis drei Minuten braten. Den Deckel aufsetzen, vom Herd nehmen und zwei Minuten ziehen lassen. Das Apfel-Sauerkraut auf zwei Teller verteilen, die fertigen Putenschnitzel daneben anrichten und mit Kräutern garniert servieren.

Prof. Roland Buhl, Lungenfacharzt und Allergologe

Anne Fleck: „Schlank!  Dr.undmed. gesund mit der Doc Fleck Methode“. BeckerJoest-Volk-Verlag. Gebundene Ausgabe, 304 Seiten, 29,95 Euro.

lenallergiker kann dagegen außerhalb der Pollensaison darauf verzichten. Das Problem: Kortison hat nicht den besten Ruf. Patienten fürchten Nebenwirkungen wie Osteoporose, Gewichtszunahme oder grauen Star. Buhl kann sie beruhigen: „Bei inhaliertem Kortison passiert das nicht. Dabei tritt lediglich manchmal Heiserkeit oder Kratzen im Hals auf.“ Ausgelöst werden diese Nebenwirkungen allerdings auch durch Fehler beim Inhalieren, die oft vorkommen. Er rät, sich das Inhalieren vom Arzt genau zeigen zu lassen oder im Internet auf der Website der Atemwegsliga das Erklärvideo dazu anzusehen. (www.atemwegsliga.de/richtig-inhalieren.html).

Erste Hilfe bei Heuschnupfen

Bei Asthma die Medikamente nicht absetzen Es gibt in Deutschland vier bis fünf Millionen Asthmatiker. Häufiger als bei Erwachsenen tritt Asthma bei Kindern auf, jedes zehnte Kind ist betroffen. Die gute Nachricht: „Bei vielen von ihnen verwächst es sich in der Pubertät“, sagt Lungenfacharzt Buhl. Bei den meisten anderen ist das Asthma gut kontrollierbar: „Etwa die Hälfte der Asthmapatienten in Deutschland haben nur eine leichte Form der Erkrankung“, sagt der Experte. Für diese Patienten reicht zur

Behandlung ein Basismedikament mit niedrig dosiertem Kortison zum Inhalieren, dass die Bereitschaft zur Allergie drosselt und verhindert, dass sich die Bronchien dauerhaft verengen. Dazu kommt ein Notfallmedikament, das bei Atemnot die verengten Bronchien erweitert. Betroffenen ist oft nicht klar, dass es sich bei Asthma um eine chronische Krankheit handelt. Sie lassen die Medikamente weg, sobald sie sich besser fühlen, und nach zwei, drei Wochen beginnt alles von vorn. Wenn man den Allergenen dauerhaft ausgesetzt ist, wie bei Hausstaub, sollte man auch das Basismedikament dauerhaft verwenden. Ein Pol-

Für 2 Personen Für das Sauerkraut 1 EL Erdnussöl 60 g Zwiebel, in Streifen geschnitten 100 g Apfel (am besten Elstar), geschält und gewürfelt 250 g mildes Sauerkraut 1 Lorbeerblatt 160 g Hühnerbrühe Meersalz, schwarzer Pfeffer frische Kräuter zum Garnieren Für das Fleisch 1 EL Pflanzenöl zum Braten 2 Putenschnitzel (à 100 g) Meersalz

Fällt der Winter eher mild aus, schwirren entsprechend früh Pollen durch die Luft. Wer allergisch auf Pollen reagiert, sollte sich wappnen, rät die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Heft „test“ (Ausgabe 3/2018). Tägliche Nasenspülungen mit 0,9-prozentiger Salzlösung entfernen Allergene aus der Nase. Mit dem sogenannten Prick-Test soll herausgefunden werden, was genau die Allergie auslöst. Foto: Dpa

Außerdem ist es sinnvoll, die Wohnung häufiger zu saugen und zu wischen als sonst. Auch Pollenschutzgitter halten Allergene fern. Ist starker Pollenflug

vorhergesagt, vermeiden Allergiker besser allzu viele Aktivitäten im Freien. Vorhersagen finden Betroffene auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes oder der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Abends hilft auch Haarewaschen dabei, die Pollen aus dem eigenen Bett fernzuhalten. Draußen getragene Kleidung legen Allergiker besser außerhalb des Schlafzimmers ab. Gegen Heuschnupfen gibt es sowohl frei verkäufliche als auch rezeptpflichtige Medikamente.

Foto: Hubertus Schüler

Dabei wird das Allergen in der Regel vor der Pollensaison über vier Wochen vierbis achtmal in steigender Dosis gespritzt. Lohnt sich der Aufwand? „Je jünger die Patienten sind und je weniger Allergien sie haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hyposensibilisierung wirkt“, sagt der Lungenfacharzt und Allergologe Professor Roland Buhl von der Unimedizin Mainz. Lämmel vom DAAB rät auch Erwachsenen zu einer Hyposensibilisierung. Je kürzer die Allergie besteht, desto größer sind die Erfolgschancen. Für Patienten, die bereits an allergischem Asthma erkrankt sind, wird die Hyposensibilisierung laut Buhl mittlerweile ebenfalls empfohlen: „Man kann die Erkrankung nicht heilen, aber so bessern, dass man sie im Alltag weniger merkt.“

Je jünger die Patienten sind und je weniger Allergien sie haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hyposensibilisierung wirkt.

Das wird gebraucht

Wir suchen Verstärkung! www.sanktgeorg.de


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MONTAG, 12. MÄRZ 2018

Bakterien­WG im Darm Wofür Mikroorganismen alles gut sind und was passiert, wenn sie durcheinander geraten

VON NANNETTE HOFFMANN

Oschatzer Florian Braunseis praktiziert wie seine Mutter VON GABI LIEBEGALL

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r hat diesen Schritt nicht bereut. Dr. Florian Braunseis ist einer der wenigen jungen Mediziner in Oschatz, die in die Fußstapfen der Mutter oder des Vaters getreten sind und jetzt als niedergelassene Ärzte eine Praxis leiten. Der 32-Jährige hat im vergangenen Jahr die Ordination von der Allgemeinmedizinerin Margitta Wolfgramm – sie wurde in den verdienten Ruhestand verabschiedet – in der Burgstraße übernommen: „Dass sie einen Nachfolger sucht, habe ich auf einer Fortbildung erfahren“, beschreibt er. Für den Arzt, Familienvater und Laufsportler war das ein Glückstreffer, denn niedergelassener Arzt werden, das wollte der junge Mann schon immer. Möglicherweise wurde ihm das von seiner Mutter in die Wiege gelegt, denn auch sie praktiziert als niedergelassene Allgemeinmedizinerin in Oschatz.

Allgemeinmediziner Florian Braunseis in seiner Oschatzer Praxis. Foto: Gabi Liebegall

Vor der Übernahme der Praxis arbeitete Braunseis vier Jahre in der CollmKlinik Oschatz als Assistenzarzt auf der Inneren Abteilung und zuvor im Parkkrankenhaus Leipzig. Jetzt ist er am Ziel seiner Wünsche angekommen und ist einfach nur glücklich. „Ich habe Zeit für meine Familie“. Darüber freuen sich seine Frau und Tochter Charlotte, sie wurde im Sommer des vergangenen Jahres geboren, ganz sicher. „Ich kenne keinen Arzt, der von einer niedergelassenen Praxis wieder ins Krankenhaus gegangen ist“, meint er mit einem unterstützendem Lächeln. Überhaupt ist Dr. Braunseis jun. eine Frohnatur. Er hält nicht viel davon, Patienten mit Fakten zu konfrontieren, die die Hilfesuchenden möglicherweise nicht verstehen: „Wenn zum Beispiel ein Patient kommt und den Wunsch nach einer bildgebenden Therapie äußert, zum Beispiel ein MRT“ (im Volksmund auch als Röhre bekannt – d. Red.) „dann untersuche ich die Frau oder den Mann, und wir sprechen über die Beschwerden. Oft ist gar kein MRT notwendig. Aber das muss ich dem Patienten so erklären, dass er es auch versteht.“ Bei übergewichtigen Menschen sagt er nicht einfach: Sie müssen abnehmen! „Nein, ich sage eher scherzhaft: das Gewicht stimmt, aber mit der Größe passt es nicht!“ Aber das passiert nicht oft: „Die meisten Patienten mit einem Körpergewicht jenseits der Norm kommen von allein und suchen Hilfe.“ Apropos Hilfe: Ohne Schwester Sieglinde und Schwester Carla wäre es sicher schwerer für den jungen Arzt. Die beiden haben einen Riesenbonus Erfahrungen. Sie kennen das „Klientel“. Deshalb sind die drei schnell ein tolles Team geworden.

IMPRESSUM „Fit & Gesund“ ist ein Spezial der Zeitungen der Madsack Mediengruppe. LVZ-Projektleitung: André Böhmer Verkaufsleitung: Arne Frank Redaktion: Simone Liss, Annett Riedel (lvz.de) Layout: Beatrice Kasel Grafik: Patrick Moye

Foto: Fotolia

Frohnatur mit einem starken Team

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In uns leben Bakterien, die für die Gesundheit von Vorteil sind. Die meisten dieser Mikroorganismen sind im Darm angesiedelt.

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Gesunder Darm

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Chronische Darmentzündung

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Clostridienkolitis

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nicht durchbrechen“, erklärt der Chefarzt. „Wenn die Zusammensetzung des Mikrobioms jedoch gestört ist oder eine gestörte Barrierefunktion der inneren (Schleimhäute) oder äußeren Körperoberfläche (Haut) vorliegt, erhalten schädigende Bakterien die Oberhand und es können unterschiedliche Krankheiten auftreten.“ Es wird angenommen, dass unter anderem Allergien, Adipositas, Diabetes, Reizdarm oder einige Darmentzündungen und vielleicht sogar Darmtumore ihre Ursache oder zumindest eine Teilursache in der Dysbalance der Zusammensetzung des Mikrobioms oder der gestörten Barrierefunktion haben. „Bestimmte Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder, die in jungen

Jahren häufig Antibiotika bekamen, im späteren Leben zu Übergewicht neigen.“ Denn Antibiotika erweisen sich bei vielen Krankheiten als nützlich, aber diese Therapie hat auch oft Nebenwirkungen und beeinflusst nachweislich die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm.„Bei der Gabe von Antibiotika werden nicht nur schädliche Keime getötet, sondern leider auch häufig nützliche Bakterien, die für eine gesunde Darmfunktion notwendig sind. Die Folge sind Durchfall, Blähungen und anderen Symptome.“ Im Normalfall regeneriert sich der Darm nach einigen Wochen. Um ihm nach dieser Behandlung zu unterstützen können Probiotika, Präbiotika und gesunde Ernährung helfen.

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Fotos: Diakonissenkrankenhaus

UNSERE LANDÄRZTE

er menschliche Körper ist ein hochkomplexes System. Haut, Knochen, Organe, Muskeln, Nerven und Zellen arbeiten perfekt aufeinander abgestimmt zusammen. Die Wissenschaft hat schon viel über unseren Körper, dessen Zusammensetzung und Funktion gelernt, doch am Ende ist es nur ein Bruchteil. Vor 100 Jahren haben Forscher herausgefunden, dass in uns Bakterien leben, die für die Gesundheit von Vorteil sind. Und seit einigen Jahrzehnten ist die Forschung dabei, den Magen-Darm-Trakt und seine Bewohner genauer zu beleuchten, um Rückschlüsse auf Krankheiten zu erzielen. „Doch die Forschung steht in wesentlichen Bereichen noch am Anfang“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Dominik Huster, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin am Diakonissenkrankenhaus Leipzig. „Noch gibt es keine gesicherte Antwort darauf, ob das Ungleichgewicht von Bakterien eine Krankheit auslöst oder die Krankheit selbst die Bakterien, das heißt die Darmflora, durcheinander bringt, also in ihrer Zusammensetzung verändert.“ Fest steht: die sogenannten Mikroorganismen sind milliardenfach auf unserer Haut zu finden, in Nase, Rachen und Gehörgang, sogar in den Atemwegen und insbesondere im MagenDarm-Trakt. Deren Gesamtheit im Körper wird als Mikrobiom bezeichnet. „Der Mensch enthält über zehn Mal mehr Bakterienzellen als Körperzellen. Daran gemessen merken wir, wie bedeutsam und komplex das Mikrobiom ist“, sagt Prof. Dr. Huster. Die meisten Mikroorganismen sind im Darm angesiedelt. Mehr als 1000 Spezies, also unterschiedliche Arten, wurden bisher dort nachgewiesen. Dabei hat aber nicht jeder dieselben. Dies hängt wahrscheinlich mit der Nahrungszusammensetzung und vielen anderen zum Teil nicht bekannten Faktoren zusammen. Die Besiedelung des menschlichen Organismus mit Mikroorganismen beginnt mit der Geburt. „Die meisten Mikroorganismen werden von der Mutter auf das Neugeborene übertragen. Ein interessanter Befund ist, dass je nach Geburtsvorgang (natürlich oder per Kaiserschnitt) unterschiedliche Bakterienzusammensetzungen anzutreffen sind“, berichtet der Professor. Zu den Aufgaben des Mikrobioms im Verdauungstrakt zählen unter anderem die Regulation der Darmfunktion und der Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem, die Produktion und Aufnahme von Vitaminen und Botenstoffen sowie die Immunabwehr. Barrieren sind für den Professor ein wichtiger Stichpunkt.„Es gibt im Körper sowohl nützliche als auch schädliche beziehungsweise krankmachende Bakterien. Diese werden in Balance gehalten oder besser gesagt, die ‚guten‘ halten die ‚bösen‘ in Schach. Vor allem schützt uns die Darmschleimhaut als Barriere gegen schädliche Keime. Diese können die Barriere nämlich

SERVICE

Darmzentrum ■ Wenn es um die Behandlung

von Erkrankungen im Verdauungstrakt geht, verfügt das Leipziger Diakonissenkrankenhaus über eine jahrelange Erfahrung. Seit 2007 ist hier ein Darmzentrum angesiedelt, das nach den strengen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist. Pro Jahr werden im Diako rund 850 Patienten mit Darmerkrankungen medizinisch versorgt. ■ Weitere Informationen

hinsichtlich Behandlung und Spezialsprechstunden: Telefon: 0341 444-3622, E-Mail: darmzentrum.leipzig@ediacon.de, www.diako-leipzig.de

Kniegelenk – Wunderwerk mit Haken VON SIMONE LISS

Hochdruck fürs Knie: Beim Springen und Stolpern wirken bis zu zwei Tonnen auf das Gelenk ein, etwa achtmal so viel wie beim Gehen. Eine harte Probe für Sehnen, Bänder, Menisken (Faserknorpelscheiben) und Schleimbeutel. Reißen sie durch Fehlbelastungen, Überlastungen, Verrenkungen sind gute Chirurgen gefragt. Die häufigste Erkrankung des Knies ist die Arthrose. „Je früher die Verschleißerkrankung behandelt wird, desto größer sind die Chancen, das Gelenk langfristig zu erhalten“, sagt Dr. Gotthard Knoll. Denn wenn die schützende Knorpelschicht erstmal großflächig zerstört ist, bleibt oft nur noch das Einsetzen einer Endoprothese als Therapie übrig – so der Fachbegriff für Gelenkersatz aus Metall. Bis heute haben Mediziner weder ein Mittel noch eine Methode, um Arthrose zu heilen. Deshalb setzen sie immer stärker darauf, bereits die Ursachen des Knorpelverschleißes zu beseitigen – also bestimmte Grunderkrankungen, die die Entstehung von Arthrose befeuern können. „Wir wissen beispielsweise, dass bei defekten Kreuzbändern häufiger Meniskus- und Knorpelschäden auftreten“, sagt Dr. Gotthard Knoll, Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie am St. Elisabeth Krankenhaus Leipzig. Ihm und seinem Team bescheinigte die AOK 2017 Top-Qualität: Als beste Klinik in Sachsen im bundesweiten QSRVerfahren der AOK wurde der Klinik überdurchschnittliche Behandlungsqualität beim Einsatz von Hüft-, Knie- und Schenkelhalsprothesen attestiert. Insbesondere bei Knie- und Schulterverletzten von Spitzen- und In guten Händen: Dr. Gotthard Knoll untersucht das Knie von Hubert Berger, Eishockeyspieler der Exa Icefighters Leipzig. Foto: Dirk Knofe

Das Kniegelenk ist ein Wunderwerk. Aber ein verletzungsanfälliges. Bei der Behandlung von Knieläsionen spielen neben der konservativen Therapie operative Verfahren eine wichtige Rolle. Diese haben sich in den vergangenen Jahren aber enorm weiterentwickelt.

Freizeitsportlern hat sich das St. Elisabeth Krankenhaus einen Namen gemacht. Um sich vor Knieverletzungen zu schützen, sind in den vergangenen Jahren spezielle Übungsprogramme für den Muskelund Sehnenapparat rund ums Kniegelenk entwickelt worden, sie werden unter anderem von Profi-Fußballern genutzt. „Die Ergebnisse dieser Programme sind vielversprechend. So lässt sich das Risiko eines Kreuzbandrisses um 30 bis 40 Prozent verringern“, sagt Dr. Gotthard Knoll. Wenn die Kreuzbänder gerissen sind, werden sie meist ersetzt – in der Regel durch körpereigenes Sehnengewebe (Fachbegriff Kreuzbandplastik). Diese Operation gilt als sinnvolle Investition in den Gelenkerhalt: „Denn ein defektes Kreuzband ist ein wesentlicher Risikofaktor für Meniskusverletzungen und daraus resultierende Probleme.“ Eine Alternative zur OP: Gelenkschonender Sport wie Radfahren, Schwimmen, Walking – „denn er baut ein Muskelkorsett auf, das das Knie stabilisiert“. Dennoch überwiegt die Anzahl der Operationen am Kniegelenk. Im Umgang mit den Menisken hat sich die Strategie der Spezialisten stark verändert. Während ramponierte Gelenkpuffer vor einigen

Jahren noch relativ großzügig ausgeschnitten und oft sogar komplett entfernt wurden, geht der Trend heute ganz klar zum Erhalt. „Wir versuchen, so wenig Gewebe wie möglich zu entfernen und so viele Risse wie möglich zu nähen“, sagt Dr. Gotthard Knoll, „denn die Menisken haben eine wichtige Dämpferfunktion. Zudem unterstützen sie die Bänder bei der Stabilisierung des Gelenks.“ Vorteile, die früher eher unterschätzt wurden. Auch die Korrektur von Fehlstellungen der Beinachse (auf Medizinerdeutsch Umstellungsosteotomie genannt) hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr etabliert. Mehrere Tausend solcher Eingriffe nehmen Chirurgen pro Jahr in Deutschland vor. Dabei werden – vereinfacht ausgedrückt – X- oder O-Beine begradigt. Mit dem Eingriff lässt sich das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks in vielen Fällen deutlich hinauszögern – nicht selten um ein oder zwei Jahrzehnte. Bei klar begrenzten Knorpelschäden – vor allem dann, wenn sie durch Verletzungen entstanden sind – haben die Mediziner momentan zwei etablierte Behandlungstechniken: zum einen die sogenannte Mikrofrakturierung. Dabei bohrt der Operateur kleine Löchlein in den Knochen – mit dem Ziel, dass sich eine Art Blutsee oder Blutkuchen bildet. Daraus soll Ersatzknorpelgewebe erwachsen. Es ist zum anderen möglich, körpereigene Knorpelzellen zu entnehmen, sie im Labor zu ver-

mehren und diese an die defekten Stellen zu verpflanzen – Mediziner sprechen von einer Autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT), die auch im St. ElisabethKrankenhaus durchgeführt wird. Inzwischen ist das Verfahren so weit verfeinert worden, dass auch größere Knorpelschäden damit repariert werden können. „Es kann aber auch Sinn machen, kleinere Löcher zu behandeln – praktisch um einer Ausbreitung des Knorpelschadens vorzubeugen“, sagt Dr. Gotthard Knoll. Einen Versuch ist auch die Behandlung mit Hyaluronsäure und Eigenblutkonzentraten wert: Zwar können auch solche Präparate den Knorpel nicht reparieren, aber immerhin die Gleitfähigkeit im Gelenk verbessern und die Schmerzen lindern. Hyaluronsäure wird ins Kniegelenk gespritzt und soll praktisch wie ein künstliches Schmiermittel wirken, den Knorpel zudem mit Nährstoffen versorgen. Bei Eigentblutbehandlungen – auf die gerade Bayern-Torhüter Manuel Neuer setzt – wird dem Patienten Blut entnommen und zentrifugiert – mit dem Ziel, Thrombozytenreiches Plasma – in dem zahlreiche Wachstumsfaktoren schlummern – herauszulösen. Diese Wachstumsfaktoren werden dann in konzentrierter Form an die erkrankte Stelle im Kniegelenk gespritzt. „Bei beginnender Arthrose hat dieses Verfahren für einen bestimmten Zeitraum einen positiven Effekt.“

Sport trotz Arthrose Studien bestätigen, dass die Kniegelenke durch richtig ausgeführten Laufsport nicht leiden. Dr. Gotthard Knoll sagt: „Probleme im Kniegelenk treten bei richtig dosiertem Training auch auf Asphalt eher selten auf. Das Risiko steigt allerdings, wenn Anfänger übermotiviert sind und sich überlasten.“ Laut dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie verletzen sich jährlich rund 1,5 Millionen Deutsche beim Sport. Dadurch steigt das Risiko, 20 Jahre später an Arthrose zu leiden, deutlich an – bei einer Meniskus- oder

Alle bereits erschienenen Teile der Gesundheitsserie plus weitere Infos und Tipps für Ihr Wohlbefinden finden Sie im Internet unter www.lvz.de/fit-gesund

Kreuzbandverletzung auf bis zu 80 Prozent. Bei Arthrose sind Spielsportarten mit schnellen Bewegungen und Richtungswechseln nicht ratsam: Basketball, Handball, Squash, Tennis oder Fußball sollte man lieber lassen. Aber als Ausrede für ein Leben ohne Sport taugt die Diagnose nicht: Ist der Knorpel angegriffen, braucht das Gelenk regelmäßig Bewegung, damit der Knorpel mit ausreichend Gelenkflüssigkeit versorgt wird. Ruht der Patient ganz, schreitet der Verschleiß weiter voran. Es kommt also darauf an, das Gelenk zu bewegen, aber nicht zu überlasteten.

LVZ Fit & Gesund 2018 | Vorsicht, Allergien!  

© 2018 Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG

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