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psychosoziale beratung und empowerment

Studie zur Lebensqualität von COPD-Patienten und deren Partnern Chronische Lungenkrankheiten haben nebst den körperlichen Beeinträchtigungen nicht selten einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Betroffenen und des psychosozialen Umfeldes. Um mehr über die psychische Belastung und die Lebensqualität von COPD-Patienten und ihren Partnern zu erfahren, hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UniversitätsSpitals Zürich im Auftrag von Lunge Zürich eine Studie zur Erhebung der psychischen Belastung und Lebensqualität durchgeführt.

Die Resultate der Studie «Psychische

Ab Sommer 2011 bietet Lunge Zürich ne-

Belastung

bei

ben der bereits bestehenden psychologi-

COPD-Patienten und bei deren Part-

schen Beratung auch eine spezialisierte

nern» * verdeutlichen, dass sowohl die

Sozialberatung an, in deren Rahmen eine

von der Krankheit betroffenen Perso-

Sozialarbeiterin beispielswiese Unter-

nen als auch die jeweiligen Partner un-

stützung bei sozioökonomischen Proble-

ter Angst und Depressionen leiden: Bei

men oder bei Fragen im Zusammenhang

knapp 30% der COPD-Patienten und

mit der Wohnsituation und der sozialen

sogar bei knapp 40% der Partner wur-

Einbettung anbietet. Zudem können

den klinisch relevante Angstwerte erho-

Angehörige in Erfahrungsaustausch-

ben. In Bezug auf depressive Symptome

Gruppen andere Angehörige kennen

wurde festgestellt, dass über ein Drit-

lernen und sich über Belastungen, aber

tel der Patienten und knapp ein Viertel

auch über mögliche Strategien zur Be-

der Partner erhöhte Depressionswerte

wältigung des von der Lungenkrankheit

aufweisen.

geprägten Alltags austauschen.

und

Lebensqualität

Lunge Zürich nimmt diese Erkennt-

Es ist Lunge Zürich ein Anliegen, das

nisse zum Anlass, das Augenmerk in der

Beratungs-

Beratung und Betreuung von Patienten

kontinuierlich zu verbessern und an die

und Angehörigen zukünftig noch mehr

spezifischen Bedürfnisse der Patienten

auf die psychische und soziale Situation

anzupassen. Die Mitarbeitenden von

zu richten. Mit gezielten Hilfsmitteln zur

Lunge Zürich reflektieren ihre Arbeit

Erfragung des subjektiven Befindens soll

regelmässig und werden speziell auch

eruiert werden, ob die von der Krankheit

im Bereich psychosoziale Beratung ge-

betroffenen Personen und Angehörigen

schult.

einen Bedarf an psychologischer Beratung oder Sozialberatung haben.

und

Betreuungsangebot

Korrespondenzadresse: PD Dr. Josef Jenewein Leitender Arzt Konsiliar-, Liaison- und Notfallpsychiatrie UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Rämistrasse 100, 8091 Zürich josef.jenewein@usz.ch

* Bodenmann, G.; Büchi, S.; Jenewein, J.; Meier, C.; Mörgeli, H.; Witzemann, L.: Psychische Belastung und Lebensqualität bei COPD-Patienten und bei deren Partnern. Praxis, 2010 (in press)

Geschaeftsbericht_2010  
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