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T H E AT E RC A M P

Ein Märchen-Potpourri frei nach den Brüdern Grimm

D O K U M E N TAT I O N August 2016


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ie Wandelbühne lächelt übers ganze G’sicht, ist zum Feixen aufgelegt. Warum? Es war ein schöner Theatersommer mit einem erfolgreichen Camp und vier Vorstellungen – und schon demnächst reist man in 80 Tagen um die Welt. Vorbereitung 2016. Erstmals ist das St. Lambrechter Sommertheater nicht mehr Holari-gesteuerter „Kreativwildwuchs“, es ist eingebettet in den Verein Wandelbühne. Fleißiger Vorstand, umsichtiges Kuratorium, die Gründungsinitiative Holari im Hintergund als Logistikstütze, dies gemeinsam mit Institutionen wie der Marktgemeinde und dem Benediktinerstift St. Lambrecht. Und: Das Kreativteam wie bisher, aufgebaut um Lukas Wachernig und David Hobelleitner.

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Rückblickend, 3 Jahre. Ein Theatercamp wird ins Leben gerufen, Kinder melden sich an, St. Lambrecht zieht mit. Große Freude im ganzen Ort. Jahr 2, Theatercamp 2. Die Initiative wächst – kräftig! Jahr 3, damit Jahr 1 der Wandelbühne. Der neue Vorstand macht einen erstklassigen Job – erstmals sind über 100 Personen eifrig dabei, Akteure wie Helfer. Dazu mehr als 1400 Zuschauer, davon mehr als 100 VIPs. St. Lambrecht ist auf dem Weg zum zentralen (Sommer-) Theaterort der oberen Steiermark. Die Kultur und das liebe Geld. Selbst dann, wenn man die (wahrscheinlich intensivste) Jugend-Som-

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merbühne Österreichs entwickelt, muss einem die Kulturförderung nicht reflexhaft gewogen sein. Dafür gibt es in St. Lambrecht nicht allzu viel Verständnis, dennoch die nötige Geduld – empathische Menschen sind so. Geld also: Danke an unseren privaten Hauptsponsor Gall Pharma, von wo jährlich größere Beträge fließen, danke an die zahlreichen weiteren Firmen und Privatpersonen, die dieses Projekt unterstützen. Schließlich der Dank an die Kuratoriumsmiglieder, die sich auch um Sponsoring kümmern und damit dem Vorstand ein wenig Rückhalt geben – allen voran LAbg. Max Lercher. Nach vorne richtet sich der Blick. St. Lambrecht ist ein konzentrierter Kulturort. Seit 950 Jahren geprägt von den Benediktinern, gespickt mit zahlreichen Traditionsvereinen sowie mit zeitgenössischen Interessen. Hier, im Dreieck zwischen Graz, Klagenfurt und Salzburg, wächst etwas in den vergangen 25 Jahren, das wundersam duftende Blüten treibt. Jeunesse, LambeArt, Orgelsommer, Wandelbühne … Sie und wir werden diese Geschichte über St. Lambrecht erzählen und damit gemeinsam intensiv nach außen tragen. Schließlich gilt es noch einige Seiten reinzuschreiben in dieses Tagebuch der Kultur. Auf Wiedersehen im August 2017 – bei „In 80 Tagen um die Welt“!

PS. Den Vorstand der Wandelbühne geben Bürgermeister ORR Mag. Fritz Sperl, Gemeindekassier Mag. Gernot Hilberger und Gemeinderat Klaus Plöschberger. Im Kuratorium arbeiten LAbg. Manuela Khom, 2. Präsidentin des Steiermärkischen Landtages, LAbg. Max Lercher, Geschäftsführer der SPÖ Steiermark, Mag. Karin Moser, Pädagogin, Michael Schilhan, Geschäftsführender Intendant des Next Liberty Graz, Dietmar Seiler, PR-Berater, Mag. Eduard Steiner, Redakteur Die Presse, Ernst Wachernig, PR-Berater. SEITE

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LEadiNG TEAM LUKAS WACHERNIG REGIE + TEXT 2009 Matura am BORG Murau, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Erste Bühnenerfahrungen bei der Theaterrunde Murau unter Wolfgang Atzenhofer, Regieassistent bei Philipp und Nikolaus Harnoncourt im Zuge der Opernproduktion der Styriarte Graz. Durchführung verschiedener Workshops für Film und Theater mit Kindern und Jugendlichen. Seit Juli 2014 fest angestellter Regieassistent am Staatstheater am Gärtnerplatz in München, wo er sich im Juli 2017 mit seiner Inszenierung des Familienmusicals „Zirkus Furioso“ auch als Regisseur vorstellen wird.

DAVID HOBELLEITNER MUSIKALISCHE LEITUNG Er maturierte am Klagenfurter Musik- und Kunstgymnasium im Stift Viktring und besuchte die Klavierklasse von Elisabeth Väth-Schadler am Kärntner Landeskonservatorium. Seit 2008 studiert der Bariton Gesang bei Natela Nicoli am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium Graz sowie Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität. Hobelleitner ist Mitglied im Extrachor der Oper Graz sowie der Audi-Jugendchorakademie in Ingolstadt. Solist bei Konzerten in Graz (Robert-Stolz-Gala, JJF-Konservatorium, Minoritensaal, Kasematten) und Erfurt sowie in den Stiften Vorau und Sankt Lambrecht. Im Rahmen der Accademia Belcanto auf Burg Rabenstein besuchte er Meisterklassen bei Stefanie Kopinits, Eteri Lamoris und Angelika Kirchschlager.

WILLI FORWICK PANTOMIME + KÖRPERTRAINING Pantomime-Studium an der Folkwang-Hochschule in Essen, Abschluss 1981. Clown-Seminare bei Pierre Byland. Engagements als Pantomime und Schau-spieler unter anderem an der Oper Frankfurt, den Bayreuther Festspielen, der Styriarte und dem Steirischen Herbst et cetera. Seit 2008 im Ensemble der Büchner Bühne Riedstadt, dem Ensemble „9. November“ sowie in der The-aterrunde Murau tätig. Haupt- und Nebenrollen bei Dinnerkrimi-Tourneen in Deutschland. Darüber hinaus als Regisseur (u. A. „Das Hahnengiggerl“ in St. Lambrecht) und Seminarleiter („Körpersprache für jede Bühne“) tätig. Des weiteren Theaterlehrer an der Clownsschule in Hofheim bei Frankfurt für Stimme, Clowning und Commedia dell'arte.

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SUSANNE SEIMEL CHOREOGRAFIE Die Linzerin Susanne Seimel erhielt ihre Ausbildung an den Performing Arts Studios Wien. Zu ihren bisherigen Rollen zählen u. a. Columbia („The Rocky Horror Show“), Mistress („Evita“), die beiden Hauptrollen Linda und Angie in „Finix“ am Wiener Raimund-Theater, Soulgirl („Jesus Christ Superstar“) in Graz und Klagenfurt, Becky Thatcher („Tom Sawyer“) in Wien, Tumbili („Simba oder das Löwenland“) in Merzig, Anybodys („West Side Story“) und Ensemble („Dracula“) in Graz, Ensemble („Les Misérables“) und Zelda Zanders („Singin’ in the Rain“) am Stadttheater Klagenfurt, Sopran in Bernsteins „Mass“ in München und Mabel Washington („Fame“) an der Oper Graz. In den Niederlanden nahm sie an der Fernsehsendung „Op zoek naar Mary Poppins“ teil, war im Musical „Samen Sterk“ in Utrecht und in zahlreichen Galas zu sehen. Auf der CD des Musicals „The Elephant Man“ ist sie in der Rolle der Catherine zu hören. Am Theater St. Gallen spielte sie u. a. Erma in „Anything Goes“, am Gärtnerplatztheater debütierte sie im selben Stück als Trude Tugend. Darüber hinaus spielte sie hier Miss Phillips in „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“, Olga in „Cinderella“, Zelda Zanders in „Singin’ in the Rain“ und Petra in „Das Lächeln einer Sommernacht“.

DANIEL SOMMERGRUBER BÜHNE + KOSTÜME Studium der Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Von 2003-2011 regelmäßig bei den Sommerspielen Melk als Bühnenbildassistent und Bühnenbauer. 2009-2011 als Assistent von Erich Wonder am Burgtheater, 2012 Bühnenbild für „Ein ungleiches Paar“ bei den Berndorfer Sommerfestspielen, 2012 und 2015 Bühnenbildassistenz am Gärtnerplatztheater München für die Produktion „Das Dschungelbuch“ sowie „Cinderella“. 2015 Bühnenbildassistenz bei den Wiener Festwochen für die Oper „Herzog Blaubarts Burg/Geistervariationen“ – Inszenierung Andrea Breth. 2016 Bühnenbild für „Die Odyssee“ bei den Sommerspielen Melk. Darüber hinaus als bildender Künstler tätig.

IMPRESSUM. Untiam nihil ium verae cusam reptatem ut doluptam id quiatestrum faccumet lant offic tecepelitae nobit as ipsant lantect aspiet archite dolorempor re necupis volori il estrum asped moluptas eumqui bla dolore, sinvendi quis estrumquas nones apedi occatem apis sim adist quiam verovid quam, ut pe nonsequi aut utat arum simus prepra sim ilit aut doloriat entia ne nobit fuga. SEITE

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BesetZUNG Susanne Seimel als Jakob Grimm Paul Pirker als Bäumchen 1 Stéphanie Signer als Wilhelm Grimm Clemens Kainbacher als Bäumchen 2 Matteo Koletnik als Hänsel (Bild 1-21) Samuel Arlitzer als Bäumchen 3 Jonas Sperl als Hänsel (Bild 22-39) Laura Hobelleitner als Herr Tanner Lydia Sengeis als Gretel (Bild 1-21) Anna Fabian als Frau Birker Anna Koletnik als Gretel (Bild 22-39) Elena Wuitz als Herr Lercher Viktoria Gusterer als Stiefmutter Emma Denk als Frau Ahorn Fritz Sperl als Vater Charlotte Novy als Herr Linde Josef Koletnik jun. als Böse Hexe Clarissa Hohenauer als Schneewittchen (Bild 1-21) Anna-Lena Sturb als Schneeweißer Vogel Annika Moser als Schneewittchen (Bild 22-39) Carmen Pfandl als Specht Marie-Christine Romirer als Königin (Bild 1-21) Lukas Ressler als Fuchs Ines Koletnik als Königin (Bild 22-39) Anna Ressler als Bienenkönigin Leonie Wuitz als Krämerin Sara Gaupmann als Hirsch Andrea Sabin als Bäuerin Tibi Paulitsch als Bachstelze Sarah Schmelzer als Spiegel (Bild 1-21) Romina Allmer als Mäuschen Nicole Vrece als Spiegel (Bild 22-39) Hannah Trattner als Hund Jakob Trattner als Prinz Johanna Steiner als Ente Judith Sengeis als Frau Holle Sophie Novy als Froschkönig Maria Allmer als Oberzwerg Johann Sabin als Böser Wolf Julia Puganigg als Etepeteti Sophie Wallner als Rotkäppchen (Bild 1-21) Elina Moser als Mampfi Anna Schaumann als Rotkäppchen (Bild 22-39) Kathrin Wallner als Zungenbrecher 1 Susanne Sperl als Mutter Isabell Wallner als Zungenbrecher 2 David Deutschmann als Jäger (Bild 1-21) Brigitte Hilberger als Traumzwerglein Irina Sabin als Jäger (Bild 22-39) Manuela Sabin als Stinki Simon Gerhart als Förster (Bild 1-21) LEADING TEAM Fabian Spreitzer als Förster (Bild 22-39) Regie + Text: Lukas Wachernig Angelika Koletnik als Großmutter Komposition: Lukas Wachernig + Mälik Amelie Auer als Großmutter Baum Musikalische Betreuung: David Hobelleitner Marina Seidl als Großvater Baum Märchenwald-Band: David Hobelleitner + Mälik Julia Trattner als Großtante Baum Bühne + Kostüme: Daniel Sommergruber Alexander Rinner als Vater Baum Choreografie: Susanne Seimel Maximiliane Setznagel als Mutter Baum Pantomime: Willi Forwick Pia Pirker als Tante Baum Maske: Silke Kübler Regieassistenz: Cici Kempen

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Tex t BUCH Ein Märchen-Potpourri frei nach den Brüdern Grimm

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BiLD 1 WIRBELSTURM-MUSIK (Jakob Grimm sitzt an seinem Schreibtisch und ist dabei, ein weiteres Märchen zu vollenden. Plötzlich bläst der Wind die unzähligen beschriebenen Blätter vom Tisch und wirbelt sie durch die Gegend. Jakob Grimm versucht, alles wieder einzufangen, was ihm aber nicht gelingt, da der Sturm immer kräftiger wird. Mit der Zeit wirbeln auch alle Märchenfiguren, teilweise auch Bühnenelemente und Requisiten durch die Gegend. Als sich der Sturm legt, herrscht unfassbares Chaos. Alles ist durcheinander, Märchenfiguren unter Bäumen begraben, etc.)

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Jakob Grimm

Hoppla, das wollte ich aber nicht. Dieser verflixte Wirbelsturm. Hoffentlich kann ich alles wieder in Ordnung bringen, bevor…

Wilhelm Grimm

Einen wunderschönen guten Morgen, Bruderherz!

Jakob Grimm

…mein Bruder auftaucht. – Guten Morgen, Wilhelm! Ist heute nicht ein märchenhafter Tag?

Wilhelm Grimm

Was ist denn hier bitte vor sich gegangen?

Jakob Grimm

Wovon sprichst du genau? Ich verstehe nicht ganz.

Wilhelm Grimm

Was glaubst du wohl wovon ich spreche? Diesem Chaos hier!

Jakob Grimm

Ach so, dieses kleine Malheur. Ja, äh, das ist ganz einfach erklärt. Ich saß an meinem Schreibtisch und war gerade dabei, ein neues Märchen zu vollenden. Eine mitreißende Geschichte mit einem Prinzen und einer Prinzessin, die in einem hohen Turm eingesperrt ist und unendlich langes, goldenes Haar hat.

Wilhelm Grimm

Jakob, du sollst erklären, wie dieses Chaos hier entstand, alle anderen Geschichten interessieren mich momentan überhaupt nicht.

Jakob Grimm

Jedenfalls blies plötzlich ein zorniger Wind durch unsere gesamten Aufzeichnungen und hat – wie du ja siehst – unsere Märchen völlig durcheinander gebracht.

Wilhelm Grimm

Alle unsere wertvollen Geschichten sind durcheinander geraten?

Jakob Grimm

Ich befürchte. Es ist ja irgendwie auch nicht zu übersehen.

Wilhelm Grimm

Sehr komisch.

Jakob Grimm

Wie gedenkst du nun vorzugehen, Bruder?

Wilhelm Grimm

Wir müssen alle Schriftstücke wieder einsammeln und die Märchen wieder in Ordnung bringen.

Jakob Grimm

Sieh nur, hier habe ich schon einen Anhaltspunkt gefunden.

Wilhelm Grimm

Lies doch vor, was darauf steht!

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BiLD 2 Jakob Grimm

Es war einmal vor einem großen Walde, da wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Das Bübchen hieß

Hänsel Hänsel Jakob Grimm

und das Mädchen

Gretel Gretel.

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Wilhelm Grimm

Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das täglich Brot nicht mehr schaffen.

Gretel

Du, Hänsel?

Hänsel

Was hast du, Gretel?

Gretel

Ich habe Hunger.

Hänsel

Ich auch.

Gretel

Aber ich habe großen Hunger.

Hänsel

Und ich noch größeren.

Stiefmutter

So, mehr gibt’s heute nicht. Ansonsten haben wir für morgen nichts mehr.

Hänsel & Gretel

Wir haben aber so großen Hunger, liebe Stiefmutter!

Stiefmutter

Dann sagt das eurem Vater. Wenn er nicht mehr nach Hause bringt, kann ich euch auch nicht mehr geben. – Jetzt ist aber Schlafenszeit. Geht in euer Zimmerchen und schlaft. (Hänsel & Gretel ab.)

Jakob Grimm

Sieh her, Brüderchen. Hier habe ich einen weiteren Anfang eines Märchens entdeckt. Schön langsam löst sich die Unordnung ja auf.

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BiLD 3 Wilhelm Grimm

Wenn du meinst… Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand, und es nichts anderes mehr tragen wollte, hieß es nur noch…

Rotkäppchen

Na, Rotkäppchen natürlich!

Jäger

Den ganzen Tag hat es das Käppchen auf, sogar wenn sie mit mir spazieren geht.

Rotkäppchen

Der Jäger ist übrigens mein bester Freund und besucht mich oft.

Jäger

Und wenn wir im Wald spazieren gehen, dann zeige ich Rotkäppchen all die Tiere, die ich kenne. Und das sind viele!

TIERISCHES BALLETT

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Rotkäppchen

Vielen Dank, lieber Jäger, für diesen schönen Tag! Ich muss jetzt aber wieder zurück Nachhause zu meiner Mutter. Der Haushalt bereitet ihr viel Arbeit und ich möchte ihr dabei helfen.

Jäger

Du bist ein gutes Kind. Auf Wiedersehen!

Rotkäppchen

Auf Wiedersehen! (ab)

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BiLD 4

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Jäger

Siehst du, alles gesunde Bäume!

Förster

Warte ab. Du bist wieder dran!

Jäger

Und ich werde noch ein wenig Ausschau nach dem bösen Wolf halten.

Großmutter Baum

Ich bin hohl und morsch. Ich möchte sterben.

Förster

Warum nur, so frage ich mich, muss der Jäger Tiere jagen?

Förster

Du brauchst nicht mehr lange zu leiden. Gleich fälle ich dich.

Jäger

Ich jage nur böse Tiere und die kranken Tiere erschieße ich, damit sie nicht zu leiden haben.

Großvater Baum

Auch ich bin krank. Die Borkenkäfer legen in meine Rinde ihre Eier und werden bald die nächsten gesunden Bäume befallen.

Förster

Genau so mache ich es auch.

Förster

Ich werde dich erlösen.

Jäger

Das verstehe ich nicht.

Großtante Baum

Förster

Auch Bäume können krank werden. Bevor sie zu sehr leiden, fälle ich sie mit meiner Axt.

Meine Wurzeln finden keinen Halt mehr in dem Boden. Wenn man mich nicht fällt, werde ich eines Tages umfallen und vielleicht einen Menschen erschlagen.

Förster

Jäger

Aber wenn du die Hälfte der Grebenzen abholzt, dann finden meine Tiere kein Versteck mehr. Der böse Wolf hatte dort drüben so viel Nahrung, dass er niemals aus seinem Wald herausgekommen wäre, um Menschen zu gefährden. Seit Tagen verfolge ich seine Spur. Bis in diesen Bereich des Waldes kam er.

Gut, dein Wunsch ist mir Befehl! Wenn du mir hilfst, diese drei Bäume zu fällen, werde ich mit dir den Wolf jagen.

Förster

Auch hier wird er nicht lange bleiben.

Jäger

Willst du auch hier die Bäume fällen?

Förster

Einige sind so krank, dass sie von innen wie ausgehöhlt sind. Ich lege mein Ohr an ihren Stamm und sie erzählen mir ihr Leid.

Jäger

Du kannst Bäume sprechen hören?

Förster

Wenn du genau hinhörst, verstehst auch du sie.

Jäger

Das glaube ich nicht.

Förster

Willst du wetten?

Jäger

Wenn das wahr ist, dann helfe ich dir, die kranken Bäume zu fällen.

Förster

Und ich jage mit dir den bösen Wolf. Also, knie dich nieder und drück dein Ohr ganz fest an den Stamm des Baumes.

Mutter Baum

Du drückst mich ja tot! Ich bin ganz gesund! Haha, haha, das kitzelt!

Jäger

Tatsächlich, Bäume können sprechen. Er ist ganz gesund, hast du gehört! Er ist ganz gesund!

Förster

Das freut mich für den Baum.

Jäger

Jetzt bist du dran. Lass dir von diesem Baum sagen, was ihm fehlt.

Tante Baum

Auch ich bin kerngesund. Meine Säfte schießen durch Poren, dass das Harz aus meiner Rinde trieft.

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Jäger Abgemacht! HOLZHACKER-SONG Jäger

Nachdem die kranken Bäume jetzt gefällt sind, musst du mich bei der Suche nach dem bösen Wolf unterstützen.

Förster

Das habe ich dir ja versprochen – aber wohin sollen wir gehen?

Jäger

Ich glaube hier verläuft seine Fährte. Komm! (beide ab)

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BiLD 5 Mutter Baum

Kinder, ihr könnt wieder rauskommen, der Förster ist weg!

Bäumchen 1

Das wurde auch Zeit, ich habe es dort hinten im Versteck schon fast nicht mehr ausgehalten.

Mutter Baum

Aber wieso denn das?

Bäumchen 2

Weil sich dieser Tollpatsch mitten in eine Brennnesselkolonie gestellt hat!

Bäumchen 3

Er hat zwar erst ein paar Jahresringe, aber dafür sieht er schon so schlecht wie unsere Großeltern!

Vater Baum

Apropos Großeltern… Kinder, hört her. Ihr habt jetzt ein paar Großeltern weniger.

Mutter Baum

Seht, dort liegen sie aufgebettet. Der Förster hat sie gefällt, weil sie schon alt und schwach waren.

Bäumchen 2

Das kann ich gut verstehen. Sie haben sich ja auch schon länger so verhalten, als wären sie im Inneren etwas morsch.

Bäumchen 3

Was meint ihr, liebe Großeltern, wann uns dieses Schicksal widerfahren wird?

Großmutter Baum

Das weiß niemand, nur Mutter Natur.

Großvater Baum

Aber wenn ihr euch immer benehmt und anständig seid, werdet ihr ein langes Leben haben, macht euch deswegen keine Sorgen.

Bäumchen 1

Ich finde das alles nicht gerecht. Da bemühen wir Bäume uns so sehr, immer gute, saubere Luft zu produzieren für alle und dürfen als Dank dafür nur wie angewurzelt herumstehen und müssen uns schlussendlich fällen lassen.

Großtante Baum

So ist eben der Lauf der Dinge, mein Kind.

Bäumchen 1

Und überhaupt jucken mir meine Wurzeln von diesen bissigen Brennnesseln! (beginnt zu weinen)

Mutter Baum

Hör sofort damit auf, Bäumchen, sonst bringe ich dich zur Wurzelbehandlung!

Bäumchen 1

Alles, nur keine Wurzelbehandlung!

Vater Baum

Herr Tanner, guten Morgen!

Herr Tanner

Guten Morgen! Die Familie Pappel so früh schon unterwegs?

Mutter Baum

Ja, wir hatten heute bereits drei Fällungen.

Herr Tanner

Oh, das tut mir leid.

Frau Birker

Zu Hilfe! Zu Hilfe! (schreien)

Herr Lercher

Frau Birker, so bleiben Sie doch stehen!

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Sehen Sie uns mal an, Frau Birker, dann haben Sie tatsächlich einen Grund so herum zu brüllen.

Großtante Baum

Aber doch nicht wegen eines braunen Blattes.

Frau Birker

Es ist alles so schrecklich!

Jakob Grimm

Nun, ich möchte mir hier auch nicht länger ein Blatt vor den Mund nehmen und gern die Geschichte erzählen, wenn es der Wurzelgemeinde recht wäre, ja? Frau Birker hat die ersten Anzeichen des herannahenden Herbstes am eigenen Ast erfahren müssen. Und nach dem Herbst folgt ja bekanntlich der…

Die springt herum, wie vom Borkenkäfer gebissen.

Herr Linde

Vielleicht wurde sie ja tatsächlich vom Borkenkäfer gestochen?

Herr Lercher

Nein, das glaube ich nicht, sonst hätte sie nicht mehr diese Kraft herum zu schreien.

Frau Ahorn

Oder hat ein Bienenschwarm in ihrer Krone ein neues Haus gebaut?

Herr Linde

Bei dieser großen Krone ist das nur schwer zu beurteilen.

Großtante Baum

Jetzt ist aber genug mit der Kreischerei. (Frau Birker stolpert über die liegende Großtante)

Bäumchen 2

Frau Birker, was ist denn los mit Ihnen?

Wilhelm Grimm Winter!

Bäumchen 3

So aufgebracht kennen wir Sie ja gar nicht.

Jakob Grimm

Frau Birker

Ach Kinder, es ist alles so schrecklich!

Herr Tanner

Erzählen Sie doch endlich, was passiert ist!

Frau Birker

Heute Morgen, kurz nachdem ich aufgewacht bin, habe ich mir wie gewöhnlich meinen Baumbart zurecht gestutzt. Schließlich wusste ich, dass der Förster heute vorbei kommen wird und man will ja einen guten Eindruck hinterlassen.

Mutter Baum

Da stimme ich dir allerdings zu, Renate.

Frau Ahorn

Mache ich auch immer so.

Frau Birker

Aber was ich unter meinem Baumbart entdeckt habe, war schrecklich!

Herr Linde

Was haben Sie entdeckt, Frau Birker?

Herr Lercher

Hat sich Rumpelstilzchen, dieser Rüpel, wieder mal mit seinem Namen in einer Rinde verewigt?

Herr Tanner

Oh, dieser ungezogene Fratz!

Vater Baum

Wir müssen etwas gegen ihn unternehmen.

Hr. Lercher & Hr. Tanner Jawohl!

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Großvater Baum

Frau Ahorn

Frau Birker

Nein, halt! Rumpelstilzchen hat mit dem Ganzen nichts zu tun. Was ich unter meinem Baumbart entdeckt habe, war ein… war ein…

Bäumchen 2

Sagen Sie es doch endlich, Frau Birker.

Bäumchen 3

Oder sollen wir selbst nachsehen, was sich unter Ihrem Baumbart verbirgt?

Frau Birker

Kommt überhaupt nicht in Frage! – Was ich entdeckt habe war ein… war ein braunes Blatt. Ich komme in den Wechsel!

Großmutter Baum

Deshalb diese ganze Aufregung? Das ist ja lächerlich.

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(nach einer peinlichen Pause) Wilhelm, Winter wäre dein Stichwort gewesen. Es ist an der Zeit für das nächste Märchen. Irgendwie haben wir uns hier ein wenig verästelt.


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Wilhelm Grimm

Oh. Ach ja. – Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab.

Jakob Grimm

Frau Holle, Sie sind dran!

Frau Holle

Bin ja schon da, bin ja schon da!

Wilhelm Grimm

Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich:

Jakob Grimm

Hätte ich ein Kind so weiß wie Schnee, so rot wie Blut, und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen.

Wilhelm Grimm

Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz – und ward darum das Schneewittchen genannt. Und wie das Kind geboren war, starb die Königin. Über ein Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin. Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, dass sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel, wenn sie vor ihn trat und sich darin beschaute, sprach sie:

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.

Wilhelm Grimm

Da war sie zufrieden, denn sie wusste, dass der Spiegel die Wahrheit sagte.

Jakob Grimm

Schneewittchen aber wuchs heran, und wurde immer schöner. Und mit der Zeit war es so schön wie der klare Tag und schöner als die Königin selbst.

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.

Königin

Wie bitte? Du törichter Spiegel, was hast du soeben gesagt?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.

Königin

So habe ich recht gehört. Schneewittchen… Tausendmal schöner als ich? Du Lügner und Betrüger!

Spiegel

Ich bin der Wunderbare Spiegel, ich lüge und betrüge nie.

Wilhelm Grimm

Da erschrak die Königin und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Schneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum, so hasste sie das Mädchen. Und der Neid und Hochmut wuchsen wie ein Unkraut in ihrem Herzen immer höher, dass sie Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte.

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Spiegel

Frau Königin, verzagt nicht. Ich wüsste da eine Lösung.

Königin

Sprich, mein kostbarer Spiegel!

Spiegel

Schneewittchen ist nur die Schönste, so lange sie noch am Leben ist.

Königin

Du hast recht. – Lasst mir den Jäger bringen! Rasch! – Jawohl, ich bin die Königin und noch heute wird der Jäger Schneewittchen für mich ermorden. Und wenn ich den Spiegel morgen wieder frage: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Dann wird er mir antworten:

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.

Königin

Ruhe! Du sollst mir doch erst morgen antworten, wenn Schneewittchen nicht mehr ist!

Wilhelm Grimm

Doch bis es soweit war, musste sich die Königin noch gedulden.

BiLD 7 Jakob Grimm

Nicht weit vom Schloss entfernt, wartete auch Hänsels und Gretels Stiefmutter auf die Rückkehr des Vaters.

Vater

Guten Abend, liebe Frau.

Stiefmutter

Ah, da bist du ja endlich. Du kommst aber spät heute.

Vater

Ich bin müde, den ganzen Tag habe ich hart gearbeitet.

Stiefmutter

Wenn du hart gearbeitet hast, bringst du sicher auch einiges Geld nach Hause, damit ich davon wieder etwas zu essen kaufen kann.

Vater

Aber meinen Lohn habe ich doch schon vor vielen Tagen bekommen.

Stiefmutter

Ich arme Frau. Was ich alles ertragen muss.

Vater

Es wird sich schon wieder alles zum Guten wenden.

Stiefmutter

Zum Guten wenden? Bringst du mir denn morgen Geld?

Vater Nein.

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Stiefmutter

Oder übermorgen?

Vater

Vermutlich nicht.

Stiefmutter

Wann denn?

Vater

Ich weiß auch nicht, wann man mich wieder als Holzhacker benötigt. Schlechte Zeiten. Das Geld ist knapp überall.

Stiefmutter

Wie bin ich bestraft mit einem Mann wie dir!

Gretel

Oh unser armer Vater, wie tut er mir leid!

Hänsel

Mir auch. Was kann er denn dafür, dass er keine Arbeit kriegt?

Vater

Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?

Stiefmutter

Weißt du was, Mann, wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus und wir sind sie los.

Gretel

Hänsel, das dürfen sie nicht machen!

Hänsel

Still, Gretel!

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Vater

Nein, das tue ich nicht. Wie sollte ich es übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen. Die wilden Tiere würden bald kommen und sie zerreißen.

Stiefmutter

O du Narr, dann müssen wir alle viere Hungers sterben, du kannst nur noch die Bretter für die Särge hobeln.

Jakob Grimm

Wenn Rotkäppchen zuhause ist, unterstützt sie die Mutter tatkräftig bei der Hausarbeit.

Vater

Gibt es nicht vielleicht einen anderen Ausweg aus unserer Not?

Mutter

Rotkäppchen, bitte hilf mir doch einen Kuchen für die kranke Großmutter zu backen.

Stiefmutter

Weißt du vielleicht einen? – Eben. Leg dich jetzt hin, die Nacht ist bald herum.

Rotkäppchen

Sehr gern, liebe Mutter.

Vater

Aber die armen Kinder…

BACKE, BACKE KUCHEN

Wilhelm Grimm

Die Geschwister hatten vor Hunger nicht einschlafen können und mitgehört, was die Stiefmutter zum Vater gesagt hatte. Gretel weinte bittere Tränen und sprach zu Hänsel.

Mutter

Schon ist dieser herrlich duftende Gugelhupf fertig, und bis er bei der Großmutter ankommt, wird er ausgekühlt sein.

Gretel

Nun ist es um uns geschehen.

Rotkäppchen

Hänsel

Gräme dich nicht, ich will uns schon helfen.

Und in den Korb legen wir auch noch eine Flasche Wein und einen Laib Brot, dann wird es ihr schon bald wieder besser gehen!

Jakob Grimm

Und als die Alten eingeschlafen waren, stand er auf und schlich sichhinaus. Da schien der Mond ganz helle und die weißen Kieselsteine, die vor dem Haus lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hänsel sammelte so viele davon, wie nur in sein Rocktäschlein hinein wollten.

Mutter

Nun hör zu, Rotkäppchen. Bring diesen Korb der Großmutter hinaus, sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Geh immer hübsch sittsam und lauf nicht vom Weg ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas und die Großmutter hat nichts davon. Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiss nicht „Guten Morgen“ zu sagen und guck nicht erst in alle Ecken herum.

Rotkäppchen

Ich will schon alles gut machen.

Wilhelm Grimm

Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, viele Stunden vom Dorf entfernt.

Jakob Grimm

Aus diesem Wald kam nun endlich auch der Jäger zurück, der sich eigentlich mit dem Förster auf die Jagd nach dem bösen Wolf begeben wollte. Die Königin hielt ihn aber von seinem Vorhaben ab.

KIESELSTEIN-JINGLE Wilhelm Grimm

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BiLD 8

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Dann ging er wieder zurück und legte sich wieder in sein Bett. In einem benachbarten Häuschen ging es harmonischer zu. Niemand musste Not leiden oder sich davor fürchten, im Wald ausgesetzt zu werden.

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BiLD 9 Spiegel

Frau Königin, der Jäger meldet sich zu Diensten!

Königin

Das wurde aber auch Zeit.

Jäger

Gnade, Euer Hoheit, ich wurde – äh – vom Förster aufgehalten.

Königin

Der Förster, dieser Tunichtgut, den werde ich mir auch noch vornehmen müssen.

Spiegel

Frau Königin, hattet Ihr nicht einen Auftrag für den Jäger?

Königin

Natürlich. Jäger, ohne zu fragen weshalb und warum, hier dein Auftrag: Nimm Schneewittchen und bringe es hinaus in den dunklen Wald, ich will’s nicht mehr vor meinen Augen sehen. Du sollst es dort töten und mir Lunge und Leber zum Wahrzeichen mitbringen.

Jäger

Aber was kann Prinzessin Schneewittchen verbrochen haben, dass Ihr so Furchtbares von mir fordert? Das ist ein grausames Verlangen, sie ist doch so jung!

Königin

Willst du meinen Auftrag etwa verweigern? So werde ich dich bis an dein Lebensende in den Kerker sperren lassen.

Jäger

Gnade, Euer Hoheit, Gnade!

Spiegel

Das einzige, was deine Freiheit gewährt, Jäger, ist den Auftrag auszuführen.

Königin

Ich kann selbst für mich sprechen, Spiegel.

Jäger

Demnach wird mir nichts anderes übrig bleiben, als diese grässliche Tat zu vollbringen.

Jakob Grimm

Der Jäger gehorchte und führte Schneewittchen hinaus in den dunklen, tiefen Wald. Und genau dort hin sollten sich am nächsten Morgen auch Hänsel und Gretel aufmachen.

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Wilhelm Grimm

Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam schon die Stiefmutter und weckte die beiden Kinder.

Stiefmutter

Steht auf, ihr Faulenzer! Wir wollen in den Wald gehen und Holz holen. Da habt ihr noch ein Stück Brot für den Mittag, aber esst es nicht vorher auf, weiter kriegt ihr nichts. Lasst uns gehen. Hopp auf!

Hänsel

Gib das in deine Schürze, Gretel, weil meine Taschen schon voll sind.

Vater

Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück, hab Acht und vergiss deine Beine nicht.

Hänsel

Ach Vater, ich sehe nach meinem weißen Kätzchen. Das sitzt dort drüben.

Stiefmutter

Du Narr, das ist dein Kätzchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint. Mach, dass du weiter kommst.

Jakob Grimm

Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer einen von den blanken Kieselsteinen aus seiner Tasche auf den Weg geworfen. Als sie schließlich mitten in den Wald gekommen waren, sprach der Vater:

Vater

Nun sammelt Holz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert.

Wilhelm Grimm

Hänsel und Gretel trugen Reisig zusammen und es ward angezündet. Als die Flamme recht hoch brannte, sagte die Stiefmutter:

Stiefmutter

Nun legt euch ans Feuer, Kinder, und ruht euch aus. Wir gehen in den Wald und hauen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir wieder und holen euch ab.

Hänsel

Ach Gretel, warum weinst du? Unser Vater ist ganz in der Nähe. Hörst du die Schläge seiner Holzaxt nicht?

Wilhelm Grimm

Und als sie so lange gesessen hatten, fielen ihnen die Augen zu vor Müdigkeit und sie schliefen fest ein.

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Wer weint denn hier so bitterlich?

Hund

Großartig, mit eurer Streiterei habt ihr die Kinder aufgeweckt.

Fuchs

Nein, die beiden schlafen noch, als wäre nichts geschehen.

Bachstelze

Das Weinen flattert von weiter drüben her.

Mäuschen

Oh, seht nur! Die Bienenkönigin ist ganz traurig.

Ente

Frau Königin, was ist Ihnen denn widerfahren?

Bienenkönigin

Mein ganzes Leben ist ein Graussss.

Schneeweißer Vogel

Aber warum denn?

Specht

D D D Der Wald ist doch so schön und hat s s s so viele, saftige Pf Pf Pf Pflanzen…

Jakob Grimm

Wie es ruhig wurde und das Feuer allmählich erlosch, trauten sich die Tiere des Waldes, den armen Kindern näher zu kommen.

Hund

Wuff, diese bemitleidenswerten Geschöpfe.

Fuchs

Ganz alleine sind sie im Wald.

Hirsch

Röhr, wieso meint ihr, sie seien alleine? Ihre Eltern sind doch dort hinten und hacken Holz, könnt ihr die Schläge der Holzaxt nicht hören?

Mäuschen

Pieps, pieps, ich glaube nicht, pieps, dass diese Geräusche von einer Holzaxt kommen.

Bienenkönigin

Dassss ist es nicht, der Wald kann nichtssss dafür.

Bachstelze

Flatter, flatter, nein, das tun sie in der Tat nicht. Der Specht ist fleißig an der Arbeit.

Fuchs

Was ist es denn?

Ente

So ein Schnatter, die böse Stiefmutter ist daran Schuld, dass die Kinder nicht mehr nachhause finden werden. Schnatter, schnatter.

Hirsch

Kommen Sie doch her zu uns, wir wollen Ihnen zuröhren.

Froschkönig

Das glaube ich – Quak – nicht. Hänsel war so gescheit und hat Kieselsteine auf den Boden geworfen, um den Weg zurück nachhause zu finden.

Bienenkönigin

Heute Morgen habe ich Menschen dabei beobachtet, wie ssssie im Wald Pilze und Beeren gessssammelt haben.

Hund

Wuff, na dann wird sich wohl alles zum Guten wenden.

Bachstelze

Was soll daran denn bitte so schrecklich sein?

Fuchs

Ja, das ist zu hoffen.

Mäuschen

Lass die Königin doch erst aussprechen, bevor du dich beklagst. Pieps.

Specht

G g g g guten Tag, F F F Freunde!

Bienenkönigin

Ssssie haben sich über mich unterhalten – alsssso über das Volk der Bienen. Und ssssie meinten, dassss es nicht mehr lang dauern werde, bissss die Bienen ausgestorben sind!

Mäuschen

Schämst du dich nicht, Specht? Du bist an allem Schuld!

Hund

Wuff! Das ist furchtbar! Das dürfen wir nicht zulassen!

Specht

Wo wo wo woran soll ich Sch Sch Sch Schuld sein?

Froschkönig

Aber was können wir dagegen unternehmen?

Bachstelze

Dass die beiden Kinder glauben, ihre Eltern seien noch im Wald und werden bald mit ihnen gemeinsam nachhause flattern.

Ente

Wir müssen den Menschen beibringen, sorgsamer mit ihrer Umwelt umzuschnattern.

Ente

Aber die Eltern sind schon heim geschnattert und wegen deinem Gehämmere denken Hänsel und Gretel, ihre Eltern seien noch in deren Nähe.

Fuchs

Aber wie wollen wir das bewerkstelligen? Die hören niemals auf uns.

Hirsch

Specht

D D D Das war aber keine A A A Absicht von mir.

Röhr! Ich hab eine Idee. Jedes Mal, wenn wir jemand durch unseren Wald wandern sehen und beobachten, wie rücksichtslos Müll entsorgt oder unschuldige Pflanzen geköpft werden, jagen wir diese Menschen!

Froschkönig

So ein Quak! Du bist doch immer nur auf Radau aus.

Bachstelze

Das ist ein fantastischer Einfall. Vielleicht kommen sie dadurch wieder zur Besinnung.

Specht

L L L Lügner.

Mäuschen

Der Wald ist unser Lebensraum und keine Müllhalde, genau!

Hirsch

Röhr! Beruhigt euch auf der Stelle, oder wollt ihr die Kinder erschrecken?

Hund

Specht

E E E Entschuldigung.

Wuff! Und ich habe es satt, mein Gackerl andauernd in ein Sackerl machen zu müssen. Sollen sie das doch selbst mal versuchen und merken, wie erniedrigend so etwas ist.

Froschkönig

Verzeihung. Es ist einfach so aus mir herausgequakt.

Froschkönig

Ruhig, Kameraden. Quak! Habt ihr das auch gehört?

Specht

D D D Da kommt der b b b böse Wolf!

Alle Tiere

(durcheinander) Schnell fort! Quak! Wuff! Röhr! Schnatter! Pieps! Flatter!

(Im Hintergrund hört man jemanden weinen – es ist die Bienenkönigin.)

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Schneeweißer Vogel

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Wilhelm Grimm

Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Rotkäppchen aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war und fürchtete sich nicht vor ihm.

Wolf

Guten Tag, junges Fräulein.

Rotkäppchen

Wer sind denn Sie?

Wolf

Mein Name ist Wolf, sieht man das denn nicht?

Rotkäppchen

Ich wünsche Ihnen auch einen guten Tag, Herr Wolf.

Wolf

Wo hinaus so früh, Rotkäppchen?

Rotkäppchen

Zu meiner Groß… – Woher kennen Sie meinen Namen?

Wolf

Und was trägst du hier in deinem Korb, bezauberndes Kind?

Jakob Grimm

Das naive Mädchen verfiel dem Charme des Wolfs natürlich sofort.

Rotkäppchen

Kuchen, Brot und Wein. Daran soll sich die kranke, schwache Großmutter laben und wieder zu Kräften kommen.

Wolf

Das ist aber ein gutes Kind, das sich so um seine Großmutter kümmert. Rotkäppchen, wo wohnt deine Großmutter eigentlich?

Rotkäppchen

Noch eine gute Stunde weiter im Wald, unter den drei großen Bäumen, da steht ihr Haus, unten sind die Nusshecken, das werden Sie ja wissen.

Wolf

Rotkäppchen, sieh einmal die schönen Blumen, die rings umher stehen, warum schaust du dich nicht um? Wie würde sich die Großmutter freuen, wenn du ihr ein Sträußchen mitbringst.

Rotkäppchen

Ja, das ist wahr. Aber die Mutter hat gesagt, ich soll nicht vom Weg abgehen.

Wolf

Ach, was. Wenn deine Mutter diese schönen Blumen sehen könnte, würde sie selbst vom Weg abgehen und sie pflücken.

Rotkäppchen

Nun gut, dann will ich diese bunten Blumen pflücken.

Wilhelm Grimm

Der Wolf dachte für sich:

Wolf

Das junge zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die alte Großmutter. Du musst es listig anfangen, Wolf, dann kannst du beide fressen.

Rotkäppchen

Das sind genügend Blumen, ich will nun weiter gehen.

Wolf

Ich werde dich noch ein Stückchen begleiten.

Wilhelm Grimm

Dem Rotkäppchen wurde es aber allmählich zu unheimlich, neben dem Wolf her zu gehen.

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Rotkäppchen

Mir wäre es lieber, wenn ich den Rest des Weges alleine zurücklege, Herr Wolf.

Wolf

Aber wieso denn? Wir verstehen uns doch vorzüglich.

Rotkäppchen

Ich möchte jetzt lieber allein sein.

Jäger

Schneewittchen, hier machen wir Rast.

Jakob Grimm

Der Wolf wollte sie am Arm packen, doch das Rotkäppchen konnte so schnell laufen, dass es sich vor dem Wolf in Sicherheit bringen konnte. Was sie jedoch nicht bemerkte, war, dass ihr während der Flucht der Laib Brot aus dem Korb fiel.

Schneewittchen

Wieso sind wir eigentlich so weit in den Wald hinein gegangen? Ohne dich würde ich nie mehr heraus finden, lieber Jäger. Und sieh nur, da liegt ein ganzer Laib Brot, sollen wir ihn uns teilen? Ich habe Hunger von der langen Wanderung.

Wilhelm Grimm

Etwas später hielt sie im Wald inne, denn sie machte eine sonderbare Entdeckung.

Jäger

Rotkäppchen

Seltsam, hier liegen Kieselsteine so aufgereiht, als wollte jemand einen Weg damit markieren… Na ja, ich will sie mitnehmen, um mich zur Wehr setzen zu können, sollte der Wolf mich wieder bedrohen. Jetzt aber geschwind zur Großmutter!

Iss besser nichts, was du hier im tiefen Wald am Boden findest, es könnte vergiftet sein.

Schneewittchen

Da hast du recht, ich werde ihn wieder zurücklegen.

Wilhelm Grimm

So setzte das Rotkäppchen seinen Weg fort, während der Jäger und Schneewittchen bereits an ihrem Ziel angekommen waren.

Jäger

Hör zu, Schneewittchen: Die Königin hat mir befohlen, dich zu töten.

Schneewittchen

Wie bitte? Mich töten?

Jäger

Ja. Hier, wo der Wald am tiefsten ist. Und zum Wahrzeichen soll ich ihr deine Lunge und deine Leber bringen.

Schneewittchen

Aber so grausam kannst du doch nicht zu mir sein!

Jäger

Die Königin ist so grausam, nicht ich. Nur weil du schöner bist als sie, sollst du sterben. Aber ich werde ein wildes Tier töten und dessen Eingeweide der Königin bringen. Dann wird sie meinen, du bist tot.

Schneewittchen

Ich danke dir, lieber Jäger!

Jäger

Und nun lauf, Schneewittchen, und fürchte dich nicht.

Schneewittchen

Mach dir keine Sorgen. – (Vogelgezwitscher) Hörst du, ich bin hier ja nicht allein!

Wilhelm Grimm

Der Jäger erblickte am Nachhauseweg einen jungen Frischling, stach ihn ab, nahm Lunge und Leber heraus und brachte sie als Wahrzeichen der Königin mit. Der Koch musste sie in Salz kochen und das boshafte Weib aß sie auf und meinte, sie hätte Schneewittchens Lunge und Leber gegessen.

Jakob Grimm

Nun war das arme Kind in dem großen Wald mutterselig allein und ihm ward so Angst, dass es zu laufen begann. Es lief und lief über spitze Steine und durch die Dornen. Bald wurde es müde, fiel zu Boden und schlief ein.

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Bachstelze

Flatter, flatter, flatter. Irgendwie habe ich das Gefühl, in dem Wald sei die Schlafkrankheit ausgebrochen. Überall liegen diese schnarchenden Kinder in der Gegend herum.

Mäuschen

Das arme Ding, pieps, hat sich bestimmt verirrt im dunklen Wald.

Hund

Wuff! Riecht ihr das? Sie war in der Nähe des Jägers. Diesen Geruch würde ich überall erkennen.

Ente

Ich glaub ich schnatter nicht richtig, lasst uns von hier verschwinden!

Froschkönig

Die quakt bestimmt mit dem Jäger unter einer Decke.

Specht

O O O Oh wie schrecklich!

Bienenkönigin

Wir werden alle ssssterben! Ich hab essss ja gesagt.

Fuchs

Schnell, Kollegen, lasst sie uns tot beißen, dann kann sie uns kein Leid mehr zufügen.

Hirsch

Röhr! Ich will auf ihr herumtrampeln, bis sie nicht mehr atmet.

Herr Linde

Hört sofort auf damit, ihr schlimmen Tiere.

Frau Ahorn

Hat dieses unschuldige Geschöpf euch jemals bedroht?

Herr Lercher

Ein unverschämtes Pack. Wo sind denn eure Manieren geblieben?

Großmutter Baum

Zuerst darüber predigen, die Welt verbessern zu wollen.

Großvater Baum

Und dann so etwas.

Tante Baum

Ja, da habt ihr richtig gehört. Wir haben euch belauscht, als ihr mit der Bienenkönigin vorhin gesprochen habt.

Alle Tiere

Wir bitten um Verzeihung.

Bachstelze

Es tut mir leid. Da sind wohl meine Emotionen mit mir durchgeflattert.

Herr Tanner

Aber… Das ist doch Prinzessin Schneewittchen!

Vater Baum

Wie ist sie nur hierher gekommen, so weit entfernt vom Schloss?

Mutter Baum

Es muss etwas Fürchterliches vorgefallen sein.

Schneeweißer Vogel

Ich weiß ganz genau, was geschehen ist. Ich habe vorhin den Jäger und Schneewittchen beobachtet, als sie durch den Wald gezwitschert sind.

Tante Baum

Na erzähl schon!

Großvater + Großmutter Baum

Wir haben keine Zeit zu verlieren, wie du siehst.

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Schneeweißer Vogel

Die böse Königin kann es nicht ertragen, dass sie nicht die Schönste im ganzen Land ist.

Bienenkönigin

Denn Schneewittchen ist taussssendmal schöner als sssssie!

Schneeweißer Vogel

Und sie wusste sich keinen anderen Rat, als den Jäger rufen zu lassen.

Gretel

Hänsel, Hänsel wach auf!

Frau Ahorn

Dieser sollte das arme Mädchen in den Wald führen und dort töten?

Hänsel

Was ist?

Bäumchen 1 + 2 + 3

Woher wissen Sie das, Frau Ahorn?

Gretel

Es ist mitten in der Nacht, sieh doch, wie dunkel es ist. Ich fürchte mich.

Frau Ahorn

Der Wirbelsturm hat ein Blatt in meine Krone geweht, darauf stand dies geschrieben.

Hänsel

Ich fürchte mich überhaupt nicht, denn wir sind ja zu zweit.

Schneeweißer Vogel

Es ist genau so, wie Frau Ahorn es sagt. Der Jäger aber brachte es nicht übers Herz und ließ Schneewittchen laufen und gab ihr den Rat, nie wieder zum Schloss zurück zu kehren.

Gretel

Sag doch, Brüderlein, wie wollen wir hier aus diesem Wald heraus kommen?

Hänsel

Wart nur ein Weilchen, bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden. – Schau, schon ist der Mond da. – Und jetzt suchen wir die Kieselsteine! Sie werden uns den Weg leuchten.

Jakob Grimm

Was die Kinder nicht wussten, war, dass das Rotkäppchen alle Kieselsteine eingesammelt hat, um sich vor dem Wolf zu schützen.

Gretel

Ich sehe nirgends Kieselsteine, Hänsel.

Hänsel

Irgendjemand muss sie mitgenommen haben.

Gretel

Wie sollen wir nur jemals wieder nach Hause finden?

Hänsel

Vielleicht kann uns der bunte Specht ja behilflich sein?

Specht

Da da da das mach ich na na na natürlich gern. Meine Freu Freu Freu Freunde und i i i ich werden euch he he he helfen.

Specht

Wir mü mü mü müssen dem Mädchen helfen!

Alle Bäume

Aber wie?

Froschkönig

Quak! Ich habe die Lösung. Habt ihr schon von den sieben Zwergen gehört?

Mäuschen

Die wohnen hinter den sieben Bergen!

Hund

Wuff! Dorthin wollen wir Schneewittchen bringen.

Herr Lercher

Ja, dort wird sie in Sicherheit vor der bösen Königin sein.

Bäumchen 1

Du, Mama, ich hab solche Kopfschmerzen.

Mutter Baum

Hast du mit deinen Geschwistern wieder gestritten?

Bäumchen 1

Nein, ehrlich! Ich habe keine Schuld daran.

HEIMATLIED MIT TIEREN + BÄUMEN

Vater Baum

Wer soll dann der Schuldige sein?

Wilhelm Grimm

Bäumchen 1

Der Specht. Er hat die ganze Zeit in meinem Stamm herum gehämmert.

Und da die Geschwister nun nicht mehr verloren waren, liefen sie schnurstracks nach Hause zu ihrem Vater und der Stiefmutter.

Specht

Äh Äh Äh Äh…

Vater

Wer ist denn da?

Vater Baum

Herr Specht, wir sprechen uns noch. Aber zuerst müssen wir Schneewittchen helfen.

Hänsel & Gretel

Wir sind es, Vater. Deine Gretel und dein Hänsel!

Vater

Da seid ihr ja, was hab ich mir für Sorgen um euch gemacht.

Stiefmutter

Ihr bösen Kinder, was habt ihr so lang im Walde geschlafen, wir haben geglaubt, ihr wolltet gar nicht wieder kommen.

Vater

Freu dich doch mit mir, Frau, dass die Kinder wieder da sind.

SIEBEN BERGE-SONG

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BiLD 16 Wilhelm Grimm

Die beiden Geschwister haben wieder nach Hause gefunden. Unterdessen irrte Rotkäppchen noch durch den Wald und suchte das Haus der Großmutter, doch der böse Wolf ist bereits fündig geworden.

Wolf

Da ist ja das Häuschen der Großmutter. Dieses Rotkäppchen hat mir tatsächlich den richtigen Weg hierhin verraten. Ich will an die Türe klopfen.

Großmutter

Wer ist draußen?

Wolf

Rotkäppchen ist’s! Ich bringe Kuchen und Wein! Mach auf!

Großmutter

Drück nur auf die Klinke, ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen. Das ist aber eine große Freude, dass du mich besuchen kommst, liebes Rotkäppchen! Bist du auch unbeschadet hier angekommen? Ich habe vom Jäger erzählt bekommen, dass sich der böse Wolf herumtreiben soll…

Jakob Grimm

Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf und er ging, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der Großmutter.

ICH HAB DICH ZUM FRESSEN GERN Wilhelm Grimm

Als der Wolf die Großmutter verschluckt hatte, tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und zog die Vorhänge vor.

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BiLD 17 Förster

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Wo der Jäger bloß wieder steckt? Der ist mir vielleicht ein Kamerad. Zuerst hält er mich bei meiner Arbeit auf, dann bin ich noch so dumm und willige ein, ihm bei der Suche nach dem bösen Wolf zu helfen und dann ist er selbst nicht einmal hier, um nach dem Tier Ausschau zu halten. Wenn der mir das nächste Mal vor die Augen kommt, dann kann er…

Jäger

Ah, Förster, hier hast du dich versteckt.

Förster

Ich habe mich nicht versteckt, sondern bin lediglich da sitzen geblieben, wo du mich zurückgelassen hast, weil die Königin nach dir rufen ließ. Wo warst du die letzten Stunden?

BiLD 18 Schneewittchen

Nanu, wie bin ich denn hierher gekommen? Oh, was seh’ ich, dort brennt ein Licht, mitten im tiefen Wald. Wie seltsam.

Wilhelm Grimm

Schneewittchen sah ein kleines Häuschen und ging hinein sich zu ruhen.

Schneewittchen

Wie ist hier alles klein in diesem Häuschen. Es ist so zierlich, dass es nicht zu glauben ist.

Jakob Grimm

In dem Zimmer stand ein weiß gedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, jedes Tellerlein mit seinem Löffelein, ferner sieben Messerlein und Gäblein.

Schneewittchen

Und sieben Becherlein! Ich muss mich ein wenig hinsetzen. Was bin ich hungrig und durstig! Nur einmal kosten möchte ich. Und einen Schluck Wasser. Oh, das ist ja etwas viel Besseres als Wasser! Und was gibt’s hier Gutes? Pilze und Gemüse – wie das herrlich schmeckt. Jetzt knurrt mein Magen erst richtig.

Jäger

Ach, es ist grauenhaft. Die Königin befahl mir, das Schneewittchen in den dunklen Wald zu führen und dort zu ermorden.

Förster

Um Himmels Willen! Du hast – ?

Wilhelm Grimm

Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen.

Jäger

Nein, natürlich nicht. Ich habe ihr gesagt, sie solle laufen, so weit wie ihre Füße sie tragen und nie wieder zurückkehren. Als gefälschten Beweis brachte ich der Königin die Lunge und Leber eines Frischlings, den ich am Weg zurück ins Schloss erlegt habe.

Schneewittchen

Wenn ich von jedem Tellerlein zwei Löffelein esse, so bleibt auf allen genügend übrig. Ja, so mach ich es!

Förster

Die böse Königin also. Ich habe ja noch nie verstanden, warum immer die Bösewichte in Märchen diese vielen bösen Dinge veranstalten müssen.

Jakob Grimm

Jäger

Lass uns weiter nach dem Wolf suchen, damit nicht noch mehr Unheil geschieht.

So aß Schneewittchen von jedem Tellerlein ein wenig, trank aus jedem Becherlein einen Tropfen Wein. Hernach, weil es noch immer so müde war, legte es sich in ein Bettchen, aber keins passte. Das eine war zu lang, das andere zu kurz, bis endlich das siebente recht war. Und daran blieb es liegen, befahl sich Gott und schlief ein.

Wilhelm Grimm

Mit einem vollen Bäuchlein in warmen Bettchen wären auch Hänsel und Gretel gerne gelegen. Wie konnten sie ihrem Schicksal bloß entkommen?

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BiLD 19 Jakob Grimm

Die Not der Familie wurde an allen Ecken immer größer und die Kinder hörten, wie die Mutter nachts im Bette zu dem Vater sprach:

Stiefmutter

Es wird und wird nicht besser, lieber Mann. Alles ist wieder aufgezehrt, wir haben noch einen halben Laib Brot, danach hat das Lied ein Ende.

Vater

Aber ich bin nicht Schuld dran, dass wir so bittere Not leiden.

Stiefmutter

Wer denn sonst, du armseliger Holzhacker? Wir sind zu viert, aber du bist nicht mal fähig auch nur zwei von uns zu ernähren. Die Kinder müssen fort, wir wollen sie tiefer in den Wald hineinführen, damit sie den Weg nicht wieder heraus finden. Es ist sonst keine Rettung für uns.

Vater

Ich bringe es nicht übers Herz – meine armen Kinder!

Stiefmutter

Was jammerst du? Denk doch mal nach: Ist ihnen beim letzten Mal etwas geschehen? Nein. Was soll ihnen also morgen zustoßen. Irgendjemand wird die Kinder finden und für sie sorgen. Und jetzt schlaf, wir wollen in aller Frühe aufbrechen.

Wilhelm Grimm

Die Kinder aber waren noch wach und hatten das Gespräch wieder mit anhören müssen. Als die Alten schliefen, stand Hänsel abermals auf, wollte hinaus und Kieselsteine auflesen.

Hänsel

Sieh, Schwesterlein, ich habe einen Brotlaib gefunden und werfe die Krumen auf den Boden.

Gretel

Gut, dann finden wir auch den Weg wieder heim.

Wilhelm Grimm

Die Frau führte die Kinder noch tiefer in den Wald, wo sie ihr Lebtag noch nie gewesen waren. Da ward wieder ein großes Feuer angemacht und die Mutter sagte:

Stiefmutter

Bleibt nur da sitzen, Kinder. Wenn ihr müde seid, könnt ihr ein wenig schlafen. Wir gehen in den Wald und hauen Holz. Und abends, wenn wir fertig sind, kommen wir und holen euch ab. Die Zeit verging, doch niemand kam sie zu holen. Sie schliefen vor Müdigkeit ein.

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Hänsel

Ich hab keine Kieselsteine finden können, ich fürchte, die Stiefmutter hat sie alle versteckt.

Gretel

O Hänsel, nun ist es um uns geschehen.

Hänsel

Schlaf nur ruhig, Gretel, der liebe Gott wird uns schon helfen.

Wilhelm Grimm

Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam wieder die Stiefmutter und weckte die beiden Kinder.

Stiefmutter

Steht auf, ihr Faulenzer! Wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.

Hänsel

Was sehe ich? Ein herrenloser Brotlaib mitten im Wald? Wem der wohl gehört?

Vater

Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück, hab Acht und vergiss deine Beine nicht.

Hänsel

Ach Vater, ich sehe nach meinem weißen Kätzchen. Das sitzt dort drüben.

Stiefmutter

Du Narr, das ist dein Kätzchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint. Mach, dass du weiter kommst.

Jakob Grimm

Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer ein Bröcklein vom Brotlaib, den er eben gefunden hat, auf den Weg geworfen.

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BiLD 20

Etepeteti

Würdest du dich bitte einer etwas gewählteren Sprache bedienen, dies ist ja wohl kein Tischgebet?

Traumzwerglein

Wo ist hier ein Fischmagnet?

Etepeteti

Dann werde ich das Tischgebet sprechen: Oh, my Jesus! Allerliebstes Herrgottlein…

Zungenbrecher 1 + 2

Aber seht doch nur! Zu Hilfe!

Zungenbrecher 1

Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?

Zungenbrecher 2

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Alle Zwerge Mahlzeit!

Mampfi

Wer hat von meinem Brötchen genommen?

Etepeteti

Ich esse sicher nichts, was auf dem Boden gelegen hat. Igitt!

Stinki

Wer hat von meinem Gemüschen gegessen?

Oberzwerg

Genug gerastet, lasst uns weiter marschieren!

Etepeteti

Wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?

Oberzwerg

Wer hat mit meinem Messerchen geschnitten? Kameraden, es muss jemand in unserem Häuschen gewesen sein!

AUFTRITTSNUMMER ZWERGE Oberzwerg

Seht nur, Brüder! Da hat jemand Brotkrumen verloren!

Mampfi

Das ist ja praktisch, ich bin schon so hungrig, ein kleiner Imbiss am Nachhauseweg hat noch niemandem geschadet!

Zungenbrecher 1 + 2

Das stimmt! Mahlzeit!

(Fortsetzung „Auftrittsnummer Zwerge“ inklusive Zwergen-Rap.) Wilhelm Grimm

Als es ganz dunkel war, kamen die Herren von dem Häuslein, das waren die sieben Zwerge, zurück nach Hause.

Stinki

Na toll, schon wieder kein ruhiger Feierabend.

Oberzwerg

Habt ihr alle eure Hände gewaschen vor dem Abendessen?

Mampfi

Etepeteti

Vor dem Essen, nach dem Essen: Händewaschen nicht vergessen!

Ich würde vorschlagen, wir schauen nach, ob sich der Eindringling noch irgendwo versteckt.

Traumzwerglein

Welche Hände? – Ach so, meine. Ja, die habe ich gewaschen.

Traumzwerglein

Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?

Mampfi

Natürlich haben wir unsere Hände gewaschen. Wenn man jeden Tag, wie wir, in den Bergen nach Erz hackt und gräbt, dann wird man ja schmutzig.

Zungenbrecher 1 + 2

Kommt alle her, geschwind! Hier schläft ein wunderschönes Kind!

Zungenbrecher 1 + 2

Hast du dir schon deine Hände gewaschen? Also ich hab mir meine schon gewaschen. Deine sehen aber viel dreckiger aus als die meinen.

Alle Zwerge (außer Etepeteti)

So ein schönes Mädchen?

Etepeteti

Igitt, ein Mädchen. Lieber wäre mir ein schöner Prinz gewesen.

Oberzwerg

Ruhig, Zungenbrecher 1 und Zungenbrecher 2. Habt ihr vor lauter Reden nicht das Händewaschen vergessen?

Traumzwerglein

Sie sieht aus wie eine Prinzessin.

Zungenbrecher 1 + 2

Alles in Ordnung, Chef. Sieh nur wie blitzeblank unsere Hände strahlen!

Etepeteti

Ja, abgesehen von den Pickeln.

Mampfi

Himmlisch ist sie, zum Verlieben.

Stinki

Wo die wohl herkommt?

Oberzwerg Naja…

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Stinki

Händewaschen, jeden Tag Händewaschen, immer dasselbe. Ich esse doch mit Messer und Gabel und nicht mit den Händen.

Oberzwerg

Lasst uns anfangen, bitte setzt euch.

Etepeteti

Bitte nehmt auf euren Stühlchen Platz.

Oberzwerg

Stinki, du sprichst heute das Tischgebet.

Stinki

Schon wieder ich? Also gut… – Jetzt geht’s endlich los, ich glaub ich spinne…

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BiLD 21 Wilhelm Grimm

Lieber Jakob, auch wenn diese ganzen Märchen nach wie vor den Anschein machen, etwas durcheinander gewürfelt zu sein, muss ich zugeben, Gefallen daran zu finden.

Jakob Grimm

Tja, ich stamme eben von einer begabten Familie ab, im Gegensatz zu dir, Bruder.

Wilhelm Grimm

Wenn du meinst…

(Jakob findet ein weiteres Blatt, auf dem in großen Buchstaben „Pause“ steht.) Jakob Grimm

Sieh mal hier, diese Aufzeichnung ist mir ganz und gar neu. Hast du die verfasst?

Wilhelm Grimm

Zeig mal her. – Nein, das habe ich auch noch nie gesehen.

Jakob Grimm

Ich sag es dir ehrlich, mir qualmt der Kopf von diesem ganzen Durcheinander.

Wilhelm Grimm

Das geht mir genau so. Es ist wohl an der Zeit für eine

Jakob & Wilhelm Grimm Pause!

PAUSE

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BiLD 22 (Jakob Grimm singt den Zwergen-Song a Capella, bis das Publikum ruhig ist.) Wilhelm Grimm

Jakob, genug damit! Lass uns fortfahren, die Märchen zu ordnen.

Jakob Grimm

Zu Befehl, werter Bruder! Wo waren wir stehen geblieben? Stimmt, hier an dieser Stelle. – Der Prinz sprach voller Freude: Rapunzel, oh Rapunzel, lass dein Haar herunter!

(Aus dem Schlossturm wird ein langer Zopf herab gelassen.) Wilhelm Grimm

Da waren wir doch gar nicht stehen geblieben!? Die sieben Zwerge haben vorhin doch erst das schlafende Schneewittchen entdeckt.

Jakob Grimm

Stimmt, wir waren ja noch mit der anderen Prinzessin beschäftigt. – Rapunzel, oh Rapunzel, zieh dein Haar wieder hinauf!

(Der lange Zopf wird wieder hinauf gezogen.) Wilhelm Grimm

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Nun gut, zurück ins Häuschen der sieben Zwerge und zu Schneewittchen.

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BiLD 23

Zungenbrecher 2

Und alles ordentlich und reinlich halten?

Alle Zwerge

So kannst du bei uns bleiben, und es soll dir an nichts fehlen.

Oberzwerg

Da, sie bewegt sich! Gleich wird sie aufwachen!

Schneewittchen

Ja, von Herzen gern! Ich will bei euch bleiben und für euch sorgen.

Schneewittchen

Wo bin ich? Träume ich noch?

Oberzwerg

Stinki

Nein, du bist wach, schönes Kind.

Nur merke dir eines, Schneewittchen: Lass keinen Menschen in das Haus hinein, hörst du? Wenn deine Stiefmutter so ein böses Weib ist, dann wird sie dich bestimmt suchen und dir Böses antun.

Mampfi

Komm, setz dich zu uns und erzähle, wie du zu uns gefunden hast.

Stinki

Nun kommt, wir müssen wieder an die Arbeit.

Alle Zwerge

Ja, bitte erzähle!

Mampfi

Denk daran, lass niemanden ins Haus!

Schneewittchen

Ihr seid ja feine, kleine Männer. Wer seid ihr denn?

Etepeteti

Leb wohl mein Kind und gib auf dich Acht.

Etepeteti

Gestatte, dass ich uns vorstelle: Wir sind die sieben Zwerge und wohnen hinter den sieben Bergen und heißen:

Traumzwerglein

Bis heute Abend, Prinzessin!

Zungenbrecher 1 + 2

Pass gut auf dich auf.

Schneewittchen

Ich werde schon vorsichtig sein, macht euch keine Sorgen.

Oberzwerg Oberzwerg. Stinki Stinki. Mampfi Mampfi.

ZWERGEN-SONG (Song wird unterbrochen, wenn die Zwerge an Hänsel und Gretel vorbei kommen.)

Traumzwerglein Traumzwerglein.

Oberzwerg

Zungenbrecher 1 + 2

Zungenbrecher 1. – Zungenbrecher 2.

Etepeteti Pst!

Etepeteti

Und ich bin Etepeteti. Würdest du nunmehr die freundliche Güte besitzen, uns deinen Namen zu nennen?

Mampfi Pst!

Zungenbrecher 1 + 2

Ja, wer bist du? Wo kommst du her?

Schneewittchen

Also, das ist so, ich bin Prinzessin Schneewittchen.

Jakob Grimm

Da erzählte es ihnen, dass seine Stiefmutter es hätte wollen umbringen lassen, der Jäger hätte ihm aber das Leben geschenkt, und da wäre es gelaufen den ganzen Tag, bis es endlich ihr Häuslein gefunden hätte.

Wilhelm Grimm

Die Zwerge sprachen:

Oberzwerg

Willst du unseren Haushalt versehen?

Kameraden, Ruhe! Pst!

Stinki Pst! Zungenbrecher 1 + 2 Pst! Traumzwerglein Pst! Oberzwerg

Hier schlafen zwei Kinder, wir wollen sie nicht wecken. Lasst uns auf Zehenspitzen weiter marschieren.

(Song wird fortgesetzt. Pianissimo.)

Stinki Kochen? Mampfi Betten? Etepeteti Waschen? Traumzwerglein Nähen? Zungenbrecher 1 Stricken?

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BiLD 24 Gretel

Hänsel, hast du da auch jemanden singen hören? Ach, Hänsel, ich fürchte mich so!

Hänsel

Du brauchst keine Angst zu haben, liebe Schwester, wir suchen jetzt die Brotbröcklein, die ich ausgestreut habe, die zeigen uns den Weg nach Haus.

Gretel

Hänsel, ich sehe aber keine Bröcklein, die sind fort! Wie ist das zugegangen?

Hänsel

Ich weiß auch nicht.

Gretel

O Hänsel, nun ist’s um uns geschehen.

Hänsel

Komm, wir werden den Weg schon irgendwie finden. Ich glaube wir kamen von hier.

Wilhelm Grimm

So tief im Wald fanden sich auch die Tiere nicht mehr wirklich zurecht und konnten daher auch nicht helfen.

GRUSEL-SONG MIT BÄUMEN + TIEREN

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BiLD 25 Jakob Grimm

Auch, wenn Rotkäppchen das Brot verloren hatte, so wollte sie zumindest die Flasche Wein, den Kuchen und den Blumenstrauß der Großmutter bringen. Endlich fand sie das Häuschen, das von großen Bäumen umgeben war. Dort angekommen, wunderte sie sich:

Rotkäppchen

Wieso steht denn die Türe offen?

Wilhelm Grimm

Und wie es in die Stube trat, so kam es ihm so seltsam darin vor, dass es dachte:

Rotkäppchen

Ei, du mein Gott, wie ängstlich wird mir’s heute zumut, und bin sonst so gerne bei der Großmutter.

Jakob Grimm

Es rief:

Rotkäppchen

Guten Tag, liebe Großmutter!

Jakob Grimm

Bekam aber keine Antwort.

Wilhelm Grimm

Darauf ging es zum Bett und zog die Vorhänge zurück. Da lag die Großmutter, und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus.

Rotkäppchen

Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!

Wolf

Dass ich dich besser hören kann.

Rotkäppchen

Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!

Wolf

Dass ich ich besser sehen kann.

Rotkäppchen

Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!

Wolf

Dass ich dich besser packen kann.

Rotkäppchen

Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!

Wolf

Dass ich dich besser fressen kann!

Jakob Grimm

Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette.

ICH HAB DICH ZUM FRESSEN GERN Jakob Grimm

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Er verschlang auch das arme Rotkäppchen. Wie der Wolf seine Gelüste gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing an zu schnarchen. Und zwar so laut, dass man es weit hören konnte.

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BiLD 26 Königin

Welcher Unhold besitzt die Frechheit, so laut zu schnarchen und mich zu stören? Wird vermutlich der faule Jäger sein. Aber ich habe jetzt Wichtigeres zu tun.

Fuchs

Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber kommt euch diese Krämerin nicht irgendwie bekannt vor?

Wilhelm Grimm

Die Königin, nachdem sie Schneewittchens Lunge und Leber glaubte gegessen zu haben, dachte nicht anders als dass sie wieder die Erste und Allerschönste sei, trat vor ihren Spiegel und sprach:

Bienenkönigin

Ich weißßßß nicht, wassss du meinst.

Hirsch

Röhr! Jetzt wo du es sagst, fällt es mir auch auf. Irgendwo habe ich diese Person bereits gesehen.

Bachstelze

Das liegt daran, dass alle Krämerinnen auf der ganzen Welt exakt gleich aussehen.

Mäuschen

Nein, das ist nicht wahr. Diese Krämerin hat etwas Seltsames an sich.

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Aber Schneewittchen über den Bergen bei den sieben Zwergen ist noch tausendmal schöner als ihr.

Königin

Was sagst du da? Schneewittchen lebt also noch? Der Jäger hat mich betrogen!

Hund

Wuff! Der Geruch… den kenne ich. Und diesmal meine ich nicht den Jäger.

Jakob Grimm

Die Königin überlegte und überlegte, wie sie Schneewittchen umbringen wollte, denn so lange sie nicht die Schönste war im ganzen Land, ließ ihr der Neid keine Ruhe.

Ente

Wäre auch komisch, wenn sich der Jäger als Krämerin verkleiden würde.

Königin

Spiegel, du sollst mich in eine Krämerin verwandeln. Ich will dem Kind einen vergifteten Kamm verkaufen, an dem sie ihre Freude haben wird.

Froschkönig

Hört mal auf zu quaken. Ich glaube, da braucht wieder jemand unsere Hilfe.

Bachstelze

Ich kann mich nicht daran erinnern, beim Samariterbund eingetreten zu sein.

Spiegel

Ihr Wunsch sei mir Befehl.

Fuchs

Dort drüben sind Hänsel und Gretel, und sie finden nicht aus dem dunklen Wald heraus.

Mäuschen

Lasst uns ihnen behilflich sein.

Hirsch

Röhr! Flieg voraus, schneeweißer Vogel und mache dich bemerkbar. Wir wollen die Kinder nicht alle auf einmal überrumpeln.

ZAUBER-MUSIK Krämerin

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Ausgezeichnet sehe ich aus. Schneewittchen, ich komme!

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BiLD 28 Jakob Grimm

Nun war’s schon der dritte Morgen, dass Hänsel und Gretel ihres Vaters Haus verlassen hatten. Sie gerieten immer tiefer in den Wald und wenn nicht bald Hilfe kam, so mussten sie verschmachten.

Wilhelm Grimm

Als es Mittag war, sahen sie ein schönes schneeweißes Vöglein auf einem Ast sitzen.

Gretel

Schau mal, Hänsel, so ein schönes schneeweißes Vöglein!

Wilhelm Grimm

Das sang so schön, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten.

ARIE SCHNEEWEISS Jakob Grimm

Und als es fertig war, schwang es seine Flügel und flog vor ihnen her, und sie gingen ihm nach, bis sie zu einem Häuschen gelangten.

Hänsel

Das ist ja ein seltsames Häuschen, Gretel. Es ist aus Brot gebaut und mit Kuchen gedeckt. Und die Fenster sind aus hellem Zucker gegossen!

Gretel

Da wollen wir uns dran machen und eine gesegnete Mahlzeit halten. Ich will ein Stück vom Dach essen, hilf mir mal.

Wilhelm Grimm

Was die beiden Geschwister freilich nicht wissen konnten, war, dass dieses sonderbare Häuschen der bösen, alten Hexe gehörte.

Jakob Grimm

Noch bevor Gretel ein Stück vom Dach probieren konnte, öffnete sich die Tür, die beiden erschraken und versteckten sich schnell hinter dem Häuschen.

Böse Hexe

Was habe ich gehört? Waren das die Stimmen von schmackhaften Kindern?

Schneeweißer Vogel

Zwitscher, Zwitscher! Nur ich bin hier draußen, Hexlein!

Böse Hexe

Hast du schon wieder niemanden zu meinem Häuschen gelockt? Schon viel zu lange kam keiner mehr hierher!

Schneeweißer Vogel

Zwitscher, das ist eben nicht so einfach, wie du dir das so vorzwitscherst.

Böse Hexe

Ach, geh mir aus den Augen mit deinem Gezwitschere. Husch! – Um alles, aber auch wirklich alles, muss man sich selbst kümmern.

Wilhelm Grimm

Die böse Hexe war verzweifelt, weil sie schon so lange keinen Besuch mehr bekommen hatte. So tief in den Wald trauten sich nur wenige Leute. Sie musste zu drastischeren Mitteln greifen.

Böse Hexe

(sucht im Häuschen) Wo habe ich’s denn nur hingelegt? – Ah, hier ist es ja!

(Die böse Hexe erscheint wieder mit einem „Refugees Welcome“-Neonschild und befestigt dieses an der Fassade des Häuschens.)

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Böse Hexe

So stark wie dieses Schild leuchtet, wird mein Häuschen von Weitem erkannt und viele Unschuldige zu mir locken! (lacht)

Jakob Grimm

So stand das aber nicht in unserer Märchensammlung!?

Böse Hexe

Papperlapapp! Andere Zeiten erfordern andere Maßnahmen. (Ab.)

Wilhelm Grimm

Nachdem die böse Hexe wieder verschwunden war, konnten Hänsel und Gretel sich wieder daran machen, vom Häuschen zu naschen.

Hänsel

Ich will das Fenster essen, das schmeckt bestimmt ganz süß!

Gretel

Und ich probiere ein Stück hiervon.

Jakob Grimm

Plötzlich rief eine Stimme aus der Stube.

Böse Hexe

Knusper, knusper, kneischen, wer knuspert an meinem Häuschen?

Jakob Grimm

Die Kinder antworteten.

Hänsel & Gretel

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!

Jakob Grimm

Und aßen weiter, ohne sich irre machen zu lassen.

Wilhelm Grimm

Da ging auf einmal die Türe auf, und die böse Hexe kam heraus geschlichen.

Böse Hexe

Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Seid ihr etwa diesem Schild gefolgt?

(Hänsel & Gretel nicken irritiert.) Böse Hexe

(zu Jakob Grimm) Ich habe dir ja gesagt, dass dieses Schild eine tolle Idee ist.

Jakob Grimm

Ist ja schon gut.

Böse Hexe

(wieder zu Kindern) Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid. Seht, ich habe auch gutes Essen aufgetragen, kommt nur herein! (Hänsel & Gretel ab.) Hahaha, die habe ich, die werden mir nicht mehr entwischen! (Ab.)

Wilhelm Grimm

Sie fasste beide an der Hand und führte sie ins Häuschen. Nach dem füllenden Essen wurden zwei schöne Bettlein weiß gedeckt und Hänsel und Gretel legten sich hinein und meinten, sie wären im Himmel.

Jakob Grimm

Die böse Hexe hatte sich aber nur so freundlich angestellt. Sie hatte das Brothäuslein bloß gebaut, um Kinder herbeizulocken. Wenn eins in ihre Gewalt kam, so machte sie es tot, kochte es und aß es!

Wilhelm Grimm

Aber die böse Hexe hatte blutrote Augen und konnte daher nicht weit sehen. Doch dafür hatte sie eine feine Witterung. Früh morgens, ehe die Kinder erwacht waren, stand sie schon auf, und als sie beide so lieblich ruhen sah, mit den roten, vollen Backen, so murmelte sie vor sich hin:

Böse Hexe

Das wird ein guter Bissen werden.

Jakob Grimm

Sie packte Hänsel mit ihrer dürren Hand.

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Böse Hexe

Hier hinter dieser kleinen Gittertüre will ich dich einsperren.

Hänsel

Zu Hilfe! Gretel, zu Hilfe!

Böse Hexe

Du kannst schreien so viel du willst, es wird dir nichts und niemand helfen. (zurück zur Hütte) Und nun zu dir, Gretel. Steh auf, du Faulenzerin! Trag Wasser und koch deinem Bruder etwas Gutes.

Gretel

Wieso sollte ich das denn tun? Ich kann doch noch gar nicht kochen, ich bin ja noch ein Kind.

Jakob Grimm

Wo sie recht hat, hat sie recht.

Böse Hexe

Ruhig, Grimm! (wieder zu Gretel) Dein Bruder sitzt draußen im Stall und soll fett werden. So richtig fett. Und wenn er fett ist, will ich ihn essen.

BiLD 29 Wilhelm Grimm

Nicht nur den beiden Geschwistern ging es an den Kragen. Auch Schneewittchen sollte der bösen Königin bald gegenüber stehen. In der Gestalt der Krämerin erreichte die Königin das Häuschen der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen und klopfte an die Türe.

DAS BISSCHEN HAUSHALT KANN SO SCHWER NICHT SEIN Krämerin

Gott zum Gruße, schönes Kind. So fröhlich bei der Arbeit, das ist recht. Ist es erlaubt, einzutreten? Schöne Bänder und Kämme biete ich feil.

Schneewittchen

Guten Morgen, Frau. Es ist mir leider verboten, Euch herein zu bitten.

Krämerin

Verboten ist es? Wirklich schade, wo ich doch so wundervolle Kämme anzubieten habe. Schaut nur her, sind die nicht schön?

Schneewittchen

Ja, wirklich sehr schön, aber hereinkommen dürft Ihr trotzdem nicht.

Krämerin

Wenn du mich nicht hereinbitten darfst, dann komm doch du zu mir heraus. Schau nur die schönen Sachen, die ich für dich habe.

Schneewittchen

Die gute alte Krämerin tut bestimmt keinem etwas. Ich will mir die Kämme einmal ansehen.

Krämerin

Welch weiches Haar du hast, mein Kind. Schau nur, dieser wunderschöne Kamm würde dich prächtig schmücken.

Schneewittchen

Wunderschön ist der. Glaubt Ihr, dass er mir wirklich passt?

Krämerin

Das werden wir gleich sehen. Komm her, ich will ihn dir in die Haare stecken.

Schneewittchen Au! Jakob Grimm

Kaum hatte die Königin den Kamm in die Haare gesteckt, begann das Gift zu wirken und das Mädchen fiel ohne Besinnung nieder.

Krämerin

Du Ausbund von Schönheit, jetzt ist es um dich geschehen. Nun bin ich wieder die Schönste im ganzen Land!

Wilhelm Grimm

Zum Glück aber war es bald Abend, wo die sieben Zwerglein nach Haus kamen.

ZWERGEN-SONG

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Alle Zwerge

Guten Abend, Schneewittchen, wir sind wieder zurück!

Oberzwerg

Keine Antwort? Wie seltsam.

Etepeteti

Das ist es in der Tat.

Stinki

Schneewittchen, wir sind wieder hier!

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Mampfi

Irgendetwas stimmt hier nicht.

Schneewittchen Versprochen.

Traumzwerglein

Hoffentlich ist nichts passiert.

Oberzwerg

So wollen wir hoffen, dass die böse Königin Schneewittchen und uns in Ruhe lässt.

Zungenbrecher 1 + 2

Lasst sie uns suchen.

Stinki

Nun kommt, wir müssen wieder an die Arbeit.

Oberzwerg

Seht nur, Kameraden, hier liegt sie wie tot!

Mampfi

Denk daran, lass niemanden ins Haus!

(Etepeteti fällt vor Schreck ihn Ohnmacht, niemand kümmert sich aber um ihn.)

Etepeteti

Leb wohl mein Kind und gib auf dich Acht.

Stinki

Was ist mit ihr passiert?

Traumzwerglein

Bis heute Abend, Prinzessin!

Mampfi

Sehen wir nach, was mit ihr geschehen ist.

Zungenbrecher 1 + 2

Pass gut auf dich auf.

Traumzwerglein

Vor allem keine Panik, Freunde.

Schneewittchen

Ich werde schon vorsichtig sein, macht euch keine Sorgen.

Zungenbrecher 1 + 2

Was ist das hier – ein Kamm? Heute morgen trug sie den noch nicht.

ZWERGEN-SONG

Oberzwerg

Ich will ihn vorsichtig rausziehen. – Ah, der Kamm ist vergiftet!

Schneewittchen

Was ist geschehen?

Stinki

Du bist in Sicherheit, Schneewittchen.

Mampfi

Erzähle uns, was hier vor sich gegangen ist.

Schneewittchen

Ich fegte gerade das Häuschen, als eine alte Krämersfrau des Weges kam und Bänder und Kämme anbot.

Etepeteti

Aber du solltest doch keinen Menschen in das Haus lassen!

Schneewittchen

Habe ich auch nicht. Ich bin zu der guten, alten Frau hinausgegangen.

Traumzwerglein

Gute, alte Frau? Das ist Interpretationssache…

Schneewittchen

Gerne wollte ich einen Kamm probieren und die Krämerin hat ihn mir ins Haar gesteckt.

Zungenbrecher 1 + 2

Die Krämerin war niemand anderes als die böse Königin, deine Stiefmutter!

Oberzwerg

Ja, da geht ihr wohl recht in der Annahme.

Stinki

Unglaublich, diese Hexe!

Mampfi

Erzähle weiter.

Schneewittchen

Weiter weiß ich nichts mehr.

Etepeteti

Rasch fällt der Tod den Menschen an, schmückt man sich mit solchem Kamm.

Traumzwerglein

Wir wissen jetzt also, dass die Stiefmutter dich verfolgt und dir Böses antun will.

Zungenbrecher 1 + 2

Noch einmal: Lass keinen Menschen auch nur einen Fuß in dieses Haus setzen. Und nimm auch von niemandem etwas an.

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BiLD 30 (Gewisse Anmerkungen des Rezepts werden falsch gelesen oder falsch ausgeführt.) Gretel

Dann will ich mal nachsehen, was ich meinem armen Hänsel kochen werde. (sucht und findet nichts) Ach, wenn die böse Hexe doch nur ein Kochbuch hätte.

Schneeweißer Vogel

Sieh doch mal auf der Toilette nach, ich glaube, sie verwendet die Blätter von Büchern als Klopapier.

Gretel

Du hast recht, hier ist ja ein Rezept! (liest) „Das original Wiener Schnitzel von Plachutta“. Also gut, lass uns beginnen, lieber Herr Plachutta. Schritt eins: Eier mit Gabel zerschlagen.

(Zerschlägt Eier mit Gabel durchs Fenster, alles landet am Boden.) Gretel

Seltsames Rezept. Aber wird schon stimmen. Schritt zwei: Schnitzel hart klopfen. (hämmert wie wild.)

Schneeweißer Vogel

Da steht doch nicht hart klopfen, sondern zart klopfen.

Gretel

Schritt drei: Schnitzel mit Mehl belegen. Schritt vier: Zweimal wenden. Schritt fünf: Durch die zerschlagenen Eier ziehen.

Schneeweißer Vogel

Um Himmels Willen, das kannst du deinem Bruder doch nicht antun!

Gretel

Schritt sechs: Brösel aus beiden Seiten zart andrücken. (bohrt in Nase.) Schritt sieben: Schnitzel in Fett einpacken. – So, jetzt wird’s schwierig. Der Hänsel ist ja noch gar nicht fett.

Schneeweißer Vogel

Du sollst das Schnitzel nicht in Fett einpacken, sondern im Fett backen!

Gretel

Unterbrich mich nicht immer, du vorlauter Vogel. – Tja, er wird’s einfach so essen müssen. Schritt acht: Mit Zitrone servieren.

Böse Hexe

Ist die Mahlzeit für deinen Bruder endlich fertig?

Gretel

(überreicht Teller) Hier, bitte!

Böse Hexe

Was soll denn das sein? Willst du deinen Bruder etwa vergiften? Zurück mit dir in die Küche du Tunichtgut – nochmal von vorne.

Wilhelm Grimm

Das arme Gretel wusste keinen Rat mehr und begann abermals zu weinen.

Jakob Grimm

Aber der Schneeweiße Vogel rief seine Freunde aus dem Märchenwald zu Hilfe.

(Alle Tiere und Bäume erscheinen.) SCHNITZEL-RAP

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Gretel

Vielen Dank, ihr lieben, fleißigen Tiere und Bäume. Ohne euch hätte ich das nie geschafft!

Böse Hexe

Na endlich ist das Essen fertig. Fort mit euch grässlichen Geschöpfen, husch!

Wilhelm Grimm

Nun ward dem armen Hänsel das beste Essen gekocht, aber Gretel selbst durfte nie davon probieren. Jeden Morgen schlich die Böse Hexe zu dem Ställchen und rief:

Böse Hexe

Hänsel, streck deine Finger heraus, damit ich fühle, ob du bald fett bist.

Hänsel

Ich bin aber nicht so blöd wie die Böse Hexe.

Jakob Grimm

Dachte sich das Kind und streckte immer nur ein Knöchlein heraus, das die Böse Hexe aufgrund ihrer trüben Augen für Hänsels echte Finger hielt und verwunderte sich, dass er gar nicht fett werden wollte.

BiLD 31 Jakob Grimm

Zur selben Zeit stellte sich die siegessichere Königin daheim vor ihren magischen Spiegel und sprach:

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen bei den sieben Zwergen ist doch noch tausendmal schöner als ihr.

Königin

Was muss ich hören? Hat dieses Kind es erneut geschafft, dem Tod zu entkommen? War der erste Zauber zu schwach, so muss der nächste stärker sein. Schneewittchen soll sterben, und wenn es mein eigenes Leben kostet! Spiegel, du sollst mich in eine Bauersfrau verwandeln. Ich will dem Kind einen giftigen, giftigen Apfel geben, der äußerlich schöne, rote Backen hat, sodass jeder, der ihn erblickt, Lust danach bekommt. Aber wer ein Stückchen davon isst, muss sterben.

Spiegel

Ihr Wunsch sei mir Befehl.

ZAUBER-MUSIK Bäuerin

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Schneewittchen, bald ist es aus mit dir!

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Jäger

Schneewittchen, bald ist es aus mit dir! Bald bin ich wieder die Schönste im ganzen Land! Hahahaha!

Wilhelm Grimm

Als vier Wochen herum waren und Hänsel immer mager blieb, da übernahm die Hexe die Ungeduld.

Förster

Wann wird die Königin es endlich verstehen, dass die Bösen im Märchen immer verlieren?

Böse Hexe

Heda, Gretel, sei flink und trag Wasser. Hänsel mag fett oder mager sein, morgen will ich ihn schlachten und kochen. (lacht)

Jäger

Und wann wirst du endlich verstehen, dass wir den Wolf dringend finden müssen? Ich habe die Befürchtung, dass ansonsten diesmal das Böse gewinnen könnte. Rotkäppchens Mutter ist schon sehr besorgt, dass ihre Tochter seit drei Tagen nicht nachhause gekommen ist.

Gretel

Lieber Gott, hilf uns doch! Hätte uns nur der böse Wolf im Wald gefressen, so wären wir doch zusammen gestorben.

Böse Hexe

Spar nur dein Geplärre, es hilft dir alles nichts.

Förster

Vielleicht hat sie auf dem Nachhauseweg ja einen gut aussehenden Prinzen getroffen?

Jakob Grimm

Jäger

Das Kind besitzt so viel Anstand und hätte dann zumindest ihrer Mutter Bescheid gegeben.

Früh morgens musste Gretel heraus, den Kessel mit Wasser aufhängen und Feuer anzünden.

Böse Hexe

Erst wollen wir backen, ich habe den Backofen schon eingeheizt und den Teig geknetet.

Förster

Das stimmt wiederum. Lass uns weiter suchen.

Wilhelm Grimm

Sie stieß das arme Gretel hinaus zu dem Backofen, aus dem die Feuerflammen schon heraus schlugen.

Böse Hexe

Kriech du hinein und sieh zu ob recht eingeheizt ist, damit wir das Brot hineinschießen können.

Jakob Grimm

Und wenn Gretel darin war, wollte sie den Ofen zumachen und Gretel sollte darin braten, und dann wollte sie’s auch aufessen.

Böse Hexe

Ruhe, Grimm! Verrate doch nicht schon alles im Vorhinein!

Wilhelm Grimm

Aber Gretel merkte von selbst, was die Böse Hexe im Sinn hatte und sprach.

Gretel

Ich weiß nicht, wie ich’s machen soll. Wie komm ich da hinein?

Böse Hexe

Dumme Gans, die Öffnung ist groß genug, siehst du wohl, ich könnte selbst hinein.

Jakob Grimm

Sprach sie, krabbelte heran und steckte den Kopf in den Backofen.

Wilhelm Grimm

Da gab ihr Gretel einen Stoß, dass sie weit hinein fuhr, machte die eiserne Tür zu und schob den Riegel vor.

(Die Böse Hexe verbrennt unter schmerzerfüllten Schreien.) Jakob & Wilhelm Grimm Da fing sie an zu heulen, ganz grauselich, aber Gretel lief fort und die gottlose Hexe musste elendiglich verbrennen.

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Gretel

Hänsel, wir sind erlöst, die alte Hexe ist tot!

Jakob Grimm

Da sprang Hänsel heraus, wie ein Vogel aus dem Käfig.

Schneeweißer Vogel

Also entschuldige mal, aber der Vogel bin hier immer noch ich.

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BiLD 34

Wilhelm Grimm

Wie haben sie sich gefreut, sind sich um den Hals gefallen, sind herumgesprungen und haben sich geküsst!

Hänsel & Gretel

(stoppen) Igitt!

Jakob Grimm

Äh.. ja. – Und weil sie sich nicht mehr zu fürchten brauchten, holten sie aus dem Häuschen viele Perlen und Edelsteine.

Hänsel

Die sind noch besser als Kieselsteine.

Jäger

Nein, das meine ich nicht, sondern diesen verbrannten Geruch!

Gretel

Ich will auch etwas mit nach Haus nehmen.

Förster

Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir auch auf. Das kommt von dort drüben.

Hänsel

Aber jetzt wollen wir fort, damit wir aus dem Hexenwald herauskommen!

Jäger

Wer ist denn da im Ofen drin?

Förster

Ist das nicht das Häuschen der bösen Hexe?

Jäger

Ja. Und allem Anschein nach, befindet sich diese auch hier drinnen im Ofen.

Förster

Wieso? Was macht sie dort drinnen?

Jäger

Ein Buch lesen.

Jäger

Kannst du das auch riechen, Förster?

Förster Verzeihung.

Förster Seltsam.

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Jäger

Natürlich liest sie da drin kein Buch, es wird sie jemand hinein geschubst haben, um sie zu töten!

Förster

Siehst du, ich sage ja, die Bösen verbrennen, äh, verlieren in Märchen immer.

Jäger

Wir sind schon so tief in den Wald herein geraten, ich glaube, dass nicht einmal der Wolf hierher kommen würde. Lass uns wieder zurück gehen, bevor noch etwas Grauenhaftes passiert.


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BiLD 35

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Jakob Grimm

Als die Königin zurück im Schloss war, befragte sie den Spiegel erneut.

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

DAS BISSCHEN HAUSHALT KANN SO SCHWER NICHT SEIN

Spiegel

Frau Königin, ihr seid die Schönste im ganzen Land.

Wilhelm Grimm

Diesmal als Bauersfrau machte sich die Königin auf den Weg zu Schneewittchen. Dort angekommen, klopfte sie an die Türe und Schneewittchen steckte den Kopf beim Fenster heraus.

Wilhelm Grimm

Da hatte ihr neidisches Herz Ruhe, so gut ein neidisches Herz Ruhe haben kann.

Schneewittchen

Guten Tag, liebe Frau!

Alle Zwerge

Guten Abend, Schneewittchen, wir sind wieder zurück!

Bäuerin

Gott zum Gruße, liebes Kind. Darf ich mich bei dir ein wenig ausruhen? Weißt du, ich bin auf dem Weg zum Markt, um meine Äpfel zu verkaufen. Ich habe bereits einen langen Weg zurückgelegt. Die Beine schmerzen mir gar sehr.

Oberzwerg

Schon wieder keine Antwort? Wie seltsam.

Etepeteti

Das ist es in der Tat. Oh Gott, oh Gott, oh Gott.

Schneewittchen

Ihr könnt euch gerne draußen ein wenig ausruhen, Bäuerin.

Stinki

Schneewittchen, wir sind wieder hier!

Bäuerin

Ist das eine Art, eine alte Frau nicht mal ins Haus hinein zu bitten?

Mampfi

Irgendetwas stimmt hier nicht.

Schneewittchen

Es tut mir gewiss leid, aber ich habe den sieben Zwergen versprochen, niemanden ins Haus zu lassen.

Traumzwerglein

Hoffentlich war die böse Stiefmutter nicht schon wieder hier!?

Bäuerin

Bei den sieben Zwergen wohnst du also. Das ist aber äußerst unhöflich von ihnen, wenn sie einer alten Frau wie mir den Eintritt verwehren.

Zungenbrecher 1 + 2

Lasst sie uns suchen.

Oberzwerg

Seht nur, Kameraden, hier liegt sie wie tot!

Schneewittchen

Ich kann daran leider nichts ändern.

Stinki

Was ist denn, liebes Schneewittchen?

Bäuerin

Nun gut, nun gut. Es ist ja nicht deine Schuld. Dann werde ich es mir halt hier auf der Bank bequem machen und rasten. Ein Glas Wasser wirst du mir doch aber nicht abschlagen? Ich bin so durstig!

Mampfi

Sie regt und bewegt sich nicht.

Etepeteti

Sie ist ganz starr.

Schneewittchen

Das Wasser bringe ich euch gern. – Hier, liebe Frau, bitte sehr.

Traumzwerglein

Aber sie sieht aus, als lebte sie noch.

Bäuerin

Ah, das war gut. Ich fühle mich schon viel besser. Danke, mein Kind. Du sollst zur Belohnung einen von meinen schönen Äpfeln haben. Hier, nimm, das ist der Schönste von allen!

Zungenbrecher 1

Sie atmet nicht mehr.

Zungenbrecher 2

Ihr Herz steht still.

Schneewittchen

Vielen Dank, aber ich darf von fremden Menschen nichts annehmen. Und das fällt mir bei diesen köstlich aussehenden Äpfeln doppelt schwer.

Etepeteti

Vielleicht hilft dieses Glas Wasser, damit sie wieder zu sich kommt. (schüttet es in ihr Gesicht) Nein, auch das hilft nichts. Ich weiß nicht weiter.

Bäuerin

Warum so bescheiden und vorsichtig? Glaubst du, die Äpfel wären vergiftet? Sieh her, ich schneide den Apfel in zwei Teile. Den roten Backen iss du, den weißen will ich essen.

Jakob Grimm

Das arme Schneewittchen konnte nicht ahnen, dass nur die rote Hälfte des Apfels vergiftet war. Schneewittchen lusterte den schönen Apfel an und als es sah, dass die Bäuerin davon aß, so konnte es nicht länger widerstehen, streckte die Hand hinaus und nahm die giftige Hälfte.

Wilhelm Grimm

Kaum aber hatte es einen Bissen davon im Mund, so fiel es tot zur Erde nieder. Da betrachtete es die Königin mit grausigen Blicken und lachte überlaut und sprach:

Bäuerin

Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz! Diesmal können dich die Zwerge nicht wieder erwecken! Gegen diesen Zauber sind sie machtlos. Die Schönste im ganzen Land bin jetzt ich, für immer und ewig!

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ZWERGEN-SONG

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Oberzwerg

Brüder, ich befürchte, dieses Mal hat die böse Königin es geschafft. Unser Schneewittchen ist tot.

Stinki

Da hilft jetzt auch kein Wehklagen.

Mampfi

Wir müssen sie beerdigen.

Etepeteti

Aber schaut doch, wie schön sie aussieht. Wie ein schlafender Engel. Lasst uns einen Sarg aus Glas anfertigen, dann können wir sie immer sehen!

Traumzwerglein

Ja, sie ist viel zu hübsch, um sie in der schwarzen Erde zu versenken.

Jakob Grimm

So fertigten die Zwerge einen durchsichtigen Sarg an, sodass man Schneewittchen von allen Seiten sehen konnte. Sie legten es hinein und schrieben mit goldenen Buchstaben seinen Namen darauf und, dass es eine Königstochter wäre. Dann setzten sie den Sarg hinaus auf den Berg und bewachten ihn. Auch die Tiere kamen und beweinten Schneewittchen.

TRAUERLIED

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BiLD 36 Wilhelm Grimm

Der Jäger und der Förster kamen endlich am Haus der Großmutter vorbei und dachten:

Jäger

Wie die alte Frau schnarcht, da muss ich doch nachsehen, ob sie nicht vielleicht ihr Gebiss verschluckt hat.

Förster

Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Haustüre ist ja sperrangelweit offen!

Jakob Grimm

Da traten sie in die Stube, und wie sie vor das Bette kamen, sahen sie, dass der Wolf darin lag.

Jäger

Finden wir dich hier, du alter Sünder.

Förster

Lange haben wir dich gesucht. Wenn du ihn nicht gleich erschießt, schlage ich ihm den Kopf ab.

Jäger

Sieh dir doch diesen großen Bauch an.

Förster

Er hat vermutlich zu viel gefressen.

Jäger

Ich vermute, er hat die Großmutter und das Rotkäppchen gefressen!

Förster

Das darf doch nicht wahr sein!

Wilhelm Grimm

Der Jäger lag mit seiner Annahme völlig richtig.

Jäger

Wir schneiden dem Wolf den Bauch auf, vielleicht sind die beiden ja noch lebendig.

Förster

Hier, ich habe zufällig eine riesengroße Schere dabei.

Jakob Grimm

Wie der Jäger ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten und noch ein paar Schnitte, da sprang das Mädchen heraus und rief:

Rotkäppchen

Ach, wie war ich erschrocken, wie war’s so dunkel in dem Wolf seinem Leib!

Großmutter

Ich dachte schon, meine letzte Stunde hat geschlagen! Wieso hat sich der Wolf als Rotkäppchen ausgegeben? Woher wusste er von dir, mein Kind?

Rotkäppchen

Das ist eine lange Geschichte Großmutter, die ich später erzählen werde.

Jakob Grimm

Zum Glück.

Großmutter

Und wieso hast du den Wolf nicht schon viel früher erlegt, Jäger?

Jäger

Auch das ist eine lange Geschichte…

Jakob Grimm

…die er später erzählen wird.

Jäger

Ja, genau das wollte ich sagen, Herr Grimm.

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BiLD 37 Wilhelm Grimm

Als Hänsel und Gretel aber ein paar Stunden gegangen waren, gelangten sie an ein großes Wasser.

Hänsel

Wir können nicht hinüber, ich sehe keinen Steg und keine Brücke.

Gretel

Hier fährt auch kein Schiffchen, aber da schwimmt eine weiße Ente, wenn ich die bitte, so hilft sie uns hinüber. Entchen, ach Entchen, Da stehen Hänsel und Gretelchen. Hier sind weder Stege, noch Brücken, Nimm uns auf deinen weißen Rücken.

Jakob Grimm

Das Entchen kam auch heran, beide setzten sich auf und es brachte die Kinder auf die andere Seite.

ENTEN-TANZ Hänsel

Sieh nur Gretel, auf dieser Seite des Wassers kommt mir der Wald schon immer bekannter vor. – Dort drüben ist ja unser Zuhause!

Wilhelm Grimm

Da fingen sie an zu laufen, stürzten in die Stube hinein und fielen ihrem Vater um den Hals.

Vater

Meine lieben Kinder! Ich habe keine schöne Stunde gehabt, seit ich euch im Walde gelassen hatte.

Gretel

Vater, unsere Armut hat endlich ein Ende!

(Hänsel & Gretel präsentieren ihre Schätze.) Vater

So haben alle Sorgen ein Ende, meine lieben Kinder!

Wilhelm Grimm

Und sie lebten in lauter Freude zusammen.

Jakob Grimm

Und wenn sie nicht gestorben…

Rotkäppchen

Herr Grimm, ich darf doch sehr bitten. Mein Märchen ist doch noch nicht zu Ende.

Jakob Grimm Pardon.

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BiLD 38 Rotkäppchen

Lasst uns dem Wolf einen Streich spielen. Bevor wir ihn wieder zunähen, lasst uns seinen Bauch mit diesen Kieselsteinen füllen, die ich im Wald gefunden habe.

Förster

Das ist eine gute Idee.

Jäger

Das wird dem Wolf sicher schwer im Magen liegen.

Großmutter

Und hier habe ich auch schon Zwirn und Nadel, um alles zu zu nähen.

STEIN-RAP

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Jakob Grimm

Und als der Wolf erwachte, wollte er fort springen, aber die Steine waren so schwer, dass er gleich niedersank und tot zu Boden fiel.

Wilhelm Grimm

Da waren alle vier vergnügt, der Jäger zog dem Wolf den Pelz ab und ging damit heim, die Großmutter trank den Wein, den Rotkäppchen gebracht hatte und erholte sich wieder. Der Förster kehrte vergnügt zurück in seinen schönen Wald. Rotkäppchen aber dachte:

Rotkäppchen

Ich will mein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn es mir die Mutter verboten hat.

Jakob Grimm

Und wenn sie nicht gestorben…

Prinz

Herr Grimm, auch Schneewittchens Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Jakob Grimm

Oh, Verzeihung.

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BiLD 39 Wilhelm Grimm

Nun lag Schneewittchen lange, lange Zeit in dem Sarg und verweste nicht, sondern sah aus, als wenn es schliefe, denn es war noch so weiß als Schnee, so rot als Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz. Es geschah aber, dass ein Königssohn sich im Wald verirrte.

Prinz

Guten Tag, kleine Männer.

Alle Zwerge

Wir sind keine kleinen Männer! Sondern große Zwerge!

Prinz

Ich bitte um Verzeihung. Ich habe mich hier im tiefen Wald verlaufen auf der Jagd. Könnt ihr mir sagen, wie ich wieder nach Hause finde?

Zungenbrecher 1 + 2

Das ist ganz einfach. Sie gehen zuerst hier gerade aus, werter Herr Prinz, biegen dann nach dem vierten Baum scharf rechts ab, kommen dann direkt an einer Birkenallee vorbei. Wenn sie aber an den Himbeersträuchern vorbei kommen, sind Sie schon zu weit gegangen, da Sie zuvor bereits wieder links abbiegen müssen, um zur Brücke zu gelangen, die am Häuschen der bösen Hexe vorbei führt.

Jakob Grimm

Doch der Prinz hatte den Zwergen nicht zugehört, denn er sah das schöne Schneewittchen.

Prinz

Welch wunderschönes Geschöpf. Nie in meinem Leben habe ich etwas Schöneres gesehen. Die Haut ist so weiß wie Schnee, die Lippen so rot wie Blut und das Haar so schwarz wie Ebenholz.

Oberzwerg

Sie sagen es. Genau so war sie zu Lebzeiten, unser Schneewittchen.

Prinz

Lasst mir den Sarg. Ich will euch geben, was ihr dafür haben wollt.

Stinki

Wir geben ihn nicht her.

Mampfi

Nicht um alles Gold in der Welt.

Prinz

So schenkt mir den Sarg, denn ich kann nicht leben, ohne Schneewittchen zu sehen. Ich will es ehren und hochachten wie mein Liebstes.

Wilhelm Grimm

Wie der Prinz so sprach, empfanden die guten Zwerglein Mitleid und gaben ihm den Sarg.

Oberzwerg

Eure Worte haben uns gerührt. Ihr könnt den Sarg mitnehmen auf Euer Schloss.

Etepeteti

Dort soll sie nun für immer ruhen, als Prinzessin in einem Schloss.

Traumzwerglein

Ich werde dich nie vergessen, Schneewittchen.

Prinz

Wie kann ich euch jemals danken, liebe Zwerge!

Zungenbrecher 1 + 2

Lasst uns helfen, den Sarg zum Schloss zu tragen.

Jakob Grimm

Da geschah es, dass die Zwerge über eine Wurzel stolperten und der Sarg zu Boden fiel. Das giftige Apfelstück, das Schneewittchen abgebissen hatte, fuhr aus dem Hals.

Alle Zwerge

Schneewittchen, du lebst?

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Schneewittchen

Was ist geschehen?

Prinz

Du warst wie tot, liebes Schneewittchen. Die böse Königin hat dir das angetan. Nun ist ein Wunder geschehen und du bist wieder erwacht!

Schneewittchen

Ja, das ist ein Wunder. Aber wer bist du?

Prinz

Ich bin der Sohn des Königs hinter dem achten Berg. Und ich wollte dich mitnehmen auf mein Schloss. Ich hab dich lieber als alles auf der Welt. Komm mit mir in meines Vaters Schloss, du sollst meine Gemahlin werden.

Schneewittchen

Das will ich sehr gerne tun, mein lieber Prinz.

Prinz

Wir wollen eine Hochzeit feiern, wie sie das ganze Land noch nicht erlebt hat. Selbstverständlich seid ihr, liebe Zwerge, unsere Ehrengäste.

Alle Zwerge

Danke, Herr Prinz. Wir kommen gern!

Wilhelm Grimm

Zu dem Fest wurde aber auch Schneewittchens gottlose Stiefmutter eingeladen. Wie sie sich mit schönen Kleidern angetan hatte, trat sie vor den Spiegel und sprach:

Königin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Spiegel

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber die junge Königin ist tausendmal schöner als ihr.

Jakob Grimm

Da stieß das böse Weib einen Fluch aus. Sie wollte zuerst gar nicht auf die Hochzeit kommen.

Königin

Es lässt mir keine Ruhe: Wer ist diese junge Königin? Ich muss sie sehen!

Jakob Grimm

Und wie sie hineintrat, erkannte sie Schneewittchen und vor Angst und Schrecken stand sie da und konnte sich nicht regen.

Wilhelm Grimm

Aber es waren schon eiserne Pantoffeln über Kohlenfeuer bereit gestellt und wurden mit Zangen herein getragen und vor sie hingestellt. Da musste sie in die rot glühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.

KOHLEN-POLKA Wilhelm Grimm

Schneewittchen und der Prinz lebten von nun an gemeinsam mit den Zwergen glücklich im Schloss.

Jakob Grimm

Sind wir jetzt endlich fertig? Darf ich meinen Lieblingssatz nun endlich sagen?

Wilhelm Grimm

Ja, jetzt darfst du.

Jakob Grimm

Und wenn sie nicht gestorben sind…

(Man hört ein Rückspul-Geräusch. Alle Märchenfiguren werden wieder aus dem Märchenwald hinaus gewirbelt. Nur die beiden Brüder bleiben auf ihrem Schreibtisch allein über und schließen ihre Märchensammlung.) Wilhelm & Jakob Grimm …dann leben sie noch heute!

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Eine abenteuerliche Reise nach dem Roman von Jules Verne

PREMIERE FR 04 AUG 2017 Anmeldungen möglich ab MO 14 NOV 2016 unter www.wandelbühne.at

Profile for Lukas Wachernig

Wandelbühne · Dokumentation Theatercamp 2016  

Foto-Dokumentation »Es war einmal dreimal« Wandelbühne Theatercamp 2016

Wandelbühne · Dokumentation Theatercamp 2016  

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