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ensuite k u l t u r ausgabe nr. 3 / märz 2003

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● N A C H T S TA U B ● B E H I N D A F R O Z E N

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● Z E I T. Z E L L E N

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MUSIK / KONZERT Dienstag 18. und Mittwoch 19. März Laltracosa – the unanswered question Der Berner Chor Laltracosa singt unter der Leitung von Michael Kaufmann Chorwerke des 20. Jahrhunderts: Charles Yves, John Cage, Charles Mingus, Geroge Gershwin. Eine einmalig interessante Zusammenstellung, die gut in unsere Zeit passt. Kornhausforum/ 20.30 Uhr Sonntag, 9. März Sandro Schneebeli “World Music Group” Dies ist das dritte Zusatzkonzert und es ist angebracht, sich einen Platz zu reservieren. Mit Michael Zisman am Bandoneon wird hier traumhaft schöne Musik gespielt! Dampfzentrale Musikkeller/ 20.00 Uhr Samstag, 15. März Peña Flamenca Los Caracoles: Movida Die Zürcher Gruppe Movida spielt Flamenco-Pop mit Latineinflüssen und Jazz. Das verspricht eine interessante Erlebnisreise durch diverse Musikstile. Dampfzentrale Musikkeller/ 21.00 Uhr Sonntag, 16. März nå by zimoun Das tonus-music Labor ist wohl eines der interessantesten Neuzeit-Jazz-Projekte in Bern. Ein Konzert mit bekannter Formation: Philipp Schaufelberger (g), Don Li (alto sax), Mik Keusen (p), Zimoun (e. b.), Ben Loosli (dr). Tonus-Music Labor Bern/ 21.00 Uhr Sonntag, 16. März World Woman Voices: Sally Nyolo Die Sängerin aus Kamerun hat mit ihrem letzen Album international auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Musik ist sensibel und modern – man darf durchaus gespannt sein... Sous Le Pont/ 21.00 Uhr Sonntag, 30. März Yaya Ouattara Duba Dew Eine eigenartig fantastische Mischung aus Afrika, Brasilien und der Schweiz. Die Formation Duba Dew mit dem Perkussionisten Yaya spielen mit den Schweizern Bugnon, Braff und Oester zusammen. Wem das zuwenig heiss ist, der soll erst mal reinhören. Dampfzentrale Musikkeller/ 20.30 Uhr

K U L T U R A G E N D A THEATER Shockheaded Peter Struwwelpeter Eine gelungene Junk Opera von Couch/ McDermott nach Dr. Heinrich Hoffmann. Und wer diese Suppe von Namen nicht verstanden hat, die/ der soll doch mal davon probieren... Stadttheater Kornhausbühne 1./ 3./ 11./ 15./ und 16. März Dienstag 4. bis 25. März Das Verhör an Silvester Delnon: Galuchat, ich weiss nicht, was mich davon abhält, ihm die Schreibmaschine in die Fresse zu knallen. Galuchat: Die Vorschriften, Delnon. Ich gebe zu, wenn die verdammten Vorschriften nicht wären... Das Theater an der Effingerstrasse Di - Sa 20 Uhr, So 17 Uhr Mittwoch 12. bis Samstag 15. März Mannsbilder – Weibsbilder Das erste Programm der Schwulen Berner Sänger Schwubs mit dem Frauenensemble “les sirènes”. Es verspricht heiter zu werden... Schlachthaustheater/ 20.30 Uhr Mittwoch 19. bis Samstag 22. März Baregg – Heimat Theater Stück “Baregg” tönt irgendwie nach Heimat. Dass man daraus ein Stück machen kann und vielleicht ein bisschen Heimat, zeigt Regisseur Christoph Moerikofer mit seinen staulustigen SpielerInnen. Schlachthaustheater/ 20.30 Uhr Donnerstag, 27. bis Samstag 29. März Halbfinal Première eines Theaterabends von und mit jugendlichen Asylsuchenden, Migrantinnen und Schweizer Jugendlichen. Ein Beitrag für die Menschenrechte und gegen Rassismus. Schlachthaustheater/ 20.30 Uhr

TANZ / PERFORMANCE Donnerstag 6. bis Samstag 8. März Sabina Seiler - Nachtstaub inFlux – behind a frozen canvas Zwei moderne Tanzstücke an einem Abend, die verschiedener nicht sein könnten und doch zusammengehören. Beide Choreografinnen kommen aus Bern und zeigen Arbeiten von einer selten gesehenen Intensität. Siehe den Artikel in diesem Heft. Dampfzentrale Turbinensaal/ 20.00 Uhr

Samstag, 15. und Sonntag 16. März co.ainsi.danse – zeit.zellen Die Choreografin Susanne Mueller zeigt zum zweiten Mal ihre geniale Tanzinstallation. Siehe auch den Artikel in diesem Heft. Centre Pasquart Biel Sa 20.30 Uhr/ So 17.00 Uhr Mittwoch 19. und Donnerstag 20. März Obviam Est «Courage... l’amour... e(st) la vie» Choreografisches Theater von Martin M. Bartelt, der seit 1995 als Tanzpädagoge an der Suola Teatro Dimitri arbeitet. Die Tanzkompagnie Obviam Est wurde letztes Jahr gegründet und hat bereits Auszeichnungen erhalten. Dampfzentrale Kesselhaus/ 20.00 Uhr

DIVERSES Vom 6. bis zum 29. März nouvelles - Liebe, Lust und Laster Zum letzten Mal finden in Bern die Frauenfilmtage unter dem Label nouvelles statt. Details in diesem Heft oder in den Berner Kinos. Samstag, 8. März Blue Moon Ein Anlass, der sich vor allem Tänzer und Tänzerinnen über 29 merken müssen: Das ist die neuste Partyserie (4 x im Jahr) für diejenigen, die sich in den normalen Discos zu alt vorkommen... Kornhaus Stadtsaal Donnerstag, 13. März Louise Profeit - Life Lessons Eine Frau aus dem Stamm der Nacho N’y Ak Dun (Yukon/ Kanada) erzählt Geschichten, die aus einer reichen Vergangenheit schöpfen. Viel altes Wissen, welches uns durchaus gut tut. (englisch) Berner Puppentheater/ 20.15 Uhr Sonntag 23. März Man stirbt jeden Tag. Grausam. Gabrielas Kindheitseindrücke, tief geprägt durch jahrelange sexuelle Ausbeutung. Ein Dokument über seelische Stärke. Chrüz & Quer/ Radio RaBe 95.6 Mhz/ 9.00 Uhr

Diese Kulturagenda hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist vielmehr eine Selektion

Freitag, 21. März Museumsnacht Bern 03 Zum Frühlingsbeginn öffnen 16 Museen, Archive und Bibliotheken die Türen und zeigen bis Nachts um 2.00 Uhr, dass Museen nicht nur Seniorenresidenzen sein müssen. Ausstellungen, Sonderführungen, Events, Bars und eine halbe Stadt, die hoffentlich da erscheinen wird... Siehe Programmheft/ ab 18.00 Uhr

von Veranstaltungen, die uns wichtig erscheint und die speziell hervorgehoben werden sollte. Informationen für diese Kulturagenda mit detaillierten Pressebeschreibungen bitte an ensuite@interwerk.ch oder an die Postadresse der Redaktion.


Foto links und Titelseite: Anne Steudler

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t Kulturagenda.................................... 2 Editorial/ Ticker................................ 3 Reisen im Kinosessel....................... 4

EDITORIAL Zeit spielt im Leben immer eine zentrale Rolle, doch es scheint, dass wir langsam ein Bewusstsein bekommen, dass dieser Begriff eine vergängliche Einheit darstellt. Verlorene Zeit ist dahin – unwiderruflich. Im Wörterbuch ist zum Wort “Zeit” zu finden: “Empfinden für Veränderungen in Momenten, Stunden, Tagen, Monaten, Jahren.” Viele Veränderungen stehen an. Wie viel Zeit habe ich wahrgenommen? Wie viel Zeit bleibt uns vor einem Krieg? Werden wir danach noch Zeit haben? Über das Thema Zeit wird künstlerisch bei zeit.zellen von co.ainsi.danse philosophiert. Die Tanzinstallation der Choreografin Susanne Mueller ist für interessierte RaumzeitdenkerInnen eine Empfehlung und spielt zudem in einem unkonventionellen Raum: dem Centre Pasquart in Biel. Viele andere spannende kulturelle Momente werden uns in diesem Monat geboten. Uns wird die Zeit fehlen, all diese zu erfassen. So wird die Zeit, wie auf dem Titelbild mit uns tanzen - einen Tango: intensiv, spielerisch, aber erbarmungslos endlich. Vielleicht ein Vorgeschmack auf ein intensiveres, zukünftiges Zeitempfinden. Zukunft hat auch ensuite, welches nun bereits in der dritten Ausgabe mit 4 Seiten mehr aufliegt. Einzig die Finanzierung ist nicht gesichert - wie sollte sie auch in solchen Zeiten. Helft mit Werbung zu schalten oder lest die letzte Seite noch einmal durch. ensuite ist momentan das einzige unabhängige Kulturmagazin in Bern und wird es noch einen Moment bleiben. Schöne Märzzeit.

15 Jahre nouvelles........................... 5 Reklame............................................ 6 BeJazz/ World Music Group Sascha Schönhaus........................... 7 Nachtstaub behind a frozen canvas................ 8/ 9 Scala................................................ 10 Frida Kahlo/ Buch-Tipp.................. 11 zeit.zellen.................................. 12/ 13 La Cappella/ Tina Teubner............... 4 Von Menschen und Medien CD-Tipp........................................... 15 Die letzte Seite .............................. 16

Lukas Vogelsang

TICKER

impressum ensuite – Kulturmagazin erscheint monatlich als Gratiszeitung. Auf-

Ohne grosses Aufsehen wurde der Name des CinéStar-Kinos (ehemals Cosmos) vor rund einem Monat wieder geändert. Nachdem das “original” CinéStar aus Berlin geklagt hatte, musste die Quinnie Cinema Films Ltd. den Namen ändern. Nun heisst es ganz originell CinemaStar. Wie auch immer: Es bleibt unser Cosmos-Kino.

lage: 10‘000. Adresse: ensuite – Kulturmagazin; Sandrainstrasse 3; 3007 Bern; Tel. und Fax : 031 318 6050; mail: ensuite@interwerk.ch Herausgeber: WE ARE – Verein Weltmusik in Bern Redaktion: Lukas Vogelsang (vl), Brigitta Oesch (bo), Jodok Kobelt, Andrea Müller, Klaus Bonanomi Gestaltung: Gere Zbinden; Sandrainstrasse 3; 3007 Bern; 031 311 1333 Fotos/ Bilder: Anne Steudler, Luc Mettler, zVg. Druck: Der Bund Verlag AG Vertrieb: PGB; Bern Redaktionsschluss ist jeweils am 18. des Vormonates. Die Redaktion ensuite ist politisch, wirtschaftlich und ethisch unabhängig und selbständig. Die Texte repräsentieren die Meinungen der

Letzten Monat hatten wir über „Widder das Kleid“ einen Beitrag. Nun gibt es ab 21. März (Tierkreiszeichenbeginn) eine Webseite: www.widderdaskleid.com. Da könnt Ihr die genähten Ideen von Beatrice Heuberger bewundern und bestellen...

Autoren/innen, nicht jene der Redaktion. Copyright bei WE ARE - Verein Weltmusik in Bern. Diese dritte Ausgabe ist mit der finanziellen Unterstützung der Interwerk gmbh zustande gekommen.

auawirleben 2003 – on time! aua wir feiern Geburtstag! Zum 20. Mal werden zwischen den 3.4. und dem

4.5.2003 neue Theaterstücke in den Kulturhallen Dampfzentrale, im Schlachthaus, auf der Kornhausbühne und in der Hochschule für Musik und Theater zu sehen sein. Ein Schwerpunkt bildet die neue Schweizer Dramatik. Eingeladen sind unter anderem Guy Krneta, Anina La Roche und Rainer Hoffman, Barbara Weber und Philipp Stengele, Michael Stauffer, Theaterhaus Jena, TIF/Staatsschauspiel Dresden, sophiensaele berlin, Thalia Theater Hamburg und Werkhaus Mannheim, Nationaltheater. Ausserdem: literarisch-musikalische Specials, das Podiumsgespräch “Schreiben ein Drama” und ein Lieblingsfilm. Special Guest: Michael von der Heide in concert. Infos: www.theater.ch/auawirleben


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JODOK W. KOBELT

Reisen im Kinosessel E

s gibt verschiedene Möglichkeiten die Welt kennen zu lernen. Kaum eine ist stressfreier, umweltschonender, aufschlussreicher und genauer, als eine Weltreise im Kinosessel. Den Bildern aus asiatischen Grossstädten fehlt vielleicht der Duft der Garküchen; reist man durch die Wüste, fehlt der Wind oder die Hitze. Aber sonst ist alles da, was man sich von einer richtigen Reise erwünscht: Man erlebt die Menschen in ihrer eigenen Welt, hört sie über sich und die Welt nachdenken ohne irgendwelche touristische Übersetzung oder Interpretation. Das Internationale Filmfestival in Fribourg bietet vom 16. bis 23. März die Gelegenheit, solch bilderreiche Geschichten aus dem Süden zu sehen. Jene Geschichten, die man weder im Tross einer geführten Reisegruppe, aber auch selten als Individual-Tourist erlebt. Mali, Bangladesh, Mexiko, Japan oder Aegypten zeigen sich von einer Seite, die man sonst nie, oder höchst selten, erleben kann. Absolut unsensible Reisende finden es vielleicht selbstverständlich, ohne Einladung in irgendwelche Hinterhöfe zu trampeln und dort mit den «Einheimischen» zu sprechen, oder nur um die obligaten, «authentischen» Fotos zu schiessen. Im Film jedoch erzählt mir jemand eine Geschichte aus seiner Welt, ich erhalte Einblick in seine Seele. Ich werde eingeladen, mit seinen Freunden und Freundinnen zu lachen und zu weinen. Einiges verstehe ich nicht, ist mir zu fremd. Es wäre mir sicher noch fremder, wenn ich selber dort wäre. Es geht oft um die alten Zankäpfel von Macht, Reichtum, Ehre und Niedertracht. Aber ich erlebe diese Streitereien nicht auf dem politischen Parkett, sondern in der Alltagswelt der Protagonisten – und ich verstehe später die Fernsehbilder und Radionachrichten etwas besser. Weil ich eine Stadt, ein

Bild: zVg.

Land, eine Mentalität nicht nur durch CNN-Augen sehe, sondern weil mich jemand eingeladen hat, einmal durch seine Augen auf seine Welt zu blicken. Und dann die Geschichten! Wir in Europa, in der westlichen Welt, haben längst verlernt, Geschichten zu erzählen. Bei uns kommen meistens Stories heraus, oder Erinnerungen. Wir haben vergessen, dass gute Geschichten mehr sind als nur Erlebnisse, mehr als eine Aneinanderreihung von Dialogen, Taten und deren Konsequenzen. Wenn bei uns mal eine Geschichte im Film oder im Buch erzählt wird, wird das im Feuilleton als Sensation gefeiert. Die Autoren und Regisseure aus dem Süden beherrschen diese Kunst noch. Es geht hier nicht darum, diese Geschichten-Tradition zu verklären oder überzubewerten – aber ich tauche aus einem solchen Filmerlebnis viel fröhli-

cher oder aufgewühlter auf, als nach einer hochintellektuellen oder technisch aufgeplusterten Produktion westlicher Prägung. Eines habe ich noch vergessen: Ich kann bequem in meinem Kinosessel Länder entdecken, von denen ich bislang keine Ahnung hatte. Vielleicht gibt mir ja der eine oder andere Film eine Idee für eine echte Reise – viel eindrücklicher als jede Reiseagentur. Zugegeben: Ich bin kein Badestrand-Ferienmacher. Mich hat schon immer mehr interessiert, was neben den Touristenpfaden zu finden wäre. Ein Ohr und ein Auge voll davon werde ich Mitte März in Fribourg entdecken können. Alle Informationen zu den rund 80 Filmen aus dem Süden findet man im Internet unter www.fiff.ch.


5 LILO SPAHR

15 Jahre nouvelles Liebe Lust Laster

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Regisseur-

innenblick richtet sich in diesem März auf die Sinnlichkeit, die Leidenschaft und die Begierden.

m März findet die 15. und letzte Aus gabe von Nouvelles statt. Ein Kapitel schweizerischer Frauenfilmgeschichte geht zu Ende, die Erkenntnis aber, dass es gilt, die Sichtweise von Regisseurinnen mehr und mehr in den Kinoalltag einzubringen, bleibt bestehen. Ein Anliegen, das von jeher Konzept der nicht-kommerziellen Kinoszene war, insbesondere auch des Kinos in der Reitschule. Dort findet fast das gesamte diesjährige Nouvelles-Programm unter dem Titel Liebe, Lust und Laster statt. Liebe, Lust und Laster steht generell auch für fünfzehn Jahre feministische Filmarbeit, die mit Liebe, Lust und Herzblut, ja mit Leidenschaft von vielen Frauen aus der ganzen Schweiz meist ehrenamtlich geleistet wurde. Jeden März während 15 Jahren fanden filminteressierte Frauen, vorwiegend aus der Schweizer Off-Kino-Szene aber auch aus feministischen Gruppen aller Sprachregionen der Schweiz zusammen und veranstalteten themenspezifische Programme mit neuen Filmen, aber auch mit filmhistorisch relevanten Werken von Regisseurinnen. Podiumsdiskussionen, Lesungen, Performances und andere Darbietungen von Künstlerinnen beleuchteten

die jeweiligen Nouvelles-Themen von anderen Blickpunkten aus. Nouvelles hat in all den Jahren nicht nur Filme von bereits bekannten Regisseurinnen in die Schweizer Kinos gebracht, viele Trouvaillen von unbekannten Filmemacherinnen, die meist nur an ausländischen Frauenfilmfestivals zu entdekken waren, liefen endlich auch in den schweizerischen (nicht-kommerziellen) Kinosälen. Bei der Filmauswahl legte Nouvelles immer Wert auf inhaltliche und formal innovative und überraschende Werke, sei dies im SpielDokumentar- oder Experimentalfilm, welche den spezifisch weiblichen Blickpunkt und Erfahrungshintergrund hervorhoben. Der Regisseurinnenblick richtet sich in diesem März auf die Sinnlichkeit, die Leidenschaft und die Begierden. Das Progamm startet am 6. März mit dem legendären Filmklassiker D’amore e d’anarchia der italienischen Regisseurin Lina Wertmüller. Es ist das tragikomisches Werk über die Unvereinbarkeit von Menschlichkeit und Unschuld mit den gnadenlosen Mechanismen der Politik. Lina Wertmüllers Film ist grandioses Kino, zärtliche Romanze bitterböse Farce und melodramatische Tragödie.

In der zweiten Festival-Woche sind die lasterhaften Nächte angesagt. Auf dem Programm stehen am 13. März Kurzfilme von CH-Regisseurinnen, u.a. von Sandra Künzi, Urslé von Mathilde und Gabriela Schärer, musikalisch umrahmt mit Gans & Gloria, alias Ruth Schwegler und Esther Hasler. Im Frauenraum der Reitschule wird am 14. März die marokkanische Badiaa Lemniai orientalisch tanzen und die deutsche Kabarettistin Kordula Völker freche Seitenhiebe, nicht nur auf lesbisch-schwule Lebensweisen, ironisch präsentieren. Djane Stephanie schliesslich zeichnet für die NouvellesAbschiedsdisco. Im Lichtspiel tritt am 16. März der Frauchenchor der Reitschule auf und anschliessend werden aus der Lichtspielsammlung Kurzfilme zum Thema Liebe, Lust und Laster vorgestellt. Eine Retrospektive und ein Porträt der bedeutenden amerikanischen Avantgarde-Filmemacherin Maya Deren sowie die Filme des Atelierzérodeux über die Expo runden das diesjährige Jubiläumsprogramm ab.

Infos: www.nouvelles.ch


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R e k l a m e

Sie haben schon wieder das Inserat eines Anderen gelesen. Hätte ihres sein kÜnnen!

Te l e f o n 0 3 1 3 1 8 6 0 5 0 ensuite@interwerk.ch


7 BeJazz | Dampfzentrale Marzilistr. 47, CH-3005 Bern info@bejazz.ch Tel. 031 311 82 03 Büro: Mo & Do. jeweils 14.30 - 17.30h

World Music Group – feat. Michael Zisman

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andro Schneebeli hat in diversen Projekten als Jazzmusiker von sich reden gemacht. Er spielt in Bands wie Tonee, Bean, Guitarthing oder vielleicht bekannter: Timmermann & Los Hobos. Die “World Music Group” sprengt Schneebelis sonst konventionellen Jazz mit weltlichen Kängen auf. Zusammen mit dem Bassisten Daniel Schläppi und dem Perkussionisten Stefan Rigert wäre die Gruppe bereits ein gutes Gespann. Mit Michael Zisman am Bandoneon gewinnt die Musik aber eine zusätzliche Note Me-

lancholie und einen warmen Horizont. Für Sandro Schneebeli ist dies Neuland, doch die Abenteuerreise hat sich gelohnt. Das Publikum ist begeistert. Das Konzert in der Dampfzentrale ist schon das dritte Zusatzkonzert – und hier übrigens definitiv das Letzte in diesem Frühling. Die “World Music Group” irritiert das Publikum nicht mit komplexen und technischen Verliebtheiten. Die Gruppe hat einen guten Weg gefunden, das Publikum mit Klang zu berühren und mitzureissen in virtuose Klangfarbenwelten und Rhythmen. Die vier Musiker stehen sich in nichts nach und es ist zu hoffen, dass weitere Konzerte folgen werden. Unbedingt vorher Platz reservieren! (vl) Samstag, 9. März in der Dampfzentrale

PROGRAMM MÄRZ 2003 So 09.03. 20:00

Fr 14.03. 22:00

Sandro Schneebeli ”World Music Group” feat. Michael Zisman (bandoneon) / Afro-Latin-Tango-Jazz Musikkeller THE NIGHT OF THE BLUE NOTES Wagon Cookin’ feat. Javi and Luis from Madrid/Spain Foyer International, Kesselhaus

So 16.03. 20:00

Marc Copland Trio (USA/D) Piano-Jazz on the Top! Musikkeller

Fr 21.03. 21:00

UpTown BigBand Big Band Jazz Musikkeller

Fr 21.03. 23:00

SOULSTREAM feat. Tony Nwachukwu (attica blues), Foyer International

Sa 22.03. 21:00

Sascha Schönhaus Trio Organ Jazz. CD-TAUFE ”Mr. Badman”! Musikkeller

Fr 28.03. 22:00

THE NIGHT OF THE BLUE NOTES Zuckerhut Beats with guests Foyer International, Kesselhaus

Sa 29.03. 21:00

Mellow Brass Mainstream-Groove-Jazz Musikkeller

Bild: Michael Zisman

Sascha Schönhaus Trio – Mr. Badman Man kennt Sascha Schönhaus vom “Althaus-Schönhaus Express” und als Bandleader des “Baith Jaffe Klezmer Orchestra”. Nun hat er sich von den komplizierten Bandnamen getrennt, ist einfacher und konkreter geworden wenigstes im Titel. Mit der neuen CD “Mr. Badman”, die am Konzert in der Dampfzentrale eingeweiht wird, spielt er uns in einem Orgel-Trio, zusammen mit Roland Köppel (Hammond Orgel) und Tobias Friedli (dr), keine Klischees vor. “I’d wake up in the middle of the night, man, hearing that organ screaming at me.” – dieses Zitat von John Coltrane hat das Sascha Schönhaus Trio scheinbar motiviert und sie haben ein äusserst feines Album eingespielt, mit swingender Expressivität und Lyrik. Man munkelt sogar, dass “Mr. Badman” uns eine Ahnung davon gibt, wie Altmeister John Coltrane im Kontext einer Orgel-Band geklungen hätte. Das will etwas versprechen – wir

Bild: Sascha Schönhaus

sind gespannt. (vl) Samstag, 22. März in der Dampfzentrale.

Detaillierte Programme sind bei BeJazz oder in der Dampfzentrale erhältlich! Reservationen: 031 312 1206


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BRIGITTA OESCH

n a c h t s t a u b

b e h i n d a

f r o z e n c a n v a s


Fotos: Anne Steudler

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„Ein bestechendes Augenpaar blickt von allen Plakatwänden der Stadt herunter und lockt mich in die Ausstellungsräume.“

ango Argentino und zeitgenössi scher Tanz sollen sich an einem Abend in den Kreationen zweier Choreografinnen begegnen. Das war die Zielvorstellung von Sabina Seiler und Lucía Baumgartner, als sie letzten Frühling eine Koproduktion planten. Was ist aus dieser Zielvorstellung geworden? Der Tanzabend ist eine Begegnung, sicher, eine Begegnung unterschiedlicher Bewegungssprachen, aber auch eine Begegnung zwischen zwei Künstlerinnen, zwischen zwei choreografischen Arbeitsweisen. Diejenigen Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie inFlux, die in beiden Stükken tanzen, erlebten dies in intensiven Probewochen. Als Mitarbeiterin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erlebte ich es in Gesprächen mit den Choreografinnen, wenn es darum ging, die bewegten Bilder, die entstehen sollten, in Worten zu fassen. Was ich jetzt, eine Woche vor der Premiere, schreibe, ist nicht Konzept und nicht Pressetext. Es sind Ausschnitte aus dem Entstehungsprozess von Nachtstaub und behind a frozen canvas. Diese Ausschnitte sind geprägt von meinem Blick, von meiner Position an der Schnittstelle zwischen Sprache und Tanz und von der Magie des Augenblicks, wenn der Tanz im Kopf sichtbar wird. Im Juni 2001 stellt die Kunsthalle der Hypokulturstiftung in München unter dem Titel “Der kühle Blick” realistische Malerei der zwanziger und dreissiger Jahre aus. Ein bestechendes Augenpaar blickt von allen Plakatwänden der Stadt herunter und lockt mich in die Ausstellungsräume. Dort stehe ich vor einem Frauenporträt der polnischen Malerin Tamara de Lempicka: Ein herausfordernder Blick unter schweren Augenliedern ohne Wimpern hervor, sinnliche, rote Lippen, der Kopf leicht zur Seite geneigt. Als Betrachterin werde ich von der Erotik dieses Gesichtsausdrucks angezogen, doch die perfekte Oberflächengestaltung des Bildes hält mich auf Distanz. Eine Gruppe von vier weiblichen Akten, das Porträt der Herzogin de La Salle im Herrenanzug vor einer kubistisch verfremdeten Grossstadtkulisse, das junge Mädchen in Grün, bei dem sich die Körperkonturen aufreizend unter dem Stoff abzeichnen – auch die anderen Bilder der de Lempicka, die zu sehen sind, hinterlas-

sen bei mir den Eindruck einer auf der Leinwand eingefrorenen Sinnlichkeit. Eine im Anschluss an den Ausstellungsbesuch erstandene Kunstkarte wird zum Neujahrsgruss für Lucía und lässt sie nicht mehr los. Sie recherchiert, liest Biographien und Kunstbücher, und die Bilder und das Leben dieser Malerin inspirieren ihre neue Produktion. Der auf der Leinwand festgehaltene Kontrast zwischen kühler Grundstimmung und latenter Sinnlichkeit fordert für sie den Schritt zum bewegten Bild heraus. Was passiert, wenn diese Fassade aufbricht? Was, wenn die unnahbaren Figuren dieser Bilder lebendig werden? Ein erster Einblick in die Probearbeiten von behind a frozen canvas. Verblüfft wandert mein Blick von den Tänzern zu den Repros in dem vor mir aufgeschlagenen Kunstbuch und wieder zurück. Skulpturen mit den aus den Bildern entlehnten Posen stehen im Raum, bewegen sich und frieren wieder ein. Sie verwandeln sich zusehends in von der Protagonistin Tamara losgelöste Personen. Die Beziehung zwischen der Malerin und ihren Modellen wird zur Interaktion zwischen der exaltierten Femme fatale und den Menschen, die sich Tamara de Lempicka nach Möglichkeit für ihre Zwecke zunutze machte. Das sind die Geschichten in meinem Kopf. Was ich sehe, sind rücksichtslose Manipulationen an Körpern und temporeiche, noch zusammenhanglose Bewegungssequenzen. In den Strassen einer grossen Stadt, nachts: Menschen, die aufeinander treffen, die sich aufhalten, innehalten, sich ineinander verstricken und wieder verschwinden. Das ist die choreografische Idee von Sabina Seiler. Dominieren soll in Nachtstaub ihre bevorzugte Bewegungssprache, der Tango Argentino. Mit dem Tango Argentino assoziiert sie die Stimmung in den Strassen von Buenos Aires, den Klang des Bandoneons, Sehnsucht, Melancholie und dramatische Verwirrung. Montag Abend in der Tangostunde von Sabina Seiler. Tänzer und Tänzerinnen von inFlux mischen sich unter die Kursbesucher und verlängern ihr tägliches Training. Aller Anfang ist schwer, auch für Profitänzer, die sich in kurzer Zeit mit den Tangoschritten vertraut machen müssen. Aber neid-

los gestehe ich ihnen zu, dass sie uns in wenigen Wochen überflügelt haben. Erste Ausschnitte aus Nachtstaub sehe ich bei einer gemeinsamen Probe. Die Tänzerin Eva Recacha wirbelt durch den Raum und über den Boden und fängt das titelgebende Bild des Staubes in der Bewegung ein. Die Begegnungen zwischen den Tänzerinnen und Tänzern sind flüchtig. Sie dauern so lange, wie sich er oder sie in der Gangart des jeweiligen Gegenübers aufhält, manchmal nur für den Augenblick einer Berührung oder Umarmung. Die Tanzenden verweben sich zu einem einzigen bewegten Beziehungsgeflecht, das auf der Suche nach dem Gleichgewicht zu sein scheint. Momente der Balance, wo sich Nähe und Distanz die Waage halten, folgen auf Momente der Verwirrung – kämpfen, fallen lassen, auseinander reissen. Ich lese die Tamara-Biographie von Laura Claridge. Immer wieder waren Kunstexperten erstaunt über die Diskrepanz zwischen der mangelhaft präparierten Leinwand und dem meisterhaften, glanzvollen Finish von Tamaras Bildern. Die Autorin verbindet Tamaras Nachlässigkeit bei der Grundierung mit der lebenslänglichen Selbstinszenierung der Künstlerin. Diese führt von der Fälschung von Geburtsort und Geburtsdatum über die anekdotische Version ihres Werdegangs zum testamentarisch verfügten Helikopterflug über den Popocatepetl, wo ihre Asche ausgestreut werden sollte. Was man an der Oberfläche sah, sei für Tamara de Lempicka das Echte, das Einzige gewesen. Lucía bewegt sich mit ihren Tänzerinnen und Tänzern immer mehr dort, wo der Gips zu bröckeln beginnt. Ein Durchlauf für die Lichtdesignerin, an einem dieser herrlichen Tage. Die Sonne scheint durch die eine Fensterfront und wirft ein Muster von Licht und Schatten über die Tanzfläche. Ich geniesse Zwei, die vielleicht gegensätzlicher nicht sein könnten und doch zusammengehören: Nachtstaub und behind a frozen canvas. 6. März 2003 Kulturhallen Dampfzentrale Bern 20.00 Uhr 7. / 8. März 2003 Kulturhallen Dampfzentrale Bern 20.00 Uhr Reservation: 031 312 1206 www.influx-dance.com


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S C A L A S e r a t a

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ANDREA BAUMANN

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ie Mailänder Scala ist eine Legende, sie ist weltbekannt und es gibt wenig Opernhäuser von ihrem Format. Nicht nur Opern ziehen Besucher von weither an – auch das Ballett hat eine magnetische Wirkung und kann auf eine langjährige Tradition zurückblikken. Die Mailänder Scala wird derzeit von Mario Botta renoviert, so dass das Haus dislozieren musste. Voraussichtlich noch bis zum 7. Dezember 2004 wird das Teatro degli Arcimboldi, das an der Peripherie der Metropole auf einem seit Jahrzehnten verlassenen Fabrikgelände der Reifenfabrik Pirelli neu errichtet wurde, Aufführungsort des Esembles sein. Das Teatro degli Arcimboldi fasst mit seinen 2375 Plätzen rund fünfhundert Personen mehr als das Stammhaus. Es entspricht in jeder Hinsicht allen modernen Erfordernissen. Das Bühnenportal hat die exakt selben Masse wie die Scala, so dass alle alten Produktionen problemlos übernommen werden können. Riccardo Muti, der künstlerische Leiter der Scala, sieht das Übersiedeln an die Peripherie nicht als Notlösung, sondern als Chance. Das Arcimboldi ist ein Haus, das jenen gefällt, die des Theaters wegen ins Theater kommen, nicht um sich dort sehen zu lassen. Ein neues Publikum wird angesprochen, das bisher vielleicht eher Berührungsängste mit dem Tempel Scala hatte. Bleibt zu hoffen, dass das neu gewonnene Publikum dem Hause treu bleibt. Bedingt durch diesen geografischen Wechsel nutzte der künstlerische Direktor der Scala die Chance, das Opernhaus einem Wandel zu unterziehen. Es soll viel mehr zur Begegnungsstätte zwischen dem Publikum und Künstlern werden. Indem zum Beispiel die Proben für ein junges, interessiertes Publikum geöffnet werden. Klassische sowie moderne Inszenierungen sollen ihr Publikum finden und Horizonte erweitern. Ein weiteres Anliegen ist, das Panorama des Balletts aufzuzeigen. In dieser Absicht zeigte das Ballett der Scala die Serata Ravel. Drei Stücke, «Daphnis et Chloé», «Now and Then» und «Bolero» beinhaltete das Programm. «Daphnis et Chloé» und «Now and Then» sind Choreografien von John Neumeier. Einer der herausragendsten Choreografen der letzten dreissig Jah-

re, der das klassische Ballett mit dem modernen Tanz vereint, ausgehend von Dramen, die eine psychologische Lektüre evozieren. Neumeier kreierte 1971 «Daphnis et Chloé» für das Frankfurter Ballett, wobei er sich nur noch im Geiste an das russische Orginal von 1912 hielt. Es ist ihm eine Verschmelzung der klassischen Sprache des Balletts und der Erzählweise des psychologischen Dramas gelungen. Der klassische Port de bras, Armhaltung des Balletts, wird immer wieder durch eckige Bewegungen, die aus dem modernen Tanz kommen, bereichert. Ungewöhnliche Elemente, die der Akrobatik angelehnt sind, unterbrechen den Fluss der runden Bewegungen in keiner Art und

Weise. Im Gegenteil, die Personalisierung der Protagonisten wird vielmehr unterstützt dadurch. «Now and Then» von 1993 stütz sich auf keine literarische Vorlage. Neumeier hörte das Konzert für Pianoforte und Orchester und sah desgleichen eine Geschichte, die er in Bewegung und Farbe umsetzen wollte. Die Idee von Neumeier das Bühnenbild der Farbe Rot und den geometrischen Formen unterzuordnen, wurde von Jack Brown eindrücklich umgesetzt. Das “Bild” schwankt zwischen Harmonie und Disharmonie, Bewegung und Stilstand und verleiht der Inszenierung eine besondere Sprache. Den Schluss bildet der «Bolero» von Béjart. Interpretiert wurde das Stück von Sylvie Guillem, die aus Paris stammt und den «Bolero» in der Béjart Inszenierung bereits weltweit tanzte. Mit ihren ausdrucksstarken Gesten, verleiht sie diesem Tanz den ganzen Zauber und vor allem die Intensität. Ein absolut sehenswertes Programm! Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft, was eher selten ist bei Ballettaufführungen, und das Publikum applaudierte pausenlos.

Bild: Sylvie Guillem in Bolero, Tokyo Ballet Foto: Kiyonori Hasegawa


Frida Künstlerin, Kämpferin, Mexikanerin

Bild: Frida Kahlo fotografiert von Edward Weston, 1930

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m September 1925 änderte ich Frida Kahlos (Salma Hayek) Leben für immer: Sie war mit ihrem Freund Alejandro Gomez in einem Bus unterwegs, als das Fahrzeug mit einem Tram kollidierte. Mehrere Menschen starben, viele überlebten zum Teil schwer verletzt. Die damals 18-jährige

Frida wurde durch den Unfall teilweise gelähmt. Eine Metallstange hatte ihren Unterleib durchdrungen, Wirbelsäule, Rippen, Becken und Schlüsselbein waren zertrümmert. Eigentlich war physisch an Frida nichts mehr richtig ganz und die junge Frau litt enorm an Isolation und Einsamkeit, die ihr Zustand mit sich brachte. Durch die Malerei konnte sie diese Zeit überstehen und sich über die Kunst mit der Welt wieder zusammenbringen. Frida lernte wieder gehen und konnte selbständig ein Leben aufbauen. So lernte sie den berühmten Maler Diego Rivera (Alfred Molina) kennen, der ihr Lebenspartner und auch Mentor wurde. Ab 1939 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand massiv. Frida Kahlo starb am 13. Juli 1954 nach vielen Operationen und einem langen sehr schmerzhaften körperlichen Leidensweg. In ihren Bildern finden wir eine sehr schöne und ausdrucksstarke Dokumentation Ihrer Gefühle. Mit diesem Spielfilm über ihr Leben ist eine sehr feine und überraschende Dokumentation über die Künstlerin gedreht worden. Bis in die Mitte der 80er Jahre war Frida Kahlo ausserhalb Mexikos fast eine Unbekannte. Heute ist sei eine der international begehrtesten Malerinnen. Im Film überzeugen nicht nur die exzellenten SchauspielerInnen, auch die

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Kamera, die Einstellungen und die Geschichte überzeugen durch Subtilität und Darstellung. Wer Mexiko-City kennt, findet sich sogleich vertraut mit den Schauplätzen und Menschen. Der Film wurde in sehr kurzer Zeit (von April bis Juni 2001) und ausschliesslich in Mexiko gedreht. Das Geburtshaus von Frida Kahlo wurde für den Film im Studio nachgebaut und auch die Aufnahmen für die Szenen in Paris und New York fanden die Drehorte in diesem architektonisch vielseitigen Land. Die zum Teil bewusst überzeichneten Szenen oder fast pathetisch anmutenden Passagen dürfen nicht immer ganz ernst genommen werden. Sowieso, der Film überrascht mit mexikanischem Humor: Nach der tragischen Unfallszene von Frida folgt eine Sequenz, die irrational aus dem Film springt – so, wie sie eben nur in Mexiko gefilmt werden kann. “Frida” passt gut in eine Zeit, wo starke und charismatische Frauen an der Oberfläche sichtbar werden. Länger je mehr stellt sich die Frage, wo den die vergleichbaren Männer bleiben. Apropos Männer: Diego Rivera (gespielt von Alfred Molina) sah im Original doch etwas weniger attraktiv aus, als im Film dargestellt. Das darf als Hinweis für die Männer gelten, am Charakter zu arbeiten und nicht nur Autos zu polieren... (vl)

BUCH-TIPP Laura Claridge Tamara de Lempicka – Ein Leben für Dekor und Dekadenz Die Literaturwissenschaftlerin Laura Claridge hat bisher unbekanntes Archivund Quellenmaterial zu Leben und Werk der Malerin Tamara de Lempicka gesichtet und eine faszinierende Künstlerbiographie geschrieben. Sie schickt den Leser auf eine Zeitreise durch die Stationen eines bewegten Lebens. Die belle époque, die bolschewistische Revolution, der Erste Weltkrieg und das Paris der zwanziger und dreissiger Jahre prägen Tamaras Entwicklung von der behüteten Tochter einer wohlhabenden polnischen Familie zur Malerin im Pariser Exil. Mit ihrer Akt- und Porträtmalerei ist die Künstlerin in den Jahren von 1925-1935 erfolgreich und führt einen extrovertierten und skandalträchtigen Lebensstil. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges siedelt sie mit ihrem zweiten Mann in die Vereinigten Staaten über und versucht in Hollywood, New York und in Cuernavaca, wo sie ihren Lebensabend verbringt, vergeblich an die in Europa gefeierten Erfolge anzuknüpfen. Da Tamara de Lempicka zeitlebens ihre Person publikumswirksam inszeniert hat, ist das Wesentliche ihrer Biographie hinter dem von Tamara selbst geschaffenen Mythos der schillernden Künstlerin verborgen. Claridge geht dieser doppelten Lebensgeschichte nach und zeichnet das Porträt einer eigenwilligen Frau, deren Werk lange Zeit in Vergessenheit geraten war, weil man es keinem ästhetischen Konzept eindeutig zuordnen konnte. (bo) (Übersetzung aus dem Englischen von Irmengard Gabler) Frankfurt a. M. 2002, ISBN 3-10-010816-7


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Bild: Luc Mettler

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LUKAS VOGELSANG

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“Zum Erleben von Raum und Zeit gehört, sich auf das Wesen der Dinge einlassen zu können. Wir begegnen, werden damit treffbar und auch verletzlich.”

ie Zelle ist ein lebendiger Organis mus. Als kleinstes Teilchen des Lebens enthält sie alle überlebenswichtigen Informationen. Eine Zelle kann eine räumliche Einheit darstellen, die uns einen Rückzug, eine Eintracht mit uns selber oder gar Gefangenschaft bietet. Die Zelle steht also für Leben oder Isolation. Susanne Mueller ist Choreografin und lebt in Biel. Zusammen mit ihrer Tanzcompagnie co.ainsi.danse hat sie sich für diese Räume interessiert und versucht, diese Fragen in Bewegungen und Bewegungsbildern umzusetzen. Entstanden ist die mobile Tanzinstallation zeit.zellen. Das Stück beschreibt keine Lösungswege und gibt keine Antworten. Neue Fragen um Raum und Zeit werden kreiert. Es ist unsere Wahrnehmung, die unser Leben von Raum und Zeit trennt und deswegen ist dies kein so abstraktes, weit hergeholtes Thema. Natürlich bedingt es die Auseinandersetzung mit sehr theoretischen und philosophischen Fragen und Modellen. Versuchen wir einen kleinen Exkurs: Raum könnte man als sichtbar gemachte Zeit definieren, denn die Erfahrung von Raum ist nicht wirklich von der Erfahrung der Zeit zu trennen. Diese Erlebnisse ändern sich ständig und sind sehr individuell und persönlich. Die ausserhalb von uns gegebenen Zustände und Situationen müssen immer wieder im Einfluss auf unser persönliches Raum- und Zeitempfinden überprüft werden. So entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen einer wissenschaftlichen Zeit und einer Zeit, die nur wir, individuell empfinden können. “Zum Erleben von Raum und Zeit gehört, sich auf das Wesen der Dinge einlassen zu können. Wir begegnen, werden damit treffbar und auch verletzlich.” Durch Bewegungen ändern sich unsere Blickwinkel, unsere Sichtweisen, und damit unsere Erlebnis- und Erfahrungsspielräume. Daran wachsen wir. Jede einzelne Bewegung ist eine

Entscheidung, die Verantwortung und Respekt mit sich zieht. Das Stück zeit.zellen ist aber nicht so schwer, wie es jetzt klingen mag. Durch Improvisationen mit Raum- und Zeiterfahrungen, welche die Mitwirkenden einbrachten, entstand das Bewegungsmaterial. Das Stück beschreibt in zehn Bildern Wege vom Individuum zu Begegnungen und so zur Gruppe. Es sind szenische Bilder oder Installationen. Das Interesse der Tanzcompagnie ist das Aufbrechen und der Weg – und damit das “Risiko einer Begegnung”. Bewegt wird aber nicht nur von den Tänzerinnen und Tänzer, auch das Publikum ist in dieser Installation nicht starr. Susanne Mueller hat die Bühne aufgelöst und in einen Raum mit dem Publikum zusammen definiert. So bewegen sich alle, je nach Lust der Aufmerksamkeit oder der individuellen Sichtweise. Das ergibt sehr spannende Momente. Kommt dazu, dass die nächste Aufführung in einem Museum, dem Centre Pasquart in Biel aufgeführt wird – einem neuzeitlichen Bau für Kunst. Zusammen mit der Musik, die Jalalu-Kalvert Nelson eigens dafür komponiert und zusammengestellt hat, setzt zeit.zellen ein Zeichen in der Zeit. Als Choreografin gehört Susanne Mueller zu den wichtigen Zeitgenossinnen in der Schweiz. Mit zeit.zellen zeigt sie, dass zeitgenössischer Tanz in der abstrakten Form durchaus eine Geschichte beinhalten kann. Sie forscht auf einem Gebiet, in welchem das Risiko, in eine Sackgasse zu geraten, gross ist. Doch sie hat diese Grenze gut im Griff und führt uns in neue persönliche, abstrakte, bedrohende, einladende, trennende, verbindende, strukturierende und chaotische Räume. Das Stück oder doch besser, diese Installation, berührt und hinterlässt Spuren. Inspiriert wurde diese Arbeit unter anderem durch die kunstwissen-

schaftliche Analysen von Franz Xaver Baier in “Der Raum”, das Essay “Fluchtgeschwindigkeit” von Paul Virilio, wie durch die Werke der Künstlerin Louise Bourgeois. zeit.zellen wurde aber nicht zu einer Kopie oder zu einer Antwort auf das bestehende Material – vielmehr versuchte co.ainsi.danse die Fragen weiterzuentwickeln und zu experimentieren. Susanne Mueller arbeitet vorwiegend prozessorientiert. Ihr Schaffens-Drehpunkt bewegt sich um die Frage, wie persönliche Erfahrungen und Wahrnehmungen zu etwas “Allgemeinem” verarbeitet werden können, ohne die Aussagekraft zu verlieren oder die Umkehrung davon: wie allgemeine Tatsachen so verinnerlicht werden können, dass sie an Aussagekraft gewinnen und berühren. Louise Bourgeois Wer sich für das Thema zu interessieren beginnt, dem sei der Kunstband “Das Geheimnis der Zelle” von Louise Bourgeois als Tipp angegeben. Darin sind neben biographischem Informationen über die Künstlerin, viele Bilder zu ihren Zellen-Installationen zu sehen. Louise Bourgeois weckt darin viele Empfindungen – sie haben eine sinnliche, gar erotische oder zum Teil humorvolle Aussage, ziehen an oder lösen Unbehagen aus. Sie zeigt verschiedene Arten der Angst und Schmerz, andererseits bezieht sie den Voyeur und das Gesehenwerden mit ein.

co.ainsi.danse – zeit.zellen Centre Pasquarte Biel Seevorstadt 71 – 75; Biel Samstag, 15. März/ Sa 20.30 Uhr Sonntag 16. März/ So 17.00 Uhr Reservationen 032 322 44 82


Berns Kultur-Kapelle Allmendstrasse 24 3014 Bern-Breitenrain www.la-cappella.ch

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Bild: Tina Teubner/ zVg.

Monatsprogramm La Cappella Samstag 1. März kiné kinà kinò/ Dodo Hug & Efisio Contini 19.30 Uhr (Zusatzvorstellungen 3. bis 6. September 2003) Montag 3. März Les Soiréees Musicales/ Frühling in der Musik 19.30 Uhr Mittwoch 5. bis Samstag 8. März Thomas C. Breuer/ Piranha Sushi 20.00 Uhr Dienstag 11. bis Samstag 22. März Tina Teubner/ Ich. Um nur einige zu nennen 19.30 Uhr

Tina Teubner Ich. Um nur einige zu nennen

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icht nur musikalisch virtuos und facettenreich: Tina Teubner ist (schon wieder) eine Frau, die das Herz auf der Zunge führen kann, die berührt und bewegt. Sie spottet mit ihren Chansons über sich selbst und andere, legt trotz schickem Abendkleid die Füsse auf den Tisch, wünscht der fiktiven Cousine den Tod und gewährt uns einen intensiven Blick in Kopf, Herz und Bauch, wo mal Chaos und mal Ordnung regiert oder beides gleichzeitig. (...) "Chanson. Kabarett. Unfug." nennt Tina Teubner entwaffnend das, was sie auf der Bühne zeigt. Mit dem Bühnenprogramm "Ich. Um nur einige zu nennen" will sie uns nicht ihre egozentrisch-exzentrische Seite zeigen, sich chauwinistisch in den Mittelpunkt drängen, sondern uns die verschiedenen Gesichter, die ein Mensch mit sich trägt, bewusst machen. Sie beschreibt es selbst als eine demütige Haltung, als Respekt vor dem Menschsein. Und vor allem zeigt sie uns, dass in der Ehrlichkeit, die eigene Verletzbarkeit zu zeigen, das Leben kreativ sein kann. Sie outet sich (in ihren Texten und Melodien) als Erfinde-

rin des Treppenlifts und stellt ein für allemal klar, dass sie die Vergänglichkeit mehr interessiert als verlorene Socken. Sie begibt sich in Teufels Küche und berät den Satan auch gleich bei seinen Essproblemen, träumt sich danach als Engelchen, dem die Flügel im Weg sind, und stellt uns ihrem Freund, der Depression, vor. Tina Teubner wird persönlich, aber nicht zu privat. "Das Leben sei nicht so einfach" und das will sie in ihren Programmen voller Tiefgang, Wärme und Witz zusammen mit ihrem Pianisten, Ben Süverkrüp, vermitteln. Viele Auszeichnungen und Anerkennungen, Förderpreise und Wettbewerbe hat die Kölner Chansonette eingeheimst und ist beim Publikum und bei der Presse beliebt. Und trotzdem: "Wenn ich mit meinem Freund Differenzen habe, sag' ich klipp und klar: Es reicht, wenn ich schwierig bin!" (vl)

● Kammermmusik-Tipp: Sonntag, 16. März 2003, 18.00 Uhr Markus Hufschmidt (Flöte) und Ben Süverkrüp (Flügel) Montag 17. März LesArten - eine Medienrunde für Literatur-EntdeckerInnen 19.30 Uhr Montag 24. bis Samstag 29. März Johannes Kirchberg/ Halb so wild 20.00 Uhr Vorschau April Bodo Wartke - Ich denke, also sing ich Dänu Brüggemann - Bschysse gilt Reservationen: Telefon 031 332 8022

Gästebuch: Liebe Tina, lieber Ben, wir waren am Samstag im Senftöpfchen und kannten Sie nicht, waren aber sicher, dass Alexandra Kaasen mit untrüglichem Gespür ein "Highlight" engagiert hatte. Und genau so war es, einfach umwerfend witzig, heiter, traurig, schön.... Jetzt kennen wir Sie und sind neugierig auf mehr. Danke für den wundervollen Abend und herzliche Grüße von Gertrud und Herbert

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KLAUS BONANOMI

VON MENSCHEN UND MEDIEN Kennen Sie Beni Thurnheer? Was für eine dumme Frage. Natürlich kennen Sie die Stars aus dem Fernsehen, Kurt Aeschbacher und Eva Wannenmacher, Patrick Rohr und Susanne Kunz, natürlich kennen Sie Bernard Thurnheer und Katja Stauber. Sie alle kommen zu Ihnen nach Hause in die gute Stube, sie strahlen Ihnen aus den Programmzeitschriften und aus der Schweizer Illustrierten entgegen, sie kommen im Blick und auch in der übrigen Presse, wenn sie wieder mal den Partner wechseln oder die Sendung. Kennen Sie auch einen Radio-Star? Vielleicht kommt Ihnen nach längerem Überlegen Casper Selg in den Sinn, die Stimme beim Echo der Zeit. Oder Christoph “Schwegler am Regler”. Aber wirkliche Radio-Stars gibt es nicht hierzulande. Radio hat weniger Glamour. Radio ist halt nicht so sexy wie Fernsehen. Radio ist wie das fliessende Wasser - es wird wie selbstverständlich konsumiert, doch viele Gedanken braucht man sich darüber offenbar nicht zu machen. Ich finde das schade. Ich finde es schade, dass das Radio in der veröffentlichten Meinung so stiefmütterlich behandelt wird. Musterbeispiel dafür ist leider die Berner Presse: Der Platz für Radiohinweise nimmt ab, Radiokritik oder Hintergrundberichte über Radiothemen gibts kaum noch, dafür veröffentlicht der Bund täglich den immergleichen Programmraster des zum Bund-Verlag gehörenden Senders BE-1, den man sich mittlerweile angesichts der organisierten Inhaltslosigkeit des ehemaligen Förderbands ge-

radesogut schenken könnte: Wer will denn schon wissen, dass ab 6.00 “die lustigste Morgenshow von Bern”, um 6.15 das Scherztelefon, später die Hörergrüsse und tagsüber dann “der beste moderierte BE-1-Tages-Mix der 80er und 90er und die Mega-Hits von heute” zu hören sind? Und auch bei der BZ ist die früher tägliche Radiound TV-Seite zu einer Zweidrittel-Seite zusammengeschrumpft, auf der neben dem TV-Programm nur noch gerade zwei kleine, nichtssagende Programmraster Platz haben - einerseits der des BZ-Lokalradios ExtraBern, daneben der von DRS-2, der aus Platzgründen erst um 11 Uhr beginnt! Neun von zehn Menschen hören täglich Radio, doch die Presse vernachlässigt dieses Zielpublikum sträflich. Denn Radio kann viel mehr sein als das allgegenwärtige Hintergrundgedudel: Es gibt tagtäglich spannende, informative, interessante, manchmal ärgerliche, häufig anregende Sendungen – doch wer nicht weiss, wo diese Trouvaillen zu suchen sind, wird sie leider auch nicht zu Gehör bekommen. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren das Radio-Magazin; dieses in Zürich erscheinende Wochenheft bietet einen guten Ueberblick über viele Programme, aber auch Zusatzinfos, Tipps, Hinweise und auch jede Woche ein ganzseitiges Porträt einer RadioPersönlichkeit. Kürzlich wurde zum Beispiel der RaBe-Info-Mitarbeiter Jürg Stehli porträtiert: Ein Mensch wie viele andere RadiomacherInnen – kein Promi, kein Star, sondern ein engagier-

ter, ernsthafter Zeitgenosse, der sich mit Lust und Leidenschaft seiner Arbeit widmet.

ensuite-Kolumnist Klaus Bonanomi arbeitet für die Sendung Rendez-vous von Schweizer Radio DRS und präsentiert auf Radio RaBe die Jazz-Sendung Flyin‘ Bird.

CD-TIPP Simon Ho before sleep Das Album ist letztes Jahr erschienen und nicht mehr ganz aktuell. Doch Simon Ho ist immer noch der einzige wahre PopMusik-Komponist in der Schweiz, der sich hinter niemandem zu verstecken braucht. Schon seit geraumer Zeit macht er mit seinen ausgeklügelten und wohlklingenden Notenlinien von sich hören. Sei dies durch Theatermusik oder Kompositionen für Streicher. Mit “before sleep” schenkt er uns einen Traum. Die Musiker von “The Nits”(!), “Züri West”, “Shoppers”, “Maozinha” und die “I Salonisti” spielen darin und noch viele weitere mit sehr bekannten Namen. Stilistisch kann Simon Ho nicht festgelegt werden und das muss er auch nicht. Er bewegt sich frei und ungehemmt von einer Ecke der Lust zu den Farben der Vernunft. Die Sensibilität der Arrangements

zeigt die hohe Kunst, die er vor uns all die Jahren versteckt hielt. Diese Musik ist wertvoll – wer sie noch nicht kennt, sollte das Album kaufen, bevor sich Simon Ho im Ausland niederlässt und uns, wegen fehlender Würdigung auf unseren billigen Plätzen zurücklässt. (vl) RecRec Medien AG/ make up EFA CD 05 183-2


16 Nationale Gross-Events Asian Dub Foundation Samstag, 8. März, Fri-Son Freiburg

Tomatito & Flamenco Ensemble 27. März, Kaufleuten Zürich ; 28. März, Casino Basel

„...Es sind vielmehr Vexierbilder für neugierige Sinne, eine Einübung in eine Kultur der Zukunft, in der sich Fremdes und Eigenes immer unauflöslicher vermischen werden.“

Miriam Makeba Martin Jaeggi (Le monde trouvé von Martin Hess EXPO.02)

Dienstag, 1. April, Kongresshaus Biel

Lila Downs Sonntag, 6. April, Kaufleuten Zürich

Brad Mehldau Montag, 7. April, Tonhalle Zürich

Peter Gabriel Donnerstag, 15. April, Zürich Hallenstadion

Jane Birkin Karfreitag, 18. April, Grande Casino Genf

Dino Saluzzi Group Freitag, 25. April, Kaufleuten Zürich

Mory Kante Samstag, 3. Mai, KKL Luzern

Massive Attack Donnerstag, 8. Mai, Hallenstadion Zürich

Ibrahim Ferrer Montag, 12. Mai, Volkshaus Zürich

ensuite wird produziert und finanziell getragen von WE ARE – Verein Weltmusik in Bern, einer neuen Organisation, die sich nicht nur musikalisch ausrichtet. Wir bauen Begegnungsmöglichkeiten und Plattformen für jung und alt, modern und traditionell, bekanntes und experimentelles. WE ARE ist eine Organisation, die mithilft, unsere Vorstellungen von anderen Kulturen zu ändern. Weitere Infos sind über die Redaktionsadresse verfügbar. ensuite ist das erste Projekt, andere werden folgen und man darf durchaus neugierig sein. Der Trägerverein, dessen Mitgliedschaft

und Gönnertum wir allen Interessierten ans Herz legen, ist ein wichtiger Teil in unseren Bestrebungen, die Öffentlichkeit aktiv in Projekte einzubinden. Wir finanzieren uns zudem durch die Mitgliederbeiträge - danken also für Ihre Unterstützung. WE ARE - Verein Weltmusik in Bern möchte einen aktiven Beitrag an das kulturelle Zusammenleben in der multikulturellen Schweiz leisten. Das Projekt ist nicht nur auf Bern bezogen und wird sich in Zukunft und je nach Unterstützung national ausrichten.

Lou Reed Samstag, 17. Mai, Kongresshaus Zürich

Cesaria Evora 25. Mai, Victoria Hall Genf; 26. Mai Volkshaus Zürich

Bobby McFerrin Montag, 10. November, Tonhalle Zürich

ensuite IM ABONNEMENT Wer Mitglied ist bei diesem Verein WE ARE, erhält ensuite gratis nach Hause zugestellt. Kosten tut das nicht die Welt, aber uns erleichtert es das Leben ungemein. Unsere Arbeit ist vorerst gratis und wir sind für jede Einzahlung dankbar:

SHRI & DJ Badmarsh Donnerstag, 5. Juni, Kaufleuten Zürich

1 Jahr WE ARE (immer für ein ganzes Kalenderjahr vom 1.1. – 31.12.03)

Chick Corea Electric Band Dienstag, 10. Juli, Volkshaus Zürich

Berner Tanztage Freitag 13. bis Samstag 28. Juni 2003

Einzelmitgliedschaft Studenten/ IV/ AHV Familien-/ Paarmitgliedschaft Firmenmitgliedschaft Gönner ab...

Fr. 45.Fr. 25.- (Ausweise einsenden) Fr. 60.Fr. 200.Fr. 300.-

auawirleben 2003 Donnerstag 3. April bis Samstag 4.Mai 2003

Überweisen an: WE ARE-3007 Bern; PC- 30-651204-6

RESTAURANTS Dona Flor

Restaurant zur alten Post

Im Bären Frieswil 3035 Frieswil/ BE Telefon 031 825 6112

Rathausgasse 27 3011 Bern Telefon 031 311 4184

Brasilien ist auch im März trendy – vor allem bei dieser Aussicht von der Terrasse bei schönem Wetter...

Hier ist nichts alt – ausser vielleicht im positiven Sinne die Qualität und Gemütlichkeit. Und weil es klein und Gastronomie kein Fremdwort ist, lächelt das Personal wenn man zur Türe reinkommt.

Fischerstübli Gerberngasse 41 3011 Bern Telefon 031 311 5367 Das man hier auch was anderes isst ausser Fisch, sollte eigentlich klar sein. Dass es aber ein Multikulti-Restaurant ist, könnte der/ dem einen oder anderen neu sein...

Brasserie Lorraine Quartiergasse 17 3013 Bern Telefon 031 332 3929 Gibt es eigentlich ein weiteres Restaurant in Bern, in dem sich PolitikerInnen, Kul-

turschaffende und Freaks die Hand reichen und zusammen über das Leben philosophieren?

Restaurant Schütti Postgasshalde 41 3011 Bern Telefon 031 311 7685 Manchmal vergisst man dieses kleine Ding. Aber der mir servierte Teller ist für mich zubereitet. Und das spürt und isst man.


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