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TH E ATE RA P M C 2015

ALICE IM WUNDERLAND

Eine fantastische Reise durch St. Lambrecht nach den Romanen von Lewis Carroll

DOKUMENTATION AUGUST 2015 TH EATER C

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1 Lukas Wachernig 2 Daniel Sommergruber 3 David Hobelleitner 4 Judith Wille 5 Simon Gerhart 6 Lisa Hรถlzl 7 Christoph Palli 8 Albert Arlitzer 9 Brigitte Hilberger 10 Leonie Wuitz 11 Susi Sperl 12 Lydia Sengeis 13 Johanna Steiner 14 Willi Forwick 15 Sophie Novy 16 Samuel Arlitzer 17 Andreas Harrer 18 Silvester Pollheimer 19 Manuela Sabin 20 Seppi Koletnik 21 Fritz Sperl 22 Anna Schaumann 23 Judith Sengeis 24 Anna-Lena Sturb 25 Sarah Schmelzer 26 Clarissa Hohenauer 27 Lukas Buhl 28 Tanja Sabin 29 Charlotte Novy 30 Laura Hobelleitner 31 Andrea Sabin 32 Sara Gaupmann 33 Julia Schoberegger 34 Hannah Trattner 35 Jakob Trattner 36 Pia Pirker 37 Irina Sabin 38 Anna Koletnik 39 Matteo Koletnik 40 David Deutschmann 41 Julia Puganigg 42 Lydia Arlitzer 43 Elena Wuitz 44 Elina Moser 45 Paul Pirker 46 Lukas Ressler 47 Annika Moser 48 Ines Koletnik 49 Jonas Sperl 50 Anna Ressler 51 Viktoria Gusterer 52 Angelika Koletnik 53 Alexander Rinner 54 Tibi Paulitsch 55 Florian Buhl 56 Chapeau Club 57 Chapeau Club 58 Chapeau Club 59 Johann Sabin 60 Chapeau Club 61 Chapeau Club 62 Chapeau Club Nicht am Foto: Clemens Kainbacher


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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstützt von:

... hilft die Einschlafzeit zu verkürzen

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SCHLUSS, AUS UND VORBEI… UND DOCH GEHT‘S JETZT ERST SO RICHTIG LOS! 2014 und heuer (2015) hat der Campus Holari – die verrückteste Schule in den Bergen – das Theatercamp St. Lambrecht erst gegründet, dann fleißig auf- und ausgebaut. Im Premierenjahr nahmen etwa 30 Jugendliche teil, heuer bereits 38, dazu gesellten sich einige Erwachsene. Ein Team von insgesamt mehr als 60 Personen, das Theater 2015 übte und vorführte. Im Vorjahr für rund 650 Zuschauer, heuer für knapp über 1.000. Somit ist St. Lambrecht die erfolgreichste Jugendbühne weitum. Aber lassen wir das mit den Superlativen, kommen wir zum Wesentlichen. Der Campus Holari übergibt dieses erfolgreiche Theaterbaby nun an den Verein „Wandelbühne“, den ein feinfühliger Vorstand führt: ORR Mag. Fritz Sperl, Mag. Gernot Hilberger und Klaus Plöschberger. Und diesem Verein wird ein Kuratorium zuarbeiten, um die St. Lambrechter Theateraktivitäten nach Kräften zu unterstützen. In diesem Unterstützungs-Gremium haben sich bereit erklärt aktiv mitzuarbeiten: LAbg. Manuela Khom, 2. Präsidentin des Steiermärkischen Landtages, Mag. Karin Moser, Pädagogin, LAbg. Max Lercher, Geschäftsführer der SPÖ Steiermark, Michael Schilhan, Geschäftsführer & Intendant Next Liberty Graz, Dietmar Seiler, PR-Berater, Mag. Eduard Steiner, Redakteur Die Presse, Ernst Wachernig, PR-Berater. Diese neue Struktur wird, basierend auf der Mitarbeit zahlreicher St. Lambrechterinnen und St. Lambrechter, der Theaterinitiative einen starken Halt geben – ideell wie finanziell. Denn, liebe Freunde, wir haben noch was vor: wir wollen (eine kleine) Geschichte schreiben. Ein Theatermärchen … Für 2016 indes sind die Weichen bereits gestellt. Wieder mit Lukas Wachernig als Frontmann, wieder mit seinem fantastischem Kreativteam. Und wieder mit vielen Kids, die das Theatercamp begeistert stürmen – für etwa 50 werden sich die Pforten öffnen. Und wir in St. Lambrecht und St. Blasen? Wir bleiben begeistert dabei und freuen uns auf ein nächstes Mal! Gustl Tautscher, Ernst Wachernig & das pfiffige Team der „Holari“

PS. Auf den nächsten Seiten geben wir Euch einen Einblick in das Theatercamp 2015 – mit einem Spot auf das Leading-Team, mit vielen Bildern aus der Probenwoche und von den Aufführungen. Dazu servieren wir die komplette Textfassung des gespielten Stücks. Abschließend ein smarter Hinweis: Die Fotos und auch der Text zu „Alice im Wunderland“ stehen Ihnen zur weiteren Verwendung nicht frei zur Verfügung. Doch fragen Sie bei speziellen Wünschen einfach nach, im Marktgemeindeamt – unter 03585/2344-0, bei Claudia Brachmayer. TH EATER C

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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstĂźtzt von:

www-stlambrecht.at Marktgemeinde St. Lambrecht 03585 2344-0

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LEADING-TEAM LUKAS WACHERNIG 2009 Matura am BORG Murau, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Erste Bühnenerfahrungen bei der Theaterrunde Murau unter Wolfgang Atzenhofer, Regieassistent bei Philipp und Nikolaus Harnoncourt im Zuge der Opernproduktion der Styriarte Graz. Durchführung verschiedener Workshops für Film und Theater mit Kindern & Jugendlichen. Seit Juli 2014 fest angestellter Regieassistent am Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

DAVID FRANZ HOBELLEITNER Er maturierte am Klagenfurter Musik- und Kunstgymnasium im Stift Viktring und besuchte die Klavierklasse von Elisabeth Väth-Schadler am Kärntner Landeskonservatorium. Seit 2008 studiert der Bariton Gesang bei Natela Nicoli am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium Graz sowie Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität. Hobelleitner ist Mitglied im Extrachor der Oper Graz sowie der Audi-Jugendchorakademie in Ingolstadt. Solist bei Konzerten in Graz (RobertStolz-Gala, JJF-Konservatorium, Minoritensaal, Kasematten) und Erfurt sowie in den Stiften Vorau und Sankt Lambrecht. Im Rahmen der Accademia Belcanto auf Burg Rabenstein besuchte er Meisterklassen bei Stefanie Kopinits, Eteri Lamoris und Angelika Kirchschlager.

JUDITH WILLE Die Berliner Choreographin studierte an der internationalen und staatlich anerkannten Schauspielkunstschule Cours Florent in Paris. 2008-2009 war Judith Wille Regieassistentin am Berliner Ensemble, 2009-2012 realisierte sie als Regieassistentin am Schauspielhaus Graz unter anderem die erfolgreichen Reihen Let’s talk about sex und Weibsstücke. 2012-2013 inszenierte sie am Schauspielhaus Graz, seit März 2013 ist Judith Wille Lehrbeauftragte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz für das Fach Schauspiel. Am Operhaus Graz ist Judith Wille seit Februar 2015 als Assistentin der Intendanz tätig.

WILLI FORWICK Pantomime-Studium an der Folkwang-Hochschule in Essen, Abschluss 1981. Clown-Seminare bei Pierre Byland. Engagements als Pantomime und Schauspieler unter anderem an der Oper Frankfurt, den Bayreuther Festspielen, der Styriarte und dem Steirischen Herbst et cetera. Seit 2008 im Ensemble der Büchner Bühne Riedstadt, dem Ensemble „9. November“ sowie in der Theaterrunde Murau tätig. Haupt- und Nebenrollen bei Dinnerkrimi-Tourneen in Deutschland. Darüber hinaus als Choreograph, Seminarleiter und Regisseur (u.a. „Das Hahnengiggerl“ im Veranstaltungszentrum St. Lambrecht) tätig.

DANIEL SOMMERGRUBER Studium der Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Von 2003-2011 regelmäßig bei den Sommerspielen Melk als Bühnenbildassistent und Bühnenbauer. 20092011 als Assistent von Erich Wonder am Burgtheater, 2012 Bühnenbild für „Ein ungleiches Paar“ bei den Berndorfer Sommerfestspielen, 2012 und 2015 Bühnenbildassistenz am Gärtnerplatztheater München für die Produktion „Das Dschungelbuch“ sowie „Cinderella“. 2015 Bühnenbildasssistenz bei den Wiener Festwochen für die Oper „Herzog Blaubarts Burg / Geistervariationen“ – Inszenierung Andrea Breth. Darüber hinaus als bildender Künstler tätig.

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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstützt von:

ÖFFENTLICH ZUGELASSENER RAUCHFANGKEHRER BRANDSCHUTZ ENERGIEBERATUNG MESSTECHNIK

Markus Pirer • Am Grünen Weg 6 • A-8813 Sankt Lambrecht Tel.: +43 664 8537654 • sehrsauber@pirer.at • www.pirer.at

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REGIE & TEXT Lukas Wachernig MUSIKALISCHE LEITUNG David Hobelleitner BÜHNE & KOSTÜME Daniel Sommergruber PANTOMIME- & KÖRPERTRAINING Willi Forwick CHOREOGRAPHIE & SPRACHTRAINING Judith Wille MASKE Anna Forstner

ALICE IM WUNDERLAND

Eine fantastische Reise durch St. Lambrecht nach den Romanen von Lewis Carroll

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BESETZUNG BILD 6 – LEBENDIGER BLUMENGARTEN

Reiseleiter Willi Forwick

BILD 1 – WILLKOMMEN IM WUNDERLAND Alice 1 Julia Schoberegger Das Weiße Kaninchen Lukas Ressler Spielkartensoldaten *

BILD 2 – FLAMINGOLF Herzkönigin Viktoria Gusterer Herzbube Johann Sabin Alice 2 Clarissa Hohenauer Zwei Andreas Harrer Fünf Jonas Sperl Sieben Hannah Trattner Das Weiße Kaninchen Lukas Ressler Spielkartensoldat Brigitte Hilberger Spielkartensoldaten *

BILD 3 – DIDELDUM UND DIDELDEI Dideldum Albert Arlitzer Dideldei Matteo Koletnik Alice 3 Anna Koletnik Der Schwarze König Manuela Sabin Diener 1 David Deutschmann Diener 2 Laura Hobelleitner Diener 3 Annika Moser Diener 4 Paul Pirker Diener 5 Pia Pirker

BILD 4 – AUDIENZ BEI DEN KÖNIGINNEN Alice 4 Tibi Paulitsch Weiße Königin Julia Puganigg Schwarze Königin Angelika Koletnik Weißer Diener Alexander Rinner Schwarzer Diener Florian & Lukas Buhl Sensenmann Clemens Kainbacher Piraten Lydia & Samuel Arlitzer Fotografin Charlotte Novy Fotografin Anna-Lena Sturb

BILD 5 – VERRÜCKTE TEEGESELLSCHAFT Alice 5 Sarah Schmelzer Verrückter Hutmacher Josef Koletnik jun. Märzhase Fritz Sperl Siebenschläfer Irina Sabin Teekanne Simon Gerhart Nase Clemens Kainbacher Zuckersüße Dame Ines Koletnik

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Alice 6 Sophie Novy Tigerlilie Tanja Sabin Rose Johann Sabin Tulpe 1 Brigitte Hilberger Tulpe 2 Johanna Steiner Veilchen Susanne Sperl Biene Anna Ressler Schwarze Königin Angelika Koletnik

BILD 7 – DAS LEBENDE SCHACH Alice 7 Andrea Sabin Weißes Kaninchen Lukas Ressler SCHACHFIGUREN WEISS Bauer A Florian Buhl Bauer B Lukas Buhl Bauer C Elina Moser Bauer D Annika Moser Bauer E Judith Sengeis Bauer F Simon Gerhart Bauer G Laura Hobelleitner Bauer H Tibi Paulitsch Turm A Leonie Wuitz Turm H Julia Schoberegger Springer B Lydia Arlitzer Springer G David Deutschmann Läufer C Elena Wuitz Läufer F Charlotte Novy Königin Andrea Sabin König Silvester Pollheimer SCHACHFIGUREN SCHWARZ Bauer A Samuel Arlitzer Bauer B Anna Schaumann Bauer C Anna Ressler Bauer D Clemens Kainbacher Bauer E Lydia Sengeis Bauer F Hannah Trattner Bauer G Paul Pirker Bauer H Pia Pirker Turm A Jonas Sperl Turm H Irina Sabin Springer B Anna-Lena Sturb Springer G Sara Gaupmann Läufer C Andreas Harrer Läufer F Jakob Trattner Königin Angelika Koletnik König Manuela Sabin

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RETTUNG + GROUPIES Albert Arlitzer, Viktoria Gusterer, Brigitte Hilberger, Clarissa Hohenauer, Josef Koletnik jun., Ines Koletnik, Anna Koletnik, Matteo Koletnik, Sophie Novy, Julia Puganigg, Alexander Rinner, Tanja Sabin, Johann Sabin, Sarah Schmelzer, Fritz Sperl, Susanne Sperl, Johanna Steiner

* SPIELKARTENSOLDATEN Samuel Arlitzer, Lydia Arlitzer, Florian Buhl, Lukas Buhl, David Deutschmann, Sara Gaupmann, Simon Gerhart, Brigitte Hilberger, Laura Hobelleitner, Clarissa Hohenauer, Clemens Kainbacher, Elina Moser, Annika Moser, Sophie Novy, Charlotte Novy, Tibi Paulitsch, Paul Pirker, Pia Pirker, Silvester Pollheimer, Anna Ressler, Alexander Rinner, Tanja Sabin, Andrea Sabin, Irina Sabin, Anna Schaumann, Sarah Schmelzer, Julia Schoberegger, Lydia Sengeis, Judith Sengeis, Susanne Sperl, Johanna Steiner, Anna-Lena Sturb, Jakob Trattner, Elena Wuitz, Leonie Wuitz

MUSIK-COMBO Klavier David Hobelleitner Blockflöte & Posaune Lisa Hölzl Tuba Christoph Palli


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BILD 1 WILLKOMMEN IM WUNDERLAND (Vor dem Stiftstor. Das Eisentor ist geschlossen. Vorstellungsbeginn: Musik No. 1 – „Mr. Sandman, bring me a Dream“ durch die Combo. Der Reiseleiter sing für sich selbst mit und bahnt sich von hinten seinen Weg durchs Publikum.) Reiseleiter:

Herzlich willkommen im Wunderland! Bereits vorab sei Ihnen gedankt, dass Sie sich für eine Sightseeing-Tour der Sonderklasse bei uns entschieden haben. Die Firma „Fantastico Reisen“ steht seit ihrer Gründung vor vielen Jahrzehnten für Qualität bis ins kleinste Detail und 104 Prozent zufriedene Reiseteilnehmer! Sind das nicht beste Voraussetzungen? Ich bin übrigens Ihr Reiseleiter. Sie dürfen mich einfach Reiseleiter nennen. Und bevor wir nun unseren Trip durchs Wunderland beginnen, dürfen wir Sie noch auf einige Sicherheitshinweise aufmerksam machen.

(Die Combo spielt Musik No. 2 – „Alice-Motiv“. Das Stiftstor wird von den Soldaten geöffnet, diese marschieren heraus und stellen sich vorne links bzw. rechts vom Reiseleiter in Position.) Reiseleiter:

Bitte vergewissern Sie sich, dass Ihre Mobilfunkgeräte ausgeschaltet sind oder sich im Flugmodus befinden. (alle flattern und pfeifen dazu) Sollte ein Telefon während der Tour klingeln, bitten wir Sie, es schnellstmöglich in den nächsten Fluss zu werfen, um unnötige Hinrichtungen durch die Herzkönigin zu vermeiden. (alle machen Hack-Bewegung) Im Falle eines akuten Notfalls oder des plötzlichen Einbruchs der Dunkelheit benutzen Sie bitte die dafür vorgesehenen Notausgänge. Diese finden Sie hier hinten, an den Seiten und vorne. (alle zeigen hinten, links und rechts, vorne) Sollten Sie frische Luft einatmen, können Sie beruhigt sein: Sie sind im Freien. (alle atmen tief und glücklich ein und aus) Was aber nicht bedeuten muss, dass Sie in Sicherheit sind. (alle schreien erschrocken auf und halten die Hände vor’s Gesicht) Im Falle einer Überflutung ist es überaus hilfreich, wenn sie schwimmen können. (alle machen Schwimmbewegungen) Schwimmwesten wurden im Wunderland nämlich verboten, weil der Herzkönigin deren Farbe nicht gefiel. (alle zucken mit den Schultern) Darüber hinaus ist dies eine Nichtraucherreise. Das bedeutet, dass auch Nichtraucher selbstverständlich mitreisen dürfen. (alle wischen sich Schweiß von der Stirn) Zu guter Letzt dürfen wir Sie noch darauf aufmerksam machen, dass das Stellen von Fragen wie auch das Stellen von Beinen strafgesetzlich verfolgt wird. Nochmals vielen Dank, dass Sie sich für eine Sightseeing-Tour mit „Fantastico Reisen“ entschieden haben.

(Die Combo spielt Musik No. 3 – „Alice-Motiv“. Die Soldaten machen einen Spalier entlang des Tores.) Reiseleiter:

Da nun hoffentlich alle Klarheiten beseitigt sind, kann das Abenteuer endlich begi –

(Aus dem Stiftstor stürmt das Weiße Kaninchen heraus und kracht in den Reiseleiter hinein. Dieser fällt zu Boden. Das Kaninchen macht sich nicht viel daraus, wagt einen Blick auf seine überdimensionale Taschenuhr, die ihm um den Hals hängt, und bewegt sich nervös auf und ab.) Kaninchen:

Keine Zeit! Keine Zeit! Oh wie wird die Herzkönigin wieder böse sein, wenn ich sie warten lasse. Keine Zeit!

Reiseleiter:

Werte Reisegäste, Sie sehen hier bereits den ersten Bewohner des Wunderlands – das Weiße Kaninchen. Seine Berufung ist es, Nachrichten der Herzkönigin zu überbringen und vor allem auch, sich an zeitliche Vorgaben von ihr zu halten. Stell dich doch kurz vor, Kaninchen!

Kaninchen:

(schüttelt einigen Personen im Publikum die Hand und spricht dabei, als wäre es sein Name) Keine Zeit! Keine Zeit! Ich muss los! Jetzt sofort!

Reiseleiter:

Warum hast du es denn so eilig?

Kaninchen:

Das Flamingolf beginnt gleich! Keine Zeit!

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(Plötzlich rollt aus dem Stiftstor in rasantem Tempo Alice heraus. Combo spielt Musik No. 4 – „Auftritt Alice“. Das Kaninchen stoppt Alice. Sie richtet sich auf und weiß nicht recht, wie ihr geschieht.) Alice:

Wo bin ich denn hier gelandet?

Reiseleiter:

Herzlich willkommen im Wunderland!

Alice:

Wie bitte? Wunderland?

Kaninchen:

Ja, genau: Wunderland.

Alice:

(betrachtet die Soldaten) Ist das hier ein Traum oder Realität?

Reiseleiter:

Die Realität ist nur für diejenigen, die ihre Träume nicht aushalten.

Alice:

(für sich) Alles, was ich noch weiß, ist, dass ich in den Wald ging, um Beeren und Pilze zu sammeln, plötzlich sah ich ein weißes Kaninchen mit einer Uhr um den Hals, das in einem Kaninchenbau verschwunden ist. Ich bin ihm in den Bau gefolgt, gestürzt und minutenlang hinunter gefallen. Dann hat ein riesiger Wackelpudding meinen Aufprall gedämpft und jetzt bin ich hier heraus gekugelt!

Kaninchen:

Es wurde auch Zeit, dass du endlich ankommst. Wir müssen jetzt nämlich los, Alice!

Alice:

Woher kennst du meinen Namen?

Kaninchen:

Ich habe dich schon lange gesucht. Endlich hab ich dich gefunden!

Alice:

Wieso hast du mich gesucht?

Kaninchen:

Das wirst du noch früh genug erfahren. Heute werden sonderbare Dinge vor sich gehen im Wunderland, auch wird es ein großes Schachturnier geben. Du bist dazu auserkoren, am Turnier teilzunehmen!

Alice:

Ich kann doch gar nicht Schach spielen.

Kaninchen:

Wir haben jetzt keine Zeit für solche belanglosen Gespräche. Komm mit, das Flamingolf geht gleich los!

Alice:

Flamingolf? Was soll denn das sein?

Kaninchen:

Keine Zeit! Keine Zeit!

(Das Kaninchen nimmt Alice’ Hand, die beiden laufen davon.) Alice:

Nicht so schnell, du reißt mir ja noch meinen Arm aus!

Reiseleiter:

(zum Publikum) Na, das ist ja unerwarteter Besuch. Wenn Sie nichts dagegen haben, heften wir uns an die Fersen des Kaninchens und Alice. Dann erfahren Sie, was Flamingolf ist, und wieso Alice das Wunderland gefunden hat. Also dann, nichts wie los! 

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BILD 2 FLAMINGOLF (Im Garten des Forstmeisters. Die Combo spielt Musik No. 5 – „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Der Reiseleiter sing wiederum dazu. In der Mitte steht ein riesiger Rosenstock mit weißen Rosen. Herum drei Spielkartensoldaten, die nervös die weißen Rosen mit roter Farbe bemalen. Alice tritt näher und betrachtet die drei. Das Kaninchen hält Ausschau nach der Königin. Bei den drei Spielkartensoldaten entsteht ein Streit und sie bemalen sich gegenseitig mit Farbe im Gesicht.) Zwei:

Gib doch Acht, Fünf! Hör auf, mich derart mit Farbe zu bespritzen!

Fünf:

Ich konnte nichts dafür, Sieben hat mich am Ellenbogen geschubst.

Sieben:

So ist’s richtig, Fünf! Immer alles auf andere sieben – äh, schieben!

Fünf:

Du solltest lieber ganz still sein! Ich hörte die Königin gerade gestern sagen, dass du es verdientest, geköpft zu werden.

Zwei: Wofür? Sieben:

Das geht dich gar nichts an, Zwei!

Fünf:

Doch, es geht ihn etwas an! Und ich werd’s ihm sagen: Weil die Zwiebeln, die du der Köchin brachtest, Tulpenzwiebeln waren.

Sieben:

(empört) Also von all den Ungerechtigkeiten, die du bisher über mich –

(Alice räuspert sich. Die drei Soldaten werden auf sie aufmerksam und verstecken ihre Pinsel und Farbeimer hinter ihren Rücken, grinsen unschuldig.) Alice:

Entschuldigt die Störung, aber würdet ihr mir bitte verraten, warum ihr die Rosen dort anstreicht?

Soldaten:

Welche Rosen? – Anstreichen? – Wir doch nicht!

Alice:

Na die Rosen hinter eurem Rücken…

Zwei:

(zaghaft) Um die Wahrheit zu sagen, Miss, die Sache ist die, dies hier hätte ein roter Rosenstock sein sollen, und wir vertaten uns und pflanzten einen weißen ein. Und wenn die Königin das heraus bekommen sollte, würden uns allen die Köpfe abgeschlagen werden, nicht wahr. Sehen Sie, deshalb tun wir unser Bestes, damit, bevor sie kommt…

Kaninchen:

(schreit) Die Königin! Die Königin! Sie kommt!

(Das Kaninchen läuft fort. Die Combo spielt Musik No. 6 – „Auftritt Herzkönigin“. Von hinten erscheint ein rotes Mobil, der Herzbube steuert den Wagen. Hinter dem Mobil marschieren die Spielkartensoldaten. Die drei anderen Soldaten verstecken sich hinter dem Rosenstock.) Herzbube:

(ruft im Fahren) Grüßt die Herzkönigin, so wie sie euch grüßt!

(Herzkönigin winkt zum Publikum.) Herzkönigin:

(schreit) Halt!

(Das Mobil bremst abrupt, die Spielkartensoldaten dahinter stoßen zusammen und fallen wie Dominosteine um.) Herzkönigin:

Wer bist du, Kind?

Alice:

Mein Name ist Alice, zu dienen, Eure Majestät.

Herzkönigin:

Dann hast du noch einmal Glück gehabt und kommst mit dem Leben davon. (zu den drei Soldaten hinter dem Rosenstock) Und wer sind die drei hinter dem Rosenstock?

Alice:

Aber, da ist doch gar niemand hinter dem Rosenstock, Eure Majestät. (zum Reiseleiter) Wie kann ich die armen Spielkarten nur retten?

(Der Reiseleiter imitiert einen Elefanten.)

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Herzkönigin:

Ich sehe doch, dass sich da jemand versteckt.

Herzbube:

Das sehe ich genau so.

Herzkönigin:

Dir hat niemand erlaubt, deinen Mund zu öffnen, Herzbube.

Herzbube:

Ich bitte um Verzeihung, Eure Majestät. (poliert das Golfcart)

Alice:

Frau Königin, sehen Sie her! Ich kann mich in einen Elefanten verwandeln!

Herzkönigin:

Nicht möglich! Das muss ich sehen!

Alice:

Dafür müssen Sie sich aber ein wenig mehr zu mir drehen.

(Alice positioniert die Königin und den Buben genau so, dass sie dem Rosenstock abgewandt sind. Alice hält mit einer Hand ihre Nase und steckt ihren Arm durch den Bogen - „Elefantenrüssel“) Alice: Töröööö! Zwei:

Das ist unsere Chance!

Fünf & Sieben: Los! (Der Rosenstock beginnt sich zu bewegen. Ein Soldat sieht das und spricht zu einem Kollegen.) Soldat:

(amüsiert) Sieh mal, Acht, der Rosenstock hat es wohl mit der Angst zu tun bekommen, als er den Elefanten gesehen hat. (Soldaten lachen)

Herzbube:

Frau Königin, der Rosenstock ist auf der Flucht!

Herzkönigin:

Den Kopf ihm ab!

(Zwei Soldaten verfolgen den Rosenstock, bis sie nicht mehr sichtbar sind.) Herzkönigin:

Und nun zu dir, Kind. Wieso hast du dem Rosenstock zur Flucht verholfen?

Alice:

Das ist doch nicht meine Angelegenheit, wohin sich der Rosenstock bewegt.

Herzkönigin:

Den Kopf ihr ab!

Alice: Nonsens. Herzbube:

Niemand widerspricht der Königin!

Herzkönigin:

(zum Buben) Und niemand spricht für die Königin. Den Kopf ihm ab!

Alice:

Noch mehr Nonsens. Wer soll denn Ihren Wagen fahren, wenn Sie ihn köpfen lassen?

Herzkönigin:

(überlegt kurz) Du bist ein schlaues Ding. (ruft) Der Kopf bleibt dran! - Und wo waren wir beide stehen geblieben? Ach ja, wir wollten doch eine Partie Flamingolf spielen!

Alice:

Ja genau, das wollten wir!

Herzkönigin:

Man bringe mir meine Ausrüstung!

Herzbube:

Zu Befehl, Eure Majestät.

Herzkönigin:

Sehr gut. Welchen Flamingo empfiehlst du heute, Bube?

Herzbube:

Aufgrund der Wetterlage würde ich mich für einen dunkelrosa Flamingo entscheiden, die hellrosanen neigen bei diesen Temperaturen zu eckig zu schießen.

Herzkönigin:

So reiche er mir einen dunkelrosa Flamingo. Und für das Kind einen hellrosanen.

Herzbube:

Sehr wohl, Eure Majestät.

(Er nimmt zwei Flamingos, deren Köpfe als Schläger dienen.) Alice:

Aber das ist doch nicht fair!

Reiseleiter:

Pst! Wenn du deinen Kopf behalten möchtest, halte dich an die Regeln der Königin. Sie gewinnt ohnehin, so sehr du dich auch anstrengst.

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Herzkönigin:

Die Ziele auf Position!

(Die Spielkartensoldaten stellen sich verteilt im Garten auf. Sie dienen als Zielscheiben.) Herzbube:

Und hier sind auch noch die Geschoße.

Alice:

Aber das sind ja Igel!?

Herzkönigin:

Was denn sonst? Hast du etwa noch nie Flamingolf gespielt? – Den Kopf ihr ab!

Alice:

Gnade, Euer Majestät. Selbstverständlich habe ich schon Flamingolf gespielt, ich war nur verwundert über die Größe der Igel. Ich hatte bisher nur die Ehre, mit kleinen Igeln zu spielen. Aber die hier sind ja mächtig groß.

Herzkönigin:

So große Igel wie hier findest du sonst nirgends im ganzen Wunderland. Also dann, ich mache den ersten Schlag!

(Die Königin nimmt einen Igel, legt ihn auf den Boden und versucht mit dem Kopf des Flamingos den Igel zu treffen. Sie zieht durch, der Igel bleibt aber liegen. Die Königin sieht dem vermeintlich fliegenden Igel nach. Der Herzbube nimmt einen weiteren Igel und wirft ihn in Richtung einer Spielkarte.) Herzbube:

Ein sehr schöner Abschlag, Eure Majestät.

Herzkönigin:

Vielen Dank, Herzbube. Ich bin eben ein Naturtalent. Und weil ich so talentiert bin, darf ich gleich noch einmal!

(Sie geht vor zum Igel, zieht durch und trifft wieder nicht. Der Herzbube wirft den Igel wieder weiter und trifft eine Spielkarte, die unter Schmerzen zu Boden sinkt.) Herzkönigin:

Bravo! Der erste Punkt geht an mich! Und weil ich den ersten Punkt gemacht habe, darf ich gleich noch einmal schießen!

Alice:

Ich glaube aber, dass ich jetzt an der Reihe bin.

Herzkönigin:

Glaubst du das?

Alice:

Ja, das glaube ich! (zum Reiseleiter) Die beginnt mich echt zu nerven!

(Alice nimmt ihren Igel in die Hand, wirft ihn Richtung Königin und trifft sie. Diese schreit fürchterlich.) Herzbube:

(zu Alice) Was hast du nur getan?

Alice:

Etwas, das dringend notwendig war.

Herzkönigin:

Hilfe, Hilfe! Die Stacheln haben sich in mein herzkönigliches Hinterteil gebohrt!

Herzbube:

Ich bringe Sie sofort ins nächste Krankenhaus, Eure Majestät.

(Der Herzbube schultert die Königin, läuft zum Cart und legt die Königin ab. Er setzt sich hinein und fährt los. Die Soldaten laufen hinterher. Alice bleibt allein zurück. Plötzlich erscheint der Rosenstock mit den drei Spielkarten wieder.) Sieben:

Wo ist die Königin denn hin verschwunden?

Alice:

Die hat sich beim Flamingolf verletzt.

Reiseleiter:

Ganz blöde Geschichte.

Fünf:

Zum Glück ist sie weg.

Zwei:

Und vielen Dank, dass du unsere Köpfe gerettet hast.

Sieben & Fünf: Ja, vielen Dank!

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Zwei:

Können wir dir im Gegenzug irgendeinen Gefallen tun?

Alice:

Ihr könntet mir verraten, wo das Schachturnier stattfindet. Ich habe nämlich gehört, dass ich daran teilnehmen soll.

Sieben:

Das wissen wir leider nicht, solche Informationen sind nicht für unsere Ohren bestimmt.

Fünf:

Aber wir wissen ein paar andere Dinge!

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Alice:

Was denn zum Beispiel?

Zwei:

(zu Fünf) Wir dürfen über andere Dinge aber nicht sprechen, Fünf, das hat uns die Königin verboten.

Fünf:

Alice hat uns aber das Leben gerettet und daher verdient, etwas über die anderen Dinge zu erfahren.

Alice:

Also wer sind denn jetzt diese „anderen Dinge“?

Reiseleiter:

Diese anderen Dinge heißen Dideldum und Dideldei.

Fünf:

Sie sind Zwillinge.

Zwei:

Und haben eigentlich nur Unfug im Kopf.

Sieben:

Aber andererseits sind sie auch nicht so blöd, um gar nichts zu wissen.

Reiseleiter:

Bestimmt können sie dir den Weg zum Schachturnier erklären.

Zwei:

Du findest sie, wenn du hier entlang gehst, direkt unter dem größten Baum in der Umgebung hausen sie.

Alice:

Ich danke euch von ganzem Herzen! Auf Wiedersehen, ihr lieben Spielkarten! (läuft weg; die Karten winken ihr hinterher und malen weiter an den Rosen.)

Reiseleiter:

Da hatte die abenteuerlustige Alice ja noch einmal Glück, nicht geköpft zu werden. Und da sie sich bereits auf den Weg zu Dideldum und Dideldei gemacht hat, würde ich vorschlagen, dass wir ihr das gleich tun! 

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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstützt von:

DANKE AN: TORPROFI MOITZI BLUMEN REGINA

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Karin

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BILD 3 DIDELDUM UND DIDELDEI (Unter der Linde im Hinterhof der Gemeinde. Dideldum und Dideldei stehen wie versteinert und bleiben auch so, wenn der Reiseleiter und Alice bereits zu spielen begonnen haben. Die Combo spielt Musik No. 7 – „What a Day for a Daydream“. Der Reiseleiter singt wieder fröhlich mit.) Reiseleiter:

Meine geschätzten Weggefährten, Sie erleben nun einen weiteren Höhepunkt auf unserer Sightseeing-Tour durch das Wunderland. Mit Sicherheit haben Sie schon von den berühmten Zwillingen Dideldum und Dideldei gehört. Auch Alice kann es kaum erwarten, die beiden endlich kennen zu lernen.

Alice:

Komisch. Man könnte fast meinen, das wären Wachsfiguren, so starr stehen die da. (betrachtet die beiden versteinerten Figuren) Das ist ja lustig! Auf ihren Krägen stehen die Namen! Auf dem linken steht „Dum“ und auf dem rechten steht „Dei“. Es ist also anzunehmen, dass hinten auf beiden Krägen „Didel“ steht. Ich will einmal nachsehen!

(Sobald Alice hinter den beiden verschwindet, erwacht Dideldum zum Leben. Alice erschreckt sich.) Dideldum:

Wenn du uns für Wachsfiguren hältst, solltest du Eintritt zahlen, nicht wahr. Wachsfiguren sind nicht dafür gemacht, umsonst angeschaut zu werden. Na-hein!

Dideldei:

(erwacht ebenfalls) Gegenteiligerweise, wenn du uns für lebendig hältst, solltest du etwas sagen.

Alice:

Es tut mir gewiss sehr leid… (für sich) Warum geht mir denn plötzlich dieses alte Lied durch den Kopf?

DumDei-Duett (Musik No. 8)

Dideldum und Dideldei Zum Streite rief der Apfel, Denn Dum sprach: Den mach ich zu Brei! Den schönen, neuen Apfel.

Die Riesenkrähe flog herzu So schwarz wie Pech im Fasse; Das Heldenpaar gab sogleich Ruh, Entsagend allem Hasse.

Dideldum:

(macht Dehnungsübungen) Ich weiß, woran du denkst, aber so ist es nicht. Na-hein!

Dideldei:

Gegenteiligerweise, wenn’s so war, könnte’s so sein; und wenn’s so wäre, würde’s so sein; aber da es nicht so ist, isses nich so. Das ist Logik.

Alice:

Ich habe überlegt, welcher wohl der beste Weg zum Schachturnier ist. Es wird schon bald dunkel. Würdet ihr mir das bitte sagen?

Dideldum:

(beleidigt) Na-hein!

Dideldei:

(streichelt seinen Bruder zum Trost) Du hast falsch angefangen! Das erste bei einem Besuch ist, dass man sagt „Wie geht’s?“ – und sich die Hand gibt.

(Die Zwillinge umarmen sich intensiv und strecken dann jeweils eine Hand Richtung Alice aus. Alice nimmt beide Hände und wird von den Zwillingen „verschlungen“. Sie zerren sie zwischen ihre dicken Bäuche und beginnen vergnügt im Kreis zu tanzen. Combo spielt Musik No. 9 – „Reminiszenz Duett“. Nach einigen Runden fallen die Zwillinge aus Atemnot wie Käfer auf den Rücken. Alice ist froh, auch endlich wieder befreit zu sein und Luft zu bekommen.) Zwillinge: (keuchend) Viermal im Kreis ist genug für einen Tanz. Alice:

(zum Reiseleiter) Aber ich kann jetzt doch nicht mehr „Wie geht’s?“ sagen. Über diesen Punkt sind wir doch irgendwie hinaus… (zu den beiden) Ich hoffe, ihr seid nicht zu sehr ermüdet?

Dideldum:

(richtet sich wieder auf) Na-hein! Und vielen Dank für die Nachfrage.

Dideldei:

(ebenso) Sehr verbunden!

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Alice:

Also, würdet ihr euch jetzt bitte so hilfreich erweisen und mir den Weg zum Schachturnier schildern?

Dideldum:

Wozu sollten wir dir den Weg schildern?

Dideldei:

Wenn wir dir den Weg schildern, dann hätten die Schilder, die dir den Weg schildern, nichts mehr zu schildern. Und wenn das die Königin erfährt, würde uns der Kopf abgeschlagen. Das wollen wir aber nicht.

Dideldum:

Na-hein! Das wollen wir nicht!

(Von einem Baum hört man laute Geräusche, die im Entferntesten an ein wildes Tier erinnern könnten.) Alice:

Gibt es in dieser Gegend irgendwelche Löwen oder Tiger oder andere wilde Tiere?

Dideldum:

Das wäre mir neu.

Dideldei: Wieso? Alice:

Na, hört ihr das nicht?

(Aus einem nahe stehenden Baum fällt plötzlich eine Person zu Boden. Diese schläft mit lautem Schnarchen am Boden weiter, als wäre nichts geschehen.) Reiseleiter:

Um Himmels Willen! Wer ist denn da herunter gepurzelt?

Dideldum:

Ach, um den braucht ihr euch nicht zu sorgen.

Dideldei:

Das passiert fast täglich.

Alice:

Wer schläft denn bitte so fest, dass er trotz eines Sturzes so laut weiter schnarchen kann?

Dideldei:

Es ist nur der Schwarze König, der da schnarcht.

Dideldum:

Komm und sieh ihn dir an!

Dideldei:

Ist das nicht ein entzückender Anblick?

(Der König schnarcht immer lauter und beginnt auch zu sabbern.)

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Dideldum:

Fehlt nicht viel und der sägt sich seinen Kopf selbst ab, so wie der schnarcht. (Die Zwillinge lachen unisono.)

Alice:

Ich fürchte, er holt sich eine Erkältung, wenn er so auf dem feuchten Gras liegt.

Dideldei:

Er träumt jetzt. Und wovon, meinst du, träumt er?

Alice:

Das kann niemand erraten.

Dideldum:

Na, von dir! (Die Zwillinge klatschen unisono in die Hände.) Und wenn er aufhörte, von dir zu träumen, wo, glaubst du, wärst du dann?

Alice:

Genau da wo ich jetzt auch bin, natürlich.

Dideldei:

Na-hein! Du wärst nirgendwo. Ho, du bist doch nur ein Wesen in seinem Traum!

Dideldum:

Wenn dieser König da erwachen sollte, würdest du ausgehen – Peng! – wie eine Kerze!

Reiseleiter:

Pst! Schrei doch nicht so, du weckst ihn ja noch auf, wenn du so einen Lärm machst.

Dideldum:

Hoppla, das hätte ich beinahe vergessen.

Alice:

Übrigens: Wenn ich nur ein Wesen in seinem Traum bin, was seid ihr dann? Das möchte ich mal wissen!

Dideldum:

Ein dito.

Dideldei:

(schreit vor Freude) Dito, ein dito!

Reiseleiter:

Pst! Schrei doch nicht so, du weckst ihn ja noch auf, wenn du so einen Lärm machst.

Dideldei:

Hoppla, das hätte ich beinahe vergessen.

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Alice:

Es wäre wahrscheinlich besser, wir entfernen uns wieder vom König, um ihn nicht zu wecken.

Dideldum:

Nein, der König soll sich von uns entfernen. Das haben wir gleich.

Zwillinge:

Didelda, Didelde, Dideldi, Dideldo, Dideldu - herbei mit euch!

(Es erscheinen fünf ident aussehende, winzige Diener der Zwillinge. Combo spielt Musik No. 10 – „Auftritt Diener“. Alice ist von den Gestalten verwundert und begeistert zugleich.) 5 Diener:

Wir stehen zu Diensten, erhabene Herren.

Dideldei:

(zu Alice) Solche Lakaien zu besitzen ist wirklich praktisch, du solltest dir auch welche zulegen!

Dideldum:

(zu Alice) Das einzig schwierige dabei ist nur, sich zu merken, wer wie heißt.

Dideldei:

(geht auf einen Diener zu.) Ich habe einen Auftrag für dich, Didelda.

(Diener 1 ist verärgert, dass sich Dideldei den richtigen Namen nicht gemerkt hat und zeigt auf einen seiner Kollegen. Aber er zeigt auf den falschen, weil er sich die richtigen Namen anscheinend ebenfalls nicht merken konnte. So herrscht eine Verwirrung, bis alle an der Reihe waren.) Diener 1:

(zeigt auf einen Kollegen gegenüber) Didelda!

Diener 2:

(zeigt auf seinen Kollegen neben ihm) Didelde!

Diener 3:

(zeigt auf einen Kollegen gegenüber) Dideldu!

Diener 4:

(zeigt auf seinen Kollegen neben ihm) Dideldo!

Diener 5:

Didel – (will auf einen Kollegen zeigen, merkt aber, dass er der Letzte ist) – i!?

Dideldei:

Schluss jetzt mit dem Schabernack.

Dideldum:

Entfernt den schnarchenden König von unserem Grundstück. Sofort!

5 Diener:

Sehr wohl, erhabene Herren.

(Die Diener verbeugen sich leicht und hieven den König in die Luft. Mit ausgestreckten Armen tragen sie ihn über ihren Köpfen nach draußen. Combo spielt Musik No. 11 – „Abgang König“.) 5 Diener:

(während dem Hinaustragen) Rechts. Links. Oben. Unten.

(Bei „Rechts“ und „Links“ machen sie Schritte. Bei „Oben“ und „Unten“ bewegen sie den König auf und ab.) Alice:

Das sind ja komische Gesellen.

Dideldum:

Na-hein! Das sind keine Gesellen, sondern Lakaien.

Dideldei:

Dass du aber auch gar nichts weißt…

Alice:

Ich weiß jedenfalls, dass ich zum Schachturnier möchte. Und da sollte ich mich bald auf den Weg machen, es wird schon dunkel. Meint ihr, dass es anfängt zu regnen?

Dideldum:

(spannt großen Schirm über sich und seinem Bruder auf) Nein, das glaube ich nicht.

Dideldei:

Wenigstens nicht hier drunter. (Zwillinge lachen unisono.)

Reiseleiter:

Aber außerhalb könnte es regnen!?

Dideldum:

Soll’s doch, wenn es will. Wir haben nichts dagegen.

Alice:

(für sich) Solch’ selbstsüchtige Personen!

Dideldei:

(erschreckt sich, da er einen Apfel entdeckt hat) Siehst du das?

Alice:

Oh, ein Apfel!

Dideldei:

(rauft sich die Haare; panisch) Ich wusste es! Er will abhauen!

Dideldum:

Hilfe! Ein Flüchtling! TH EATER C

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Alice:

Aber das ist doch nur ein Apfel?! Ihr braucht euch doch nicht so zu ärgern über einen gewöhnlichen Apfel.

Dideldei:

Das ist kein gewöhnlicher Apfel!

Dideldum:

Das ist ein selbst geernteter Apfel!

Dideldei:

Und der geerntete Apfel ruft zum Streite, ist dir das klar?

Alice:

Aber wieso wollt ihr mit einem Apfel streiten? (zum Reiseleiter; trocken) Wieso wundere ich mich überhaupt noch über solche Dinge?

(Der Reiseleiter zuckt mit seinen Schultern.) Dideldum:

Auf in den Kampf!

Dideldei:

Zuvor müssen wir uns aber noch wappnen!

Zwillinge:

Didelda, Didelde, Dideldi, Dideldo, Dideldu - herbei mit euch!

(Es erscheinen wieder fünf ident aussehende, winzige Diener der Zwillinge. Combo spielt Musik No. 12 – „Auftritt Diener“.) 5 Diener:

Wir stehen zu Diensten, erhabene Herren.

Dideldei:

(geht auf einen Diener zu.) Ich habe einen Auftrag für dich, Didelda.

(Diener 1 ist verärgert, dass sich Dideldei den richtigen Namen nicht gemerkt hat und zeigt auf einen seiner Kollegen. Aber er zeigt auf den falschen, weil er sich die richtigen Namen anscheinend ebenfalls nicht merken konnte. So herrscht eine Verwirrung, bis alle an der Reihe waren.) Diener 1:

(zeigt auf einen Kollegen gegenüber) Didelda!

Diener 2:

(zeigt auf seinen Kollegen neben ihm) Didelde!

Diener 3:

(zeigt auf einen Kollegen gegenüber) Dideldu!

Diener 4:

(zeigt auf seinen Kollegen neben ihm) Dideldo!

Diener 5:

Didel – (will auf einen Kollegen zeigen, merkt aber, dass er wieder der Letzte ist; wütend) – i!

Dideldei:

Schluss jetzt mit dem Schabernack.

Dideldum:

Holt unsere Kriegsausrüstung!

5 Diener:

Zu Befehl, erhabene Herren!

Alice:

Was wollt ihr denn mit den ganzen Sachen?

Dideldum:

Jedes einzelne Teil von all dem hier muss irgendwie angelegt werden.

Zwillinge:

(strecken die Arme und Beine aus) Beginnt mit der Wappnung!

(Die 5 Diener beginnen damit, die Kochtöpfe auf die Köpfe aufzusetzen und Kissen am Bauch bzw. an den Beinen zu befestigen.) Dideldei:

Weißt du, Alice, das ist eines der gefährlichsten Dinge, die einem im Kampf zustoßen können: Wenn einem der Kopf abgeschlagen wird. (zu Dienern) Montiert mir meinen Kopfschutz!

(Die Diener stecken Dideldei den Schnorchel in den Mund und legen ein Kissen auf sein Gesicht und kleben es fest. Der Schnorchel lugt oben heraus.)

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Dideldei:

(spricht durch Schnorchel) Sehe ich sehr blass aus?

Alice:

Wie bitte? Ich kann dich nicht verstehen.

Dideldum:

Er fragt, ob er sehr blass aussieht.

Alice:

Was tut denn das zur Sache?

Dideldum:

Im Allgemeinen bin ich ja sehr tapfer, aber ausgerechnet heute hab’ ich Kopfweh! TH EATER C

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Dideldei:

(spricht durch Schnorchel) Und ich hab’ Zahnweh!

Alice:

(für sich) Ich will gar nicht wissen, was er jetzt wieder gesagt hat.

Dideldum:

Er hat Zahnweh.

Alice:

Wenn ihr beide Schmerzen habt, solltet ihr heute besser nicht kämpfen.

Dideldum:

Wir müssen ein bisschen kämpfen, aber ich lege keinen Wert darauf, lange damit fort zu fahren. Wie spät ist es jetzt?

Dideldei:

(„sieht“ auf seine Uhr) Halb fünf!

Dideldum:

Lass uns bis sechs kämpfen und dann zu Abend essen.

Dideldei:

Sehr gut!

Dideldum:

Und du kannst uns zuschauen, nur kommst du besser nicht zu nah heran. Ich schlage im Allgemeinen auf alles ein, was ich seh‘.

Dideldei:

Und ich schlage auf alles ein, was in meine Nähe kommt, ob ich es sehen kann oder nicht.

Alice:

Und das alles nur wegen eines Apfels.

Dideldum:

Es würde mir nicht so viel ausmachen, wenn es kein selbst geernteter wäre, der auf der Flucht ist.

Zwillinge:

Auf in den Kampf!

(Die Zwillinge beginnen wild umher zu schlagen, erwischen dabei aber hauptsächlich sich selbst. Alice sieht kurz zu und wendet sich dann ab.) Alice:

Das wird mir schön langsam zu bunt hier, ich muss mir den Weg zum Schachturnier wohl selbst suchen.

Reiseleiter:

Und bei dieser Suche wollen wir Alice tatkräftig unterstützen. Im Wunderland regieren neben der Herzkönigin nämlich auch noch die Weiße und die Schwarze Königin. Den Weg dorthin kenne ich und vielleicht können die beiden Alice ja weiter helfen. Eine kurze Frage noch an unsere Reiseteilnehmerinnen: Wer von ihnen ist noch Jungfrau? Also aufs Sternzeichen bezogen, meine ich. (Reaktion Publikum.) Wie fühlen Sie sich? Anders als sonst? Nein? Dann sind sie vermutlich keine Jungfrau mit Aszendent Einhorn. Alice ist nämlich eine Jungfrau mit Aszendent Einhorn – eine ganz seltene Gattung, der die Tiefenluft des Wunderlands dermaßen zusetzt, dass das äußere Erscheinungsbild sich andauernd verändert. Aber einerlei, machen wir uns auf den Weg zur Weißen und Schwarzen Königin. Weiter geht’s!

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BILD 4 AUDIENZ BEI DEN KÖNIGINNEN (Am Marktteich sitzen die Schwarze Königin und die Weiße Königin neben einander auf ihren Thronen. Vor ihnen jeweils ein Diener, der eine Pediküre durchführt. Beide Königinnen haben auch Gurkenscheiben im Gesicht. Im Teich selbst sieht man mehrere Tretboote - große Schwäne - herumfahren. Die Combo spielt Musik No. 13 – „Somewhere over the Rainbow.“ Der Reiseleiter freut sich einmal mehr über die Musik.) Reiseleiter:

Werte Mitreisende, Ihnen wird nun die große Ehre zu teil, mit Alice gemeinsam zu einer Audienz bei der Weißen und der Schwarzen Königin geladen zu sein. Die zwei Königinnen teilen sich die Herrschaft über das Wunderland schon seit jeher gemeinsam mit ihrer dritten Schwester, der Herzkönigin. Bitte halten Sie den entsprechenden Höflichkeitsabstand ein und sprechen Sie nur dann, wenn Sie gefragt werden.

Alice:

(zum Publikum) Hoffentlich können diese Königinnen mir den Weg zum Schachturnier erklären und sind nicht so unhöflich wie die Herzkönigin! (zu den Königinnen) Verzeihung, würden Sie mir bitte verraten…

Schwarze Königin:

(scharf) Sprich nur, wenn du gefragt wirst.

Reiseleiter:

Ich habe Ihnen ja gesagt, sprechen Sie bitte nur, wenn Sie…

Weiße Königin:

(noch schärfer) Ruhe! Sprich nur, wenn du gefragt wirst!

Alice:

Aber wenn sich alle nach dieser Regel richten würden und wenn Sie erst sprechen wollten, wenn Sie gefragt worden wären, und die andere Person immer darauf warten würde, dass Sie den Anfang machen, sehen Sie, dann würde ja niemals jemand irgend etwas sagen, so dass…

Schwarze Königin:

Lächerlich! Siehst du denn nicht ein, Kind -

(Sie macht eine lange Pause und beginnt, in Ruhe die Gurkenscheiben zu essen.) Schwarze Königin:

Oh, die sind aber sehr schmackhaft.

Schwarzer Diener:

Das liegt daran, Eure Majestät, dass Sie so würzig sind.

Schwarze Königin:

Hinfort mit dir, du Unhold! Sieh’ er zu, dass er Meter gewinnt, ansonsten lasse ich deinen Kopf abschlagen!

Schwarzer Diener:

(zur Weißen Königin) Eure Majestät, findet ihr denn nicht, dass diese Gürkchen würzig sind?

Weiße Königin:

(schreit lauthals auf) Auweh, auweh! Er ist so dumm, deswegen habe ich mir den Kopf zerbrochen!

Schwarzer Diener:

Ui, das wollt’ ich aber nicht.

Schwarze Königin:

Hinfort mit dir, du Unhold!

Weiße Königin:

Auweh, auweh! Mein zerbrochener Kopf, er schmerzt so sehr! Diener! Gipse er mir das Haupt – rasch! Schließlich muss ich doch heute noch zum Schachturnier!

(Der Weiße Diener beginnt die Königin zu verarzten – jedoch am rechten Bein.) Alice:

Da möchte ich auch hin! Könnten Sie mir den Weg dorthin verraten?

Schwarze Königin:

Wie lautete die erste Regel, die wir dir beigebracht haben?

Alice:

Sprich nur, wenn du gefragt wirst.

Schwarze Königin:

Und warum hältst du dich nicht daran?

Reiseleiter:

Wie Sie sehen sind die beiden Königinnen nicht unbedingt die einfachsten Gesprächspartnerinnen. Alles scheint sich zu wiederholen.

(Der Gips ist fertig am rechten Bein angelegt.)

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Weißer Diener:

Melde untertänigst, der Gips wurde angebracht, ist getrocknet und muss die nächsten drei Vollmonde getragen werden.

Weiße Königin:

Sieh nur, Schwester, ist das nicht ein Prachtexemplar von Gips?

Schwarze Königin:

Hast du dir nicht eigentlich den Kopf zerbrochen?

Weiße Königin:

Du hast Recht! Das darf doch wohl nicht wahr sein! (zum Diener) Dass er auch alles falsch machen muss! Den Kopf ihm ab!

(Ein Sensenmann erscheint, der den Weißen Diener mit sich nimmt.) Weißer Diener:

Aber ich wollte doch gar nicht… Gnade, oh allmächtige Herrscherin, Gnade!

Weiße Königin:

Also, so wie es aussieht, werde ich das Schachturnier in diesem Jahr wohl ausfallen lassen müssen. Es sei denn, wir ernennen dich zur Königin, mein liebes Mädchen.

Alice:

Ich soll eine Königin werden?

Schwarze Königin:

Du kannst aber erst eine Königin sein, wenn du die dafür vorgesehene Prüfung bestanden hast. Und je eher wir damit anfangen, desto besser.

Weiße Königin:

Los geht’s! Erstes Aufgabenfeld:

(Combo spielt Musik No. 14 – „Jeopardy“.)

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Weiße Königin:

Geografie. Wo liegt St. Lambrecht?

Alice:

In der Steiermark. Noch genauer im Bezirk Murau.

Schwarze Königin:

Falsch! Du hast wohl in der Schule nicht aufgepasst, sonst würdest du die richtige Antwort wissen, die nämlich lautet:

Weiße Königin:

St. Lambrecht liegt am Markterteich und rundherum liegt Österreich.

Schwarze Königin:

Weiter mit Mathematik. Kannst du zuzählen?

Weiße Königin:

Was ist eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins?

Alice:

(nimmt ihre Finger zu Hilfe) Ich weiß es nicht, ich hab mich verzählt.

Schwarze Königin:

Sie kann nicht zuzählen! Kannst du wenigstens abziehen? Was sind acht weniger neun?

Alice:

Acht weniger neun, das geht nicht, weil…

Weiße Königin:

Sie kann auch nicht abziehen. Kannst du teilen? Teile ein Brot mit einem Messer, was kommt dabei raus?

Alice:

Ich nehm’ an…

Schwarze Königin:

Butterbrote natürlich! Oh, da bekomm ich Hunger. (schreit zu Schwarzem Diener in Tretboot) Diener, bring er mir ein Dutzend Butterbrote!

Schwarzer Diener:

(ruft) Zu Befehl, Eure Majestät!

Weiße Königin:

Versuch’s noch mal mit Abziehen. Zieh einem Hund den Knochen weg: was bleibt übrig?

Alice:

(überlegt) Der Knochen würde natürlich nicht übrig bleiben, wenn ich ihn fortnähme - und der Hund würde nicht bleiben. Er würde kommen und mich beißen - und ich würde sicherlich nicht übrig bleiben!

Schwarze Königin:

Dann meinst du also, es würde kein Rest bleiben?

Alice:

Ja, ich glaube, das ist die Lösung.

Weiße Königin:

Falsch, wie gewöhnlich.

Schwarzer Diener:

Majestät, Ihre Butterbrote. (überreicht Brote und fährt wieder davon, die Schwarze Königin beginnt zu essen)

Weiße Königin:

Die Lösung der Aufgabe ist: Die Geduld des Hundes würde übrig bleiben.

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Alice:

Aber ich versteh nicht, wie -

Weiße Königin:

Sieh her. Der Hund würde die Geduld verlieren, nicht wahr?

Alice:

Ja, das würde er womöglich.

Weiße Königin:

Dann würde, wenn der Hund wegliefe, seine Geduld übrig bleiben.

Schwarze Königin:

(mit vollem Mund) Weiter mit der Prüfung! Du kennst gewiss das ABC?

Alice:

Gewiss kenn ich das.

Weiße Königin:

(erfreut) Ich kenn’s auch! (flüsternd) Und ich verrate dir ein Geheimnis: Ich kann Wörter mit einem Buchstaben lesen! Ist das nicht großartig? Doch sei nur nicht entmutigt, du wirst mit der Zeit auch so weit kommen.

Schwarze Königin:

Wie steht es mit praktischen Fragen? Wie wird Brot gemacht?

Alice:

Das weiß ich! Man nimmt zum Teig: Salz, Wasser…

Schwarze Königin:

Wie bitte? Salzwasser aus dem Teich?

Alice:

Das Wasser ist nicht aus dem Teich, sondern für den Teich… äh Teig. Und dazu mahlt man dann Korn.

Weiße Königin:

In welchen Farben malt man es? Du darfst nicht so viele Dinge auslassen!

Schwarze Königin:

Sie wird vielleicht schon fiebrig sein vom vielen Nachdenken. Lass uns ihr Luft zupusten.

(Die Königinnen pusten Luft Richtung Alice und sehen dabei aus wie Kugelfische.) Reiseleiter:

(zum Publikum) Ui, die haben Mundgeruch, da wird mir ja ganz schwindelig.

Alice:

(zu den Königinnen) Danke, mir geht es schon wieder besser!

(Die Weiße Königin hört nicht zu pusten auf, ihre Schwester bremst sie.) Schwarze Königin:

(streng) Es geht ihr jetzt wieder besser.

Weiße Königin:

(ablenkend) Ach ja – kennst du Fremdsprachen? Was heißt fiddel-di-diddel auf französisch?

Alice:

Fiddel-di-diddel ist kein Deutsch.

Schwarze Königin:

Wer hätte das denn jemals behauptet?

(Es klingelt ein Telefon, der Schwarze Diener hebt ab.) Schwarzer Diener:

Bei Ihrer Königlichen Majestät zu Schwarz. – Sehr wohl. – Auf Wiederhören.

Schwarze Königin:

Berichte er mir, wer stört diese wichtige Prüfung mit einem Anruf?

Schwarzer Diener:

Eure Majestät! Hollywood hat soeben angerufen.

Schwarze Königin:

Aus welchem Grund?

Schwarzer Diener:

Die Schaukel wäre abzuholen.

Schwarze Königin:

Das wurde auch Zeit. Geh’ er und hol’ er sie!

Schwarzer Diener:

Zu Befehl, Eure Majestät.

Weiße Königin:

Lassen wir das mit den Fremdsprachen. Weiter in der Prüfung: Was ist die Ursache des Blitzes?

Alice:

Die Ursache des Blitzes ist der Donner. Nein, nein! Anders herum, wollte ich sagen!

Weiße Königin:

Es ist zu spät zum Verbessern. Wenn du einmal etwas gesagt hast, bleibt es dabei.

Schwarze Königin:

Du musst meiner Schwester verzeihen, sie meint es gut, aber immer wieder muss sie solche törichten Dinge sagen. TH EATER C

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Weiße Königin:

Ich bin müde von der vielen Fragerei. Sing mir doch ein schönes Schlaflied und leih mir deine Nachthaube!

Alice:

Zufälliger Weise habe ich leider keine Nachthaube bei mir und ich kenne auch keinerlei einschläfernde Nachtlieder.

Reiseleiter:

Aber ich habe zufälliger Weise eine Nachthaube dabei! (überreicht diese.)

Schwarze Königin:

Na, wenn du nicht singst, dann muss ich selber singen. (erhebt sich)

Königinnen-Schlaflied (Musik No. 15)

Schlafet ein, Lady, im Schoß von Alice! Bis zu dem Fest bleibt euch Zeit noch für dies. Ist das Fest aus, dann geh’n wir noch zum Ball. Schwarz-Weiße Damen, Alice auch, und all’!

(Die Weiße Königin ist eingeschlafen, auch die Schwarze Königin macht es sich nun gemütlich.) Schwarze Königin:

Und da du nun die Worte kennst, sing das Lied einmal für mich. Ich werde auch gerade schläfrig.

Alice:

(rüttelt sie) Aber Sie müssen mit mir doch noch zum Schachturnier! Ohne die Königinnen kann schließlich kein Turnier stattfinden!

Schwarze Königin:

Ah, das Turnier, darauf hätte ich in Vorfreude auf mein Schläfchen fast vergessen. Bevor wir gehen, musst du noch das Zepter und die Krone der Weißen Königin an dich nehmen, um beim Turnier erkannt zu werden.

(Alice nimmt die Utensilien und stellt sich neben die Schwarze Königin, die währenddessen eingeschlafen ist.)

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Alice:

(versucht, die Königin zu wecken) Frau Königin, bitte erwachen Sie wieder! Wie soll ich ohne Sie denn das Schachturnier finden?

Schwarze Königin:

Geh zu den sprechenden Blumen, die werden dir weiterhelfen. Ich komme nach, sobald ich diesen wichtigen Termin hinter mich gebracht habe.

Alice:

(verwundert) Garten der… sprechenden Blumen?

Reiseleiter:

Die Blumen sprechen nicht nur, sie sind durch und durch lebendig!

Alice:

Dann nichts wie hin, bevor das Turnier noch ohne uns anfängt!

Reiseleiter:

(zum Publikum) Mit Sicherheit haben Sie sich gerade gefragt, woher Alice weiß, wo der Garten der lebendigen Blumen zu finden ist. (Pause) Eben: Sie weiß es nicht. Daher lassen wir das naive Mädchen jetzt suchen, bis sie den Garten gefunden hat und wir genehmigen uns in der Zwischenzeit ein Päuschen. Erfrischen Sie sich mit Getränken und Imbissen, machen Sie eine Rundfahrt am Marktteich oder schießen sie ein Photo mit der Schwarzen Königin! Die Reise wird in exakt 1440 Sekunden fortgesetzt - viel Vergnügen!

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BILD 5 EINE VERRÜCKTE TEEGESELLSCHAFT (Eine sehr lange, gedeckte Tafel. Auf einer Seite in der Mitte sitzen der Märzhase, der Hutmacher und zwischen den beiden ein Siebenschläfer. Auf dem Tisch sind rund 40 Gedecke, großteils bereits verwendet. Ebenso befindet sich auf dem Tisch eine riesige Teekanne. Neben der Tafel steht ein überdimensionales Punschkrapferl. Im Hintergrund spielt die Combo Musik No. 16 – „Dream a little Dream of me“. Der Reiseleiter singt dazu, während die Zuckersüße Dame Punschkrapferl an die VIP-Gäste verteilt.) Reiseleiter:

Meine sehr verehrten Wunderlandbesucher! Ein wenig sind wir ja schon herum gekommen, in dieser atemberaubenden Welt. Ich hoffe, die Reise hat Ihnen bisher Freude bereitet.

Alice:

Ich glaube, jetzt ist es aber an der Zeit, mich mal ein wenig auszuruhen…

Reiseleiter:

…dachte sich Alice und war froh darüber, zu dieser kleinen, feinen Teegesellschaft gestoßen zu sein. Ich darf Ihnen vorstellen: zu Ihrer Linken sehen Sie den allseits bekannten Märzhasen.

Märzhase:

(abwinkend) Ist ja gut, ist ja gut.

Reiseleiter:

Zu Ihrer Rechten sehen Sie den berühmten Verrückten Hutmacher!

Hutmacher:

(zum Reiseführer) Von wegen verrückt… (zum Publikum) Ich bin entzückt!

Reiseleiter:

Zwischen den beiden schläft Herr Siebenhofer.

Siebenschläfer: (erwacht kurz aus seinem Schlaf. Er erinnert mit seinen Bewegungen und der Sprache an einen Betrunkenen.) Schleicht’s eich! (schläft weiter.) Reiseleiter:

Weil er andauernd schläft haben der Märzhase und der Hutmacher ihn von Siebenhofer auf Siebenschläfer umbenannt. Und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie vorzüglich sich so ein Siebenschläfer als Polster eignet!

(Märzhase und Hutmacher demonstrieren, wie sie den „Polster“ nutzen.) Alice:

Fein, dann werde ich so frei sein und mich zu den Herren setzen.

Hutmacher & Märzhase:

Kein Platz! Kein Platz!

Alice:

Es ist doch reichlich Platz vorhanden! (sie setzt sich)

Reiseleiter:

Liebe Mitreisende, bitte nehmen auch Sie an den noch freien Stühlen Platz! Wer keinen Platz ergattert, hat die Möglichkeit…

Hutmacher:

(bissig) …ist selbst schuld.

Märzhase:

Ein Glas Wein gefällig?

Alice:

(blickt sich um) Ich seh‘ ja gar keinen Wein.

Märzhase:

(selbstverständlich) Na, es ist ja auch keiner da.

Alice:

Dann war es nicht gerade höflich von dir, welchen anzubieten.

Märzhase:

Es war auch nicht gerade höflich von dir, ungebeten Platz zu nehmen.

Alice:

Aber diese Tafel ist doch für viel mehr als drei Leute gedeckt?!

Hutmacher:

(pseudo-intellektuell an Teetasse nippend) Du solltest dir die Haare schneiden lassen.

Alice:

Du solltest den Mund besser nicht so voll nehmen. Das ist sehr ungezogen.

Hutmacher:

Ich nehme meinen Mund so voll ich will.

(Der Hutmacher steht auf, nimmt eine kleinere Teekanne und trinkt, sein Mund ähnelt dem eines Kugelfisches. Nach einiger Zeit sieht man, wie seine Hose im Schritt immer nasser wird. Danach setzt er die Teekanne seelenruhig ab, tupft sich den Mund ab und setzt sich.) Märzhase:

Siehst du, er nimmt den Mund wirklich so voll wie er möchte. TH EATER C

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Hutmacher:

Aber jetzt zu etwas anderem: Was hat ein Rabe mit einem Schreibtisch gemeinsam?

Alice:

Ha! Jetzt wird’s lustig!

Siebenschläfer: Heast, nit scho wieder des deppate Rätsel! (schläft wieder weiter.) Alice:

Ich glaube, das kann ich erraten!

Märzhase:

Meinst du damit, du denkst, dass du die Auflösung finden kannst?

Alice:

Genau das meine ich.

Märzhase:

Dann solltest du sagen, was du meinst.

Alice:

Das tu ich ja! Ich sage, was ich meine und ich meine, was ich sage. Was das selbe ist.

Hutmacher:

Kein bisschen das selbe! Genau so gut könntest du behaupten, das ‚Ich seh, was ich esse‘ das selbe sei wie ‚Ich esse, was ich sehe‘.

Siebenschläfer: Du kenntast genau so guat behaupten, dass ‚Ich atme, wenn ich schlafe‘, des gleiche is wie ‚Ich schlafe, wenn ich atme‘. Alice:

Aber ist das bei dir nicht tatsächlich das selbe?

Siebenschläfer: Is ma wurscht. (schläft weiter.) Hutmacher:

(legt seinen Fuß auf den Tisch und zieht eine Taschenuhr aus dem Schuh) Welches Datum haben wir heute?

Alice:

Den siebenten August. (Datum je nach Vorstellung ändern.)

Hutmacher:

Zwei Tage hinten nach! (zum Märzhasen) Ich hab dir gesagt, Butter würde dem Uhrwerk nicht bekommen.

Siebenschläfer: Woher sui denn da Hos bitte wissen, wos dei Uhr gern isst? Märzhase:

(stopft dem Siebenschläfer ein Punschkrapferl in den Mund.) Aber es war doch beste Butter!

(Siebenschläfer ringt aufgrund des Punschkrapferls nach Luft. Sein Kopf kippt plötzlich nach hinten, man glaubt, er sei erstickt.) Hutmacher:

Aber es sind wohl ein paar Brotkrümel mit hinein geraten. Du hättest sie nicht mit dem Brotmesser hinein tun dürfen.

Märzhase:

(nimmt die Uhr, tunkt sie in die Tasse wie einen Teebeutel) Ich bin mir sicher, es war beste Butter!

Alice:

(nimmt Uhr) Stopp! So machst du die Uhr ja kaputt!

Hutmacher:

Keine Sorge, die Uhr ist teedicht.

Märzhase:

(tadelnd) Immer diese ungebildeten Menschen…

Alice:

(betrachtet die Uhr) Was für eine sonderbare Uhr! Sie zeigt das Datum an, aber nicht die Tageszeit!

Hutmacher:

Wozu sollte sie? Zeigt deine Uhr etwa das Jahr an?

Alice:

Natürlich nicht. Aber aus dem Grund, weil das Jahr hindurch ja so lange gleich bleibt.

Hutmacher:

Was bei meiner ebenso der Fall ist.

(Der Märzhase streichelt in der Zwischenzeit die überdimensionale Teekanne und füttert sie auch ab und an.) Alice:

Ich versteh’ nicht ganz…

Hutmacher:

Hast du das Rätsel schon erraten?

Siebenschläfer: (spuckt das Punschkrapferl in hohem Bogen aus.) Bitte heats endlich auf mit dem deppaten Rätsel! (schläft weiter)

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Alice:

Nein, ich geb’s auf – wie lautet die Auflösung?

Hutmacher:

(kommt Alice näher und will ihr ins Ohr flüstern) Ich habe weder die leiseste, (schreit) noch die lauteste Ahnung. (lacht)

Alice:

(seufzt) Ich bin mir sicher, du könntest mit deiner Zeit etwas besseres anfangen.

Hutmacher:

(eingeschnappt) Wenn du Zeit so gut kennen würdest wie ich, würdest du nicht so mir nichts dir nichts über Zeit sprechen!

Alice:

Ich weiß nicht, was du meinst.

Hutmacher:

Natürlich nicht! Ich möchte sogar behaupten, du hast noch nie eine Unterhaltung mit Zeit gehabt!

Siebenschläfer: Sei froh… Alice:

Unterhaltung? Mit Zeit? Ich erinnere mich nur an so manchen Zeitvertreib.

Märzhase: Ojemine! Hutmacher:

Was hast du soeben gesagt?

Alice:

Ich erinnere mich nur an so manchen Zeitvertreib.

Hutmacher:

Vertreiben lassen mag sich Zeit überhaupt nicht. Und wenn du dich mit Zeit gut stellen würdest, ließe Zeit die Uhr immer so gehen, wie du wolltest. Du könntest es zum Beispiel sieben vor zwei sein lassen, so lange du willst.

Alice:

Ist das die Art, wie du es machst? (hält Uhr hoch)

Hutmacher:

(schnappt ihr die Uhr weg und steckt sie wieder in den Schuh.) Ist es nicht! Es war im letzten März, wir beide hatten Streit (zeigt auf Märzhasen) – es war beim Hofkonzert, zu dem die Herz-Königin eingeladen hatte. Ich musste singen.

Hutmacher-Arie (Musik No. 17)

Funkel, funkel, Fledermaus! Wonach fliegst du heut’ wohl aus? Segelst hoch über der Welt Wie’n Teetablett am Himmelszelt. Funkel, funkel…

(Hutmacher hat immer stärker zu schunkeln begonnen.) Siebenschläfer: Funkel, funkel, Schluss mit dem Geschunkel. (boxt Hutmacher, sodass dieser nach hinten kippt.) Hutmacher:

(wieder aufgestanden) Nun, ich hatte kaum die erste Strophe beendet, als die Königin schrie:

Märzhase:

(imitierend) Er stiehlt uns Zeit! Den Kopf ihm ab!

Reiseleiter:

Wie grausam!

Hutmacher:

Und seit dem Augenblick tut Zeit nichts mehr für mich, worum ich auch bitte! Es ist jetzt immer sechs Uhr.

Märzhase:

Deswegen ist hier auch so viel Teegeschirr aufgedeckt.

Hutmacher:

So ist es. Es ist immer Teezeit und wir haben keine Zeit, dass Geschirr zwischendurch zu spülen.

Märzhase:

(trinkt aus) Und sobald die Sachen schmutzig sind…

Hutmacher:

(trinkt ebenfalls aus) …rücken wir um eins weiter. Hopp auf!

(Alle müssen einen Platz weiter rücken.) Alice:

Aber was macht ihr, wenn ihr an den Anfang zurück kommt?

Märzhase:

Wir sollten von etwas anderem reden.

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Hutmacher:

Erzähl uns doch eine Geschichte, Siebenschläfer! (boxt ihn)

Siebenschläfer: Es war einmal und ist nicht mehr: Der Bürgermeister Pirerer. (schläft weiter) Märzhase:

Naja, so viel dazu.

Hutmacher:

Schenk dir doch mehr Tee ein, Alice!

Alice:

Ich habe noch gar nichts gehabt, also kann ich mir nicht mehr einschenken.

Hutmacher:

Du meinst, du kannst dir nicht weniger einschenken. Es ist überaus einfach, mehr als nichts zu nehmen.

Märzhase:

Teekanne, die Arbeit ruft!

(Die überdimensionale Teekanne, die noch immer am Tisch steht, bekommt plötzlich Arme und Beine, es hebt sich auch der Deckel und ein Kopf lugt heraus.) Teekanne:

(auf die feine, englische Art) Ja, Sir, wie kann ich Ihnen dienen?

Märzhase:

Die junge Dame hätte gern etwas Tee.

Teekanne:

Miss Alice, Sie wünschen?

Alice:

Was macht denn bitte die Teekanne da?

Siebenschläfer, Hutmacher & Märzhase: Na die Teekanne macht den Tee! Alice:

Ach so… Lieber Herr Teekanne, ich hätte gern eine Tasse Früchtetee!

(Die Teekanne beginnt zu weinen, aus dem Schnabel der Kanne läuft literweise Tee heraus. Die Teekanne läuft davon.) Alice:

Was hab ich denn jetzt schon wieder angestellt?

Hutmacher:

Die Teekanne ist derzeit nicht gut auf Früchte zu sprechen. Seine Frau, die Kaffeekanne, ist nämlich erst vor Kurzem mit dem Vater der Familie Himbeersirup durchgebrannt.

Märzhase:

Tragische Geschichte, in der Tat.

Alice:

(erblickt das riesige Punschkrapferl neben der Tafel und nähert sich ihm.) Wenn ich schon keinen Tee bekomme, dann möchte ich zumindest von diesem Punschkrapferl ein Stück probieren!

Märzhase:

Bist du noch ganz bei Sinnen?

Hutmacher:

Das ist doch nicht zum Verzehr gedacht, sondern zum Spielen!

Alice:

Lieber Herr Hutmacher, in der Schule habe ich gelernt, dass man mit Essen nicht spielen soll.

Hutmacher:

Das stimmt auch – aber hierbei handelt es sich um kein Essen. Der rosarote Würfel ist das Tor.

Märzhase:

(nimmt die große Kirsche vom Punschkrapferl) Und das ist der Spielball.

Alice:

Um welche Sportart handelt es sich hierbei bitte schön?

Hutmacher: Punschball! Märzhase:

(tadelnd) Immer diese ungebildeten Menschen…

Alice:

Gibt es dafür auch Regeln?

Hutmacher:

Natürlich! Ein Spiel ohne Regeln ist wie eine Butterfliege ohne Mandelflügel!

Märzhase:

Die Regeln sind einfach: Den Ball darf man nur mit den Knien oder den Ellenbogen berühren. Sobald er eine der vier Seiten des Tores berührt, bekommt man einen Punkt. Das Spiel hat schlussendlich derjenige gewonnen, der den Ball oben so aufs Tor drauf schießt, dass dieser darauf liegen bleibt. (Er demonstriert das Erzählte.)

(Siebenschläfer beginnt plötzlich stark zu husten, aus seinem Mund läuft eine grüne, zähe Flüssigkeit. Er schafft es, eine ganze Teetasse damit zu füllen.) 42

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Alice:

Was ist denn mit dem Siebenschläfer los?

Hutmacher:

Der hat nur wieder einen Schleim. So wie jeden Tag.

Siebenschläfer: (blickt in die volle Tasse) I glab, i brauch a neie Tassn! Hutmacher:

Oh ja! Ich auch! Höchste Zeit dafür! Es ist ja schon wieder sechs Uhr.

(Hutmacher und Märzhase stürmen zu ihren Plätzen und zerren Alice mit sich.) Hutmacher:

Auf drei lasst uns alle wieder einen Platz weiterrücken! Vier, neun, drei!

(Alle rücken einen Platz weiter. Alice sitzt nun vor der Tasse mit dem grünen Schleim.) Alice:

(hält Tasse hoch) Schön langsam wird es mir etwas zu bunt hier!

Hutmacher:

Du solltest den montäglichen Schleim des Siebenschläfers abwarten, der sieht aus wie ein Regenbogen.

Alice:

(steht auf) Nein, danke. Ich muss jetzt ohnehin weiter. Wisst ihr zufällig, wo ich den Garten der lebendigen Blumen finden kann?

Hutmacher & Märzhase:

Einfach immer der Nase nach!

(Plötzlich läuft eine riesige Nase durch die Gegend. Alice erblickt sie und läuft ihr hinterher.) Alice:

Wie könnte es auch anders sein… Danke und auf Wiedersehen!

Reiseleiter:

Liebe Reisende, die Teepause ist zu Ende, wir setzen die Reise fort!

(Reiseleiter und die Mitreisenden folgen der Nase.)

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BILD 6 GARTEN DER LEBENDIGEN BLUMEN (Vor dem Blumenbeet gegenüber dem Hause Hinterhofer stehen mehrere übergroße Blumentöpfe, darin steht jeweils eine lebende Blume, vorerst jedoch noch im Freeze. Alice tritt näher und betrachtet die Gewächse von allen Seiten, bis das Publikum Platz genommen hat. Die Combo spielt Musik No. 18 – „Morgenstimmung“. Eine Biene fliegt umher und ist auf der Suche nach Nektar.) Alice:

Ich bin zwar immer der Nase nach gelaufen, hab sie aber verloren… So ein Mist! Oh Tigerlilie, wenn du doch sprechen könntest!

Tigerlilie:

(bewegt sich etwas) Wir können sprechen, wenn jemand da ist, mit dem es sich lohnt.

Alice:

(zaghaft) Und können alle Blumen sprechen?

Tigerlilie:

So gut wie du es kannst. Und auch noch viel lauter.

Rose:

(erwacht) Es schickt sich nicht für uns, den Anfang zu machen, musst du wissen. Und ich hatte mich wirklich gerade gefragt, wann du etwas sagen würdest!

Reiseleiter:

(zum Publikum) Das Gesicht dieser Rose hat einen gewissen Ausdruck, wenn auch keinen gescheiten.

Alice:

(zu den Blumen) Fürchtet ihr euch nicht manchmal, hier draußen eingepflanzt zu sein, wo niemand da ist, der sich um euch kümmert?

Rose:

Der Baum in der Mitte ist doch da. Wozu soll er sonst gut sein?

Alice:

Aber was könnte er tun, wenn Gefahr im Verzug wäre?

Rose:

Er könnte bellen.

Tulpe 1:

Er ruft „Bau-waum!“ mit allen Astgabeln!

Tulpe 2:

Hast du das nicht gewusst?

(Alle Blumen schreien durcheinander „So ein Skandal“, „Sowas hätte es in meiner Blütezeit nicht gegeben“, etc.) Alice:

(übertönt die anderen) Ruhe! Das gilt für jede von euch! (zu den Tulpen) Wenn ihr nicht sofort still seid, pflücke ich euch.

Tigerlilie:

So ist es recht. Die Tulpen sind die schlimmsten. Wenn eine spricht, fangen alle gleichzeitig an, man möchte schier verwelken, wenn man ihnen länger zuhört.

Alice:

Wie kommt es, dass ihr alle so schön sprechen könnt? Ich bin schon in vielen Gärten gewesen, aber keine der Blumen konnte sprechen.

Rose:

Leg’ deine Hand auf die Erde und fühle sie. Dann wirst du wissen, warum.

Alice:

(berührt die Erde im Topf) Sie ist sehr hart. Aber ich versteh nicht, was das damit zu tun hat.

Veilchen:

Die Töpfe sind unsere Betten. Aber in den meisten Gärten macht man sie zu weich, so dass die Blumen fortwährend schlafen.

Alice:

Daran habe ich nie zuvor gedacht.

Tulpe 1:

Also meiner Meinung nach denkst du überhaupt niemals.

Tulpe 2:

Ich hab noch nie jemanden gesehen, der einfältiger aussah.

Alice:

Ich habe euch gewarnt.

(Alice pflückt zuerst Tulpe 1, danach Tulpe 2, die unter Klageschreien aus dem Topf gerissen und zu Boden geworfen werden.) Tigerlilie:

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Vielen Dank, das war höchste Zeit.

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Rose:

Wir hätten das ja selbst erledigt, aber wir sind nicht so beweglich wie du.

Veilchen:

Eine Blume hier im Garten gibt es aber noch, die umher gehen kann wie du! Aber sie ist belaubter als du.

Tigerlilie:

Sie hat genau so eine ungefüge Gestalt wie du, aber sie ist viel dunkler und ihre Blütenblätter sind kürzer, glaube ich.

Rose:

Sie stehen dicht, wie bei einer Dahlie und hängen nicht so zottelig herab wie deine.

Veilchen:

Aber dafür kannst du nichts. Du fängst an zu verblühen, weißt du. Da kann man es eben nicht ändern, dass einem die Blütenblätter ein wenig in Unordnung geraten.

Alice:

Kommt sie manchmal hier her?

Tigerlilie:

Du wirst sie bald sehen, möchte ich meinen.

Rose:

(leicht panisch) Ah, sie kommt! Ich höre ihre Schritte! Stapf! Stapf! Stapf!

(Die Schwarze Königin erscheint.) Schwarze Königin: Ah, da bist du ja, geschätzte Ersatz-Königin! Alle Blumen:

Ersatz-Königin?

Alice:

Jawohl, ich werde heute die Weiße Königin beim Schachturnier vertreten!

Alle Blumen:

Es tut uns leid, mit so loser Zunge zu Euch gesprochen zu haben, Majestät.

Schwarze Königin: Haben sie dich etwa beleidigt? Soll man ihnen die Köpfe abschlagen lassen? (Alle Blumen ziehen ihre Blätter ein und zittern.) Alice:

Aber nein, was wäre ich für eine Königin, wenn ich gleich an meinem ersten Arbeitstag unwissende Blumen hinrichten würde?

Alle Blumen:

Habt Dank, Eure Majestät!

Schwarze Königin: Wir müssen uns auf den Weg machen, das Turnier soll gleich beginnen! Alice:

Ja, Sie haben natürlich recht.

Schwarze Königin: Eines muss dir aber klar sein: Ab sofort sind wir Konkurrentinnen, schließlich kann nur eine Königin als Gewinnerin das Schachbrett verlassen. Alice:

Ich verstehe. Ich wünsche einen fairen Wettstreit.

Schwarze Königin: Ich Ihnen ebenfalls. (schütteln sich die Hände) Und nun, lasst uns auf das Schlachtfeld schreiten! (Alice und die Schwarze Königin „schreiten“ nebeneinander Richtung Stiftshof. Das Publikum folgt. Im Gehen dreht sich Alice kurz um und spricht zu den Blumen.) Alice:

Auf Wiedersehen, ihr Blumen! Bis zum nächsten Mal!

Alle Blumen:

Auf Wiedersehen! Und viel Glück für das Schachspiel!

Reiseleiter:

Nachdem sich Alice gemeinsam mit der Schwarzen Königin soeben zum Schachturnier aufgemacht hat, folgen wir den beiden am besten sogleich. Schließlich will ich Ihnen die größte Attraktion des Wunderlands nicht vorenthalten!

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BILD 7 DAS LEBENDE SCHACH (Im Stiftshof. In der Mitte befindet sich das Schachbrett – 10 mal 10 Meter. Das Spielfeld ist zu Beginn noch leer, die Figuren warten in der Mittelpforte. Das Publikum wird entlang der Stiege zur Peterskriche bzw. links und rechts oben entlang der Brüstung positioniert, um das Schachspiel perfekt aus der Vogelperspektive betrachten zu können. Bei der Tür zur Mittelpforte steht der Reiseleiter, der während des Schachspiels als Kommentator fungiert.) Reiseleiter:

Herzlich Willkommen zum diesjährigen Schachturnier im Wunderland! Es wurden wieder keine Mühen gescheut, um diese Veranstaltung so imposant wie möglich zu gestalten! Die Figuren wurden aufpoliert und haben eifrig trainiert, um Ihnen, geschätztes Publikum, einen spannenden Wettkampf zu bieten. Ich darf noch einmal darauf hinweisen, dass jeglicher Regelverstoß mit sofortiger Disqualifikation und nachträglicher Hinrichtung bestraft wird. Und nun: Lasset die Spiele beginnen!

(Musik No. 19 – „Spielbeginn“.) Reiseleiter:

Ihr Frauen und Männer, kommt heran. Bestaunet unseren Reigen. Wir wollen hier auf offenem Plan die edle Schachkunst zeigen.

(Weißer und Schwarzer König treten aus Mittelpforte auf und gehen auf ihre Positionen.) Schwarzer König:

Ich bin der König, die Hauptfigur.

Weißer König:

Fall’ ich, dann ist das Spiel zu Ende.

Schwarzer König:

Ich ziehe um ein Feld stets nur.

Weißer König:

Nach welcher Seite ich mich wende.

(Alice und Schwarze Königin treten auf.) Schwarze Königin:

Die Königin bin ich, eine streitbare Frau.

Alice:

Laufe und springe, wie ich mich wende.

Schwarze Königin:

Ich ziele weit, ich treff’ genau.

Alice:

In jeder Richtung bis ans Ende.,03

(Weiße und Schwarze Läufer treten auf.) Schwarzer Läufer C:

Wir flinken Läufer mit schnellem Schritt,

Weißer Läufer C:

durcheilen die Kreuz und die Quere.

Schwarzer Läufer F:

Wir nehmen gar manchen Bauern mit,

Weißer Läufer F:

Weit treffen unsere Speere.

(Weiße und Schwarze Springer treten auf.) Schwarzer Springer B: Nun kommen wir flotten Springer dran! Weißer Springer B:

Im Zick-Zack geht unser Lauf.

Schwarzer Springer G: Forsch gehen wir an den Feind heran. Weißer Springer G:

Und keiner hält uns auf!

(Weiße und Schwarze Türme treten auf.)

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Schwarzer Turm A:

Die Türme werden wir genannt.

Weißer Turm A:

Gar mächtig sind wir in dem Streite.

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Schwarzer Turm H:

Wir zieh’n gerade bis zum Rand.

Weißer Turm H:

Nach vorwärts, rückwärts und zur Seite!

(Weiße und Schwarze Bauern treten auf.) Schwarze Bauern:

Wir sind das Fußvolk, die Bäuerlein.

Weiße Bauern:

Nur vorwärts geht unser Schritt.

Schwarze Bauern:

Kommt schräg vor uns ein feindlicher Stein,

Weiße Bauern: Reiseleiter:

den nehmen wir gleich mit!

Weißer Bauer D:

Ich Damenbauer gehe vor, mach Platz für die Figuren. (D2 – D4)

Schwarzer Bauer F:

Ich Läuferbauer komm’ hervor, und geh’ auf anderen Spuren. (F7 – F5)

Weißer Springer B:

Nun komm’ ich Springer raus und ziele nach der Mitte. (B1 – C3)

Schwarzer Bauer E:

Der Königsbauer tritt hervor, doch nur mit einem Schritte. (E7 – E6)

Weißer Bauer E:

Weißer Königsbauer, auf! Ich mach’ der Schritte zweie. (E2 – E4)

Schwarzer Bauer F:

Wart’ nur, du frecher Bursch, du kommst gleich an die Reihe! (F5 X E4)

Wir führen euch ein Schachspiel vor mit lebenden Figuren. Leiht willig Auge uns und Ohr und folgt der Züge Spuren.

(Weißer Bauer E wird raus geworfen.) Weißer König:

Glaubst du, du könntest gleich mein Bäuerlein einstecken?

Weißer Springer B:

Dafür zieh ich als Ross, des Königs Bauern abzudecken. (C3 X E4)

(Schwarzer Bauer F wird raus geworfen.) Schwarzer Bauer A:

Bleibt auf dem Feld er stehen, so werden wir ihn schlagen.

Schwarzer Springer G: So komm’ ich Pferd heraus, den Springer zu verjagen. (G8 – F6) Weißer Läufer C:

Ich weißer Läufer fessle ihn, er wird sich noch genieren! (C1 – G5)

Weißer Bauer A:

Zieht Schwarz den Springer weg, die Dame sie verlieren!

Schwarzer Bauer C:

Der kecke Läufer-Zug, der wird euch gar nichts nützen.

Schwarzer Läufer F:

Ich Läufer geh’ nun vor, die Königin zu schützen. (F8 – E7)

Weißer Läufer C:

Nun schlag’ ich zu.

Weißer Bauer B:

Der Springer da muss sterben! (G5 X F6)

(Schwarzer Springer G wird raus geworfen.) Schwarzer Läufer F:

So stürz’ ich Läufer nun dich auch in dein Verderben. (E7 X F6)

(Weißer Läufer C wird raus geworfen.) Weißer Bauer C:

Nun neue Truppen vor!

Weißer Springer G:

Ich Springer will jetzt reiten! (G1 – F3)

Schwarzer Bauer D:

So bringen wir den König in Sicherheit beizeiten.

Schwarzer Turm H:

Drum eil’ ich Turm ins Feld und mache die Rochade.

Schwarzer König:

Dann find’ zu jedem Hieb ich gleich auch die Parade. (0 – 0)

(Schwarzer Turm H H8 – F8; Schwarzer König E8 – G8.) TH EATER C

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Weißer Läufer F:

Ich laufe gleich ins Spiel, bedroh’ ihn aus der Ferne. (F1 – D3)

Schwarzer Turm A:

Diese Drohung gilt nicht viel.

Schwarzer Bauer B:

Der Läufer kann mich gerne! (B7 – B6)

Reiseleiter:

Der Bauer zieht also dort, den seinen freie Bahn zu schaffen?

Schwarze Königin:

Hier habt ihr unser Wort, auch Schwarz hat scharfe Waffen!

Weißer Bauer F:

Wir greifen weiter an.

Weißer König:

Du, Springer, in die Mitte!

Weißer Springer G:

Die Zügel halt’ ich fest zu einem scharfen Ritte. (F3 – E5)

Schwarzer Springer B: Der Läufer ein Feld schräg, damit er weithin sehe. Schwarzer Läufer C:

Quer übers ganze Brett, bis an des Feindes Nähe! (C8 – B7)

Weißer Turm A:

Drum schnell die Königin hernach!

Weiße Königin:

Ich ziehe bis zum Rande. Schlag ich den Läufer dann mit Schach, so bringt’s dem König Schande. (D1 – H5)

Weißer Bauer A:

(während Zug) Die Läuferbahn schnell frei gemacht, die Königin zu stützen!

Weißer Bauer B:

Doch nehm’ der König sich in Acht, er kann sich nicht mehr schützen.

Weißer König:

Oh, oh!

Weiße Bauern:

Oh, oh!

Reiseleiter:

Oh, oh! Er hat Recht! Gefahr ist da! Die Dame kommt dem König nah!

(D8 – E7) Weiße Königin:

Die Sache ist für mich geritzt!

Schwarzer Bauer H:

Doch hier ein starker Bauer sitzt!

Reiseleiter:

Wie soll Alice ziehen jetzt? Was kann sie nur beginnen? Wie wird ihr Angriff fort gesetzt? Wie kann Weiß das Spiel gewinnen? Willst die Partie du rasch entscheiden, darfst du ein Opfer nicht vermeiden. Sieh’ her, ich hab’s: Die Dame auf H7! So wird der Schwarze auf dies Feld getrieben. Ziehst du den Springer dann, so ist’s ein Doppelschach. Der König muss heran, da hilft kein Weh und Ach! So wird er über’s Brett gehetzt und in acht Zügen Matt gesetzt.

Weiße Königin:

Ich tu’ nach dem Gebot und frage nicht danach, ob mir es bringt den Tod. Bauer weg, dem König Schach! (H5 X H7 +)

(Schwarzer Bauer H wird raus geworfen.) Schwarzer König:

Ha! Wagst du, freches Weib, den Bauern mir zu rauben? Mich, den König zu bedrohen? So musst du nun dran glauben!

Schwarze Königin:

Tritt kühn sie in den Staub!

Schwarzer Bauer G:

Für diesen frechen Raub sollst du uns bitter büßen! (G8 X H7)

(Weiße Königin wird raus geworfen.)

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Schwarzer Bauer A:

Wir werden unsere Macht den Weißen schon noch zeigen!

Schwarzer Bauer B:

Gebt nur Acht! Ihr müsst am Ende euch uns beugen!

Reiseleiter:

Das Opfer ist gebracht, die Dame musste sterben.

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Weißer König:

Doch war es wohl bedacht, es wird euch zum Verderben!

Weißer Springer B:

So geb’ ich Springer Schach. (E4 X F6 ++)

(Schwarzer Läufer F wird raus geworfen.) Weißer Läufer F:

Ich Läufer tu’s desgleichen.

Reiseleiter:

Vor diesem Doppel-Schach hilft nichts als ein Entweichen!

Schwarzer König:

Ich gehe einfach vor, ein König kennt kein Bangen. Versuch’s doch, armer Tor, mich auf dem Brett zu fangen. (H7 – H6)

Weißer Bauer C:

Der andere Springer Schach, der König muss zur Mitte! (E5 – G4 +)

Schwarzer König:

Sprecht doch nicht so dreist, ich geh’ mit sicherem Schritte. (H6 – G5)

Weißer Bauer H:

Endlich geh’ ich Bauer vor und greife weiter an. (H2 – H4 +)

Schwarzer Bauer C:

Es gibt doch nur ein Feld, wohin der König kann. (G5 – F4)

Weißer Bauer G:

Drum komm’ ich Bauer vor und werd’ den König treiben. (G2 – G3 +)

Schwarzer König:

Schreit’ vorwärts noch ein Feld, da kann ich ruhig bleiben. (F4 – F3)

Weißer Läufer F:

Oh, nein! Ich Läufer hier, ich werd’ dich weiter jagen! (D3 – E2 +)

Schwarzer Bauer D:

König auf G2, dann brauchst du gar nicht klagen. (F3 – G2)

Weißer Turm H:

So komm’ ich Turm eins hervor und zwinge ihn zum Rande. (H1 – H2 +)

Schwarzer König:

Da geh’ ich gerne hin, das ist doch keine Schande. (G2 – G1)

Weißer König:

Nun mach’ ich die Rochad’ nach meiner linken Seite, dann ist der König matt – Weiß Sieger in dem Streite! (0 – 0 – 0 – +)

(Weißer König E1 – C1; Weißer Turm A A1 – D1) Schwarzer Bauer E:

Was sollen wir tun, wie soll er zieh’n? Der König kann nicht mehr entflieh’n!

Schwarzer Bauer G:

Bleibt auf der ersten Reih’ er steh’n, dann ist es gleich um ihn gescheh’n.

Schwarzer Turm A:

Nimmt er den Turm an seiner Seite, so wird er dieses Springers Beute.

Schwarzer Springer B: Und geht er rückwärts um ein Feld, wird von dem Turme er gefällt. Reiseleiter:

Ist es denn wahr, ist er schon matt? Weiß denn keiner einen Rat?

Schwarze König:

Soll ich hier elend unterliegen, und glaubt’ so sicher schon zu siegen. Als ich die Dam’ ihm abgenommen, hielt die Partie ich für gewonnen!

Reiseleiter:

Nun soll so schmählich er verenden, kann niemand denn sein Schicksal wenden?

Schwarzer König:

Ihr lieben Leute, hört mein Fleh’n! Ach, lasst mich nicht zugrunde geh’n! Helft mir noch ein letztes Mal, befreit mich doch aus meiner Qual.

Weißer König:

Umsonst! Du musst dich drauf besinnen, aus diesem Matt-Netz gibt es kein Entrinnen. Dein Fleh’n und Bitten kann uns gar nicht rühren, musst deine Steine eben besser führen. Nun bist du jäh erwacht aus deinen Siegesträumen und musst mit gebroch’ner Macht das Feld jetzt räumen.

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Reiseleiter:

Weiß kehrt als Sieger heim, euch reiche ich den Preis. Jetzt lasst es wohl euch sein, der Kampf war brennend heiß. Gedenkt der Opfer noch in diesem Spiel, voran die Königin, die für euch fiel. Nun kehrt ihr stolz zurück aus diesem Krieg. Freut euch eures Glücks, wir gönnen euch den Sieg!

(Großer Jubel bei den Weißen Figuren. Sie nehmen Alice in die Mitte und werfen sie auf und ab.) Alice:

Das Spiel ist aus, der Wettstreit ist zu Ende, so reiche ich dir, Königin, zur Versöhnung meine Hände. Wieso reim’ ich denn noch immer? Das wird ja immer schlimmer!

(Das Weiße Kaninchen erscheint und läuft schnurstracks auf Alice zu.) Weißes Kaninchen:

Keine Zeit! Keine Zeit!

Alice:

(blickt auf dessen Uhr) Oje, es ist schon so spät geworden? Ich muss dringend wieder nachhause!

Schwarze Königin:

Das Weiße Kaninchen wird dich sicher nachhause begleiten.

Alice:

Habt vielen Dank, eure Majestät. Und seid bitte nicht böse, dass meine Mannschaft gewonnen hat.

Schwarze Königin:

Keine Sorge, das nächste Schach-Turnier lässt bestimmt nicht lange auf sich warten und dann wirst du nicht mehr als Siegerin vom Feld gehen!

Alice:

Das bedeutet, ich darf ins Wunderland zurück kehren?

Schwarze Königin:

Selbstverständlich! So oft wie du möchtest!

Alice:

Das ist ja großartig! Vielen, vielen Dank!

Weißes Kaninchen:

Keine Zeit! Keine Zeit!

Alice:

Ja, du hast Recht, lass uns gehen. (zu allen) Auf Wiedersehen, ihr wunderbaren Gestalten!

Alle:

Halt! Lass uns gemeinsam noch zur königlich-anerkannten Wunderland- Hymne tanzen, um deinen Abschied zu feiern!

(Alle gehen in Position für den Tanz. Währenddessen:) Reiseleiter:

Meine geschätzten Reiseteilnehmer! So sind wir auch schon am Ende unserer Sightseeing-Tour angelangt. Ich hoffe, das Programm hat Ihnen gefallen und wir würden uns freuen, wenn Sie auch in Zukunft wieder einmal mit „Fantastico Reisen“ einen Urlaub unternehmen werden. Ich verabschiede mich an dieser Stelle und freue mich gemeinsam mit Ihnen auf die großartige königlichanerkannte Wunderland-Hymne. Auf Wiedersehen und bis bald!

(Musik No. 20 – „Wunderland-Hymne“.)

ENDE

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PROBEN

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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstützt von:

BARBARA WACHERNIG „STIFTERL“-WIRTIN „Ich lade Euch sehr herzlich ein!“

Hauptstraße 7 8813 St. Lambrecht

ICH BIN GERNE IHRE WIRTIN. FÜR BESONDERS SCHMACKHAFTE FEIERN!

Fliese, Fliese an der Wand – wer ist der beste Fliesenleger im ganzen Land?

Ein steirisches Wirtshaus – von der Wirtin über den Wein bis zu den Speisen. Das ist das „Stifterl“ in St. Lambrecht. Aufgetischt wird feinste Küche mit Produkten aus steirischen Genussregionen, der Bioregion Murau und dem Naturpark Grebenzen. STEIRISCHE KÖSTLICHKEITEN VINOTHEK MURAUER BIER Kontakt und Reservierung: Mag. Barbara Wachernig 0664/2555063, genuss@stifterl.com, www.stifterl.com

SKI Info: +43 3585 2455 www.grebenzen.at GREBENZEN SKI St. Lambrecht GREBENZEN Info: +43 3585 2455

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Das Theatercamp St. Lambrecht wird unterstützt von:

ora et labora et lege Aus alten Quellen Neues schöpfen

KLOSTER AUF ZEIT DEN SCHALTER UMLEGEN MUSEEN DIE GESCHICHTE DURCHWANDERN STIFTSGARTEN SPAZIEREND ZU SICH FINDEN

Das Benediktinerstift St. Lambrecht Begegnungsraum, um den Geist zu erhellen und die Seele zu heilen

Zur Ruhe kommen und sich finden …

Besuchen Sie das Kloster der Benediktiner von St. Lambrecht. Kehren Sie ein, um hier „Kloster auf Zeit“ zu genießen, um mit den Mönchen zu leben, mit ihnen zu sprechen, um in kurzer Zeit ein lebendiges Gefühl für möglicherweise neue Werte zu finden. Oder kommen Sie als Gast in dieses Kloster am Fuße der Grebenzen, um in wenigen Stunden die vielfältigen Museen zu besichtigen, um einzutauchen in die Geschichte des benediktinischen Glaubens in den Wäldern des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen. Gerne empfängt man Sie auch als Gast im idyllischen Stiftsgarten mit dem barocken Pavillon. Hier wandelt man zwischen Rosen und Kräutern, hier wird man abgeholt, um in bestimmter Weise in das Universum zu entfliehen. Und hier kauft man feinste Kräuter des Sozialprojektes domenico.

www.stift-stlambrecht.at BENEDIKTINERSTIFT ST. LAMBRECHT A-8813 St. Lambrecht, Hauptstraße 1, T +43 3585 2305 0, info@stift-stlambrecht.at

www.schuledesdaseins.at SCHULE DES DASEINS

Begegnungszentrum im Benediktinerstift St. Lambrecht

A-8813 St. Lambrecht, Hauptstraße 1, T +43 3585 2305-10, schuledesdaseins@stift-stlambrecht.at


Ortsteil St. Blasen

www.wandelbühne.at IMPRESSUM: Für den Inhalt verantwortlich: Campus Holari. Die verrückteste Schule in den Bergen. Fotografie: Michael Zach. Gestaltung: Claudia Koschak. Alle Rechte liegen beim Campus Holari, bzw. die Autorenrechte bei Lukas Wachernig.

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SCHUTZGEBÜHR: 10 EURO

Marktgemeindeamt St. Lambrecht

Profile for Lukas Wachernig

Wandelbühne · Dokumentation Theatercamp 2015  

Foto-Dokumentation »Alice im Wunderland« Wandelbühne Theatercamp 2015

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