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Lustige Geschichten und drollige Bilder nach Dr. Heinrich Hoffmann

D O K U M E N TAT I O N August 2018


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Fünf Jahre Wandelbühne. Fünf Jahre Theatercamp. Fünf Jahre Erfolgsgeschichte. Gall Pharma

2014 – 2017 Was im Frühjahr 2014 mit einer einfachen Idee begann, ist innerhalb kürzester Zeit zu einem unentbehrlichen Fixpunkt geworden: die Theatercamps der Wandelbühne im obersteirischen St. Lambrecht. Den Anfang machten »DIE ST. LAMBRECHTER STADTMUSIKANTEN«, frei nach den Brüdern Grimm, die mit 25 Akteuren zwischen 7 und 14 Jahren im idyllischen Stiftsgarten aufgeführt wurden. 2015 wurde mit »ALICE IM WUNDERLAND« – aufgrund der Begeisterung im Publikum diesmal mit 60 Akteuren zwischen 7 und 97 Jahren – der Erfolg des ersten Jahres fortgeführt. Bei der Uraufführung von »ES WAR EINMAL DREIMAL« 2016 wurde mit über 1400 Zuseher*innen an drei Vorstellungstagen erneut ein Rekord gebrochen. 2017 standen im Zuge von »IN 80 TAGEN UM DIE WELT« insgesamt 75 Darsteller*innen jeden Alters auf der Bühne – und somit darf sich die Wandelbühne stolz als größtes generationenverbindendes Theaterfestival Österreichs bezeichnen. 2018 Dieses Jahr wurde das Theatercamp aufgrund des enormen Erfolgs erstmals auf 2 Wochen verlängert, um insgesamt 100 Personen die Möglichkeit zu bieten, Theater selbst zu erleben und andererseits für über 2000 Zuseher*innen erlebbar zu machen. Umgesetzt wurde »DER STRUWWELPETER« in einer schaurig-düsteren Version mit viel Musik, zum Besten gegeben von der heimischen Band GROOVE AID. Als frechen Protagonisten erlebte man die energiegeladene Virginia V. Hartmann, als vermeintlich beruhigenenden Gegenpol Christoph Hirschler als stocksteife Moral. Doch eine vordergründig erfolgreiche Produktion wäre nicht in die Tat umzusetzen, wenn nicht auch im Hintergrund alles rund laufen würde. Dafür sei an dieser Stelle ein herzliches Danke an ein fabelhaftes künstlerisches Leading Team ausgesprochen! Darüber hinaus gilt ein ebenso großer Dank allen Helfer*innen beim Catering, beim Auf- und Abbau des Bühnenbilds, der Probenbetreuung, den fleißigen Brot- und

Kuchenbäckerinnen und allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die Wandelbühne in ihrem fünften Jahr floriert wie nie zuvor. Nicht zuletzt auch ein Dank an sämtliche Unterstützer und Sponsoren, allen voran dem Benediktinerstift St. Lambrecht, der Marktgemeinde St. Lambrecht sowie Murelli Limonaden. Ein besonderes Dankeschön an unseren Mobilitätspartner KFZ Gerold. Ohne Sponsorings wäre die Realisierung freier Theaterproduktionen eigentlich kaum möglich, daher wissen wir es auch sehr zu schätzen, dass unsere Sponsoren am Fortbestand und der Weiterentwicklung der Wandelbühne großes Interesse zeigen. 2019 Für die kommende Saison heißt es einmal mehr: Koffer packen! Denn wir treten wieder eine gemeinsame Reise an. Nach den Abenteuern im Wunderland und der Weltreise im vergangenen Jahr wird 2019 das Zauberland Oz besichtigt. In »DER ZAUBERER VON OZ« sucht das junge Mädchen Dorothy – von einem Wirbelsturm in das ferne Land hinter dem Regenbogen verweht – ihren Weg zurück in die Heimat und trifft dabei auf treue Begleiter: die Vogelscheuche, die gerne Verstand hätte, der Blechmann, dem sein Herz fehlt und der Löwe, der vor allem Angst hat. Die Freunde treffen auf ihrem Weg auch auf einige Gegenspieler wie der Bösen Hexe des Westens. Somit sind die Grundzutaten für ein weiteres zauberhaftes Theatercamp vorhanden – wir begeben uns jetzt an die sorgfältige Vor- und Zubereitung! Und wer selbst mit dabei sein möchte, kann sich ab MO 19 NOV 2018 auf unserer Homepage dazu anmelden. Ich verbleibe mit großer Vorfreude auf die nächsten fünf Jahre!

Lukas Wachernig Künstlerische Leitung der Wandelbühne St. Lambrecht SEITE

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HAUPTDarStELL r VIRGINIA V. HARTMANN STRUWWELPETER Virginia V. Hartmann ist in England und Frankreich aufgewachsen. Sie begann ihre Schauspielkarriere als Irina in Tschechows “Drei Schwestern” am York Theatre Royal. Arbeiten in London, beim Edinburgh International & Fringe Festival sowie in den Gärten der Royal Shakespeare Company folgten. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie 2016 an der Kunstuniversität Graz & dem Royal Conservatoire of Scotland. Während des Studiums spielte sie bereits am Schauspielhaus Graz (“Katzelmacher”, “Der Widerspenstigen Zähmung”) und beim Shakespeare in Styria-Festival in Murau (Desdemona - “Othello”). Anschließend führte es sie wieder über den Ärmelkanal um als Rosenkrantz in “Hamlet” die Theater des Vereinigten Königreichs zu bereisen (Nationaltheater Dublin, Theatre Royal Portsmouth, ...). Seit 2017 lebt sie in Berlin, spielt Theater in Frankfurt am Main, dreht und singt in der Jazz-Band „Bakkhos Puns“. Ab Oktober wird Virginia in der Produktion „Oliver Twist“ am Theater der Jugend in Wien zu sehen sein.

CHRISTOPH HIRSCHLER MORAL Christoph Hirschler wurde 1990 in Niederösterreich geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der “Schauspielakademie Elfriede Ott” in Wien. Danach war er unter anderem bei den Schloss-Spielen Kobersdorf, bei Shakespeare in Styria, im Gloria Theater (Wien), im Theater im Bunker (Bruno Max) und im Theater in der List (Hannover) zu sehen. Seit seinem 12. Lebensjahr tritt er als Kinderzauberer bei Geburtstagen, in Kindergärten und Volksschulen auf und ist seit 2016 mit seiner Eventagentur “Tambalina” im professionellen Kinderentertainment tätig. Die Kinder lieben ihn auch als Außenreporter für das Magazin “hallo okidoki” im österreichischen Fernsehen, wo er immer wieder auch als Sprecher von Beiträgen im Hintergrund zu hören ist. Mit seiner Band Missing Link rockt sich Christoph als Sänger durch Austropop- und internationale Klassiker und wenn es seine knappe Freizeit zulässt, reist er mit seiner Freundin Melanie durch die Welt.

LEadiNG TEAM

LUKAS WACHERNIG REGIE + TEXT Lukas Wachernig ist im obersteirischen Bezirk Murau aufgewachsen und konnte dort schon früh erste Theatererfahrungen sammeln. Nach mehreren Hospitanzen und Assistenzen (u. a. am Schauspielhaus Graz) war er für zwei Jahre Regieassistent bei Philipp und Nikolaus Harnoncourt im Zuge der Opernproduktionen der Styriarte Graz. Seit Juli 2014 ist Lukas Wachernig als Regieassistent am Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert, wo er u. a. mit Regisseuren wie Josef E. Köpplinger, Nicole Claudia Weber, Thomas Hermanns, Peter Konwitschny, Torsten Fischer und Brigitte Fassbaender zusammengearbeitet hat. Im Juli 2017 hat er sich mit der Inszenierung von Peter Schindlers Familienmusical »Zirkus Furioso« erstmals als Regisseur am Gärtnerplatztheater vorgestellt. In der Spielzeit 2017/2018 hat er Udo Zimmermanns Oper »Weiße Rose« in Szene gesetzt, 2019 wird er ebendort Maurice Ravels »L‘heure espagnole« auf die Bühne bringen. Darüber hinaus entwickelt er für die Wandelbühne derzeit das Theaterdinner-Format »DINNER for everyONE«, das im Dezember im Naturparkhotel Lambrechterhof Premiere feiert.

GROOVE AID BÖSE BUBEN BAND

DANIEL SOMMERGRUBER BÜHNE + KOSTÜME Studium der Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Von 2003-2011 regelmäßig bei den Sommerspielen Melk als Bühnenbildassistent und Bühnenbauer. 2009-2011 als Assistent von Erich Wonder am Burgtheater, 2012 Bühnenbild für »Ein ungleiches Paar« bei den Berndorfer Sommerfestspielen, 2012 und 2015 Bühnenbildassistenz am Gärtnerplatztheater München für die Produktion »Das Dschungelbuch« sowie »Cinderella«. 2015 Bühnenbildassistenz bei den Wiener Festwochen für die Oper »Herzog Blaubarts Burg/Geistervariationen« – Inszenierung Andrea Breth. 2016 Bühnenbild für »Die Odyssee« bei den Sommerspielen Melk. 2017 Bühnenbild für die »Bartholomäusnacht« ebendort. Weiters Bühne und Kostüme für »Zirkus Furioso« am Gärtnerplatztheater. Darüber hinaus als bildender Künstler in Wien tätig.

WILLI FORWICK PANTOMIME Pantomime-Studium an der Folkwang-Hochschule in Essen, Abschluss 1981. Clown-Seminare bei Pierre Byland. Engagements als Pantomime und Schauspieler unter anderem an der Oper Frankfurt, den Bayreuther Festspielen, der Styriarte und dem Steirischen Herbst et cetera. Seit 2008 im Ensemble der Büchner Bühne Riedstadt, dem Ensemble »9. November« sowie in der Theaterrunde Murau tätig. Haupt- und Nebenrollen bei Dinnerkrimi-Tourneen in Deutschland. Darüber hinaus als Regisseur (u. A. »Das Hahnengiggerl« in St. Lambrecht) und Seminarleiter (»Körpersprache für jede Bühne«) tätig. Des weiteren Theaterlehrer an der Clownsschule in Hofheim bei Frankfurt für Stimme, Clowning und Commedia dell‘arte.

LISA HASELBAUER MITARBEIT KOSTÜM

Acht junge Musiker aus dem Bezirk Murau, die ihre Studiengebühren an der Kunstuniversität Graz und dem Johann-Josef-Fux-Konservatorium entrichten, vereinen Pop, Funk und Jazz, Blasinstrumente und jugendliche Naivität mit einer Prise Charme und Schmäh, gepaart mit musikalischer Qualität. Bei zahlreichen Auftritten in der Steiermark und im Burgenland, ob mit rein instrumentalem Programm oder mit Sänger*in: Im Mittelpunkt stehen die Live-Experience und nicht zuletzt das Shaken und der Groove. Eight heißt acht. Aid heißt Hilfe, also ergibt sich… Groove als musikalischer Fachterminus für eine für ein Musikstück typische Rhythmusfigur und Aid für Hilfe. Noch Fragen?

ANNA FORSTNER MASKE

MARIA KANKELFITZ CHOREOGRAFIE Maria Kankelfitz wurde 1990 in Erfurt (D) geboren. 2012 beendete Maria erfolgreich die Europäische Theaterschule Bruneck und arbeitete seitdem als Schauspielerin, Regieassistentin und Regisseurin in Südtirol, Österreich und Deutschland. 2014 bestand sie die Bühnenreifeprüfung vor der Paritätischen Prüfungskommission der österreichischen Theaterunternehmerverbände in Wien. Seit 2016 ist sie durch die ZAV vertreten. Derzeit arbeitet Maria als Regieassistentin am Theater Baden-Baden.

ANDREAS PARTILLA MUSIK-SUPERVISION Andreas Partilla studierte Orchesterdirigieren bei Bruno Weil an der Hochschule für Musik und Theater München. 2010 und 2011 erhielt er vom Bayerischen Rundfunk ein Stipendium im Rahmen der Andechser Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters. Er war Korrepetitor und Assistent bei der Kammeroper München und musikalischer Leiter des English Speaking Music Ensembles e. V. Orchestra und ist seit der Spielzeit 2014/2015 als Solorepetitor am Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert. Hier übernahm er u. a. die musikalische Leitung von »Ein Schaf fürs Leben«, »Gold!« sowie dem Theaterjugendclub und dirigierte Produktionen wie »Cinderella«, »Hair«, »Jesus Christ Superstar« und »Zirkus Furioso« (Regie: Lukas Wachernig). Als Dirigent leitete er darüber hinaus u. a. das Georgische Kammerorchester Ingolstadt, die Bad Reichenhaller Philharmonie und die Münchner Symphoniker. Meisterkurse besuchte er bei Konstantia Gourzi (München) und Mark Gibson (Cincinnati, USA).

SOPHIE STOCKER REGIEASSISTENZ

ANNALENA STOCKER AUSSTATTUNGSASSISTENZ

Für den Inhalt verantwortlich: Verein Wandelbühne. Fotografie: tricky.pics, Wandelbühne. Illustrationen: Daniel Sommergruber. Gestaltung: Peter M. Schaffer. Alle Rechte liegen beim Verein Wandelbühne, bzw. die Autorenrechte bei Lukas Wachernig. Schutzgebühr: 10 Euro

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BesetZUNG

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WOCHE 1

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Virginia V. Hartmann als Der Struwwelpeter Christoph Hirschler als Die Moral Groove Aid als Böse Buben Band

Virginia V. Hartmann als Der Struwwelpeter Christoph Hirschler als Die Moral Groove Aid als Böse Buben Band

DIE GESCHICHTE VOM STRUWWELPETER Alle als Chor

DIE GESCHICHTE VOM STRUWWELPETER Alle als Chor

DIE GESCHICHTE VOM BÖSEN FRIEDERICH Elina Moser als Der böse Friederich • Romina Allmer + Amelie Auer als Fliegen • Susanne Sperl als Gretchen • Julia Trattner als Hund • Fritz Sperl als Herr Doktor

DIE GESCHICHTE VOM BÖSEN FRIEDERICH Elara Mattweber als Der böse Friederich • Anna + Lea Leitner als Fliegen • Lucia Matzer als Gretchen • Valentin Steiner als Hund • Samantha Gruber als Herr Doktor

DIE GESCHICHTE MIT DEM FEUERZEUG Maximiliane Setznagel als Paulinchen • Josef Koletnik als Minz • Johann Sabin als Maunz DIE GESCHICHTE VON DEN BÖSEN BUBEN Ines Koletnik als Mohr • Jakob Trattner als Ludwig • Sophie Fiala als Kaspar • David Fiala als Wilhelm • Elena Wuitz als Der schwarze Ludwig • Jonas Sperl als Der schwarze Kaspar • Clemens Kainbacher als Der schwarze Wilhelm • Elvira Kuttner als Björn • Hannah Pichler als Der blonde Ludwig • Sophie Fiala als Der blonde Kaspar • Judith Sengeis als Der blonde Wilhelm • Viktor Pichler als Der große Nikolas DIE GESCHICHTE VOM WILDEN JÄGER Sara Gaupmann als Der wilde Jäger • Philippa Hohenauer + Nora Denk als Hasen • Angelika Koletnik als Sonne • Anna Ressler als Jägers Frau DIE GESCHICHTE VOM DAUMENLUTSCHER Max Kalcher als Konrad • Marie-Christine Romirer als Konrads Mutter • Lydia Sengeis als Schneider DIE GESCHICHTE VOM SUPPEN-KASPAR Johanna Steiner als Suppen-Kaspar DIE GESCHICHTE VOM ZAPPEL-PHILIPP David Deutschmann als Zappel-Philipp • Manuela Sabin als Zappel-Mutter • Michaela Koletnik als Zappel-Vater DIE GESCHICHTE VOM HANS Hannah Trattner als Hans Guck-in-die-Luft • Isabel Frisch als Wolken • Maria Allmer als Schwalben • Julia Trattner als Hund • Lilian Kuttner als Wellen • Antonia Kalcher + Leonie Wuitz als Fischlein • Magdalena + Johanna Reiter als starke Männer DIE GESCHICHTE VOM FLIEGENDEN ROBERT Elina Moser als Robert

DIE GESCHICHTE MIT DEM FEUERZEUG Anna-Lena Sturb als Paulinchen • Brigitte Hilberger als Minz • Laura Sabin als Maunz DIE GESCHICHTE VON DEN BÖSEN BUBEN Sophie Wallner als Mohr • Lena Moser als Ludwig • Mia Feichter als Kaspar • Rebecca Köck als Wilhelm • Emma Wutte als Der schwarze Ludwig • Lilian Steiner als Der schwarze Kaspar • Anna Liebminger als Der schwarze Wilhelm • Fabian Zitz als Björn • Raphael Gruber als Der blonde Ludwig • Philipp Sabin als Der blonde Kaspar • Ida Pronebner als Der blonde Wilhelm • Alexander Rinner als Der große Nikolas DIE GESCHICHTE VOM WILDEN JÄGER Diana Maierhofer als Der wilde Jäger • Samantha Gruber + Alexander Paulitsch als Hasen • Angelika Koletnik als Sonne • Brigitte Hilberger als Jägers Frau DIE GESCHICHTE VOM DAUMENLUTSCHER Tibi Paulitsch als Konrad • Sarah Obermayer als Konrads Mutter • Julia Liebminger als Schneider DIE GESCHICHTE VOM SUPPEN-KASPAR Tabea Haas als Suppen-Kaspar DIE GESCHICHTE VOM ZAPPEL-PHILIPP Paul Zöhrer als Zappel-Philipp • Bernadette Zitz als Zappel-Mutter • Alexander Rinner als Zappel-Vater DIE GESCHICHTE VOM HANS Isabell Wallner als Hans Guck-in-die-Luft • Anna + Lea Leitner als Wolken • Marina Seidl + Marie Liebminger als Schwalben • Valentin Steiner als Hund • Nicolas Brinckmann als Wellen • Amelie Hölbl + Lana Mattweber als Fischlein • Lorenz Mitteregger + Raphael Gruber als starke Männer DIE GESCHICHTE VOM FLIEGENDEN ROBERT Raphael Kesselbacher als Robert SEITE

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DeR

Tex t BUCH PETER

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ProloG (Die Moral betritt die Bühne. Seine Haltung erinnert an einen Universitätsprofessor. Er liest in einem Buch – auf dem Cover: »Der Struwwelpeter«.) Moral

Das menschliche Bewusstsein ist voller Ungeheuer. Denn in der nachtschwarzgrabesdunklen Gruft unseres Geistes – was für Ungeheuer liegen unter unseren Gedanken verborgen, bereit, in mondscheinbeschienenen Nächten emporzusteigen, ihre heidnischen Kräfte zu üben?

(Der Struwwelpeter erscheint auf seinem Sockel hinter der Moral, die ihn nicht wahrnimmt. Der Moral fährt lediglich ein kalter Schauer über den Rücken, weshalb sie für kurze Zeit nicht fähig ist, zu sprechen. Der Struwwelpeter gestikuliert groß. Sämtliche Darsteller*innen erscheinen. Im Folgenden werden sie als »Chor« bezeichnet. Sie agieren als Gruppe, die kommentierend in den Geschichten mitwirkt und diese großteils auch szenisch sowie choreografisch umsetzen wird. Alle versammeln sich um den Sockel des Struwwelpeters.) Struwwelpeter

Auf jener ach so vergnügt bunt wirkenden Bühne öffnen sich die dunkelsten Nischen des menschlichen Vorstellungsvermögens, in denen Ungeheuer eurer harren, wie eure irrsten Alpträume sie nicht erahnen. Denn was wäre ungeheurer als die kindliche Pyromanin. Seht! Seht!

Moral

Wie Paulinchen ihr Schicksal besiegelt, indem sie auf tragische Art und Weise lernt – und das heißt: zu spät lernt – worin der Unterschied besteht zwischen einer Spielware und einem Feuerzeug.

Struwwelpeter

Wie sie sich hier vor Ihren Augen in eine wunderschön leuchtende menschliche Fackel verwandelt und gleich darauf in ein kleines rauchendes Häuflein Asche – bevor man noch einwerfen könnte:

Moral

Wickelt sie in eine Decke und schmiert die verbrannten Stellen mit Butter ein!

Struwwelpeter

Was wäre ungeheurer als der Knabe, der sich aus Übermut zum Skelett herabhungert. Und warum? Um Sargholz zu sparen? Ich denke, nein.

Moral

Warum, Kaspar, warum? Du mochtest doch Suppe.

Struwwelpeter

Was wäre ungeheurer als der Junge, der das Gesetz der Schwerkraft bricht, dieser Natur-Gesetzesbrecher!

Moral

Und damit Schande über die gesamte Familie bringt.

Struwwelpeter

Und sich unter Zuhilfenahme eines grünen Regenschirms in einen menschlichen Flugdrachen verwandelt.

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Moral

All diese Ungeheuer – und mehr noch – harren eurer durstigen Ohren, eurer ausgehungert schmachtenden Augen.

Struwwelpeter

Die mit schwachen Nerven mögen bitte gleich wieder gehen. Echt. Diese Dinge sind nichts für Leute, die ihre Flüssigkeiten nicht halten können. Ich habe euch gewarnt! Denn hier schüttet ein Ungeheuer ganz anderen Schlages das Füllhorn seiner schaurigen Geschichten aus.

(Der Struwwelpeter erhebt sich und wird immer größer, präsentiert dabei seine prägenden Attribute.)

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Kopf eines starken Mannes, Stimme einer verführerischen Meerjungfrau, Verstand eines agilen Krokodils, Lungen eines frei lebenden Elefantenbullen und Beine – oh! diese Beine!


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D IE G ESCH ICHTE VO M

StruWWeLpeteR Moral

Sieh einmal, hier steht er.

Chor Pfui! Der Struwwelpeter! An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden seine Nägel fast ein Jahr. Kämmen ließ er nicht sein Haar. Pfui! Struwwelpeter

Ruft da ein jeder.

Chor

Garst’ger Struwwelpeter!

(Der Chor bejubelt den Struwwelpeter. Nach kurzer Zeit brüllt er, die Gruppe verstummt. Er singt zum Chor.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 1 • STRU W W E LPETE R O U VE RTÜ R E Struwwelpeter

Wenn die Kinder artig sind kommt zu ihnen das Christkind. Wenn sie ihre Suppe essen und das Brot auch nicht vergessen, hält die schöne Sommerzeit manch Geschenk für sie bereit. Aber wenn sie immer schrein, sich nur schlagen und bespein, wenn sie die Geschwister beißen, Hemd und Hose sich zerreißen: Dann sind sie nicht gut genug für dies schöne Bilderbuch. Dann sind sie nicht gut genug für dies schöne Bilderbuch.

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D IE G ESCH ICHTE VO M

Bösen FriedericH Moral

Die Kinder schlagen Fenster ein, wenn ihre Lehrer nicht zugegen sind; die Soldaten legen Feuer an das Lager, das sie verlassen, allen Befehlen des Feldherrn zum Trotz; ohne Hemmung zerstampfen sie das hoffnungsvollste Ährenfeld und reißen stolze Bauwerke nieder. Was zwingt sie, überall tiefe Spuren der Barbarei zu hinterlassen? Ist es allein die Lust am Zerstören? Oder sollten die schwachen Seelen in der Zerstörung sich zu Kühnheit und Kraft erheben wollen?

Struwwelpeter

Was ist Gewalt anderes als Vernunft, die verzweifelt?

Moral

Wo Gewalt Recht hat, hat das Recht keine Gewalt.

Struwwelpeter

Wo es einen unrechtmäßigen Aggressor gibt, ist es berechtigt, ihn zu stoppen.

Moral

Der alte Grundsatz "Auge um Auge" macht aber schlussendlich alle blind.

Struwwelpeter

Manchmal müssen wir grausam sein, um gut sein zu können. Und manchmal müssen wir grausam sein, um – wissen Sie – ...einfach so zur Entspannung.

(Der Struwwelpeter holt den bösen Friederich zu sich auf seinen Sockel und präsentiert ihn stolz.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 2 • DE R BÖSE FR IE DE R ICH (Die Musik gilt größtenteils als Underscore. Der Struwwelpeter und der Chor brechen nur teilweise in schreienden Gesang aus.) Friederich

Der Friederich, der Friederich das war ein arger Wüterich!

Fliegen

Er fing die Fliegen in dem Haus, riss die zarten Flügel aus.

Chor

Er schlug die Stühl und Vögel tot. Die Katzen litten große Not.

Gretchen

Und höre nur, wie bös er war: Er peitschte, ach, sein Gretchen gar!

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Chor

Am Brunnen stand ein großer Hund, trank Wasser dort mit seinem Mund. Da mit der Peitsch herzu sich schlich der bitterböse Friederich.

Hund

Er schlug den Hund, schlug ihn noch mehr und schlug ihn immer heftiger.

Chor

Da kriegt der Hund die große Wut und beißt den Fritz – und beißt den Fritz – bis aufs Blut.

Struwwelpeter

Der bitterböse Friederich der schrie und weinte bitterlich.

Chor

Er muss ins Bett in seiner Not. Sein Bein liegt offen da und rot.

Doktor

Herr Doktor kommt und sagt: O Gott! Fritz, Fritz, Fritz –

Struwwelpeter

Er war tot. Er war tot.

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Chor

Der Hund an Friedrichs Tischchen saß, wo er den großen Kuchen aß. Aß auch die gute Leberwurst und trank den Wein für seinen Durst.

Moral

Die Peitsche hat er mitgebracht und nimmt sie sorglich sehr in Acht.

Struwwelpeter

Ich mochte ihn. Leute, so ein junger Mensch muss sich mit etwas beschäftigen. Auch, wenn die Beschäftigung rohe Gewalt ist. Oder das Spiel mit dem Feuer.

Moral

Aber mit dem Feuer spielt man ebenso wenig wie mit der Wahrheit.

Struwwelpeter

Papperlapapp. Frauen wissen, wie man mit dem Feuer spielt. Auch wenn die Männer glauben, es entdeckt zu haben.

Moral

Doch wer nicht sorgsam mit Feuer umgeht, verbrennt sich die Finger.

Struwwelpeter

Solange man sich nicht hin und wieder verbrennt, hat man nicht gelebt. 

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D IE G A R TR AU R IG E G ESCH ICHTE M IT DE M

FeuerzeuG

(Das Paulinchen erscheint. Ein Teil des Chores agiert zu Beginn der Geschichte als Streichhölzer mit kleinen Flammen, die aus einer überdimensionalen Streichholzschachtel erscheinen. Der zweite Teil des Chores wird im weiteren Verlauf zu großen, qualmenden Flammen. Vorne auf der Spielfläche sitzen die beiden Katzen und schlecken ihr Fell sauber.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 3 • PAU LINCHE N (In dieser Nummer wird immer nur der »Refrain« – das Wehklagen der Katzen – gesungen, zu dem später auch der gesamte Chor mit einsteigt.) Katzen (gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Miau! Mio! Paulinchen

Paulinchen war allein zu Haus, die Eltern waren beide aus.

Chor

Als sie nun durchs Zimmer sprang mit leichtem Mut und Sing und Sang, da sah sie plötzlich vor sich stehn ein Feuerzeug, nett anzusehn.

Paulinchen Ei! Chor

Sprach sie.

Paulinchen

Wie schön und fein! Das muss ein trefflich Spielzeug sein. Ich zünde mir ein Hölzchen an, wie’s oft die Mutter hat getan.

Moral

Und Minz und Maunz, die Katzen, erheben ihre Tatzen. Sie drohen mit den Pfoten:

Katzen

Die Mutter hat’s verboten!

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Katzen (gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Katzen + Chor (gesungen) Lass stehn! Sonst brennst du lichterloh! Chor Struwwelpeter

Paulinchen hört die Katzen nicht! Die Hölzchen brennen hell und licht, sie flackern lustig, knistern laut.

Paulinchen

Paulinchen aber freut sich sehr und springt im Zimmer hin und her.

Moral

Doch Minz und Maunz, die Katzen, erheben ihre Tatzen. Sie drohen mit den Pfoten:

Katzen

Die Mutter hat’s verboten!

Grad wie’s ihr auf dem Bilde schaut.

Katzen (gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Katzen + Chor (gesungen) Wirf’s weg! Sonst brennst du lichterloh! Moral

Doch weh! Die Flamme fasst das Kleid, die Schürze brennt; es leuchtet weit.

Struwwelpeter

Es brennt die Hand, es brennt das Haar, es brennt das ganze Kind sogar! Haha!

Chor

Und Minz und Maunz, die schreien gar jämmerlich zu zweien:

Katzen

Herbei! Herbei! Wer hilft geschwind? Im Feuer steht das ganze Kind!

Katzen (gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Katzen + Chor (gesungen) Zu Hilf! Das Kind brennt lichterloh!

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Moral

Verbrannt ist alles ganz und gar, das arme Kind mit Haut und Haar.

Struwwelpeter

Ein Häuflein Asche bleibt allein und beide Schuh, so hübsch und fein.

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Chor

Und Minz und Maunz, die kleinen, die sitzen da und weinen:

Katzen

Die Mutter hat’s verboten!

Katzen (gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Katzen + Chor (gesungen) Wo sind die armen Eltern? Wo? Moral

Und ihre Tränen fließen, wie’s Bächlein auf den Wiesen.

Katzen (heulend gesungen) Miau! Mio! Miau! Mio! Nie mehr wieder sind wir froh. ••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Moral

Der Weise sieht, wo sein Weg in die Irre führt. Der Narr geht weiter – und verdirbt.

(Die Moral beseitigt das von Paulinchen übrig gebliebene Häufchen Asche, während der Struwwelpeter das Wort ergreift.)

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Struwwelpeter

Ein schwarzes Häufchen blieb von dem weißen Kind. Dass die Farbigen auch alles für sich beanspruchen müssen.

Moral

Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Und die ausgeprägteste Form von Farbenblindheit.

Struwwelpeter

Farbenblindheit? Die Unterschiede sind doch wirklich nicht zu übersehen. Größer könnte der Kontrast nicht sein.

Moral

Aber wir bluten doch alle die gleiche Farbe.

Struwwelpeter

Meinst du?  

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Bösen Buben (Der Mohr erscheint spazierend auf der Spielfläche. Kurz danach tauchen die bösen Buben Ludwig, Kaspar und Wilhelm auf. Der Chor beobachtet das Geschehen vorerst noch im Hintergrund.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 4 • BÖSE B U B E N • VE RS ION SCHWA R Z Struwwelpeter Mohr

Es ging spazieren vor dem Tor ein kohlpechrabenschwarzer Mohr.

Ludwig

Schon kam der Ludwig angerannt und trug sein Fähnchen in der Hand.

Kaspar

Der Kaspar kam mit schnellem Schritt und brachte seine Brezel mit.

Wilhelm

Und auch der Wilhelm war nicht steif und brachte seinen runden Reif.

Chor

Die schrien und lachten alle drei, als dort das Mohrchen ging vorbei,

Struwwelpeter

weil es so schwarz wie Tinte sei!

Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Nikolas

Da kam der große Nikolas mit seinem großen Tintenfass.

Moral

Der sprach:

Nikolas

Ihr Kinder, hört mir zu und lasst den Mohren hübsch in Ruh!

Ludwig

Die Buben aber folgten nicht

Die Sonne scheint ihm aufs Gehirn, da nahm er seinen Sonnenschirm.

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

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Kaspar und lachten ihm ins Angesicht Wilhelm und lachten ärger als zuvor Ludwig + Kaspar + Wilhelm über den armen schwarzen Mohr. Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Moral Nikolas

Der Niklas wurde bös und wild, ihr seht es hier auf diesem Bild!

Chor

den Wilhelm und den Ludewig, den Kaspar auch, der wehrte sich.

Moral

Er tunkt’ sie in die Tinte tief, wie auch der Kaspar

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

Er packte gleich die Buben fest beim Arm, beim Kopf, bei Rock und West’:

Kaspar Feuer! Moral rief. Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Nikolas

Bis übern Kopf ins Tintenfass tunkt’ sie der große Nikolas.

Moral

Ihr seht sie hier, wie schwarz sie sind, viel schwärzer als das Mohrenkind!

Mohr

Der Mohr voraus im Sonnenschein, die bösen Buben hintendrein.

Moral

Und hätten sie nicht so gelacht, hätt’ Niklas sie nicht schwarz gemacht.

Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

Buben. Buben. Buben. Buben.

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Struwwelpeter

Pah! Das hat noch lange nichts zu bedeuten.

Moral

Es geht auch anders. Zurück auf Anfang. Schließlich sind wir alle Menschen.

N O. 5 • BÖSE B U B E N • VE RS ION B LOND Es ging spazieren auf dem Wege ein gut gebauter, blonder Schwede.

(Die Szene spult sich auf ihren Ursprung zurück. Jedoch bleiben Ludwig, Kaspar und Wilhelm schwarz gefärbt. Anstatt des früheren Mohren erscheint eine hellhäutige Figur namens Björn.)

Moral Björn

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Ludwig schwarz

Schon kam der Ludwig angerannt und trug sein Fähnchen in der Hand.

Kaspar schwarz

Der Kaspar kam mit schnellem Schritt und brachte seine Brezel mit.

Wilhelm schwarz

Und auch der Wilhelm war nicht steif und brachte seinen runden Reif.

Chor

Die schrien und lachten alle drei, als dort der Schwede ging vorbei,

Struwwelpeter

weil er so blond wie Semmeln sei!

Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Nikolas

Da kam der große Nikolas mit seinem großen Butterfass.

Moral

Der sprach:

Nikolas

Ihr Kinder, hört mir zu und lasst den Schweden hübsch in Ruh!

Schwarzer Ludwig Schwarzer Kaspar Schwarzer Wilhelm Schwarzer Ludwig + Kaspar + Wilhelm

Die Buben aber folgten nicht

Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

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Die Sonne scheint ihm aufs Gehirn, da nahm er seinen Sonnenschirm.

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

und lachten ihm ins Angesicht und lachten bis nach Göteborg über den armen Björn von Borg. bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

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Moral Nikolas

Der Niklas wurde bös und wild, ihr seht es hier auf diesem Bild!

Chor

den Wilhelm und den Ludewig, den Kaspar auch, der wehrte sich.

Moral

Er tunkt’ sie in die Butter tief, wie auch der Kaspar

Er packte gleich die Buben fest beim Arm, beim Kopf, bei Rock und West’:

Schwarzer Kaspar Sahne! Moral rief. Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Nikolas

Bis übern Kopf ins Butterfass tunkt’ sie der große Nikolas.

Moral

Ihr seht sie hier, wie blond sie sind, viel blonder als das Schwedenkind!

Björn

Björn Borg voraus im Sonnenschein, die bösen Buben hintendrein.

Moral

Und hätten sie nicht so gelacht, hätt’ Niklas sie nicht blond gemacht.

Chor (singt)

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

Buben. Buben. Buben. Buben.

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

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Moral

Oder so. Wie gesagt: wir sind alle nur Menschen.

Struwwelpeter

Aber auch wenn wir alle in der gleichen Farbe bluten, so gibt es doch solche und solche Menschen, unabhängig von der Farbe der Schale.

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D IE G ESCH ICHTE VO M

Wilden Jäger (Der wilde Jäger betritt die Szene, zwei große Gewehre im Arm. Er macht einen zielsicheren Eindruck. Der Struwwelpeter und die Moral betrachten ihn wie ein Ausstellungsobjekt in einem Museum.) Moral

Seit dem Augenblick, als der Schöpfer diesem dürren Planeten, den wir Heimat nennen, seinen Odem einhauchte, seit diesem Augenblick kritzelt Mutter Natur auf ihrem Skizzenblock herum und bringt eine Vielzahl so unterschiedlicher Gestalten hervor wie den Wurm und den Wal, den Tiger und den Tintenfisch, die Mücke und…

Struwwelpeter

…den Menschen. Aber manchmal hat Mama Natur sich an ihrer Macht besoffen und schafft, von einer grellen Eingebung durchzuckt, eine einzigartige Abweichung, einen Solitär: ihr Meisterstück, nie wieder erreicht, nie wieder gesehen, für ewig unangefochten auf seinem Thron.

Moral

Also bitte, gebt uns die Weisheit, wenn schon nicht zu verstehen, so doch zu bewundern und zu staunen. Denn wer sind wir, ein Urteil zu fällen über die Werke der Natur.

•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 6 • DE R W ILDE JÄG E R Jäger

Es zog der wilde Jägersmann sein grasgrün neues Röcklein an; nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint und lief hinaus ins Feld geschwind.

Chor

Er trug die Brille auf der Nas und wollte schießen tot den Has.

Hasen Sonne Chor

Das Häschen sitzt im Blätterhaus und lacht den wilden Jäger aus.

Struwwelpeter

Und als der Jäger gut gezielt, der Has das gar nicht mitgekriegt.

Jetzt schien die Sonne gar zu sehr, da ward ihm sein Gewehr zu schwer. Er legt sich in das grüne Feld und zielt, wohin es ihm gefällt.

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Jäger

Ich sehe hier mit Korn und Kimme, dem Hasen geht’s gleich schlimme!

Chor + Jäger

Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng!

Jäger

Die Flinte nun schnell wieder füllen, gibt’s noch viele Häschen abzuknüllen.

Sonne

Die Sonne scheint gar immer mehr, das Häschen aber fürcht’ sich sehr!

Chor + Jäger

Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng!

Struwwelpeter Hasen Moral

Es läuft davon und springt und schreit:

Jäger

Und wieder geht die Flinte los.

Chor + Jäger

Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng!

Jägers Frau Moral

Des Jägers Frau am Fenster saß und trank aus ihrer Kaffeetass.

Jägers Frau

O wei!

Struwwelpeter

Da schoss er sie gleich auch entzwei.

Chor + Jäger

Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng!

Zu Hilf, ihr Leut, zu Hilf, ihr Leut! Da kommt das arme Häschen dann zuletzt beim tiefen Brunnen an. Es springt hinein, die Not war groß!

Sie sah den Mann und schrie:

(Die Moral überrascht den Jäger und steckt ihm eine Rose in den Lauf des Gewehrs.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

• PAUSE •

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DaumenLutscher Moral

Schlafen, bei Gelegenheit träumen, denn was für Träume mögen in unserem Todesschlaf wohl empor sich drängen – wenn diese sterbliche Hülle abgestreift.

Struwwelpeter

Ha. Wieder die Geschichte mit dem Pudel und mit dem Kern. Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft.

Moral

Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

Struwwelpeter

Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Drum besser wär’s, dass nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt., mein eigentliches Element.

Moral

Bei euch kann man das Wesen gewöhnlich aus dem Namen lesen, wo es sich allzu deutlich weist, wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt. Du nennst dich einen Teil und stehst doch ganz vor mir?

Struwwelpeter

Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar, das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht den alten Rang, den Raum ihr streitig macht. Und doch gelingt’s ihm nicht, da es, so viel es strebt, verhaftet an den Körpern klebt. Von Körpern strömt’s, die Körper macht es schön, ein Körper hemmt’s auf seinem Gange. So hoff ich, dauert es nicht lange und mit den Körpern wird’s zugrunde gehen.

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N O. 7 • DAU M E NLUTSCHE R KONR A D Konrads Mutter Konrad! Chor

Sprach die Frau Mama!

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Konrads Mutter

Ich geh aus und du bleibst da. Vor allem Konrad aber, hör: lutsch nicht an deinen Daumen mehr. Denn der Schneider mit der Scher kommt sonst ganz geschwind daher. Und die Daumen schneidet er ab, als ob Papier es wär.

Chor + Mutter

Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh!

Konrads Mutter

Du sollst doch nicht am Daumen saugen!

Chor + Schneider + Mutter Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh! (Konrad kann aufgrund des Blutverlustes keinen Kommentar mehr von sich geben.)

Konrad Au!

Und ohne Daumen liegt er dort, denn die sind alle beide fort.

Chor + Mutter

Schnipp, schnipp, so rasch schnapp, schnapp, Und Konrads Daumen sind schon ab.

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Konrad

Fort geht nun die Mutter, und wupp! den Daumen in den Mund.

Schneider Chor + Schneider

Bauz! Da geht die Türe auf, herein der Schneider in schnellem Lauf. Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh!

Konrad Au! Chor + Schneider

Schnipp, schnipp, so rasch schnapp, schnapp, Und Konrads Daumen sind schon ab.

Konrads Mutter

Als die Mutter kommt nach Haus, sieht der Konrad traurig aus.

Chor

Ohne Daumen steht er dort, die sind alle beide fort.

Chor + Schneider + Mutter Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh! Konrad Au! Chor + Schneider + Mutter Schnipp, schnipp, so rasch schnapp, schnapp, Und Konrads Daumen sind schon ab.

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Konrads Mutter

Ha! Ha!

Chor

Sagt Mama mit bösen Augen.

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D IE G ESCH ICHTE VO M

Suppen-Kaspar (Die Moral beseitigt die Blutflecken Konrads vom Boden und spricht dabei.) Moral

Was wird aus dem Kind, dem es an Zuneigung gebricht?

Struwwelpeter

Na das hast du doch gerade gesehen.

Moral

Wächst und gedeiht es, oder kümmert und schrumpft es vor sich hin?

Struwwelpeter

Natürlich wächst und gedeiht es! Bevormundung schränken die Entfaltung der individuellen Freiheit ein, also müssen wir sie überwinden. Denn umso aggressiver und abscheulicher, desto besser.

Moral

So wie das Recht auf Dummheit eine freie Entfaltung der Persönlichkeit garantiert?

Struwwelpeter

Wie eine Pflanze Licht zum Wachsen braucht, so benötigt ein Kind uneingeschränkte Freiheit zur Entfaltung. Es ist doch wohl nicht zu viel verlangt, ungezogen sein zu dürfen und sein Leben komplett nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Moral

Wie der Junge, der seine Suppe nicht isst.

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N O. 8 • SU PPE N - K ASPA R Moral

Der Kaspar, der war kerngesund.

Suppen-Kaspar

Ein dicker Bub und kugelrund. Er hatte Backen rot und frisch.

Moral

Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.

Struwwelpeter

Doch einmal fing er an zu schrein:

Suppen-Kaspar

Ich esse keine Suppe! Nein!

Chor

Ich esse meine Suppe nicht! Suppe nicht! Suppe nicht!

Suppen-Kaspar + Chor

Nein, meine Suppe ess ich nicht!

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Moral

Am nächsten Tag – ja sieh nur her!

Suppen-Kaspar

Da war er schon viel magerer.

Struwwelpeter

Da fing er wieder an zu schrein:

Suppen-Kaspar

Ich esse keine Suppe! Nein!

Chor

Ich esse meine Suppe nicht! Suppe nicht! Suppe nicht!

Suppen-Kaspar + Chor

Nein, meine Suppe ess ich nicht!

Moral

Am dritten Tag, o weh und ach!

Suppen-Kaspar

Wie ist der Kaspar dünn und schwach.

Struwwelpeter

Doch als die Suppe kam herein, gleich fing er wieder an zu schrein:

Suppen-Kaspar

Ich esse keine Suppe! Nein!

Chor

Ich esse meine Suppe nicht! Suppe nicht! Suppe nicht!

Suppen-Kaspar + Chor

Nein, meine Suppe ess ich nicht!

Moral

Am vierten Tage endlich gar

Suppen-Kaspar

der Kaspar wie ein Fädchen war.

Moral

Er wog vielleicht ein halbes Lot und war am fünften Tage tot.

Suppen-Kaspar

Ich esse keine Suppe! Nein!

Chor

Ich esse meine Suppe nicht! Suppe nicht! Suppe nicht!

Suppen-Kaspar + Chor

Nein, meine Suppe ess ich nicht! Ess ich nicht! Ess ich nicht!

Struwwelpeter

Wenn noch einmal jemand zu mir sagt, dass die Zeit alle Wunden heilt, dann schlag ich ihm ins Gesicht und sage: Macht ja nichts, ist ja bald wieder weg.

Moral

Doch auch geheilte Wunden hinterlassen oft tiefe Narben. Davon kann dir Philipp so einiges erzählen. Der wurde unter einem riesigen Haufen Scherben begraben. 

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Moral

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Weihnachten kommt, und Weihnachten geht, und die alte Mutter Zeit heilt alle Wunden. Etwa nicht?

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Zappel-PhiliPP (Der Sockel verwandelt sich in einen Esstisch, drumherum Zappel-Philipp und seine Eltern.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 9 • Z A PPE L- PH ILIPP Zappel-Vater

Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?

Moral

Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn.

Zappel-Vater

und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum.

Zappel-Philipp

Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht.

Chor

Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt.

Moral

Seht, ihr lieben Kinder, seht, wie’s dem Philipp weiter geht! Wie er mit dem Stuhl verfährt. Grad als wär’s ein Schaukelpferd! Schaut genau auf dieses Bild! Seht! Er schaukelt gar zu wild, bis der Stuhl nach hinten fällt.

Zappel-Philipp

Da ist nichts mehr, was ihn hält!

Chor

Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. SEITE

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Zappel-Vater Moral

Nach dem Tischtuch greift er, schreit.

Zappel-Vater

Zu gleicher Zeit fallen Teller, Flaschen, Brot.

Struwwelpeter

Vater ist in großer Not.

Zappel-Vater Chor

Und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum.

Zappel-Mutter

Wo ist Philipp, unser Sohn?

Zappel-Vater

Mutter, da! Ich seh’ ihn schon.

Moral

Was der Vater essen wollt, unten auf der Erde rollt.

Zappel-Vater

Suppe, Brot und alle Bissen, alles ist herabgerissen!

Zappel-Mutter

Suppenschüssel ist entzwei.

Moral

Und die Eltern stehn dabei.

Chor

Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt.

Zappel-Eltern

Beide sind gar zornig sehr, haben nichts zu essen mehr.

Doch, was hilft’s?

Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt.

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Hans Guck-in-die-LufT Moral

Struwwelpeter

Ein, vielleicht zwei Mal im Leben stehen wir vor einem so unvermuteten Anblick, dass es unsere ureigene Anschauung des Lebens erschüttert, durcheinander wirbelt, in Trümmer legt. Auf dieser Fläche eröffnet sich gleich ein weiteres Fenster zu einer anderen Welt, so dass die Wissensundurstigen unter Ihnen gut beraten sind, ihre Augen zu bedecken. Die von eher stählerner Verfassung sollen Zeugen werden eines wahr gewordenen Alptraums, ihn bestaunen oder auch beklagen.

(Die Szenerie verwandelt sich. Es erscheint Hans, der eigentlich blind ist.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 10 • H A NS Hans

Wenn der Hans zur Schule ging, stets sein Blick am Himmel hing.

Wolken + Schwalben

Nach den Dächern, Wolken, Schwalben schaut er aufwärts allenthalben.

Moral

Vor die eignen Füße dicht, ja, da sah der Bursche nicht. Aber was da vor ihm war: Die Gefahr, die Gefahr.

Chor

Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft. Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft.

Hund Hans Moral

Kam ein Hund daher gerannt, Hänslein blickte unverwandt

Chor

Hans, gib Acht! Der Hund ist nah!

Ganz nach oben in die Luft. In den Himmel, riecht den Duft. Und er sieht nichts, das ist klar.

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Struwwelpeter

Bauz! Padauz! - Da liegen zwei. Hund und Hänschen nebenbei.

Chor

Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft. Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft.

Hans

Einst ging er an Ufers Rand mit der Mappe in der Hand.

Wolken + Schwalben

Sah den blauen Himmel hoch sah, wie hoch die Schwalbe flog.

Hans

Ist das schön, eine Wonne!

Sonne

Hans schaut in die helle Sonne. Wie sie scheint und wie sie lacht, sonst hat Hans sich nichts gedacht.

Moral

Sodass er kerzengrad immer mehr zum Flusse trat.

Hans

Schaute hoch und lief und lief.

Wellen

Und das Wasser war so tief.

Fische

Und die Fischlein in der Reih sind erstaunt sehr, alle drei.

Chor

Noch ein Schritt! Und plumps! Der Hans stürzt hinab kopfüber ganz! -

Fische

Die drei Fischlein, sehr erschreckt, haben sich sogleich versteckt.

Starke Männer

Doch zum Glück, da kommen zwei Männer aus der Näh herbei. Und die haben ihn mit Stangen aus dem Wasser aufgefangen.

Struwwelpeter

Seht! Da steht er, triefend nass! Ei, das ist ein guter Spaß! Wasser läuft dem armen Wicht aus den Haaren ins Gesicht, aus den Kleidern, von den Armen, und es friert ihn zum Erbarmen.

Fische

Und die Fischlein eins, zwei, drei, schwimmen hurtig gleich herbei. Strecken’s Köpflein aus der Flut, lachen, dass man’s hören tut. Lachen fort noch lange Zeit. Und die Mappe schwimmt schon weit.

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Chor

Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft. Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft. Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft. Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft.

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D IE G ESCH ICHTE VO M

FlieGenden RoberT (Ein Sturm zieht auf, der immer heftiger wird. Der Chor agiert als dieser.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 11 • FLIEG E R ROB E RT Moral Struwwelpeter

Wenn der Regen niedersaust und das Land die Stadt zerzaust bleiben Mädchen oder Buben hübsch daheim in ihren Stuben. Robert aber dachte:

Robert Nein! Das muss draußen herrlich sein! Und im Felde patschet er mit dem Regenschirm umher. Chor

Flieger Robert. Flieger Robert.

Struwwelpeter Hui! Robert

Wie pfeift der Wind und keucht, dass der Baum sich niederbeugt.

Struwwelpeter

Seht! Den Schirm erfasst der Wind und der Robert fliegt geschwind!

Chor

Flieger Robert. Flieger Robert.

Robert

Durch die Luft so hoch, so weit, niemand hört ihn, wenn er schreit. (schreit) Aaaaaaaaah!

Struwwelpeter

An die Wolken stößt er schon und sein Hut fliegt auch davon!

Robert

Schirm und Robert fliegen dort durch die Wolken immerfort. Und der Hut fliegt weit voran, stößt zuletzt am Himmel an.

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Moral

Wo der Wind sie hingetragen, ja, das weiß kein Mensch zu sagen.

Chor Moral

Flieger Robert. Flieger Robert. Flieger Robert. Flieger Robert. Robert, Robert, Robert, fliege oh Robert, Robert. Robert, Robert, mein Robert.

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EpiloG (Die Spielfläche ist im Laufe der vorangegangenen Geschichten immer voller und chaotischer geworden.) Struwwelpeter

Das kommt Ihnen vollkommen bedeutungslos vor, was? Dacht ich’s mir. Dumm von mir. Wirklich. Mein Fehler – würde ich sagen. Die Sache ist doch die: Man versucht, irgendetwas nur ein winziges bisschen anders zu machen – und was hat man davon: Hohn und Spott. Haha. Ha. Hoho. Ho.

Moral

Passen Sie auf, ich verrate Ihnen was. Hinter all dem steckt eine Botschaft. O ja. Dass es vielleicht, nur vielleicht, nicht völlig falsch wäre, mal zu fragen, was für ein Dreck vor der eigenen Tür liegt.

(Die Moral und der Struwwelpeter wechseln ihr Kostüm und tauschen somit die Rollen. Inklusive den dazu gehörigen Eigenschaften und Anschauungen.) •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

N O. 12 • FIN A LE (Die folgende Nummer beginnt als Arie des Struwwelpeter, wird schließlich zu einem Medley aller bisherigen Nummern.) Struwwelpeter

Sieh einmal, hier steht er.

Moral Pfui! Der Struwwelpeter. An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden seine Nägel fast ein Jahr. Kämmen ließ er nicht sein Haar. Chor Pfui! Moral

Ruft da ein jeder.

Chor Garst’ger Struwwelpeter! Sieh einmal, hier steht er. Pfui! Der Struwwelpeter. An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden seine Nägel fast ein Jahr. Kämmen ließ er nicht sein Haar. Moral Pfui!

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Chor

Ruft da ein jeder. Garst’ger Struwwelpeter!

Moral

Der bitterböse Friederich Der schrie und weinte bitterlich.

Chor

Er muss ins Bett in seiner Not. Sein Bein liegt offen da und rot

Doktor

Herr Doktor kommt und sagt: O Gott! Fritz, Fritz, Fritz -

(Konrad kann aufgrund des Blutverlustes keinen Kommentar mehr von sich geben.)

Struwwelpeter

Er war tot. Er war tot.

Und ohne Daumen liegt er dort, denn die sind alle beide fort.

Moral

Doch einmal fing er an zu schrein:

Chor

Ich esse meine Suppe nicht! Suppe nicht! Suppe nicht!

Suppen-Kaspar + Chor

Nein, meine Suppe ess ich nicht! Ess ich nicht! Ess ich nicht!

Zappel-Philipp

Und auch Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht.

Chor

Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt. Gaukelt, schaukelt, trappelt, zappelt.

Struwwelpeter

Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft.

Chor

Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft. Da geht Hans – wo? Ein jeder ruft. Seht den Hans Guck-in-die-Luft! Seht den Hans! Ein jeder ruft. Da geht Hans Guck-in-die-Luft.

Katzen Miau! Mio! Miau! Mio! Katzen + Chor Wo sind die armen Eltern? Wo? Struwwelpeter

Und ihre Tränen fließen, wie’s Bächlein auf den Wiesen.

Katzen Miau! Mio! Miau! Mio! Nie mehr wieder sind wir froh. Chor

Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen, Ihr bösen,

Jäger

Und wieder geht die Flinte los.

Chor

Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng!

Chor

Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh!

bösen, bösen, bösen, bösen,

bösen bösen bösen bösen

Buben. Buben. Buben. Buben.

Chor

Sagt Mama mit bösen Augen.

Konrads Mutter

Du sollst doch nicht am Daumen saugen!

Chor

Schnipp, schnapp, die Schere geht und Konrad schreit: O weh!

Konrad Au!

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Chor

Schnipp, schnipp, so rasch schnapp, schnapp, Und Konrads Daumen sind schon ab.

Konrads Mutter

Ha! Ha!

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Chor Struwwelpeter

Flieger Robert. Flieger Robert. Flieger Robert. Flieger Robert. Robert, Robert, Robert, fliege oh Robert, Robert. Robert, Robert, mein Robert.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Struwwelpeter

Das menschliche Bewusstsein ist voller Ungeheuer. Denn in der nachtschwarzgrabesdunklen Gruft unseres Geistes – was für Ungeheuer liegen unter unseren Gedanken verborgen?

• ENDE •

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P R I VAT E S P O N S O R E N :

Brauerei Murau eGen • KFZ Gerold Benediktinerstift St. Lambrecht • Porr Bau GmbH 1A Druck • AAPO-SPA natürliche Heilmittel GmbH Autohaus Radauer • DPB GmbH • Ebner Hohenauer HC Consult

ADEG Durigon • Franz Moser GmbH • Gasthof Torwirt Gernot Horn Versicherungsagentur • Glas Allmer • Koletnik verfliest Landforst Lagerhaus Murau • Mayer Mgmt.-Group • Marktcafé Pristovnik A. Moder Transport GmbH • Molto Luce GmbH • Pension Hinterhofer Pension Paulitsch • Vinzenz Sabin • Schauenburg Service GmbH Steiermärkische Sparkasse • Wirtshaus Stifterl Zeiler Innen- und Außenputze GmbH • Zimmerei Franz Galler GmbH

Heide Zeiringer • Jamila Coffee • Leue & Nill GmbH Naturparkhotel Lambrechterhof • PI Wlattnig GmbH

FÖRDERGELDER:

Raiffeisenbank Murau • Ski Grebenzen

Land Steiermark Bildung und Gesellschaft • Land Steiermark Kultur Alfred Schachner Gedächtnisfonds • Holari • Marktgemeinde St. Lambrecht

Wachernig Public Relations

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ora et labora et lege Aus alten Quellen Neues schöpfen

KLOSTER AUF ZEIT DEN SCHALTER UMLEGEN MUSEEN DIE GESCHICHTE DURCHWANDERN

T S T. H ELAATMEBRRCEAC M HP T

STIFTSGARTEN SPAZIEREND ZU SICH FINDEN

Das Benediktinerstift St. Lambrecht Begegnungsraum, um den Geist zu erhellen und die Seele zu heilen

Zur Ruhe kommen und sich finden …

Kulinarisches Theater der etwas anderen Art

Besuchen Sie das Kloster der Benediktiner von St. Lambrecht. Kehren Sie ein, um hier „Kloster auf Zeit“ zu genießen, um mit den Mönchen zu leben, mit ihnen zu sprechen, um in kurzer Zeit ein lebendiges Gefühl für möglicherweise neue Werte zu finden. Oder kommen Sie als Gast in dieses Kloster am Fuße der Grebenzen, um in wenigen Stunden die vielfältigen Museen zu besichtigen, um einzutauchen in die Geschichte des benediktinischen Glaubens inmitten der Wälder des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen.

9:14

Im Benediktinerstift St. Lambrecht gibt es aber auch die Schule des Daseins. Ein Seminarzentrum in historischem Ambiente und zeitgemäßet technischer Ausstattung. Für Tagungen bis zu 200 Personen – ein idealer Ort in Kombination mit dem Naturparkhotel Lambrechterhof.

www.stift-stlambrecht.at BENEDIKTINERSTIFT ST. LAMBRECHT A-8813 St. Lambrecht, Hauptstraße 1, T +43 3585 2305 0, info@stift-stlambrecht.at

MI 12 DEZ 2018 – 19.30 DO 13 DEZ 2018 – 19.30 FR 21 DEZ 2018 – 19.30

NATURPARKHOTEL LAMBRECHTERHOF

www.schuledesdaseins.at SCHULE DES DASEINS Begegnungszentrum im Benediktinerstift St. Lambrecht SEITE

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A-8813 St. Lambrecht, Hauptstraße 1, T +43 3585 2305-10, schuledesdaseins@stift-stlambrecht.at

www.lambrechterhof.at

TICKETS + INFO: •

+43 3585 27555

www.wandelbühne.at


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DER

ZaUbeREr VON

Oz

Märchenerzählung frei nach Lyman Frank Baum

PREMIERE 1

FR 02 AUG 2019 PREMIERE 2

FR 09 AUG 2019 Anmeldung + Info ab MO 19 NOV 2018 www.wandelbühne.at

Profile for Lukas Wachernig

Der Struwwelpeter · Wandelbühne Theatercamp · Dokumentation 2018  

www.wandelbuehne.at

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