Blickwechsel – Lunatic Vereinsmagazin 2017

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blick wechsel

Perspektiven auf die Festivalpraxis | #1 2017

.. SCHONE (NEUE) WELT? FESTIVALS VERSTANDEN ALS UTOPISCHE RÄUME (SEITE 6)

Hallo Frau Nachbar!

EIN GESPRÄCH MIT DEM DÄNISCHEN FESTIVALGIGANTEN ROSKILDE (SEITE 10)

Da steckt ‘ne ganze Menge drin DAS UNTERNEHMEN WERKHAUS IM PROFIL (SEITE 23)

.. KORPER, FUNK, KOLLEKTIV!

EIN INTERVIEW ÜBER RADIOBALLETT UND AKTIVISMUS IM ÖFFENTLICHEN RAUM (SEITE 25)

Liebhabe rplakat zum rau strennen ! Seite 16-1

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MOIN MOIN

Moin Moin S

chön, dass du zum Heft gegriffen hast und einen Blickwechsel mit der Redaktion des studentischen lunatic e.V. wagst. Dessen Hauptprojekt ist die Organisation des jährlichen lunatic Festivals auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Dabei ist dieses Magazin selbst ein Experiment im Rahmen des Lernprojektes: Die Redaktion besteht ausschließlich aus vereinsinternen Nachwuchsschreiber*innen statt aus Berufsjournalist*innen. Sie wagen aus ihrer Perspektive einen Blick auf Themen, die wir gerne nicht nur hinter verschlossenen Türen debattieren, sondern für Festivalbesucher*innen und -macher*innen transparent machen möchten. Mal sind es übergeordnete Fragen, die im Diskurs während eines laufenden Organisationsjahres entstehen, mal sind es kleine Einblicke durch das Schlüsselloch. Unsere erste Ausgabe widmet sich dem Leitthema “SCHÖNE (NEUE) WELT? – Festivals verstanden als utopische Räume” und der Frage, ob die Open Air Landschaft im allgemeinen eher dystopische oder utopische Züge aufweist. Als Mitgestalter*innen dieser Festivallandschaft stellen wir uns diese Frage selbst auch. Ob wir schlussendlich spannende Themenausschnitte gewählt haben, musst du entscheiden – es lohnt sich aber sicher, einen Blick zu riskieren. Wie ist die Idee zu diesem Magazin entstanden? Es begann mit einer Workshopfahrt im Oktober 2016. Wir, Ehemalige und aktuell Aktive des Vereins, setzten uns zusammen, um gemeinsam die Zukunftsfähigkeit der Vereinsstrukturen und die Außenkommunikation zu überdenken.

Schnell waren wir uns einig: dem “Dahinter” soll mehr Sichtbarkeit verschafft werden. Dafür konzipierten wir dieses Magazin, welches über lunatic als Lernprojekt und dessen Auseinandersetzung mit seiner Rolle im gesellschaftspolitischen Kontext berichtet sowie Interessierten die Möglichkeit gibt, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen - eben einen BLICKWECHSEL. Denn: Seit vierzehn Jahren findet mit den ersten Sommertagen des Jahres auf dem Campus der Leuphana Universität das lunatic Festival statt. Aufgezogen von Studierenden im Rahmen eines Projektseminars, stoßen diese im operativen Festivalalltag immer wieder auf gesamtgesellschaftliche Themen und Diskurse, sei es durch eigene Ansichten oder durch Reaktionen von Außen, von denen wir als Verein feststellen: als kulturschaffende Institution gehen sie uns etwas an. Dabei verstehen wir das Projektseminar als Reallabor, in dessen Raum sich mit Fragen der ökologischen und sozialen Verträglichkeit und Wirkung des eigenen Festivals beschäftigt werden kann. Wir versuchen stets umzudenken und alternative Ansätze zu entwickeln – in der Produktion wie in der Organisationsstruktur dahinter. Dennoch stehen wir auch nach 14 Jahren bei vielen Themen erst am Anfang: Jedes Jahr aufs Neue mit einem neuen Team, mitten im Studium und mitten im Festivalmarkt. Dieses Magazin soll Ideen vorstellen und bereits umgesetzte Projekte portraitieren. Es soll eine Plattform sein, die Perspektiven aufzeigt und das Sichtfeld erweitert. Übrigens, die aktuelle Ausgabe findest du auch online: www.lunatic-ev.de.

BLICKWECHSEL #1

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INHALT

Titelthema

Seite 13-15

.. Tschuss freifeld! Seite 10-12

Hallo FRau Nachbar! EIN GESPRÄCH MIT DEM DÄNISCHEN FESTIVALGIGANTEN ROSKILDE Einfach mal Hallo sagen haben wir gedacht, einfach mal nachfragen, ob es möglich wäre ein Interview zu bekommen. Umso größer war das Hallo, als dann prompt die Antwort kam: Klar! Wir freuen uns, dass Christine Bilde vom Roskilde Festival die Zeit gefunden hat, mit uns über ihre Festivalutopie zu sprechen.

EIN LETZTES GESPRÄCH MIT DEN KÖPFEN DES OLDENBURGER KULTURFESTIVALS Mit Bedauern haben wir vernommen, dass es das Freifeld Festival vorerst nicht mehr geben wird. Die Idee, die Organisator*innen des Festivals zum Titelthema zu interviewen, entstand vor dieser jüngst veröffentlichten Hiobsbotschaft. Wir in der Redaktion fanden: “Jetzt erst recht!”.

Seite 18-21

Spielwiese Seite 6-9

EIN ALLTÄGLICHER BEGNEGNUNGSORT BLÜHT AUF

FESTIVALS VERSTANDEN ALS UTOPISCHE RÄUME

“Spielwiese”, ruft Frieda und holt kurz Luft, um gleich den nächsten Satz Namensvorschläge abzufeuern. “Spielwiese passt super!”, ruft irgendjemand anderes. Frieda entspannt sich und fällt zurück in den Sitz. Noch weiß sie nicht, dass sie soeben eine kleine, feine Institution geschaffen hat.

.. SCHONE (NEUE) WELT?

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INHALT

Was macht die kunst? Seite 26-27

.. KORPER, FUNK, KOLLEKTIV!

.. Durchs schlusselloch geluschert Seite 21-22

EIN INTERVIEW ÜBER RADIOBALLETT UND AKTIVISMUS IM ÖFFENTLICHEN RAUM

“Veto!” VON DER ARBEIT IM KONSENS UND WARUM ES SICH LOHNT, EINEN BLICK DARAUF ZU WERFEN Stell dir vor, es gäbe eine Welt, in der jede Meinung zählt. Eine Welt, in der niemand mehr oder weniger wichtig ist als der oder die Andere, in der jeder und jedem Einzelnen zugehört und keine Person übergangen würde.

Freundeskreis Seite 23-24

Da steckt ‘ne ganze Menge drin

Über den Flurfunk haben wir erfahren, dass es so richtig losgeht diesen Sommer: Das Körperfunkkollektiv ist auf einigen Festivals vertreten und bewegt das Publikum dazu, anzutanzen - beim Radioballett.

DAS UNTERNEHMEN WERKHAUS IM PROFIL Alles beginnt in Holger Dannebergs Kopf. Er entwickelt das mittlerweile patentierte WerkhausStecksystem und ruft gemeinsam mit seiner Frau Eva die Werkhaus GmbH ins Leben.

Liebhaberplakat Seite 16-17

LIEBHABERPLAKAT – Das diesjährige Festivalplakat „Zum Ausschneiden“ Nachgefragt Seite 28

KOMMENTAR von Sven Prien-Ribcke Mitmachen Seite 29

WIE MITMACHEN? Seite 30

IMPRESSUM BLICKWECHSEL #1

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TITELTHEMA

Schรถne (neue) Welt? FESTIVALS VERSTANDEN ALS UTOPISCHE Rร UME

Text: Sarah Kociok, Illustration: Emilia Puille

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Festivals – sie sprießen wie Pilze aus den Wiesen und nehmen in allen Himmelsrichtungen Acker, Flugplätze und Freiflächen ein. Sie sind Freizeitritual einer ganzen Generation und konstituieren fast schon eine Art fünfte Jahreszeit: Von großen Massenveranstaltungen bis hin zu kleinen Liebhaberprojekten findet man zwischen Mai und Oktober eine schier unendliche Auswahl an Festivitäten vor. Selbst der urbane Raum ist davon eingenommen.

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TITELTHEMA

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as ist es, das so viele in den Sog der Festivalatmosphäre zieht? Ist es die Möglichkeit, bei Flunkyball und schallenden Bühnen dem Alltag zu entfliehen? Ist es die Idee einer Wochenendillusion, in der man vielleicht jemand anderes darstellen kann, als an den anderen 360 Tagen im Jahr? Oder sind es die kreierten Welten an sich, mit deren Besuch man sich kulturpolitisch positionieren kann? Vermutlich fällt die Antwort darauf individuell unterschiedlich aus. Wir als Festivalmacher*innen fragen uns: Welche Erlebniswelt möchten wir eigentlich erschaffen, wenn wir alles, von der Elektroleitung bis zum Bühnenprogramm, selbst aufziehen können? Welche Verantwortung tragen wir, alle Veranstalter*innen der Branche gemeinsam, bei der Reproduktion von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen?

Schaut man in die Festivallandschaft, ist es offensichtlich, dass diese Frage mehr und mehr an Relevanz gewinnt. Die Fusionisten und Macher*innen des Burning Man scheinen ihre Festivalwelten mit dem Anspruch zu inszenieren, ihre eigenen Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben zu manifestieren. Kollektive Programm- und Versorgungsgestaltung und barrierefreier Zugang für alle Interessierten sind selbstverständlicher Teil der Festivalkultur. Dort wird gefeiert, gewerkelt und Gesellschaft geformt. Die Kulissen haben häufig phantastischen Charakter und aktivieren Geist und Körper. Auch andere Freizeitwelten wie Dismaland, eine dystopische Disneyworldadaption des Street Artist Banksy, lohnt es zu betrachten, um sich einmal die Absurdität des Erlebniskonsums vor Augen zu führen. Der 2015 installierte Anti-Freizeitpark pointiert messerscharf gesellschaftspolitische Themen und entlarvt die perfiden Mechanismen des Eventkonsums: Die Ausstellung spielte der Provinz Weston-super-Mare an der britische Westküste 20 Millionen Pfund Tourismuseinnahmen ein und bescherte Banksy über 150.000 Besucher*innen. Dabei bekommt man als solcher nichts weiter als die Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit der aktuellen Weltgesellschaft vorgeführt. Dieser absurde Zirkelschluss macht die Satire der Unterhaltungsindustrie und Freizeitideologie erst so genial.

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Wir als Festivalmacher*innen fragen uns: Welche Erlebniswelt möchten wir eigentlich erschaffen, wenn wir alles, von der Elektroleitung bis zum Bühnenprogramm, selbst aufziehen können?

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reht man sich gedanklich noch etwas weiter, ergeben sich daraus interessante Denkansätze für die Festivalgestaltung: Wenn Legoland- und Disneyworld-Besuche den Markenweg in unsere Kinderzimmer ebnen, wenn Marketingbudgets nicht ohne Grund den Festivalmarkt füttern – welche Kraft könnten Wochenendutopien dann freisetzen, wenn man eine zukunftsfähige Gesellschaft darin promoten würde? Festivals, verstanden als Reallabor: Auf einer Wiese, auf einem Acker, auf Flugplätzen und auf Freiflächen. Eine Gesellschaftsutopie von Mai bis Oktober – fast schon so etwas wie eine Parallelwelt, in der eine neue Perspektive auf den eigenen Alltag eingenommen werden kann. In der öffentlichen Wahrnehmung wird in Sachen nachhaltiger Festivalorganisation meist von Ökologisch-weniger-schlimm-Lösungen und Mitmachaktionen berichtet, die vermeintlich alle am Programm teilhaben lassen. Die Frage ist, wer in diesem Fall alle sind, weil eben nicht alle mitmachen können. Nicht diejenigen, die das Gelände aus vielen Gründen gar nicht erst betreten, nicht diejenigen, die sich das Ticket nicht leisten können und auch nicht diejenigen, die kommen und sich auf dem Gelände nicht ausreichend repräsentiert fühlen. Längst sind nicht alle in der Ansprache inkludiert und adressiert – das reicht von der Markierung der Dixitoilette bis hin zu den Themen auf der Bühne.

Das Positive ist, dass es mehr Ausnahmen gibt als die Fusion und das Burning Man: Viele Veranstalter*innen beschäftigen sich schon heute mit Fragen einer nachhaltigen Festivalausrichtung, ohne dies öffentlich zu kommunizieren. Nicht selten befinden sie sich dabei in einem Dilemma zwischen gesellschaftspolitischen Idealen, gesetzlichen Vorschriften, eigenen Ressourcen und wirtschaftlichen Zwängen. Noch wissen die meisten dieser Festivals nicht, wie sie nachhaltigen Ansprüchen in Gänze genügen und dabei selbst tragfähig bleiben können. Einstein hat dazu mal gesagt: “Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” Na, wenn das mal keine Einladung ist, Festivals als utopische Räume zu verstehen.

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Hallo Frau Nachbar! EIN GESPRÄCH MIT DEM DÄNISCHEN FESTIVALGIGANTEN ROSKILDE Text: Jakob Wössner, Fotos: Thorbjoern Kragh, Kjeld Friis Interviewpartnerin: Christine Bilde

Einfach mal Hallo sagen haben wir gedacht, einfach mal nachfragen, ob es möglich wäre ein Interview zu bekommen. Umso größer war das Hallo, als dann prompt die Antwort kam: Klar! Wir freuen uns, dass Christine Bilde vom Roskilde Festival die Zeit gefunden hat, mit uns über ihre Festivalutopie zu sprechen.

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as Roskilde Festival ist ein seit 1971 jährlich stattfindendes Musikfestival in Dänemark. Das einwöchige Festival auf der Insel Seeland zählt mit bis zu 115.000 Teilnehmer*innen zu den größten Europas. Die Veranstaltung wird von bis zu 25.000 Freiwilligen aufgebaut, organisiert und betreut, die Erlöse werden gemeinnützig gespendet und zwar an verschiedene Organisationen in verschiedenen Nationen. Für uns ist das Roskilde Festival deshalb interessant, weil es aus der ehrenamtlichen Struktur gewachsen ist und sich augenscheinlich seine Werte bis heute erhalten hat. Leider konnte das kurzfristig angefragte Interview nur schriftlich stattfinden. Wir hätten im Nachhinein gerne noch ein bisschen genauer nachgehakt, zum Beispiel wo das Leitbild eventuell auch mal an seine Grenzen stößt. Beim nächsten Mal, :).

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Jakob: Wie ist das Projekt und wie sind die Aufgaben des Roskilde Festivals allgemein organisiert? Habt ihr auch schon andere Managementformen ausprobiert oder könntest du dir Alternativen vorstellen? Christine Bilde: Zuallererst haben wir unseren Erfolg unseren wunderbaren und engagierten Freiwilligen zu verdanken. Das Festival wurde von Anfang an von Ehrenamtlichen getragen und ist bis heute ehrenamtlich organisiert. Natürlich hat sich seit 1971 viel verändert und das Festival ist gewachsen und professioneller geworden. Aber im Kern sind wir immer noch die Selben: Ein Non-Profit Festival, organisiert von passionierten Freiwilligen, die für Menschen aus aller Welt eine ganz besondere Gemeinschaft aufbauen. Um uns weiter zu verbessern, müssen wir trotzdem bescheiden bleiben; wir können uns nicht einfach wiederholen und jedes Jahr das Gleiche machen. Die Welt verändert sich und wir wollen Anregungen für eine bessere Welt schaffen. Dies können wir nur schaffen, indem wir eine Gemeinschaft internationaler Freundschaft pflegen und versuchen, zu inspirieren. Das erfordert Flexibilität und Offenheit, auch als Organisation.

Jakob: Wie verstehst du den Begriff UTOPIE? Wie würdest du die Utopie des Roskilde Festivals in wenigen Worten definieren? Christine Bilde: Roskilde Festival ist ein Ort, an dem du die beste Version deiner selbst sein kannst. Es ist eine Woche der Freiheit und das Feiern von Gemeinschaft. Mehr als je zuvor erleben junge Menschen heute eine Welt, die von ihnen verlangt, sich stetig zu verbessern, sich zu messen, sich zu entwickeln und das alles öffentlich zu machen. Wie ein Soziologe sagte: Junge Menschen sind reflexiver als früher, aber nicht notwendigerweise reflektierter. Roskilde Festival eröffnet die Chance, auszubrechen und Deinen Kern neu zu entdecken. Alle diese Menschen feiern eine Woche lang gemeinsam und wissen, dass alle Profite des Festivals, die durch sie entstehen, an wohltätige Zwecke gespendet werden. Das erzeugt eine besondere Bindung. Es entsteht eine Offenheit und der Wille, sich zusammen mit anderen Menschen zu engagieren, was wiederum bedeutet, dass eine Bereitschaft besteht, sich auch in der Welt zu engagieren und sie besser zu machen. Wir beobachten auch, dass unsere Fans sehr, sehr offen und interessiert an Musik und Kunst sind, die sie noch nicht kennen. Und sie sind daran interessiert potenzielle neue Freunde aus aller Welt kennen zu lernen. Im letzten Jahr hatten wir Menschen aus 75 verschiedenen Ländern zu Gast. Es besteht also die Möglichkeit, viele Sprachen und Kulturen kennen zu lernen. BLICKWECHSEL #1

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Jakob: Wie definiert das Roskilde Festival seine Rolle in der Gesellschaft? Würdest du das Roskilde Festival als Plattform ansehen, die nachhaltige Ideen und Diskussionen über den sozialen und ökologischen Wandel bietet? Wie werden nachhaltige Ideen und Projekte repräsententiert, kannst du uns ein paar Beispiele nennen? Christine Bilde: Wir sind mehr als ein Musikfestival und wir stehen nicht nur für ein einwöchiges Festival im Sommer: Über das ganze Jahr hinweg sind wir eine Gemeinschaft, fast schon eine Bewegung. Wir wollen uns das ganze Jahr über mit unserer Umwelt auseinander setzen und wir wollen unseren Teil zur Gesellschaft beitragen. Dieses Jahr fokussieren wir uns zum Beispiel auf das Thema der kulturellen Gleichstellung: Sexualität, Gender, Religion, Ethnizität, etc.. Neben Gesprächsrunden, Workshops, Kunst und vielen anderen Dingen während des Festivals, stellen wir sicher, dass unsere „Equality“-Partner uns helfen, diese Themen über das Jahr zu beleuchten. Als Non-profit-Festival spenden wir auch über das Jahr gesehen eine Menge an soziale und kulturelle Wohltätigkeitsorganisationen, auch in Deutschland. In den letzten Jahren haben wir für den Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, den legendären Plattenladen Groove City in Hamburg, den Wiederaufbau des Golden Pudel Club und viele andere Projekte gespendet. Wir engagieren uns sehr in der Gesellschaft, die uns umgibt und wir wollen Menschen unterstützen, die dafür kämpfen, diese Welt gerechter und inspirierender zu machen.

Jakob: Wenn alles möglich wäre, wie stellst du dir das perfekte Festival vor? Christine Bilde: Das perfekte Festival erinnert sich an seine Wurzeln und bewegt sich trotzdem vorwärts. Wir sind sehr stolz darauf, was wir auf dem Roskilde Festival vollbringen; stolz auf das Line-Up, die Kunst, die nachhaltigen Lösungen, die Geschichte und vor allem auf unsere Freiwilligen und die Spenden, die wir verteilen können. Aber wir sind nicht perfekt. Wir wollen uns selbst herausfordern, wir wollen unser Publikum herausfordern und die Gesellschaft, die uns umgibt. Das erfordert gegenseitiges Vertrauen und deshalb können wir uns auch nur gemeinsam weiterentwickeln. Wenn das perfekte Festival bereits existieren würde, würden wir stehen bleiben und das wäre langweilig. Wir mögen es, Risiken einzugehen und wir lieben es Menschen zu sehen, die mit dem Kopf voran ins Wasser springen um zu sehen, was es Neues gibt.


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.. TSCHUSS FREIFELD! EIN LETZTES GESPRÄCH MIT DEN KÖPFEN DES OLDENBURGER KULTURFESTIVALS Text: Josh Bobzin, Foto: Katharina Wisotzki Interviewpartnerinnen: Katharina Wisotzki und Katrin Windheuser

Mit Bedauern haben wir vernommen, dass es das Freifeld Festival vorerst nicht mehr geben wird. Die Idee, die Organisator*innen des Festivals zum Titelthema zu interviewen, entstand vor dieser jüngst veröffentlichten Hiobsbotschaft. Wir in der Redaktion fanden: “Jetzt erst recht!”. Unsere Interviewpartnerinnen Katharina Wisotzki und Katrin Windheuser sahen das zum Glück genauso.

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Joshua: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit innerhalb des Teams bei der Planung und Durchführung des Freifeld Festivals? Auf welchen Grundlagen oder Idealen fußt diese? Katrin: Wir haben angefangen, das Festival mit 20-25 gleichberechtigt arbeitenden Menschen zu organisieren. Im letzten Jahr haben wir uns intern umstrukturiert, weil die Organisation an ihre Grenzen stößt, wenn sämtliche Entscheidungen von allen Leuten getroffen werden. Es gibt immer Leute, die mehr machen oder mehr Verantwortung tragen und dadurch auch eine stärkere Meinung bei Entscheidungen vertreten. Daher haben wir zuletzt eine vierköpfige Festivalleitung aufgestellt. Katharina: Jeder kann bei uns mitarbeiten und wir überlegen dann gemeinsam: Wer nimmt welche Rolle ein, passt diese gut zu den eigenen Fähigkeiten und sind Kapazitäten dabei ausreichend berücksichtigt? Wir arbeiten nach dem Konsensprinzip und nehmen uns entsprechend viel Zeit für Entscheidungsfindung, so wie auch zuletzt mit der Entscheidung, das Festival abzusagen. Wir haben uns dafür mit allen zusammengesetzt und darüber gesprochen.

Joshua: Welche Rolle nimmt das Freifeld Festival für die lokale Szene in Oldenburg ein? Wie könnte sich dies nach der Auflösung des Festivals verändern? Katharina: Der Netzwerkgedanke ist einer der zentralen Punkte, mit dem das Freifeld Festival angetreten ist. Für unser Gefühl waren die vielen kulturellen und politischen Initiativen in Oldenburg nicht ausreichend vernetzt – dieser Aufbau hat unter dem Slogan „Zusammenarbeit statt Konkurrenzdenken“ total gut funktioniert, das merken wir jetzt im Nachhinein. Es ist nicht lediglich eine Vernetzung in der Stadt, sondern auch aus ihr heraus. Katrin: Mit der Sogwirkung, die das Festival innerhalb der Stadt entwickelt hat, wird etwas fehlen. Inhaltlich wurde ein Möglichkeitsraum geschaffen und ein Wochenende, an dem plötzlich ganz viel Kultur zu finden ist, gestaltet und wahrgenommen von verschiedensten Menschen. Es sind Projekte entstanden, die sonst nicht entstanden wären.

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Joshua: Könnt ihr uns beschreiben worin ihr eure gesellschaftliche Aufgabe seht? Katharina: Festivals sollten gemeinschaftsstiftend sein. Es kommen Menschen zusammen, die sonst so nicht zusammen kommen; es entstehen erstmal in der Gemeinschaft Raum und Zeit und die Leute sind bereit, diese anders zu gestalten. Wir wollten immer einen Raum ermöglichen, in dem man Sachen ausprobieren kann, Menschen kennenlernt, Kunst erlebt. Das Festival sollte etwas mit einem machen – oder man selber mit dem Festival.

Jeder kann bei uns mitarbeiten und wir überlegen dann gemeinsam: Wer nimmt welche Rolle ein, passt diese gut zu den eigenen Fähigkeiten und sind Kapazitäten dabei ausreichend berücksichtigt?

Joshua: Wo prallen beim Freifeld Festival Vision und Realität aufeinander? Katharina: Bei der Auswertung nach dem Festival 2013 haben wir Visionen gesponnen für das nächste Jahr. Es sollten keine erfüllbaren Visionen sein, es konnte irgendetwas sein. Da kamen so 20-30 Sachen zusammen und wie es dann so ist, habe ich das Protokoll von diesem Gespräch irgendwo abgespeichert und erstmal nie wieder reingeschaut. Nach dem Festival 2014 habe ich diese Liste gefunden und festgestellt, dass wir bis auf einen Punkt alle von diesen Sachen umgesetzt haben. Der Punkt, an dem wir gescheitert sind, war, dass wir kein Bällebad hatten. (lacht) Die Differenz zwischen Vision und Realität kam für mich erst auf, als wir gemerkt haben, dass wir kein Gelände mehr haben. Auf einmal konnte das, was wir uns als Veranstaltungsformat überlegt hatten, aus total praktischen Gründen nicht stattfinden. Der Clash mit dieser Wirklichkeit war hart. Das Commitment und die Vision innerhalb des Teams war klar, aber wir haben uns gefragt: Wie kommen wir dahin und wie können wir auch unseren eigenen Ansprüchen und auch später den Ansprüchen von außen gerecht werden, weiter auf dem Level eine Veranstaltung zu organisieren?


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Joshua: Welche Aspekte, die der Besucher mit nach Hause nehmen sollte, sind euch auf dem Festival wichtig? Katharina: Das Freifeld Festival ist eine Möglichkeit; es gibt kein sollen und müssen, nur ein können. Die Besucher können sich auf Augenhöhe mit dem Festival eigenverantwortlich überlegen, was sie machen wollen. Wir liefern die Angebote dafür. Eine Version Festival mit möglichst wenig Zwang.

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as Freifeld Festival setzte sich zum Ziel, die Kulturszene Oldenburgs zu bereichern. Das ehrenamtlich organisierte Kulturevent mit Musik, Kunst, Theater, Literatur, Film und Workshops fand in den Jahren 2013, 2014 und 2016 statt. Aufgrund der fehlenden Perspektive auf ein Festivalgelände in Oldenburg, hat das Freifeld-Team sich entschieden, den Trägerverein Freifeld e.V. aufzulösen. Die Perspektive der Festivalmacher*innen möchten wir hier noch einmal festhalten. Ihre Pay what you want-Ticketkampagne und ihre Sensibilität für die Historie der Räume, die sie bespielten, dienen uns als Inspiration. Katrin und Katharina berieten das aktuelle Festivalteam in Sachen sozialere Ticketsysteme, was bei uns vereinsintern Fragen aufwarf, die sich voraussichtlich ab 2018 in einer Umstrukturierung des Ticketmodells wiederspiegeln werden. Danke Freifeld Festival für eure Impulse!

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DIE DREI ULTIMATIVEN SCHRITTE, DIE WG ZU VERSCHÖNERN

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Illustration: Leona Mai, Merlin Nolte

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Liebhaberplakat

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Text: Sarah Kociok, Illustration: Tessa Meimerstorf

EIN ALLTÄGLICHER BEGEGNUNGSORT BLÜHT AUF

Spielwiese

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“Spielwiese”, ruft Frieda und holt kurz Luft, um gleich den nächsten Satz Namensvorschläge abzufeuern. “Spielwiese passt super!”, ruft irgendjemand anderes. Frieda entspannt sich und fällt zurück in den Sitz. Noch weiß sie nicht, dass sie soeben eine kleine, feine Institution geschaffen hat.

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pielwiese, so heißt die Grünfläche hinter den Backsteingebäuden, zwischen Hörsaalgang und Mensasportrasen, gesäumt von Baumkronen und durch den in satten Farben berankten Arkardengang geschmückt. Was 2011 als Idee von Frieda und vier weiteren Lunaut*innen als Nebenprojekt zu ihren eigentlichen Aufgaben im Organisationsteam des Lüneburger Festivals begann, ist heute thematische Grundlage für ein ganzes Projektseminar. Blickt man dieser Tage in den studentischen Veranstaltungskalender, ist die Wiese des Lüneburger Campus vom ersten Sonnenstrahl bis zum letzten lauen Lüftchen Schauplatz für Initiativenflohmärkte, Festivitäten und Kulturformate. Das Team des lunatic Festivals bekam 2011 erstmals die Erlaubnis der Universität die Wiese zu bespielen. Das alte Festivalgelände, eine betonierte Parkplatzfläche am Rande des

Die Idee: Soziale und kulturelle Vereine, studentische Initiativen und Kulturschaffende sollten die Gelegenheit erhalten, ein Mitmachareal gemeinsam zu gestalten. Eine Art Gelände im Gelände, in dessen Rahmen sie Festivalgäste spielerisch auf ihre Herzensthemen aufmerksam

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Campus, stand nicht mehr zur Verfügung. Ein Stararchitekt plante dort dem Hörensagen nach ein neues Gebäude zu errichten. Für lunatic bedeutete das vor allem dies: neu verhandeln, neu konzipieren und alle alten Pläne schnell vergessen. Was erst nach einer Misere aussah, entpuppte sich als Glücksfall: Die Mensawiese und das Areal rund um den Arkardengang waren zentral gelegen, das Festival auf einmal im Herzen des Campus und am Puls des Geschehens angekommen. Die neue Fläche brachte neue Gestaltungsräume. Sie ließen die Entscheidung zu, vom eintägigen aufs zweitägige Festival zu wechseln. Vor allem aber ermöglichten sie es, sich stärker auf Programmthemen neben der Musik zu konzentrieren - so wie die Spielwiese.


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Aus der Erfahrung, dass solche Orte das Miteinander auf dem Festival, die Atmosphäre und die Vermittlungsmöglichkeiten bereichern, ist sukzessiv eine Art eigene Sparte entstanden. Kultur und Vermittlung sind heute ebenbürtige Programmsäulen neben Kunst und Musik. Auf der Sommerspielwiese gibt es von der Renaissance des Handwerks bis zur Limonadenselbermachstation jährlich Neues zu entdecken - für zukünftiges Engagement oder die eigenen Sichtweisen. Seit 2012 gibt es für dieses Areal an den Arkaden ein eigenes Projektseminar im kollektiven Nachhaltigkeitsmodul zum Studienbeginn. Hier dürfen die Student*innen gedanklich damit spielen, wie ein nachhaltiges, partizipatives Festivalgelände aussehen kann. Ihre Ideen stellen sie anschließend aus, in Form eines dreitägigen Minifestivals und als Beitrag zur jährlichen Leuphana Konferenz für nachhaltiges Handeln. Dabei ist das Projekt vor allem Spielwiese für die Beteiligten selbst.

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ie Idee: Soziale und kulturelle Vereine, studentische Initiativen und Kulturschaffende sollten die Gelegenheit erhalten, ein Mitmachareal gemeinsam zu gestalten. Eine Art Gelände im Gelände, in dessen Rahmen sie Festivalgäste spielerisch auf ihre Herzensthemen aufmerksam machen können. Die darin platzierte Umbauwagen!-Bühne sollte regionalen und Nachwuchskünstler*innen eine Plattform geben. Mit über zwanzig mitwirkenden Partner*innen trug der Erfolg der Idee im ersten Jahr Rechnung.

Von Klangjurten, die den Konferenzlärm in Entspannungsmusik umwandeln und so das Thema Lärmverschmutzung installieren; über das Wiesenforum, das andere Seminargruppen, Sozialunternehmer*innen und Vereine einlädt, in einem Zirkuszelt an neuen und bewährten Ideen zu werkeln; bis hin zu satirischem Puppentheater – die Gruppen testen aus, wie Themen, die ihnen wichtig sind, im Eventkontext gedeihen. Manchmal entstehen daraus indirekt ganz eigenständige Projekte. So wie das Körperfụnkkollektiv, mit dem wir ein paar Seiten weiter noch einen persönlichen Blickwechsel wagen. Und Frieda, falls du das liest: Komm doch mal wieder spielen!

“Ist doch Standard”, werden junge Festivalbesucher*innen sagen. “Damals nicht”, wissen die Junggebliebenen. In jenem Sommer war die Spielwiese geboren, ein Ort der Begegnung und der Selbstgestaltung.

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DURCHS SCHLÜSSELLOCH GELUSCHERT

“Veto!”

Bedenk

VON DER ARBEIT IM KONSENS UND WARUM ES SICH LOHNT, EINEN BLICK DARAUF ZU WERFEN Text: Jana Geiger, Fotos: Marco Pawlowski, Fritz Hinchrichsmeier, Model: Jarred Haynes

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tell dir vor, es gäbe eine Welt, in der jede Meinung zählt. Eine Welt, in der niemand mehr oder weniger wichtig ist als der oder die Andere, in der jeder und jedem Einzelnen zugehört und keine Person übergangen würde. Im sicheren Nest des lunatic-Seminars ist genug Raum, um sich an genau solche gesellschaftlichen Utopien einmal heranzuwagen; so auch an das sogenannte Arbeiten im Konsens. Seit zweieinhalb Jahren wird diese Arbeitsweise im Team erlernt, angewandt und von Jahr zu Jahr weitergetragen. Dabei ist keineswegs eine Gruppe von 50 KonsensExpert*innen am Werk; learning by doing lautet die Devise. “Im Konsens sein” bedeutet, dass alle sich einig sind. Also keiner dagegen und nicht nur die Mehrheit dafür. Das klingt nach einer ordentlichen Herausforderung bei einer Gruppe dieser Größe. Aber im Grunde ist es ganz einfach. Den Kern des Ganzen bildet das Vetorecht. Jede Person kann jederzeit davon Gebrauch machen. Ob sie oder er sich in dem Bereich auskennt, ist zunächst unwichtig. Es geht darum, dass jeder Mensch anders ist und verschiedene Werte, Bedürfnisse oder Wünsche hat. Das ist nicht nur o.k., es ist sogar sehr wertvoll, vor allem für eine vielfältige und dynamische Zusammenarbeit. Das Vetorecht ist also schnell erklärt. Wenn jede*r jederzeit ein Veto aussprechen kann, dann zeigt die Abwesenheit eines Vetos, dass alle einverstanden sind. So arbeitet jede*r stets mit der Sicherheit, dass alle hinter einer Entscheidung stehen. Das Teamgefühl, das mit dem Konsens entsteht, ist unglaublich produktiv. Gerade im Ehrenamt lässt sich mithilfe einer Kommunikation auf Augenhöhe große Energie aus der Zusammenarbeit schöpfen und das Risiko von aufkommender Frustration oder Unzufriedenheit verringern. O.k., aber ist das nicht doch nur was für Hippies? Vielleicht. Natürlich gibt es weniger zeitaufwendige Wege, eine Entscheidung zu treffen, als den einer Plenumsdiskussion oder Onlinedebatte. Was im kleinen Rahmen funktioniert, kann aber auch Inspiration für alle weiteren Organisationsformen sein, denen man in Zukunft möglicherweise begegnet. Wenn auch nur Teile dieser Idee eines gesellschaftlichen Miteinanders weitergetragen werden, dann ist es ein kleiner Schritt, um Alternativen zu hierarchischen Strukturen aufzuzeigen. Wer neugierig geworden ist und wissen möchte, ob das Arbeiten im Konsens in der realen Marktwirtschaft funktioniert, der sollte sich mit der Unternehmenskultur von Premium Cola auseinandersetzen. Auch Soulbottles aus Hamburg arbeiten mit dem artverwandten Soziokratiemodell. Ansonsten: Probieren geht über studieren, oder?

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DURCHS SCHLÜSSELLOCH GELUSCHERT

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Den Kern des Ganzen bildet das Vetorecht. Jede Person kann jederzeit davon Gebrauch machen. BLICKWECHSEL #1

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FREUNDESKREIS

DA STECKT ‘NE GANZE MENGE DRIN DAS UNTERNEHMEN WERKHAUS IM PROFIL Text: Teresa Jüngel, Foto: Werkhaus

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lles beginnt in Holger Dannebergs Kopf. Er entwickelt das mittlerweile patentierte Werkhaus-Stecksystem und ruft gemeinsam mit seiner Frau Eva die Werkhaus GmbH ins Leben. Seit einem viertel Jahrhundert stecken sie hier maßgefertigte Einzelteile zusammen und kreieren allerlei farbenfrohe, funktionale und komplett recycelbare Alltagsgegenstände für drinnen und draußen. Weit sind die Wege von der Kreation zur Standfestigkeit dabei nicht: Werkhaus, gelegen inmitten von viel Grün im Wendland, produziert ausschließlich regional. Damit unterstützen die Dannebergs die heimische Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze in der Region - einhundertsechzig an der Zahl. Bunt und facettenreich sind auch die Menschen bei Werkhaus: Wenn sie wollten, könnten sie sich entsprechend ihrer Herkunftsländer auf insgesamt elf Sprachen mitteilen. Eine körperliche oder seelische Einschränkung ist nichts Außergewöhnliches, erst recht

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nicht bei Werkhaus. Aktuell formen Menschen mit Handicap rund zwölf Prozent der Belegschaft. Die zwanzig Auszubildenden sind ausgerüstet mit einer großen Portion Motivation. Das hat für die Dannebergs einen höheren Stellenwert als herausragende Schulnoten und ist ihre Antwort auf eine Investition in die Jugend. Jede kleine Kerbe wird wie selbstverständlich mitgedacht. Das gilt auch für ökologische Aspekte: Holzfaserplatten, die aus heimischen, nachwachsenden Rohstoffen stammen, Verschnitte, die im eigenen Holzheizwerk thermisch verwertet werden, Maschinen, die ihren Strom komplett aus erneuerbaren Energiequellen beziehen, an Sonnentagen zum Großteil sogar aus der werkseigenen Photovoltaikanlage. Das alles klingt nach Utopie? Nein, das sind die Dannebergs von Werkhaus, die mit ökologischem Bewusstsein und gelebter Integration eine Vorbildfunktion einnehmen.


FREUNDESKREIS

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um Anfassen gibt’s die Stecksysteme nicht nur in einem der acht Stores, sondern mit dem Kunst Kubus als Sonderanfertigung bereits seit 2015 auch auf dem lunatic Festival. Die Finesse steckt hier jeweils im Detail. Schau‘s dir an!

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WAS MACHT DIE KUNST?

.. KoRPER, FUNK, KOLLEKTIV! EIN INTERVIEW ÜBER RADIOBALLETT UND AKTIVISMUS IM ÖFFENTLICHEN RAUM Text: Natalia Juan, Foto: Bastian Borchardt, Interviewpartner*innen: Isabell Kolditz, Marvin Bicko

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WAS MACHT DIE KUNST?

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ber den Flurfunk haben wir erfahren, dass es so richtig losgeht diesen Sommer: Das Körperfụnkkollektiv ist auf einigen Festivals vertreten und bewegt das Publikum dazu, anzutanzen – beim Radioballett. Die Performancegruppe schreibt eigene szenische Stücke, die via Funkopfhörer die Teilnehmenden instruiert, in eine alternative Welt einzutauchen. Für uns ein Grund mit Isabell Kolditz und Marvin Bicko stellvertretend ins Gespräch zu kommen.

Natalia: Das Körperfụnkkollektiv ist vor allem durch sein Radioballett bekannt geworden. Was kann sich ein*e Unwissende*r unter dem Begriff Radioballett vorstellen? Marvin: Radioballett ist eine interaktive Performanceform. Über Funkkopfhörer bekommen die Teilnehmenden Anweisungen, durch die eine Geschichte entsteht.

Natalia: Radioballett ist ein Begriff, der schon länger und auch unabhängig vom Körperfụnkkollektiv existiert. Könnt ihr die Hintergründe des Begriffes skizzieren? Isabell: Ursprünglich hatte das Radioballett einen politischen Hintergrund. Eine Performancegruppe aus Hamburg namens Ligna hat hinterfragt, wie öffentliche Räume genutzt werden. Mit Hilfe eines Piratenradiosenders führen sie mit einer großen Gruppe Menschen Aktionen durch, um sich den öffentlichen Raum wieder anzueignen. Marvin: Vergleichbar mit Flashmobs: ein bisschen abstrakter als das, was wir machen. Es werden keine Geschichten erzählt, sondern die Leute werden dazu bewegt, ungewöhnliche Handlungen durchzuführen. Wir sind eher unterhaltend. Noch!

Natalia: Das Körperfụnkkollektiv war schon auf vielen Festivals zu Gast und hat dies auch diesen Sommer noch vor. Wie kam diese Beziehung zu Stande? Was macht das Festival zu einem geeigneten Ort für Eure Performance? Marvin: Nachdem die Idee des Radioballetts in der lunatic Spielwiese geboren wurde, dachte ich mir, das muss man auf jeden Fall weiter machen. Radioballett bietet sich für Festivals einfach super an. Erstmal hat man ein Publikum, das Bock auf Kunst hat und das auch mal was anderes machen will, als sich nur Bands reinzuziehen; und die Komfortzone ist eben leichter zu verschieben als im Alltag.

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WAS MACHT DIE KUNST?

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as Körperfụnkkollektiv ist eine in Lüneburg gegründete Künstler*innengruppe, die sich der Kunst des Radioballetts verschrieben hat. Ihre Performances bewegen sich nach eigener Aussage irgendwo zwischen Kunst und Aktivismus. Das Kollektiv besteht aus acht Mitgliedern, die gemeinsam ihre Stücke konzipieren und vorrangig auf Festivals präsentieren. Körperfụnkkollektiv, das sind: Amelie Zachger, Bastian Borchardt, Isabell Kolditz, Janne Steenbeck, Juliana Bernecker, Marvin Bicko, Paul Becker und Sebastian Slaby. Vier von ihnen besuchten das Spielwiesenseminar im Modul Wissenschaft trägt Verantwortung des Leuphana Semesters, einem kollektiven ersten Semester zu Nachhaltigkeitsfragen an der Leuphana Universität, und wählten das Radioballett als eigenen künstlerischen Beitrag.

Natalia: Was ist euer Leitgedanke hinter dem Projekt Radioballett, was wollt ihr damit vermitteln?

ihrem Camp Utopia. Radioballett hat auf jeden Fall Potenzial, utopische Räume zu schaffen.

Isabell: Wir suchen selber noch nach dem konkreten Leitgedanken, aber es gibt viele Motivationen. Wir wollen Leute anders denken lassen, dazu einladen, Kunst anders zu erfahren. Inzwischen liegt es uns aber sehr am Herzen, auch politischer zu werden. Inhaltlich sollen unsere Geschichten mehr zum Nachdenken anregen. Auf jeden Fall ist viel los in unseren Köpfen diesbezüglich.

Natalia: Wir haben schon darüber geredet, dass eure Performances interaktiv gestaltet werden. „Lasst euch in eine andere Welt entführen“ heißt es in eurem Teasertext. Inwiefern kann man dies als eine Aufforderung verstehen, sich mit utopischen Räumen und Vorstellungen auseinanderzusetzen?

Natalia: Utopie ist dieses Jahr ein ganz zentraler Begriff des Magazins. Spielt der Begriff Utopie in der Konzeption eurer Stücke eine Rolle und wenn ja, inwiefern? Marvin: Also ich würde erstmal sagen, dass bei der Konzeption unserer Geschichten keine Grenzen gesetzt sind. In diesem Sinne hat Utopie für uns schon immer in unserer Arbeit eine Rolle gespielt. Dieses Jahr würden wir aber sehr gerne unseren Geschichteninhalt ganz konkret mit Utopie füllen. Unter Anderem kooperieren wir da mit Lemonaid und

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Isabell: Man muss sich die Frage stellen: was bedeutet Utopie für mich und was stellen sich auch die Leute um mich herum vor, was wünschen sie sich. So schaffen Wünsche oder Ängste dann eine andere Welt parallel zur Realität.Wir schaffen durch unsere Stücke auch so eine Parallele und das ist letztendlich das, was wir uns in unseren Köpfen zusammengesponnen haben. Durch ein im Vorhinein gestaltetes Stück können wir Leute dazu bringen, auch mal in eine andere Rolle zu schlüpfen und sie dabei in eine andere Welt entführen.Wir fordern niemanden aktiv auf, wir sehen das eher als eine Einladung.


NACHGEFRAGT

Ein Minifestival als Seminarbeitrag zur Leuphana Konferenzwoche für nachhaltiges Handeln – im Ernst, Herr Sven Prien-Ribcke?”

NACHGEFRAGT BEI SVEN PRIEN-RIBCKE

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ernprojekt hier, Lernprojekt da. Bis jetzt haben wir in diesem Magazin nur bedingt erläutert, wie eigentlich die Kooperation mit der Universität Lüneburg konkret ausgestaltet ist. Deswegen dachten wir, es wäre eine gute Idee, Herrn Sven Prien-Ribcke zu fragen, der stellvertretend für das Modul Wissenschaft trägt Verantwortung jedes Jahr aufs Neue entscheidet, ob das Seminar lunatic Festival - Konzeption eines nachhaltigen Kulturareals im Rahmen des Musikfestivals

seinen Weg ins Vorlesungsverzeichnis findet. Das Lehrformat ist sozusagen die kleine Schwester des Projektseminars lunatic Festival - Organisation eines nachhaltig orientierten Musikfestivals, welches wiederum die Gesamtorganisation des Sommerspektakels verantwortet. PrienRibcke gebürt die Ehre, als erster in der Rubrik NACHGEFRAGT einen Kommentar nach eigenem Gusto zu formulieren:

Inzwischen lässt sich die Frage mühelos umkehren: Wäre die Konferenz ohne Minifestival überhaupt noch die Leuphana Konferenzwoche? Die lunatic Spielwiese ist eine „Halbinsel gegen den Strom“, auf der sich – mitten im Konferenzgewimmel - Ideen für morgen mit veränderter Praxis verbünden. Die nächste Gesellschaft entsteht hier zwischen ambitioniertem Kunstkubus, kulinarischer Weltverbesserung und lässigem Festivalflair. Unter dem Zeltdach des Wiesenforums werden schon mal bei 0 Grad Celsius das Arbeiten im Konsens verhandelt, die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit befragt und „kreative Stimmen zum guten Leben“ gehört. Für mich am reizvollsten: Die lunatic Spielwiese ist kein eingekauftes Produkt, sondern ein Kooperationsprojekt, das Erstsemesterstudierende in Eigenregie zustande bringen. Fraglos nicht ohne Sarah Kociok und Axel Bornbusch, die durch ihre Seminarleitung erst das utopische Feuerwerk ermöglichen, das einen Konferenzort mit unwiderstehlichem Sog erzeugt hat, der garantiert nie zu gemütlich wird.

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ven Prien-Ribcke, Koordinator des fächerübergreifenden Moduls Wissenschaft trägt Verantwortung am Leuphana College hat Fragen: Wie wollen wir Leben 2030? Wie sieht die Zukunft der Demokratie aus? Wie begegnet seine Wahlheimat dem aufkeimenden Rechtspopulismus und wohin führt uns die öffentliche Debatte, um ein Bedingungsloses Grundeinkommen noch? Mögliche Antworten lässt er in der Regel Studierende in seinen und in den Seminaren von Kolleg*innen erörtern - natürlich nicht ohne selbst aktiv mitzudiskutieren. Dieses Mal haben wir den Spieß einfach umgedreht.

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MITMACHEN

WERDE TEIL DES LUNATIC! DREI WEGE DAS LERNPROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN

LUNATIC IM STUDIUM

AM FESTIVALWOCHENENDE MITMACHEN

ANDERWEITIG .. UNTERSTuTZEN

Du bist Student*in an der Leuphana Universität? Dann nimm an den Seminaren im Modul Wissenschaft trägt Verantwortung (1. Semester) und über das Komplementärstudium (ab dem 3. Semester) teil.

Du möchtest nicht gleich das Festival organisieren, aber dennoch etwas dazu beitragen?

Der Unialltag ist dir gerade eher fern, doch du möchtest den Verein anderweitig unterstützen? Dann werde Fördermitglied oder supporte unsere Arbeit mit einer finanziellen oder ideellen Spende. Nimm gerne vorher Kontakt auf, um mit uns zu besprechen, dass du beispielsweise speziell das Mentoringprogramm in der Lehre oder die Kunst unterstützen möchtest.

Im sogenannten Leuphana Semester beschäftigst du dich insbesondere mit Nachhaltigkeitsaspekten in der Festival- und Eventorganisation und organisierst im Rahmen der dreitägigen Konferenzwoche für nachhaltiges Handeln eine Art Minifestival, das ein regionales Bühnenprogramm, Mitmachformate im Wiesenforum in Kooperation mit anderen Seminaren, Vereinen und Sozialunternehmungen beinhaltet. Ab dem dritten Semester kannst du dich für das reguläre lunatic Festival-Orgateam bewerben (Achtung: Die Bewerbungsfrist ist immer Ende des vorangehenden Sommersemesters!). Aktuell arbeiten wir in den Kompetenzteams PRODUKTION & GELÄNDEGESTALTUNG, MUSIK, KUNST, KULTUR & VERMITTLUNG, PRESSE& Ö F F E N T L I C H K E I T S A R B E I T, MARKETING & PROMOTION und SPONSORING & VERTRIEB. Alle aktuellen Infos hierzu findest du immer unter www.lunaticfestival.de. Rückfragen kannst du auch an die Seminarleitung unter seminarleitung@lunatic-festival. de stellen. BLICKWECHSEL #1

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Am Festivalwochenende kannst du als Helfer*in tätig werden und in verschiedenen Bereichen in die Produktion reinschnuppern. Ab Jahresanfang findest du dazu Infos auf der Festivalhomepage. Als Musiker*in, Kunst- und Kulturschaffende*r oder Mitglied einer gesellschaftspolitischen Initiative kannst du dich das ganze Jahr über bei den jeweiligen Programmteams melden: MUSIK@, KUNST@, VERMITTLUNG@. Melde dich am Besten so früh wie möglich, umso besser kann man gemeinsam überlegen, wie eine Zusammenarbeit potentiell aussehen kann. Wir arbeiten aktuell mit über 30 externen Gruppen im Programmbereich zusammen.

Vielleicht arbeitest du aber auch in einem Betrieb, der durch Materialverleih oder -spende weiterhelfen kann oder kannst durch deine berufliche Expertise etwas beisteuern. Wir stehen jederzeit gerne für Rückfragen zur Verfügung, wenn du wissen möchtest, für welche Zwecke wir Mittel aufwenden. Melde dich gerne unter info@lunatic-festival.de oder besuche unsere Vereinsseite: www.lunatic-ev.de.

Spendenkonto Empfänger: lunatic e.V. IBAN: DE14 2405 0110 0063 0021 25 BIC: NOLADE21LBG Sparkasse Lüneburg


IMPRESSUM

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inter dem Magazin Blickwechsel verbirgt sich eine Gruppe von Personen, die auf unterschiedliche Arten mit dem lunatic e.V. verbunden ist. Das Redaktionsteam setzt sich sowohl aus Mitgliedern des aktuellen Organisationsteams, sowie insbesondere aus ehemaligen Lunaut*innen zusammen, die sich dem Verein weiterhin verbunden fühlen. Letztere waren in verschiedenen Bereichen von Produktion über Programm bis hin zu der Öffentlichkeitsarbeit des Festivals tätig und brachten unterschiedliche Perspektiven in die Ausgestaltung des Magazins mit ein. So wurde kurzerhand dieses Heft, unser geplanter Blickwechsel auf die Festivalpraxis, aus dem Boden gestampft. Mal eben schnell ein Magazin machen? Die Konzeption und Produktion war nur möglich, weil eine Handvoll vereinsnahe Personen tatkräftig unterstützten. Wir danken vor allem Alexander Kalderash Wall, für seine gestalterische Handschrift, Emilia Puille und Tessa Meimerstorf für das grafische Gesicht des Titelthemas, Marco Pawlowski und Fritz Hinchrichsmeier für die humorvolle One-man-vetoLovestory aus den Portraits mit Nachbar Jarred Haynes. Nicht unerwähnt lassen wollen wir Katrin Jung, die vor genau einem Jahr bereits so ein Magazin herausbringen wollte und viele spannende Ideen an uns übergeben hat.

Außerdem danken wir unseren Interviewpartner*innen von Werkhaus, Christine Bilde vom Roskilde Festival, Katharina Wisotzki und Katrin Windheuser vom Freifeld Festival sowie Isabell Kolditz und Marvin Bicko vom Köperfụnkkollektiv.

WER STECKT DAHINTER? DAS REDAKTIONSTEAM STELLT SICH VOR

COVER Illustration: Emilia Puille SCHÖNE (NEUE) WELT? Festivals verstanden als utopische Räume Text: Sarah Kociok, Illustration: Emilia Puille HALLO FRAU NACHBAR! Ein Gespräch mit dem dänischen Festivalgiganten Roskilde Text: Jakob Wössner, Fotos: Thorbjoern Kragh, Kjeld Friis (shutterstock.com) TSCHÜSS FREIFELD! Ein letztes Gespräch mit den Köpfen des Oldenburger Kulturfestivals Text: Josh Bobzin, Foto: Katharina Wisotzki LIEBHABERPLAKAT Illustration: Leona Mai, Merlin Nolte SPIELWIESE Ein alltäglicher Begegnungsort blüht auf Text: Sarah Kociok, Illustration: Tessa Meimerstorf „ VETO!“ Von der Arbeit im Konsens und warum es sich lohnt, einen Blick darauf zu werfen Text: Jana Geiger, Fotos: Marco Pawlowski, Fritz Hinchrichsmeier, Model: Jarred Haynes DA STECKT ‘NE GANZE MENGE DRIN Das Unternehmen Werkhaus im Profil Text: Teresa Jüngel, Foto: Werkhaus GmbH KÖRPER, FUNK, KOLLEKTIV! Ein Interview über Radioballett und Aktivismus im öffentlichen Raum Text: Natalia Juan, Foto: Bastian Borchardt MOIN MOIN, WERDE TEIL DES LUNATIC! Texte: Léa Oltmanns, Theresa Wenning Magazinkoordination: Theresa Wenning Redaktion: Teresa Jüngel, Sarah Kociok, Nele Kim Lüppen, Léa Oltmanns, Theresa Wenning, Jakob Wössner Lektorat: Teresa Jüngel, Sarah Kociok, Nele Kim Lüppen, Léa Oltmanns, Theresa Wenning, Jakob Wössner Layout: Heidschnack – Grafik & Webdesign (Alexander Kalderash Wall) Bildbearbeitung: Ivo Riemann Druck: dieUmweltDruckerei GmbH

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BLICKWECHSEL – Perspektiven auf die Festivalpraxis Herausgeber: lunatic e.V. Leuphana Universität Lüneburg Scharnhorststr. 1, Gebäude 6 21335 Lüneburg www.lunatic-ev.de