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Eine abenteuerliche Reise nach dem Roman von Jules Verne

D O K U M E N TAT I O N August 2017


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Gall Pharma

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m vierten Jahr des Theatercamps hat die Wandelbühne einmal mehr neue Rekorde aufstellen können. Nicht nur, dass man innerhalb von drei Tagen fünf Mal um die Welt gereist ist: Die Wandelbühne darf sich auch stolz als das größte generationenverbindende Theaterfestival im deutschsprachigen Raum bezeichnen! Rückblick. Mit der Neuinterpretation des literarischen Klassikers »In 80 Tagen um die Welt« von Jules Verne mit 57 Kindern und Jugendlichen sowie 18 Erwachsenen aus ganz Österreich auf der Bühne, wurde eine theatralische Weltreise kreiert, von der das begeisterte Publikum mit Sicherheit noch lange sprechen wird. Doch beim Theatercamp geht es nicht nur um das »Endprodukt«, sondern auch um den Prozess, der dahin führt. So stehen für alle Teilnehmer*innen des Theatercamps in der Woche vor der Premiere Trainingseinheiten in Musik und Gesang, Pantomime und Bühnenpräsenz, Choreografie und Sprachtraining auf dem Programm. Dies alles wäre nicht realisierbar, wenn im Hintergrund nicht unermüdliche Menschen mit Herzblut bei der Sache wären. An dieser Stelle ein großer Dank an ein fantastisches Leading Team! In weiterer Folge auch ein riesiges Danke an alle Helfer*innen, die bei Auf- und Abbau des Bühnenbilds geholfen, beim Catering gearbeitet oder die Kinderbetreuung übernommen haben, etc. – ohne euren freiwilligen Einsatz wäre Vieles nicht möglich. Als Hauptdarsteller erlebte man den großartigen Peter Neustifter als englischen Gentleman Phileas Fogg sowie

den fabelhaften Josef Ellers als treuherzigen Diener Passepartout. Eine wahre Bereicherung für die Wandelbühne. Und nicht zuletzt ein Dank an alle Sponsoren, allen voran Gall Pharma, die uns alle finanziell, materiell und ideell unter die Arme greifen und es der Wandelbühne Jahr für Jahr ermöglichen, Einzigartiges zu erschaffen und das Publikum zu faszinieren. Ausblick. Die Nachfrage nach dem Theatercamp ist in den letzten Jahren steil nach oben gegangen, was uns außerordentlich freut und uns in unserem Arbeiten bestätigt. Im nächsten Jahr wird die Wandelbühne das Theatercamp daher auf zwei Wochen ausweiten und insgesamt 100 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit bieten, die Welt des Theaters am eigenen Leib zu erfahren. Mit »Der Struwwelpeter« steht 2018 ein Stück auf dem Spielplan, das in keinem Bücherregal fehlen sollte und auch eine spannende Diskussionsgrundlage bietet: Wie wurden Kinder vor knapp 200 Jahren erzogen, und wie heute? Anmelden dazu kann man sich ab Montag, 13. November 2017 auf unserer Website. Nähere Infos findet man dort ebenso. Ich freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr – egal ob vor, auf, oder hinter der Bühne!

Lukas Wachernig Künstlerische Leitung der Wandelbühne St. Lambrecht

PS. Den Vorstand der Wandelbühne geben Bürgermeister ORR Mag. Fritz Sperl, Gemeindekassier Mag. Gernot Hilberger und Gemeinderat Klaus Plöschberger. Im Kuratorium arbeiten LAbg. Manuela Khom, 2. Präsidentin des Steiermärkischen Landtages, LAbg. Max Lercher, Geschäftsführer der SPÖ Steiermark, Mag. Karin Moser, Pädagogin, Michael Schilhan, Geschäftsführender Intendant des Next Liberty Graz, Dietmar Seiler, PR-Berater, Mag. Eduard Steiner, Redakteur Die Presse, Ernst Wachernig, PR-Berater. SEITE

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HAUPTDarStELL r PETER NEUSTIFTER PHILEAS FOGG Peter Neustifter erhielt seine erste professionelle Ausbildung als Wiener Sängerknabe, wo er u. a. mit Dirigenten wie Lorin Maazel, Zubin Metha, Claudio Abbado, Riccardo Muti und Seiji Ozawa in Kontakt kam. Noch vor seiner Ausbildung zum Musicaldarsteller an den Performing Arts Studios Vienna spielte er in diversen Jugendproduktionen, u. a. die Hauptrolle in »Godspell«. Während seines Studiums war er auf Burg Forchtenstein, im Wiener Museumsquartier, im Theater Akzent sowie solistisch in verschiedenen Galas zu sehen. In der deutschsprachigen Erstaufführung von »Camp Rock« in der Wiener Stadthalle verkörperte er die Hauptrollen Shane und Andy. Seit seinem Studienabschluss folgten Engagements am Landestheater Niederbayern, am Stadttheater Klagenfurt, der Oper Graz in (u. a.) »Der Mann von La Mancha«, am Landestheater Linz in »Die Hexen von Eastwick« sowie am Münchner Gärtnerplatztheater (u. a. »Tschitti Tschitti Bäng Bäng«, »Singin’ in the Rain«, »Jesus Christ Superstar« und »Candide«).

JOSEF ELLERS PASSEPARTOUT Josef Ellers wurde in Klagenfurt geboren und studierte Schauspiel am Konservatorium der Stadt Wien. 2005 gab er mit der Rolle des Friedrich von Trapp (»The Sound of Music«) sein Bühnendebüt an der Volksoper Wien. Weitere Engagements beinhalten Piccolo (»Im weißen Rössl«) in den Wiener Kammerspielen, diverse Rollen am Wiener Rabenhof-Theater und am Wiener Theater der Jugend sowie Philipp in Arthur Schnitzlers »Komtesse Mizzi« und die Titelrolle in »Leutnant Gustl« im Thalhof Reichenau. 2013 – 2016 war Josef Ellers Ensemblemitglied am Wiener Theater in der Josefstadt, wo er zuletzt u. a. als Gavrillo Princip (»Die Schüsse von Sarajevo«), Gustave (»Die Kameliendame«) und als Victor in George Feydeaus »Der Gockel« zu sehen war. Zudem tritt er mit dem Monolog »#Werther«, einer Dramatisierung von Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werther«, regelmäßig in Schulen des deutschsprachigen Raumes auf.

LEadiNG TEAM

LUKAS WACHERNIG REGIE + TEXT Lukas Wachernig ist im obersteirischen Bezirk Murau aufgewachsen und konnte dort schon früh erste Theatererfahrungen sammeln. Nach mehreren Hospitanzen und Assistenzen (u. a. am Schauspielhaus Graz) war er für zwei Jahre Regieassistent bei Philipp und Nikolaus Harnoncourt im Zuge der Opernproduktionen der Styriarte Graz. Seit Juli 2014 ist Lukas Wachernig als Regieassistent am Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert, wo er u. a. mit Regisseuren wie Josef E. Köpplinger, Nicole Claudia Weber, Thomas Hermanns, Rudolf Frey, Torsten Fischer und Brigitte Fassbaender zusammengearbeitet hat. Im Juli 2017 hat er sich mit der Inszenierung von Peter Schindlers Familienmusical »Zirkus Furioso« erstmals als Regisseur am Gärtnerplatztheater vorgestellt und wird im Frühjahr 2018 ebendort Udo Zimmermanns Oper »Weiße Rose« inszenieren.

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DANIEL SOMMERGRUBER BÜHNE + KOSTÜME Studium der Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Von 2003-2011 regelmäßig bei den Sommerspielen Melk als Bühnenbildassistent und Bühnenbauer. 2009-2011 als Assistent von Erich Wonder am Burgtheater, 2012 Bühnenbild für »Ein ungleiches Paar« bei den Berndorfer Sommerfestspielen, 2012 und 2015 Bühnenbildassistenz am Gärtnerplatztheater München für die Produktion »Das Dschungelbuch« sowie »Cinderella«. 2015 Bühnenbildassistenz bei den Wiener Festwochen für die Oper »Herzog Blaubarts Burg/Geistervariationen« – Inszenierung Andrea Breth. 2016 Bühnenbild für »Die Odyssee« bei den Sommerspielen Melk. 2017 Bühnenbild für die »Bartholomäusnacht« ebendort. Weiters Bühne und Kostüme für »Zirkus Furioso« am Gärtnerplatztheater. Darüber hinaus als bildender Künstler in Wien tätig.

MARIA KANKELFITZ CHOREOGRAFIE + SPRACHTRAINING Maria Kankelfitz wurde 1990 in Erfurt (D) geboren. 2012 beendete Maria erfolgreich die Europäische Theaterschule Bruneck und arbeitete seitdem als Schauspielerin, Regieassistentin und Regisseurin in Südtirol, Österreich und Deutschland. 2014 bestand sie die Bühnenreifeprüfung vor der Paritätischen Prüfungskommission der österreichischen Theaterunternehmerverbände in Wien. Seit 2016 ist sie durch die ZAV vertreten. Derzeit arbeitet Maria als Regieassistentin am Theater Baden-Baden.

WILLI FORWICK PANTOMIME Pantomime-Studium an der Folkwang-Hochschule in Essen, Abschluss 1981. Clown-Seminare bei Pierre Byland. Engagements als Pantomime und Schauspieler unter anderem an der Oper Frankfurt, den Bayreuther Festspielen, der Styriarte und dem Steirischen Herbst et cetera. Seit 2008 im Ensemble der Büchner Bühne Riedstadt, dem Ensemble »9. November« sowie in der Theaterrunde Murau tätig. Haupt- und Nebenrollen bei Dinnerkrimi-Tourneen in Deutschland. Darüber hinaus als Regisseur (u. A. »Das Hahnengiggerl« in St. Lambrecht) und Seminarleiter (»Körpersprache für jede Bühne«) tätig. Des weiteren Theaterlehrer an der Clownsschule in Hofheim bei Frankfurt für Stimme, Clowning und Commedia dell‘arte.

JANA HABERKERN CHOREOGRAFIE + THEATERPÄDAGOGIK Jana Haberkern, 1995 geboren und am Bodensee aufgewachsen. Nach dem Abitur 2013 folgten Regieassistenzen in der freien Szene in Nürnberg, Reutlingen und Ravensburg und Hospitanzen in Berlin, München, Heidelberg und Regensburg. In der Spielzeit 2014/15 Grundlagenausbildung Theaterpädagogik BuT am Freien Theater Tempus fugit in Lörrach. Zur Zeit Studium der Theater- und Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie Tätigkeiten als Theaterpädagogin in Nürnberg und Lörrach.

ANDREAS PARTILLA MUSIKALISCHE LEITUNG Andreas Partilla studierte Orchesterdirigieren bei Bruno Weil an der Hochschule für Musik und Theater München. 2010 und 2011 erhielt er vom Bayerischen Rundfunk ein Stipendium im Rahmen der Andechser Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters. Er war Korrepetitor und Assistent bei der Kammeroper München und musikalischer Leiter des English Speaking Music Ensembles e. V. Orchestra und ist seit der Spielzeit 2014/2015 als Solorepetitor am Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert. Hier übernahm er u. a. die musikalische Leitung von »Ein Schaf fürs Leben«, »Gold!« sowie dem Theaterjugendclub und dirigierte Produktionen wie »Cinderella«, »Hair«, »Jesus Christ Superstar« und »Zirkus Furioso« (Regie: Lukas Wachernig). Als Dirigent leitete er darüber hinaus u. a. das Georgische Kammerorchester Ingolstadt, die Bad Reichenhaller Philharmonie und die Münchner Symphoniker. Meisterkurse besuchte er bei Konstantia Gourzi (München) und Mark Gibson (Cincinnati, USA).

ANNA FORSTNER MASKE

CHRISTINE KEMPEN REGIEASSISTENZ

LISA HASELBAUER AUSSTATTUNGSASSISTENZ

Für den Inhalt verantwortlich: Verein Wandelbühne. Fotografie: Christoph Buchegger, Meike Ebert, Frank Crusius. Illustrationen: Daniel Sommergruber. Gestaltung: Peter M. Schaffer. Alle Rechte liegen beim Verein Wandelbühne, bzw. die Autorenrechte bei Lukas Wachernig. Schutzgebühr: 10 Euro SEITE

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BesetZUNG Peter Neustifter als Phileas Fogg Josef Ellers als Passepartout Willi Forwick als Reiseleiter

BILD 1 · LONDON

Matteo Koletnik als Mr. Darjeeling • Annika Moser als Earl Grey • Angelika Koletnik als Lady Grey • Judith Sengeis als Mr. E. Breakfast • Bernadette Zitz als Prince of Wales • Andrea Sabin als Madame Teefix • Leonie Wuitz als Mrs. Java • Lea Sturb als The Times Süd • Carmen Pfandl als Morning Chronicle Süd • Diana Maierhofer als Daily Telegraph Süd • Samuel Arlitzer als Evening Star Süd • Lilian Kuttner als Illustrated London News Süd • Johanna Reiter als The Standard Süd

BILD 2 · FRANKREICH?

Elina Moser als Hans • Tibi Paulitsch als Franz • Michaela Koletnik als Sepp • Albert Arlitzer als Depp • Sophie Novy als The Times Nord • Julia Liebminger als Morning Chronicle Nord • Julia Trattner als Daily Telegraph Nord • Anna Ressler als Evening Star Nord • Amelie Auer als Illustrated London News Nord • Lena Moser als The Standard Nord

BILD 3 · SUEZ

Ines Koletnik als Frau Konsul • Alexander Rinner als Herr Konsul • Elara Mattweber als Händler 1 • Anja Zitz als Händler 2 • Andrea Sabin als Händler 3 • Elena Wuitz als Händler 4 • David Deutschmann als Mr. Fix in Suez • Irina Sabin als Mr. Fertig in Suez

BILD 4 · AUF DEM MEER

Fritz Sperl als Kapitän • Paul Pirker als Matrose • Johanna Steiner als Gabi, die Galionsfigur • Clemens Kainbacher als Der Eisberg • Sofia Kollmann als Mr. Fix am Dampfer • Sophie Wallner als Mr. Fertig am Dampfer

BILD 5 · UNTER DEM MEER

Julia Puganigg als Detlef • Jonas Sperl als Pascal • Julia Schoberegger als Rodriguez • Josef Koletnik jun. als Michelle • Sara Gaupmann als Der Hai

BILD 6 · BOMBAY

Jakob Trattner als Lokführer • Brigitte Hilberger als Lady Kurkuma • Magdalena Edlinger als Mr. Kardamom • Anna-Lena Sturb als Indira • Sarah Obermayer als Aouda in Indien

BILD 7 · YOKOHAMA

Hannah Trattner als Mr. Fix in Yokohama • Isabell Wallner als Mr. Fertig in Yokohama • Clarissa Hohenauer als Aouda in Yokohama

BILD 8 · MOND

Johann Sabin als Nürg • Lukas Ressler als Ruprup • Christoph Oberweger als Ualb • Susanne Sperl als Egnaro • Anna Koletnik als Nuarb • Manuela Sabin als Mr. Spock • Maximiliane Setznagel als Aouda am Mond

BILD 9 · AMERIKA

Clemens Kainbacher als Häuptling Oberhaupt • Lydia Sengeis als Schwarzer Fuchs • Emma Denk als Brauner Bär • Nora Denk als Weiße Taube • Lydia Arlitzer als Blauer Biber • Sarah Schmelzer als Aouda in Amerika • Marie-Christine Romirer als Lady Liberty

BILD 10 · LONDON

Judith Kirschen als Aouda in London • Sophie Fiala als Mr. Fix in London • Lana Mattweber als Mr. Fertig in London • Pia Pirker als Mr. Darjeeling • Magdalena Reiter als Earl Grey • Anna Schaumann als Lady Grey • Elena Wuitz als Mr. E. Breakfast • Brigitte Hilberger als Prince of Wales • Kathrin Wallner als Madame Teefix • Philippa Hohenauer als Mrs. Java

LEADING TEAM

Regie + Text Lukas Wachernig Musikalische Leitung Andreas Partilla Kompositionen Partilla + Wachernig Bühne + Kostüme Daniel Sommergruber Pantomime Willi Forwick Choreografie + Sprachtraining Maria Kankelfitz Choreografie + Theaterpädagogik Jana Haberkern Maske Anna Forstner Regieassistenz Christine Kempen Ausstattungsassistenz Lisa Haselbauer

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Tex t BUCH Eine abenteuerliche Reise nach dem Roman von Jules Verne

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LONDON

(Alle Darsteller*innen auf der Bühne stehen im Freeze. Sie bewegen sich – auch in den späteren Szenen – immer erst dann, wenn der Reiseleiter in die Hände geklatscht hat. Somit entsteht ein lebendiges Ölgemälde.) Reiseleiter

Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzte Reiseteilnehmer! Im Namen der Firma »Fantastico Reisen« darf ich Sie auf die herzerwärmendste Weise begrüßen. Schön, dass Sie an unserer Weltreise teilnehmen! Ich bin übrigens Ihr Reiseleiter. Wir kennen uns ja schon von der Sightseeing-Tour, die uns vor zwei Jahren durch das Wunderland geführt hat. Aber einerlei, bitte schalten Sie Ihre Mobiltelefone in den Flugmodus und genießen Sie nun unsere Reise um die Welt!

TICK TACK TITELSONG Reiseleiter

Wir befinden uns im London des Jahres 1872. Im Gentlemen’s Club wird Phileas Fogg bereits erwartet. Normalerweise kommt er nie zu spät. (klatscht)

Phileas Fogg

Meine Herren, es ist mir bewusst, dass Unpünktlichkeit unentschuldbar ist, aber eine Anhäufung außergewöhnlicher Ereignisse nötigte mich dazu. Ich bitte Sie also, mir meine Verspätung zu verzeihen.

Mr. E. Breakfast

Aber nicht doch.

Prince of Wales

Diese paar lächerlichen Sekunden.

Phileas Fogg

Seit der Erfindung des Zeitchronometers, umgangssprachlich auch Uhr genannt, sind wir in der Lage, die Zeit perfekt zu beherrschen. Dies ist mir heute missglückt. Das kam daher, dass ich in den Morgenstunden meinen Diener entlassen musste. Nicht nur, dass er mir das Frühstück um 7.28 Uhr anstatt um 7.30 Uhr servierte, er besaß auch die Nachlässigkeit, die Temperatur des Badewassers von 39 auf 37,5 Grad zu senken.

Madame Teefix

Zustände sind das!

Mr. Darjeeling

Auf heutiges Personal ist wirklich kein Verlass mehr.

Phileas Fogg

Seit exakt einer Stunde und 27 Minuten steht ein neuer Diener in meinem Dienst. Ein junger Franzose.

Earl Grey

Ah, Sie versuchen es mit internationaler Integration.

Lady Grey

Wieso sollte man Menschen auch ausgrenzen, nur weil sie aus anderen Ländern kommen?

Mr. E. Breakfast

Da stimme ich Ihnen völlig zu, Lady Grey.

Prince of Wales

Ländergrenzen dürfen nicht zu Grenzen in unserem Denken werden.

Madame Teefix

Und vor allem brauchen besondere Männer wie Mr. Fogg auch besondere Diener.

Phileas Fogg

Ich musste ihm heute noch den Tagesablauf diktieren. Das benötigte Zeit.

(Die Zeitungen erscheinen. Sie berichten über einen Banküberfall. Zeitungs-Jingle.)

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Lady Grey

Die berühmten Detektive Mr. Fix und Mr. Fertig wurden damit beauftragt, den Täter ausfindig zu machen.

Mr. E. Breakfast

Vermutlich ist der Gauner längst außer Landes. Heutzutage wird einem Dieb die schnelle Flucht ja leicht gemacht. Der Zug hat die Kutsche ersetzt, das Dampfschiff das Segelboot.

Prince of Wales

Illustrated London News Extrablatt! Die Personenbeschreibung ist bereits an alle Dienststellen der Polizei geschickt worden.

So kann er aber auch schneller verfolgt und gefasst werden. Wir sollten auf das Geschick der Polizei vertrauen.

Mrs. Java

Die Welt ist immer noch sehr groß.

The Standard

Madame Teefix

Sie wird immer kleiner. Man ist in der Lage, zehn Mal schneller um die Erde zu reisen als noch vor hundert Jahren.

Mr. Darjeeling

Das ist schon eine amüsante Theorie, Madame Teefix, dass unser Planet kleiner geworden sein soll, nur weil man heute in drei Monaten um die Erde reisen kann.

The Times

Extrablatt, Extrablatt! Die Bank von England wurde ausgeraubt!

Morning Chronicle

Extrablatt! 50.000 Pfund gestohlen!

Daily Telegraph

Extrablatt! Vom Dieb fehlt jede Spur. Ist er bereits außer Landes geflohen?

Evening Star

Extrablatt! Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Verbrecher um einen gut gekleideten Gentleman handelt.

Die berühmten Detektive Mr. Fix und Mr. Fertig wurden als Hauptverantwortliche dazu erkoren, den Verbrecher ausfindig zu machen.

(Die Zeitungen verschwinden wieder.)

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Mr. Darjeeling

Gentlemen, etwas Unfassbares ist geschehen. Soeben wurde die Bank von England um 50.000 Pfund beraubt!

Phileas Fogg

In exakt 80 Tagen, um genau zu sein.

Earl Grey

Ein Überfall auf die Bank von England?

Mr. Darjeeling

Das nun gerade nicht.

Phileas Fogg

Von dort komme ich ja gerade!

Mrs. Java Unmöglich!

Lady Grey

Gott sei Dank haben wir unser Geld auf der Royal Bank of Scotland, Darling.

Phileas Fogg

Phileas Fogg

50.000 Pfund?

(Die Zeitungen erscheinen und berichten. Zeitungs-Jingle.)

Mr. E. Breakfast

Sehr beeindruckend! Dieser Bankräuber scheint sein Handwerk zu verstehen.

Prince of Wales

Hat man den Täter gefasst?

Madame Teefix

Bisher noch keine Spur von ihm. Man weiß nur, dass er ein Gentleman im Anzug war. Anzug, Hut und Stock.

Mr. Darjeeling

Wie heißt es so schön: Kleider machen Leute, aber Kleidung macht noch keinen Gentleman.

Earl Grey

Die Polizei hat sicherlich Straßen und Bahnhöfe bereits gesperrt. Der Räuber wird nicht weit kommen.

Mrs. Java

Einen wunderschönen Nachmittag, meine Herren. Verzeihen Sie meine Verspätung. Ich bin untröstlich, ich habe es einfach nicht rechtzeitig in den Club geschafft. Die Straßen sind gesperrt. Kennt jemand den Grund für dieses Chaos?

Lady Grey

Ein angeblicher Gentleman hat die Bank von England um unfassbare 50.000 Pfund erleichtert.

Mrs. Java

50.000 Pfund! Unfassbar! Verfolgt Scotland Yard schon eine heiße Spur?

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Aber so steht es doch in allen Zeitungen geschrieben.

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Phileas Fogg

Es ist möglich, die Erde in 80 Tagen zu umrunden.

Mrs. Java

Dann tun Sie es doch, worauf warten Sie?

Lady Grey

Sie könnten Geschichte schreiben!

Phileas Fogg

Sie fordern mich heraus, meine Damen und Herren. Ich sage Ihnen: Es ist möglich!

Mr. E. Breakfast

Es ist unmöglich!

Prince of Wales

Völlig unmöglich!

Mrs. Java

Madame Teefix, Sie leiten doch das Königliche Wettbüro in der Downing Street. Wollen wir wetten?

Madame Teefix

10.000 Pfund, dass es nicht zu schaffen ist.

Mr. Darjeeling

10.000 Pfund?

Mrs. Java

Ich setze ebenfalls 10.000 darauf, dass dieses Abenteuer misslingt.

Earl Grey

Ich setze – lassen Sie mich kurz kalkulieren – 6.000 Pfund. Nein, 5.000 Pfund, 5.000. Verzeihen Sie mir, Mr. Fogg, gegen Sie.

The Times

Bahnbrechend! Reise von London nach Suez jetzt in sieben Tagen möglich.

Morning Chronicle

Spektakulär! Von Suez nach Bombay in nur dreizehn Tagen!

Lady Grey

Ich glaube, dass Mr. Fogg die Wette gewinnt.

Daily Telegraph

So schnell wie der Wind! Von Bombay über Hongkong nach Yokohama in nur knapp zweiundzwanzig Tagen.

Phileas Fogg

Das macht zusammen 25.000 Pfund. Ich halte dagegen.

Evening Star

Überqueren Sie den Ozean vom asiatischen Yokohama ins amerikanische San Francisco in sensationellen einundzwanzig Tagen.

Mr. E. Breakfast

Es kann immer etwas dazwischen kommen: Züge haben Verspätung und sie können entgleisen.

Illustrated London News In acht Tagen auf dem Festland mit dem Zug von San Francisco nach New York. The Standard

Überfahrt von New York nach London in nur neun Tagen.

(Die Zeitungen verschwinden wieder.) Phileas Fogg

Macht insgesamt…

Alle Gentlemen

Achtzig Tage!

Mrs. Java Aussichtslos.

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Mr. Darjeeling

Das möchte ich sehen!

Earl Grey

Theoretisch möglich, aber in der Praxis undurchführbar.

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Prince of Wales

Und Schiffe laufen auf, können kentern.

Phileas Fogg

Wollen Sie mich provozieren, meine Herren? Am 2. Dezember um Punkt 20.45 Uhr bin ich wieder hier im Gentlemen’s Club, nach exakt 80 Tagen.

Mrs. Java

Am 2. Dezember, um Punkt 20.45 Uhr hier im Gentlemen’s Club.

Alle

Topp, die Wette gilt!

Phileas Fogg

Es ist jetzt 20.12 Uhr, mein Diener müsste bereits draußen auf mich warten. Rufen Sie ihn bitte herein.

Mrs. Java

Anscheinend besitzt Mr. Fogg Geld im Überfluss, sonst könnte er es nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen.

Phileas Fogg

Ich besitze 50.000 Pfund. Die eine Hälfte meines Vermögens nehme ich mit auf die Reise. Die andere Hälfte, meine Herren, bleibt zu Ihrer Sicherheit hier in London.

Madame Teefix

Wann reisen Sie ab?

Phileas Fogg

Noch heute Abend!

Mr. Darjeeling

Ist das nicht reichlich überstürzt, Fogg?

Phileas Fogg

Warum sollte ich bis morgen warten?

Passepartout

Bonjour, Mesdames et Messieurs! Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Passepartout! Hans… äh, Jean Passepartout. Ich bin der treueste Diener, den man sich nur wünschen kann.

Mr. E. Breakfast

Mr. Fogg erzählte uns, Sie seien aus Frankreich. Woher genau?

Passepartout

(spricht so französisch wie möglich) Aus St. Veit an der Glan. In der Nähe von Friesach.

Prince of Wales

Von dieser Gegend habe ich noch nie gehört. Wo befindet sich die?

Passepartout

In der Nähe von die Gurktal!

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Madame Teefix

Davon habe ich schon einmal gehört! Die Region ist nicht nur in ganz Frankreich bekannt für ihren delikaten Kräuterlikör.

Passepartout

Oui, oui. Den sauf sogar i!

Phileas Fogg

Passepartout, genug geredet. Geh nach Hause und pack eine Reisetasche. Wir treten eine Reise um die Welt an.

Passepartout

Eine Reise um die Welt, jawohl. (realisiert) Waaas? Einmal um die Welt? Autour du monde?

Phileas Fogg

In 80 Tagen sind wir wieder zurück.

Passepartout

Sie scherzen. Ihre Witze sind ja noch schlechter als die beim Villacher Fasching.

Phileas Fogg

Ein Gentleman scherzt nie, wenn es sich um eine Wette handelt. Meine Herren! Komm, Passepartout, unsere Reise beginnt! Unser erstes Ziel ist Paris! (ab.)

Passepartout

Das ist ein Hallodri! Will in 80 Tagen um die Welt reisen - das ist unmöglich. Und jetzt will er sofort nach Paris. Er ist völlig verrückt geworden. Monsieur! Monsieur!

(Die Zeitungen erscheinen und berichten.) The Times

Extraausgabe! Unglaubliche Wette im Gentlemen’s Club abgeschlossen.

Morning Chronicle

Extrablatt! Wett-Wahnsinn im Club!

Daily Telegraph

Sonderausgabe! Fogg reist um die Welt. Wir haben die ersten Bilder.

Evening Star

Exklusiv im Evening Star: Fogg auf dem Weg nach Paris.

Illustrated London News Extrablatt! Reise läuft nach Plan.

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The Standard

Sonderausgabe! Was könnte Fogg noch aufhalten?

Reiseleiter

Folgen Sie uns, meine Damen und Herren. Hier entlang, bitte. Auf geht’s in die Stadt der Liebe – nach Paris!

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FRANKREICH?

(Anstatt in Paris sind wir in Kärnten gelandet. Der Gesangsverein wartet auf seinen Auftritt.)

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IN DIE BERG BIN I GERN Phileas Fogg

Passepartout, das sieht hier aber ganz und gar nicht nach Frankreich aus und schon gar nicht nach Paris. Das wäre unser eigentliches Ziel gewesen.

Passepartout

Mr. Fogg, das ist ein ganz spezieller Teil von Frankreich, nämlich das carinthische Frankreich!

The Times

Extraausgabe! Mr. Fogg bereits am ersten Tag von Route abgekommen.

Morning Chronicle

Extrablatt! Ist die Wette schon jetzt verloren?

Phileas Fogg

Das carinthische Frankreich?

Daily Telegraph

Sonderausgabe! Täglich neue Bilder von Foggs atemberaubender Reise.

Passepartout

Evening Star

Exklusiv im Evening Star: Warum ist Fogg doch nicht nach Paris gereist?

Ganz recht, das carinthische Frankreich. Ich wollt Ihnen halt zeigen, wo ich ursprünglich herkomme. Und schauen’S, da vorne sind meine Verwandten. Burschen, stellt’s euch doch vor!

Illustrated London News Extrablatt! Reise verläuft nicht nach Plan. War der Diener betrunken?

Hans

Ich bin der Hans.

The Standard

Sonderausgabe! Wie kann Fogg die verlorene Zeit aufholen?

Franz

Ich bin der Franz.

Reiseleiter

Sehr geehrte Reisegäste. Bitte verzeihen Sie. Eigentlich sollte unser erster Zwischenstopp Paris sein. Aber sehr französisch sieht mir das hier nicht aus. Lassen wir uns überraschen. (klatscht)

Sepp

Ich bin der Sepp.

Depp

Und ich bin der Depp.

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Passepartout

Servus, Burschen!

Phileas Fogg

Sehr erfreut. Phileas Fogg mein Name. Wie waren nochmal die Ihren?

Hans

Ich bin der Hans.

Franz

Ich bin der Franz.

Sepp

Ich bin der Sepp.

Depp

Und ich bin der Depp.

Passepartout

Nachdem wir jetzt hier im carinthischen Teil von Frankreich gelandet sind, wär’s doch angebracht, wenn Sie gleich ein wenig von meinem Dialekt lernen könnten.

Phileas Fogg

Ich weiß zwar nicht, wozu das gut sein sollte, aber bitte.

Passepartout

Lektion Nummer eins. Ein Ausdruck, den wir auf unserer Reise durch den Dschungel noch gut gebrauchen könnten: Mit da laungan Staungan Schlaungan faungan.

Hans

Mit da laungan Staungan Schlaungan faungan.

Franz

Mit da laungan Staungan Schlaungan faungan.

Sepp

Mit da laungan Staungan Schlaungan faungan.

Depp

Mit da laungan Staungan Schlaungan faungan.

Passepartout

Mr. Fogg, wenn Sie das auch wiederholen bitte.

Phileas Fogg

Mit der lange Stange Schlange fange.

Passepartout

Ausgezeichnet. Weiter zu Lektion Nummer zwei. Zu gebrauchen bei einem romantischen Dinner im Obstgarten: Da Gluatmugl pfleaketst üba die Roapafratn.

Hans

Da Gluatmugl pfleaketst üba die Roapafratn.

Franz

Da Gluatmugl pfleaketst üba die Roapafratn.

Sepp

Da Gluatmugl pfleaketst üba die Roapafratn.

Depp

Da Gluatmugl pfleaketst üba die Roapafratn.

Phileas Fogg

Der Glutmogul befleckt die Dorfratten.

Passepartout

Sehr gut. Sie sind ein wahres Naturtalent, Mr. Fogg! Und was müssen Sie sagen, wenn Sie mal auf die Toilette müssen: Loss lei lafn.

Hans

Loss lei lafn.

Franz

Loss lei lafn.

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Sepp

Loss lei lafn.

PFIAT GOTT, LIABE ALM

Depp

Loss lei lafn.

Phileas Fogg

Jetzt aber nichts wie los, der Dampfer legt gleich ab!

Passepartout

Bitte, wenn auch Sie das wiederholen: Loss lei lafn.

Reiseleiter

Schnell, liebe Reiseteilnehmer, schnell! Auch wir dürfen den Dampfer nicht verpassen!

Phileas Fogg

Lasst mich laufen.

The Times

Extraausgabe! Mr. Fogg wieder auf dem richtigen Weg!

Passepartout

Fantastisch! Ich hab gar nicht gewusst, dass sie so gut carinthisch-französisch sprechen.

Morning Chronicle

Sonderblatt! Alles ist wieder möglich. Es bleibt spannend!

Phileas Fogg

Ich eben ein Naturtalent. – Passepartout, so sehr ich deine Heimatverbundenheit schätze, wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen weiterreisen.

Daily Telegraph

Extrablatt! Heute erstmals mit Fotos hinter den Kulissen!

Evening Star

Passepartout

Sehr wohl, aber ein Lied aus der Heimat müssen Sie sich unbedingt noch anhören!

Exklusiv im Evening Star: Bahnt sich der erste Zickenkrieg zwischen Mr. Fogg und seinem Diener an?

KÄFERLE, NIMM DEI LATERN (Die Nummer beginnt traditionell langsam. Mit der Zeit übernimmt Passepartout das Dirigat, das Lied wird immer schneller und rockiger.)

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Phileas Fogg

Vielen Dank für diesen Ohrenschmaus. Doch wie kommen wir nun weiter nach Suez. Wissen deine Verwandten vielleicht weiter?

Hans

Ich bin der Hans.

Franz

Ich bin der Franz.

Sepp

Ich bin der Sepp.

Depp

Und ich bin der Depp.

Phileas Fogg

Das wissen wir bereits. Aber wie kommen wir von hier weiter nach Afrika?

Hans

Ich bin der Hans.

Franz

Ich bin der Franz.

Sepp

Ich bin der Sepp.

Depp

Und ich bin der Depp.

Passepartout

Ich hab’s! Vom Wörthersee legt heute noch ein Dampfer ab. Der fährt direkt nach Suez!

Phileas Fogg

Das ist eine erfreuliche Nachricht. Lass uns weiter reisen.

Passepartout

Ein Lied noch zum Abschied. Adieu, Heimat. Oder wie man bei uns daheim sagt: Pfiat Gott, liabe Alm!

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Illustrated London News Extrablatt! Reise verläuft wieder nach Plan. Diener war wohl doch nicht betrunken. The Standard

Sonderausgabe! Das Horoskop sagt Positives für die Reisenden voraus!


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BiLD 3

SUEZ

(Am Hafen von Suez. Man erwartet die »Mongolia«.)

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Reiseleiter

Nach dem kleinen Umweg ins carinthische Frankreich sind wir nun endlich in Suez angekommen. Ebenso dort warten bereits die zwei Detektive Mr. Fix und Mr. Fertig. Sie verdächtigen Phileas Fogg und behaupten, er habe den Raub auf die Bank von England begangen. Kann das alles gut ausgehen? (klatscht)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Frau Konsul, Herr Konsul! Meinen Sie wirklich, der Dampfer »Mongolia« kommt noch rechtzeitig an?

Herr Konsul

Mr. Fix und Mr. Fertig, die »Mongolia« ist ein ausgesprochen zuverlässiges Transportund Passagierschiff! Der Suez-Kanal ist 160 Kilometer lang, das ist keine Entfernung für ein so schnelles Schiff wie die »Mongolia«.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Und der Dampfer kommt direkt vom Wörthersee?

Frau Konsul

Ja, direkt vom Wörthersee, wo er die Post für Indien aufgenommen hat. Er ist dort am Samstag um fünf Uhr abends abgefahren. So haben Sie doch etwas Geduld, er wird schon rechtzeitig einlaufen. Aber ich verstehe wirklich nicht, wie Sie den Gesuchten wieder erkennen wollen, falls er überhaupt an Bord der »Mongolia« sein sollte…

Mr. Fix + Mr. Fertig

Herr Konsul, solche Leute erkennt man nicht, man spürt sie!

Frau + Herr Konsul

Ach ja?

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Passepartout

Entschuldigung, die Herren. Können Sie mir vielleicht sagen, wo ich das englische Konsulat finde?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Das ist aber nicht Ihr Pass?

Passepartout

Nein, ist der Pass meines Herrn. Mr. Phileas Fogg.

Ein herrlicher Diebstahl!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Und Ihr Herr ist…?

Frau Konsul

Herrlich? Was an diesem Verbrechen ist bitte herrlich?

Passepartout

Ist an Bord geblieben.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Fünfzigtausend Pfund! Ein solcher Coup kommt bei uns nur selten vor. Die Diebe werden armselig. Umso spannender ist dieser Fall.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ja, guter Mann, da muss er sich schon selber ins Büro des Herrn Konsul bemühen, damit man seine Identität feststellen kann.

Herr Konsul

Und Sie gehen in der Tat davon aus, dass der Dieb tatsächlich wie ein gepflegter Gentleman aussieht?

Passepartout

Was? Ist das nötig?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Selbstverständlich, Herr Konsul! Die größten Gauner sind meistens die Leute mit den anständigsten Gesichtern. Verstehen Sie mich recht: Die Leute mit Verbrechervisagen haben keine Wahl, sie müssen ehrlich bleiben, sonst sind sie sofort im Gefängnis. Gerade die ehrlich aussehenden Gauner aber müssen zuerst entlarvt werden. Schwierige Sache, das geben wir zu, und gerade darum eher eine Kunst als ein Beruf.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sogar unerlässlich.

Passepartout

Und wo befindet sich das Büro?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Dort drüben, am Ende des Platzes.

Passepartout

Nun, dann hole ich halt meinen Herrn. Der wird schön wütend sein, dass er gestört wird!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Dazu braucht es eine feine Nase, einen besonderen zusätzlichen Sinn für Verbrecher. Und den haben wir. Sollte der Dieb also an Bord der »Mongolia« sein, wird er mir nicht durch die Finger schlüpfen!

Herr Konsul

Das wäre sehr zu begrüßen, meine Herren. Schließlich handelt es sich um einen Aufsehen erregenden Diebstahl!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Frau Konsul

Das ist aber ein interessantes Berufsverständnis…

Mr. Fix + Mr. Fertig

Vergessen Sie nicht unser Gespür, Frau Konsul!

Frau Konsul

Natürlich nicht.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wo bleibt dieser verflixte Dampfer?

Herr Konsul

Er kann nicht mehr weit sein.

(Es ertönt eine Sirene, die die Ankunft des Dampfers ankündigt.) Mr. Fix + Mr. Fertig

Na, also. Das wurde auch höchste Zeit!

(Mr. Fogg und Passepartout erscheinen. Der Diener spricht zu den Detektiven.)

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(Passepartout geht zu Mr. Fogg, während sich Mr. Fix + Mr. Fertig wieder mit dem Konsul und dessen Gattin unterhalten.)


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Mr. Fix + Mr. Fertig

Herr Konsul, ich glaube starken Grund zur Annahme zu haben, dass der von uns gesuchte Verbrecher tatsächlich ein Passagier der »Mongolia« ist.

Frau Konsul

Was Sie nicht sagen? Das ist ja unerhört!

Herr Konsul

Beruhige dich, mein Kolibri!

Frau Konsul

So etwas geschieht nicht alle Tage, da ist es nicht überraschend, wenn mein Puls in die Höhe rast!

Herr Konsul

Nur ruhig, mein Buchfink. Alles wird sich wieder normalisieren. – Also, Mr. Fix und Mr. Fertig, ich bin neugierig, Ihren Kriminellen aus der Nähe zu sehen. Aber vielleicht kommt er ja gar nicht in mein Büro. Ein kluger Dieb hinterlässt nicht gerne Spuren auf seinem Fluchtweg. Außerdem ist der Stempel im Pass nicht mehr zwingend vorgeschrieben.

Passepartout

Excusez-moi, können Sie mir vielleicht sagen, ob der englische Konsul jetzt in seinem Büro ist?

Händler 1

Um diese Zeit nie. Da geht er spazieren!

Händler 2

Aber sehen Sie, dort drüben steht er doch. Mit seiner Frau. Und unterhält sich mit diesen zwei seltsam aussehenden Herren.

Mr. Fogg

Vielen Dank für die Auskunft.

Passepartout

Merci, du Schnecki!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ich garantiere Ihnen, Herr Konsul, wenn dieser Mann tatsächlich die kriminelle Energie hat, auf die alles hindeutet, dann muss er kommen!

Herr Konsul

Und seinen Pass abstempeln lassen?

Frau Konsul

Ähm… Katerchen?

Herr Konsul

Nicht jetzt, mein kleiner Buntspecht.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ich wette, dass sein Pass auch noch gültig ist!

Frau Konsul

Ähm… Tigerchen?

Herr Konsul

Nicht jetzt, mein Rabe!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Aber ich hoffe, dass Sie den Pass nicht abstempeln.

Herr Konsul

Warum denn nicht?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Aber, ich muss den Mann doch so lange festhalten, bis der Haftbefehl aus London da ist!

Herr Konsul

Das, Mr. Fix und Mr. Fertig, ist Ihr Problem.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Aber, wie soll ich denn…?

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Herr Konsul

Fragen Sie doch Ihr Gespür!

Phileas Fogg

Herr Konsul, nehme ich an?

Passepartout

Und daneben seine reizende Gattin! Enchanté!

Frau Konsul

Die Freude ist ganz auf meiner Seite.

Phileas Fogg

Benimm dich, Passepartout.

Passepartout

Sehr wohl. Passepartout gibt jetzt Ruh’.

Herr Konsul

Mit wem habe ich das Vergnügen?

Phileas Fogg

Phileas Fogg. Darf ich Sie bitten, meinen Pass abzustempeln? Unsere Reise duldet keine Verzögerung.

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Herr Konsul

Gerne. Ihren Pass, bitte. – Sie kommen aus London?

Passepartout

Nein, aus St. Veit an der Glan.

Phileas Fogg

Ja, ich komme aus London.

Herr Konsul

Und wohin führt Sie Ihre Reise?

Phileas Fogg

Unsere nächste Destination ist Bombay, Indien.

Herr Konsul

Sie wissen aber, dass keine Vorschrift mehr verlangt, dass Sie Ihren Pass vorzeigen?

Phileas Fogg

Ich möchte beweisen können, dass ich hier in Suez war.

Herr Konsul

Wie Sie wünschen, Mr. Fogg.

(Herr Konsul stempelt Foggs Reisepass.) Phileas Fogg

Ich danke Ihnen, Herr Konsul. Goodbye.

Herr Konsul

Gute Reise!

Passepartout

(zu Frau Konsul) Adieu, mein Cordon Bleu!

Phileas Fogg

Passepartout! Komm jetzt!

(Phileas Fogg und Passepartout entfernen sich vom Konsul.) Mr. Fix + Mr. Fertig

Na, und?

Herr Konsul

Und nichts. Sieht mir nach einem grundanständigen Gentleman aus.

Frau Konsul

Und sein Diener ist noch anständiger…

Mr. Fix + Mr. Fertig

Mag sein. Aber darum geht es ja nicht. Finden Sie nicht auch, dass dieser Gentleman haargenau so aussieht, wie der Verbrecher, von dem wir die Personenbeschreibung haben?

Herr Konsul

Ich habe eher das Gefühl, dass Ihr Gespür Sie etwas berufsblind macht.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie unterschätzen unsere Fähigkeiten, Herr Konsul!

(Die Zeitungen erscheinen und berichten über die Geschehnisse. Zeitungs-Jingle.) The Times

Abreise aus London. Mittwoch, 2. Oktober, 8 Uhr 45 abends.

Morning Chronicle

Ankunft in St. Veit an der Glan. Donnerstag, 3. Oktober, 7 Uhr 20 morgens.

Daily Telegraph

Abfahrt vom Wörthersee. Donnerstag, 8 Uhr 40 morgens.

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Mr. Fix + Mr. Fertig

In Suez.

Illustrated London News Abfahrt Turin. Freitag, 7 Uhr 20 morgens.

Passepartout

In Ägypten?

The Standard

Ankunft Brindisi. Samstag, 5. Oktober, 4 Uhr nachmittags.

Mr. Fix + Mr. Fertig

In Ägypten.

The Times

Einschiffung »Mongolia«. Samstag, 5 Uhr abends.

Passepartout

In Afrika?

Morning Chronicle

Ankunft Suez. Mittwoch, 9. Oktober, 11 Uhr morgens.

Mr. Fix + Mr. Fertig

In Afrika.

Daily Telegraph

Total gebrauchte Stunden: 158,5. In 6,5 Tagen.

Passepartout

(fassungslos) In Afrika.

Evening Star

Wird Phileas Fogg die Wette für sich entscheiden können?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie haben es wohl sehr eilig?

Passepartout

Ich doch nicht. Aber mein Herr schon. Jessas, da fällt mir ein: Ich muss noch Socken und Hemden für ihn kaufen! Wissen Sie, wir sind nämlich ohne Koffer, nur mit einer Reisetasche abgefahren!

(Die Zeitungen verschwinden wieder. Passepartout trifft auf Mr. Fix und Mr. Fertig.)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Dann führen wir Sie am besten zu einem Bazar, wo Sie alles Nötige finden.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ach, da ist ja unser Freund!

Passepartout

Liebe Herren, Sie sind von einer unglaublichen Gefälligkeit!

Passepartout

Sie sind es, meine lieben Herren!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Das ist uns angeboren, wir sind große Menschenfreunde.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie sehen sich wohl ein wenig die Stadt an, wie?

Händler 1

Socken! Kaufen Sie Socken ohne Löcher aus echter Baumwolle!

Passepartout

Nein, keine Zeit. Wir reisen so rasend schnell, dass mir alles wie ein Traum vorkommt. Wir sind also in Suez?

Händler 2

Hemden! Von Kinderhänden gefertigt aus reinster Seide!

Evening Star

Ankunft Turin. Freitag, 4. Oktober, 6 Uhr 35 morgens.

Illustrated London News Bis jetzt scheint das Glück auf seiner Seite. Doch wie lange noch? The Standard

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Die Wettbüros sind überlaufen. Alle wetten gegen Phileas Fogg!

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Händler 3

Zahnbürsten! Zahnbürsten mit echten Pferdehaaren!

Händler 4

Teppiche! Liegende und fliegende Teppiche!

Passepartout

Es ist nur von größter Wichtigkeit, dass ich die Abfahrt des Schiffes nicht verfehle.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie haben noch viel Zeit. Es ist ja erst Mittag.

Passepartout

(zückt seine Uhr) Mittag? Aber wieso denn Mittag? Jetzt ist es genau neun Uhr und zweiundfünfzig Minuten!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ihre Uhr geht eben nach.

Passepartout

Wie bitte? Meine Uhr? Das ist ein Familienerbstück von meiner Oma aus Keutschach! Nicht fünf Minuten geht die im Jahr nach, das ist ein fantastischer Chronometer.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wir wissen, woran es liegt. Sie haben die Londoner Zeit beibehalten und die geht in Suez zwei Stunden nach. Sie müssen drauf achten, dass Sie Ihre Uhr immer auf die Landeszeit einstellen.

Passepartout

Was? Ich soll mich an meiner Uhr vergreifen? Niemals!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Dann wird sie aber nicht mehr mit dem Sonnenstand übereinstimmen.

Passepartout

Arme Sonne. Aber daran ist sie selbst schuld, Messieurs.

Händler 1

Socken! Kaufen Sie Socken ohne Löcher aus echter Baumwolle!

Händler 2

Hemden! Von Kinderhänden gefertigt aus reinster Seide!

Händler 3

Zahnbürsten! Zahnbürsten mit echten Pferdehaaren!

Händler 4

Teppiche! Liegende und fliegende Teppiche!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie haben London also in größter Eile verlassen?

Passepartout

Das will ich meinen!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wo will er denn eigentlich hin, Ihr Herr?

Passepartout

Immer geradeaus! Tout le monde. Er macht eine Weltreise. Und das in achtzig Tagen. Wegen einer Wette, behauptet er. Aber das glaube ich nicht, unter uns gesagt. Da ginge ihm ja jedes bisschen gesunder Menschenverstand ab. Da steckt was anderes dahinter.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Er ist wohl ein Original, Ihr Mr. Fogg?

Passepartout

Originaler geht es nicht.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Und wohlhabend?

Passepartout

Ganz sicher! Der trägt ein hübsches Sümmchen mit sich. In nagelneuen Banknoten! Und was der auf der Reise schon alles ausgegeben hat. Unvorstellbar! – Aber jetzt zu etwas anderem: Ist es weit bis nach Bombay?

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Händler 1

Socken! Kaufen Sie Socken ohne Löcher aus echter Baumwolle!

Illustrated London News Exklusiv: Wichtiges Telegramm an das Londoner Polizeipräsidium!

Händler 2

Hemden! Von Kinderhänden gefertigt aus reinster Seide!

The Standard

Händler 3

Zahnbürsten! Zahnbürsten mit echten Pferdehaaren!

Händler 4

Teppiche! Liegende und fliegende Teppiche!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie haben eine Meerreise von etwa zehn Tagen vor sich.

Passepartout

Und wo genau liegt dieses Bombay?

Mr. Fix + Mr. Fertig

In Indien.

Passepartout

In Indien. Also in Asien?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Natürlich in Asien.

Passepartout

Teufel, Teufel… Ich hab nämlich ein Problem mit meinem Pipperl.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Mit Ihrem Pipperl?

Passepartout

Ja also halt mit meinem Hahn.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie haben Hühner?

Passepartout

Soweit kommt’s noch.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Welcher Hahn denn?

Passepartout

Der Gashahn in meinem Zimmer! Ich hab vergessen, ihn abzudrehen, und jetzt brennt die Heizung die ganze Zeit auf meine Kosten!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Das ist in der Tat ärgerlich.

Passepartout

Das sag ich ja! Ich muss jetzt aber schnell weiter, gleich fährt der Dampfer los in Richtung Indien! Adieu, Messieurs!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Kein Zweifel mehr. Phileas Fogg ist der Dieb. Hält sich für ganz besonders schlau. Will wohl heimlich nach London zurück, nachdem er die Polizei von vier Kontinenten an der Nase herumgeführt hat. Aber das werden wir ja sehen. Ich muss sofort telegrafieren!

Verfolgen Bankräuber Phileas Fogg. Bitte um Übersendung eines Haftbefehls nach Bombay. Gezeichnet: Fix und Fertig, Detektive.

(Die Zeitungen verschwinden wieder. Passepartout trifft auf Phileas Fogg.) Phileas Fogg

Da bist du ja endlich, Passepartout. Hast du alle Einkäufe erledigt?

Passepartout

Selbstverständlich, Mr. Fogg.

Phileas Fogg

Sehr gut. Dann lass uns schnell an Bord gehen, die »Mongolia« läuft gleich aus dem Hafen aus.

Reiseleiter

Und so wie die »Mongolia« ausläuft, laufen auch wir aus! Weiter geht’s, liebe Mitreisenden. Lassen Sie uns in See stechen!

TICK TACK TITELSONG

(Die Zeitungen erscheinen und berichten über die Geschehnisse. Zeitungs-Jingle.)

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The Times

Extrablatt! Unfassbar! Reise in Gefahr!

Morning Chronicle

Sonderausgabe! Phileas Fogg ein Ganove?

Daily Telegraph

Extraausgabe Gentleman oder Betrüger?

Evening Star

Ist der Herr mit dem Zylinder der Räuber der Bank von England?

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BiLD 4

AUF DEM MEER Passepartout

Sehr wohl, Sir.

(Die »Mongolia« erinnert an ein Flüchtlingsboot. Die Fahrt nach Bombay wird Turbulenzen mit sich bringen.)

Matrose

Die Wellen werden immer höher – und mir wird immer übler!

Reiseleiter

Galionsfigur Gabi

Ach, diese jungen Matrosen. Halten dem kleinsten Wellengang nicht mehr Stand.

Passepartout

Und wer sind Sie bitte?

MONGOLIA MELANCHOLIA MELODIA

Galionsfigur Gabi

Ich bin Gabi, die Galionsfigur.

Passepartout

Also ich hab mir das Reisen mit der »Mongolia« ein bisschen komfortabler vorgestellt. Hier sind ja viel zu viele Menschen drauf! Wenn wir sinken…!

Passepartout

Seit wann können Galionsfiguren bitte sprechen? Ich dachte, die wären aus Holz geschnitzt?

Kapitän

Die »Mongolia« ist noch nie gesunken und wird auch heute nicht sinken, darauf können Sie wetten, junger Herr!

Galionsfigur Gabi

Sind wir ja auch.

Passepartout

Nein, bitte nicht noch eine Wette!

Passepartout

Mr. Fogg, die Galionsfigur spricht mit mir.

Phileas Fogg

Passepartout, reiße er sich zusammen. Übrigens werde ich den Tee anstatt um sechzehn Uhr heute erst später zu mir nehmen. Bei diesem Wellengang ist es nicht ausgeschlossen, Tee zu verschütten. Und diese Demütigung möchte ich mir ersparen.

Phileas Fogg

So ein Unsinn. Galionsfiguren sind aus Holz, die können nicht sprechen.

Passepartout

Das hab ich ihr auch gesagt, aber sie hat sich als Gabi vorgestellt. Gabi, die Galionsfigur.

Liebes Publikum, Sie sehen es bereits. Die »Mongolia« ist für diese Vielzahl an Reisegästen viel zu klein, dementsprechend ist auch die Stimmung auf dem Schiff. Hoffentlich sinken wir nicht… (klatscht)

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Phileas Fogg

Hast du schon wieder getrunken?

Passepartout Nein! Phileas Fogg

Herr Kapitän, mein Diener behauptet, Ihre Galionsfigur würde leben und zu ihm sprechen.

Kapitän

Ay, Sir, das habe ich schon mehrere Leute sagen hören. Die haben aber nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Matrose

Eine sprechende Galionsfigur! Das ist ja genau so utopisch wie eine Frau mit Bart!

Passepartout

Warten Sie, ich zeige Ihnen, dass Gabi sprechen kann. – Gabi, erzähle diesen Herren, dass du dich soeben bei mir vorgestellt hast.

(Galionsfigur Gabi schweigt. Alle warten gespannt.) Passepartout

Gabi!? – Das ist wirklich gemein…

Matrose

Habe ich doch gleich gewusst, dass es so etwas wie eine lebende Galionsfigur nicht gibt.

Kapitän

Ihnen scheint wohl die Meeresluft zu Kopf gestiegen zu sein, junger Mann.

Passepartout

Aber wenn ich es Ihnen doch sage…

Phileas Fogg

Passepartout, setz dich hin und lass es gut sein.

(Passepartout setzt sich widerwillig hin. Kurze Stille. Danach spricht Passepartout zu Gabi.) Passepartout

Und für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, du wärst lebendig.

Galionsfigur Gabi

Aber ich bin ja auch lebendig. (streckt ihre Zunge raus.)

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Mr. Fix + Mr. Fertig

Ja… wirklich: Schiffsschraubenpaten. Und müssen daher immer wieder diese Reise antreten um zu kontrollieren, ob es unseren Schiffsschrauben auch gut geht. Man möchte ja kein Rabenpate sein, nicht wahr?

(Auch als Reisegäste mit an Bord sind Mr. Fix und Mr. Fertig, die sich bisher im Hintergrund aufhielten.)

Passepartout

Natürlich nicht.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ach, wer ist denn da? Unser kleiner Kammerdiener dieses merkwürdigen Engländers.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wie geht es eigentlich Mr. Fogg? Man sieht ihn so selten an Deck.

Passepartout

Ich grüße die Herren…

Passepartout

Er interessiert sich nur für seinen Reise-Zeitplan.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Fix. Und Fertig.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Passepartout

Geht mir genau so. Die Reise ist anstrengender als erwartet! Wo wollen Sie denn eigentlich hin?

Haben Sie schon mal dran gedacht, Mr. Passepartout, dass diese so genannte Reise in achtzig Tagen ein Geheimauftrag sein könnte? So was wie eine geheime diplomatische Mission zum Beispiel?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Genau dahin, wo Sie auch hin wollen: nach Bombay.

Passepartout

Ich glaube nicht, dass er ein Agent ist. Dann müsste er sich ja auch für hübsche Frauen interessieren, aber dafür hat er genau so wenig übrig wie für das Meer.

Passepartout

Haben Sie diese Reise schon einmal gemacht?

(In der Ferne erscheint ein Eisberg, der immer näher auf die »Mongolia« zukommt.)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ja, mehrmals.

Passepartout

Was ist denn das weiße Ding dort vorne am Horizont?

Passepartout

Tatsächlich? Warum denn?

Galionsfigur Gabi

Eisberg voraus! Eisberg voraus!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ja… ja… Wir sind nämlich Schiffsschraubenpaten der »Mongolia«.

Passepartout

Eisberg? Im Suez-Kanal? Das wird ja immer verrückter…

Galionsfigur Gabi

Eisberg voraus! Eisberg voraus!

Passepartout

Mr. Fogg, Sir, die Galionsfigur hat wieder zu mir gesprochen!

Phileas Fogg

Passepartout, wenn du nicht sofort aufhörst mit diesem Unsinn, bist du gekündigt!

Passepartout Wirklich?

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Kapitän

Volle Kraft zurück!

Matrose

Ay, ay, Kapitän. Volle Kraft zurück!

Galionsfigur Gabi

Wir sind zu schnell. Wir werden den Eisberg rammen und sinken!

Kapitän

Es ist zwecklos. Wir kommen nicht am Eisberg vorbei.

Matrose

Alle zu den Rettungsbooten.

Galionsfigur Gabi

Gleich kollidieren wir!

(Die »Mongolia« kracht in den Eisberg. Das Schiff sinkt und die Menschen an Bord mit ihm. Alle rufen durcheinander und sind in Panik.) Kapitän

Die »Mongolia« sinkt! Die »Mongolia« sinkt!

Passepartout

Und ich hab meine Schwimmflügerl zu Hause vergessen!

Phileas Fogg

Ein Glück, dass wir kaum Gepäck dabei haben, so kann wenigstens nichts nass werden.

Matrose

Wir sinken! Zu Hilfe, wir sinken!

(Die Zeitungen erscheinen wieder. Währenddessen Umbau auf das nächste Bild.) The Times

Extraausgabe! Erster Eisberg im Suez-Kanal gesichtet!

Morning Chronicle

Extrablatt! Der Dampfer »Mongolia« hat den Eisberg gerammt!

Daily Telegraph

Sonderausgabe! Ist Mr. Fogg mit in die Tiefe gerissen worden?

Evening Star

Exklusiv im Evening Star: Warum Passepartout keine Schwimmflügel dabei hatte.

Illustrated London News Extrablatt! Fogg schlägt einen Umweg von 20.000 Meilen ein. The Standard

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Sonderausgabe! Brust oder Kraul? Lesen Sie bei uns den bevorzugten Schwimmstil von Phileas Fogg!

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BiLD 5

UNTER DEM MEER

(Auf dem Meeresgrund. Die Bewohner des Meeres halten sich vorerst noch im Hintergrund, während sich die Reisenden der »Mongolia« allmählich wieder sammeln und zu Korallen werden.) Reiseleiter

(gibt widerwillig Blubb-Geräusche von sich und klatscht schließlich in die Hände.)

Phileas Fogg

Wo sind wir denn hier gelandet?

Passepartout

Mr. Fogg, auch wenn’s unglaublich scheint, aber schauen Sie, was da drüben auf der Ortstafel steht: »20.000 Meilen unter dem Meer«.

Phileas Fogg

So tief sind wir also gesunken? Das war in meiner Planung nicht vorgesehen. Wir müssen schnellstmöglich jemanden finden, der uns wieder an die Oberfläche befördert!

Passepartout

Da hinten höre ich jemanden, können Sie das auch hören?

20.000 BEATS UNTER DEM MEER (Während der Musik sind die Meerjungmänner erschienen, vier spezielle Bewohner des Meeres.) Detlef

Hallo, meine Süßen! Wie seid ihr denn hierher gekommen?

Pascal

Detlef, das ist doch unwichtig. Hauptsache, sie sind hier!

Rodriguez

Ihr seid ja zwei ausgesprochen hübsche Exemplare…

Michelle

Ja, zuckersüß, Rodriguez! Hallihallöchen, ich bin Michelle.

Passepartout

Ich bin der Hans… äh, Jean Passepartout!

Phileas Fogg

Mein Name ist Phileas Fogg. Ich komme aus London.

Michelle

Sehr erfreut. Und das sind meine Kollegen.

Detlef

Der dominante Detlef.

Pascal

Der prickelnde Pascal.

Rodriguez

Der rassige Rodriguez.

Michelle

Und mich kennst du ja schon. Der muskulöse Michelle.

Alle Meerjungmänner

Gemeinsam sind wir die vier strammen Meerjungmänner.

Michelle

Die mit den größten Schw…

Detlef

…Flossen! Die mit den größten Schwanzflossen im gesamten Ozean.

Pascal

Ach Detlef, Schätzchen, jetzt sei doch nicht so verklemmt.

Rodriguez

Entspann dich doch mal und genieß die schöne Aussicht.

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Michelle

Also… Was hat euch zwei heiße Eisen hierher zu uns geführt?

Passepartout

Was hat das zu bedeuten?

Phileas Fogg

Um es in aller Kürze zu erklären: Ich habe mit meinen Kollegen aus dem Londoner Gentlemen’s Club eine Wette abgeschlossen, dass ich es schaffen würde, in achtzig Tagen einmal um die Welt zu reisen.

Michelle

Dass ein böses Tier im Anmarsch ist…

Detlef

Der Hai!

Detlef

Und wieso seid ihr dann hier bei uns, 20.000 Meilen unter dem Meer? Da dauert die Reise ja gleich um einiges länger.

Pascal

Der Hai!

Phileas Fogg

Hier herunten zu landen war nicht unsere Intention.

Rodriguez

Der Hai!

Passepartout

Wir waren nämlich auf der »Mongolia«, einem Schiff, und wollten damit nach Indien. Das war aber extrem überfüllt mit Menschen. Man könnte fast glauben, die wären vor irgendjemandem auf der Flucht gewesen… Und dann kam auch plötzlich noch ein Eisberg daher, den wir gerammt haben.

Michelle

Der Hai!

Alle Meerjungmänner

Der Hai!

Phileas Fogg

Unglücklicherweise sank das Schiff und so sind wir hier bei Ihnen gelandet, meine Herren.

Pascal

Du kannst doch du zu uns sagen, Foggy!

Rodriguez

So förmlich haben wir’s hier nicht.

Michelle

Brüder, meine stählernen Bauchmuskeln vibrieren, das ist kein gutes Zeichen…

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(Die Meerjungmänner verstecken sich. Passepartout und Phileas Fogg bleiben unbeirrt stehen, als der Hai auftaucht.) Passepartout

Ich versteh diese Meerjungmänner nicht so wirklich. Alle rufen sie »Der Hai! Der Hai!«. Bei uns in Kärnten sagt man das anders herum. Da sagt man nicht »Der Hai! Der Hai!« sondern »Haider! Haider!«.

Der Hai

Was habt ihr zwei Landratten hier verloren?

Passepartout

(grüßt den Hai) Hai. Der.

Der Hai Hi.


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Phileas Fogg

Auch ich grüße Sie. Unser Schiff ist gesunken. Und wir wurden mit ihm in die Tiefe gezogen.

Der Hai

Sie haben Glück, dass ich heute schon zu Mittag gegessen habe, sonst hätte ich sie im Nu verspeist. So frische Süßwasserwesen, wie ihr beide es seid, bekommt man nämlich nur selten zu Gesicht.

Aber unsere Wette… Die Weltreise. Es gilt keine Zeit zu verlieren.

Rodriguez

Wir helfen euch natürlich. Detlef, wie heißt diese Familie, die drei Muscheln weiter wohnt?

Detlef

Du meinst die, die ständig Musik macht?

Phileas Fogg

Glück im Unglück also?

Rodriguez

Ja, genau die!

Der Hai

Genau so ist es.

Detlef

Der Nachname war irgendetwas mit Käfer.

Phileas Fogg

Wissen Sie vielleicht einen Weg, wie wir wieder an die Meeresoberfläche gelangen können?

Pascal

Käfer? Du hast wohl Käfer im Schritt. Die heißen Beatles!

Der Hai

Selbstverständlich. Aber den werde ich euch nicht verraten. Denn schon bald bin ich wieder hungrig, dann komme ich zurück und werde euch mit Genuss verspeisen.

Detlef

Genau, die guten Beatles.

Passepartout

Na servus…

Phileas Fogg

Dann werden wir so lange hier auf Sie warten, Herr Hai.

Der Hai

Das will ich auch hoffen. Ich schwimme jetzt noch ein paar Runden ums Schiffswrack und dann komme ich zurück zu euch. Das wird ein fabelhaftes Abendessen! (Der Hai schwimmt davon.)

Passepartout

Jetzt müssen wir uns wirklich von Haider fressen lassen?

Phileas Fogg

Keine Sorge, Passepartout. Bis der Hai wieder hungrig ist, sind wir längst von hier entkommen.

Passepartout

Wie stellen Sie sich das vor?

Phileas Fogg

Meine strammen Meerjungmänner, ihr könnt wieder rauskommen!

(Die Meerjungmänner erscheinen wieder, erleichtert, dass der Hai verschwunden ist.)

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Phileas Fogg

Detlef

Zum Glück ist der Hai wieder weg. Letzte Woche hat er unseren geliebten Kevin vernascht. Normalerweise werden wir ja gerne vernascht, aber nicht von Haien.

Pascal

Wie habt ihr es geschafft, dass ihr ihn wieder los werdet?

Phileas Fogg

Er hatte gerade erst zu Mittag gegessen und war daher nicht hungrig. Er will aber bald zurückkommen und uns dann verspeisen.

Passepartout

Wisst ihr nicht vielleicht eine Möglichkeit, wie wir wieder von hier weg kommen?

Rodriguez

Gefällt es euch in unserem kuscheligen Heim etwa nicht?

Michelle

Wir haben uns beim Einrichten so viel Mühe gegeben.

Passepartout

Doch, doch… Einmalig!

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Rodriguez

Und die haben ein richtig heißes Gefährt in der Garage.

Passepartout

Welches denn? Ein Puch Maxi?

Michelle

Nein, viel heißer! Ein U-Boot in gelb.

Phileas Fogg

Ein U-Boot in gelb?

Alle Meerjungmänner

Das Yellow Submarine!

YELLOW SUBMARINE (Während der Musiknummer erscheint das »Yellow Submarine«, das Phileas Fogg und Passepartout am Ende des Bilds wieder zurück an Land bringen wird.) Pascal

Damit kommt ihr ohne Schwierigkeiten schnell wieder an Land.

Rodriguez

Und dabei könnt ihr auch noch die beste Musik hören, die man sich nur vorstellen kann.

Phileas Fogg

Ich danke den Herren für Ihre Hilfe und verabschiede mich hiermit.

Passepartout

Pfiat eich!

Alle Meerjungmänner

Macht’s gut, ihr zwei Süßen!

Michelle

Und schaut mal wieder bei uns vorbei!

(Die Zeitungen erscheinen wieder. Währenddessen schwimmen die beiden im »Yellow Submarine« fort.) The Times

Extraausgabe! Fogg noch am Leben!

Morning Chronicle

Nur bei uns: Passepartout konnte auch ohne Schwimmflügel schwimmen!

Daily Telegraph

Sonderausgabe! Wie wird die Reise nun weiter gehen?

Evening Star

Exklusiv im Evening Star: Wieso der Hai niemanden gefressen hat.

Illustrated London News Extrablatt! Die Londoner Wettbüros werden überrannt. The Standard

Skandal! Phileas Fogg bevorzugt Rückenschwimmen!

Reiseleiter

Ist bei Ihnen die Luft auch schon so knapp wie bei mir, geschätzte Mitreisende? Ich würde vorschlagen, um uns von diesem Tauchgang zu erholen, machen wir 25 Minuten Pause!

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PAUSE

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BOMBAY

(Wieder zurück an Land. In Kürze fährt der Zug von Bombay nach Yokohama ab. Personen und Koffer imitieren bereits einen Zug, eine Koffer-Säule dahinter deutet den Scheiterhaufen an.) Reiseleiter

Sehr geehrte Damen und Herren, schön, dass Sie die Reise noch nicht vorzeitig beendet haben, sondern mit unseren beiden tapferen Männern bis zum Schluss durchhalten. Wir konnten ja vom Meeresgrund wieder auftauchen und befinden uns nun mitten in Bombay. Dort soll sich in Kürze ein Zug Richtung Osten in Bewegung setzen. Ziel der Fahrt ist für Mr. Fogg und seinen Diener die Stadt Yokohama. (klatscht)

Phileas Fogg

Bin ich froh, dass wir diese seltsamen Gestalten aus dem Meer wieder los geworden sind.

Passepartout

Also mir haben die gefallen, da hätten wir gern noch ein bisserl bleiben können.

Phileas Fogg

Soll ich dich kündigen? Dann kannst du wieder zu deinen Meerjungmännern hinunter tauchen.

Passepartout

Nein, nein, bitte nicht. Ich muss dringend wieder nach London. Wegen meinem Hahn. Dem Gashahn…

Lokführer

Einsteigen, alles einsteigen! Der Zug nach Yokohama fährt in Kürze ab.

Phileas Fogg

Komm, Passepartout, lass uns im Zug Platz nehmen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

(Der Zug setzt sich in Bewegung, was man an den Körpern sieht und an Zuggeräuschen vernehmen kann.)

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EISENBAHN ETÜDE Lady Kurkuma

Vor ein paar Jahren hätten Sie hier noch Verzögerungen in Kauf nehmen müssen.

Phileas Fogg Verzögerungen? Mr. Kardamom

Weil die Eisenbahnschienen am Fuße der Berge aufgehört haben. Man musste das Gebirge zu Pferd oder auf Eseln überqueren.

Phileas Fogg

Diese Verspätung hätte die Wirtschaftlichkeit meines Programms keineswegs beeinträchtigt. Ich habe selbstverständlich die Eventualität gewisser Hindernisse vorausberechnet und entsprechende Maßnahmen getroffen.

Lady Kurkuma

Junger Mann, wissen Sie, wie spät es ist?

Passepartout

Kann ich Ihnen sagen, es ist genau drei Uhr morgens.

Mr. Kardamom

Lieber Freund, Sie irren sich. Ihre Uhr zeigt noch die Zeit von Greenwich an. Hier ist es vier Stunden später, also sieben. Sie müssen Ihre Uhr umstellen. Geben Sie her, ich helfe Ihnen.

Passepartout

Kommt überhaupt nicht in Frage! Das ist ein Erbstück von meiner Oma aus Keutschach! Ein echter Chronometer!

(Der Zug hält plötzlich an. Bremsgeräusch.)

Lady Kurkuma

Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so gut für seine Reise vorbereitet war.

Lady Kurkuma

Was ist denn jetzt los?

Passepartout

(gelangweilt) Kann dieser Zug nicht schneller fahren?

Lokführer

Alle Reisenden aussteigen, alle Reisenden aussteigen!

Mr. Kardamom

Aber mein Lieber, das geht doch nicht.

Passepartout

Monsieur! Da sind keine Schienen mehr!

Passepartout

Warum nicht? Ein Schiff kann doch auch mit Volldampf statt mit Halbdampf voraus fahren.

Mr. Kardamom

Was soll das heißen, keine Schienen mehr?

Mr. Kardamom

Im Gegensatz zu einem Schiff muss der Zug seinen bestimmten Fahrplan einhalten.

Lokführer

Die nächste Eisenbahnstation heißt Allahabad.

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Lady Kurkuma

Und warum hält der Zug dann hier?

Passepartout

Mr. Fogg, Mr. Fogg, ich habe, glaube ich, ein Transportmittel gefunden!

Lokführer

Die Strecke ist noch nicht fertig. Fünfzig Kilometer fehlen noch.

Phileas Fogg

Passepartout, auf dich ist Verlass! Was für eines?

Mr. Kardamom

Was machen wir denn jetzt?

Passepartout

Hören Sie es nicht?

Phileas Fogg

Mr. Kardamom, wir werden uns unverzüglich um ein anderes Transportmittel bemühen. Passepartout! (Passepartout ab.)

(Das Stampfen wird immer lauter. Plötzlich erscheint ein Elefant.)

Lady Kurkuma

Bringt diese Verzögerung nicht Ihren gesamten Zeitplan durcheinander?

Phileas Fogg

Nein, Lady Kurkuma, die war einkalkuliert.

Lokführer

Sie wussten also, dass die Strecke nicht fertig gebaut wurde?

Phileas Fogg

Keineswegs. Aber ich wusste, dass früher oder später auf meiner Reise ein Hindernis auftauchen würde. Also schadet das hier nicht. Ich kann es mir leisten, zwei Tage zu opfern. Ein Dampfer verlässt Kalkutta am 25. mittags mit Reiseziel Yokohama. Jetzt haben wir erst den 22. Oktober, infolgedessen kommen wir noch früh genug nach Kalkutta.

(Man hört lautes, rhythmisches Stampfen. Passepartout erscheint wieder. Er zittert am ganzen Leib.)

Phileas Fogg

Ein Elefant?

Passepartout

Ein Elefant! Und darauf Indira, die dieses Biest auch reiten kann!

Phileas Fogg

Lass uns aufsteigen, das hast du gut gemacht, Passepartout.

(Phileas Fogg und Passepartout steigen auf den Elefanten und reiten auf ihm mit Indira durch den Dschungel. Nach kurzem Ritt schreit Indira, als sie die tanzenden und singenden Inder sieht.) MENSCHENOPFER MENUETT Indira Sati! Alle Sati! Phileas Fogg Sati? Indira

Ein Menschenopfer! Die Frau, die Sie sehen, wird morgen bei Sonnenaufgang verbrannt.

Passepartout Verbrannt? Phileas Fogg

Und wer ist der Leichnam daneben?

Indira

Das ist ihr Ehemann, der Radscha von Bundelkhand.

Phileas Fogg

Gibt es diese barbarische Sitte der Witwenverbrennung hier denn immer noch?

Passepartout

Lebendig verbrannt werden?

Indira

Ja. Aber wenn sie sich weigern würde, würden ihr die Angehörigen das Leben zur Hölle machen. Man würde sie kahl scheren, fast verhungern lassen und wie eine Aussätzige behandeln. Die Angst davor, so elend zu sterben, bewirkt, dass sich viele Witwen lieber verbrennen lassen.

Passepartout

Und wann wird sie verbrannt?

Indira

Morgen, wenn die Sonne aufgeht.

Phileas Fogg

Und wenn wir diese Frau retten würden?

Passepartout

Mr. Fogg, ich habe immer schon gewusst, dass Sie ein Mann mit Herz sind.

Phileas Fogg

Manchmal, wenn ich die Zeit dazu habe. – Indira, helfen Sie uns?

Indira

Prinzessin Aouda ist Inderin wie ich, natürlich werde ich Ihnen helfen!

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Phileas Fogg

Prinzessin Aouda? Kennen Sie sie denn?

Phileas Fogg

Passepartout, das war ein faszinierender Einfall! Grandios!

Indira

Ja, das ist eine traurige Geschichte. Aouda, so heißt sie, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns in Bombay, sie wurde in einem englischen Internat erzogen. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie gegen ihren Willen mit dem alten Radscha verheiratet. Drei Monate später war er tot. Sie hat versucht zu fliehen, aber die Verwandten des Radscha haben sie, wie es die indische Tradition vorschreibt, für den Opfertod bestimmt.

Passepartout

Puh, die Prinzessin ist ganz schön schwer, ich hätte sie fast fallen gelassen…

Indira

Lieber Passepartout, das war unglaublich! Das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut!

Passepartout

Tja, das liegt wohl an meinen Kärntner… äh, französischen Wurzeln.

Wir müssen uns beeilen, gleich wird es hell. Die Priester haben bereits die Fackeln für den Scheiterhaufen vorbereitet. – Ich habe eine Idee. Indira, lenke die Priester mit deinem Elefanten ab!

Phileas Fogg

Indira, ohne Sie hätten wir es nicht geschafft. Sie haben uns sehr geholfen. Herzlichen Dank!

Indira

Sollten Sie wieder einmal einen Elefanten benötigen, Sie wissen ja jetzt, wo Sie mich finden können. Ich werde Sie beide niemals vergessen, leben Sie wohl!

Passepartout

(Der Elefant stampft, sodass die Priester abgelenkt sind. Passepartout legt sich anstelle des alten Radscha auf den Scheiterhaufen.) Phileas Fogg

Wohin ist Passepartout verschwunden?

Indira

Oh nein! Die Priester entzünden den Scheiterhaufen!

(Man sieht, wie die Priester mit ihren Fackeln immer näher zum Scheiterhaufen kommen. Passepartout erhebt sich als Radscha plötzlich wie ein Gespenst. Die Priester flüchten. Der Diener trägt Aouda zu Mr. Fogg.)

(Indira reitet auf ihrem Elefanten ab. Aouda gelangt wieder zu Bewusstsein.) Aouda

Wo bin ich? Was ist…? Wer sind Sie?

Phileas Fogg

Ruhig, ganz ruhig, wir sind Freunde. Sie sind in Sicherheit.

Aouda

Aber… ich kann mich nicht mehr erinnern, was… jetzt weiß ich wieder… die wollten mich verbrennen… ich sollte sterben! Aber wieso… wie bin ich denn hierher gekommen? Haben Sie mich hergebracht? Wie soll, wie kann ich Ihnen bloß danken. Kann ich das jemals wieder gut machen?

Passepartout

Sie lebendig zu sehen ist das Wichtigste.

Aouda

Aber die Familie des Radscha wird mich sicher verfolgen. Sie müssen mich hier lassen. Ich kann Sie nicht noch mehr in Gefahr bringen.

Phileas Fogg

Sie könnten uns auf unserer Reise bis nach Yokohama begleiten. Dann sind Sie in Sicherheit.

Passepartout

Ich werde Ihr persönlicher Leibwächter!

Aouda

Oh, wenn es Ihnen nicht zu viele Umstände macht. Ich habe einen Onkel in Yokohama. Er ist Ballonist. Vielleicht kann ich bei ihm bleiben.

Passepartout

Sie haben einen Onkel in Yokohama? Interessant. Meine Mutter stammt auch aus Yokohama! (singt) Meine Mama war aus Yokohama, aus St. Veit war der Papa!

Phileas Fogg

Machen Sie sich keine Sorgen, Madam, es wird sich alles mathematisch genau finden. Unser Zug geht in wenigen Minuten, wir sollten einsteigen.

Reiseleiter

Und wir sollten auch einsteigen. Endlich geht es auf nach Yokohama!

(Sie steigen in den Zug, dieser setzt sich in Bewegung.) EISENBAHN ETÜDE 

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YOKOHAMA

(Die Zeitungen berichten über den Reiseverlauf.) The Times

Sonderausgabe! Phileas Fogg in Asien gesichtet!

Morning Chronicle

Extrablatt! Er ist bereits in Yokohama angekommen!

Daily Telegraph

Inzwischen sind sich auch die Skeptiker über den Ausgang der Wette nicht mehr im Klaren.

Evening Star

Extraausgabe! Schafft es der Londoner Gentleman pünktlich zurück in den Gentlemen’s Club?

Illustrated London News Der neueste Klatsch: Eine indische Prinzessin hat sich Mr. Fogg angeschlossen. Läuten bald die Hochzeitsglocken? The Standard

Vom Bankräuber fehlt weiterhin jede Spur. Wo versteckt er sich nur?

(Die Zeitungen verschwinden. Passepartout trifft auf die Detektive Mr. Fix und Mr. Fertig. Mr. Fogg flaniert mit Aouda durch Yokohama.) Mr. Fix + Mr. Fertig

Wer ist eigentlich diese Frau? Hat er die ganze Reise etwa nur gemacht, um sie zu entführen? Ja, natürlich, das muss es sein! Das ist es! Jetzt habe ich ihn! Endlich! Ich muss die britischen Behörden informieren! Na so was...? Sie sind auch in Yokohama?

Passepartout

Mr. Fix und Mr. Fertig? Hier? Machen Sie denn auch eine Reise um die Erde? Das ist wunderbar, dass Sie auch hier sind. Ich muss jetzt aber meinen Mr. Fogg suchen und ihm sagen, dass…

Mr. Fix + Mr. Fertig

Dazu haben Sie doch später auch noch Zeit.

Passepartout

Nein, ich muss jetzt los.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ich habe aber etwas sehr Ernstes mit Ihnen zu besprechen.

Passepartout

Was sehr Ernstes?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Allerdings. Da sollten Sie vorsichtshalber einen großen Schluck trinken.

(Mr. Fix + Mr. Fertig reichen Passepartout eine große Schnapsflasche, aus der er während des Dialogs immer wieder einen Schluck nimmt und stets betrunkener wird.)

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Passepartout

Danke. Hab eh schon so einen Durst. Prost!

Mr. Fix + Mr. Fertig

Also. Es geht um Mr. Fogg. Ich erzähle Ihnen jetzt alles.

Passepartout

Nicht nötig, ich weiß sowieso schon alles. Die feinen Herren im Club haben sich ganz umsonst in Unkosten gestürzt.

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Mr. Fix + Mr. Fertig

Wenn Sie uns dabei behilflich sind, Mr. Fogg ein paar Tage hier in Yokohama festzuhalten, bezahlen wir Ihnen fünfhundert Pfund.

Passepartout

Festhalten? Wie bitte? Nicht genug damit, dass diese Gentlemen im Club ihn von Ihnen beschatten lassen. Aber jetzt wollen Sie ihm auch noch Steine in den Weg legen? Das ist unerhört! (trinkt)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Ich verstehe nicht ganz…

Passepartout

Hören Sie mal zu, Sie Fixi-Foxi.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Für wen halten Sie uns eigentlich?

Passepartout

Himmel nochmal! Sie sind Spitzel aus dem Gentlemen’s Club. Sie kontrollieren unsere Reise. Das ist beleidigend! (trinkt)

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Mr. Fix + Mr. Fertig

Passepartout, bitte. Wir sind keine Spione aus dem Gentlemen’s Club.

Passepartout

Nein, Sie sind Schiffsschraubenpaten. Und hinterfotzig. (trinkt)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wir sind Kriminaldetektive und reisen im Auftrag des Polizeipräsidiums.

Passepartout

Pah! Hinterfotzig! (trinkt)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Hier ist unser Einsatzbefehl.

Passepartout

(liest) »Am 29. September wurden in der Bank von England fünfzigtausend Pfund gestohlen. Und zwar von einem Individuum, dessen Beschreibung exakt auf Phileas Fogg passt.« – Jetzt reicht’s! Mein Herr ist der anständigste Mensch auf der Welt! (trinkt)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie sind doch erst seit dem Tag der überstürzten Abreise bei ihm. Eine Abreise unter Vorwand einer verrückten Wette, als Gepäck nur eine Tasche gefüllt mit Banknoten.

Passepartout

Und einem Buch. (trinkt)

Mr. Fix + Mr. Fertig

Wollen Sie, dass man Sie als Komplizen verhaftet?

Passepartout

Was wollen Sie denn von mir?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie müssen uns helfen, Mr. Fogg in Yokohama festzuhalten.

Passepartout

Nein, mach ich nicht. Mr. Fixi und Mr. Foxi, wenn es so wäre… so oder sogar so wäre… also wie Sie sagen tun… wenn Mr. Fogg der wäre, was er nicht ist… weil, also ich…

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie weigern sich?

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Passepartout

Jawohl! Ich verweigere mich!

Passepartout

Ist mir schlecht! Was ist denn passiert? Und wo ist der Elefant hin?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Gut, dann ist die Sache für mich auch erledigt. Zum Wohl!

Phileas Fogg

Welcher Elefant denn? Hier ist doch weit und breit kein Elefant?!

Passepartout

Zum Wohl! (trinkt abermals und fällt bewusstlos zu Boden.)

Passepartout

Und die wunderschönen Geishas?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Das hat ja lange gedauert. Aber nun ist er fix und fertig… Jetzt wird Fogg nicht erfahren, dass die Abfahrt des Dampfers nach San Francisco vorverlegt wurde. Und wir werden ihn endlich festnehmen können. (Ab.)

Aouda

Hier sind nirgends Geishas.

Phileas Fogg

Hast du etwa getrunken, Passepartout?

PROMILLE QUADRILLE

Passepartout

(Passepartout erlebt in seinem Rausch einen fürchterlichen Traum. Geishas tanzen wild um ihn. Schlussendlich wird er von Mr. Fogg geweckt.)

Nur ein paar kleine Schluckerl vom Schnaps des Mr. Fix und Mr. Fertig. Wo sind die denn eigentlich hin?

Aouda

Es ist niemand hier, Passepartout. Das musst du dir alles eingebildet haben.

Phileas Fogg

Passepartout! Passepartout! So wach doch endlich auf!

Phileas Fogg

Aouda

Wurde er vergiftet? Warum ist er so reglos?

Und dank dir haben wir den Dampfer nach San Francisco verpasst. Du hast meine Wette in große Gefahr gebracht! Das nächste Schiff legt erst in sieben Tagen ab.

Passepartout

Wo bin ich? Und wer seid ihr?

Aouda

Aber nein, ich weiß eine Lösung, wie wir nach Amerika reisen können. Ich sagte ja bereits, dass ich einen Onkel hier in Yokohama habe. Dieser ist Ballonist.

Phileas Fogg

Ich bin’s, dein Herr.

Passepartout

Als ob Ballonist ein Beruf wäre… Das heißt Balloneur!

Passepartout

Ah, mein Foggale, servus!

Phileas Fogg

Ruhig, Passepartout!

Aouda

Wieso spricht er denn so komisch?

Aouda

Phileas Fogg

Das ist der Dialekt in dieser französischen Region, aus der er stammt.

Von meinem Onkel können wir uns bestimmt einen Heißluftballon leihen, der uns nach Amerika bringen wird. Wartet hier kurz, ich bin gleich zurück.

Aouda Interessant.

(Aouda holt den Heißluftballon.) Phileas Fogg

Unfassbar, ein Prachtexemplar! Der wird uns ohne Schwierigkeiten bis nach Amerika bringen. Alles einsteigen! Passepartout, kontrolliere bitte die Gasmenge!

Passepartout

Schon kontrolliert. Genug Gas vorhanden. Wir können also Vollgas geben.

Aouda

Los geht’s! Amerika, wir kommen!

(Die drei fliegen im Heißluftballon auf die andere Seite der Bühne. Währenddessen erscheinen die Zeitungen.) The Times

Sonderausgabe! Phileas Fogg in einem Heißluftballon gesichtet!

Morning Chronicle

Extrablatt! Er ist bereits viel zu hoch aufgestiegen!

Daily Telegraph

Exklusiv: Physiker gehen von Sabotage des Ballons aus.

Evening Star

Extraausgabe! Schafft es Fogg, wieder zur Erde zurück zu kehren?

Illustrated London News Der neueste Klatsch: Versteht Fogg diese Wette bereits als seine Hochzeitsreise? The Standard

Mr. Fix und Mr. Fertig fahren zurück nach London. Wie sieht ihr Plan genau aus? Lesen Sie morgen mehr!

Reiseleiter

Liebe Mitreisende, wir müssen schnell dem Heißluftballon folgen. Es wäre ja viel zu schade, wenn wir unsere Freunde aus den Augen verlieren würden, jetzt, wo wir schon so weit gekommen sind!

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BiLD 8

MOND

(Mr. Fogg, Passepartout und Aouda sind am Mond gelandet. Außerirdische stehen rings um sie.) Reiseleiter

Welcome to America! – Äh, das sieht hier aber nicht aus wie Amerika, was ist denn da schief gelaufen? Das müssen wir uns näher ansehen. (klatscht)

Passepartout

Heilige Maria Mutter Gottes! Mr. Fogg! Schauen’S doch! Wie komisch die Amerikaner ausschauen. Ich hab mir die immer ganz anders vorgestellt.

Aouda

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir hier in Amerika gelandet sind. Wir sind doch immer höher aufgestiegen mit unserem Ballon!

Phileas Fogg

Passepartout, die Menge an Gas, die du in den Ballon gefüllt hast, war exakt die Menge, die auch in der Bedienungsanleitung stand?

Passepartout

Ich hab sogar die doppelte Menge Gas in den Ballon gefüllt. Ich hab mir gedacht, dann fliegen wir doppelt so weit. Ich geh halt gern auf Nummer sicher.

Aouda

So sind wir aber nicht doppelt so weit geflogen, sondern doppelt so hoch!

(Passepartout singt »Völlig losgelöst von der Erde«.) Phileas Fogg

Sei ruhig, Passepartout. Entschuldigen Sie bitte, wo sind wir hier gelandet?

(Die Außerirdischen sprechen immer ganz knapp hintereinander, sie bilden sozusagen ihr eigenes Echo.)

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Nürg

Auf dem Mond!

Ruprup

Auf dem Mond!

Ualb

Auf dem Mond!

Egnaro

Auf dem Mond!

Nuarb

Auf dem Mond!

Aouda

Na toll, wir sind auf dem Mond gelandet!

Passepartout

Das ist schon relativ weit weg von Amerika, oder?

Nürg

Was wollt ihr hier?

Ruprup

Was wollt ihr hier?

Ualb

Was wollt ihr hier?

Egnaro

Was wollt ihr hier?

Nuarb

Was wollt ihr hier?

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Phileas Fogg

Wir wollen Sie nicht stören, doch sind wir leider auf unserer Reise vom rechten Weg abgekommen.

Nürg

Seid ihr hier, um uns den Mond wegzunehmen?

Ruprup

Seid ihr hier, um uns den Mond wegzunehmen?

Ualb

Seid ihr hier, um uns den Mond wegzunehmen?

Egnaro

Seid ihr hier, um uns den Mond wegzunehmen?

Nuarb

Seid ihr hier, um uns den Mond wegzunehmen?

Aouda

Natürlich nicht. Wir kommen in Frieden.

Nürg

Das haben auch schon viele vor euch gesagt.

Ruprup

Das haben auch schon viele vor euch gesagt.

Ualb

Das haben auch schon viele vor euch gesagt.

Egnaro

Das haben auch schon viele vor euch gesagt.

Nuarb

Das haben auch schon viele vor euch gesagt.

Phileas Fogg

Wir hegen aber wirklich keine bösen Absichten.

Nürg

Wir glauben euch kein Wort.

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Ruprup

Wir glauben euch kein Wort.

Ualb

Wir glauben euch kein Wort.

Egnaro

Wir glauben euch kein Wort.

Nuarb

Wir glauben euch kein Wort.

Passepartout

Die sind vielleicht stur!

Nürg

Schweigt, Erdlinge!

Ruprup

Schweigt, Erdlinge!

Ualb

Schweigt, Erdlinge!

Egnaro

Schweigt, Erdlinge!

Nuarb

Schweigt, Erdlinge!

Aouda

Was können wir euch anbieten, dass ihr uns helft, zurück zur Erde zu gelangen?

Nürg

Euer saftiges Fleisch!

Ruprup

Euer saftiges Fleisch!

Ualb

Euer saftiges Fleisch!

Egnaro

Euer saftiges Fleisch!

Nuarb

Euer saftiges Fleisch!

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Phileas Fogg

Da wird sich doch bestimmt eine andere Lösung finden lassen?

Ualb

Haben’s ja gesagt.

Nürg

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Egnaro

Haben’s ja gesagt.

Ruprup

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Nuarb

Haben’s ja gesagt.

Ualb

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Nürg

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Egnaro

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Ruprup

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Nuarb

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Ualb

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

(Die Aliens reißen den Heißluftballon entzwei, sodass er für die Weiterreise unbrauchbar wird.)

Egnaro

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Aouda

Was habt ihr getan? Unser Heißluftballon ist zerstört! Wie sollen wir hier denn jemals wieder weg kommen?

Nuarb

Diesen Ort werdet ihr nie wieder verlassen.

Nürg

Haben’s ja gesagt.

Passepartout

Das darf doch jetzt bitte wohl alles nicht wahr sein…

Ruprup

Haben’s ja gesagt.

Nürg

Wir haben Hunger!

Ruprup

Wir haben Hunger!

Ualb

Wir haben Hunger!

Egnaro

Wir haben Hunger!

Nuarb

Wir haben Hunger!

Nürg

Werden euch fressen!

Ruprup

Werden euch fressen!

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Mr. Spock

Haltet ein, ihr widerlichen Gestalten. Ihr wollt es wagen, diese unschuldigen Seelen zu fressen, so sollt ihr es mit der Enterprise zu tun bekommen!

Nürg

Oh nein! Es ist Mr. Spock!

Ruprup

Oh nein! Es ist Mr. Spock!

Ualb

Oh nein! Es ist Mr. Spock!

Egnaro

Oh nein! Es ist Mr. Spock!

Nuarb

Oh nein! Es ist Mr. Spock!

Mr. Spock

So wahr ich vor euch stehe: Lasst sie gehen, sie haben euch nichts getan und werden euch auch nichts antun.

ALIEN ARIE

Nürg

Haben doch nur mit ihnen gespielt.

(Während der Arie kämpfen die drei Reisenden verzweifelt gegen die Außerirdischen. Am Ende der Nummer schreien sie gleichzeitig.)

Ruprup

Haben doch nur mit ihnen gespielt.

Ualb

Haben doch nur mit ihnen gespielt.

Egnaro

Haben doch nur mit ihnen gespielt.

Nuarb

Haben doch nur mit ihnen gespielt.

Nürg

War alles nur Spaß.

Ruprup

War alles nur Spaß.

Ualb

War alles nur Spaß.

Egnaro

War alles nur Spaß.

Nuarb

War alles nur Spaß.

Passepartout

Also unter Spaß verstehe ich etwas anderes.

Mr. Spock

Lügt nicht. Ihr wolltet sie fressen, wie viele Unschuldige davor. Diesen Armstrong zum Beispiel. Oder dieser Junge mit den zwei Buchstaben als Vorname: E. T. – alles Opfer eurer blutrünstigen Lebensweise. Verschwindet, ihr Ungetiere! Oder soll ich Verstärkung rufen?

Nürg

Sind ja schon weg.

Ruprup

Sind ja schon weg.

Ualb

Werden euch fressen!

Egnaro

Werden euch fressen!

Nuarb

Werden euch fressen!

Nürg

Mit Haut und Haar!

Ruprup

Mit Haut und Haar!

Ualb

Mit Haut und Haar!

Egnaro

Mit Haut und Haar!

Nuarb

Mit Haut und Haar!

Phileas Fogg + Passepartout + Aouda Hilfe! (Mit ihrem Hilferuf erscheint Mr. Spock. Die Außerirdischen verkriechen sich.)

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Ualb

Sind ja schon weg.

Aouda

Nach Amerika. In den Wilden Westen.

Egnaro

Sind ja schon weg.

Passepartout

Naja, allzu wild muss der Westen von mir aus nicht sein.

Nuarb

Sind ja schon weg.

Mr. Spock

Scotty, du hast gehört wo unsere Gefährten hin möchten? Beame sie dort hin, los!

(Die Außerirdischen verschwinden endgültig.)

Aouda

Warum kribbelt mein Körper plötzlich überall?

Aouda

Vielen Dank, Mr. Spock, dass Sie unser Leben gerettet haben.

Phileas Fogg

Was geschieht mit uns?

Phileas Fogg

Wie können wir Ihnen jemals danken?

Mr. Spock

Passepartout

Sie haben aber einen komischen Haarschnitt…

Das erste Mal gebeamt zu werden, fühlt sich selbst für einen Vulkanier seltsam an. Ich wünsche euch weiterhin viel Glück auf eurer Reise. Lebt lang und in Frieden.

Mr. Spock

Das ist gar nicht der Rede wert, Erdlinge. Wohin sollte euch eure Reise eigentlich führen?

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(Die drei werden nach Amerika gebeamt. Man hört ein musikalisches Zitat aus Star Trek.) Reiseleiter

Und auch wir lassen uns wieder mit zurück auf die Erde beamen. Hier auf dem Mond ist es auf Dauer dann doch ein wenig seltsam. Scotty, los geht’s!

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BiLD 9

AMERIKA

(Mr. Fogg, Passepartout und Aouda sind von Indianern gefangen genommen worden.) Reiseleiter

Unsere Reisenden sind zwar wieder auf die Erde zurück gekommen, doch sind sie unglücklicherweise mitten in einem Indianerstamm gelandet, der sie gefangen genommen hat. (klatscht)

INDIANER INTERMEZZO

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Passepartout

Lassen Sie uns sofort wieder frei, wir gehören nicht zu Ihren Feinden!

Häuptling

Schweig Bleichgesicht. Das sagen alle. Ihr seid unsere Gefangenen und werdet büßen für das, was uns angetan wurde.

Schwarzer Fuchs

Weißer Mann ist weißer Mann!

Aouda

Aber wir haben Ihnen doch gar nichts getan!

Phileas Fogg

Ich befürchte, das ist das verfrühte Ende unserer Reise.

Brauner Bär

Schweig Bleichgesicht! Der weiße Mann stiehlt unser Land, ein Land, das uns heilig ist. Ich bin ein roter Mann und verstehe das nicht.

Weiße Taube

Eure Zungen sind verdreht und sprechen falsch. Wenn ein weißer Mann in einem fairen Kampf einen Indianer tötet, nennt Ihr das ehrenhaft. Wenn ein Indianer in einem fairen Kampf einen weißen Mann tötet, ist es Mord.

Blauer Biber

Wenn eine weiße Armee eine Schlacht gegen Indianer gewinnt, ist es ein großer Sieg, wenn Indianer eine weiße Armee zerschlagen, ist es ein Massaker.

Alle Indianer

Wir sind rote Männer und verstehen das nicht.

Schwarzer Fuchs

Ihr seid weiße Männer und versteht uns nicht.

Brauner Bär

Unsere Zungen sprechen dieselbe Sprache, aber wir verstehen uns nicht.

Blauer Biber

Ihr geht jetzt in die ewigen Jagdgründe ein.

Häuptling

Und weiße Frau wird meine Squaw.

Aouda

Nein, bitte nicht schon wieder!

Phileas Fogg

Nein, machen Sie mit mir, was Sie wollen. Martern oder skalpieren Sie mich, aber schonen Sie diese Frau.

Passepartout

Pardon, aber weiße Frau ist keine weiße Frau. Sie ist Inderin. Also schon fast Indianerin. Kleiner Irrtum von Columbus.

Häuptling

Schweigt, Bleichgesichter. Verabschiedet euch.

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Phileas Fogg

Passepartout, du warst ein sehr guter Diener. Ich danke dir für deine Treue. Ich bin stolz auf dich und ich würde dich jederzeit weiterempfehlen.

Passepartout

Mister Fogg, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin gerührt und ebenfalls sehr stolz, dass ich Ihr Diener war.

Aouda

Halt! In meinem Land ist es Brauch, sich von seinen Feinden mit einem Freundschaftstrunk zu verabschieden. Das stimmt die Götter milde. In der Tasche dort sind Flaschen mit gutem Wasser. Lasst uns die Götter beruhigen und die Flaschen leer trinken. Großer Häuptling!

Großer Häuptling, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Sie machen gerade einen Fehler. Sie können keine unpassenderen Opfer finden als uns: wir sind Touristen. Ich muss den guten Ruf der Indianer in Frage stellen, wenn Sie uns weiter hier festhalten.

Brauner Bär

Bleichgesicht macht zu viele Worte im Angesicht des Todes und soll schweigen.

Weiße Taube

Viele große Worte für einen so kleinen Mann.

Passepartout

Also ich darf doch wohl bitten…

Phileas Fogg

Obwohl ich ein weißer Mann bin, verstehe und respektiere ich, was der große Häuptling sagt. Doch wenn der rote Mann einen weißen Engländer und seine Freunde tötet, die ohne kriegerische Absichten durch das Land reisen, dann handelt er nicht besser als seine Feinde. Wir sollten die Worte der indischen Prinzessin Aouda beherzigen und gemeinsam anstoßen. Das stimmt nicht nur die Götter milde, sondern gibt auch dem großen Häuptling die Gelegenheit, sein Handeln zu überdenken.

Häuptling

Der weiße Engländer hat klug gesprochen, mein Herz hat seine Worte gehört. Ich schenke euch das Leben und die Freiheit.

Phileas Fogg

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Schwarzer Fuchs

Weißer Häuptling macht große Worte im Angesicht des Todes.

Blauer Biber

Passepartout

Bonhomme rouge, wir sind eben erst in Amerika angekommen, für all das, was Sie uns vorgeworfen haben, hätten wir gar keine Zeit gehabt. Wir sind nur eine MultikultiReisegruppi auf der Durchreise.

Tun wir, was die Squaw sagt. Lasst uns zusammen trinken und demonstrieren wir damit unseren Nachfahren, was ihre Vorgänger besser nicht hätten tun sollen.

Schwarzer Fuchs

Das Schicksal ist ohnehin von Manitu vorgeschrieben und wird seinen Lauf nehmen.

Alle Indianer

Möge Manitu immer an eurer Seite gehen.

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(Die Indianer trinken die Flaschen leer und fallen bewusstlos zu Boden. Die Zeitungen erscheinen.) The Times

Sonderausgabe! Phileas Fogg wieder zurück auf der Erde.

Morning Chronicle

Extrablatt! Das Reise-Trio wurde in Amerika gesichtet.

Daily Telegraph

Exklusiv: Warum Prinzessin Aouda keine Squaw werden möchte.

Evening Star

Extraausgabe! Ist die Wette aufgrund der Turbulenzen noch zu schaffen?

Illustrated London News Skandal! Prinzessin Aouda besiegt Häuptling Oberhaupt! The Standard

Mr. Fix und Mr. Fertig sind kurz davor den wahren Täter zu schnappen.

(Die Zeitungen verschwinden wieder.) Phileas Fogg

Aouda, Sie sind umwerfend. Ihre Idee hat uns das Leben gerettet. (umarmt sie) Oh! Oh! Entschuldigen Sie. Ich weiß nicht, was über mich kam.

Aouda

Das weißt du nicht?

Phileas Fogg

Ich wollte nicht... (umarmt sie wieder)

Passepartout

Ich glaub, da regt sich was bei meinem Herrn.

Phileas Fogg

Wie bitte?

Passepartout

Ich bin gar nicht da…

Phileas Fogg

(löst sich aus der Umarmung) Ein brillanter Schachzug, um uns aus dieser misslichen Lage zu befreien, taktisch äußerst sauber gewählt, es hätte in einem Desaster enden können – mein Kompliment. Ich... wir sollten unsere Verspätung nicht unnötig in die Länge ziehen.

Aouda

Aber wie kommen wir von hier fort? Wir sind verloren!

LIBERTY LIED

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(Im Nebel erscheint Lady Liberty. Im Hintergrund hört man engelsgleiche Musik. Die drei Reisenden sind mehr als verwundert.)

Passepartout

(für sich) Jedes Mal genau dann klingeln, wenn ich von den feschen Mädels träume.

Passepartout

Bitte, was ist denn das jetzt? Die Reise wird ja immer verrückter!

Aouda

Er gibt mir ein Zeichen, wenn es Zeit ist, den Tag zu beginnen.

Aouda

Die sieht aus wie die Freiheitsstatue!

Lady Liberty

Lady Liberty

Richtig erraten, Prinzessin Aouda. Ich bin Lady Liberty. Ich stehe für Freiheit und Gerechtigkeit. Ich bin hier, um euch aus eurer misslichen Lage zu befreien.

Wieder korrekt! Und nun zur letzten Aufgabe: Wo trägt Phileas Fogg seine Armbanduhr?

Passepartout

(für sich) Na wo wohl, am Oberschenkel!?

Passepartout

Also wenn ich das meiner Oma in Keutschach erzähl, die glaubt mir kein Wort.

Phileas Fogg

Überhaupt nicht. Ich trage lediglich Taschenuhren.

Lady Liberty

Ich habe euren turbulenten Weg hierher stets beobachtet und bin über euer Durchhaltevermögen begeistert. Ihr habt es verdient, dass euch geholfen wird.

Lady Liberty

Phileas Fogg

Werte Lady Liberty, es ist mir eine Ehre. Doch wie gedenken Sie uns zu helfen?

Fantastisch! Ihr habt die Rätsel gelöst. Somit bin ich gewillt, euch dabei behilflich zu sein, zurück nach London zu gelangen. Nehmt meine Fackel und folgt ihrem Licht, so gelangt ihr an euer Ziel.

Lady Liberty

Wenn ihr mir folgende Rätsel beantworten könnt, bin ich gewillt, euch direkt zurück in eure Heimat London zu bringen.

Passepartout

(Aouda nimmt die Fackel von Lady Liberty.) Aouda

Nichts wie auf nach London, die Zeit läuft!

Die hat ja einen Vogel. Knapp dem Tod durch Indianer entronnen sollen wir jetzt auch noch Rätsel lösen…

Reiseleiter

Hopp, hopp! Auch unsere Zeit läuft allmählich ab. Weiter geht es – wieder zurück an den Anfang! (klatscht)

Phileas Fogg

Ruhe, Passepartout. Also gut, wir wollen versuchen, die Rätsel zu lösen!

TICK TACK TITELSONG

Lady Liberty

Nun gut, so stelle ich die erste Frage: Wann ist Geisterstunde?

Passepartout

(für sich, panisch) Wo sind Geister?

Phileas Fogg

Geisterstunde ist selbstverständlich um Mitternacht!

Lady Liberty

Die erste Frage wurde korrekt beantwortet. Weiter zur nächsten: Was macht ein Wecker?

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BiLD 10

LONDON

(Mr. Fogg, Passepartout und Aouda sind wieder in London angekommen.) Reiseleiter

Nun sind wir endlich zurück auf englischem Boden. Doch es wäre kein richtiges Abenteuer, hätten wir nicht schon alle Hürden überwunden. (klatscht)

Passepartout

Land! England! Wir sind wieder zurück!

Phileas Fogg

Jetzt müssen wir es nur noch rechtzeitig in den Gentlemen’s Club schaffen.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Sie sind Mr. Phileas Fogg?

Phileas Fogg

Ja, der bin ich.

Mr. Fix + Mr. Fertig

Im Namen der Königin von England: Sie sind verhaftet! Prinzessin Aouda und der Diener Passepartout stehen als Ihre Komplizen ebenfalls unter Arrest.

Aouda

Aber ich verstehe nicht, was ist denn passiert?

Passepartout

Mr. Fix und Mr. Fertig denken, Mr. Fogg sei der Dieb, der vor etwas mehr als achtzig Tagen die Bank von England ausgeraubt hat.

Aouda

Das kann nicht sein! Mr. Fogg ist ein Gentleman. Er ist unschuldig! Wie können Sie das tun!?

Mr. Fix + Mr. Fertig

Entschuldigen Sie, Prinzessin, wir haben lediglich unsere Pflicht getan.

(Die Zeitungen erscheinen und berichten erneut über die aktuellen Geschehnisse.) The Times

Sonderausgabe! Phileas Fogg zurück auf englischem Boden!

Morning Chronicle

Extrablatt! Der Diebstahl der Bank von England wurde aufgeklärt.

Daily Telegraph

Mr. Fogg ist unschuldig! Der tatsächliche Dieb hat sich gestellt.

Evening Star

Extraausgabe! Die Karriere der Detektive scheint hiermit fix und fertig zu sein.

Illustrated London News Wette in Gefahr. Kann Fogg es trotz Gefängnisaufenthalts noch schaffen? The Standard

Oder haben ihn die vielen Umwege zu viel Zeit gekostet?

(Die Zeitungen verschwinden wieder.) Mr. Fix + Mr. Fertig

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Mr. Fogg… Entschuldigen Sie… Das war alles eine bedauernswerte Verwechslung. Der richtige Dieb sitzt seit drei Tagen hinter Gittern. Sie sind frei!

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Phileas Fogg

Aouda

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Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden und dem Menschen doch das Kostbarste stehlen: die Zeit. Es ist Sonntag, der 3. Dezember 1872, 20 Uhr. Vor 23 Stunden habe ich meine Wette verloren und mein Vermögen. Ich hätte diese Wette nicht eingehen sollen. Dann hätten wir uns nie kennengelernt.

(Die Zeitungen erscheinen wieder und rufen durcheinander. Passepartout schnappt sich eine Zeitung und ist außer sich.)

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Passepartout

Na dann los! Nichts wie auf in den Gentlemen’s Club!

(Fokus wechselt auf die Gentlemen des Gentlemen’s Club.) Earl Grey

Meine Damen und Herren, wie spät ist es?

Lady Grey

Darling, du fragst täglich mehrmals, wie spät es ist.

Mr. E. Breakfast

Es ist 20.38 Uhr.

Zeitungen

Extrablatt! Sonderausgabe für morgen Sonntag!

Prince of Wales

Der 2. Dezember 1872, 20.38 Uhr. Phileas Fogg wollte in 80 Tagen die Welt umrunden.

Passepartout

Extrablatt für morgen Sonntag! Dann ist heute Samstag, der 2. Dezember 1872? Heute ist nicht Sonntag, heute ist Samstag und es ist 20 Uhr! Die Wette ist noch nicht verloren! Wir haben noch Zeit.

Madame Teefix

Aber er hat es nicht geschafft. Wir haben gewonnen!

Mr. Darjeeling

Es ist noch nicht 20.45 Uhr.

Phileas Fogg

Ich kann mich doch unmöglich um einen ganzen Tag geirrt haben?

Mrs. Java

Passepartout

Monsieur, ich widerspreche Ihnen jetzt zum ersten und vielleicht einzigen Mal: Sie haben sich geirrt. Hier steht es schwarz auf weiß.

In sieben Minuten ist es 20.45 Uhr und letztlich glaubt doch keiner von uns mehr an den Sieg von Phileas Fogg.

Lady Grey

Aouda

Die Datumsgrenze! Wir haben die Datumsgrenze vergessen!

Na, na, na, Darling! Ich glaube schon noch daran! Wie heißt es so schön: Geduld ist ein edles Kraut, wächst aber nicht in allen Gärten.

Passepartout

Was für eine Grenze?

Mr. E. Breakfast

Lady Grey, Sie sind ja überaus optimistisch.

Aouda

Wenn man gegen Osten reist, der Sonne entgegen, gewinnt man bei jedem Längengrad, den man überschreitet, exakt vier Minuten. Bei einer Reise um die ganze Erde sind das 360 Längengrade. 1440 Minuten, also exakt 24 Stunden. Wir haben einen ganzen Tag gewonnen.

Prince of Wales

Auch wenn England an Größe und Macht nicht zu überbieten ist – immerhin beherrschen wir Länder auf allen fünf Kontinenten – kann man in vielen Ländern nicht so schnell reisen, wie das in England möglich ist.

Madame Teefix

Ich kann nicht nachvollziehen, dass Mr. Fogg sich der Mühe unterzieht in Länder zu reisen, die ebenso unsicher wie arm sind.

Mr. Darjeeling

Wieso? Indien, China und Japan verfügen über erhebliche Reichtümer. Sonst hätten wir selbstverständlich kein Interesse an diesen Ländern.

Mrs. Java

Es ist auch richtig, dass wir diese Reichtümer zu uns nach England holen. Mr. Fogg dagegen reist in arme Länder und schmeißt den Eingeborenen dort unser gutes englisches Geld vor die Füße und hofft, dass er es damit schaffen wird, die Welt in 80 Tagen zu umrunden.

Lady Grey

Er hat es nicht geschafft. Schauen Sie doch auf Ihre Uhren.

Mr. E. Breakfast

Lady Grey, Sie sind schlecht informiert: Fogg war auf einem Frachtschiff in Richtung Bordeaux unterwegs.

Prince of Wales

Das habe ich auch gehört, allerdings fehlt seitdem jede Nachricht von ihm.

Madame Teefix

Das beunruhigt mich nicht. Ich bin überzeugt davon, dass mein Freund Fogg die Welt in 80 Tagen umrunden kann. Phileas ist zuverlässig und pünktlich.

Mr. Darjeeling

Stimmt. Und deshalb, Ladies und Gentlemen, warten wir.

Earl Grey

Meine Damen und Herren, wie spät ist es?

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Lady Grey

Darling, du fragst täglich mehrmals, wie spät es ist.

Mr. E. Breakfast

Es ist exakt 20 Uhr und 45 Minuten.

Phileas Fogg

Und somit melde ich mich pünktlich von meiner Weltreise zurück, werte Gentlemen.

Mrs. Java

Das kann nicht sein!

Passepartout

Wie heißt es so schön: Ehe man den Kopf schüttelt, sollte man sich vergewissern, ob man einen hat.

Phileas Fogg

Meine Herren, hier bin ich.

Prince of Wales

Mr. Fogg, ich gratuliere Ihnen.

Madame Teefix

Ich habe immer gewusst, wenn es einer schaffen kann, dann ein Engländer!

Mr. Darjeeling

Mr. Fogg, meine Hochachtung.

Passepartout

Alle haben gesagt: Das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst, und hat es einfach gemacht.

Phileas Fogg

Meine Herren, darf ich Ihnen die zukünftige Mrs. Fogg vorstellen? Ich lasse Champagner im Separée servieren! Folgen Sie mir!

(Alle Gentlemen gratulieren und gehen hinter Fogg und Aouda ab = Freeze.) Passepartout

Um Himmels willen! Ich hab meinen Gashahn ja noch immer nicht abgedreht! Ich muss los. (Freeze.)

(Der Reiseleiter bleibt als einzige Person »lebendig«, alle anderen bilden mit ihren Posen wieder ein Ölgemälde.) Reiseleiter

Nimm dir Zeit zum Denken, es ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit zum Lesen, dies ist die Grundlage des Wissens.

Nimm dir Zeit zum Träumen, dies ist der Weg zu den Sternen.

Nimm dir Zeit zum Lachen, das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.

Nimm dir Zeit für die Liebe, sie ist der wahre Reichtum des Lebens.

Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammen zu sein, das ist die Quelle des Glücks.

Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.

Deshalb nimm dir Zeit und genieße dein Leben.

Nimm dir Zeit zum Spielen, dies ist das Geheimnis der Jugend.

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Pirer …sehr sauber

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Land Steiermark Bildung und Gesellschaft • Land Steiermark Kultur Alfred Schachner Gedächtnisfonds • Holari • Marktgemeinde St. Lambrecht


T H E AT E RC A M P

DeR PETER

Lustige Geschichten und drollige Bilder nach Dr. Heinrich Hoffmann

PREMIERE 1

FR 03 AUG 2018 PREMIERE 2

FR 10 AUG 2018

Anmeldung + Info ab MO 13 NOV 2017 www.wandelbühne.at

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Wandelbühne · Dokumentation Theatercamp 2017  

Foto-Dokumentation »In 80 Tagen um die Welt« Wandelbühne Theatercamp 2017

Wandelbühne · Dokumentation Theatercamp 2017  

Foto-Dokumentation »In 80 Tagen um die Welt« Wandelbühne Theatercamp 2017

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