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Kulturessays

K ULTUR

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Vorstellungen: Mi., 17. März 10, 19.30h Do., 18. März 10, 19.30h Fr., 19. März 10, 19.30h Sa., 20. März 10, 19.30h Aula der Primarschule Köniz Buchsee, Lilienweg 15, 3098 Köniz

ensuite - kulturmagazin Nr. 86 | Februar 2010

P OLITIK

Wer sich nicht

DER UNGEWASCHENE BRÄUTIGAM Jahre lang nie die Zähne putzen, die Haare schneiden, die Kleider wechseln. Genau das schlägt der Teufel einem russischen Soldaten vor, der von einem langen Feldzug abgebrannt nach Hause kommt. Das Stück von Bernhard Wiemker wird von verschiedenen Wahlfachgruppen der Primarschule Köniz-Buchsee als witziges Spektakel mit Theater, Tanz und Musik im Rahmen der Könizer Schulkulturtage aufgeführt. Das Theaterstück «Der ungewaschene Bräutigam» von Bernhard Wiemker nach einem bekannten russischen Märchen wird von Schülerinnen und Schülern der 4. bis 6. Klasse in Köniz aufgeführt. Die zwei Hauptpersonen, ein russischer Soldat und das junge Teufelchen, das gerade das Abitur am Sanatorium knapp bestanden hat, treffen aufeinander. Natürlich bietet das Teufelchen einen Handel an. Sieben Jahre darf sich der Soldat nicht waschen, kämmen, frisieren, rasieren oder die Unterhosen wechseln, dafür hat er jeden Tag die dreckigen Taschen voller Gold. Ob der Soldat diesen Handel gewinnt und weshalb sich sogar der russische Zar für dieses ungewöhnliche Paar zu interessieren beginnt, kann das Publikum an vier Abendvorstellungen in der Aula der Prim.arschule KönizBuchsee herausfinden. Mit Tänzen, Musik, Gesang und phantasievollen Kostümen wird dieses Spektakel im Rahmen der Könizer Schulkulturtage 2010 gezeigt. Die Schülerinnen und Schüler verschiedener Wahlfachgruppen haben in fünfmonatiger Arbeit das Theater unter der Regie von Hape Köhli einstudiert. Die Tänzerinnen haben mit der Choreografin Simona Babst fleissig geprobt und tanzen zu Hits von Dschingis Khan, Sailor, Smokey Robinson und The Beatles. (Pressetext)

DER

Von Peter J. Betts

«

Wer sich nicht an den Tisch setzt, läuft Gefahr, auf dem Teller zu landen», so fidel – sinngemäss aus einer Tageszeitung zitiert – der neueste Massimo Leader von «Die Post», «La Poste», «La Posta» (gemäss den Gelben Seiten des Nachschlagewerkes dieses auf Kommunikation spezialisierten Betriebes hat sich etwa die vierte Landessprache zwischen Stuhl und Bank gesetzt – oder ist auf dem Teller gelandet?). Wollen Sie telefonisch von einer der «Postbeamtinnen» (mit einem Mann bin ich bisher noch nie verbunden worden) wissen, wie denn «Die Post» auf Rätoromanisch heisst, kommt die freundliche Antwort, dafür sei sie nicht zuständig, hier werde nicht gedolmetscht. Wenn Sie insistieren und sagen, Sie gingen davon aus, »Die Schweizerpost» unter der Nummer 0848 88 88 88 sei doch sicher wenigstens in der Lage zu kommunizieren, wie ihr auf Kommunikation spezialisierter Betrieb in der vierten Landessprache heisse, wird Ihnen (noch immer höflich) mitgeteilt, es gebe ja noch eine fünfte und sechste Landessprache(?!), von denen könne man unmöglich alle berücksichtigen, und im Übrigen wird Ihnen ein schöner Tag gewünscht und das Gespräch abgebrochen. Mir so am Dreikönigstag widerfahren. Bleibt mir als Trost die Drohung, das Gespräch sei vielleicht «zu Ausbildungszwecken aufgezeichnet worden». Kurz nach Weihnachten wollte ich auf die Poststelle Hinterkappelen anrufen, um zu fragen, ob auch in diesem Jahr die Aktion «zweimal Weihnachten» noch nicht wegrationalisiert worden sei (wie seinerzeit die Aktion: alte Telefonbücher sammeln und den Erlös für das Altpapier der Berghilfe zukommen lassen) und ob, falls noch immer aktuell, ich etwas mehr als in der vorhandenen Schachtel Platz gehabt hatten, bringen könne. Nun, die Adresse der Poststelle ist im Telefonbuch verzeichnet. Nicht die Telefonnummer ... Dafür «Die Schweizerpost» mit oben angegebener Nummer. Ich rufe an, warte das Instruktionstonband geduldig ab, drücke auf Taste 5, vernehme, ich werde gleich mit einem kompetenten Mitarbeiter(?) verbunden. Die

Dame meldet sich. Ich bitte sie um die Telefonnummer in Hinterkappelen. Diese könne sie mir nicht sagen, aber sie könne mich verbinden. Ich bitte darum. Sie könne dies aber nur tun, falls ich ihr mitteile, warum ich mit der Poststelle telefonieren wolle; ob es sich vielleicht gar um eine Privatsache handle? Ich stutze einen Moment, sage dann, ich sei zwar Privatkunde und möchte deshalb mit meiner Poststelle sprechen. Sie bedauert. Ich bedaure auch und sage, ich würde halt hinfahren, um mich persönlich zu erkundigen. Wir verabschieden uns voneinander höflich. Die nette Telefonstimme als diskrete Camouflage der knallharten Kontrollbeamtin? Meine Anfrage könnte ja Folgen für die Poststelle haben ... Ich hätte mich in den Hintern beissen mögen, weil mir zum Abschluss unseres höflichen Gesprächs nicht in den Sinn gekommen war – schliesslich hätte es auch hier die Chance gegeben, dass das «Gespräch zu Ausbildungszwecken aufgezeichnet» worden wäre – zu sagen, Herr Leuenberger von der obersten Heeresleitung werde sicher hocherfreut sein, dass ihr «Dienst-nach-Vorschrift-Verhalten» mich zu erhöhtem CO2-Ausstoss verführt habe. Das gleiche Departement. Ungleiche Prioritäten. Für Politprestige nicht verwertbar. Für Politpolemik auch nicht. Aber der Aufhänger dieses Textes ist ja nicht Postfinanz, nicht Postlogistik, nicht eine andere flächendeckende lukrative Postaktivität, sondern ein Herr, der sich gerne an den Tisch setzt, um zu verhindern, dass er auf dem Teller landet. Wer dabei auch immer sonst gerade verheizt oder anderswie verwertet werden mag, ist egal. Es ist das sinngemäss widergegebene Zitat des Herrn Béglé, des neuen Verwaltungsratspräsidenten des Gelben Riesen (Stand: 6. Januar 2010). In der Zeitung, der das obige «Zitat» entnommen wird, wird die Meinung geäussert, wonach es sich beim fidelen Massimo Leader um einen «ehrgeizigen Egomanen» handle, ausserdem wird geschildert, wie er im Ausland wichtige Posten erhalten habe, die ihm aber bald entzogen worden seien. Eine Chance für jene, die in der Post

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