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Bücherwelten

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• EXTRA | Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

zu Buchmr ess 2016 e

Leipzig feiert das

Buch

n LVZ-Autorenarena und „Leipzig liest“: alle Termine, alle Höhepunkte n Bücher von Birgit Vanderbeke, Sahra Wagenknecht, Christoph Hein und vielen anderen n Heinrich August Winkler im Interview über Menschenrechte und Gewaltenteilung n Der BuchVerlag für die Frau feiert 70. Geburtstag mit „Sibylle“ und Kochbuch-Klassikern

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Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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Verlagsporträt

Vertrauen auf den ersten Blick Der BuchVerlag für die Frau wird 70 – und feiert seine Wurzeln mit „Sibylle“ Von Janina Fleischer

Auf dem schmucklosen Flur weisen Plakate den Weg: „Chic im Osten“ bewirbt die Mode der 60er bis 80er. Eine Besichtigung der Räume geht schnell: Drei Büros und einen Archivraum haben die vier Mitarbeiterinnen des BuchVerlags für die Frau im Leipziger Haus des Buches. Klingt wenig für einen Verlag, dessen Bücher man in großen Buchhandlungen nicht lange suchen muss. Da behaupten sich der Klassiker „Wir kochen gut“ in der ReprintAusgabe oder Grit Nitzsches „Aus meiner Gartenküche“ neben unzähligen Neuerfindungen des Kochens. Kult neben Lifestyle. Alltag neben Auszeit. Eine wichtige Zutat für das Erfolgsrezept ist Beständigkeit. Über fünf Millionen Mal wurde „Wir kochen gut“ bis heute verkauft. In diesem Jahr feiert der BuchVerlag für die Frau 70. Geburtstag. Seit über 50 Jahren ist der Kochbuch-Klassiker auf dem Markt, vor 60 Jahren wurde die Zeitschrift „Sibylle“ zum ersten Mal herausgegeben. Die gibt es seit 1995 nicht mehr, jetzt aber einen Band mit Schnittmusterbogen, der zur Buchmesse erscheint. Die „Sibylle“ stand für das, was den bis 1996 existierenden Verlag für die Frau ausmachte. Denn sie leistete mehr als eine reine Modezeitschrift: vermittelte Lebenskultur, auch Wohnkultur, was ihr nahezu kulturgeschichtliche Bedeutung verlieh. Die meisten Fotografen der Zeitschrift, unter ihnen Ute Mahler, Sibylle Bergemann, Roger Melis oder Günter Rössler, kamen aus der Porträtund Reportagefotografie, schreibt Ute Scheffler in „Schick mit Sibylle – Zeitlos modern“ (48 Seiten mit Schnittmusterbogen und

Die Leipziger Programmleiterin Sabine Melchert mit Geschäftsführer Lutz Gebhardt (r.) und Christoph Hoffmann, Assistent der Geschäftsleitung. Fotos: André Kempner (2), Verlag

Farbfotos, 9,95 Euro). Die Hefte zeigten „eine inszenierte Realität mit Anregungen zum Nacharbeiten“. Was sich wohl auch über andere Zeitschriften des DDR-Verlags sagen lässt: „Guter Rat“, „Modische Maschen“, „Wohnen im Grünen“ ... Heute sieht sich der BuchVerlag mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert: etwa mit den vielen Titeln, die auf den Ratgeber-Markt geschwemmt werden. An Kochbüchern beispielsweise mit Rezepten, deren Zutaten sich in kaum einem Gewürzregal finden lassen. Das war und ist bei „Wir kochen gut“ (oder dem Pendant „Das Backbuch“) eben anders, sagt Lutz Gebhardt. Der 63-Jährige kocht noch immer danach, erzählt er. Gebhardt ist Geschäftsführer

der Verlagsgruppe „grünes herz“, zu der der BuchVerlag für die Frau seit gut einem Jahr gehört. Es war Vertrauen auf den ersten Blick. Von beiden Seiten. Die langsam gewachsene Thüringer Verlagsgruppe, im Kerngeschäft auf Landkarten und Reiseführer spezialisiert, schätzt die Kernkompetenzen der Leipziger: „Kochen, Gesundheit, Handarbeit“, wie Christoph Hoffmann (31) zusammenfasst. Der Sohn von Lutz Gebhardt hat an der HTWK studiert und in einem Rostocker Verlag gearbeitet, bevor er zweiter Geschäftsführer wurde. Für die Inhalte des Leipziger Verlagsprogramms ist Programmleiterin und Lektorin Sabine Melchert (40) zuständig, die vor fünf Jahren zum Verlag kam. Tradition bedeute für ihn, sagt

Hoffmann, zu wissen, wovon man spricht, und zwar „nicht erst seit gestern“. Es gehe darum, mit der Eigenständigkeit auch die Identität des Verlags zu erhalten, so wie es dem Verlag darum gehe, die Identität der Leser zu spiegeln. Was bedeutet, dass auch Trends bedient werden. Die Küche nach Paleo, Bento oder die der 100-Jährigen (aus dem Kaukasus nämlich) gibt es ebenso – in der Reihe der Minibibliothek. Die Büchlein messen 6,2 x 9,5 Zentimeter, sind aber ein Schwergewicht im Verlagsprogramm, wie Sabine Melchert betont. Dazu gehören Zitaten-Schätze, StädtePorträts und Biografisches wie Gunter Böhnkes „Mein Leipzig. Geliebtes Weltdorf“. All das sei jedoch keineswegs nur an die Region gebunden, wie

Passt immer: Die Minibibliothek wird gesammelt und verschenkt.

überhaupt der BuchVerlag für die Frau kein rein „ostdeutscher Verlag“ mehr sei. Lutz Gebhardt und Christoph Hoffmann sehen es „eher als Stärke, dass wir hier noch so sehr verwurzelt sind“. im Rahmen der zVeranstaltungen Buchmesse: 18. März, 17 Uhr: Live-Kochshow mit MDR-Kräuterexpertin Grit Nitzsche und ihrem Buch „Mein geheimnisvoller Gemüsegarten“ inkl. Kostproben, Kantine der LVZ; Peterssteinweg 19; Eintritt: 14 Euro (12,50 Euro für LVZ-Abonnenten); 19. März, 20 Uhr: Geburtstagsfeier „70 Jahre“ mit MDR-TV-Köchin Aenne Dähne und Kabarettist Gunter Böhnke, Riverboat; Erich-ZeignerAllee 45 (A (Eintritt: 10 Euro, Reservierung bis 16. März unter Tel. 0341 9954376); Termine: www. buchverlag-fuer-die-frau.de anzeige

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Bücherwelten

Buchpreis edItorIal Von Jan EmEndörfEr

Bühne frei für die Macht des Wortes

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ein, Christoph Hein (71) ist nicht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sein neuer Roman „Glückskind mit Vater” verspricht dennoch viel: Nach allem, was bisher zu hören und zu lesen war, kommt da ein starkes Stück neuere Geschichte auf die Leser zu. Ein Roman, dessen Handlung noch dazu in Mitteldeutschland verankert ist. Es geht unter anderem um Schkopau und die Vulcano-Werke und einen Sohn, der ewig mit der Nazivergangenheit seines Vaters ringt … Kein leichter Stoff, aber sehr gut geschrieben, und den Autor können Sie hautnah erleben, wenn Sie am Donnerstag um 11 Uhr in die Messehalle 5 kommen. Dort finden Sie die LVZ-Autorenarena, und Christoph Hein ist unser erster Gast. Wie in jedem Jahr lädt die Leipziger Volkszeitung an allen vier Messetagen immer von 11 bis 17 Uhr zu öffentlichen Autorengesprächen ein, in diesem Jahr sind es knapp 50, darunter viele Prominente. Herzlich willkommen! Zur Buchmesse feiert Leipzig wieder die Macht des Wortes und hält mit Tausenden Ausstellern und Hunderten Autoren das Thema Lesen hoch. Die ganze Stadt verwandelt sich zu einer wunderbaren Bühne, auf der Schriftsteller und Leser einander nahe kommen. Quasi nebenbei begeht auch noch „Leipzig liest“ ein kleines Jubiläum – seit nunmehr 25 Jahren macht das Lesefestival den besonderen Charme der Buchmesse aus. Freuen wir uns also auf große Autoren, gute Literatur und auf vier tolle Tage im Zeichen des Buches!

➦ j.emendoerfer@lvz.de Impressum Beilage der Leipziger Volkszeitung Chefredakteur: Jan Emendörfer Stellvertreter: André Böhmer, Olaf Majer Redaktion: Janina Fleischer Gestaltung Titel: Beatrice Kasel Anzeigen: Dr. Harald Weiß Herstellung und Druck: Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG, Peterssteinweg 19, 04088 Leipzig

Vom unvollendeten Westen Heinrich August Winkler erhält den Buchpreis zur Europäischen Verständigung Für seine monumentale bis an die Gegenwart heran reichende „Geschichte des Westens“ in vier Bänden erhält der deutsche Historiker Heinrich August Winkler, 77, am 16. März im Gewandhaus den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Sie führen mit dem letzten Band Ihre „Geschichte des Westens“ bis an die Gegenwart heran, ein ungewöhnliches Forschungsfeld für einen Historiker. Es ist eine alte Aufgabe der Geschichtswissenschaft, einen Beitrag zu leisten zur Ortsbestimmung der Gegenwart. Das tat schon Thukydides, als er seine Geschichte des Peloponnesischen Krieges schrieb. Es ist ein legitimes, ja notwendiges Anliegen. Aber man muss sich der Risiken bewusst sein, dass unser Urteil vorläufiger Art ist, also jederzeit korrigiert werden kann. Wenn sie über „Die Geschichte des Westens“ schreiben, meinen Sie keine Himmelsrichtung, sondern eine Idee ... Wir sprechen zwar gern von einer europäischen Wertegemeinschaft, aber die hat es im geografischen Sinne nie gegeben. Ich schreibe über die transatlantische Wertegemeinschaft, die sich herausgebildet hat aus der Verbindung der alten, nur im Europa der Westkirche verbreiteten Tradition der Gewaltenteilung mit der Idee der unveräußerlichen Menschenrechte, die 1776 auf nordamerikanischem Kolonialboden in der Virginia Declaration of Rights erstmals formuliert wurde. Die unveräußerlichen Menschenrechte sind die eine Säule dieser Wertegemeinschaft, die Gewaltenteilung ist die andere. Sie schlägt ihre Wurzeln bis ins Mittelalter, zum Investiturstreit, der um die Trennung von weltlicher und geistlicher Macht entbrannte, und zur Magna Charta von 1215, in der es um die Trennung von fürstlicher und ständischer Macht ging. Darauf fußt der moderne Begriff der Gewaltenteilung Montesquieus. 13 Jahre nach der Virginia Declaration of Rights beschloss die französische Nationalversammlung die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“. Daraus entstand das normative Projekt des Westens. Im letzten Band Ihrer „Geschichte des Westens“ schreiben Sie nun vom „normativen Prozess“ des Westens. Was meinen sie damit? Man kann die Geschichte des Westens als eine von Kämpfen um Aneignung oder Verwerfung dieser Werte beschreiben. Deutschland hat sich lange gegen die Ideen des Westens gewehrt. Die Öffnung der politischen Kultur des Westens vollzog sich hier erst nach 1945 und auch nur allmählich. Und das Eintreten für diese Werte hat den Westen selbst nie abgehalten von Verstößen dagegen: Thomas Jefferson und George Washington waren Skla-

Heinrich August Winkler, geboren 1938 in Königsberg, war nach der Habilitation in Berlin 1970 an der Freien Universität zunächst dort, dann von 1972 bis 1991 in Freiburg Professor, schließlich bis zu seiner Emeritierung Professor für Neueste Geschichte an der HumboldtUniversität Berlin. Foto: dpa und Legida ziehen doch auch und vor allem gegen die Ideale des Westens durch die Straßen. Das zeigt eine erschreckende Fortdauer altdeutscher VorbehalLeidet darunter nicht die Glaubwür- te gegen die politischen Konsedigkeit des Westens? quenzen der Aufklärung. Ich halWerte kann nur glaubhaft vertre- te diese Bewegung für rückwärtsten, wer sich selbst an sie hält und gewandt und freiheitsfeindlich. mit den eigenen Abweichungen Und aus Rufen wie „Putin hilf!“ hart ins Gericht sprechen zutiefst geht. Aber mit der autoritäre MentaWerte kann nur Formulierung der litäten. Das alles unveräußerlichen glaubhaft vertreten, erinnert fatal an Menschenrechte, die Parolen der wer sich an sie hält. nationalistischen der Idee der Volkssouveränität, Rechten des Kaider Herrschaft des serreichs und der Rechts und der reWeimarer Repupräsentativen Deblik, an ihren mokratie waren Kampf gegen die diese Ideale in der Welt, und seit- angeblich „undeutsche“ parlaher kann sich jeder auf sie beru- mentarische Demokratie. Die Folfen. gen kennen wir.

venbesitzer. Daran sehen Sie: Von Anfang an gab es einen Unterschied zwischen propagierten Werten und der Realität.

Sie sagten, Deutschland habe nach dem Krieg nur allmählich sich als Teil der westlichen Wertegemeinschaft zu verstehen begonnen. Da war das Land noch geteilt. Jürgen Habermas hat 1986 im Zuge des Historikerstreits die vorbehaltlose Öffnung der alten Bundesrepublik gegenüber der politischen Kultur des Westens die größte Errungenschaft der Nachkriegszeit genannt. Im Osten Deutschlands konnte die Diskussion um diese Öffnung erst nach 1989 offen geführt werden. Darum gibt es hier auch heute noch größere Vorbehalte gegenüber der westlichen Demokratie. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland durch diese Vorbehalte in die größte Katastrophe seiner Geschichte geraten ist, in die NS-Diktatur und ihre Folgen. Darum müssen wir gegensteuern, wenn solche Entwicklungen wieder sichtbar werden. Sie sind wieder sichtbar: Pegida

Die New Yorker Anschläge vom 11. September 2001 richteten sich gegen die westliche Wertegemeinschaft. In der Folge haben die zutiefst verunsicherten USA nicht nur mit ihrem Krieg im Irak dem Ansehen des Westens insgesamt geschadet. War dieser Angriff auf uns alle also letztlich ein Erfolg? Nein, das glaube ich nicht. Die Ideen der Menschenrechte, der Gewaltenteilung und der Herrschaft des Rechts haben ihre Anziehungskraft auch auf nichtwestliche Gesellschaften nicht verloren. Schauen Sie auf die „Charta 08“, die 2008 mehr als 5000 chinesische Künstler und Intellektuelle unterschrieben haben, eine Menschenrechtserklärung von historischer Dimension. Aber die USA taugen kaum noch als Modell ... ... nicht nur die USA verstoßen gegen ihre eigenen Werte. Entscheidend ist, dass man eigene Verstöße erkennt und korrigiert.

Die Selbstkritik in den Staaten hat noch während der Präsidentschaft George W. Bushs eingesetzt, und die Wahl Barack Obamas war auch eine Folge dieser Einsichten und der Abkehr von der Hybris, die aus einem historischen Moment heraus entstand, in dem die USA die einzige Supermacht waren. Heute leben wir in einer Welt, in der die westlichen Demokratien von Regimen herausgefordert werden, die nicht die intellektuelle Potenz haben wie Marxismus und Kommunismus. Im Putinismus jedenfalls, diesem reaktionären Ideengebräu aus Antifeminismus, Homophobie und orthodoxem Klerikalismus, kann ich keine intellektuelle Herausforderung erkennen. Aber machtpolitisch sind das autoritäre Russland Putins und die diktatorisch regierte, dem Namen nach immer noch kommunistische Volksrepublik China große Herausforderungen für den Westen. Hängt es auch damit zusammen, dass sich westliche Intellektuelle schwer damit tun, ihre Werte zu formulieren und für sie einzutreten? Die intellektuelle Unterforderung des Westens ist eine Gefahr. Gewiss würde es helfen, sich vermehrt mit der Entstehungsgeschichte unserer Werte auseinanderzusetzen, um zu sehen, was in der Welt von heute daraus geworden ist und was den Westen trotz aller Differenzen im Innersten zusammenhält. Hat der Westen seine beste Zeit hinter sich, oder haben unveräußerliche Menschenrechte, Gewaltenteilung, Rechtsstaat, repräsentative Demokratie noch eine Zukunft? Wir Historiker sind ja eher rückwärtsgewandte Propheten, darum tue ich mich mit Vorhersagen schwer. Sicher ist: Solange die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 1948 ohne Gegenstimmen beschlossen hat, nicht weltweit respektiert wird, sind die Ideen von 1776 und 1789 ein unvollendetes Projekt. So lange diese Werte auf dem Papier stehen, werden Menschen danach trachten, sie Realität werden zu lassen. Insofern: Ja, ich glaube daran, dass der Westen eine Zukunft hat – wenn die westlichen Demokratien sich an die eigenen Werte halten und selbstkritisch mit ihrer Vergangenheit ins Gericht gehen. IIIIIIIIII IIIII IIIIIIIIII Heinrich August Winkler in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 14 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Gegenwart. C.H.Beck; 687 Seiten, 29,95 Euro


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Bücherwelten

Belletristik

Bange machen gilt nicht Frank Goosens „Förster, mein Förster“ Von eVelyn ter Vehn

Ferien-Trägheit liegt über Stadt. Kein Wunder, dass Förster sich ans Meer wünscht, in die Weite auf jeden Fall. Der Mann wird bald 50, und mit dem bevorstehenden Termin für eine Gewebeentnahme schleicht sich eine Ahnung von Vergänglichkeit in sein Leben. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ihm als Autor gerade die Weitsicht ein wenig abhanden gekommen ist. Und so verlegt sich Förster aufs gepflegte Biertrinken und Dem-Leben-Zuschauen. Da bekommt er so einiges zu sehen, von der Midlife-Krise seiner Schulfreunde Fränge und Brocki über die erste Liebe von Teenager Finn bis zur alten Frau Strobel, einer leicht dementen Saxophon-Diva vor ihrem wohl letzten Comeback. Das Leben gleitet dahin, und irgendwie liegt Veränderung oder Tod in der Luft. Da macht Fränge zum Glück ein Schnäppchen: einen alten VW Bulli, zweifarbig, oben weiß, unten blau. Bis Goosen seine Schar auf eine holprige Reise ans Meer schickt, vergeht Zeit. Im Tempo eines Sonntagnachmittags und in der dösenden Hellsichtigkeit eines Erzählers, der mit halb geschlossenen Augen die Dinge einfach sein lässt, folgen wir den Frauen- und Liebesgeschichten, verdrängen den blutigen Auswurf des knackigen Ex-Bullen Dreffke genauso wie die MessiWohnung von Frau Strobel. In „Förster, mein Förster“ hat Goosen einen märchenhaften Kosmos geschaffen, in dem alles zur gleichen Zeit dieselbe Existenzberechtigung hat. Hamster heißen wie Hollywoodstars, die Wirklichkeit wird kommentiert von Musik- und Filmzitaten (oder umgekehrt). Für alle, die das Ruhrgebiet kennen, sind Goosens Romane außerdem ein Heimspiel. Die anderen können mitbaden in diesem speziellen U-50-Lebensgefühl: Wir sind nicht mehr jung, aber wir fühlen uns oft noch wie Teenager. Wir gönnen uns ein wenig Angst vor dem Sterben, aber nicht zu viel, denn Bange machen gilt nicht. Und wenn es zu arg wird, dann fahren wir ans Meer. Oder lesen Goosen. Prost. Frank Goosen zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 13 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Frank Goosen: Förster, mein Förster. Roman. Kiepenheuer & Witsch; 336 Seiten, 19,99 Euro

Ein Dorf voller Rechthaber Juli Zehs großer Gesellschaftsroman: „Unterleuten“ Von Peter Korfmacher

„Wenn ich“, resümiert Lucy Finkbeiner lapidar, „in Unterleuten etwas gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat“. Da ist Finkbeiner, die Erzählerin, gerade erst in Juli Zehs neuen Roman getreten, der nur noch wenige Seiten vor sich hat: eine Journalistin aus Berlin, die sich, aufmerksam geworden durch einen skurrilen Todesfall, in die brandenburgische Provinz aufmacht, um zu recherchieren, was es auf sich hat mit diesem 122-Haushalte-Dorf „Unterleuten“ und seinen Bewohnern. Juli Zeh hat sich für „Unterleuten“ die Latte sehr hoch gelegt: „Einen großen Gesellschaftsroman“ wollte sie schreiben, eines dieser „dicken Bücher, die versuchen, eine ganze Epoche zu erzählen, ein Zeitalter eine Kultur“. Womit die 1974 in Bonn geborene Ex-Leipzigerin selbstbewusst Maß nimmt an Roth und Franzen, an Zola und Balzac, an Mann und Grass. Um zu zeigen, wie Gesellschaft funktioniert, tauchte sie in den letzten zehn Jahren tief ein in einen fiktiven Dorf-Kosmos, der so klein ist, dass man ihn im Ganzen zu überschauen vermag, und gerade so groß, dass die Welt Platz darin findet. Da bekämpfen sich der Kommunist Kron, der Verlierer der Wende, und der Unternehmer Gombrowski, ihr Gewinner, der in der DDR alles verloren hatte, bis aufs Blut. Da hütet der KFZ-Mechaniker Schaller ein finsteres Geheimnis – auch vor sich selbst. Da laufen die Zugezogenen aus der Hauptstadt ihrer Vision vom Glück auf dem Lande nach, der politisierende Vogelschützer Fließ und seine verpeilte Partnerin Jule, die Pferde-Frau Linda und ihr antriebsschwacher Partner Frederik, der nihilistische Investor Meiler. Schließlich ist da noch Arne Seidel, der Bürgermeister, der die Lage von Anfang an klar sieht. Denn „seiner Erfahrung nach wurden die schlimmsten

In Bonn geborene Ex-Leipzigerin aus Brandenburg: Juli Zeh

Übel auf der Welt nicht durch böse Menschen bewirkt. Von denen gab es in Wahrheit erstaunlich wenige. Viel gefährlicher waren Leute, die sich im Recht glaubten. Sie waren ungeheuer zahlreich, und sie kannten keine Gnade.“ Und weil sie so zahlreich sind und so gnadenlos, muss auch Arne scheitern mit seinem Versuch, den Laden am Laufen zu halten – oder wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Juli Zeh zeigt uns in „Unterleuten“ ein Soziotop im vorsozialen Zustand. Die 13 Charaktere, aus deren Sicht wir erfahren, was da 2010 und in den Jahrzehnten zuvor geschah im Brandenburgischen, bilden kein Ganzes. Da haben sich Alteingesessene auf den Trümmern einer Gesellschaft eingerichtet, die es nicht mehr gibt. Und das Häuflein der Zugezogenen erträumt sich eine, die es noch nicht gibt. Berührungspunkte zwischen den beiden Soziotopen gibt es allenfalls an der Oberfläche. Sie werden erst nötig und möglich, als die weite Welt

ans Ortseingangsschild klopft: In Unterleuten soll ein Windpark gebaut werden, und das Räderwerk menschlichen Mit- und Gegeneinanders hat einen Antriebsmotor gefunden. Da kämpfen die einen für den wirtschaftlichen Fortschritt und die anderen gegen die Verschandelung der Landschaft; diese für brütende Kampfläufer, jene für Gerechtigkeit – manche für die im Gestern, einige für die von morgen. Und dabei kämpft ein jeder doch nur für sich selbst. Oder wenigstens dafür, dass die anderen das eigene Bild von der Welt teilen. Womit wir wieder beim Rechthaben wären. Über all diese Rechthaber hat Juli Zeh ein Buch geschrieben, das so kristallin gebaut ist wie die Sprache bei aller Schönheit schnörkellos – und sich selbst jeder Rechthaberei enthält: Auf den Spuren Finkbeiners nämlich wechselt sie in jedem der 62 Kapitel den Blickwinkel. Mit soviel psychologischem Raffinement, so viel Einfühlungsgabe, dass man

Foto: Thomas Müller

jeden verstehen kann, jeder recht haben könnte, zumindest ein bisschen. Und, wichtiger noch: Man kann, ja man muss sie fast alle mögen, die Fanatiker und die Gleichgültigen, die Agitatoren und Gewinnler, die Mitläufer und die Opfer, die da im märkischen Sand pars pro toto nach einer funktionierenden Gesellschaftsordnung suchen, und damit unserer den Spiegel vorhalten. Keine Frage, „Unterleuten“ ist nicht nur ein dicker, es ist ein großer Gesellschaftsroman geworden. Juli Zeh zu Gast in der LVZ-Autoz renarena: 19. März, 14 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Juli Zeh: Unterleuten. Roman. Luchterhand Literaturverlag; 640 Seiten, 24,99 Euro

Von der Sehnsucht nach Unsterblichkeit „Die Unglückseligen“ von Thea Dorn ist Wissenschafts-Thriller und Sprachkunstwerk zugleich Von andreas debsKi

Als 240-Jähriger darf man schon mal lebensmüde sein. Johann Wilhelm Ritter, zu Zeiten der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zur Welt gekommen, quält sich durch das Jahr 2016. Nicht, dass ihn körperliche Gebrechen plagten. Nein, Ritter, der einst zur Avantgarde der modernen Naturwissenschaften gehörte, findet nur, mit dem Leben sei es irgendwann auch mal genug. Da trifft es sich allerdings schlecht, dass der

Physiker im Hier und Jetzt, in einem Supermarkt, ausgerechnet auf Johanna Mawet trifft – eine Molekularbiologin, die anhand von Zebrafischen die Unsterblichkeit von Zellen erforscht und sich zum Ziel gesetzt hat, selbiges auf den Menschen zu übertragen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, dass es zwischen beiden knistert. Das ist der Plot, aus dem Thea Dorn, die Philosophin, Moderatorin und preisgekrönte Schriftstellerin ihren neuen Roman „Die Unglückseligen“ entwi-

ckelt – ein tiefgründiger Wissenschafts-Thriller und zugleich ein virtuoses Sprachkunstwerk. Das Szenario ist dabei gar nicht so abwegig. Denn was fernab jeglicher Vorstellungskraft angesiedelt zu sein scheint, entbehrt nicht jeder Grundlage: Weltweit, insbesondere in den USA, wird tatsächlich daran geforscht, wie das Altern und der Tod überwunden werden können. Eines der Stichworte lautet: Transhumanismus. Eine Botschaft könnte letztlich lauten: Wer jetzt noch stirbt,

ist selber schuld. Doch nicht nur Johann hat genug vom Leben. Thea Dorn zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 12 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Thea Dorn: Die Unglückseligen. Roman. Knaus; 560 Seiten 24,99 Euro


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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Ein Globus als Fluchthelfer In Birgit Vanderbekes neuem Roman unterwandert der Horror den Humor Von Armin Görtz

Globus rettet Kinderseele – Vanderbeke macht es möglich.

Der Zuckerberg vom Prenzelberg Jakob Heins Hommage an einen Unberatenen Schulzeit punktet er mit Emily, einer coolen, britischen PunkerEr ist einer von Millionen. Aber freundin aus Bristol, und brilliert keiner ist wie er. Friedrich Ben- als Klassenagitator bei der Verder, geboren 1971, aufgewachsen kündung unglaublicher Erfolge in Berlin-Weißensee. Vertreter ei- des Sozialismus in Angola. Das ner Generation, die in den Wen- nichts davon wahr ist – was soll’s. dewirren verwahrloste. AlleingeSein kreatives Verhältnis zur lassen von Eltern, die die Welt Realität öffnet ihm jegliche Tünicht mehr begriffen; von Leh- ren. Sein Startkapital beschafft er rern, denen die Orientierung fehl- sich in den Wechselstuben beim te; von einem System, das nichts Bahnhof Zoo, mit einem Ikarus mehr galt. Historiker bescheini- wird er zum Zuckerberg von gen dieser Generation Prenzelberg, mit Lese„metaphysische Oborgien auf der Herrendachlosigkeit“. Man toilette macht er bei spricht von „Eisenkineiner Versicherung dern“ oder der „GeKarriere, erschleicht neration der Unberasich nebenbei seinen tenen“, wenn man die Studienabschluss und mehr als 2,4 Millionen gründet unter falKinder und Jugendlischem Namen am chen meint, die AnKurfürstendamm eine fang der 70er in der PartnervermittlungsDDR geboren wurden. agentur. Ohne RückJeder von ihnen füllte sicht auf Verluste. das Vakuum anders, Jakob Hein. Foto: dpa Jakob Hein hat mit das Staat, Eltern und „Kaltes Wasser“ einen Lehrer hinterließen. Improvisati- fabelhaften Schelmenroman geon war gefragt. Ein leichtes Spiel schrieben, über einen Ostler, der für Friedrich Bender. Was man der bessere Westler ist – aber bei jedem anderen als Lüge be- auch über jemanden, der so lanzeichnen würde, galt bei ihm als ge vor sich selbst davonläuft, bis Fantasie. Davon hatte er viel. Die nichts mehr von ihm übrig bleibt. beste Voraussetzung, um im KaJakob Hein zu Gast in der pitalismus Karriere zu machen. LVZ-Autorenarena: 17. März, Er agitiert wie von Schnitzler, 16 Uhr (Halle 5/ Stand C100) feilscht wie Schalck-Golodkowski, blendet wie zu Guttenberg, manipuliert wie Winterkorns Ingenieure, fälscht wie Postel – Friedrich Bender ist ein SieJakob Hein: gertyp. Ein Typ, der springt, der Kaltes Wasser. sich fallen lassen kann. Ein Typ, Roman. der nicht lange quatscht, sondern Galiani Berlin; handelt. Der Locken auf der Glat240 Seiten, ze dreht, aus Scheiße Bonbons 18,99 Euro macht. Schon zu seiner DDRVon Simone LiSS

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Roman-Erzählerin Freundschaft mit Tante Eka, Onkel Grewatsch und Onkel Winkelmann, findet Schutz bei dem liebevollen Trio. Doch jene gemütlichen Zeiten sind bald vorbei. Eltern und Kind ziehen in eine Wohnung,

Birgit Vanderbeke zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 11.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Birgit Vanderbeke: Ich freue mich, dass ich geboren bin. Roman. Piper; 160 Seiten, 18 Euro

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Srebrenica Unterdrückte Tatsachen über die an Serben begangenen Massaker 1992–1995

Vortrag und Diskussion mit

Alexander Dorin auf der Leipziger Buchmesse Sonntag, 20.03.2016, 14 Uhr

Forum Literatur »buch aktuell«, Halle 3, E 401

www.ahriman.com

Besuchen Sie uns auf der Leipziger Buchmesse: Halle 3, D 201

Vom Leben bei der fürsorglichen Oma in der DDR-Provinz blieb ihm nur die Erinnerung. Die Eltern flohen noch vor dem Mauerbau 1961 samt Kind in den Westen. In der Enge des Flüchtlingsheims schließt die

Foto: dpa

Die Geschichte hat Parallelen zu Vanderbekes Leben. Auch sie kam 1956 in einer DDRKleinstadt zur Welt, ging mit den Eltern vor dem Mauerbau in den Westen, lebte in Heimen, bevor die Familie eine Wohnung in Frankfurt am Main bezog. Inwieweit der Rest des Romans auf eigenem Erleiden beruht, dürfte die spannendste Frage in der LVZ-Autorenarena sein.

dt./engl./serb., geb. Ausg., 2. erw. Aufl., 261 S., 233 Abb. mit Dokumentarfilm-DVD, € 34,90 / ISBN 978-3-89484-820-0

Kindermund ist nicht nur eine Witze-Rubrik, er kann auch zu Gänsehaut führen. Im Roman „Ich freue mich, dass ich geboren bin“ von Birgit Vanderbeke (59) wird der ach so niedliche Humor eines kleinen Mädchens vom Horror unterwandert. Die Geschichte führt ins Jahr 1963 nach Frankfurt am Main, wo sich die siebenjährige Ich-Erzählerin aus Berichten Erwachsener ihr Weltbild zusammenreimt. Da werden Babys als Kaulquappen aus einem Teich geangelt, im Chemiewerk steht eine Karriereleiter, der Kalte Krieg mutiert zur Räuberpistole. Der Leser könnte sich dabei auf die Schenkel klopfen, wenn ihn nicht eine düstere Ahnung beschleichen würde. Irgendetwas, so viel ist von Anfang an klar, bedrückt dieses junge Wesen.

aus der es in der Not kein Entrinnen gibt. Das Mädchen leidet nicht nur unter Mangelernährung und mütterlicher Gefühlskälte, sondern vor allem unter der rohen Gewalt des Vaters. Nur wenn er mit der Tochter allein ist, wird der Schläger plötzlich anhänglich – der Leser ahnt die Gründe. Die Umwelt reagiert nach dem Drei-Affen-Prinzip: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Selbst eine Ärztin schlägt angesichts diverser schlecht verheilter Knochenbrüche keinen Alarm. Seit ihrem erfolgreichen Erstling „Das Muschelessen“ von 1990 wandelt Vanderbeke gern und gekonnt auf dem Grat zwischen Düsternis und Ironie. Ihr neues Buch nimmt dabei ein überraschend fröhliches Ende. Die Heldin findet einen Weg zur Selbstbefreiung, ein Globus eröffnet ihr neue Welten.


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Bücherwelten

Belletristik

Wörter übers Land „Grün ist die Hoffnung, sagen sie. Die Hoffnung als Mischfarbe – ja, daran hat nämlich noch keiner gedacht.“ Mit diesen Zeilen endet Thomas Böhmes neues Buch „Abdruck im Niemandswo“, das im Leipziger poetenladen erschienen ist. Es versammelt Gedichte aus den Jahren 2006 bis 2015, nicht chronologisch, sondern in Abschnitten, die so verheißungsvolle Titel tragen wie: „Jedes Kind sollte in seiner Mütze was vom Tier mit nach Hause bringen“ oder „Die schöne Welt geht baden“ oder „Unsere Schuhsohlen hinterließen Abdrücke“. Einen Abdruck scheint jedes Wort bei Thomas Böhme zu hinterlassen, zu Eindrücken wird das, wenn er Sinn und Begriffe zusammen- oder nebeneinanderrückt, inspiriert von einem Patti-Smith-Konzert oder verlassen von den Schriftsteller-Kollegen Wolfgang Hilbig und Adolf Endler: „Es sind die Abwesenden, die zurückbleiben.“ So gibt der Leipziger Dichter selbst jene „Anhaltspunkte in der Weite“, nach denen zu suchen ins Niemandswo führt. Sie aufzuspüren, helfen diese Wortweiser Thomas Böhmes. jaf

Thomas Böhme: Abdruck im Niemandswo. Gedichte 2006–2015. poetenladen; 156 Seiten, 17,80 Euro

Termine

Poeten laden Der in Leipzig ansässige poetenladen präsentiert seine Autoren auf der Buchmesse mit einem umfangreichen Programm. Der Verlag ist in Messehalle 5 zu finden, Stand G219, das ist in der Nähe der Leseinsel Junge Verlage. Schon am 16. März liest unter anderem Ulrike Feibig in der Lyrikbuchhandlung aus ihrem neuen Buch „perlicke perlacke, mein Herz schlägt“ (22 Uhr, Lützner Straße 30). Den zweiten Band „Der gelbe Akrobat“ mit Gedichten der Gegenwart stellen Ulrike Almut Sandig, Volker Sielaff, Michael Braun und Verleger Andreas Heidtmann am 18. März, 14 bis 14.40 Uhr, im Forum Literatur vor (Halle 3/ Stand B500). Am 19. März ist Heidtmann mit Andreas Altmann und Thomas Böhme in der Reihe „Leipziger Verlage stellen sich vor“ zu Gast (18.30 Uhr, Buchhandlung Hugendubel, Petersstraße 12–14. In der „Lyriknacht an Musik“ sind dann am Abend unter anderem Thomas Böhme und Christian Schloyer „Teil der Bewegung“ (20 Uhr, HGB, Wächterstr. 11).

➦ poetenladen.de

Glückskind im Unglück Wer trägt die Schuld der anderen? Christoph Heins neuer Deutschland-Roman tun die Nachkommen des SSBrigadeführers Gerhard Müller an der grausamen Geschichte von Massenerschießungen und dem Aufbau eines KZ, die kein Vergessen kennt. Und in der Dokumente und Zeitzeugen dafür sorgen, dass die Erinnerung lebendig bleibt. Das alles zeigt Hein im Brennspiegel des geteilten Deutschlands, schildert bis ins kleinste Detail private, politische und gesellschaftliche Zustände mit seiner wunderbar aufregenden Unaufgeregtheit. Der Autor, der als Kind im nordsächsischen Bad Düben lebte, bleibt sich treu: Als nüchterner Beobachter, der deutsche Geschichte und eigenes Erleben zu einem großen Ganzen fügt. Am Ende von „Glückskind“ bleibt die Erkenntnis, dass oft die Falschen für die Schuld anderer büßen müssen. Und ihr eigenes Leben darüber verlieren. Oder wie es burschikos Tante Magdalena in Christoph Heins Roman „Von allem Anfang an“ auf den Punkt brachte: „Wenn Du mit einem nackten Hintern in einem Ameisenhaufen sitzt, dann kannst Du keinen Faden in eine Nähnadel einfädeln.“

Von olaf Majer

Wenn es um Erinnerung geht, zitiert der Erfolgsautor Christoph Hein (71) gern den Philosophen Friedrich Nietzsche: „Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach.“ In „Glückskind mit Vater“, Christoph Heins neuem großen Deutschland-Roman, gibt das Gedächtnis nicht nach. Die dunkle Vergangenheit stürzt das Glückskind ins Unglück. Hein taucht auf über 500 Seiten wieder ein in eine Biografie voller Widersprüche, streift dabei seine eigene Vita und umkreist in herrlich schnörkellosem Erzählstil die spannende Frage: Kommen wir von der Schuld unserer Vorfahren los? Der Junge Konstantin schafft es nicht, die Nazivergangenheit seines Vaters bringt alle Versuche der Emanzipation zum Scheitern. Dabei lässt Konstantin nichts unversucht. Er ändert seinen Namen, flüchtet bis nach Südfrankreich, um in der Fremdenlegion abzutauchen, schafft es später nach abenteuerlicher Rückkehr in die DDR in ein normales bürgerliches Leben und fast sogar zum Rektor einer Oberschule. Doch vergebens. Im entscheidenden Moment misslingt die Flucht vor dem Gestern. Wie ein Dämon verfolgt ihn die Geschichte des Kriegsverbrecher-Vaters. Ihn interessieren gebrochene Biografien, sagt Christoph Hein. Die Außenseiter der Gesellschaft, die immer aus der Zeit zu fallen scheinen. So wie das Ver-

Der Schriftsteller Christoph Hein.

triebenenkind Bernhard Haber in „Landnahme“, der schrille Autohändler „Willenbrock“ oder zuletzt der chancenlose Akademiker Rüdiger Stolzenburg in „Weisskerns Nachlass“, der an der Schnelllebigkeit unserer Zeit zerbricht. „Glückskind“ Konstantin ist in dieser Hinsicht anders: Er scheitert nicht an eigenem Unvermögen. Im Gegen-

Foto: Heike Steiweg / Suhrkamp Verlag

teil: An Ehrgeiz, ein eigenes erfolgreiches Leben aufzubauen, mangelt es dem Jungen nicht. Dafür sorgt schon die Mutter, die ebenfalls als Opfer der NaziVergangenheit ihres Mannes nicht in ihrem Lehrer-Beruf arbeiten darf. Doch dafür Konstantin und seinen Bruder in Fremdsprachen unterweist, die sie fürs Leben rüsten. Nein, scheitern

Christoph Hein eröffnet die z LVZ-Autorenarena am 17. März, 11 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Christoph Hein: Glückskind mit Vater. Roman. Suhrkamp Verlag; 527 Seiten, 22,95 Euro

Nicht von dieser Welt

Auf dem Teutonengrill

Horst Evers’ Mix aus Satire und Science Fiction

Klüpfel & Kobr erinnern sich an ihre Adria-Urlaube

Von Mark Daniel

Unterschiedlicher könnten die Essenzen, die man aus diesem Buch mitnehmen kann, nicht sein. Zum einen die variantenreichen Beleidigungen, die eine sprechende Handyschutzhülle absondert: „Du Schirmständer, du Napftasche, du Flusensieb, du Schulterfurz“ und andere exquisite Bezeichnungen bekommt der Held des Romans, Goiko, entgegengeworfen. Und zum anderen finden sich da so schöne Erkenntnisse wie: „Realistische Träume sind verschwendete Phantasie“. Diese enorme Distanz zwischen Blödsinn und Philosophie kennzeichnet die unendlichen Weiten, die Horst Evers in seinem Erzählkosmos absteckt. Fantasiemangel jedenfalls kann sich der Autor und Kabarettist nicht vorwerfen lassen. Zwischenzeitlich schüttelt man amüsiert bis fasziniert den Kopf über die Entwürfe von der Zukunft,

die Evers da ausbreitet rund um das Eröffnungsdatum des neuen Berliner Flughafens, an dem ein Raumschiff auf den Asphalt kracht, Langzeitstudent Goiko von Außerirdischen entführt wird und der Fortbestand der Menschheit auch davon abhängt, ob die Tür eines früheren Nahverkehrsbusses richtig schließt. Das ist satirisch, urkomisch, spannend, absurd, entlarvend und – ach, lesen Sie‘s selbst, Sie Serviettenknödel. Horst Evers zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 12.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Horst Evers: Alles außer irdisch. Roman. Rowohlt; 368 Seiten, 19,95 Euro

Von anDré BöhMer

Sie haben mit dem Allgäu-Kommissar Kluftinger einen der erfolgreichsten und kultigsten Ermittler geschaffen. Doch im neuen Buch des Autorenduos Volker Klüpfel & Michael Kobr spielt der gute Klufti nur eine augenzwinkernde Episodenrolle. Klüpfl & Kobr sind in ihre Vergangenheit gereist und haben Urlaubserinnerungen aus den 80er Jahren wieder aufleben lassen. „In der ersten Reihe sieht man Meer“ – gewohnt schräg wie die KluftiRomane und mit Sinn für Ironie. Während sich DDR-Menschen in Ermangelung anderer Reiseziele meist an der Ostsee drängelten, zog es die Deutschen auf der anderen Seite auch immer in die gleiche Richtung – zum Teutonengrill an die Adria. Den Bayern Klüpfl & Kobr ging es als Kinder mit ihren Eltern nicht anders. Jedes Jahr der gleiche Strand, das gleiche Hotel, die gleiche Piz-

zeria. Hauptsache Süden, Hauptsache Italien. Die Hauptfigur, ein Familienvater und Werbemanager, wird im Roman 30 Jahre zurückgebeamt. Urlaub als Teenie mit dem Wissen von heute – das ist der Plot. Wie ging das noch mal? Ferien ohne iPhone? Fahrt zur Adria ohne Navi? Daraus folgt ein Lesespaß, der viel über deutsche Mentalitäten verrät, amüsant gegliedert mit Hits von damals. Taugt definitiv als Lektüre für den nächsten Urlaub. Klüpfel & Kobr zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 15.30 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Volker Klüpfel, Michael Kobr: In der ersten Reihe sieht man Meer. Droemer; 320 Seiten, 19,99 Euro


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

„Thomas stand auf und ging“ Peter Stamm erzählt in „Weit über das Land“ die Geschichte eines Verschwindens Von Jürgen Kleindienst

Es ist ein Abend im August, an dem die Kühle schon aus dem Boden zu dringen scheint. Die Kinder schlafen, Astrid und Thomas haben einen Wein auf der Holzbank vor dem Einfamilienhaus getrunken. Gerade sind sie aus dem Spanienurlaub zurückgekommen. Sie ist schon reingegangen, in Thomas’ Gedanken entsteht das Bild des nächsten Tages, an dem alles so weitergehen würde wie bisher. Doch das tut es nicht. „Thomas stand auf und ging auf dem schmalen Kiesweg am Haus entlang.“ Er geht. Und geht. Stunden, Tage, Wochen. Durch kleine Dörfer, abweisende Gewerbegebiete, in die Berge. Immer weiter. Während sich Thomas versteckt, wie ein Flüchtling die Heimat, das eigene Selbst zurücklässt, und nackt, als neuer Mensch einem unbekannten Ziel und Sein entgegentreibt, versucht Astrid zunächst, Thomas’ Verschwinden geheim zu halten, erfindet Ausreden. Bald weiß sie, dass es ernst ist, bittet die Polizei um Hilfe, anhand einiger Konto-Abbuchungen lässt sich ein Bewegungsprofil erstellen. Ein Hund sucht nach ihm, verpasst ihn knapp. Wütend auf ihn zu sein, schafft Astrid nicht. Irgendwann wird Thomas gefunden. Oder doch nicht? Was da eigentlich passiert, warum es passiert und wie es ausgeht, bleibt unklar. Stamm erzählt konstatierend, nicht einmischend von dieser doch unerhörten Begebenheit – und spielt gleichzeitig mehrere Möglichkei-

Großer Erzähler der kleinen Dinge: der Schweizer Autor Peter Stamm (53).

ten einer Geschichte durch. Die vom Mann, der nur mal eben Zigaretten holen geht und nicht wiederkommt, ist es eher nicht. „Weit über das Land“ ist ein magisches Buch über die Geheimnisse, die Menschen in Bewegung bringen, über all das Unerklärliche, das hinter den Fassaden des Vertrauen wartet und sich jederzeit auswirken kann. „Die kleinste Entscheidung, der kleinste Zufall teilten die Wirk-

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lichkeit in zwei Stränge, in vier, acht, sechzehn, in unendlich viele Stränge“, heißt es gegen Ende über den Anfang dieser seltsamen Reise. Doch vor allem ist „Weit über das Land“ die Geschichte einer Liebe, die sich still entfaltet und ein warmes, diffuses Licht beim Lesen abstrahlt. Vor ihr steht ein Zitat aus „Zündels Abgang“ von Markus Werner: „Wenn wir uns trennen, bleiben wir uns.“

Nachschlag auf der Schweizer Bank Erkennungszeichen: rote Bänke. Die haben im Jahr 2014 den „Auftritt Schweiz“ begleitet, und sie sind noch heute in der Stadt und auf der Buchmesse zu finden. Nach dem Nachschlag im vergangenen Jahr fällt der diesjährige Auftritt etwas kleiner aus, aber mit vielen in Deutschland noch zu entdeckenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern, kündigt Dani Landolf an, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV. Rund 40 Verlage stellen am Schweizer Gemeinschaftsstand des SBVV aus (Halle 4/ Stand C 300), der ergänzende SwipsStand ist in Halle 5 (H 301) zu finden. Die dort präsentierten Bücher werden erneut sächsischen Bibliotheken übergeben, eine aktuelle Auswahl ergänzt die Park-Bibliothek in der Schweizer Ecke des Clara-Zetkin-Parks.

Foto: Gaby Gerster / S. Fischer Verlag

Peter Stamm zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 13 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Peter Stamm: Weit über das Land. Roman. S.Fischer; 223 Seiten, 19,99 Euro

„Schweizer Bank“ vom großen Auftritt im Jahr 2014. Foto: dpa

Und natürlich gibt es wieder den Schweizer Abend in der Tangomanie: am 19. März, 20 Uhr, mit Nora Gomringer und Monique Schwitter (Hans-Poeche-Straße 2, Eintritt frei).

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Bücherwelten

Finalisten Fünf Titel sind für den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse nominiert

Wagemutige Metaphern

Foto: dpa

Sie ist „Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker“. Das sagt Marion Poschmann (46) selbst über sich. Ihre Marion Prosa und Poschmann Lyrik wurde in der Literaturwelt bereits in hohen Tönen gelobt. In ihrem Gedichtband „Geliehene Landschaften“ findet die Jury „wagemutige Metaphern, immer durchdacht, das blühende Leben und die finsterste Melancholie“.

So formstreng wie berührend

Foto: dpa

Fast ein Dutzend Hörspiele und über 30 Theaterstücke hat Roland Schimmelpfennig (48) verfasst. In Roland seinem Roman Schimmel„An einem pfennig klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ hat er, würdigt die Jury, einen „Reigen aktueller Schicksale, so formstreng wie berührend ineinander verwoben“.

Suggestiver Erinnerungsstrom

Foto: privat

Der 34-jährige Nis-Momme Stockmann schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik, Prosa, war „NachwuchsdramatiNis-Momme ker des Jahres Stockmann 2010“. In seinem Romandebüt „Der Fuchs“, einem „faszinierend suggestiven Erinnerungsstrom“, richtet Stockmann den Blick auf einen Ort im Windschatten geschichtlicher Großereignisse, in dem sein Held als Chronist fungiert.

Kunstvolle Sprache

Guntram Vespers monumentaler Roman „Frohburg“ Von Thomas mayer

„Für etwaige Zweifler also sei es ein Roman!“ Die Worte Theodor Fontanes, zu finden in dessen „Aus Kinderjahren“, setzt Guntram Vesper seinem Buch „Frohburg“ voran. 1892 hatte Fontane sein Erinnungsbuch als Therapie gegen eine schwere Krankheit verfasst. Vesper, vor fast 75 Jahren in der Kleinstadt Frohburg geboren, schrieb sein gleichnamiges Buch zwar nicht aus solchen Gründen, aber doch wohl als eine Art Seelenmassage. Schon immer wollte der nahezu fanatische Chronist und Archivar seiner Heimat, die er zwar 1957 verlassen hatte, von der er aber nie loskam und -kommt, ein unverwechselbares Denkmal setzen. Das Buch „Frohburg“, nennen wir es ruhig einen Roman, ist sein Opus magnum und über 1000 Seiten dick, es entstand in sechs Jahren Niederschrift und ist dennoch nicht fertig. „Eigentlich hät- Großvater Julius (47) mit Großmutter Elsa (38) 1913 im Phänomobil vor dem Haus der Familie in der GreifenAbb. (4): Archiv Guntram Vesper te ich 4000 Seiten zu Papier brin- hainer Straße in Frohburg. Dort kam Guntram 28 Jahre später auf die Welt. gen können, aber welcher Verleger wagt schon so ein Buch? Also Vesper klagte, Dichter hätten nie Themen, mal ganz persönliche rich Rochlitz entdeckt und ist erhabe ich bei 1000 Seiten einfach den Weg nach Frohburg gefun- und mal solche von Weltbedeu- griffen von dessen autobiografiaufgehört zu schreiben. Ich habe den. Halt, meinte Loest, zunächst tung, mitunter verbunden in ei- scher Erzählung „Tage der Geaber unglaublich viele Ergänzun- sei er mit dem Fahrrad öfter durch nem einzigen Satz. So fand er in fahr“ über die Völkerschlacht gen und Einschübe, die auch in die Kleinstadt gekommen auf der Bibliothek seines Bruder das 1813. Rochlitz, keine Frage, würdem Buch stehen könnten.“ dem Weg von Leipzig aus zu den Buch „Spuren“ von Ernst Bloch, de auch drin stehen im „FrohVesper ist ein Unikat unter den Eltern in Mittweida. Und dann signiert von ihm am 12. August burg“-Buch von Guntram Vesper. Literaten. Er habe es 1953 auf 1961 in Bayreuth. Was für ein Zu- Nur leider musste der Autor fertig speist sein vorEinladung des fall für Vesper, Blochs Buch, ei- werden und bei gut 1000 Seiten liegendes Werk K u l t u r b u n d e s nen Tag vor dem Bau der Berliner den Schlussstrich ziehen. Für Eigentlich hätte ich aus einem riesieine Einladung Mauer unterschrieben. Jenes Er- Vesper geht sein Lebens-Buch 4000 Seiten zu gen Fundus der zur Lesung aus eignis führte bekanntlich dazu, weiter, immer weiter. Frohburg Erinnerungen, dem Band „Die dass der linke Philosoph, der an als Füllhorn der Geschichte, ein Papier bringen auch in Form Westmark fällt der Universität Leipzig Kultstatus Welt-Buch aus der Provinz. können, aber welcher weiter“ gege- erworben hatte, nicht in die DDR von Notizen und Guntram Vesper zu Gast in der Karteikarten. Verleger wagt schon ben. Im Gast- zurückkehrte. Auch Bloch findet LVZ-Autorenarena: 18. März, Seine Heimathaus „Grüne in Vespers Buch ausschmückenso ein Buch? 14.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100); stadt Frohburg, Aue“ waren 20 de Erwähnung, als er sich im alle Nominierten stellen sich vor: die er mit der Stühle aufge- Leipziger Antiquariat in der Ka17. März, 11 Uhr, Forum Literatur Familie 1957 stellt, ganze acht tharinenstraße mit seinem KolleHalle 4/ Stand E101 gen Westen verLeute kamen. So gen Hans Mayer um einen Band Preisverleihung: 17. März, 16 Uhr, lassen hatte, und weit die ver- mit den Protokollen der MoskauGlashalle (Magnolienallee) die Lebenswege von deren Be- briefte Geschichte. Danach lässt er Prozesse streitet. wohnern mit all ihren Verflech- Vesper Loest durch das nächtliRedet man mit Vesper, muss tungen in der Geschichte bilden che Frohburg gehen und erzählt man ihm nur ein Stichwort geben das Gerüst eines ausufernden Geschichten zur Geschichte. „Ich und dieser Dichter-Chronist, der Werkes. Wer kommt nicht alles hätte Erich Loest zu gern meine im Gegensatz zu Walter KemGuntram Vesper: darin vor. Erich Loest zum Bei- Dichtung über ihn zum Lesen ge- powski und dessen „Echelot“ die Frohburg. spiel. Es war zum 80. Geburtstag geben, weil mich interessiert hät- Fakten und Daten nicht aneinanRoman. von Günter Grass, eine Feier im te, was er dazu sagt. Leider war derfügt, sondern diese mit der Schöffling Verlag; großen Stil in der Göttinger Lok- er schon gestorben“, so Vesper. ihm eigenen Sprache bearbeitet, 1008 Seiten, halle. Vesper und Loest tranken Aus scheinbar marginalen Be- sprudelt los. So hat er gerade für 34 Euro Bier bis kurz vor Mitternacht. gebenheiten entwickelt er seine sich einen Insel-Band von Fried-

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Foto: dpa

Politiker, Moderator, Comedian, Musiker – Heinz Strunk (53) ist kein gewöhnlicher Schriftsteller. In seinem Heinz Roman „Der Strunk goldene Handschuh“ erzählt er die authentische Geschichte von Fritz Honka, der in den 70ern in Hamburg mehrere Frauen ermordet hat. Dafür findet Strunk „eine kunstvolle Sprache“.

Das Welt-Buch aus der Provinz

Blick auf den Marktplatz in Frohburg.

Ein Autor, der vor allem von Erinnerungen lebt. Guntram Vespers Werke sind oft so tiefgründig wie sein Leben. Foto: Verlag Schöffling & Co.

Blick aus dem Frohburger Kinderzimmer.


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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Bier und gebrochene Nasen Jaroslav Rudiš erzählt in „Nationalstraße“ die Geschichte eines missionarischen Schlägers Von Dimo RieSS

„Ich bin kein Nazi.“ Man kennt diesen derzeit inflationär gebrauchten Satz in Deutschland, diese Leerformel angeblich besorgter Bürger, alle Agitationen gegen Flüchtlinge garnierende Rechtfertigungs-Phrase. „Ich bin kein Nazi.“ Diesen Satz sagt auch Vandam, Held aus Jaroslav Rudiš’ Roman „Nationalstraße“, Schlägertyp mit eigenem Ordnungssinn aus der Prager Nordstadt, Plattenbausiedlung am Waldrand. „Das hier ist unsere Welt. Unser Kosmos. Fremde haben hier nichts zu suchen.“ Vandam, der so heißt, weil er 200 Liegestütze schafft wie der Action-Schauspieler Jean-Claude Van Damme, legt einen 150-Seiten-Monolog hin. Atemlos und in der rauen Umgangssprache, die in seiner Stammkneipe dominiert. Wo es Bier gibt und gebrochene Nasen. Das liest sich schnell und einfach. Doch befragt man als Leser gleichzeitig jede Zeile auf den

Jaroslav Rudiš wendet sich gern der Geschichte zu.

Wahrheitsgehalt, setzt Hintergründe neu zusammen, korrigiert permanent das Bild des Helden. So einfach lässt sich dieser Vandam, der Bücher über den Krieg liest und daraus die Strategien für

Foto: Jan Rasch

sein Leben in der Siedlung ableitet, nicht fassen. Vandam ist komplex, weil man die Gründe seiner Überzeugungen mühsam begreifen lernen muss, will man ihn verstehen.

Jaroslav Rudiš ist einer der spannendsten Autoren Tschechiens. Über seine schrullig-kuriosen Helden, allesamt Außenseiter, sucht er immer wieder Spuren in der wechselvollen Geschichte Tschechiens. Auch Vandams Selbstverständnis, das lernt man erst spät im Roman, nimmt seinen Ausgangspunkt in der Geschichte. Genauer: in der Samtenen Revolution, angestoßen auf der Prager Nationalstraße 1989. Als Wende-Verlierer würde man Vandam wohl bezeichnen. Ein Mann, der mal Polizist war. Und jetzt als Polizist auf eigene Rechnung agiert in seinem moralischen Koordinatensystem. In seinem Glaubenssystem, das den Frieden als Zeit zwischen zwei Kriegen versteht. Vandam ist ein Krieger. Aber wenn der Feind in Polizeiuniform kommt und die Plattenbausiedlung mit dem Wilden Westen verwechselt, dann hilft auch ein Körper nicht weiter, der 200 Liegestütze schafft. „Nationalstraße“ ist auch ein Ro-

man über das Gesetz des Stärkeren, das in abgehängten Stadtvierteln Mitteleuropas regiert. Man wird Vandams Leben kaum gutheißen nach der Lektüre des Buches. Die Sympathie, die andere Rudiš-Figuren oft genießen, fehlt. Aber der Roman erteilt eine Lektion darin, wie sich Lebensbegründungen verselbstständigen können. Vielleicht steckt sogar eine ansatzweise Erklärung darin, warum gesellschaftliche Verständigung oft unmöglich geworden ist. Jaroslav Rudiš zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 14 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Jaroslav Rudiš: Nationalstraße. Roman. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová . Luchterhand; 140 Seiten, 14,99 Euro

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12 Zwei Männer, Döner, viele Filme Meyer & Nießen: „Zwei Himmelhunde“ Von norbert Wehrstedt

Foto: André Kempner

Foto: dpa

Sie saßen an 91 Abenden auf dem Sofa, tranken, rauchten, aßen Döner, knabberten Kekse und Wasabi-Nüsse – und zogen sich 207 Filme rein. Die hießen „Der Bulldozer“, „Ich, die Nonne und die Schweinehunde“, „Snake Eater“, „Nackt und zerfleischt“, „Surf Nazis must die“, „Ein Zombie hing am Glockenseil“, „She Wolf of the SS“ oder „Die Stoßburg“. Sie himmelten Jean-Claude Van Damme und Chuck Norris an, fanden, dass Busenkracher von Russ Meyer verwandt mit Bergman-Dramen sind und Rambo ein Clemens Philosoph ist, Meyer schrieben ein Poem auf Steven Seagal, waren scharf auf Cynthia Rothrock, überstanden die Bud Spencer/Terence HillBox und stellten erstaunt fest, dass Actionfilme eigentlich Filme für Frauen sind. Clemens Meyer und Claudius Nießen jedenfalls singen eine Hymne auf Slasher-, Zombie-, Frauenknast-, Klopp-, Söldnerund Kannibalenfilme – und auf die goldenen Zeiten der VHSKassette. Nur das Zoomen heute, das ist besser. Soll man das ernst nehmen? Oder ist das ein derber Spaß für eingefleischte Fans eines dumpf-dampfenden oder blutig-ekeligen Kinos? So Claudius recht weiß Nießen man es nach all den ImbissBuden-Schlagstock-Dialogen nicht. Es gibt keinen Abstand, nur pure Beobachtung – und Begeisterung. So mischen sich wirkliche Regisseure (Walter Hill, Enzo G. Castellari) unter die Sumpfblüten vor und hinter der Kamera (die ohnehin meist falsch steht). Am Ende ist man erstaunt, was man so alles zum Staunen finden kann. Claudius Nießen und Clemens z Meyer in der LVZ-Autorenarena: 20. März, 13 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Claudius Nießen / Clemens Meyer: Zwei Himmelhunde. Irre Filme, die man besser liest. Voland & Quist; 200 Seiten, 18 Euro

Bücherwelten

Belletristik

Fremdes Ich Drei Bücher in einem: Thomas Glavinics vielschichtiger Roman „Der Jonas-Komplex“ Von Mathias Wöbking

In den vergangenen zehn Jahren hat Thomas Glavinic im Wesentlichen zwei Sorten von Büchern veröffentlicht. Erstens Romane, deren Hauptfiguren Jonas heißen und existenziellen Situationen ausgesetzt werden. Zweitens Geschichten, in denen die Ich-Erzähler den Menschen aus Glavinics realem Umfeld begegnen. Aber auch diese Texte sind dem Namen nach „Romane“. „Der Jonas-Komplex“ besteht nun aus beidem. Und noch mehr: Der 43-jährige Österreicher verwebt drei Handlungen, die in unterschiedlichen Zeiten und Wirklichkeiten spielen. Dafür kann man schon mal netto 742 Seiten benötigen. Da wäre also zunächst ein in Wien lebender Autor Anfang 40, der aus der Ich-Perspektive vornehmlich von Alkohol- und Kokain-Exzessen sowie rauschhaften Bettgeschichten berichtet. Zu den Saufkumpanen gehört der (reale) Skandal-Anwalt Werner Tomanek, und mit Bestseller-Kollege Daniel Kehlmann tauscht er wie in einem früheren Buch zahlreiche Kurznachrichten aus. Er kommentiert aktuelle Ereignisse wie die Attentate in Paris, den German-Wings-Absturz, die Flucht hunderttausender Menschen über das Mittelmeer. Und er schwelgt in der Liebe zu seinem Kind (das wie Glavinics Sohn um die zehn, elf Jahre als ist). Die zweite Geschichte setzt die Handlung von Glavinics Liebesroman „Das größere Wunder“ von 2013 fort. Jonas, der darin den Mount Everest bestiegen hat, ist immer noch stinkreich und weiß selbst nicht, wonach er eigentlich sucht. Er lässt sich vom japanischen Anwalt Tanaka (ob die lautliche Nähe zu Tomanek Zufall ist?) in abgelegenen Winkeln der Welt verstecken, um aus eigener Kraft zurückzufinden. Immerhin bleibt Marie, die am Ende des Everest-Buchs zu Jonas zurückgekehrt ist, diesmal an seiner

Thomas Glavinic, 43, schreibt zwei Seiten pro Tag, hat er einmal gesagt. Ein Jahr mit dem Tagewerk-Stipendium der Rinke-Stiftung resultierte nun sogar in geringfügig mehr als 730 Seiten. Foto: Gaby Gerster / S. Fischer Verlag

Seite. Nur hat sie sich jetzt in den Kopf gesetzt, mit Jonas zum Südpol zu reisen. Er hält das für keine gute Idee. Den dritten Strang bildet wieder eine Ich-Erzählung, diesmal aus dem Jahr 1985. Die namenlose Hauptfigur ist 13 Jahre alt, wächst in der Weststeiermark auf, entpuppt sich als großes Schachtalent und hat einen jugoslawischen Vater, der selten da ist – was 1985 alles auch auf Thomas Glavinic zutraf. In der Schule hält der Junge Referate über Selbstmorde und das Leben nach dem

Tod. Die Herausforderung besteht freilich darin, die drei Fäden zu einem Roman zu spinnen. Wobei Glavinic seine Leser in gewohnt schnörkelloser, gleichwohl bildreicher und sehr genauer Sprache schon allein dadurch zum Weiterlesenwollen reizt, dass er nunmal ein genauer Beobachter und hinreißend komischer Erzähler ist. Mag auch die charmante Tollpatschigkeit früherer (Ich-)Figuren jetzt erschreckend selbstzerstörerische Züge tragen. Muss man sich Sorgen machen? „Bitte

verwechseln Sie mich nicht mit der Romanfigur Thomas Glavinic“, hat Glavinic 2012 in einer Vorlesung gesagt. „Ich habe mit ihr weniger zu tun, als die meisten Menschen glauben.“ Seine drei Protagonisten jedenfalls eint der Wunsch, alleine zu sein, sie teilen übersinnliche Erfahrungen miteinander und leiden am Jonas-Komplex, den die Psychologie mit der „Angst vor der eigenen Größe“ definiert. Oder wie es der 13-jährige IchErzähler formuliert: „Überall sehe ich die Gefahr, nicht die Chance.“ Vor allem aber wälzen alle drei Figuren ständig Glavinics Lieblingsproblem der menschlichen Identität. Da rätselt etwa der Anfang-40-jährige Ich-Erzähler, ob er eine Romanfigur ist – gute Frage. Und Jonas erfährt im Gespräch mit dem 17-jährig verstorbenen Jugendfreund Werner, dass sich Marie „für eine Figur aus einem Buch“ hält – was sie nüchtern betrachtet definitiv ist. Wie schon der Jonas aus „Die Arbeit der Nacht“ (2006) verstecken sie Botschaften an sich selbst, um sich Jahre später zu fragen, was sie mit dem damaligen Ich gemein haben. Nichts, antwortet der Anfang-40-jährige Ich-Erzähler am Schluss. „Er ist ein Fremder. Blöd nur, dass man alles ausbaden muss, was dieser ungeschliffene, kurzsichtige Mensch damals getan oder gelassen hat.“ Und sei es, dass er vor Jahren eine Romanfigur namens Jonas erfunden und eine andere Thomas Glavinic genannt hat. Thomas Glavinic zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 13.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Thomas Glavinic: Der Jonas-Komplex. Roman. S. Fischer Verlag; 752 Seiten, 24,99 Euro

Die Welt braucht Liebesromane Friedrich Christian Delius schickt seine Hauptfigur auf die Reise zu sich selbst Von Jana brechlin

Zwischen Den Haag und Frankfurt am Main liegen keine 500 Kilometer und ein paar Stunden Zugfahrt. Und doch breitet Friedrich Christian Delius auf dieser Strecke eine ganze Welt aus. Sein Roman „Die Liebesgeschichtenerzählerin“ findet zwischen beiden Städten im Jahr 1969 statt. Marie spürt der Geschichte ihrer Familie nach, im Archiv in Den Haag, in Briefen, Erzählungen und Erinnerungen. Der Weg ihrer Vorfahren und ihr eigener verweben sich dabei mit der Geschichte des Landes, Europas sogar. Zwei Kriege, Flucht und eine

Liebe gegen die Widerstände ihrer Zeit sind Landmarken auf der Karte der Familienhistorie. Dazu ist die Recherchefahrt jener Frau auch eine Reise zu sich selbst. Bisher fest eingespannt im Leben als Ehefrau, Mutter und Gesellschafterin, wagt sie die ersten Schritte auf einem eigenen Weg. Was als nüchterne Stammbaumforschung begonnen hat, wächst sich aus. Bücher, ja Romane will Marie schreiben. Die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern erzählen, eine Liebesgeschichtenerzählerin will sie sein. Sie hat keine Lust mehr, auf die männlichen, die langweiligen

Linien zu schauen, „die weiblichen Hauptfiguren, die zukunftssichernden Mütter, die mehr oder weniger ins Ehebett gezwungenen Prinzessinnen und adligen Bräute waren oft viel spannender“, erkennt sie. Und wird mutiger: Jahrelang hat sie ihren Mann unterstützt, das knappe Familieneinkommen mit dem Tippen von Diplomarbeiten aufgebessert, jetzt geht sie schwanger mit ihren Büchern. Die Welt, so findet sie, brauche Liebesromane gerade nach den Zeiten des Hasses. Delius schreibt darüber mit einer großen Ruhe, voller Liebe zu seiner Hauptfigur, der man sich als Leser nicht entziehen kann.

So eng die Rahmenhandlung mit der Reise zwischen den Städten gesteckt ist, so dicht ist „Die Liebesgeschichtenerzählerin“, die eindringlich erzählt wird. F.C. Delius zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 12.30 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Friedrich Christian Delius: Die Liebesgeschichtenerzählerin. Roman. Rowohlt Verlag; 208 Seiten, 18,95 Euro


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

Jubiläum

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Leipzig liest und liest und liest ...

Lesesaal in der Deutschen Nationalbibliothek. 2012 wurden hier 100 Jahre Insel-Bücherei gefeiert – mit Uwe Tellkamp. Foto: Wolfgang Zeyen

Gemütlich: Lesung mit fhl-Autor Frank Kreisler aus einem Buch„Wasserfest“ im Cafe Waldi. Foto: Wolfgang Zeyen

Armin Müller-Stahl 2002 im „Berliner Zimmer“. Es war 1992 erster und einziger Messe-Ort für Lesungen und wurde 2015 vom Forum „Die Unabhängigen“ abgelöst. Foto: Uwe Pullwitt

Dieses Festival ist prominent, international – vor allem aber ist es charakteristisch für die Leipziger Buchmesse. Seit 25 Jahren gibt es „Leipzig liest“, gefeiert wird das mit einem Abend in der Kongreßhalle am Zoo: Am 17. März sind Christoph Hein, Clemens Meyer, Poetry Slammer und der frisch gekürte Träger des Preises der Buchmesse zu Gast. 3200 Veranstaltungen sind es in diesem Jahre, das Programm beginnt schon am 15. März mit einer Lesung der Journalistin und Autorin Katrin Bauerfeind im Täubchenthal. Letzte Veranstaltung ist am 20. März die traditionelle „Nacht der Lesebühnen“ im UT Connewitz. Dazwischen findet sich alles von Boulevard bis Politik, und das in fast allen Räumen, die Tisch und Stühle fassen können. Neben jenen Abenden, auf die manch einer sich vielleicht schon seit Wochen freut, sind das Schönste die Überraschungen, die es zwischen Läden für Augenoptik bis zum Fachbedarf „zeitlos schlafen“ zu erleben gibt. Zur Not trifft der Les-O-Mat eine Entscheidung, ein Zufallsgenerator für das tägliche Programm, er hilft unter www.leipziger-buchmesse.de/ zufallsgenerator

Ein Klassiker: L3, die Lange Leipziger Lesenacht in den Räumen der Moritzbastei. Foto: Wolfgang Zeyen

Andrang zur Podiumsdiskussion in der Peterskirche. Foto: LVZ-Archiv

Bühne für Gespräche: Die LVZ-Autorenarena in der Buchmessenhalle 5, hier mit LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer (r.) und Alexander Osang. Foto: André Kempner

Die Literaturparty „LitPop“ im Neuen Rathaus. Foto: André Kempner

Abends in der Kuppelhalle des LVZ-Verlagsgebäudes im Peterssteinweg: Lesungen, Gesprächsrunden und die traditionelle Kriminacht. Foto: LVZ-Archiv Anzeige

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„Leipzig liest“-Tipps

Bücherwelten

Aus dem Programm vom Donnerstag 19 Uhr: Das Leben ist eine Insel – Taiwahnsinn! (Part I–III), mit literarischen, kulinarischen und musikalischen Kostproben aus Taiwan; Tangomanie (Hans-Poeche-Str. 2–4)

17 Uhr: Der klare Blick, mit Stephan Harbort; Bahnhofsbuchhandlung LUDWIG, Querbahnsteig

19 Uhr: Meuten, Swings + Edelweißpiraten. Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus, mit Sascha Lange und Monchi; Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon (Karl-Heine-Str. 50)

18 Uhr: Das Mondmädchen, mit Mehrnousch Zaeri-Esfahani; Die VILLA (Lessingstraße 7)

19 Uhr: Archiv der toten Seelen, mit Aleš Šteger; Kunsthalle der Sparkasse (Otto-Schill-Str. 4a)

18 Uhr: 85 Jahre Janosch, mit Janosch; theater.FACT in Barthels Hof (Hainstr. 1) 18 Uhr: Der Rote. Macht und Ohnmacht des Regierens, mit Landolf Scherzer; Das INTERIM (Demmeringstraße 34) 18 Uhr: Reichtum ohne Gier, mit Sahra Wagenknecht und Jan Emendörfer; Stadtbibliothek, Oberlichtsaal (WilhelmLeuschner-Platz 10) 18.30 Uhr: Neringa oder Die andere Art der Heimkehr, mit Stefan Moster; Mädlervilla (Hans-Driesch-Straße 2) 18.30 Uhr: Der Mann, der das Glück bringt, mit Catalin Dorian Florescu Apothekenmuseum (Thomaskirchhof 12)

19 Uhr: Eine Arche ist eine Arche ist eine Arche. Verlegerinnenleben, mit Elisabeth Raabe; Deutsche Nationalbibliothek (Deutscher Platz 1) 19 Uhr: Die Annäherung, mit Anna Mitgutsch; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 19 Uhr: Im Recht. Einlassungen von Deutschlands bekanntestem Strafrichter, mit Thomas Fischer; Uni Leipzig,

bei der Illustrationsklasse, mit Aisha Franz, Anna Haifisch, Sascha Hommer, Lasse Wandschneider; Hochschule für Grafik und Buchkunst (Wächterstr. 11) 19.30 Uhr: Dies ist, was wir teilen – Lesung und Gespräch mit Yves Petry + Leon de Winter; Haus des Buches (Gerichtsweg 28) 19.30 Uhr: 25 Jahre Leipzig liest. DER Festabend, mit Sarah Bosetti, Julius Fischer, Christoph Hein, André Herrmann, Katja Hofmann, Daniel Hoth, Clemens Meyer, Leonie Warnke, Oliver Zille, Lucille du Basse u.a.; Kongreßhalle am Zoo (Pfaffendorfer Straße 31); eventuell Restkarten an der Abendkasse 19.30 Uhr: Der Baum und der Hirsch. Deutschland von seiner liberalen Seite, mit Gerhart Baum und Burkhard Hirsch; Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6) 19.30 Uhr: An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21.

20 Uhr: Mörder AHOI, mit Heiko Akrap, Harald Effenberg, Ingeborg Krabbe, Ronald Schaller, Alexander G. Schäfer und Santiago Ziesmer; Kabarett Funzel (Nikolaistraße 6–10)

Beeindruckender Lese-Saal: die Albertina in der Beethovenstraße 6. Auch hier gibt es täglich Veranstaltungen, im Fürstenzimmer am 17. März, 19 Uhr, einen Ernst-Jandl-Abend. Lektor und Herausgeber Klaus Siblewski stellt die neue Werkausgabe vor. Foto: Wolfgang Zeyen Hörsaal 2 (Universitätsstr. 1) 19 Uhr: Die duotincta-Nacht: Autorenlesung und Party des jungen Verlags, mit Daniel Breuer, Wolfgang Eicher, Dominik Forster, Birgit Rabisch, Frank O. Rudkoffsky, Stefanie Schleemilch, Jürgen Volk; Beyerhaus (Ernst-Schneller-Str. 6)

19 Uhr: Rolf Hochhuth. Der Störenfried; Club International (Käthe-Kollwitz-Straße 115)

19 Uhr: L3 Lange Leipziger Lesenacht; Moritzbastei (Universitätsstr. 9), alle Mitwirkenden und Zeiten unter www. ldrei.de

19 Uhr: Der große Fantasy-Leseabend, mit Bettina Belitz, Markus Heitz, Kim Kestner und Kai Meyer; Schille Theaterhaus (Otto-Schill-Straße 7)

19.30 Uhr: Böse Bullen + harte Hechte, mit David Gray, Stefan B. Meyer; Pfeifenstube (Peterssteinweg 5)

19 Uhr: Der glückliche Kunsthändler. Das Leben des Vivant Denon, mit Reinhard Kaiser; Commerzbank (Filiale im Thomaskirchhof 22)

20 Uhr: Ich freue mich, dass ich geboren bin, mit Birgit Vanderbeke; Stadtbibliothek, Oberlichtsaal (Wilhelm-LeuschnerPlatz 10)

20 Uhr: Dunkel, fast Nacht, mit Joanna Bator und Corinna Waldbauer; Polnisches Institut (Markt 10)

19 Uhr: Heinrich Dathe und der Zoo der Zukunft, mit Jörg Junhold; Zoo, Hacienda Las Casas (Pfaffendorfer Str. 29)

19 Uhr: Robert Frank: Books and Films, 1947–2016, mit Alex Rühle undGerhard Steidl; Baumwollspinnerei, HALLE 14 (Spinnereistr. 7)

20 Uhr: Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo, mit Wolfgang Kohlhaase und Jalid Sehouli; GANOS Kaffee-Kontor (Dittrichring 6)

20 Uhr: Österreichische Kriminacht, mit Lena Avanzini, Silvija Hinzmann, Eva Rossmann; Chocolate (Barfußgässchen 12)

18.30 Uhr: Selbstporträt mit Bienenschwarm, mit Jan Wagner; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1)

19 Uhr: Die Lange Nacht der kurzen Krimis; mit Ulrike Blatter, Sylvia Eggert, Ralf Alex Fichtner, Ethel Scheffler, Andreas Schieck, Wolfgang Schüler, Anett Steiner, Günther Zäuner; Südfriedhof, Trauerhalle (Prager Str. 210)

20 Uhr: Donnerstagslesungen, mit Anja Bayer, Michael Gratz, Alexander Gumz, Anna Hetzer, Stefan Heuer, Oleg Jurjew, Anja Kampmann, Adrian Kasnitz, Christoph Meckel, Bertram Reinecke, Ulrike Almut Sandig, Stefan Schmitzer, Anne Seidel, Tzveta Sofronieva , Matthias Traxter und Julia Trompeter; Lyrikbuchhandlung, Projekt- und Hörgalerie A und V (Lützner Str. 30)

20 Uhr: Literarische Stimmen: Migranten erzählen von ihren alten und neuen Heimaten, mit Luna Al-Mousli, Shida Bazyar und Pierre Jarawan; Alte Nikolaischule (Nikolaikirchhof 2)

18.30 Uhr: Morgen mehr, mit Tilman Rammstedt; Deutsches Literaturinstitut Leipzig (Wächterstr. 34)

19 Uhr: Muss sich der Islam reformieren?, mit Abdassamad El Yazidi, Assem Hefny , Mouez Khalfaoui; Grassi Museum (Johannisplatz 5–11)

20 Uhr: Mit Büchern und Autoren, mit Katja Lange-Müller, Reinhold Neven DuMont; Hochschulbibliothek HTWK (Gustav-Freytag-Straße 40)

20 Uhr: Totengebet, mit Elisabeth Herrmann; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14)

18.30 Uhr: Lyrik bei Reinecke + Voß, mit Paul Ernst, Phoebe Giannisi, Ralf Gnosa, Michael Gratz, Dirk Uwe Hansen, Titus Meyer, Bertram Reinecke und Sibylla Schwarz; Kultur-Labor (Delitzscher Straße 3)

19 Uhr: Mörderisches Spiel in Leipzig; mit Uwe Schimunek; Kriminalmuseum des Mittelalters (Nikolaistraße 59)

bliothek (Deutscher Platz 1)

19.30 Uhr: Wo noch niemand war – Erinnerungen an Ernst Bloch, mit Gert Ueding; Uni Leipzig, Hörsaal 4, (Universitätsstr. 1) 19.30 Uhr: 25 Jahre Reprodukt – zu Gast

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Jahrhunderts, mit Roland Schimmelpfennig; Cammerspiele (Kochstraße 132)

20 Uhr: Allein unter Juden, Allein unter Deutschen, mit Stephan Krause und Tuvia Tenenbom; Buchhandlung Südvorstadt (Karl-Liebknecht-Str. 126) 20 Uhr: Ungewisses Manifest 1, mit Frédéric Pajak; Museum für Druckkunst Anzeige

19.30 Uhr: Das Erbe der Kriegsenkel, mit Matthias Lohre; Thalia-Buchhandlung (Karl-Liebknecht-Straße 8–14)

kostenloses eBook www.schian-buch.de

17 Uhr: Das Mädchen mit wenig PS. Feuilletons aus den 20er Jahren, mit Britta Jürgs; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14)

20 Uhr: Finnegan’s List: Autoren als Leser, mit Nikola Madzirov, Eiríkur Örn Norðdahl, Angharad Price, Monique Schwitter und Janne Teller; UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Str. 12a) 20 Uhr: Voland + Quist Verlagsabend, mit Ahne, Sarah Bosetti, Marion Brasch, Nora Gomringer, Matthias Hirth, Clemens Meyer und Claudius Nießen; Horns Erben (Arndtstraße 33) 20 Uhr: Wir sollten uns auch mal scheiden lassen. Szenen eines vollkommen unveganen Liebeslebens, mit Stefan Schwarz; Paul-Gerhardt-Kirche (Selneckerstraße 7) 20 Uhr: Am Anfang war Heimat – Auf den Spuren eines deutschen Gefühls, mit Eberhard Rathgeb; Altes Rathaus, Festsaal (Markt 1)

© Vision C

Leipzig (Nonnenstr. 38) 20 Uhr: Wie ich den Krieg erlebte – Eine Geschichte in Briefen, mit Reiner David; Buchhandlung el libro/linXXnet (Bornaische Str. 3d) 20 Uhr: Westslam feat. Patrick Salmen; Neues Schauspiel (Lützner Str. 29)

20 Uhr: Stiche, mit Mario Markus; Canito (Gottschedtstraße 13)

20 Uhr: Der klare Blick, mit Stephan Harbort; Central Kabarett, Krimikeller (Markt 9)

täglich Lesungen und Autorengespräche

20 Uhr: Sex mit Hermann Hesse, mit Felicitas Andresen; Papa Hemingway (Peterssteinweg 10/ Münzgasse 1)

20 Uhr: 1. ZeitPunkt-Poetry Slam, mit André Herrmann; Sky Lounge im Auberbach Verlag (Oststraße 40–44)

Landolf Scherzer • Harald Kretzschmar • Katja Kipping • Thomas Galli • Paul W. Wagner • Merle Kröger • Hannes Hofbauer • Martin Hatzius • Ines Wallrodt • Niels Seibert • Hans-Dieter Schütt • Tom Strohschneider • Karsten Krampitz …

20 Uhr: Des Tauchers leere Kleider, mit Annett Sawallisch und Vendela Vida; naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46)

20 Uhr: Stürzt die Götter vom Olymp. Das andere Griechenland, mit Landolf Scherzer; El Bustamante (Windorfer Straße 92)

BÜCHER BÜCHER ZEITUNG

an unserem Stand in Halle 5: G 406

und abends im INTERIM • Demmeringstr. 32 die druckfrische Tagesausgabe samt der Literaturbeilage gibt es obendrauf … SOZIALISTISCHE TAGESZEITUNG

20 Uhr: In diesem unendlichen Blau – ein Abend mit Edition AZUR, mit Kerstin Becker, Daniela Danz, Dominik Dombrowski, Carl-Christian Elze, Anna Hetzer und Sudabeh Mohafez; Galerie ARTAe (Gohliser Str. 3) 20 Uhr: Poesiealbum 2016, mit Klaus-P. Anders, Matthias Biskupek, Alex Dreppec, Frederike Frei, Ulrich Grasnick und Ulrike Almut Sandig; Schillerhaus (Menckestr. 42) 20 Uhr: Oben das Feuer, unten der Berg, mit Reinhard Jirgl; Deutsche Nationalbi-

20 Uhr: Habe ich denn allein gejubelt? Eine Jugend im Nationalsozialismus, mit Eva Sternheim-Peters; Liebknecht-Haus (Braustraße 15) 20 Uhr: Geliehene Landschaften + Mondbetrachtung in mondloser Nacht, mit Marion Poschmann; Gohliser Schlößchen (Menckestr. 23) 20 Uhr: Panikherz, mit Benjamin von Stuckrad-Barre; Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Str. 50)

20 Uhr: Das Kind mit dem Spiegel, mit Thomas Martini; Café süß + salzig (Merseburger Str. 44) 20 Uhr: Die unvollendete Direkte Demokratie. 1984–2015: Texte zur Schweiz und darüber hinaus, mit Andreas Gross; Stadtbibliothek, Grassisaal (Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 20.15 Uhr: Leipziger Literatursalon, mit Mayjia Gille, Rolf Münzner, Uwe Nösner und Hubert Witt; Leipziger Literaturverlag (Brockhausstr. 56) 20.15 Uhr: Fayvel der Chinese, mit Tino Dallmann, Dirk Lange und Philippe Smolarski; Hugendubel (Petersstr. 12–14) 20.30 Uhr: Mimikry – Das Spiel des Lesens. Literarisches Salonspiel, mit Philipp Albers und Holm Friebe; DLL (Wächterstr. 34) 20.30 Uhr: Was glaubt ihr denn?, mit Björn Bicker; Café Grundmann (August-Bebel-Str. 2) 20.30 Uhr: Zwei um die Welt. In 80 Tagen ohne Geld, mit den Zwillingen Hansen und Paul Hoepner; tapir (Georgiring 4–7) 20.30 Uhr: Franz Marc. Eine Biographie, mit Wilfried F. Schoeller; Museum der bildenden Künste (Katharinenstraße 10) 20.30 Uhr: Werkstattgespräch, mit Chris Nolde und Martin Schult; Mädlervilla (Hans-Driesch-Straße 2) 20.30 Uhr: Vaters Land, mit Rumena Bužarovska, Ervina Halili, Petar Matovi, Kristian Novak, Dragana Tripkovi, Goran Vojnovi und Tanja Šljivar; theater.FACT in Barthels Hof (Hainstr. 1) 20.30 Uhr: Gipfeltreffen der G3: Die Poetry-Slam-Show, mit Dirk Bernemann, Mister Gambit, Christian Ritter, Malte Rosskopf, Felix Römer, Marc-Oliver Schuster und Thomas Spitzer; Schauspielhaus, Baustelle (Bosestraße 1) 20.30 Uhr: In den Wäldern des menschlichen Herzens, mit Antje Rávic Strubel; Apothekenmuseum (Thomaskirchhof 12) 20.30: Mary Plotfire, mit Elisabeth Brück; Café Puschkin (Karl-LiebknechtStr. 74) 20.30 Uhr: Wenn’s brennt, mit Stephan Reich; Café Puschkin, Chillum (KarlLiebknecht-Str. 74) 20.45 Uhr: Phantasie und Geschichte: Illustratoren aus Flandern und den Niederlanden, Ausstellungseröffnung; Haus des Buches (Gerichtsweg 28) 21 Uhr: Nacht, mit Thomas Böhme und Constance Timm; Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33 (Georg-SchwarzStraße 12) 21 Uhr: Die Köchin von Bob Dylan, mit Markus Berges; Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon (Karl-Heine-Str. 50) 21 Uhr: In der freien Welt, mit Norbert Gstrein, Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstraße 14) 21 Uhr: Der Gott im Unbewussten, mit Bernd Schuppener; Stadtbibliothek, Grassisaal (Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 21 Uhr: Neue Lyrik aus Flandern und den Niederlanden, mit Els Moors und Menno Wigman; Gohliser Schlößchen (Menckestr. 23) 21 Uhr: Eifel-Trauma, mit Peter Splitt; Central Kabarett, Krimikeller (Markt 9) 21 Uhr: Alle müssen mit, mit Lo Malinke; Centralkabarett, Blauer Salon (Markt 9) 21 Uhr: Wallstein Verlagsabend, mit Daniela Danz, Hendrik Rost, Lot Vekemans; Café und Restaurant Telegraph (Dittrichring 18–20) 21 Uhr: Der Literaturexpress, mit Nino Haratischwili; naTo (Karl-LiebknechtStraße 46) 21.30 Uhr: Ostfriesenschwur, mit Matthias Meyer-Göllner und Klaus-Peter Wolf; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1) 22 Uhr: Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle (Folge 1): mit Raimon Weber; Central Kabarett, Krimikeller (Markt 9)


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

„Leipzig liest“-Tipps

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Aus dem Programm vom Freitag 10.30 Uhr bis Ladenschluss: in der Buchhandlung Hugendubel präsentieren sich mitteldeutsche Verlage mit ihren Autoren und Neuerscheinungen (Petersstraße 12–14)

20 Uhr: Lesebühne Kunstloses Brot; Tapetenwerk, Medienagentur Ungestalt, Haus K, 2. OG (Lützner Str. 91) 20 Uhr: Meine Gespenster: Das 20. Jahrhundert im Spiegel einer ungarischjüdischen Biografie, mit Mihály Vajda; Villa Klinkhardt (Karl-Tauchnitz-Str. 1)

18 Uhr: Neues aus Flandern und den Niederlanden, mit Suzanna Jansen; Stadtbibliothek, Grassisaal (WilhelmLeuschner-Platz 10)

20 Uhr: Kaltes Wasser, mit Jakob Hein; Alte Schlosserei (Kurt-Eisner-Straße 66)

18.30 Uhr: Fluchtursachen und ihre Folgen, mit Ute Schaeffer, Fridolin Schley und Stefan Luft; Neues Rathaus (Martin-Luther-Ring 4–6)

20 Uhr: Russland wachrütteln, mit Schanna Nemzowa; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1) 20 Uhr: Deutsche Nullen. Sie kamen, sahen und versagten, mit Oliver Jungen und Wiebke Porombka; Social Impact Lab (Weißenfelser Str. 65 H, Stelzenhaus)

18.30 Uhr: Mein Kampf – gegen Rechts, mit Robert Koall und Michael Kraske; Haus der Demokratie (Bernhard-GöringStr. 152) 19 Uhr: Brecht. Rollenmodell eines Dichters, mit Uwe Kolbe; Apothekenmuseum (Thomaskirchhof 12)

20 Uhr: Kurt Wolff Preisträger zu Gast, mit dem Ch. Links Verlag und Vorwerk 8; Connewitzer Verlagsbuchhandlung (Schuhmachergäßchen 4)

19 Uhr: Der Rentnerlehrling, mit Mathias Biskupek; Petersbogen-Apotheke (Petersstraße 36)

20 Uhr: Expedition Lyrik, mit dem Verlagshaus Berlin; Galerie KUB (Kantstr. 18)

19 Uhr: Flieg ich durch die Welt, mit Robert Gold; Café Waldi (Peterssteinweg 10)

20 Uhr: Wasserfarben, mit Lidia Ostaowska; Polnisches Institut (Markt 10)

19 Uhr: Geliehene Landschaften + Mondbetrachtung in mondloser Nacht, mit Marion Poschmann (nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse); Werkstattgalerie (Kochstraße 9)

20 Uhr: Ich finde mich zu sehr geliebt und gehasst, um eigentlich unglücklich zu sein, mit Nana Badenberg und Franz Lohri; Mendelssohn-Haus, Musiksalon (Goldschmidtstr. 12)

19 Uhr: Missverstehen Sie mich richtig!, mit Martin Buchholz; Centralkabarett, Blauer Salon (Markt 9) 19 Uhr: Leipziger Buchmesser, Audiolith und Ventil präsentieren Lesungen von Hannes Naumann, Torsun, Ferdinand Führer und Roland van Oystern; Noch besser Leben (Merseburger Str. 25) 19 Uhr: Und was hat das mit mir zu tun? und Das Erbe der Kriegskinder, mit Sacha Batthyany und Matthias Lohre; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 19 Uhr: Read-O-Rama: Der offizielle Buchmesse-Slam, moderiert von KJulius Fischer und Christian Meyer; Schauspielhaus, Baustelle (Bosestraße 1) 19 Uhr: Wolfgang muss weg, mit Cathrin Moeller; zeitlos schlafen und wohnen (Gottschedstraße 12) 19 Uhr: Shirin – Ich bleibe eine Tochter des Lichts. Meine Flucht aus den Fängen der IS-Terroristen; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1) 19 Uhr: Ausgelacht. DDR-Witze aus den Geheimakten des BND, mit Hans-Hermann Hertle und Hans-Wilhelm Saure; Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke (Dittrichring 24) 19 Uhr: Ein Niemand, mit Daniel Goetsch; Kunsthalle der Sparkasse (Otto-Schill-Str. 4a) 19 Uhr: Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen, mit Heinz Bude; Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6) 19 Uhr: Gunter Gebauer philosophiert über Fußball; Red Bull Arena (Am Sportforum 3) 19 Uhr: Gesperrte Ablage, mit Ines Geipel; Bibliotop, Archiv der Buchwissenschaft (Hainstraße 11) 19 Uhr: Allein unter Veganern, mit Mark-Stefan Tietze; Café Puschkin (Karl-Liebknecht-Str. 74) 19 Uhr: Der Fuchs, mit Nis-Momme Stockmann (nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse); Cammerspiele Leipzig (Kochstraße 132) 19 Uhr: Piper-Fantasy-Nacht, mit Markus Heitz, Michael Peinkofer und Christoph Hardebusch; Schille Theaterhaus (Otto-Schill-Straße 7) 19 Uhr: Das Kleid meiner Mutter, mit Anna Katharina Hahn; Deutsche Nationalbibliothek (Deutscher Platz 1)

In der naTo beginnt am 18. März um 18 Uhr die Nordische Literaturnacht. Den Anfang macht Minna Lindgren mit „Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?“. Später lesen unter anderem Tore Rem („Knut Hamsun. Die Reise zu Hitler“), Jóanes Nielsen („Die

Erinnerungen“), F.E. Sillanpää („Hiltu und Ragnar“), Lotta Sjöberg („Family Living – Die ungeschönte Wahrheit“), Julie Hastrup („Stiller Hass“) und Claus Høxbroe („Asfalt og opstandelse“). Karl-Liebknecht-Str.46, Eintritt frei. (Infos: www.natoleipzig.de) Foto: André Kempner

19 Uhr: Schleuderfigur, mit Kerstin Hensel; Gohliser Schlößchen (Menckestr. 23)

(Ritterstraße 38–40)

19 Uhr: Amerika stellt die Weichen: Amerika wählt einen neuen Präsidenten – Hillary Clinton, Donald Trump oder Jeb Bush, wer wird die Supermacht in Zukunft führen?, mit Julius van de Laar, Alison Smale, Werner Schulte, LVZ-Verlagsgebäude, Kuppelhalle (Peterssteinweg 19); Abendkasse , Eintritt: 14 Euro (für LVZ-Abonennten 12,50 Euro) 19 Uhr: Kleine Träumereien, Liao Yiwu, Michael Krüger, Lena Gorelik und Radek Knapp lesen aus unveröffentlichten Geschichten; Kleine Träumerei (Münzgasse 7) 19 Uhr: Der Pfau, mit Isabel Bogdan; Café Telegraph (Dittrichring 18–20) 19 Uhr: Der deutsche Glaubenskrieg. Martin Luther, der Papst und die Folgen, mit Tillmann Bendikowski; Nikolaikirche, Großer Gemeindesaal (Ritterstraße 5) 19 Uhr: Prager Premieren. Lesung aus „Nationalstraße“ und „Gebrauchsanweisung für Prag und Tschechien“, mit Jaroslav Rudiš und Martin Becker; Horns Erben (Arndtstraße 33) 19 Uhr: „dabei geblieben“ Aktivist_innen erzählen vom Älterwerden, mit Rehzi Malzahn; Conne Island (Koburger Str. 3) 19 Uhr: Die Legende von Steinwart Wurzelknopf, mit Henry Wimmer; SaugStauber (Karl-Liebknecht-Str. 95) 19.30 Uhr: Die Bleibenden. Wie Flüchtlinge Deutschland seit 20 Jahren verändern, mit Christian Jakob; Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6)

19 Uhr: KrimiClub, mit Petra Hammesfahr, Val McDermid, Christian Schünemann/Jelena Volic, Sabine Thiesler und Klaus-Peter Wolf; Landgericht (Harkortstraße 9)

19.30 Uhr: Moskau um Mitternacht, mit Sally McGrane; smow (Burgplatz 2)

19 Uhr: Große hinZundkunZ-Lesenacht; hinZundkunZ (Georg-Schwarz-Straße 9)

19.30 Uhr: Mein Irland, mit Ralf Sotscheck; Morrison’s Irish Pub

19.30 Uhr: Brel. Der Mann, der eine Insel war, mit Jens Rosteck; Blüthner Klavierschule (Hainstraße 10)

19.30 Uhr: Ab heute heiße ich Margo, mit Cora Stephan; Kleider für Weiber (Brühl 67/ Ritterpassage) 19.30 Uhr: Totschweigen ist die passive Form von Rufmord – Leipziger politische Opfer des Nationalsozialismus 1933-1945; Erich-Zeigner-Haus e.V. (Zschochersche Straße 21) 19.30 Uhr: Institutsprosa, mit Luise Boege, Franziska Gerstenberg, Sascha Macht, Janko Marklein,Thomas Podhostnik und Kristina Schilke; Anzeige

„Mein Glaube ist besser als deiner“

Lesung und Diskussion mit Dr. Gesine Palmer 18.3.2016 um 12.00 Uhr Halle 5, D 430 www.gesine-palmer.de

Deutsches Literaturinstitut (Wächterstraße 34) 19.30 Uhr: Das letzte Nashorn, mit Lodewijk van Oord; Zoo, Kiwara-Lodge (Pfaffendorfer Str. 29) 19.30 Uhr: 15 Jahre Preis der Literaturhäuser, Elke Erb, Feridun Zaimoglu, Nicolas Mahler und der Preisträger 2016 Ulf Stolterfoht sprechen mit Daniela Seel, Denis Scheck und Rainer Moritz; Haus des Buches (Gerichtsweg 28) 19.30: Lange Fluchten, mit Daniela Danz; Buchhandlung SeitenBlick (Goetzstr. 2) 19.30 Uhr: Hoffen. Eine Anleitung zur Zuversicht, mit Kathrin Klette; theater. FACT in Barthels Hof (Hainstr. 1) 19.30 Uhr: Peter Ensikat: Glaubt mir kein Wort – Nachgelassene Satire, mit Bastienne Voss; Thalia-Buchhandlung (Karl-Liebknecht-Straße 8–14) 20 Uhr: Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte, mit Marie Malcovati; Stein Café (Katharinenstr. 2)

20 Uhr: „Das Büro“ von J. J. Voskuil – Ein Einblick mit den Mitteln der Realsatire, mit Gerd Busse, Ulrich Faure und Wolfgang Schiffer; Sächsisches Psychiatriemuseum (Mainzerstr. 7) 20 Uhr: Carl Philipp Emanuel Bach im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch; Bach-Museum (Thomaskirchhof 15) 20 Uhr: Bührnheims Literatursalon, Verlagsabend mit Bora Cosic, Brigitte Döbert und Klaus Schöffling; Mozartstraße 8 20 Uhr: Generation Hoyerswerda. Das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg, mit Heike Kleffner und Anna Spangenberg; Buchhandlung el libro/linXXnet (Bornaische Str. 3d) 20 Uhr: UV - die Lesung der unabhängigen Verlage; Lindenfels Westflügel (Hähnelstraße 27) 20 Uhr: Wiedersehen in Paris / Nous dînerons en français, mit Albena Dimitrova; Institut français (Thomaskirchhof 20) 20 Uhr: Die Kunst, stilvoll alt zu werden, mit Susanne Mayer; Stadtbibliothek, Grassisaal (Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 20 Uhr: Bulgakow, Das hündische Herz: Übersetzer trifft Illustrator, mit Alexander Nitzberg und Christian Gralingen; Museum für Druckkunst (Nonnenstr. 38) 20 Uhr: Fremdenfeinde in unserem Land, mit Mo Asumang und Thorsten Schäfer-Gümbel; Evangelisch-Reformierte Kirche (Tröndlinring 7) 20 Uhr: Eine Frage der Würde – Italienischer Krimiabend, mit Gianrico Carofiglio; Spizz (Markt 9) 20 Uhr: Die Rückkehr der Lesehappen! – Von Menschen, Monstern und allem dazwischen. Literarischer Leserummel für Skeptiker und Optimisten; Noels Ballroom (Kurt-Eisner-Straße 43) 20 Uhr: Germany, mit Don Winslow; Stadtbibliothek, Oberlichtsaal ( Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 20 Uhr: Das kalte Licht der fernen Sterne, mit Anna Galinka; Café süß + salzig (Merseburger Str. 44) 20 Uhr: Der rote Himmel, mit Iny Lorentz; Altes Rathaus, Festsaal (Markt 1) 20 Uhr: Gmeiner-Krimiabend auf der Galopprennbahn, mit Liliane Skalecki, Biggi Rist und Franziska Steinhauer; Scheibenholz, Gastronomie (Rennbahnweg 2 A) 20 Uhr: Anna und Armand, mit Miranda Richmond-Mouillot und Ilja Richter;

Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 20.15: Bora. Eine Geschichte vom Wind, mit Ruth Cerha; Hugendubel, Petersstraße 12–14) 20.15 Uhr: Schritt für Schritt. Wanderungen durch die Weltgeschichte, mit Manuel Andrack; Lehmanns Media (Grimmaische Straße 10) 20.15 Uhr: Die Anatomie des Verbrechens, mit Val McDermid; Südfriedhof, Hauptkapelle (Prager Str. 210) 20.30 Uhr: Hilde Domin – Dass ich sein kann, wie ich bin, mit Marion Tauschwitz; Mädlervilla (Hans-Driesch-Straße 2) 20.30 Uhr: Christian Maintz und Thomas Gsella; Café Grundmann (August-BebelStr. 2,) 20.30 Uhr: Wie wir zusammen lebten, leben und leben wollen!, Diskussion im Rahmen von „Europa21. Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen“, mit Ulrich Hörning, Georg Teichert, Michail Ryklin und Armin Nassehi; Neues Rathaus (Martin-Luther-Ring 4–6) 20.30 Uhr: Düsterbusch City Lights, mit Alexander Kühne; Café Puschkin (Karl-Liebknecht-Str. 74) 20.30 Uhr: Spiegelberg. Roman einer Generation, mit Michael Göring; Apothekenmuseum (Thomaskirchhof 12) 20.30 Uhr: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch Anzeige

Lies Dich mit Pia Guttenson nach Schottland Halle 2, Stand H315 Born to Rock’n Write www.piaguttenson.de depressiven Teenager im Sommer 1969, mit Frank Witzel; Museum der bildenden Künste (Katharinenstraße 10) 20.30 Uhr: Verbannt!, mit Ann Cotten; Café Puschkin. Chillum (Karl-Liebknecht-Str. 74) 20.30 Uhr: „Das Magazin“-Lesenacht, mit Kirsten Fuchs und Stefan Schwarz; Schaubühne Lindenfels (Karl-HeineStraße 50) 20.30 Uhr: Autoren-Clubnacht: Deutschland-Israel; theater.FACT in Barthels Hof (Hainstr. 1) 21 Uhr: Love Bites – Die erotische Verlagsrevue mit Burlesque-Show, Live-Musik & Lesungen; Centralkabarett, Blauer Salon (Markt 9) 21 Uhr: Der letzte große Trost, mit Stefan Slupetzky; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 21 Uhr: Verteilungskampf. Warum Deutschland immer ungleicher wird, mit Marcel Fratzscher; Stadtbibliothek, Grassisaal (Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 21 Uhr: Deutschland ist bedroht, mit Düzen Tekkal; Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6) 21 Uhr: Read-O-Rama 2016: Literarisches Speeddating II; Schauspielhaus, Baustelle (Bosestraße 1) 21 Uhr: Förster, mein Förster, mit Frank Goosen; Horns Erben (Arndtstraße 33) 21 Uhr: Bestiarium – Eine wilde Reise durch die Erinnerung; Polnisches Institut (Markt 10) 21 Uhr: Neues aus Flandern und den Niederlanden, mit Saskia de Coster, Lot Vekemans und Murat Isik; Café Telegraph (Dittrichring 18–20) 22.30 Uhr: Die Queere-Party-Nacht; Frauenkultur e.V. (Windscheidstr. 51) 23 Uhr: BVB und Rock’n’Roll: Ein Leben zwischen Westfalenstadion und Rockpalast; Horns Erben (Arndtstraße 33) 24 Uhr: Mauersegler fliegen in der Nacht – Tschechische urbane Poesie auf Deutsch, mit Lisa Pusch; Horns Erben (Arndtstraße 33)


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Bücherwelten

LVZ-Autorenarena

Donnerstag, 17. März

Sahra Wagenknecht

16.30 Uhr: Es sei Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden, sagt die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, und begründet das in ihrem Buch „Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“ (Campus). Konkrete Vorschläge hat sie auch. Moderation: Jan Emendörfer

Erwin Berner

12.30 Uhr: Der Sohn Erwin Strittmatters heißt Erwin wie sein Vater, seinen Familiennamen hat er längst abgelegt. Im Jahr 2001 beginnt Erwin Berner, in Briefen von seiner Kindheit und Jugend zu erzählen. „Erinnerungen an Schulzenhof“ ist bei Aufbau erschienen. Moderation: Karim Saab

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Dominique Horwitz

14.30 Uhr: „Tod in Weimar“ (Knaus) ist das Romandebüt des Schauspielers. Dominique Horwitz. In einem Alterssitz für Bühnenkünstler stirbt während der Proben des „SchillerZirkels“ einer nach dem anderen. Kutscher Kaminski, geht der Sache auf den Grund. Moderation: Peter Korfmacher

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Katja Kipping

12 Uhr: Die Parteivorsitzende der Linken beschreibt in ihrem Buch „Wer flüchtet schon freiwillig?“ Fluchtursachen und plädiert für ein Europa der Einwanderung. Und Katja Kipping sagt auch, „warum sich unsere Gesellschaft neu erfinden muss“ (Westend). Moderation: Anita Kecke

Horst Evers

12.30 Uhr: Der Kabarettist und Autor Horst Evers hat sich eine irrwitzige Geschichte über die Landung eines Raumschiffs auf dem Berliner Flughafen ausgedacht. „Alles außer irdisch“ (Rowohlt) erinnert irgendwie an das, was sich auf der Erde abspielt. Moderation: Mark Daniel

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Jakob Hein

16 Uhr: Weil seine Jugend in der DDR kein wildes Abenteuer ist, lügt sich Friedrich Bender die Welt zurecht, bis das Leben Spaß macht. Die Wende ist für ihn schönste Herausforderung und Jakob Heins „Kaltes Wasser“ (Galiani) ein wunderbarer Schelmenroman. Moderation: Simone Liss

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Heinrich A. Winkler

14 Uhr: Der Historiker Heinrich August Winkler erhält am 16. März den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Thema seiner Essays und der „Geschichte des Westens“ (C.H. Beck) ist die Umsetzung menschenfreundlicher Errungenschaften. Moderation: Peter Korfmacher

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Birgit Vanderbeke

11.30 Uhr: Dieser Roman ist so kurz wie faszinierend wie verstörend. Birgit Vanderbeke führt in „Ich freue mich, dass ich geboren bin“ (Piper) ein Kind an den Rand des Abgrunds und erzählt doch mit erstaunlicher Leichtigkeit von der Flucht in andere Welten. Moderation: Armin Görtz

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Chris Geletneky

15.30 Uhr: Als Comedyautor hat Chris Geletneky auch für Bastian Pastewka gearbeitet – nun kommt er mit ihm gemeinsam in die Autorenarena, um sein Buch „Midlife-Cowboy“ (Lübbe) vorzustellen. Es geht um Jugendträume, die im Spießerleben stranden. Fast. Moderation: Kerstin Decker

Sky du Mont

12 Uhr: „Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“, fragt der Schauspieler Sky du Mont und weiß: „Älterwerden ist nichts für Spaßbremsen“ (Lübbe). Ein ehrliches und mit Humor geschriebenes Buch – auch über das Glück, schon ein Weilchen zu leben. Moderation: Norbert Wehrstedt

Foto: dpa

Foto: dpa Foto: dpa

Thomas Galli

13.30 Uhr: „Die Schwere der Schuld. Ein Gefängnisdirektor erzählt“ (Verlag Das neue Berlin) heißt das Buch, in dem JVA-Leiter Thomas Galli anhand authentischer Fälle einen kritischen Blick auf Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Strafvollzugsystems wirft. Moderation: Peter Korfmacher

Foto: Diana K. Weilandt

Howard Carpendale

15 Uhr: In „Das ist meine Zeit“ (Edition Koch) ist eine ganze Menge aus dem Leben von Howard Carpendale zu erfahren, aber auch über sein Denken. Deutlich äußert sich der beliebte Sänger über Sterbehilfe, Europas Verantwortung gegenüber Flüchtlingen oder die Homo-Ehe. Moderation: Mark Daniel

Jan Weiler

11.30: Mit „Im Reich der Pubertiere“ (Kindler) legt Jan Weiler die Fortsetzung des Nr.-1-Bestsellers „Das Pubertier“ vor. Der Wahnsinn in der Familie geht weiter. Inzwischen gibt es neben dem weiblichen nämlich auch ein männlichen Exemplar der Gattung. Moderation: Nina May

Foto: Boris Breuer

Peter Stamm

13 Uhr: Eine Familie ist aus dem Urlaub zurück, die Kinder sind im Bett, die Mutter packt aus. Der Mann sitzt vor dem Haus, steht auf und geht. Durch Dörfer, Wälder, Berge. Peter Stamms „Weit über das Land“ (S. Fischer) ist eine Geschichte vom Verschwinden und Wiederfinden. Moderation: Jürgen Kleindienst

Foto: dpa

Christoph Hein

11 Uhr: Mit seinem neuen Deutschland-Roman „Glückskind mit Vater“ (Suhrkamp Verlag) kommt Christoph Hein. Ein Sohn, geboren 1945, versucht aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Doch eine Emanzipation von der Geschichte ist zum Scheitern verurteilt. Moderation: Olaf Majer

Halle 5/ Stand C100

Michael Köhlmeier

15.30 Uhr: In seinem Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ (Hanser) erzählt der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens. Es geht um Verwahrlosung und Heimatlosigkeit. Moderation: Simone Liss

Frau Freitag (Symbolbild)

16 Uhr: Seit über 15 Jahren unterrichtet sie an Brennpunktschulen. Und sie schreibt darüber, nun: „Für mich ist auch die 6. Stunde. Überleben unter Schülern“ (Ullstein). Mit Problemen im Schulalltag kennt sich Frau Freitag aus, als Autorin möchte sie aber unerkannt bleiben. Moderation: André Böhmer

Foto: Angelika Neutschel

Foto: Schöffling & Co.

14.30 Uhr: „Frohburg“ (Schöffling & Co.) heißt das Opus magnum von Guntram Vesper, und Frohburg ist Guntram Ort seiner Vesper Geburt und Jugend. Der Roman ist für den Preis der Buchmesse nominiert. Moderation: Thomas Mayer

Foto: Guenther Kaufmann x

Foto: Petr Hlousek

14 Uhr: In seinem Roman „Nationalstraße“ (Luchterhand) schlüpft der tschechische Autor Jaroslav Rudiš Jaroslav in Kopf und Rudiš Körper eines Schlägers. Die Geschichte basiert auf einer realen Figur. Moderation: Dimo Rieß

Foto: dpa

Foto: dpa

Foto: dpa

Heinz Strunk

15 Uhr: Auch Heinz Strunk gehört zu den Nominierten für den Preis der Buchmesse. Sein Roman „Der goldene Handschuh“ (Rowohlt) taucht tief ein in die Nachtwelt von Kiez, Kneipe und Abbruchquartier. Sein Held ist der Frauenmörder Fritz Honka. Moderation: Björn Meine

Foto: dpa

13.30 Uhr: In Tausenden von Briefen an Parteifunktionäre und Medien äußerten DDR-Bürger Siegfried ihre Meinung. Suckut Siegfried Suckut hat sie in „Volkes Stimmen“ (dtv) dokumentiert. Moderation: Nadine Marquardt

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Foto: dpa

13 Uhr: In „Förster, mein Förster“ (Kiepenheuer & Witsch) von Frank Goosen reist ein fast 50-Jähriger Frank mit einer Goosen bunten Truppe an die Ostsee, in die Vergangenheit, in die Zukunft und zu sich selbst. Moderation: Mark Daniel

Foto: privat

Ronja von Rönne

11 Uhr: Nora und ihren Freunden scheinen alle Möglichkeiten offen zu stehen. Sie meinen deswegen, alles richtig machen zu müssen – und scheitern dabei. Ronja von Rönnes Debüt „Wir kommen“ (Aufbau) ist ein radikales Buch, komisch und poetisch. Moderation: Nadine Marquardt

Foto: Julian Vanderbeke

Foto: Carolin Saage

Freitag, 18. März

Armin Nassehi

16.30 Uhr: Fremd zu sein, kann Segen und Fluch bedeuten. Sich selbst kennenzulernen, bedeutet zudem, das eigene Fremde zu entdecken. Armin Nassehi ist Herausgeber der Ausgabe „Fremd sein!“ des Kursbuchs (Murmann) – genau zur richtigen Zeit. Moderation: Björn Meine


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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LVZ-Autorenarena

Sonnabend, 19. März

Friedrich Schorlemmer

16.30 Uhr: Er ist ein Stammgast in der LVZ-Autorenarena. Derzeit beschäftigt sich Friedrich Schorlemmer mit dem Thema: „Unsere Erde ist zu retten. Eine Antwort an Papst Franziskus zu seiner Enzyklika“. Sein neues Buch wird im Herder Verlag erscheinen. Moderation: Olaf Majer

Tatjana Meissner

12.30 Uhr: Die Kabarettistin Tatjana Meissner redet gern über Sex. „Genauso ist es bei uns auch!“, hört sie dann aus dem Publikum. Wirklich? Sie fragte bei ihren FacebookFreunden nach ihren Erfahrungen. Ergebnis: das Buch „Du willst es doch auch“ (Eulenspiegel Verlag). Moderation: Norbert Wehrstedt

Foto: dpa

Jan Böttcher

14.30 Uhr: Mit „Y“ (Aufbau) hat der Schriftsteller und Musiker Jan Böttcher ein Buch mit sehr kurzem Titel, jedoch einen Roman mit weitem Bogen geschrieben. Er erzählt die Geschichte einer ungleichen Liebe zwischen Nord und Süd, Heimat und Fremde. Moderation: Nadine Marquardt

Foto: Christian Werner

Marion Brasch

12 Uhr: Dass Godot nicht kommt, hat man gehört, warum das so ist, eher nicht. In Marion Braschs absurdem Roman „Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“ (Voland & Quist) begegnet er dem Weihnachtsmann und verbringt eine surreale Nacht im Kaufhaus. Moderation: Nina May

F.C. Delius

12.30 Uhr: Dem neuen Roman von Friedrich Christian Delius liegt die Geschichte seiner eigenen Familie zugrunde. In „Die Liebesgeschichtenerzählerin“ (Rowohlt) erzählt er die Reise einer Frau zwischen Scheveningen, Heiligendamm und deutschem Rhein. Moderation: Jana Brechlin

Foto: dpa

Enno Bünz

16 Uhr: Der Titel klingt nach einer wirklich großen Herausforderung: „Geschichte der Stadt Leipzig. Von den Anfängen bis zur Reformation“ (Universitätsverlag). Enno Bünz hat das Buch herausgegeben – und kann viel erzählen über Politik und Alltag der Stadt. Moderation: Mario Beck

Foto: dpa

Juli Zeh

14 Uhr: Das Dorf Unterleuten gibt es nicht. Doch was Juli Zeh in ihrem Roman „Unterleuten“ (Luchterhand) beschreibt, trifft die Fragen der Zeit, Fragen nach Moral, Glauben ... Und ob die Flucht aufs Land die Städter wirklich sich selbst näher bringt. Moderation: Peter Korfmacher

Foto: Thomas Müller

Lars Niedereichholz

11.30 Uhr: Lars Niedereichholz ist die eine Hälfte des Comedy-Duos Mundstuhl. In seinem Roman „Mofaheld“ (Rowohlt) geht es in die 80er. Im Haus der Eltern findet Marc seine alte Schatzkiste, gefüllt mit Konzertkarten, Mixkassetten, Briefen – und einem Batikhalstuch. Moderation: Kerstin Decker

Foto: dpa

Klüpfel (oben) & Kobr

15.30 Uhr: Diesmal ist es kein Kommissar-Kluftinger-Krimi. Das AutorenDuo Volker Klüpfel & Michael Kobr erinnert sich an 15 Stunden Fahrt ohne Klimaanlage und Smartphone. So ging früher Urlaub, und: „In der ersten Reihe sieht man Meer“ (Droemer). Moderation: André Böhmer

Thea Dorn

12 Uhr: In ihrem Roman „Die Unglückseligen“ (Knaus) schreibt Thea Dorn über die Sehnsucht nach Unsterblichkeit, verbunden mit einer gewissen Alterslosigkeit. Die Autorin zieht in die Extreme moderner Biomedizin wie in die romantische Seele. Moderation: Andreas Debski

Foto: André Kempner

Foto: dpa Foto: Frank Eidel

Thomas Glavinic

13.30 Uhr: Es geht Thomas Glavinic in „Der Jonas-Komplex“ (S. Fischer) um nicht weniger als die Fragen: Wer will ich sein? Und habe ich den Mut, die richtigen Entscheidungen dafür zu treffen? Wirklichkeit trifft auf die Sehnsucht nach dem Anderem. Moderation: Mathias Wöbking

Foto: dpa

Vince Ebert

15 Uhr: In Beziehungen, beim Wetter oder in der Bundesliga gibt es Dinge, die sich nicht vorhersagen lassen. Ist das wirklich so schlimm? Vince Ebert antwortet mit „Unberechenbar. Warum das Leben zu komplex ist, um es perfekt zu planen“ (Rowohlt). Moderation: Armin Görtz

Schorsch Kamerun

11.30 Uhr: Schorsch Kamerun, Sänger der Band Die Goldenen Zitronen, erzählt in seinem autobiographischen Buch „Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens“ (Ullstein) von rauschhaften Experimenten in einem rasenden Leben. Moderation: Mathias Wöbking

Foto: dpa

Abbas Khider

13 Uhr: Als Karim von der Ladefläche eines Transporters springt, glaubt er in Frankreich zu sein. Bis dorthin hat er für seine Flucht aus dem Irak bezahlt. Doch er ist in der bayerischen Provinz gelandet. Abbas Khider erzählt in „Ohrfeige“ (Hanser) vom Nichtankommen. Moderation: Jana Brechlin

Foto:Christian Werner

Holm Friebe & Philipp Albers

11 Uhr: Schriftsteller, Journalisten und Künstler imitieren einen Romananfang. Wer fälscht am besten und wird für das Original gehalten? Darum geht es in „Mimikry – Das Spiel des Lesens“ (Blumenbar) das Holm Friebe und Philipp Albers vorstellen. Moderation: Andreas Debski

Holger Arning

Andreas Schmidt-Schaller

14.30 Uhr: Jahrzehntelang schauen wir Andreas Schmidt-Schaller nun schon ins Gesicht und beim Ermitteln über die Schulter. Was ihn beschäftigt, wie er die Welt sieht, erfahren wir in „Klare Ansage. Bekundungen und Bekenntnisse“ (Verlag neues leben). Moderation: Norbert Wehrstedt

Uwe Krüger

Foto: André Kempner Foto: Thomas Bär

13 Uhr: Clemens Meyer & Claudius Nießen haben es getan: Ein Jahr lang haben sie alte VHS-Archive geplündert, DVDSammlungen zerlegt, ihr Sozialleben vernachlässigt und sich durch einen Berg seltsamer Filme geschaut, zum Beispiel „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Blindman – Der Vollstre-

Clemens Meyer (l.) & Claudius Nießen

15 Uhr: Man braucht kein „Lügenpresse“-Gebrüll, um zu bemerken, dass sich Menschen und Medien schon mal besser verstanden haben. In „Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen“ (C.H. Beck) befasst sich Uwe Krüger mit den Hintergründen einer Beziehungskrise. Moderation: Dimo Rieß

Foto: Tanja Kernweiss

14 Uhr: Reich illustriert und spannend geschrieben, erzählt der Band „Hundert Katholikentage. Von Mainz 1848 bis Leipzig 2016“ (WGB) von Holger Arning die Geschichte von der ersten Delegiertentagung der katholischen Verbände bis zum Hundertsten in Leipzig. Moderation: Ulrich Milde

Foto: dpa

Foto: dpa

Jürgen Kleindienst (l.) & Mark Daniel

Daniel & Jürgen Kleindienst ist die Antwort auf Holger Witzels „Schnauze Wessi“ und eine mal muntere, mal provozierende Bestandsaufnahme. Manchmal ist es sogar eine heimliche Liebeserklärung, aber es kann sein, dass das die Beschriebenen nicht merken. Moderation: Norbert Wehrstedt

Foto: Bernd Roeder

Foto: Marcel d‘Avis

13.30 Uhr: Sie sind Kanzler, sie sind Präsident, und sie sind angekommen: die Ostdeutschen. Manche von ihnen schauen aber immer noch als dauerbeleidigte Halberstädter Würstchen aus der Dose – und träumen von neuen Grenzzäunen. „Schnauze Ossi!“ (Gütersloher Verlagshaus) von Mark

Foto: privat

Christoph Türcke

11 Uhr: „Lehrer? Deren Zeit ist vorbei.“ So lässt Christoph Türcke sein Buch „Lehrerdämmerung“ (C.H. Beck) beginnen. Der Philosoph blickt darin hinter den schönen Schein der neuen Lernkultur, die aus Bildung ein Kompetenz-Portfolio macht und Verwirrung stiftet. Moderation: Jürgen Kleindienst

Foto: Robert Allertz

Foto: Ekko von Schwichow

Sonntag, 20. März

Kristina Schilke

cker“, „Ein Zombie hing am Glockenseil“, „Agenten sterben einsam“ oder „Surf Nazis Must Die“. Das Buch „Zwei Himmelhunde – Irre Filme, die man besser liest“ (Voland & Quist) ist ein Stück Selbsterfahrungsliteratur unter verschärften Bedingungen. Moderation: Norbert Wehrstedt 15.30 Uhr: Geboren ist Kristina Schilke in Russland. 1994 wanderte sie in den Bayerischen Wald aus, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. In „Elefanten treffen“ (Piper) geht es um Versehrte und Mutige, Spinner und Träumer – in schönen und wahren Geschichten. Moderation: Gina Apitz


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Bücherwelten

„Leipzig liest“-Tipps

Aus dem Programm vom Sonnabend Ab 10.30 präsentieren mitteldeutsche Verlage bei Hugendubel im Halbstundentakt ihre Autoren und Neuerscheinungen (Petersstraße 12–14)

19 Uhr: Der Tod vergisst nie, mit Andreas Hultberg; Tapetenwerk, Schoener und Panzer Architekten, Haus F (Lützner Str. 91)

17 Uhr: 23. Leipziger Europaforum: Schaffen wir das, Europa? Die EU und die Flüchtlingsfrage, Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6)

19 Uhr: Vorsicht Volk! – Über Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen + Co, mit Markus Liske und Manja Präkels; Conne Island (Koburger Str. 3)

17 Uhr: 10 Jahre „Poesiealbum neu“, die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. feiert mit Barbara Schaffeld, Stefan Kabisch, Esther Ackermann, Ulrich Schacht und Ralph Grüneberger; Gohliser Schlößchen (Menckestr. 23)

19 Uhr: Hitlers Kunsthändler. Hildebrand Gurlitt 1895–1956, mit Meike Hoffmann und Nicola Kuhn; Museum der bildenden Künste (Katharinenstraße 10)

17 Uhr: Boy, mit Wytske Versteeg; Haus des Buches (Gerichtsweg 28)

19 Uhr: Wolfgang Hilbig Leipzig-Plagwitz: Abfahrt und Ankunft, Treppenhauslesung (Diakonissenstraße 2)

18 Uhr: Poesie aus dem Baltikum, mit Inga Gaile, Mindaugas Nastaravicius, Indre Valantinaite und Arvis Viguls; naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46) 18 Uhr: Geteiltes Vergnügen, mit Johanna Adorján; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 18 Uhr: MDR Sputnik LitPop 2016, Literaturparty mit Lesungen, Konzerten, DJs, Poetry-Slam-Show; Neues Rathaus (Martin-Luther-Ring 4–6) 18 Uhr: Nonnen, Nubier, Nackedeis, mit Christian Bosse und Ulrike Gastmann; Café Telegraph (Dittrichring 18–20) 18 Uhr: Integration, aber wie?, mit Christian Jakob, Constantin Schreiber, Düzen Tekkal und Sonja Brogiato; Alte Nikolaischule (Nikolaikirchhof 2) 18 Uhr: Große Heyne-Fantasy-Nacht, mit Bernhard Hennen, Peter V. Brett, T. S. Orgel und Carolin Wah; Bahnhofsbuchhandlung Ludwig (Querbahnsteig) 18 Uhr: Mein Gewicht und ich, mit Elena Uhlig; Höfe am Brühl (Brühl 1) 18.30 Uhr: Fischer Krimi Abend, mit Mark Roderick, Arno Strobel und Klaus-Peter Wolf; Moritzbastei, Veranstaltungstonne (Universitätsstr. 9) 18.30 Uhr: Die Erziehung des Mannes, mit Michael Kumpfmüller; Apothekenmuseum (Thomaskirchhof 12) 18.30 Uhr: Macht, mit Karen Duve; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1) 18.30 Uhr: Jenseits aller Grenzen – Auf den Spuren des großen Abenteurers Ibn Battuta durch die Welt des Islam, mit Erich Follath; Grassi Museum (Johannisplatz 5–11) 19 Uhr: Ich scheiß auf Winkel, mit Detlef Steves; Obi Baumarkt (Brandenburger Str. 21) 19 Uhr: Vom Ende der Einsamkeit, mit Benedict Wells; Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon (Karl-Heine-Str. 50) Anzeige

19 Uhr: Lese-Abend der Preisträger der Stiftung Joseph Breitbach, mit Raoul Schrott; Bibliotheca Albertina, Vortragssaal (Beethovenstr. 6) 19 Uhr: Ich bin mit dem Monster geschwommen + An Land, der schwedische Sänger und Lyriker Johan Holmlund präsentiert seine ersten zwei Gedichtsammlungen auf Deutsch; Gohliser Schlößchen (Menckestr. 23) 19 Uhr: Tioncalai, mit Esther-Maria Herenz; Horns Erben (Arndtstraße 33) 19 Uhr: Wachsende Unsicherheit! Herbeigeredete Unsicherheit?, mit Anzeige

RAOUL SCHROTT LESE-ABEND

des Breitbach-Preisträgers Moderator: Michael Hametner 19. März 2016 19.00 Uhr – Eintritt frei Universitäts-Bibliothek Beethovenstraße 6

Kerstin Andreae, Robert Misik und Juliane Nagel; Neues Schauspiel (Lützner Str. 29) 19 Uhr: Ab heute heiße ich Margo, mit Cora Stephan; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstr. 14) 19 Uhr: Meine Tage mit Fabienne, mit Hubertus Meyer-Burckhardt; Modeatelier Timjuri (Tschaikowskistr. 2, Zugang Jahnallee) 19 Uhr: Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute, mit Patrick Salmen; Café Puschkin (Karl-Liebknecht-Str. 74) 19 Uhr: Der Überläufer: ein unveröffentlichter Roman von Siegfried Lenz; Deutsche Nationalbibliothek (Deutscher Platz 1) 19 Uhr: Flutch! – Der große Abend mit flämischen und niederländischen Autoren mit Virtual Reality Installation Literarischem Speeddating, Show, Lesung und Gesprächen; Schauspielhaus (Bosestraße 1)

Der Schriftsteller Wolf Schmid las schon im Vorjahr in der Kneipe „Dr. Seltsam“ aus seinem Fahrradkurier-Roman „Pedalpilot Doppel-Zwo“, erschienen im noch jungen Leipziger Liesmich Verlag. Am 19. März ist er mit diesem Buch wieder dort: 21 Uhr (Merse19.30 Uhr: Henry James. Wiederentdeckung zu seinem 100. Todestag, mit Verena Auffermann; Bibliotheca Albertina, Fürstenzimmer (Beethovenstraße 6) 19.30 Uhr: El intenso calor de la luna / Mondhitze, Konzertlesung mit Gioconda Belli und Grupo Sal Duo; EvangelischReformierte Kirche (Tröndlinring 7) 19.30 Uhr: 1001 Nacht. Das glückliche Ende, mit Claudia Ott; Grassi Museum, Pfeilerhalle (Johannisplatz 5–11) 19.30 Uhr: Faust 3D – Oder: Wer hält denn da die Hand auf?, traditionellen Leseabend der 42er Autoren; Lofft (Lindenauer Markt 21) 19.30 Uhr: Weit über das Land, mit Peter Stamm; Haus des Buches (Gerichtsweg 28) 19.30 Uhr: Drei Liter Tod – Mein Leben im Krematorium, mit Juliane Uhl; Südfriedhof, Westkapelle (Prager Straße 210) 19.30 Uhr: Du Miststück – Meine Depression und ich, mit Alexander Wendt; Canito (Gottschedstr. 13) 19.30 Uhr: Hörbibliothek der Zeitgeschichte: Das Kahlschlag-Plenum. Die 11. Tagung des ZK der SED 1965; BStU-Außenstelle (Dittrichring 24) 20 Uhr: Poetry-Show mit Magdeburger Autoren; Noch besser Leben (Merseburger Str. 25) 20 Uhr: Migrantenstadl, mit Imad Mustafa und Tunay Önder; Haus der Demokratie (Bernhard-Göring-Str. 152) 20 Uhr: Der arabische (Alb-)Traum. Aufstand ohne Ziel, mit Anne-Béatrice Clasmann; Grassi Museum (Johannisplatz 5–11) 20 Uhr: Teil der Bewegung. Lyrik an Musik, mit Breyger, Böhme, Cotten, Hefter, Preiwuß, Schloyer, Traxter, Trompeter, Unger; Hochschule für Grafik und Buchkunst (Wächterstr. 11) 20 Uhr: Warum Hitler King Kong liebte, aber den Deutschen Micky Maus verbot, mit Volker Koop; Luru-Kino, Halle 18 (Spinnereistr. 7) 20 Uhr: niemerlang (15), mit Lyrik, Prosa, Drama, Carl-Christian Elze und anderen; Café Tunichtgut (Kolonnadenstraße 5/7) 20 Uhr: Balkan-Nacht, mit Liliana Corobca (Rumänien), Virion Graci (Albanien), Dana Grigorcea (Schweiz), Jonathan Huston (Liechtenstein), Ulrich Ladurner (Italien/Deutschland), Andrej Nikolaidis (Montenegro), Stevan Tontić (Serbien), Boštjan Videmšek (Slowenien), Marina Vujčić (Kroatien); UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Str. 12a) 20 Uhr: Große skandinavische Kriminacht, mit Cilla + Rolf Börjlind, Gard

burger Straße 25). Zuvor ist Schmid am 17. März (20 Uhr) bei Rotor Bikes zu erleben (Erich-Zeigner-Allee 64) sowie am 18. März (20 Uhr) bei Rad3 (ErichKöhn-Straße 63B). Auf der Buchmesse ist Liesmich in Halle 5 zu finden, am Stand 504. Foto: dpa

Sveen und Helene Tursten; Chocolate (Barfußgäßchen 12) 20 Uhr: Zwischen Wladiwostok und Berlin: Performance-Lesung mit Nancy Aris und Lutz Rathenow; Galerie ARTAe (Gohliser Str. 3) 20 Uhr: KrimiLounge aus dem studio 3, mit Eva Almstädt, Alexandra Kui und Andreas M. Strum; studio3 (FriedrichList-Platz 1) 20 Uhr: Wie wir leben wollen – Texte für Solidarität und Freiheit, mit Heike Geißler, Inger-Maria Mahlke, Senthuran Varatharajah und Heinz Helle ; Alte Nikolaischule (Nikolaikirchhof 2) 20 Uhr: Wir dichten und erzählen uns um Kopf und Kragen, Schweizer Abend mit Nora Gomringer und Monique Schwitter; Tangomanie (Hans-PoecheStraße 2–4) 20 Uhr: Eine Abrechnung. Die Wahrheit über Adolf Hitlers „Mein Kampf“, mit Matthias Kessler; Stadtbibliothek, Grassisaal (Wilhelm-Leuschner-Platz 10) 20 Uhr: Buchpräsentation der neuen Ausgabe von „die horen“, mit Regula Venske, Josef Haslinger und Omar Hazek; Haus des Buches (Gerichtsweg 28) 20 Uhr: Jenseits der Grenzen/Beyond the Borders, mit Jan Zychlinski; Tapetenwerk, Studio B03, Haus B (Lützner Str. 91) 20 Uhr: City on Fire, mit Garth Risk Hallberg; naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46) 20 Uhr: Der Jonas-Komplex, mit Thomas Glavinic; Connewitzer Verlagsbuchhandlung (Schuhmachergäßchen 4) 20 Uhr: „Unsichtbare Wunden“ – Was lässt sich gegen Mobbing und (versteckAnzeige

2016

17 Uhr: Anna und Froga, mit Matthias Wieland im Rahmen des dreitägigen Comic- und Siebdruckfestival „The Millionaires Club“, das parallel zur Buchmesse statt indet. Im Neubau der GfZK und auf dem Platz davor stellen am Wochenende internationale Gäste ihre Arbeiten vor; Galerie für Zeitgenössische Kunst (Karl-Tauchnitz-Str. 9–11)

19 Uhr: Zombie Wars, mit Aleksandar Hemon; naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46)

Schweizer Abend in der Tangomanie Sa. 19. März 2016, 20 Uhr Eintritt frei

te) Gewalt an Schulen tun?; Mendelssohn-Haus/Gartenhaus (Goldschmidtstraße 12) 20 Uhr: Das Traumbuch, mit Nina George; Schille Theaterhaus (OttoSchill-Straße 7) 20 Uhr: Ein Deutsches Tagebuch, mit Stefan Chwin; Polnisches Institut (Markt 10) 20 Uhr: Release Lesung und Party, mit Bettina Wilpert, Sebastian Weirauch. Katherin Bryla, Johanna Maxl; Deutsches Literaturinstitut (Wächterstr. 34)

20.15 Uhr: Böse Leute, mit Dora Heldt; Lehmanns Media (Grimmaische Str. 10) 20.15 Uhr: Das Seehaus, mit Kate Morton und Esther Schweins; Hugendubel, (Petersstr. 12-14) 20.15 Uhr: Übersetzernacht; Leipziger Literaturverlag (Brockhausstr. 56) 20.30 Uhr: Für immer und jetzt, mit Michaela Vieser und Irmela Schautz; Café Grundmann (August-Bebel-Str. 2) 20.30 Uhr: Die Engadiner Autorin Leta Semadeni liest aus „Tamangur“, ausgezeichnet mit dem Schweizer Literaturpreis; Altes Rathaus, Festsaal, (Markt 1) 20.30 Uhr: 180 Grad Meer, mit Sarah Kuttner; Moritzbastei, Veranstaltungstonne (Universitätsstraße 9) 20.30 Uhr: Heiteres zur Nacht: Der Nikolaischüler Richard Wagner und sein Schauerstück „Leubald“; Café Wagner (Richard-Wagner-Platz 1) 21 Uhr: Deutschland einig Lachland. Ein humoristischer Reiseführer, mit Peter Ufer; Centralkabarett (Markt 9) 21 Uhr: Vom Versuch, einen Glücksgott loszuwerden; Café Waldi (Peterssteinweg 10) 21 Uhr: Love Bites – Die erotische Verlagsrevue; Passage Kinos (Hainstraße 19a) 21 Uhr: Flutch! Literarisches Speeddating; Schauspielhaus, Baustelle (Bosestraße 1) 21 Uhr: Offene Bühne – Lesung junger Autoren; Horns Erben (Arndtstraße 33) 21 Uhr: Schnauze Ossi! Zwei Wessis pöbeln zurück, mit Mark Daniel und Jürgen Kleindienst; Tapetenwerk, Werkskantine, Haus A ( Lützener Str. 91) 21 Uhr: Martin Bieri und Fitzgerald + Rimini: Europa / Grand Tour; Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Str. 50) 21 Uhr: Babys machen und andere Storys; mit Laurie Penny; naTo (Karl-Liebknecht-Straße 46) 21 Uhr: Der Bahnhof von Plön, mit Christopher Ecker; Café Telegraph (Dittrichring 18–20) 21 Uhr: Russland meschugge, mit Filipp Piatov; Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstraße 14) 21.30 Uhr: Der Mann, der das Glück bringt, mit Catalin Dorian Florescu; Alte Handelsbörse (Naschmarkt 1) 22 Uhr: Träume und Magie der Freiheit in Europa seit 1989, mit István Kemény, György Dragomán und Orsolya Kalász; naTo (Karl-Liebknecht-Straße 46) 23.30 Uhr: Die Pop-Texte-Transformationsshow, mit mit Michael Gratz, Martina Lisa, Robert Mießner und Alexander Pehlemann; naTo (Karl-Liebknecht-Straße 46)


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

19

„Leipzig liest“-Tipps

Aus dem Programm vom Sonntag 13 Uhr: Reise durch die Bücherwelt – Annäherung zwischen Orient und Okzident im Kinderbuch? Vorstellung von illustrierten und übersetzten Kinderbüchern, mit Mona Ragy Enayat; AusbildBar (Halle 5/ Stand E507)

18 Uhr: Nettsein ist auch keine Lösung, mit Harald Martenstein; Centralkabarett, Blauer Salon (Markt 9)

13.30 Uhr: Goodbye Gender, mit Steff Urgast; Leseinsel Junge Verlage (Halle 5/ Stand G200)

19 Uhr: Flügel auf Reisen. Die auf den Tasten tanzt, mit Rafael LUKJANIK und Ann-Helena Schlüter; Poniatowski Polski Bar (Kreuzstraße 15)

18 Uhr: Weiber, Wodka, Vulgarismen, mit Christian Bosse und Ulrike Gastmann; Vodkaria (Gottschedsraße 15)

13.30 Uhr: So einfach! – Zeichnen, drucken und schreiben (ab 5 Jahren); Bleilaus Verlag (Halle 2/ Stand G302)

19 Uhr: Robert Frank: Books and Films, 1947–2016, mit Alex Rühle, Gerhard Steidl; Baumwollspinnerei, HALLE 14 (Spinnereistr. 7)

13.30 Uhr: Mit Self-Publishing zum eigenen Buch – Autoren plaudern aus dem Nähkästchen, Fantasy- und Fiction-Autorin Laura Newman; Books on Demand (Halle 5/ Stand D300)

19.30 Uhr: CRIME+WINE, mit Rainer Breuer und Ursula Dahm; Wein Galerie (Dufourstr. 28), Anmeldung: Tel. 0341 21585697

13.30 Uhr: Shirin – Ich bleibe eine Tochter des Lichts, mit Alexandra Cavelius, Forum International + Übersetzerzentrum (Halle 4/ Stand C500)

20 Uhr: fhl KurzKrimiNacht – Ein mörderischer Messeausklang, mit Traude Engelmann, Jan Flieger, Patricia Holland Moritz, Mandy Kämpf, Anne Mehlhorn, Mario Schubert, Andreas M. Sturm; Shakunda im Stern (Karl-Liebknecht-Str. 102)

13.30 Uhr Liebesleben Leseperformance; Forum Literatur (Halle 5/ Stand K600) 13.30 Uhr: Wie entsteht ein eigenes Buch?, Claudius Nießen stellt sich den Fragen der Buchkinder und Bleiläuse; Jurte (Halle 2/ Stand G307) 14 Uhr: Instrumentenkarussell – Orchester-Instrumente zum Anfassen und Ausprobieren, mit Musikern des MDR Sinfonieorchesters; Musikzimmer (Halle 4/ Stand A500) 14 Uhr: Alexander Dorin: Srebrenica wie es wirklich war, Forum Literatur „buch aktuell“ (Halle 3/ Stand E401) 14 Uhr: Kleine Helden im Wald, mit Matthias Meyer-Göllner; Lesebude 2 (Halle 2/ Stand F601) 14 Uhr: Das Leben des Sitting Bull, mit Frank Elstner und Erik Lorenz; Forum Literatur (Halle 5/ Stand K600) 14 Uhr: Animes in Concert – Vorstellung und Sneak Preview; mit unloved, Kai von Klitzing; Große Bühne (Halle 1/ Stand J400) 14 Uhr: Gläserner Übersetzer, Live-Übersetzung (Norwegisch – Deutsch) aus dem Hauptwerk von Amalie Skram „Hellemyrsfolket“; Forum International und Übersetzerzentrum (Halle 4/ Stand C500) 14 Uhr: Clara und Robert Schumann: Braut- und Ehebriefwechsel, Gesprächskonzert mit Lesung aus Anlass der vierbändigen Ausgabe; Musikcafé (Halle 4/ Stand A401) 14 Uhr: Emil Sillanpää: Hiltu und Ragnar, Finnischer Klassiker und einziger Literaturnobelpreisträger neu entdeckt im Guggolz-Verlag; Nordisches Forum (Halle 4/ Stand D300)

Gelesen, diskutiert und zugehört wird von 10 bis 18 Uhr auch auf dem Messegelände – in den Foren, Cafés und Lesebuden oder wie hier im Vorjahr beim Projekt „Auftritt Schweiz“. Foto: Leipziger Messe GmbH / Uli Koch 14 Uhr: Eine Geschichte der Kunst in Ostmitteleuropa; Forum OstSüdOst (Halle 4/ Stand E505)

15.30 Uhr: Fassadenflucht + Stimmwirbel - Politik + Hoffnung – Lyrik zum Anfassen; Leseinsel Junge Verlage (Halle 5/ Stand G200)

14 Uhr: Der Mond, mit Joachim Kalka; Forum „Die Unabhängigen“ (Halle 5/ Stand H309) 14 Uhr: Der Islam – Eine Bedrohung oder eine Quelle für den Frieden?; Leseinsel Religion (Halle 3/ Stand A200) 14Uhr: Mein Lieb, mein Leid – Chansons und Biographisches von Jacques Brel; Ring-Café (Roßplatz 8) 15 Uhr: Morgen ist leider auch noch ein Tag, mit Tobi Katze; academixer Keller (Kupfergasse 2) 15 Uhr: Hip Hop, Hund und Herzgehüpfe – Mein Leben als Zwilling, mit Karen-Susan Fessel; Lesebude 1 (Halle 2/ Stand F315) 15 Uhr: Schreiben über Krieg und Flucht – Flüchtlinge in Deutschland suchen Wege, ihre Erfahrungen literarisch zu verarbeiten; Café Europa (Halle 4/ Stand E401) 15 Uhr: Erkläranlage, mit Karsten Lampe; Leseinsel Junge Verlage (Halle 5/ Stand G200) 15 Uhr: Pegida. Eine Empörungsbewegung, mit Frank Richter und Hans Vorländer, Forum Kinder-Jugend-Bildung (Halle 2/ Stand A501, B502)

16 Uhr: Vorsicht Volk! – Über Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen + Co, mit Markus Liske und Manja Präkels; Forum Sachbuch (Halle 5/ Stand C200) 16 Uhr: Poesie im Spiel der Sprachen – russischsprachige Lyrik in Wortspielen; Café Europa (Halle 4/ Stand E401) 16 Uhr: Katharina – die starke Frau an Luthers Seite, mit Eleonore Dehnerdt; Leseinsel Religion (Halle 3/Stand A200) 16.15 Uhr: Was ist Cosplay?; Schwarzes Sofa (Halle 1/ Stand A401, C400) 16.30 Uhr: Aufgeben ist keine Lösung. Außer bei Paketen, mit Quichotte und Patrick Salmen; Leseinsel Junge Verlage (Halle 5/ Stand G200) 16.30 Uhr: Wie ich den Krieg erlebte – Eine Geschichte in Briefen, mit Reiner David; Forum Sachbuch (Halle 5/ Stand C200) 17 Uhr: Die Abenteuer des Flohs Klaus und Streifenfell und die große Wanderung, mit Dietmar Ostwald; Lese-Treff (Halle 2/ Stand G501) 17 Uhr: Französisches Denken, Thomasius-Club mit Vincent Wroblewsky, Bettina Kremberg und Ulrich Johannes

Schneider; Bibliotheca Albertina (Cafe Alibi, Beethovenstraße 6) 17 Uhr: Hexe Wawu und der verschwundene Traumbesen; Lesebude 2 (Halle 2/ Stand F601)

20 Uhr: Nacht der Lesebühnen, mit Ahne, André Herrmann, Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky; UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Str. 12a)

Initiative „Literatur statt Brandsätze“

17.30 Uhr: Anno Salvatio, mit Tom Daut; Leseinsel Fantasy (Halle 2/ Stand H309)

Mit ihrer Aktion Literatur statt Brandsätze wollen Sächsische Autoren und Kulturschaffende menschenverachtende Gedanken und Taten nicht länger sprachlos hinnehmen. Sie haben die Initiative ins Leben gerufen, um mit Lesungen in strukturschwachen Regionen ein Dialogangebot zu schaffen und zu Empathie und demokratischer Haltung zu ermutigen. „Dabei dürfen wir nicht nur auf politische oder institutionelle Hilfe warten“, sagen die Initiatorinnen, „Es gibt vielerlei unbewältigte Probleme im ganzen Land, die zur Zeit aufbrechen – und eine spezielle Lage im Bundesland Sachsen.“ Am Buchmessesonntag präsentieren Kerstin Hensel, Anna Kaleri und Susanne Tenzler-Heusler das Projekt: 16.30 Uhr, Forum Literatur (Halle 5/ Stand K600)

17.30 Uhr: Schwarzesmarken Folge 1 (OmU), Filmvorführung, Anime-Kino

➦www.literatur-statt-brandsaetze.de

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Srebrenica Unterdrückte Tatsachen über die an Serben begangenen Massaker 1992–1995

Vortrag von

Alexander Dorin Leipziger Buchmesse 20. März, 14 Uhr

17 Uhr: Die Greifen-Saga, mit C. M. Spoerri; Leseinsel Fantasy (Halle 2/ Stand H309) 17 Uhr: One Punch Man Folge 1 (OmU), Filmvorführung; Anime-Kino

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Lehmanns Familienlesesonntag

Son n 20.3 tag .201 13-1 6 8 Uh r

Autorenlesungen, Gespräche und Signierstunden für Kinder und Jugendliche mit:

Lesung & Gesrpäch mit Rita Falk, Stefan Valentin Müller und den Jungautorinnen der neuen »Secrets«-Reihe

Autorenlesung mit Amanda Koch: »Sternenwelt«

Autorenlesung mit Andrea Schomburg: »Wilde Typen«

Autorenlesung mit Stefanie Gerstenberger und Marta Martin: »Zwei wie Zucker und Zimt«

Weitere Infos und Tickets zu diesen und weiteren Veranstaltungen unter www.lehmanns.de/leipzig | Der Eintritt zum Familienlesesonntag ist für Kinder und Jugendliche frei (Erwachsene 3 €). Bitte beachten Sie unser komplettes Buchmesseprogramm unter www.lehmanns.de/leipzig, u.a. mit den Bestsellerautoren Dominique Horwitz, Manuel Andrack und Dora Heldt. Buchhandlung Lehmanns Media | Grimmaische Str. 10 | 04109 Leipzig | Tel. 0341-3397500-0| E-Mail: leipzig@lehmanns.de


20

Bücherwelten

Zeit & Geist

Flucht, Migration und Heimat sind die Themen des europäischen Netzwerks für Literatur und Bücher: Traduki. Insgesamt 28 Autoren stellen an den vier Messetagen ihre Geschichten über Väter und Vaterländer, Herkunft und Heimat oder Freundschaft und Flucht vor. Die Programmreihe gibt es seit 2009, zu den Höhepunkten in diesem Jahr gehören die drei Abendveranstaltungen „Vaters Land“, „Auge und Auge, Wort für Wort“ sowie die Balkan-Nacht. Das Gespräch über „Vaters Land“ findet am 17. März im theater.FACT statt; junge Schriftsteller aus den sieben Nachfolgestaaten sprechen über ihre Beziehung zu Jugoslawien (20.30 Uhr, Barthels Hof, Hainstraße 1). „Auge und Auge, Wort für Wort“ heißt es am 18. März im UT Connewitz, wenn es darum geht, ob und wie mit den Mitteln der Kultur der Dialog erneuert und Vertrauen wiedergefunden werden kann (19.30 Uhr, Wolfgang-Heinze-Straße 12a). Ebenfalls im UT Connewitz beginnt am 19. März um 20 Uhr die Balkannacht – mit Belletristik und Lyrik aus Südosteuropa und mit Musik. Veranstaltungen finden z imWeitere Traduki-Südosteuropa-Forum (Halle 4/ Stand D507) oder im Forum OstSüdOst (Halle 4/ Stand E505) statt. www.leipzig-liest.de

Stimmen im Denk-Raum „Europa21. Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen“ heißt ein Programmschwerpunkt, der in diesem Jahr den Länderschwerpunkt ersetzt. BuchmesseDirektor Oliver Zille sieht die Messe als „idealen Ort“, über den Umgang mit Geflüchteten und Migrationsbewegungen sowie die Integration von Zuwanderern zu debattieren. „Nur auf der Basis von Kenntnis, Verständnis und Engagement können wir gemeinsame Perspektiven entwickeln: für ein solidarisches Europa und eine zukunftsfähige Gesellschaft“, sagt Joachim Rogall, Geschäftsführer der mitveranstaltenden Robert Bosch Stiftung. „Europa21“ lässt in sechs Diskussionsrunden im Café Europa (Halle 4/ Stand E401) Intellektuelle und Künstler aus Deutschland, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz, Serbien und Syrien zu Wort kommen. Um das Thema „Sprachkunst: Wer erzählt wie von wem – Literatur und Verantwortung“ geht es beispielsweise am 19. März (12 bis 13 Uhr). Zudem sind die Geschichten und Erfahrungen Asylsuchender während der Messetage von 10 bis 18 Uhr an Hörstationen im Eingangsbereich der Glashalle zu hören.

UV-Lesung im Westflügel

Foto: Wolfgang Zeyen

Traduki: Tradition des Dialogs

Kurz Wolffs Zimmer Es ist viel passiert, seit „Die Unabhängigen“ vor einem Jahr ihr Forum in Halle 5 (Foto) bezogen haben, als Nachmieter des „Berliner Zimmers“ sozusagen. Die in Leipzig ansässige Kurt Wolff Stiftung bietet – gemeinsam mit der Buchmesse und in Hörweite zur traditionellen Leseinsel „Junge Verlage“ – dort viel Raum für Autoren unabhängiger Verlage. Einer von ihnen, Frank Witzel, hat im Oktober den Deutschen Buchpreis gewonnen für seinen Roman „Die Erfindung

der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“, der bei Matthes & Seitz erschienen ist. Ein anderer, Guntram Vesper, ist mit „Frohburg“ (Schöffling & Co.) nun für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Am 18. März, 13 Uhr, wird der Kurt Wolff Preis verliehen – er geht an den Ch. Links Verlag (Hauptpreis) sowie den Verlag Vorwerk 8 (Förderpreis). Neu im Forum „Die Unabhängigen“ ist der Buchhandelstreff am

18. März um 17 Uhr. Eine halbe Stunde vorher beginnt, auch das ist neu, das Voting für die „Hotlist“ der besten Bücher des Jahres, die in unabhängigen Verlagen erschienen sind. Ansonsten lesen an allen vier Tagen jeweils ab 10.30 Uhr Autoren wie Gert Heidenreich und David Wagner oder wird der neue Band der Zeitschrift „Die Horen“ vorgestellt: „Hinauf in das winzige Zelt von Blau. Writers in Prison“. Das komplette Programm gibt‘s am Stand. (Halle 5/ H309)

Bereits zum siebten Mal findet „UV – die Lesung der unabhängigen Verlage“ am Buchmessefreitag im Westflügel statt. Café und Saal werden zur Bühne, wenn in sechs Runden bis Mitternacht 18 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Lyrik, Erzählungen und Romane vorstellen. So sind zum Auftakt im Saal Babet Mader („Dialoge“, Open House Verlag), Marion Brasch („Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“, Voland & Quist) und Heike Geißler („Saisonarbeit“, Spector Books) zu erleben, lesen im Café Anna Hetzer („Zwischen den prasselnden Punkten“, Verlagshaus Berlin), Hellmuth Opitz („Die Dunkelheit knistert wie Kandis“, Pendragon Verlag) und Anne Seidel („Chlebnikov weint“, poetenladen). In den weiteren Runden kommen neben vielen anderen Thomas Podhostnik, Ines Geipel und Andrea Fischer Schulthess zu Wort. Organisiert wird das alles vom 2014 gegründeten UV – die Lesung der unabhängigen Verlage e.V., unterstützt von der Kulturstiftung Sachsen und der Leipziger Buchmesse. 18. März, 20 Uhr, Westflügel, z Hähnelstr. 27, Eintritt: 7/5 Euro; Infos: www.uvlesung.de

„FLUTCH!“ im Schauspiel Flandern und die Niederlande sind im Oktober Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse, stellen sich aber schon jetzt in Leipzig vor. Bis Sonntag sind nahezu alle Literaturgenres vertreten. Höhepunkt ist „FLUTCH!“ am 19. März – ein langer Abend mit 13 flämischen und niederländischen Autorenen im Schauspiel, unter ihnen Leon de Winter und Saskia DeCoster. Neben Lesungen auf der Großen Bühne (ab 19 Uhr) gibt es in der Baustelle im Erdgeschoss Literarisches Speeddating (19 und 21 Uhr).

z Schauspiel, Bosestraße 1

Zeitzeugen und Aktivisten An zwei Abenden stellt der Europa Verlag im Haus der Demokratie seine Neuerscheinungen vor: Am 18. März (17.30 bis 18.30 Uhr) ist Heide Scherer mit dem von ihr herausgegebenen Buch „Wer Beine hat, der laufe. Geschichten von deutscher Flucht und Vertreibung“ zu Gast. Sie hat Kriegsmütter und Kriegskinder nach deren Erinnerungen der Flucht im Winter 1945 befragt – es sind zum Teil letzte noch lebende Zeitzeugen, die hier berichten. Scherer öffnet in kurzen Passagen auch den Blick auf die Gegenwart, auf das Schicksal heutiger Flüchtender.

Über das vom Verein „Gesicht Zeigen!“ herausgegebene Buch „Mein Kampf – gegen Rechts“ sprechen im Anschluss (18.30 Uhr) Robert Koall, Chefdramaturg am Staatsschauspiel Dresden, Michael Kraske, Journalist und Autor sowie der Leipziger Aktivist Frank Kimmerle, Protagonist des Buches. Ihr Thema ist die drohende rechte Schieflage der gegenwärtigen Gesellschaft – auch vor dem Hintergrund der in kommentierter Ausgabe wiedererschienenen Hetzschrift „Mein Kampf“. Haus der Demokratie, z Bernhard-Göring-Straße 152

Zeitgeschichte auch für Kinder Politik und Zeitgeschehen dominiert die Veranstaltungen im Zeitgeschichtlichen Forum. Auch ein Kinderbuch wird vorgestellt: Am 18. März (15.30 Uhr) sind Autorin Kirsten Boie und der Illustrator Jan Birck mit „Bestimmt wird alles gut“ zu Gast, das gerade im Klett Kinderbuch Verlag erschienen ist (siehe Seite 25). „Wem gehört der Osten? Wer beherrscht den Osten?“, fragen um 17 Uhr Sebastian Fink, Klaus Stuttmann, Olaf Jacobs. Zeitgeschichtliches Forum, z Grimmaische Straße 6, alle Veranstaltungen und Informationen unter www.hdg.de/leipzig

Gespräche über Kunst

Aufrüttelnd, anrührend

Buchpremiere mit Matthias Weischer

Große Romane im Ariowitsch-Haus

Eine Buchpremiere gibt es am 18. März (18.30 Uhr) im Museum der bildenden Künste. Für die Reihe Ateliergespräche hat der Publizist Michael Hametner den Maler Matthias Weischer getroffen. Dessen rätselhafte Interieurs, die er inszeniert, als wären sie Bühnenbilder, haben ihn bekannt gemacht. „Auf der Bühne“ ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen, ein Porträt in Gesprächen über Talent und Glück, Kollegen und Konkurrenten, Malen und Geld, Kunst und Wissenschaft, Leidenschaft und Kunstmarkt.

zMdbK, Katharinenstraße 10

„Neue Leipziger Schule“: der Maler Matthias Weischer. Foto: Uwe Walter

„Jüdische Lebenswelten“ stehen im Zentrum der gleichnamigen Reihe im Ariowitsch-Haus. Was Ruth Landshoff-Yorck in ihren Feuilletons in den 20ern über Frauen, Männer und Lebensart schrieb, stellt Britta Jürgs am 17. März (17 Uhr) vor; „Das Mädchen mit wenig PS“ ist im Aviva Verlag erschienen. Um 19 Uhr liest Anna Mitgutsch aus ihrem Roman „Die Annäherung“ über eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. „In der freien Welt“ heißt der aufrüttelnde Roman über Israel, Palästina und eine bewegende Freundschaft, mit dem Norbert Gstrein um 21 Uhr zu Gast ist.

Grigori Kanowitsch hat mit „Kaddisch für mein Schtetl“ ein Denkmal für ein verschwundenes Stück jüdischen Lebens gesetzt, Matthias Scherwenikas stellt den Familienroman über die letzten 20 Jahre des Schtetls in Osteuropa am 18. März (17 Uhr) vor. Eine Stunde später sprechen Miranda RichmondMouillot und Ilja Richter über „Anna und Armand“. Am 19. März kommen unter anderem Johanna Adorján und Cora Stephan ins Ariowitsch-Haus. Zentrum Jüdischer Kultur, Hinrichz senstr. 14; ariowitschhaus.de


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22 Geschichten vom Schmerz Kristina Schilkes „Elefanten treffen“ Von Gina apitz

Waldesreuth ist ein idyllisches Kaff im bayerischen Wald, das auf den ersten Blick vor Langeweile strotzt. Es ist dieser Kosmos, in dem sich die Schicksale der Bewohner abspielen, die Kristina Schilke in ihrem Debüt „Elefanten treffen“ eindrücklich beschreibt. Geschichten von Menschen, die lieben, lachen, einander hassen – und sich oft fürchten. Wie in einem Spinnennetz sind die einzelnen Erzählungen miteinander verwoben. An bestimmten Punkten treffen die Protagonisten aufeinander. Das Ganze wirkt wie ein Kammerspiel, in dem jeweils eine Episode aus Sicht einer Person geschildert wird. Gleich einer neuen Szene auf einer Theaterbühne schiebt sich der nächste Darsteller ins Bild und offenbart Einblicke in sein Gefühlsleben, gibt Anekdoten aus dem Leben preis – mal nachdenkliche, mal traurige. 13 Varianten, jeweils in erzählerischer Ich-Form geschrieben. Das irritiert zwar ein wenig, verstärkt aber die Nähe zu der Person, die gerade im Blickpunkt steht. Schilkes Sprache ist schnörkellos und leicht, das Buch durchaus in einem Zug zu lesen. Man fragt sich, wie viel Selbsterlebtes in ihm steckt. Gerade bei den tragisch wirkenden Episoden: Ein Igel treibt ein junges Mädchen in den Wahnsinn; ein Junge beißt vor Wut in einen Türrahmen; einem Altenpfleger prallt beim Fußballspielen das Tor aufs Gesicht, Ärzte flicken ihn wieder zusammen. Doch seine Freundin erkennt seine Augen nicht mehr wieder. Viele der Geschichten handeln von Schmerz, sie tun schon beim Lesen weh. Bei aller Melancholie, die sich zuweilen auftut, findet sich auch eine humorvolle Komponente. Hund Plummi verliebt sich in eine Schuhputzmaschine, es gibt Leopardengeckos, die Romy und Klara heißen. Schilkes Geschichten haben keinen besonderen Höhepunkt, sie wirken eher wie zufällige Beobachtungen, lassen einen zuweilen ratlos zurück. Mitunter schrammen sie an der Grenze zur Banalität. Aber dann – zack – fällt der Vorhang und eine neue Szene beginnt. Kristina Schilke zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 20. März, 15.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Kristina Schilke: Elefanten treffen. Erzählungen. Piper Verlag; 224 Seiten, 15,99 Euro

Bücherwelten

Debüt

Braune Wolken über der Provinz Brandaktuell: Das Romandebüt „Vorhofflimmern“ des Journalisten Michael Kraske Von Karsten Kriesel

Wie weit können Menschen gehen, denen kein gesunder Menschenverstand Grenzen setzt? Dass der noch vor wenigen Jahren verbrämt am Stammtisch geraunte Hass gegen alles Fremde inzwischen wieder offen auf die Straße getragen wird, prügelnd und zündelnd, ist beängstigend. Was kommt als nächstes? Im bösesten Wortsinn brandaktuell ist das Romandebüt „Vorhofflimmern“ des mehrfach preisgekrönten Journalisten und Wahlleipzigers Michael Kraske, obwohl kein Flüchtling darin vorkommt. Stimmt nicht so ganz: Auch Leo und Andrea fliehen mit ihrem Sohn Milan, wenngleich nur aus Hamburg: Raus aus der Selbstablenkung im Hamsterrad der Großstadt, dem ständigen Vergleichs-, Leistungs-, und Modernitätsdruck. Der große Plan vom Auswandern wird aufs Realistische heruntergestuft: Aus Provence wird Provinz. Im (fiktiven) sächsischen Liebrehna hofft die Familie auf eine „Freifläche ohne Ansprüche“. Andrea wird als neue Landärztin mit Kusshand begrüßt. Leo heuert eigentlich nur als künstlerisch ambitionierter Fotograf bei der Lokalzeitung an, lernt aber schnell: „Hier macht jeder alles.“ Der 16-jährige Milan findet nach anfänglichem Maulen im gleichaltrigen David rasch einen Freund und Anschluss im alternativen Jugendclub „Rote Zora“. Doch die selbsterklärte heile Welt, wo man sich gegenseitig unter die Arme greift, wo in bierseliger Vertraulichkeit noch Fleisch auf den Grill kommt, täuscht: Milan wird von „Heimatwächtern“ durch den Ort gejagt und verprügelt. Von der Bäckersfrau bis zum Bürgermeister wiegeln alle ab, verharmlosen, sehen nicht die Hakenkreuze an den Häuserwänden, aber eine Provokation in bunt gefärbtem Haar. Schließlich fehlt nach dem Stadtfest im Bierzelt von den Jungs jede Spur. Es gibt nur eine SMS: „Hilfe Papa“. Auf den ersten Blick scheint

Ruhe vor dem Sturm? Michael Kraske sieht Gewalt aufziehen.

es, Kraske verbinde seine Arbeit literarisch mit Biografischem, auch wenn sein Umzug von West nach Ost einen besseren Ausgang nahm: 1972 in Iserlohn geboren, zog er 1992 der Liebe wegen nach Leipzig, außerdem erschien ihm ein Studium im gerade politikverwaisenden Bonn als spießig. Ostdeutschland dagegen erlebte er als freie Spielwiese, ihn faszinierte das Unfertige, der buchstäblich wilde Osten. Die Liebe von damals ist nicht mehr die aktuelle, die Liebe zu Leipzig jedoch ungebrochen: „Die Karli bei Nacht, der Cossi, Bärlauchgeruch im Frühling:

Fotos: dpa, privat

Leipzig ist Heimat und wenn jemand fragt, sage ich, ich bin Leipziger.“ Als Journalist („Die Zeit“, „Spiegel“, „taz“ und andere) ist er ein deutlicher Mahner vor Überbetonung von Heimat und Tradition: Rechtsradikalismus ist eines seiner wichtigen Themen, mit aufklärerischer Kraft schreibt er an gegen AfD und zündelnde „Asylkritik“. Als 2007 in Mügeln am Rande des Stadtfestes Nazis Hetzjagd auf eine Gruppe Inder machen, recherchiert er vor Ort: „Mügeln war ein Bruch dessen, was ich damals für vorstellbar hielt: Eine rassistisch motivierte

Jagd auf Menschen, und in der ganzen Stadt findet sich keine Instanz, die eindeutig Stellung bezieht. Diese Unempfindlichkeit gegenüber dem Leid anderer hat mich schockiert.“ Natürlich ist „Vorhofflimmern“ viel mehr als Literatur gewordene Recherche mit autobiografischen Elementen, eben nicht d a s Buch über rechte Gewalt oder d i e ostdeutsche Kleinstadt. Aussteigergeschichte, Eifersuchtsdrama, Krimi und politisches Wut-Drama verbindet Kraske in einer packenden Story, die sich auf vielen Ebenen lesen lässt. Sichtlich genießt er die Freiheiten künstlerischen Schreibens: „Ich kann als Autor viele sein.“ Der Journalist Kraske beobachtet scharf, gerät nie ins Faseln. Viele stark aufgebaute Bilder schließen pointiert, sind in sich schlüssig und mitunter schmerzlich konkret. Der Literat Kraske entwickelt immer mehr auch ein Gespür für die leisen Töne der Andeutung, für Atmosphäre, die fließen darf. Und er lauscht tief hinein in seine Hauptfiguren: Leo, weder ein richtiger Künstler, noch ein echter Kriegsfotograf, eher ein „Trümmerfotograf“, der immer erst nach dem Krieg geschickt wird, steht in der sächsischen Provinz hilflos eskalierenden Gewaltzuständen gegenüber, die seinen Sohn zwar zum Opfer werden lassen, ihn aber auch stark machen. Mit Beunruhigung sieht Kraske, was gerade wieder braun und stinkend hochkocht: „Es ist erschreckend, wie dünn doch die zivilisatorische Schicht ist.“ Er schreibt weiter. Kraske liest aus seinem Roman zMichael „Vorhofflimmern“: 16. März, 20 Uhr, im Café und Restaurant Telegraph (Dittrichring 18–20)

Michael Kraske: Vorhofflimmern. freiraum-verlag 228 Seiten, 13,95 Euro

Scheitern an den Möglichkeiten Popliteratur: Ronja von Rönnes Roman „Wir kommen“ Von nadine Marquardt

Eigentlich sollte es Nora gut gehen. Der Enge auf dem Dorf ihrer Kindheit ist sie entkommen, sie arbeitet als Moderatorin fürs Fernsehen, geht auf Partys, trinkt Sekt, raucht und lebt mit Jonas, Leonie und Karl in polyamorer Vierecks-Beziehung. Doch eigentlich geht es in Ronja von Rönnes erstem Roman niemandem gut: Nora hat Panikattacken, Jonas ist depressiv, Leonie selbstzerstörerisch und überfordert mit der Erziehung ihrer kleinen Toch-

ter. Karl schreibt erfolgreich Ratgeber-Bücher, kann die Gruppe aber nur mühsam zusammenhalten. Mit einer Schildkröte im Gepäck soll es eine Reise ans Meer wieder richten. Nach und nach wird klar, wie die vier sich kennengelernt haben, warum Noras tote Kindheitsfreundin Maja ihr keine Ruhe lässt und welches dunkle Geheimnis sie verbindet. Ronja von Rönne, Bloggerin und Redakteurin bei der „Welt“, setzt in ihrem Debüt ganz auf Noras Perspektive. In einem Tagebuch für ihren Therapeuten no-

tiert sie alle Ereignisse. Dazu passen die schnoddrige Sprache, die assoziativen Gedanken und Noras Situationsanalysen. „Jeder Unglückliche denkt, er sei der Einzige auf der Welt, dem es so schlecht geht, und jeder Unglückliche weiß, dass das nicht stimmt und trotzdem stimmt.” Nora und ihren Freunden scheinen alle Möglichkeiten offen zu stehen. Sie meinen deswegen, alles richtig machen zu müssen – und scheitern dabei. „Wir kommen“ ist Popliteratur, mal ernst, mal komisch, mal

anrührend, oft nüchtern geschrieben und stets selbstreflektierend. Ronja von Rönne zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 11 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Ronja von Rönne: Wir kommen. Roman. Aufbau Verlag; 208 Seiten, 18,95 Euro


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

Knapp dagegen ist auch dabei

Klare Worte Howard Carpendale über Politik und sein Leben

Schorsch Kameruns Roman-Debüt Es hat natürlich Witz, dass Schorsch Kamerun den halbherzigen Versuch, autobiographische Bezüge zu verschleiern, ausgerechnet dazu nutzt, ganz nah bei sich selbst zu landen. Horsti heißt seine Hauptfigur, gibt sich als Heranwachsender aber den Namen „Tommi from Germany“. Kamerun wurde 1963 als Thomas Sehl geboren. Das ist dem Sänger der Goldenen Zitronen, Mitbetreiber der zurzeit existenziell bedrohten Hamburger Kiez-Institution „Golden Pudel Club“ und vielbeschäftigten Theaterregisseur wohl kaum aus Versehen passiert. Im Kern geht es ihm im Buch um zwei sehr persönliche Dinge: um Verletzungen der Seele und darum, Haltung zu bewahren. Zweitgenanntes ist nicht neu: Seit Kamerun 1984 Punk-Sänger wurde, weil er, wie es im Buch über Tommi heißt, „gar nichts spielen konnte“ und „keine Dinge zum Draufschlagen mitbrachte“, verkörpert er eine klar antikommerzielle Haltung. Auch deshalb setzt er Ironie als Stilmittel seit jeher weit weniger als etwa seine Hamburger Buddys Rocko Schamoni oder Heinz Strunk ein. Was wiederum einer von drei Gründen ist, aus denen sich Kameruns autobiographischer Roman nicht so runterliest wie die wesensverwandten Bestseller der

genannten Freunde. Die zweite Ursache hängt mit Tommis tiefgehenden Selbstzweifeln zusammen: Ein Urvertrauen fehlt ihm von Anfang an; noch als gefeierter Regisseur nimmt er an sich selbst nur Widersprüche wahr. Denn, und das ist ein toller Satz: „Knapp dagegen ist eben auch dabei.“ Er spürt „brennenden Verlustschmerz“, ohne genau zu wissen, was er nicht verlieren will, versucht abenteuerliche Strategien der Selbsttherapie, und doch bleibt es dabei: „Traurig, das war und ist er oft“. Kameruns unerwarteter Seelen-Striptease ist zwar beeindruckend und berührend. Aber das Ganze hat leider auch eine ärgerliche Seite: Für einen „Roman“ fehlen Geschichte und Spannungsbogen. Kamerun erzählt über sein Leben in der dritten Person, und das wirkt meist hölzern. Dass der „Bimmelsdorfer“ der „Timmendorfer Strand“ ist und um was es sich beim „Club mit dem besonderen Tier“ handelt, ist leicht zu entschlüsseln. Wenn Tommi aber seitenlang seinen „Spezialmenschen“ in Andeutungen für eine „Befreiung“ dankt, wird‘s für die übrigen Leser einfach nur langweilig. mwö

Schorsch Kamerun.

Foto: dpa

Schorsch Kamerun: Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens. Ullstein; 256 Seiten, 18 Euro

Für eine Überraschung ist Howard Carpendale immer gut. Was „Aus meinem Leben“ betrifft, ist es zunächst die Enttäuschung einer Erwartung. Vermutet man unter dem Titel einen verfassten Daseinsbericht in Prosa, entpuppt sich die Füllung zwischen den Buchdeckeln bis auf kurze Intermezzi als überlanges Interview mit Journalist Stefan Alberti. Verzicht auf Literatur, verschmerzbar wegen der zweiten Überraschung: Der 70-jährige Sänger berichtet nicht nur aus seinem bewegten und von der Öffentlichkeit penetrant genau beobachteten Leben, sondern er redet Klartext bei Themen, die andere Kollegen gerade aus dem Schlager-Milieu meiden – wer Gefühle auf poppig-flauschigen Melodiedecken ausbreitet, könnte mit klarer Kante seine Klientel verschrecken. Nicht so der Mann, der vor 47 Jahren seinen ersten Hit in Deutschland hatte. Car-

Schorsch Kamerun zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 11.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Sky du Mont über Sex, Sauna und das Alter sundheit, Schlaf, verlorenen Träumen, Mode und Musik (beruhigend: beides ist im Laufe der Jahre nicht besser geworden). Mit feinem Humor blickt Sky du Mont auf Klassentreffen, Kosmetik für Ältere, FKK und Sauna (wohin sich verklemmte Junge nicht verirren) und all die seltsamen Angebote für Senioren. Nicht immer hält der Schauspieler – was ja auch etwas übertrieben wäre – den heiteren, selbstironischen Abstand, bisweilen schleicht etwas Melancholie durch diese unterhaltsame, kleine Philosophie für angehende Senioren. So klingt die Erkenntnis „Alter ist Souveränität“ denn auch wie ein Pfeifen im -edt dunklen Wald der Jahre. Sky du Mont zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 12 Uhr (Halle 5/Stand C100)

Sky du Mont: Steh ich jetzt unter Denkmalschutz? Lübbe; 173 Seiten, 9,99 Euro

pendale mahnt die Verantwortung und Pflicht von Deutschland und Europa an, Flüchtlingen zu helfen; er spricht sich für die Homo-Ehe aus, kritisiert den Irakkrieg der USA. Selbstverständlich bleibt noch genug Platz für Privates, für Geschichten über Leidenschaften (wie Golf) und die Liebe, über spannende Begegnungen mit anderen Promis. Aber auch über Selbstmordpläne und Depressionen. Ein ganzes Leben eben. Mark Daniel Howard Carpendale zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 15 Uhr (Halle 5/Stand C100)

Howard Carpendale (mit Stefan Alberti): Das ist meine Zeit. Aus dem Leben. Edition Koch; 256 Seiten, 19,99 Euro (erscheint am 17.3.) Anzeige

Pfeifen im Wald der Jahre Es erwischt jeden irgendwann, nur die Älteren, die hat es bereits getroffen: Die Zukunft, die schon da ist. Locker gesagt. Aber Sky du Mont redet vom Ü60-Alltag ja auch nicht bitterernst und böse, sondern mit Silberzunge. Ihm ist, trotz ernster Anzeichen von Altersdepression, der Witz nicht abhanden gekommen. Dass Alter der stete Kampf gegen den körperlichen Verfall ist, notiert er zwar erst mal ernüchtert, doch dann macht er sich daran, den Miesepeter auszutreiben. Wozu er ein bisschen viel in bunten Illustrierten und Magazinen blättert und sich daraus nicht nur Befragungen, sondern auch allen Ernstes Rat holt. Nur einmal greift er, was man von einem Schauspieler eigentlich erwarten würde, ins Buchregal und zitiert Goethe. Naja, die frivole Erkenntnis des Weimarer Meisters zum Sex im Alter ist aber auch nicht gerade ein Mutmacher. Das sind eher die Stunden bei einer Psychiaterin. Daneben gibt es flott erzählte Kaffeefahrt-Erlebnisse, häusliche Beobachtungen (zwei Kinder, sehr viel jüngere Ehefrau) und alltägliche Erfahrungen mit Ge-

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Autobiographie

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Kinder- und Jugendbuch

Bücherwelten

Der Troll, der keinen Fisch mehr mochte Mit dem „Grüffelo“ gelang Julia Donaldson ein BilderbuchWelterfolg. Auf die furchterregende Gestalt, die gern die kleine Maus verspeisen würde, folgt jetzt „Der Troll und die wilden Piraten“. Und wieder geht es ums Fressen. Der Troll hat den Fisch satt und will nichts lieber als einen Ziegenbraten – findet aber keine Ziege. Zur gleichen Zeit segelt eine Bande Piraten um die Welt auf der Jagd nach einem Schatz. Doch die wilden Kerle verzweifeln an ihrer Unfähigkeit, ein vernünftiges Essen zustande zu bringen. Ein Zufall führt die Piraten und den Troll zusammen. Und nur die Kochkünste des griesgrämigen Trolls retten ihm das Leben. Zeichner David Roberts entwirft eine bunte Piratenbande, deren grausige Mahlzeiten und einen unzufriedenen Troll unter kühnen Bogenbrücken. Die dynamischen Bilder sind so eng aneinander geschnitten, dass es für das kindliche Auge zur kleinen Herausforderung werden kann. Wenn der Troll den Goldschatz als nutzlosen Krempel ins Meer kippt, keimt Sympathie auf. Insgesamt hat man es aber schwer, sich mit den Figuren zu identifizieren. Die ganze Geschichte läuft zwar auf eine kleine Schlusspointe zu, findet insgesamt aber nicht den charmanten Witz, der den „Grüffelo“ auszeichnete. dir Julia Donaldson (Text) und David Roberts (Illustration): Der Troll und die wilden Piraten. Aus dem Englischen von Tatjana Kröll. Knesebeck; 32 Seiten, 12,95 Euro

Kompass für den Bücherdschungel Wie soll man aus dieser Masse das richtige Buch für seinen Nachwuchs auswählen? Zum Kinder- und Jugendprogramm der Leipziger Buchmesse gehören Lesungen, Aktionen im Hörbuch- und Musikbereich, Spiele oder Mal- und Bastelangebote. Die „Lesebude“ und der „Lesetreff“ bieten in der Messehalle 2 Gelegenheit, die Macher von Bilderbüchern und Autoren persönlich zu treffen. Dort findet sich auch die Kinderbuchhandlung. Zusätzliche Orientierung verschafft der Leipziger Lesekompass. Jeweils 10 Buchempfehlungen gibt es für die Altersgruppen zwei bis sechs Jahre, sechs bis zehn Jahre und zehn bis vierzehn Jahre. Am Familiensonntag erhalten alle Kinder bis zum Alter von 12 Jahre, die bis 10 Uhr mit ihrem Lieblingsbuch zur Messe kommen, kostenlosen Eintritt.

Der geheimnisvolle Schwalbenmann spricht auch die Sprache der Vögel.

Foto: dpa

Gefunden werden, heißt verloren zu sein „Anna und der Schwalbenmann“ erzählt von der Macht der Sprache in Zeiten des Kriegs Von Dimo Riess

Sprachen spricht Anna viele. Ungewöhnlich viele. Fast beiläufig erlernt im endlosen Gespräch mit dem Vater und dessen Freunden aus allen Ländern im blühenden Krakau des Jahres 1939. Ansonsten ist Anna ein ganz normales polnisches Mädchen. Und sie ist sieben, als die Nazis ihr alles rauben – den Vater, die Heimat, sogar den eigenen Namen. Es ist ein bemerkenswertes Roman-Debüt, das dem New Yorker Autor und Schauspieler Gavriel Savit mit „Anna und der Schwalbenmann“ gelungen ist. Ein Jugendbuch, angesiedelt vor der Schreckenskulisse des Zweiten Weltkriegs. Und in seinem Fokus auf das Überleben Annas an der Seite des Geheimnis beladenen Schwalbenmanns doch ganz anders als erwartbar. Zwar erspart Savriel die Grausamkeiten der Katastrophe des

20. Jahrhunderts seinen Lesern nicht. Aber sie stehen nicht im Zentrum. Im Zentrum schimmert die Bedeutungsvielfalt der Sprache, die Sprache als Bindeglied, als Hort der Menschlichkeit – oder als Werkzeug der Täuschung. Im Zentrum steht ebenso das moralische Dilemma, wie weit zu gehen legitim ist für das eigene Überleben, für das Überleben anderer. Fragen, die wohltuend unterschwellig durch den Roman wehen, sich nie zum erhobenen Zeigefinger aufbäumen. Annas Vater, verhaftet mit anderen Intellektuellen, kehrt nicht zurück. Ein Zufall bringt Anna in die Obhut des Schwalbenmanns, der die Vögel zähmt und alles zu wissen scheint. Der wie Annas Vater viele Sprachen spricht. Sie sichern das Überleben durch die Kunst des Verstellens, das Durchschauen des Gegenübers auf der rastlosen Wanderung. Anna und der Schwal-

Mark-Uwe Kling schüttelt die Märchenwelt durcheinander Schöne Prinzessin, mutiger Freier, böse Hexe. Das ist die klassische Märchen-Konstellation. Marc-Uwe Kling hat sie für sein flüssig gereimtes erstes Kinderbuch kopiert, aber frech die Vorzeichen vertauscht. Was schon der Titel vermuten lässt: „Prinzessin Popelkopf“. Die Prinzessin huscht hochnäsig durchs Schloss, brüskiert eine Hexe und wird verflucht, immer so auszusehen, wie sie heißt. „Verdickter Nasenschleim und daran ein Zopf! Hier kommt Prinzessin Popelkopf!“, flüstern die Leute. Der Ausweg: gemäß dem Fluch Name ändern, also heiraten. Die Wahl fällt auf Graf Grützhirn. Der sieht stattlich aus – aber hat ein Grützhirn. Das kurze Märchen – schwungvoll bunt und mit Sinn für kecke Details (etwa das Schoßhündchen als verzogener Nebendarsteller) illustriert von Astrid Henn – mag Eltern herausfordern. Weil die kleinen Leser die Personalien Popel-

kopf, Grützhirn oder auch den Fürst Furzgesicht gern in ihren aktiven Wortschatz importieren. Erstklässler sind für diese Art Humor empfänglich. Doch Namen und Charaktere fügen sich zur Botschaft zusammen, die das Märchen-Ideal von der unmündigen, schönen Prinzessin ausradiert. Prinzessin Grützhirn kapiert die Botschaft nicht. Die jungen Leser vielleicht schon. Und für Erwachsene reicht das vergnügliche Buch eine Bonus-Botschaft auf der letzten Seite hinterher. „Popelköpfe beherrschten früher die Leute, aber die Grützhirne, die dir regieren noch heute.“ Marc-Uwe Kling (Text) und Astrid Henn (Illustration): Prinzessin Popelkopf. Voland & Quist; 36 Seiten, 12,99 Euro

benmann sind immer in Bewegung, denn „gefunden werden heißt für immer verloren zu sein“. Der Autor schert sich wenig um die Überlebenswahrscheinlichkeiten eines Mädchens, das im Winter von einem Schirm behütet im Freien schläft. Daran kann sich stören, wer eine realistische Darstellung erwartet. Ebenso daran, wie beiläufig eine Siebenjährige das Verschwinden des Vaters akzeptiert, mag der Überlebenstrieb noch so stark sein. Da skizziert der Autor mit grobem Strich. Umso filigraner zeichnet er dafür metaphernreich das Denken des Schwalbenmanns und im Kontrast dazu die lebensfrohe Weisheit des Reb Hirschl, der zum kurzfristigen Begleiter wird. Sowohl Anna wie auch der Leser dürfen an diesem Gegensatz bisherige Sympathien und Wahrheiten überprüfen. Die Geschichten im Krieg ge-

hen selten gut aus. Savit lässt das Ende offen, obgleich er das Geheimnis des Schwalbenmannes, man beginnt es irgendwann zu erahnen, offenbart. Anna bleibt es verborgen, nicht aber die Erkenntnis, dass die Zeit kindlicher Verantwortungslosigkeit vorbei ist. „Anna hatte gelernt, dem Schwalbenmann zu vertrauen. Es war das Einzige, was sie wirklich gelernt hatte.“ So heißt es gegen Ende des Buches. Das kann man pessimistisch lesen. Oder als Schritt aus dem langen Schatten einer Vaterfigur in die Selbstständigkeit. Gavriel Savit: Anna und der Schwalbenmann. Aus dem Englischen von Sophie Zeitz-Ventura. cbt; 272 Seiten, 16,99 Euro

Wenn die Sonne auf einmal blau ist Max pinselt die gelbe Farbe auf das Papier. Und stellt überrascht fest, dass sie grün wird auf dem blauen Himmel, den er schon gemalt hat. Und das geht natürlich nicht. Oder vielleicht doch? In Wim Hofmans Bilderbuch „Susemuse auf dem Weg zu Rothko“ dürfen sich junge Leser solche Fragen stellen. Sie beobachten Max und Rosa bei deren Malversuchen, beim Experimentieren mit Farben oder Formen, auf dem lustvollen Weg ins Reich der Abstraktion. „Malt uns!, flüstern die Wolken.“ Und Rosa und Max malen alles. Auch Bilder, von denen sie nicht genau wissen, was sie bedeuten, zum Beispiel geschichtete Farbblöcke wie bei Mark Rothko. Dann muss geraten werden, was sich hinter den Farben verbirgt. Das Meer, der Himmel, der schwarze Schatten einer Wolke? Die Bilder, mit schwungvoller Pinselführung gemalt, wirken frisch und vor dickem Farbauftrag strotzend. Eine gelungene

Balance aus künstlerischem Strich und kindgerechter Umsetzung. Und am Ende dürfte allen kleinen Malern klar sein: Wer malt, darf selbst entscheiden, wie die Sonne aussieht. Das Buch ist Teil des Bilderbande-Programms des Verlags E.A. Seemann, das Kindern die Welt der Kunst eröffnen möchte. Aktuell erschienen ist dort auch „Im Museum“ von Susan Verde und Illustrator Peter H. Reynolds. Ein gereimter Museumsrundgang, vorbei an Werken wie Munchs „Schrei“. Eine Einladung, Kunst unverkopft wahrzunehmen. dir Wim Hofman: Susemuse auf dem Weg zu Rothko. Aus dem Niederländischen von Hedwig von Bülow. E.A. Seemann; 28 Seiten, 14,95 Euro


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Kinderbuch

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Der Mensch im Strom

Janosch-Klassiker neu aufgelegt

Bücher über die Flucht: „Bestimmt wird alles gut“ und „Das Mondmädchen“

Generationen von Kindern sind mit Janoschs buntem Figurenkosmos aufgewachsen. Am 11. März wurde der wohl bekannteste deutsche Kinderbuchautor und Illustrator 85 Jahre alt. Zum Geburtstag des Künstlers legt der Little Tiger Verlag den Janosch-Klassiker „Löwenzahn und Seidenpfote“ als fadengehefteten Pappband neu auf. Zwei Mäuse bekommen einen Sohn und eine Tochter. Den Sohn nennen sie Löwenzahn, denn er soll stark sein. Die Tochter heißt Seidenpfote, denn sie soll der Mutter bald geschickt beim Nähen helfen. Doch die Wesen der Mäusekinder entpuppen sich in diesem feinsinnigen Buch über Geschlechterrollen ganz anders, als von den Eltern erwartet. Was die Mäusekinder nicht davon abhält, ihren Weg ins Leben zu finden.

Von Dimo Riess

Niemand kommt derzeit am Thema Flucht vorbei. Auch Kinder nicht. Weil in der eigenen Schule längst die ersten Flüchtlingskinder zu Banknachbarn geworden sind. Oder weil die Medien jeden Tag überquellen von neuen Nachrichten über die Flüchtlingsströme. Und genau das ist das Problem: Es wird das abstrakte Bild eines Stroms vermittelt. Literatur kann helfen, konkrete Schicksale zu beleuchten, Menschen sichtbar zu machen und dadurch ein neues Verständnis zu gewinnen. Das gelingt Kirsten Boie in ihrem ebenso sachlichen wie ergreifenden Buch „Bestimmt wird alles gut“ für Kinder ab sechs Jahren. Boie hat die syrischen Geschwister Rahaf und Hassan über deren alte Heimat, die Flucht und den schwierigen Neuanfang befragt und erzählt die Geschichte. Sie erzählt vom Leben in Homs, wo das Spiel der Kinder regelmäßig von Bomben unterbrochen wird. Von den

Rahaf findet sich in „Bestimmt wird alles gut“ bald in ihrer Klasse zurecht. Illustration: Jan Birck/Klett Kinderbuch

Schleusern, die der Familie alles Gepäck abnehmen. Von ersten – feindlichen und freundlichen – Begegnungen in Deutschland. Von den ersten Schultagen und der Traurigkeit des Vaters, ein Arzt, der nicht arbeiten darf.

Es ist ein lakonisch auf den Punkt gebrachtes, kompaktes Kinderbuch. Und doch wünscht man die wenigen Minuten Lektüre auch den meisten Erwachsenen. Weil es die üblichen Etikettierungen beiseite fegt und in be-

stechender Klarheit Menschen zeigt, die den verständlichen Wunsch hegen, in Frieden zu leben. Mehrere Autoren haben das Thema Flucht und Neuanfang aufgegriffen. Einen märchenhaften Ton schlägt Mehrnousch Zaeri-Esfahani in „Das Mondmädchen“ an, nominiert für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis. Die Autorin ist 1974 im Iran geboren und in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen. Ihren Roman (ab acht Jahren) bezeichnet sie als fantastische Erzählung über eine wahre Geschichte. Die harte Realität des Zurücklassens der Heimat mischt sich mit Sequenzen aus einer tröstenden Traumwelt, aus der die junge Protagonistin Mahtab Kraft schöpft. Kirsten Boie (Text) und Jan Birck z (Illustration): Bestimmt wird alles gut. Klett Kinderbuch; 48 Seiten, 9,95 Euro Mehrnousch Zaeri-Esfahani: Das Mondmädchen. Knesebeck; 144 Seiten, 14,95 Euro

Janosch: Löwenzahn und Seidenpfote. Little Tiger Books; 40 Seiten, 14,95 Euro

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n Donnerstag, 17. März 2016 14.00 Uhr | Autorengespräch | Dr. Detlev Kopp (Verleger) im Gespräch mit Sabine Kebir über ihr Buch »Frauen ohne Männer? Selbstverwirklichung im Alltag. Elfriede Brüning (1910–2014)« (Aisthesis Verlag, Bielefeld) n Freitag, 18. März 2016 17.00 Uhr | Buch- und Fotopräsentation mit Cuba libre-Empfang | Buchpremiere der deutschen Exklusivausgabe des Fotokatalogs »Fidel es Fidel« mit Fotografien von Roberto Chile (Verlag 8. Mai GmbH), sowie Fotos und Berichte der jW-Delegation von der diesjährigen Buchmesse in Havanna, vorgestellt von Volker Hermsdorf (Autor) n Samstag, 19. März 2016 13.00 Uhr | Buchvorstellung | Roland Zschächner (jW) im Gespräch mit Volker Hermsdorf über sein Buch »Kuba – Aufbruch oder Abbruch? Gespräche mit Hans Modrow, Fritz Streletz, Klaus Eichner« (Verlag Wiljo Heinen)

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ISBN 978-3-944575-36-0 Knabe Verlag Weimar


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Bücherwelten

Cosplay & Comic

Autogrammstunden und Talkrunden Traditionell präsentieren und signieren auf der Manga-Comic-Con (MCC) zahlreiche Zeichner ihre Werke. Manga-Legende Ken Akamatsu stellt sein Werk „UQ Holder!“ vor und signiert auch das eine oder andere Cover (19. März, 11.30–12.30 Uhr, Halle 1, Schwarzes Sofa). Victor Bogdanovic haucht unter anderem Superman und Batman Leben ein und bittet am 19. März von 11–13 Uhr in Halle 1/ Stand E500 zur Signierstunde. Elena Casagrande bringt eine „Doctor Who“-Sonderedition mit. Einen Talk zum Comic gibt’s am 18. März von 11–12 Uhr in Halle 1/ A401, C400.

Malmsheimer liest Shakespeare Auch abseits der Signierstunden hat die MCC einiges zu bieten: Am 17. März liest Kabarettist Jochen Malmsheimer „Shakespeare: Star Wars“ (16–17 Uhr, Halle 1/ J400). Geheimnisvoll wird es am 18. März bei Hattori Hanza & The Ninjas. Die Truppe aus Japan führt im Workshopraum 3 (M4), Messehaus, in die Kunst der unsichtbaren Krieger ein: Show von 12–13, Workshop von 15–16 Uhr. YouTuber Ninotaku lädt ebenfalls für den 18. März, 15–18 Uhr, zur CommunityFragestunde in Halle 1/ J400.

Workshops und Nachwuchskünstler Im Rahmen der MCC Kreativ präsentieren 134 Nachwuchskünstler in Halle 1 ihre Werke. Vom eigenen Comic über Poster bis zu Shirts reicht das Spektrum. An Jungzeichner richtet sich der Verein ArtMacoco. In Halle 1/ E502 gibt es unter anderem Tipps und Tricks zu Aquarellmalerei und Layout. Actionreich geht es beim Defcon Unlimited-Workshop zu: Hier lernen Cosplayer am 20. März, wie man sich bei Stuntfights bewegt (12.30–13 Uhr, Halle 1/Workshopraum 2).

Christin als Robb Stark aus Game of Thrones. Foto: Theresa Heinrich

„Das fängt bei den meisten ja schon als Kind mit Fasching an“: Christin Kündiger (l.) und Diana Venus in der ComicCombo. Foto: André Kempner

Diana als Tywin Lannister (Game of Thrones). Foto: das-Diddy.deviantart.com

Krieger, Götter und die Kanzlerin Cosplayer hauchen Figuren mit aufwendig gestalteten Kostümen Leben ein Von Bastian Fischer

Ob heroischer SciFi-Krieger oder Fantasy-Elfe, eisenharter Comic-Kämpfer oder zauberhafte Anime-Prinzessin: Zur Buchmesse wird Leipzig wieder von zahlreichen Fantasiegestalten bevölkert. Denn die in Halle 1 stattfindende Manga-ComicConvention zieht traditionell viele Cosplayer an. Beim Cosplay, einem Kofferwort aus dem englischen costume (Kostüm) und play (Spiel), steht die spielerische Auseinandersetzung mit einer Figur im Vordergrund. „Es geht darum, einen Charakter darzustellen, einen Aspekt der Figur zu finden, der einen fasziniert – und ihr dann Leben einzuhauchen“, erklärt Diana Venus von der Comic Combo in der Riemannstraße. Gemeinsam mit ihrer Kolle-

gin Christin Kündiger ist sie seit mehr als acht Jahren in der Szene aktiv. Für die beiden stand dabei von Anfang an der Spaß ganz klar im Vordergrund: „Die Freude am Verkleiden ist das Wichtigste“, unterstreicht Kündiger, „das fängt bei den meisten ja schon als Kind mit Fasching an – und manche retten sich das eben ins Erwachsenenalter hinüber.“ Trotzdem ist ihr Hobby nicht nur Spaß, sondern erfordert auch harte Arbeit. Denn die aufwendigen Kostüme entstehen meist komplett in Eigenregie und größtenteils mit erheblichem Aufwand. „Cosplay ist eigentlich Maßschneiderei, Makeup, Haarstyling und Requisitenerstellen in einem“, beschreibt Kündiger den Prozess. In ihr Kostüm vom vergange-

nen Jahr – Robb Stark aus der Serie „Game Of Thrones“ steckte die 30-Jährige etwa 150 Stunden Arbeit, für‘s Material wurde ein Betrag im niedrigen dreistelligen Bereich fällig. Das Ergebnis sei aber immer die Mühe wert: „Es geht gar nicht darum, möglichst viele Preise zu gewinnen. Wenn man für seine Arbeit von anderen Playern Lob erhält, ist das die schönste Bestätigung.“ Und Kollegin Diana fügt hinzu: „Viele können dadurch auch Selbstbewusstsein tanken, durch etwas, das sie selbst geschaffen haben – das ist enorm wichtig.“ Der ursprünglich aus der japanischen Manga- und AnimeSzene stammende Trend hat sich inzwischen deutlich erweitert. „Gerade durch die vielen Comic-Verfilmungen ist das Spektrum viel breiter gewor-

den“, erklärt Diana Venus. „Einige stellen mittlerweile aber auch historische Figuren dar, andere treten als griechische Götter oder als symbolischer Winter auf.“ Einmal sei ihnen zudem eine Playerin im AngelaMerkel-Kostüm begegnet, berichten die beiden lachend. Diese Entwicklung hin zu mehr Diversität spiegelt sich auch in Christin Kündigers und Diana Venus‘ Kostümen in diesem Jahr wieder. Denn die beiden haben gleich mehrere Verkleidungen vorbereitet. Zumindest für einen Tag werden sie in die Rollen von Kaioshin und Whis, Figuren aus der Manga/ Anime-Reihe „Dragonball“ schlüpfen. „Aber auch als die Professoren McGonagall und Snape aus den Harry-Potter-Filmen werden wir unterwegs sein“, verrät Diana Venus.

Tipps

Unterhaltung mit Erdung

Donnerstag, 17. März 10.30–11 Uhr: Vortrag „Tank Girl – Die moderne Heldin schlechthin?“; Halle 1/ Stand A401, C400 15–16 Uhr: Diskussion „Kinderkram Fördern Comics Leselust?“; Halle 2/ A501, B502 Freitag, 18. März 13–13.30 Uhr: Lesung & Gespräch „KillerCon – Mord auf der Manga Messe“; Halle 1/ A401, C400 16.30–18 Uhr: 2. Deutsche Manga Konferenz; Halle 1/ A401, C400 Samstag, 19. März 13.45–14.30 Uhr: Präsentation „peppermint anime Panel“; Halle 1/ J 400 16.30–17 Uhr: Konzert „Tsugaru Shamisen & Min’yo“; Halle 1/ J400 Sonntag, 20. März 13.15–14.15 Uhr: Carlsen-Mangaka im Gespräch; Halle 1/ A401, C400 16.15–17.15 Uhr: Show „Sailor Moon Crystal – Eine neue Legende beginnt“; Halle 1/ J400

Der Berliner Verlag Reprodukt bietet Comics mit realem Bezug – und feiert Jubiläum Comics abseits von Muskelbergen und flatternden Capes: Mit diesem Ansatz begeistert der Reprodukt Verlag seit mittlerweile 25 Jahren sein Publikum. Das Erfolgsgeheimnis des Berliner Hauses: Die Autoren und Zeichner genießen große künstlerische Freiheit, sie sollen vor allem ihre eigenen Ideen verwirklichen können. „Die stilistische Bandbreite kann sehr groß sein“, erläutert Pressesprecherin Jutta Harms, „wichtig ist uns hauptsächlich, dass die Geschichten immer eine Anbindung an reale Lebenswelten haben und die Balance zwischen Unterhaltung und Erdung halten.“ Entsprechend breit gefächert ist das Portfolio des Verlages. Neben primär an Kinder gerich-

teten Werken scheut man auch vor ernsteren Themen wie Mobbing oder Geschichts-Aufarbeitung nicht zurück. Oftmals fließen dabei persönliche Erfahrungen der Autoren in die Geschichten ein. Trotz des hohen Grades an kreativer Freiheit tritt Reprodukt hochprofessionell auf. „Wir arbeiten mit der selben Ernsthaftigkeit an unseren Stoffen wie andere Buchverlage“, unterstreicht Jutta Harms. Neben Lektorat und Übersetzung wird auch bei der Gestaltung der Veröffentlichungen auf Qualität geachtet. „Viele unserer Comics sind etwa von Hand gelettert“, erklärt Harms. Zusätzlich zur Betreuung der bereits etablierten Künstler ist man bei Reprodukt immer auf

der Suche nach neuen Talenten – auch in Leipzig. „Wir haben gute Verbindungen zur Hochschule für Grafik und Buchkunst und dort etwa Anna Haifisch entdeckt, deren Debüt ‚The Artist‘ wir zur Buchmesse vorstellen.“ Für den Nachwuchs will Reprodukt in diesem Jahr einen neuen Programmplatz bereitstellen. Für die Reihe zuständig sind dabei mit Aisha Franz und Sascha Hommer zwei Eigengewächse. bfi Neu zur Buchmesse: „The Artist“ von Anna Haifisch - ein satirisch pointiertes Porträt des Kunstbetriebs. Ein vogelartiges Geschöpf träumt davon, eines Tages ein großer Künstler zu sein. (64 Seiten, 14 Euro.) Abb.: Verlag

der Messe: Halle 5, Stand D110. z Auf 25 Jahre Reprodukt – zu Gast bei der Illustrationsklasse; mit Aisha Franz, Anna Haifisch, Sascha Hommer und Lasse Wandschneider: 17. März, 19.30 Uhr, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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Comic

Beste Kostüme gesucht

Der brasilianische Zeichner Gustavo Duarte – sein Comic „Bizarro“ erscheint bei Panini (148 Seiten kosten in der limitierten Auflage 20 Euro).

Gleich drei Cosplay-Wettbewerbe stehen in diesem Jahr auf dem Programm. Am 19. März steigt auf der Hauptbühne von 14.30 bis 16.30 Uhr der deutsche Vorentscheid für das European Cosplay Gathering (Halle 1/ J400). Die Sieger werden um 17.30 Uhr gekürt. Der Leipziger Cosplay Wettbewerb wird am 20. März ebenfalls auf der Großen Bühne in Halle 1 entschieden. Von 11.30 bis 14 Uhr präsentieren sich die Teilnehmer der Jury, Siegerehrung ist um 15 Uhr. Am gleichen Tag ruft Panini-Comics zum großen Superhelden-Cosplay. Gesucht werden die besten Kostüme in den Kategorien „Harley Quinn“, „Deadpool“ und „Super-Heroes“ (10.15 bis 11.15 Uhr, Halle 1/ A401, C400). Fotos: promo

Mit und ohne Worte genial Gustavo Duarte bringt den klassischen Cartoon zurück in die Superhelden-Comics Von Bastian Fischer

Comics ganz ohne Sprechblasen – mit diesem Rezept hat der brasilianische Zeichner Gustavo Duarte in der Szene für Aufsehen gesorgt. Seit Dark Horse Comics seine Sammlung „Monsters and Other Stories“ 2014 zunächst in den USA verlegte, geht es auf der Karriereleiter für den 38-Jährigen steil nach oben. Mittlerweile darf er sich der ganz Großen des Genres annehmen, zeichnet für die beiden Branchenriesen DC und Marvel – und kann es selbst immer noch nicht so richtig fassen. „Wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich einmal die X-Men oder die Guardians of the Galaxy zeichnen würde, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt“, gibt er unumwunden zu. Im neuen Arbeitsumfeld ge-

hören nun auch Dialoge zum festen Repertoire des Brasilianers. Einschneidende Änderungen für seine Arbeitsweise brachte dieser Umstand allerdings nicht. „Ich arbeite immer noch so wie früher. Selbst wenn man mit Text arbeitet, sind die Zeichnungen für das Verständnis der Story natürlich immens wichtig“, erklärt er. Besonders die Arbeit an den Guardians, betont er, unterscheide sich nur marginal von seinen bisherigen Werken. „Der Autor Andy Lanning erstellt das Skript zunächst komplett ohne Dialoge. Ich erarbeite dann die einzelnen Panels und entwickle das Storytelling über die Bilder. Erst ganz zum Schluss fügt Andy die Dialoge hinzu.“ Neben dieser ungewöhnlichen Herangehensweise ist es vor allem Duartes Zeichenstil, der ihn aus der breiten Masse

hervorhebt. In seinen Werken dominieren knallige Farben, statt knallhartem Realismus überzeugt er durch einen sympathisch-klassischen Cartoon-Look. Deutlich sind seine zeichnerischen Vorbilder wie Charles Schulz („Wegen ihm wollte ich Cartoonist werden.“), Bill Waterson („Calvin und Hobbes ist der beste Comic Strip aller Zeiten.“) oder Sergio Aragones („Ein Genie – mit und ohne Worte.“) zu erkennen. Duarte bringt das klassische Element des Comicformats zum Vorschein. Und die großen Verlage schließen sich dem Trend an. „Die Industrie hat erkannt, dass es viele verschiedene Wege gibt, eine Comicgeschichte zu erzählen – eben weil die Menschen verschieden sind. Und das ist für alle gut: Zeichner, Autoren und Leser.“

Diese Diversität, das Abweichen von ausgetretenen Pfaden zeigt sich auch in Duartes neuem Projekt. Für DC hat er sich gemeinsam mit Heath Corson „Bizarro“ vorgenommen. „Er ist ein brillianter Charakter“, beschreibt Duarte seine Motivation. „Er ist das perfekte Gegenteil von dem prototypischsten aller Helden – Superman. Seine Welt ist das genaue Gegenteil von allem. Daraus ergeben sich sehr viele witzige Möglichkeiten, wie wir eine Geschichte erzählen können.“ „Bizarro“ erscheint zur Buchmesse mit auf 444 Stück limitiertem Variant-Cover. Fans sollten also schnell zugreifen. Duarte signiert „Die neuen zGustavo X-Men“ und „Bizarro“: 17., 18. und 20. März jeweils von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, am 19. März von 12 bis 13 und 15 bis 17 Uhr; Halle 1/ Stand E500.

Karten und Köpfchen Freunde von „Yu-Gi-Oh!“ kommen vom 17. bis 19. März jeweils von 10 bis 18 Uhr auf ihre Kosten. Auf der Sammelkartenspielfläche (Halle 1/ E402) werden Acht-Mann-KO-Turniere ausgespielt, am 19. März werden zudem die Qualifikationen für die WCQ – European Championship (Startgeld: 12 Euro, Voranmeldung: www.etcg.de). Spannend wird es am 19. März auf der Großen Bühne (Halle 1/ J400). Hier spielen zehn Finalisten bei „Carlsen Manga sucht den Super-Naruto-Fan“ um eine Reise nach Japan.

Tanzen und Zeichnen Rhythmusgefühl ist bei Dance Dance Revolution gefragt. Besucher können täglich von 10 bis 18 Uhr in Halle 1 (E501) mitund gegeneinander tanzen. Wer sich lieber mit Stift und Papier austobt, ist beim Speed-Zeichen-Wettbewerb genau richtig. Täglich von 14.30 bis 14.45 Uhr malen die Teilnehmer in Halle 1 (E502) um die Wette. Den Gewinnern winken KAKAO-Karten-Unikate.

„Oh Gott, daran sitzt du jahrelang“ Comedian Thomas Nicolai über seine Arbeit als Übersetzer für „Simpsons auf Sächsisch“

Hatten Sie Einfluss auf die Auswahl der Geschichten? Nein. Als Ossi bin ich eher mit „Digedags“ und den „Abrafaxen“ sozialisiert worden. Die Simpsons kannte ich nur aus

Wie viel kreative Freiheit hatten Sie beim Texten? Ich konnte eigentlich das machen, worauf ich Lust hatte. Das

Was haben die Simpsons und die Sachsen gemeinsam? Direkt gemein haben sie nichts, aber ich denke, es gibt Schnitt-

Zeichnung: Matt Groening

dem Fernsehen. Ich musste also in dieser Hinsicht dem Verlag vertrauen.

Einzige, was ich nicht verändern durfte, waren die Namen der Figuren. Und ich durfte über die Gags nicht die Geschichte vergessen. Man muss als Übersetzer dramaturgisch mitdenken und sich dem Werk unterordnen – sonst wird das Ganze zum Ego-Trip. Die Freiheit, die ich mir als alter Sack aber genommen habe, war, immer mal wieder Gags mit DDR-Bezug zu verwenden. Das mag zwar nicht jedem gefallen, aber da ist so viel komisches Potenzial, das muss man reinnehmen.

Foto: Don S.

Wie kam das Projekt zustande? Steffen Volkmer vom PaniniVerlag rief bei mir an. Oliver Kalkofe hätte mich empfohlen, ob ich nicht Lust hätte – und natürlich hatte ich die. Die Schwierigkeit bei der Übersetzung lag vor allem darin, den vorhandenen Platz optimal auszunutzen. Am Anfang dachte ich noch „Oh Gott, daran sitzt du noch jahrelang“. Aber nachdem ich mich eingegroovt hatte, lief es wie von selbst.

Thomas Nicolai (1)

Thomas Nicolai (2)

punkte. Sowohl Sachsen als auch Simpsons zeichnen sich durch Pfiffigkeit, Cleverness und Ironie aus. Beide können über sich selbst lachen. Und Homer, obwohl er letztlich ein Idiot ist, kann durchaus reflektieren. Ist Ihnen ein Charakter besonders nahe? Nicht direkt. Zwar steht mir als Vater Homer näher als andere – aber so verfressen, selbstsüchtig und borniert bin ich nicht. Ich finde einfach den gesamten Figuren-Kosmos, den Matt Groening geschaffen hat, unglaublich witzig und beeindruckend. Ich hatte mit allen Figuren meinen Spaß. Interview: Bastian Fischer

Lesung, Gespräch und Live-Zeichz nen mit Thomas Nicolai und Stephanie Gladden: am 18. März von 13 bis 14 Uhr und am 19. März von 12 bis 13 Uhr (Halle 1/ Stand J400) sowie ebenfalls am 19. März, um 19 Uhr, im Central Kabarett (Blauer Salon) Signierstunden: am 18. März von 15 bis 16 Uhr und am 19. März von 12 bis 13 Uhr (Halle 1/ Stand E500)

Simpsons Mundart: Bd. 4: Die Simpsons auf Sächsisch. Panini; 52 Seiten, 10 Euro


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Bücherwelten

Gesellschaft

Fragen über das Fremde Neue Blickwinkel in der Flüchtlingsdebatte Von Björn meine

Das Kursbuch „Fremd sein!“ nähert sich „dem Fremden“ aus den Blickwinkeln von zwölf Autoren. Es wirft eine ganze Reihe von ungewohnten Fragen auf. Nicht alle werden beantwortet. Aber alle öffnen den eigenen Blickwinkel, lösen ihn heraus aus der aktuellen Debatte um Flüchtlinge, um Asylbewerber – um Fremde. Was ist eigentlich ein Fremder? Brauchen wir das Fremde zur Klärung der eigenen Identität? Inwieweit ist es konstitutiv für unsere Gesellschaft? Wieso schützt sich der Fremde nicht automatisch, indem er sich anpasst, sondern liefert damit sogar neue Angriffspunkte? Oder auch, ganz konkret: Was können wir aus der Geschichte der amerikanischen Einbürgerung für die Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise lernen? – Dieser Frage geht die Amerikanistik-Professorin Mita Banerjee nach. Sie fordert einen „Knigge für Flüchtlinge“. Und öffnet nebenbei interessante Kapitel aus dem Geschichtsbuch: In den USA galten einst selbst die Iren als „colored“. Daraufhin grenzten sie sich von den Afroamerikanern ab und diffamierten diese. Sie wurden zu „Weißen“ – weil es die „Schwarzen“ gab. Herausgeber Armin Nassehi in z der LVZ-Autorenarena: 18. März, 16.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Armin Nassehi (Hrsg.): Fremd sein!. Kursbuch 185. Murmann Verlag; 188 Seiten, 19 Euro

Mutet seinen Lesern einiges zu: der deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider.

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Warten macht doof Abbas Khider gewährt in „Ohrfeige“ Einblick in die Welt von Geflüchteten Von jana Brechlin

Über Flüchtlinge wird viel gesprochen in diesem Frühjahr. Abbas Khiders neues Buch ist da wohltuend anders – hier wird die Geschichte aus der Sicht eines jungen Irakers erzählt, der sich Schleppern anvertraute und seine Heimat hinter sich ließ. „Ohrfeige“ ist der vierte Roman von Abbas Khider, und der weiß, worüber er schreibt: 1973 in Bagdad geboren und als Jugendlicher verhaftet, entschied er sich selbst für die Flucht und ein Leben in der Illegalität, bevor er in Deutschland einen Neuanfang beginnen konnte. Der Autor lässt seinen Helden Karim in der bayrischen Provinz stranden – bitter, weil er eigentlich von Paris geträumt und dafür bei Schleppern auch bezahlt hat. Was folgt, ist die Innenansicht eines Alltagslebens, das hauptsäch-

lich aus Warten besteht. Der Alltag im Heim, die wenige Abwechslung durch Behördentermine, ab und zu ein paar Deutschstunden und Besuche im Dönerladen, alles ist stumpf und langweilig. Wer nichts zu tun hat, kommt auf dumme Gedanken. Die jungen Männer im Heim wissen nicht, wohin mit sich. „Wir wurden immer dümmer“, heißt es an einer Stelle im Buch. Warten ermüdet, Energie, im fremden Land selbst aktiv zu werden, gibt es längst nicht mehr. Das ist beim Lesen manchmal schwer zu ertragen, vor allem mit den Beschwörungen von gelungener Integration und Geflüchteten, die die Gesellschaft bereichern könnten, im Hinterkopf. In der Warteschleife des Flüchtlingsheimes, ohne offizielles Asyl gibt es keine Bereicherung. Da gilt es nur, die Zeit totzuschlagen. Irgendwie.

Abbas Khider mutet seinen Lesern da einiges zu, er hebt den Vorhang und breitet aus, wie an Biografien herumgebastelt wird, um vor Gericht zu überzeugen. Noch dazu hat Karims Flucht weniger politische als vielmehr persönliche Gründe. Sehr persönliche, denn ihm sind Brüste gewachsen – eine Katastrophe im militärischen Irak, noch dazu unendlich peinlich. Seine Hoffnung ist ein Schönheitschirurg, der ihm mittels Skalpell endlich persönliche Freiheit schenkt. Doch die OP ist zu teuer und rückt in weite Ferne, ebenso wie die Anerkennung als Asylsuchender in Deutschland, Karim droht die Abschiebung, weshalb er sich erneut Schleusern anvertraut. Deutsche kommen im Buch nur selten und nebenbei zu Wort. Und weil dem Geflohenen im neuen Land freiwillig niemand zuhören will, erzwingt sich die

Hauptfigur Redezeit und lässt einfach mal alles raus bei der zuvor mit Klebeband an den Schreibtischstuhl gefesselten Sachbearbeiterin in der Ausländerbehörde – eine Abrechnung und ein Abschied gleichermaßen: „Ich werde Sie bald zurücklassen in Ihrem kleinen Beamtenstübchen“, kündigt Karim an, immer noch in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Abbas Khider zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 19. März, 13 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Abbas Khider: Ohrfeige. Roman. Carl Hanser Verlag; 224 Seiten, 19,90 Europa

Konformitätsdruck

„Lieber Erich Honecker!“

Uwe Krüger erklärt in „Mainstream“ den Vertrauensverlust in die Medien

Siegfried Suckut dokumentiert „Volkes Stimmen“

Mit seinem Buch „Meinungsmacht“ hat der Leipziger Medien-Forscher Uwe Krüger 2013 für Aufmerksamkeit gesorgt. Weil er am Bild vom objektiven und unabhängigen Journalisten rüttelte. Er hatte, vereinfacht gesagt, mehreren Meinungsmachern überregionaler Medien eine Nähe zu politischen und gesellschaftlichen Eliten nachgewiesen. Jetzt hat Krüger die Schrift „Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen“ nachgelegt. Ein Buch, das keineswegs als billige Nahrung für Lügenpresse-Rufer dient. Es analysiert, ausgehend von der Darstellung der Krim-Annexion in den Leitmedien, gegenwärtige Arbeits-

realitäten von Journalisten. Von der Rekrutierung des Nachwuchses aus den immer gleichen Milieus bis zum akut gestiegenen Zeitdruck in den Redaktionen nennt er strukturelle Gründe, die zu steigender Konformität führen. Zu einem Mainstream, der abweichende Meinungen nicht verbietet, aber verschwimmen lässt. Illustriert wird das an Bespielen jüngerer Medienthemen. Bedenklich nennt Krüger, dass viele Nutzer inzwischen Satiresendungen, die Fakten anders hinterfragen, als „eigentliche Nachrichtensendungen“ betrachten. Vorschläge, wie sich Journalisten vor Einseitigkeit schützen können, gibt Krüger auch: Wer die Globa-

lisierungs-Gewinner beim Weltwirtschaftsforum treffe, der fahre zur Abwechslung auch zur Gegenveranstaltung, zum Weltsozialforum – „auch wenn das Essen dort vielleicht nicht so gut ist“. Uwe Krüger zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 20. März, 15 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Uwe Krüger: Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen. Verlag C.H. Beck, 170 Seiten, 14,95 Euro

„Ihr Lumpenpack“, „Tut was, die Stimmung ist nicht gut!“ In Briefen und Karten haben sich DDRBürger Luft gemacht über die Zustände im Land. Fast immer anonym – aus gutem Grund. Denn die Post – oft direkt an Ulbricht oder Honecker adressiert, aber auch an Medien und westdeutsche Politiker – kam beim Empfänger nie an. Die Stasi fing sie ab. Aus Archiven hat Siegfried Suckut, Politikwissenschaftler und langjährige Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, knapp 250 Zuschriften von 1964 bis 1989 für sein Buch „Volkes Stimmen“ ausgewählt, sortiert und aufbereitet. Ob von Hand geschrieben oder auf der Schreibmaschine ge-

tippt, ob Tirade oder konstruktive Kritik – diese Zeitdokumente liefern einen ehrlichen und deutlichen Einblick in DDR-Alltag, Stimmungslage sowie die Sorgen und Nöte der Bevölkerung. nma Siegfried Suckut zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 13.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Siegfried Suckut: Volkes Stimmen. Einmalige Zeitzeugnisse. dtv; 576 Seiten, 26,90 Euro


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Gesellschaft

Neues Nachdenken über Wohlstand und Ungleichheit

Luther ins Leben übersetzt Thomas Mayer zeigt Menschen mit Haltung

Wie Sahra Wagenknecht uns vor dem Kapitalismus retten will Von JAn emendörfer

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Große Mengen Kapital konzentrieren sich in immer weniger Händen, der Staat fördert die Monopolbildung, der Aufstieg von unten nach oben („Tellerwäscherlegende”) ist kaum noch möglich … Die Volkswirtin und Linkepolitikerin Sahra Wagenknecht (46) beginnt ihr neues Buch mit einer depressiven Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft und unserer wirtschaftlichen Verhältnisse. Mit „Reichtum ohne Gier” reiht sie sich ein in eine prominente Autorenriege, die in den letzten Jahren öffentlich darüber nachgedacht hat, wie man der Ungleichheit apokalyptischen Ausmaßes entgehen kann, die Karl Marx (1818– 1883) einst prophezeite. Allen voran steht der 45-jährige Wirtschaftswissenschafler Thomas Piketty („Das Kapital im 21. Jahrhundert”), der glaubt, dass es „eine progressive Steuer auf individuelles Vermögen” ermöglicht, die „Kontrolle über den Kapitalismus zurückzugewinnen, ohne die Kräfte des Privateigentums und des Wettbewerbs preiszugeben”. Es geht darum, dass heute einfach mit Geld mehr Geld gemacht wird, ohne echte Werte zu schaffen. Spätestens seit der großen Finanzkrise von 2007/2008 ist das auch im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Sahra Wagenknecht nimmt

sich über 100 Seiten Raum, um zu erklären, dass der Kapitalismus heute keine Marktwirtschaft (mehr) ist, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass „echter Wettbewerb und offene Märkte” herrschen. Sondern, dass wir in einer Phase angekommen sind, in der es nur noch darum geht, „das investierte Kapital zu verwerten und eine möglichst hohe Rendite aus ihm herauszuziehen”. Das hätte man auch kürzer fassen können … Während Piketty letztlich für eine höhere Besteuerung von Kapital als Hebel zur Vermögensumverteilung plädiert, setzt Wagenknecht bei ihrem Versuch „Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten” (Untertitel) früher an, nämlich schon bei der Unternehmensgründung. Sie kritisiert anonyme Aktiengesellschaften oder GmbH, in denen niemand mehr mit seinem persönlichen Vermögen haftet und angestellte Manager aus fremd eingesetztem Kapital Rendite machen. Und dann schlägt sie vier neue Rechtsformen für Unternehmen vor: Personengesellschaft (gibt es schon), Mitarbeitergesellschaft, Öffentliche Gesellschaft und Gemeinwohlgesellschaft. Das geschieht auf den letzten zehn Seiten des Buches, und so bleibt relativ wenig Raum, um zu erklären, wie diese Firmen, die schon im Namen irgendwie an Räterepublik und Sozialismus erinnern, in einer globalen kapitalistischen Gesellschaft bestehen können. Und: wie

Luther ist derzeit immer mal vergriffen – als Playmobil-Figur, die spielerisch auf das Jahr 2017 zeigt, aufs Reformationsjubiläum, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag in Wittenberg. Die Evangelische Verlagsanstalt hat quasi immer schon Luther im Programm: „Seine originellsten Sprüche“ beispielsweise oder „Luthers Küchengeheimnisse“. Was Luther und Haltung mit heute zu tun haben, zeigt der Journalist und LVZ-Autor Thomas Mayer in 30 Lebensbildern, die er in seinem Buch „Hier stehe ich ...“ vorstellt. Der Maler Michael Triegel, Biathletin Magdalena Neuner, Kunstmäzen WolfDietrich Freiherr Speck von Sternburg, Dirigent Herbert Blomstedt, Kabarettist Werner Schneyder oder Sänger José Carreras – die Künstler, Politiker, Sportler, Theologen oder Wissenschaftler verbindet Standhaftigkeit und ein klares Bekenntnis. Die Texte sind gleichermaßen jaf Porträts wie Zeitzeugnisse. Lesung und Gespräch mit Thomas z Mayer, Antje Hermenau, Christine Lieberknecht, Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg und Michael Triegel: 19. März, 18 Uhr, Festsaal im Alten Rathaus

Aufstieg unmöglich? Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht.

schon vorhandene Unternehmen umgewandelt werden sollen. Letztlich liefe es wohl auf Enteignung hinaus. Oder? Sarah Wagenknecht zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 17. März, 16.30 Uhr (Halle 5/ Stand C100

Foto: dpa

Thomas Mayer: Hier stehe ich ... 30 Lebensbilder von Menschen mit Haltung. Evangelische Verlagsanstalt; 260 Seiten, 16,90 Euro

Sahra Wagenknecht: Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten. Campus; 292 Seiten, 19,95 Euro

„Pass auf, der Asylant will deinen Keks“ Linken-Chefin Katja Kipping mischt sich auf 208 Buchseiten streitbar ein in die Flüchtlingsdebatte Von AnitA KecKe

Katja Kipping (38) reicht es nicht, sich im Bundestag, in Foren und Interviews zur Flüchtlingspolitik zu äußern. Mit einem Buch, einer 208-seitigen Antithese zu Pegida und AfD, einer Mischung aus provokanter Systemkritik, emotionalen Appellen und politischen Anstößen, mischt sich die Bundesvorsitzende der Linken ein in die aufgewühlte Debatte. Besonders gründlich analysiert sie mit globalem und kapitalismuskritischem Blick die Fluchtursachen. Diese sind, von der Landenteignung über Rüstungsexporte bis zu gescheiterten Militäreinsätzen, für sich zwar nicht neu. Aber die mit Beispielen angereicherte Zusammenschau schiebt dem willigen Leser noch einmal ins Gedächtnis, warum so viele Menschen ihre Heimat verlassen. Zu-

gleich teilt Kipping mit ihrer Analyse aus gegen den Westen. Den Flüchtlingsstrom sieht sie als Resultat der gescheiterten Politik in Afghanistan, Syrien und andernorts. Scharf geißelt die Dresdner Bundestagsabgeordnete das kapitalistische Wirtschaftssystem: „Wirtschaftsimperialismus schafft Wirtschaftsflüchtlinge.“ Der linke Blickwinkel überrascht zwar nicht, aber er führt mitunter eben auch zu recht eindimensionalen Antworten. So wird die Schuld von korrupten Regierungen, Bürgerkriegen und Misswirtschaft in den Ländern selbst, aus denen die Menschen fliehen, kaum erwähnt. Stattdessen wirft Kipping der Bundesregierung vor, die Fluchtursachen nicht zu bekämpfen und in der Außenpolitik eine „knallharte Interessenpolitik“ zu vertreten. Aber welches Land vertritt nicht

Darauf liegen zwölf Kekse. Der Banker nimmt sich elf Kekse und sagt zum „Bild“-Leser: „Pass auf, der Asylant will deinen Keks.“ Katja Kipping will mit einem meinungsstarken, streitbaren Buch in einer brandheißen Debatte von links zum Löschen beitragen. Zudem spendet sie das gesamte Honorar der Flüchtlingshilfe. Katja Kipping, Bundesvorsitzende der Linken, wirbt für offene Grenzen und mehr Verständnis für Flüchtlinge. Foto: dpa

Katja Kipping zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 12 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

seine nationalen Interessen in der Außenpolitik? Kipping will Mut machen, „damit Einwanderung weniger als Problem, sondern als Bereicherung“ erlebt wird. Das Flüchtlingsproblem mache Kürzungen an falschen Stellen sichtbar, etwa eine „verfehlte Wohnungspolitik“ und die „finanzielle Aus-

trocknung der öffentlichen Hand“. Die Autorin beklagt die „Fressneidkette“: Der arme Wessi sieht im armen Ossi eine Bedrohung und der im Neuankommenden aus anderen Ländern. Sie zitiert einen Witz aus den sozialen Netzwerken: Ein Banker, ein „Bild“-Leser und ein AsylBewerber sitzen an einem Tisch.

Katja Kipping: Wer flüchtet schon freiwillig. Westend; 208 Seiten, 16 Euro


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Lehren & Lernen

Bilden und bilden lassen Leseförderung und Medienbildung ist einer der Schwerpunkte der Leipziger Buchmesse. Mit 150 Ausstellern, 200 Fortbildungsveranstaltungen und rund 30 000 Lehrern und Erziehern sei der „Fokus Bildung“ nach eigener Aussage die größte Veranstaltung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Dazu gehören Preisverleihungen, Fortbildungen und Workshops. Am 18. März findet zudem zum ersten Mal der Musiklehrertag statt. Angebote für die frühkindliche und schulische Bildung richten sich vor allem an Lehrer, Erzieher sowie interessierte Eltern. Neben Lehrmitteln, Kinder- und Jugendbüchern, musikpädagogischen Angeboten, Hörbüchern, Fach- und Sachliteratur, gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Unter dem Titel „Macht Inklusion Schule?“ findet am 17. März zum dritten Mal die Frühjahrstagung des Deutschen Lehrertags im Rahmen der Buchmesse statt.

Karriere an einem Tag Seit inzwischen sieben Jahren bekommen Schüler, Studierende und schon in der Branche Arbeitende Informationen über Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Buch- und Medienbranche. Der Karrieretag Buch+Medien gibt Einblicke in kreative Berufsbilder und (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten. Am 18. März stehen dafür von 10 bis 18 Uhr in Halle 5 die Fachforen 1 und 2 an den Ständen E F600 und E600 zur Verfügung. Aussteller sind unter anderem Junge Verlagsmenschen e.V., die HTWK Leipzig, Hochschule der Medien Stuttgart, Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg, Ludwig-Maximilian-Universität München, Johannes Gutenberg Universität Mainz und die Gutenbergschule Leipzig. Für die Teilnahme genügt eine Eintrittskarte für die Leipziger Buchmesse.

Auslaufmodell Unterricht: Statt um Bildung geht es heute vor allem um das Draufspielen von Kompetenzen, meint Christoph Türcke.

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Kompetent und ungebildet „Lehrerdämmerung“: Philosoph Christoph Türcke seziert die neue Lernkultur Von Jürgen Kleindienst

„Lehrer? Deren Zeit ist vorbei.“ Christoph Türcke, langjähriger Professor für Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, weiß, wie man eine Streitschrift beginnt. Sein neues Buch „Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“ ist ein Abgesang auf einen Berufsstand und eine stichhaltige Entzauberung der schönen neuen Lernwelt, die in Wahrheit selbst eine Entzauberung ist, weil sie Wissenszusammenhänge in Kompetenzen und Unterkompetenzen zerlegt und aus Lehrerpersönlichkeiten mobile Lernbegleiter macht. Beim Arbeitsblätter-Unterricht gehe das autoritäre Gehabe nicht mehr von Personen aus. „Es kommt anonym als Sachzwang daher.“ Mit hoher Schlagzahl sondiert Türcke die Verwerfungen, die das Vordringen des Marktes in alle Lebensbereiche erzeugt. Nach Büchern wie „Erregte Gesellschaft“ (2002), „Hyperaktiv! Kritik der Aufmerksamkeitsdefizitkultur“ (2012) oder „Mehr! Philosophie des Geldes“ (2015) jetzt also „Lehrerdämmerung“.

Nun ist die Kritik am Bildungssystem vermutlich so alt wie die Bildung selbst. Es war und ist eine Kampfzone, in der sich politische und ökonomische Interessen ausbreiten, ein Bereich, in dem jede These, die nicht bei drei auf dem Schulhof ist, Gefahr läuft, von irgendwem vertreten zu werden. Eine Zone, in der sich Ideal und Wirklichkeit unversöhnlich gegenüberstehen. Es gibt so viele Punkte, an denen man den Hebel ansetzen könnte: das bundesrepublikanisch-föderale Zuständigkeitsgewirr etwa oder eine zwischen Pisa und Bologna stolpernde DauerReformagenda. Der 1948 im niedersächsischen Hameln geborene Türcke lässt dies nicht aus dem Blick, stellt aber diejenigen in den Mittelpunkt, die im Klassenzimmer den Bockmist ausführen sollen, der woanders verzapft wurde. Und das ist der richtige Ausgangspunkt. Nicht weil die Lehrer es alleine schaffen können, sich aus den ihnen aufgenötigten Rollen zu befreien, sondern weil auf diese Weise deutlich wird, wo der Hase im Pfeffer liegt. Türcke legt die neoliberale Matrix einer

eher von der politischen Linken beförderten neuen Lernkultur bloß, in der niemand zurückgelassen werden soll, auf jeden Schüler individuell eingegangen wird, die Inklusion und Einheitsschule fordert. Das sei der schöne Schein, in Wirklichkeit aber würden Kosten minimiert, das Niveaus heruntergefahren und „Ein-Euro-Kompetenzen“ gefördert, „die sich in der Grauzone prekärer Lebensverhältnisse entweder kostengünstig nutzen lassen oder ungenutzt liegen bleiben“, so Türcke. „Wenn (...) alle Abitur machen, macht niemand mehr Abitur.“ Seine Schlussfolgerung: „Die neoliberale Bildungsoffensive ist eine Offensive gegen die Bildung.“ Symptome dafür seien Lückentexte, Multiple-Choice-Aufgaben und die Abschaffung der Schreibschrift. Diesem Schrottplatz der Bildungsideale stellt Türcke ein Lernen entgegen, das nicht aus Spaß, sondern aus Notwendigkeit geschieht. Dessen Urszene sei „die Überwindung von Leiden durch Erkenntnis.“ Eine ernsthafte Angelegenheit also, für die „Kompetenzbeschaffungsgehilfen“ eher nicht geeignet sind. Die Grund-

bestimmung des Lehrers sei das Zeigen. Unterricht solle als „gemeinsame Jetzt-Zeit“ durchgeführt, nicht nur beaufsichtigt werden. So ist „Lehrerdämmerung“ am Ende ein Aufruf zum Widerstand und zur Rückbesinnung: „Nur wenn Lehrer eine eigene Haltung zu ihrer Tätigkeit haben, können sie Schülern helfen, eine Haltung zur Welt zu finden.“ Und wenn ihnen ihr Beruf lieb sei, meint Türcke, dann würden sie eine Orientierungsdebatte auslösen, „die an den Grundfesten der neoliberalen Welt rührt“. In die Bildungsrichtlinien dürfte diese Erkenntnis allerdings so schnell nicht Eingang finden. Christoph Türcke zu Gast in der z LVZ-Autorenarea: 20. März, 11 Uhr (Halle5/ Stand C100)

Christoph Türcke: Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet. Verlag C.H. Beck; 159 Seiten, 14,95 Euro

Und ewig grüßt der Störenfried Überleben im Unterricht: Kult-Lehrerin Frau Freitag hat einen unterhaltsamen Ratgeber geschrieben Von André Böhmer

Das muss man erst mal schaffen – als Lehrerin eine treue Fangemeinde hinter sich zu bringen. Die Berufsgruppe hat es ja nicht einfach. Voll wichtiger Job, aber auf der gesellschaftlichen Stufenleiter sehr oft um Anerkennung bemüht. Alle lachen bei „Fack ju Göhte“, aber kaum jemand kann sich vorstellen, wie kräftezehrend die Scharmützel mit Schülern wirklich sein können. Gut, dass es da Frau Freitag gibt. Berlinerin, unterrichtet in Problem-Stadtteilen Englisch und Kunst. Im besten Lehrer-Alter, also Ende 40. Besonderes Merkmal: Auch nach über 15

Brennpunkt Schule: Kult-Lehrerin Frau Freitag gibt in ihrem neuen Buch unterhaltsame Tipps zum Überleben im Unterricht. Foto: dpa

Jahren als Lehrerin an Brennpunktschulen hat sie noch Spaß im Job. Und weil das glücklicherweise so ist, hat sie mit „Chill mal, Frau Freitag“, „Echt easy, Frau Freitag“ und „Voll streng,

Frau Freitag“ drei unterhaltsame Bücher geschrieben, die sich zudem gut verkauften. Seitdem rätseln nicht nur ihre Anhänger, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Mittlerwei-

le ist es eines der bestgehüteten Geheimnisse der Branche. Auch ein Grund für die große Aufmerksamkeit, die viele Pädagogik-Päpste so gerne hätten. Und Frau Freitag lässt nicht locker. Ihr neues Buch kommt als unterhaltsamer Ratgeber daher. Einen, den sie sicher gern selbst vor ihrer Ausbildung gehabt hätte. Sie greift tief in die ErlebnisKiste, denn ewig grüßt der Störenfried. Wie kommen Lehrer mit dieser Spezis klar? Indem sie sich nichts vormachen, lautet Frau Freitags Ratschlag. „Eigentlich geht es doch immer um irgendwelche Konflikte. Das ist unser Job. Die Konflikte zu begleiten und zu lösen. Immer wieder.“

Klingt ernüchternd, ist aber ehrlich und deshalb viel besser als Ratgeber von Schulexperten, die schon Jahre kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen haben. Frau Freitag zu Gast in der z LVZ-Autorenarena: 18. März, 16 Uhr (Halle 5/ Stand C100)

Frau Freitag: Für mich ist auch die 6. Stunde. Ullstein Verlag; 288 Seiten, 14,99 Euro


Sonnabend / Sonntag, 12./13. März 2016

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Service

Termine & Preise Leipziger Buchmesse: 17. bis 20. März 2016 täglich 10 bis 18 Uhr Tageskarten: Vorverkauf und online 16 Euro (ermäßigt 12,50 Euro); an der Tageskasse Do, Fr, So 17 Euro (13,50), Sa 18,50 Euro (15) LVZ-Vollabonnenten zahlen im Vorverkauf in der LVZ-Geschäftsstelle (Peterssteinweg 14) sowie in allen anderen Geschäftsstellen oder im LVZ-Media-Store in den Höfen am Brühl 12,50 Euro Tageskarte Familie (mindestens ein Erwachsener und ein Kind bis 18 Jahre; nur an der Tageskasse): Do, Fr, So 10,50 Euro, Samstag 12 Euro (pro Person) Tageskarte mit Leipzig-Pass und Halle-Pass (Tageskasse): Do, Fr, So 8 Euro, Samstag 9,50 Euro Tageskarte Nachmittag (Verkauf ab 14.30 Uhr, Zutritt ab 15 Uhr; Tageskasse): Do, Fr, So 10 Euro, Sa 11,50 Euro Dauerkarte an der Tageskasse: 33 Euro, im Vorverkauf und online: 31 Euro Gruppenkarte (ab 10 Personen): Do, Fr, So 13,50 Euro pro Person, Samstag 15 Euro pro Person, im Vorverkauf 12,50 Euro pro Person Halle 1 – Manga-Comic-Con Große Bühne: J400 Schwarzes Sofa: A401 / C400 Japanischer Teegarten: F201 Anime Kino: Messehaus Raum M3 GO-Bereich: A304 MCC Kreativ: Gänge A–D Signierbereich: E500 Sammelkarten-Spielfläche: E402 Maid Café: J301 Halle 2 Leseinsel Fantasy: H309 Forum Kinder-Jugend-Bildung: A501/ B502 Gemeinschaftsstand Bildung: B301/ C300

Schulbuch des Jahres: C304 Lesebude 1 und 2: F315 und F601 Lese-Treff: G501 Podium jüngster Autoren: G307 Leipziger Lesekompass: F401 Theaterbus des TdJW: A400 Familiencafé: D303 Kinderbuchhandlung: B501/ C500 Halle 3 Forum „buch aktuell“: E401 Forum Sachbuch: E211 Forum Literatur + Hörbuch: B500 ARD Forum: C400 HörspielArena: C306 Marktplatz Druckgrafik: Gang E/ F Schönste Bücher: G600

Buchwerkstatt: H401 Lesecafé Buchkunst & Grafik: G603 Forum Sach- und Fachbuch: H200 22. Leipziger Antiquariatsmesse:D600 Leseinsel Religion: A200 Halle 4 Forum Literatur: E101 Literaturcafé: B600 Schweiz: C300 Österreich Kaffeehaus: D213/ E210 Café Europa: E401 Forum OstSüdOst: E505 Forum International und Übersetzerzentrum: C500 Nordisches Forum: D300 traduki Südosteuropa-Forum: D507

Musikcafé: Musikzimmer: Messebuchhandlung:

A401 A500 E602

Halle 5 Forum Literatur: K600 Leseinsel „Junge Verlage“: G200 Forum Die Unabhängigen: H309 LVZ-Autorenarena: C100 Forum Sachbuch: C200 AusbildBar: E507 Studium rund ums Buch (HTWK):E510 Forum autoren@leipzig: D600 Autorenlounge: C504 Bloggerlounge: C600 Neuland 2.0. – Die Plattform für innovative Ideen: F401

Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Besuch der Manga-ComicCon und der Antiquariatsmesse. Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 13 Jahre ist der Zutritt nur in Begleitung Erwachsener erlaubt. Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr haben freien Eintritt. Programmheft „Leipzig liest“: 2,50 Euro; www.leipzig-liest.de Still- und Wickelraum: Glashalle LVZ-Online-Spezial zur LVZ-Autorenarena: www.lvz-online.de/autorenarena Anzeige

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