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„Tony Dungys Leben ist ein lebendiges Zeugnis für den Glauben eines Mannes an Gott. Er hat uns ein neues Bild und eine neue Definition eines ‚Coachs’ gegeben. Gute Menschen kommen zuerst in den Himmel!“ LOVIE SMITH , Chefcoach der Chicago Bears „Den Super Bowl zu gewinnen ist eine außerordentliche Leistung. Der erste Afroamerikaner zu sein, dem das gelingt, ist kolossal. Doch der Lombardi-Pokal spiegelt nicht einmal einen Bruchteil der Größe dieses Mannes und seiner Botschaft wider. Tony Dungy ist eine Inspiration – ein wahrer Champion – sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb davon. In Stille Kraft erfahren wir, welche Prinzipien ihn an die Spitze seines Spiels gebracht haben.“ PETER LOWE , Präsident und CEO von Get Motivated Seminars, Inc. „In der tempogeladenen amerikanischen Gesellschaft, in der so viele Menschen von der Verlockung materiellen Erfolgs angetrieben werden, erinnert Tony Dungy uns daran, was im Leben wirklich wichtig ist. Auf dem Höhepunkt seines NFL-Erfolgs hat er sich die Zeit genommen uns zu zeigen, wie wertvoll es ist, nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch Erinnerungen zu schaffen, sich auf die Familie statt auf den Ruhm zu konzentrieren und einen Schatz ewigen Reichtums aufzubauen, der nie vergeht. Lesen Sie dieses Buch nicht nur – lauschen Sie ihm mit den Ohren Ihrer Seele!“ PRISCILLA SHIRE R , Autorin und Referentin „In der heutigen Welt, in der Sportgrößen und Filmstars zu Idolen gemacht werden, ist Tony Dungy ein wahrer Held. Sein Leben ist ein Zeugnis dafür, dass jemand, der sein Bestes tut und Gott den Rest überlässt, nicht nur erfolgreich ist, sondern durch seine Lebensweise auch andere positiv beeinflusst. Tony Dungy ist für mich ein großartiger Freund und ein wunderbares Vorbild.“ BENJAMIN S. CARSON, SR., MD , Professor und Direktor der Kinderklinik für Neurochirurgie, Johns Hopkins Medical Institutes „Mein guter Freund Tony Dungy demonstriert mit seinem persönlichen Leben und mit diesem ausdrucksvollen Buch, dass es möglich ist, sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb davon ein überzeugter Christ zu sein und dabei als Sieger hervorzugehen. Dieses


einfühlsame Buch fordert seine Leser heraus, ermutigt und inspiriert sie, ihren Glauben kompromisslos in jeden Bereich ihres Lebens zu integrieren, damit auch wir, trotz aller Herausforderungen und Hindernisse, die das Leben mit sich bringt, siegreich sein werden.“ TONY EVANS , Hauptpastor von Oak Cliff Bible Fellowship; Präsident von The Urban Alternative „‚Keine Entschuldigungen, keine Erklärungen.’ Zum ersten Mal hörte ich Coach Dungy diese Worte 1996 sagen, als er erklärte, wie wir das Team der Bucs neu organisieren würden. Doch der Coach forderte uns heraus, mehr zu sein als nur ein siegreiches Footballteam. Er wollte, dass wir auch im Leben Gewinner waren und ging uns dafür mit seinem Beispiel voran. Dieses Buch hat nicht genug Seiten, um all die Geschichten über die Menschen, deren Leben Coach Dungy berührt hat, wiederzugeben. Man muss keinen Ring gewinnen, um ein Champion zu sein, doch ich bin sehr froh, dass er einen Super BowlRing gewonnen hat, weil er so weiterhin Gebrauch von der Plattform machen kann, die Gott ihm gegeben hat.“ DERRICK BROOKS , Outside Linebacker bei Tampa Bay Buccaneers „Inmitten des ohrenbetäubenden Lärms der Maschinerie weltlichen Ruhms hinterlässt der geistliche Mann leise Fußstapfen inspirierten Glaubens. Tony Dungys Fußstapfen lassen sich zu Gott und seiner Familie zurückverfolgen. Diese Basis hat ihn mit der Liebe, der Kraft, dem Mitgefühl und der Toleranz ausgestattet, um seinen weltlichen Lauf mit der größten Gabe und dem höchsten Zweck eines Menschen zu erfüllen – Gott und seinen Mitmenschen zu dienen.“ JIM IRSAY , Teambesitzer der Indianapolis Colts „In den 21 Jahren, in denen ich Tony Dungy nun kenne, war er stets ein makelloser, aufrichtiger und offener Mensch. Ganz gleich welchen Problemen oder Schwierigkeiten er sich gegenüber sah, hat er als ein Mann des Glaubens stets den Bibelvers aus Sprüche 16, 32 verkörpert: ‚Es ist besser, geduldig zu sein als mächtig; es ist besser, Selbstbeherrschung zu besitzen, als eine Stadt zu erobern.’ Dungy hat sich an das biblische Erfolgsrezept gehalten. Sowohl im Football als auch im Leben ist Tony Dungy ein Gewinner.“ JAMES BROWN , Moderator bei The NFL today und CBS Sports


„Tony Dungy ist in jeder Hinsicht ein Weltstar. Seine stille Kraft, sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb davon, ist eine Inspiration für Millionen. Sein Gefühl für Prioritäten ist außergewöhnlich und kompromisslos. Sein starker Wunsch, das Rampenlicht von sich selbst abzuwenden und auf Christus zu richten, ist bewundernswert. Noch beeindruckender sind jedoch der Charakter und die Würde, die er zeigt, wenn keine Kameras auf ihn gerichtet sind, wenn er nicht im Rampenlicht steht. Er ist ein Mann mit einem enormen Glauben, und er lebt diesen Glauben an jedem Tag seines Lebens. Er hat mich inspiriert und ich bin sehr dankbar für seine Freundschaft.“ MICHAEL W. SMITH , Sänger und Songschreiber „Zu sagen, ich sei ein Footballfan wäre eine Untertreibung. Ich liebe Football. Doch noch mehr liebe ich meinen Freund und Coach der Indianapolis Colts Tony Dungy. Er hat einen nachhaltigen Einfluss auf Indianapolis, der weit über Football hinausgeht. Tony Dungy ist ein Mann, der den Football und das, was er uns lehrt, dazu gebraucht, uns allen von seiner Reise mit dem Herrn zu erzählen. Er geht mit stiller Kraft durch jeden einzelnen Tag.“ SANDI PATTI , Sängerin und Songschreiberin „Über zehn Jahre lang hat Tony Dungy mich auf seine ruhige Art bedeutende Lektionen in den Bereichen der Leiterschaft und des Lebens gelehrt. Nun teilt er diese Lektionen in diesem nachdenklich stimmenden Buch mit Ihnen. In Stille Kraft nimmt Tony uns mit auf eine Reise, die grundlegende Prinzipien für das Leben und unseren letztendlichen Lebenszweck offenbart.“ MARK W. MERRILL , Präsident, Family First und All Pro Dad „Tony Dungy ist zu einer Ikone für Kraft, Charakter, Ausdauer und Glauben geworden. Stille Kraft kann uns allen dabei helfen, auf die von Gott gegebenen Reserven von Charakter, Stärke und Frieden zurückzugreifen, die es uns ermöglichen, während der Tiefpunkte des Lebens aufrecht zu stehen und während der Zeiten gefeierter Triumphe demütig zu sein. Ich applaudiere Tony für sein inspirierendes Zeugnis, das er in diesem Buch niedergeschrieben hat.“ S. TRUETT CATHY , Gründer und CEO, Chick-Fil-A


inhalt

VORWORT von Denzel Washington dANKSAGUNG EINLEITUNG

xiii

Tampa im Regen

1

DIE DUNGY-FAMILIE

7

Ein dunkelh채utiger Quarterback

21

Gott kommt zuerst

35

Der Weg zu Lauren

49

Die Entwicklung zum Leiter

61

Eine unglaubliche Chance

77

Der Aufbau des Teams

87

Tun, was wir tun

95

Volle Stadien

11 3

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

ix xi

11 .

Die Definition von Erfolg

125

12.

Hurrikans und Tornados

135

Tampa Teil 2 und offene Herzen

151

Eine harte Erfahrung

165

13.

14.

15.

Eine weiche Landung

177

16.

Ein Geburtstagssegen

193

Zentimeter, die den Tod bedeuten

207

Eine unvergessliche Saison

217

Weiter auf Kurs

239

Das Rennen zum Super Bowl

51

Epilog

267

17.

18.

19.

20.

vii


Vorwort Von allen Seiten werden wir von Schwierigkeiten bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir sind ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Wir werden verfolgt, aber Gott lässt uns nie im Stich. Wir werden zu Boden geworfen, aber wir stehen wieder auf und machen weiter. Durch das Leiden erfahren wir am eigenen Leib ständig den Tod Christi, damit auch das Leben Christi an unserem Körper sichtbar wird. Es ist wahr: Weil wir Jesus dienen, leben wir in ständiger Todesgefahr, damit sein Leben an unserem sterblichen Körper offenbar wird. 2. Korinther 4, 8-9 Wir haben den Segen und die Ehre, das Vorwort für ein Buch zu schreiben, das wahrhaftig die Kraft Gottes und den Lohn für den Gehorsam gegenüber Gottes Wort repräsentiert. Am 4. Februar 2007 erlebten Millionen von Menschen, wie Tony Dungy seinen Glauben bekannte, nachdem er die höchste Auszeichnung im Football, das Super Bowl Championship, gewonnen hatte. Coach Dungy machte Geschichte als der erste afroamerikanische Coach, der den Super Bowl gewann. Obwohl das bedeutend ist, ist es nur ein kleiner Teil seiner Reise auf dem Weg zur Erfüllung seines Lebenszweckes. Man sagt, dass wir in allem gut werden, was wir praktizieren. Coach Dungy praktiziert einen aktiven Glauben. Dieser Glaube ist weder Trick noch Magie noch der Wille eines starken Geistes. Er ist kein Stoßgebet, damit wir bekommen, was wir wollen und wann wir es wollen. Aktiver Glaube bedeutet, dass wir alles bekommen, was uns durch Gottes Wort verheißen wurde – zu seinem Zweck und gemäß seinem Zeitplan. Sein aktiver Glaube hat Tony Dungy befähigt, viele Höhen zu erklimmen. Große Errungenschaften erfordern große Anstrengungen; und Coach Dungys größte Leistung ist es, dass er dem Willen Gottes während all dieser Anstrengungen stets gehorsam geblieben ist. Coach Dungys Leben offenbart seinen unerschütterlichen Glauben an Gott und seinen Gehorsam gegenüber seinem Wort. Seine Geschichte ist eine Anleitung für einen Lebensstil mit Grundsätzen und ein Bekennt

ix


stille kraft

nis seines Glaubens an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Dieser Bericht ist das Zeugnis, dass Coach Dungys Überzeugungen ihn sein ganzes Leben hindurch aufrecht gehalten haben. Es ist höchst inspirierend, Tony Dungys Leben von seinen Anfängen bis in die Gegenwart zu verfolgen. Denn dass er, der abgelehnt, ignoriert, gelobt und zurückgewiesen wurde, dennoch Würde, Kraft und Hoffnung bewahrt hat, ist ein Zeugnis für seinen unerschütterlichen Glauben. Manche seiner Entscheidungen waren nicht populär, doch er ließ sich nicht beirren. Er blieb dem Willen Gottes verpflichtet. Der Lohn für einen solchen Glauben ist weitaus besser als alles, was die materielle Welt zu bieten hat. In dieser Welt kann man nie zufrieden gestellt werden. Der Lohn dafür, geduldig und dem Willen Gottes gehorsam zu bleiben, besteht darin, dass das Leben erfüllend und zufrieden stellend, ja vollständig wird. In Hebräer 11, 6 heißt es: „Wer zu ihm kommen möchte, muss glauben, dass Gott existiert und dass er die, die ihn aufrichtig suchen, belohnt.“ Wir sehen ein wunderbares Zeugnis für einen solchen Glauben in diesem mutigen Mann.

Pauletta und Denzel Washington

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Danksagung von N athan W hitaker

TONY STRÄUBTE SICH DAGEGEN, einige Menschen an dieser Stelle ausdrücklich zu erwähnen, weil er wusste, wie viele Menschen dieses Buch möglich gemacht haben, sowohl durch ihre direkte Mitarbeit als auch durch ihre enge Verbindung zu Tony und Lauren und damit auch zum Inhalt dieser Seiten. Obwohl er Recht hat – wir werden zwangsläufig Leute vergessen – hatte ich viel zu viel Hilfe bei diesem Buch, als dass ich nicht den Versuch wagen würde, den Menschen zu danken, die mich unterstützt haben. Wir sind dankbar für die Zeit und die Erinnerungen von Jerry Angelo, Jim Caldwell, Vernon Cheek, Clyde Christensen, Jackie Cook, Mark Dominik, Herm Edwards, Leslie Frazier, Loren Harris, John Idzik, Craig Kelley, Tom Lamphere, Rich McKay, Mark Merrill, Veronica Pinto, Tim Ruskell, Donnie Shell, Alan Williams und Ruston Webster. Unsere Anerkennung gilt auch den Pastoren, die Tony und Lauren in ihrem Eheleben so treu gedient haben: Richard Farmer, Charles Briscoe, Steve Gould, Ken Whitten, Abe Brown, Jeff Singletary, John Ramsey und Clarence Moore. D. J. Snell von Legacy, LLC, in seiner Doppelrolle als unser Literaturagent und unser Bruder in Christus, war mit seiner Anleitung und seiner Vision für dieses Buch von unschätzbarem Wert, ebenso wie Jim Dodson, der uns bei den Manuskriptentwürfen unterstützt und ermutigt hat. Unser Glaube an Tyndale House Publishers hat sich bestätigt durch die Arbeit von Jan Long Harris, Todd Starowitz, Sarah Atkinson, Doug Knox, Mark Taylor, Dan Elliott, Lisa Jackson, Jeremy Taylor, Bonne Steffen, Erin Smith, Sarah Rubio, Dean Renninger und all den anderen Mitgliedern der herausragenden Belegschaft.

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stille kraft

Weitere Unterstützung – manchmal durch ein ermutigendes Wort oder Gebet, manchmal durch direkte Mitarbeit an dem Buch – erhielt ich von Don Buerkle, Dom und Karen Capers, Brian und Cindy Clark, Jeff und Shaunti Feldhahn, David French, Chan Gailey, Matthew Hartsfield, John Kingston, Buddy Moore, Betsy und Mike Mularkey, Phil Pharr, Rob Rose, Heath Scheisser, Charlie Skalaski, Todd und Christine Stockberger, George Woods und John Wunderli. Ich bin unglaublich dankbar für die Hilfe von Lauren Dungy, die einen Mittelweg gefunden hat zwischen dem Wunsch, ihr bereits öffentliches Leben zu schützen, und dem Wissen, dass die Weitergabe ihrer Erfahrungen das Leben anderer positiv beeinflussen kann. Ich bete, dass der Herr ihren enormen Einfluss durch ihre Partnerschaft mit Tony weiterhin segnen wird. Ich hätte all das niemals geschafft, wenn mich meine Familie nicht unterstützt hätte – meine Frau Amy, die ihren Glauben an mich auch lange, nachdem meiner bereits nachgelassen hatte, aufrechterhielt; meine kostbaren Töchter – Hannah mit ihrer Anteilnahme und der Entdeckung des Kommas, das wir auf Seite 64 brauchten, und Ellie Kate, indem sie lange genug damit aufgehört hat, an meine Bürotür zu klopfen, sodass ich meine Arbeit beenden konnte, und meine Eltern, Scott und Lynda Whitaker mit ihrem Glauben an meine Vision und ihrer großen Hilfe beim Redigieren. Tony, durch diesen ganzen Prozess hindurch warst du „das Spiegelbild Jesu“, in guten Zeiten wie in schwierigen. Ich werde dir für deinen Glauben an mich und dieses Projekt immer dankbar sein, und dafür, dass du eingewilligt hast, deine Geschichte zu erzählen, damit andere durch sie ermutigt und aufgebaut werden. Du bist ein bemerkenswerter Mann mit einer bemerkenswerten Geschichte. Vor allem danken Tony und ich unserem Herrn und Retter Jesus Christus, dass er uns auf der Reise unseres Lebens, einer Reise der Hoffnung, der Freude und der Verheißung des ewigen Lebens, so weit gebracht hat.

xii


Einleitung

Wenn du dich selbst erhöhen willst, erhöhe jemand anderen. Booker T. Washington „GANZ SICHER NICHT.“ Während der letzten Jahre wurde ich viele Male gebeten, ein Buch zu schreiben, und meine Antwort war stets dieselbe. Im Jahr 2004 aß ich mit meinem guten Freund Nathan Whitaker in Indianapolis zu Mittag und wir sprachen darüber, ein Buch zu schreiben, in dem es mehr um das Leben als um Football gehen sollte. War ich mir darüber im Klaren, wie ein solches Buch anderen helfen könnte? Ja, das war ich. Doch meine Antwort lautete immer noch „Nein.“. Und dann, im Februar 2007, gewann mein Team, die Indianapolis Colts, den Super Bowl XLI. Ich sagte immer noch Nein. Doch dann erhielt ich unzählige Karten, Briefe und E-Mails. „Danke für dein Zeugnis vor dem Spiel…“ „Mein Sohn und ich haben uns zusammen den Super Bowl und deine anschließenden Kommentare angesehen. Ich hätte ihn zwanzig Mal mit in die Kirche nehmen können, doch das hätte uns nicht die Möglichkeit eröffnet, dass wir so miteinander reden können, wie es nach dem Spiel der Fall war...“ „Mein Mann ist vor drei Wochen ausgezogen, doch dann hörte er eine Ihrer Bemerkungen darüber, dass man die Familie an die erste Stelle setzen sollte. Deshalb hat er angerufen und will, dass wir miteinander reden…“

xiii


stille kraft

Ich mag das Sprichwort: „Das Leben ist hart, aber Gott ist gut.“ Es ist Gottes Güte, die uns Hoffnung gibt, sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft. Und es war mein Wunsch, diese Hoffnung mit anderen zu teilen, die mein Nein schließlich in ein Ja verwandelte. Doch bevor wir beginnen, will ich sicherstellen, dass wir von denselben Voraussetzungen ausgehen. Im Mittelpunkt dieses Buchs steht nicht der Super Bowl. Tatsächlich geht es nicht einmal um Football. Versteh mich nicht falsch – Football ist großartig. Der Football hat jahrzehntelang für meinen Lebensunterhalt gesorgt und meine Leidenschaft geprägt. Es war der erste Job, den ich je hatte, bei dem ich tatsächlich begeistert zur Arbeit ging. Aber Football ist nur ein Spiel. Er ist keine Familie. Er ist kein Lebensstil. Er besitzt keinerlei wesentliche Bedeutung. Er ist nur Football. Er dauert drei Stunden, und wenn das Spiel vorüber ist, ist es vorüber. Und offen gesagt, wie du dieses ganze Buch hindurch sehen wirst, ist diese Tatsache – dass es vorbei ist, wenn es vorbei ist – eine der Seiten des Football, die die größte Anziehungskraft auf mich ausübt. Wenn ein Spiel zu Ende ist, gewonnen oder verloren, ist es Zeit, sich auf das nächste vorzubereiten. Die Coaches und Spieler haben wirklich keine Zeit zu feiern oder niedergeschlagen zu sein, denn der Sonntag ist vorüber und der Montag hat begonnen. Und ganz gleich, was gestern geschehen ist, man muss bereit sein, am nächsten Sonntag zu spielen. So funktioniert das – genauso wie im Leben. Es ist der Weg, auf den es ankommt. Das Lernen ist wichtiger als die Prüfung. Sorge für ein ausreichendes Training und das Spiel wird von selbst laufen! Ob du nun einen Schlag ins Gesicht bekommen hast oder auf Wolken schwebst – es geht weiter, und dann kommt das nächste Spiel. Wenn Football das einzige wäre, was mir etwas bedeutet, hätte ich meinen Job als Coach nach der Saison von 2001 aufgegeben, als ich meine Arbeit bei den Tampa Bay Buccaneers beendete – oder als sie die Zusammenarbeit mit mir beendeten. Zu dieser Zeit dachte ich, Gott würde mich auf einen anderen Lebensweg führen. Es gab eine Menge Dinge, die ich schon immer „irgendwann einmal“ hatte tun wollen, und meine Familie wollte unbedingt in Tampa bleiben. Ich nahm an, dass Gott mir einfach sagen wollte, dass dieses „irgendwann einmal“ nun gekommen war. Wenn alles nur um Football ginge, wäre ich nach der Saison 2005 gegangen, als ich – auf die schmerzhafteste Art und Weise, die ich mir vorstellen kann – daran erinnert wurde, dass Football in Wirklichkeit einen Platz weiter unten in meiner Prioritätenliste einnimmt. xiv


E i n l e i t u n g

Wenn alles nur um Football ginge, hätte ich mich nach der Saison 2006 beruflich verändert, als die Colts den Super Bowl XLI gewonnen und damit das ultimative Teamziel in der National Football League erreicht hatten. Denn schließlich, wenn Football alles wäre, auf das es ankommt, was gäbe es dann sonst noch zu tun? Es wäre ganz einfach gewesen: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe den ultimativen Sieg erzielt. Ich trete zurück.“ Jeder hätte das verstanden. Doch den Super Bowl zu gewinnen, ist nicht der ultimative Sieg. Und nochmals, nur um sicherzustellen, dass wir uns richtig verstehen, es geht nicht nur um Football. Es geht um den Weg – meinen und deinen – und die Leben, die wir berühren können, das Vermächtnis, das wir hinterlassen und die Welt, die wir zum Besseren hin verändern können. Ich fühle mich noch immer nicht ganz wohl dabei, meine Geschichte in ein Buch zu packen, aber ich sehe es so: Obwohl Football ein Teil meines Lebens war, den ich sehr genossen habe, habe ich es immer als ein Mittel betrachtet, noch mehr zu tun. Ein Mittel, um von meinem Glauben zu berichten, um andere Menschen zu ermutigen und zu stärken. Und ich betrachte dieses Buch als eine Möglichkeit, die Plattform, die der Football geschaffen hat, zu erweitern. Trotz meines Berufs bin ich vom Wesen her ein sehr zurückhaltender Mensch, und auch meine Familie lebt sehr zurückgezogen. Deshalb wirst du in diesem Buch nicht viel über meine Kinder erfahren. Ich liebe sie von ganzem Herzen und es ist unmöglich, meine Geschichte zu erzählen, ohne sie zu erwähnen. Gleichzeitig steht das jedoch den Bemühungen meiner Frau Lauren entgegen, die hart daran gearbeitet hat, unsere Kinder so normal wie möglich aufwachsen zu lassen, auch wenn ihr Vater der Chefcoach eines NFL-Teams ist. Mit einer bemerkenswerten Ausnahme stehen meine Kinder in diesem Buch also nicht oft im Mittelpunkt. Ich hoffe, dass du – ebenso wie meine Kinder – meine Gründe dafür verstehst und akzeptierst. Dieses Buch dreht sich jedoch auch nicht nur um mich. Es geht um die Prioritäten, die Entscheidungen, die Ansätze und Gewohnheiten, die dazu führen, dass man ein Gewinner wird und wahren Erfolg erlebt. Es handelt von dir und von mir und unserer gemeinsamen Reise in dieser Welt. Es handelt von den Dingen, die ich gelernt habe, von den Fehlern, die ich gemacht habe, und von meinem Leid, das mich die Gegenwart des Vaters suchen ließ. Ich hoffe, dass du am Ende erkennen wirst, dass sich wirklich alles um ihn dreht.

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TAMPA IM REGEN KAPITEL EINS

Von allen Seiten werden wir von Schwierigkeiten bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir sind ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Wir werden verfolgt, aber Gott lässt uns nie im Stich. Wir werden zu Boden geworfen, aber wir stehen wieder auf und machen weiter. 2. Korinther 4, 8-9 ES WAR ZEIT. Ich erkannte, dass ich lange genug gewartet hatte. Die Dunkelheit war über diesen Winterabend hereingebrochen, zwei Tage nachdem wir das Training unseres Teams für diese Saison beendet hatten. Das Gebäude lag verlassen, als ich heranfuhr und neben der kleinen Holzhütte parkte, die den Eingang zum One Buccaneer Place bewachte. One Buc, wie wir es nannten, war von Stille umgeben. Das einstöckige Stuck- und Betonblockgebäude lag am Rand des Tampa International Airport. In der Farbe von Pekannussbutter-Eiscreme getüncht, war dies das ursprüngliche Gebäude, das die 1976 neu formierten Buccaneers beherbergte. Statt das Gebäude zu erweitern, als die Organisation im Laufe der Jahre in ihrer Größe förmlich explodierte – es wurde zusätzliches Personal für die Bereiche des Coaching, Scouting, Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit, den Kartenverkauf und andere Funktionen eingestellt – hatten die Bucs in den späten 90er Jahren einfach eine Reihe von Wohnwagen am Rand eines kleinen Parkplatzes platziert. Die Wohnwagen waren allgemein als Two Buc bekannt. Oscar, der Dienst habende Wachmann, begleitete mich und öffnete mir das verschlossene Tor an der Seite des Gebäudes, da mein Sicherheitscode nicht mehr funktionierte. Schweigend packte ich ein, was sich in den sechs Jahren meiner Dienstzeit in meinem Büro angesammelt

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stille kraft

hatte – drei Ringbücher mit Notizen, Spieldiagramme und Zettel mit Angriffsstrategien, verschiedene Bücher und Fotografien, die Videospiele meiner Söhne und einige Buccaneer-Kappen, obwohl ich sie nie wieder tragen würde. Ich verlor mich in meinen Erinnerungen, während ich die Dinge ziemlich planlos in den Kartons verstaute, die meine Verwaltungsassistentin aufmerksam für mich bereitgestellt hatte. Nein, erkannte ich, Lora ist jetzt die Verwaltungsassistentin von jemand anderem. Ich hielt inne, um ein holzgerahmtes Bild auf dem Stapel zu betrachten. Es war in unserem ersten Jahr in Tampa aufgenommen worden und wir alle strahlten: Meine Tochter Tiara, meine Söhne Jamie und Eric, meine Frau Lauren und ich. Das Gras im Stadion hinter uns war von lebhaftem Grün wie die Färbung einer irischen Wiese und von frischen weißen Streifen in Fünf-Yard-Abschnitte aufgeteilt. Die Zuschauertribünen im Hintergrund des Bildes waren mit einer in Rot und Orange gekleideten Menschenmenge gefüllt, die der gnadenlosen Sonne Floridas entgegen blinzelte. Der Sommer 1996 war schon lange Zeit vorüber. Jetzt, im Winter 2002, war der Himmel Floridas dunkel. Es war dunkel, kalt und feucht. Der Nebel, der am Nachmittag eingesetzt hatte, war in leichten Regen übergegangen. Das Wetter spiegelte meine düstere Stimmung an diesem Abend des 14. Januar wider. ;

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Ich packte die letzten Sachen ein. Es war nicht viel. Einige Kartons standen an der Tür, bereit, nach Hause gebracht zu werden. Es blieb nichts mehr übrig, was von Bedeutung war. Ich musste zugeben, dass sich in diesem Büro sehr viel abgespielt hatte. Meine Söhne Jamie und Eric hatten hier die letzten sechs Jahre über einen Großteil ihrer Hausaufgaben erledigt, und das Büro hatte zahllose Ballspiele, VideospielWettbewerbe und andere Arten des Zeitvertreibs, denen kleine Jungen eben nachgehen, gesehen. Später erfuhr ich, dass Rich McKay, der geschäftsführende Direktor der Bucs während meiner Amtszeit als Chefcoach, den Verwalter des Gebäudes gebeten hatte, das Büro in dieser Woche zu reinigen und neu zu streichen, wobei er bemerkte, dass mein Nachfolger „dabei war, in ein Büro einzuziehen, in dem zwei Jungen während der letzten sechs Jahre jeden Tag verlebt hatten“. Als ich alles eingepackt hatte, bemerkte ich, dass sich die leichten Tropfen in einen heftigen Regen verwandelt hatten. Ich hätte einfach hinausgehen sollen, denn ich war bereits spät 2


ta m pa i m r e g e n

dran. Stattdessen verließ ich mein Büro und ging durch das Gebäude. Im Umkleideraum der Coaches hielt ich an. Ich blieb in der Mitte des Raums stehen und ließ meinen Blick über den beengten, abgenutzten, zwölf mal fünfzehn Meter großen Raum schweifen. Ich blickte nacheinander auf die Schließfächer, las einige Namen und rief mir einige andere in Erinnerung. Monte Kiffin. Chris Foerster. Clyde Christensen. Rod Marinelli. Wir hatten diesen Umkleideraum und viele Erinnerungen miteinander geteilt, diese Männer und ich. Wir hatten Stunden, Wochen und Jahre zusammen verbracht. Diese Männer hatten nur zwei Tage zuvor den gefrorenen, betonharten Synthetikrasen in Philadelphia mit mir verlassen, als ihre berufliche Laufbahn von der 31 : 9-Niederlage der Bucs bedenklich erschüttert worden war. Für uns alle – auch für die Spieler – hatte so viel auf dem Spiel gestanden, doch das Ergebnis war nie wirklich zweifelhaft gewesen. Es war eine schwierige Saison gewesen, was durch ihr schmerzliches Ende noch unterstrichen wurde. Und jetzt hatte Gott für uns alle etwas anderes im Sinn. Ich suchte Trost in all den Dingen, die wir zusammen erreicht hatten – wir waren dreimal hintereinander in die Playoffs gekommen und hatten mehr Siege erzielt als jede andere Besetzung in der Geschichte des Teams – doch sie erschienen hohl, sogar in mir. Ich starrte auf die Schließfächer, plötzlich überwältigt von dem ungeheuren Ausmaß dieses Moments, als ich mich an die Namen von Männern erinnerte, die mein Team schon lange verlassen hatten. Lovie Smith. Herm Edwards. Mike Shula. Wochenlang hatte es Vorzeichen gegeben. Und nachdem bereits die ganze Saison über Gerüchte kursiert hatten, dass ein neuer Chefcoach angeworben werden sollte, wurden diese Spekulationen schließlich zur Realität. Ich wurde gefeuert. Viele der Assistenzcoaches – vielleicht auch alle – sollten ebenfalls entlassen werden. Sie würden alle gut aus der Sache herauskommen. Ich wusste das. Doch mich schmerzte auch der unvermeidliche Kummer, den sie erfahren würden, wenn sie sich mit ihrer unsicheren Zukunft auseinandersetzen mussten, und den es ihren Frauen und Kindern bereiten würde, wenn man sie ihres sozialen Umfeldes beraubte und aus der Schule herausriss. Joe Barry. Mike Tomlin. Alan Williams. Jim Caldwell. Diese Männer waren erst in diesem Jahr gekommen. Warum mussten sie gehen? Das war schwer zu verstehen. Meine Familie war aus einem bestimmten Grund nach Tampa gekommen. Gott hatte uns hierher

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stille kraft

geführt, hatte uns Türen geöffnet, von denen wir nicht erwartet hatten, dass sie uns offen stehen würden, und uns erlaubt, in diesem Ort enge Verbindungen aufzubauen. Doch zu welchem Zweck? Offensichtlich nicht wegen des Football. Ich war mir sicher, dass die Buccaneers meine beste – und möglicherweise letzte – Chance gewesen waren, ein NFL-Team anzuführen. Aus welchem Grund auch immer, hatte Gott die Tür geschlossen. Warum? Möglicherweise für irgendeinen Dienst. Ich war stark engagiert in der All Pro Dad-Organisation und Abe Browns Gefängnisdienst, die ihren Sitz beide in Tampa hatten, sowie in unserer Gemeinde, der Idlewild Baptist Central. Vielleicht versuchte Gott, meinen Fokus in diese Richtung zu lenken. Doch musste er diese Tür jetzt schon schließen? Und sie so fest verschließen? Es war wirklich schwer zu begreifen. Ich war treu gewesen, oder etwa nicht? Ich war in meiner Mission so treu gewesen, dass ich sicher – sicher  – Segen von ihm zu erwarten hatte. Ich war 1996 mit dem Traum hierher gekommen, eine Organisation zu schaffen, die auf Werte und Charakter gegründet ist, und meine Mitarbeiter und ich waren erfolgreich darin gewesen, genau das zu tun. Doch offensichtlich wollte Gott jetzt etwas anderes von mir. Es war nicht wirklich die Entlassung selbst, die mich schockierte, sondern eher der Gedanke, dass Gott es zuließ, dass dieses großartige Experiment endete. Hatten wir nicht versucht, alles richtig zu machen? Oscar kam zurück. Es war spät, kurz vor Mitternacht. Ich ging hinaus und bahnte mir zwischen den Squat Racks, den Bänken und anderen Maschinen zum Muskeltraining einen Weg durch den Trainingsbereich, der dem Gebäude angegliedert war. Kühler Nebel blies unter dem Vordach herein und befeuchtete mein 46-jähriges Gesicht. Dieser Teil des Trainingsraumes lag im Freien und war vorn und seitlich offen, aber wenigstens hatten die Glazers, die Besitzer der Bucs, ihn teilweise mit einem Vinylvordach geschützt. Obwohl die Gewichte, entsprechend den täglichen Launen des Klimas im Südwesten Floridas, gekühlt und erhitzt wurden – hauptsächlich erhitzt – waren sie den Elementen normalerweise nicht direkt ausgesetzt. Ich blickte nach links, über die Reihe von Squat Racks hinweg und über das Gebäude hinaus. Durch die Dunkelheit und den Regen konnte ich die beiden Trainingsfelder nur schemenhaft erkennen. Die Start- und 4


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Landebahnfeuer des Flughafens nur wenige Yards dahinter waren klar zu sehen. Wo war der brennende Busch? Wo war diese leise, kleine Stimme? Oder, noch besser, die laute, dröhnende Stimme. Die einzige Stimme, die ich klar hören konnte, war meine eigene, die in die Wildnis hinausschrie. Wann werde ich deine Stimme hören, Herr? Ich tauchte aus meinen Gedanken auf, als Oscar schnell zwischen den Gewichthebemaschinen hindurch und um sie herum manövrierte, um mich zur nächsten Tür zu führen. Er drückte den elektronischen Knopf, um das Magnetschloss des Maschendrahttors zu öffnen, das den Trainingsbereich und die Spielfelder von dem wartenden Parkplatz trennte. ;

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Der Reporter von Bay News 9 hatte die ganze Nacht auf diesen Schnappschuss gewartet. Seit zwei Tagen standen die Fahrzeuge der Nachrichtenagenturen entlang der Straße auf dem Rasen vor dem Gebäude in den nahe gelegenen Gräben – wo auch immer sie in der Nähe des One Buc Platz gefunden hatten. Ich dachte, sie hätten alle die Nachtwache bereits aufgegeben, als die Buccaneers die Erklärung herausgegeben hatten, dass am folgenden Morgen eine Pressekonferenz stattfinden würde. Doch einer der Reporter war, seiner Ahnung folgend, in der Dunkelheit und dem Regen zurückgekehrt und stand jetzt kurz davor, das große Los zu ziehen. Er musste meinen Kopf über der dunkelgrünen Abschirmung des Zauns gesehen haben, denn genau in dem Augenblick, als ich die Kartons durch das Tor ins Freie trug, begann er zu filmen. Er befand sich auf der anderen Straßenseite, saß auf dem Rücksitz des Fahrzeugs einer Nachrichtenagentur auf dem Flughafengelände, doch angesichts der engen Straße und des kleinen Parkbereichs war er nicht mehr als fünfzehn Meter entfernt. Die Linse seiner Videokamera schaffte es mit Leichtigkeit, diese kurze Distanz auszugleichen, als ich direkt auf ihn zuging. Seine nächtliche Aufzeichnung wurde in den nächsten Tagen wiederholt gesendet. Jeder im Sendegebiet Tampas hatte vielfach die Möglichkeit zu sehen, wie Tony Dungy, der frühere Chefcoach der Tampa Bay Buccaneers, im strömenden Regen Kartons in seinen Geländewagen lädt. Als ich vom One Buc wegfuhr, wusste ich, dass meine reale und schmerzhafte Erfahrung, gefeuert zu werden, in der Gesellschaft des frühen 21. Jahrhunderts nur allzu normal war. Ich erinnerte mich selbst daran, dass der Schmerz nicht ewig dauern würde; tröstete mich mit dem Wissen, dass auch das vorübergehen würde. Doch meine Gefühle waren

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stille kraft

eine Mischung aus Frieden und Verwirrung, und in meinem Kopf wirbelten unbeantwortete Fragen umher. Was kommt als nächstes? Was hätten wir anders machen können? Ich fuhr über den Columbus Drive auf den Dale Mabry Highway. Ich passierte das Raymond James Stadion, wo ich so viele Höhepunkte erlebt hatte. Passenderweise war es jetzt leer. Als ich die Bears Avenue erreichte, holte ich tief Luft und ließ sie langsam wieder herausströmen. Ich sagte mir immer wieder, dass ich weitergehen würde, dass sich die Dinge in beruflicher Hinsicht positiv entwickeln würden, dass Lauren und die Kinder belastbar genug waren, um mit all dem umzugehen. Und es war offensichtlich für mich, dass Gott etwas anderes für uns hatte, sonst hätte er unsere Arbeit mit den Bucs nicht beendet. Wann werde ich deine Stimme hören, Herr? Ich hoffe bald. Ich wusste, letzten Endes würde alles gut werden, doch in diesem Moment – in dieser regengepeitschten Nacht des 14. Januar 2002 – reisten der Pfadfinder in mir und meine Stimmung unter denselben dunklen Wolken.

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Leseprobe-Stille Kraft