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Liebfrauenkirche Oberwesel Samstag, 10. September 2016 – 15:00 Uhr

Max-Reger-Orgelzyklus 2016 „Vom Dunkel zum Licht“

Konzert 7: Orgelkonzert zum Weinmarkt

Max Reger (1873-1916) Johann Sebastian Bach (1685-1750) Wolfgang Amadeus Mozart (1685-1750) Johann Sebastian Bach (1685-1750) Max Reger

Phantasie über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ (op. 27) aus den Achtzehn Leipziger Chorälen „Nun danket alle Gott“ (BWV 657) Kirchensonate F-Dur (KV 244) Orgeltranskription: Zsigmond Szathmáry aus den Achtzehn Leipziger Chorälen „Von Gott will ich nicht lassen“ (BWV 658) Phantasie und Fuge über den Namen BACH (op. 46)

Regionalkantor Lukas Stollhof, Orgel

Eintritt frei – Ihre Spende am Ausgang benötigen wir, um unsere Liebfrauenorgel zu renovieren. Vielen Dank! __________________________________________________________________________________________________

Lukas Stollhof (geboren 1980) studierte Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Orgel bei Prof. Dr. Ludger Lohmann in Stuttgart. Ein Stipendium der Rotary Foundation ermöglichte ihm ein einjähriges Studium am Conservatorium van Amsterdam bei Prof. Jacques van Oortmerssen, das er mit dem Examen Bachelor of Music abschloss. Danach absolvierte er in Stuttgart das AExamen Kirchenmusik (Orgel bei Prof. Bernhard Haas), den Zusatzstudiengang Chorleitung/ Oratorium/Vokalensemble (Chorleitung bei Prof. Dieter Kurz) sowie das Solistenklassestudium Orgel bei Prof. Bernhard Haas. Lukas Stollhof war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe (u. a. Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2011 in München und des Bachwettbewerbs 2008 in Leipzig) und Träger des Kulturpreises „Junge Künstler“ der Stadt Neuwied (2000). Bei Orgelkonzerten im In- und Ausland kommt sein breit gefächertes Repertoire von Frühbarock bis zur Moderne zum Einsatz. Er ist gefragter Begleiter von Chören und Solisten. Seine musikalische Vielseitigkeit zeigt sich nicht zuletzt in Komposition und Aufführung eigener Werke. Seit 2008 ist Lukas Stollhof als Regionalkantor in Oberwesel am Rhein und für das Bistum Trier tätig. Zum 200. Geburtstag der Komponisten Mendelssohn Bartholdy (2009), Robert Schumann (2010) und Franz Liszt (2011) spielte er jeweils deren gesamtes Orgelwerk in einem Konzertzyklus. Die Orgelkompositionen von Mendelssohn Bartholdy nahm er zudem 2009 auf zwei CDs auf. An der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf hat Lukas Stollhof seit 2010 einen Lehrauftrag für Orgel. Im 100. Todesjahr von Max Reger 2016 spielt er einen Orgelzyklus mit den fünfzehn großen Werken dieses Komponisten (www.lukasstollhof.de)


M. Reger: Phantasie über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ (op. 27, etwa 17 Min.)

Die erste der sieben Choralphantasien komponierte Reger im August 1898 in Weiden und widmete sie

„Meinem lieben Freunde Karl Straube“. Die Vertonungen der vier Strophen des Lutherschen Chorals lassen sich in drei direkt aneinander anschließende Formteile gliedern, wobei die ersten beiden Strophen auf eigentümliche Weise miteinander verbunden sind. Die triomäßig, polyphon gehaltene Durchführung der beiden ersten Strophen in D-Dur wird immer wieder unterbrochen durch eine B-Dur-Ebene, in der im homophonen Satz die einzelnen Phrasen einer weiteren Strophe angeführt werden.

Introduktion (1.) Ein feste Burg ist unser Gott, (2.) ein gute Wehr und Waffen. (3.) Er hilft uns frei aus aller Not, (5.) Der alt böse Feind, (6.) mit Ernst er’s jetzt meint; (4.) die uns jetzt hat betroffen. (7.) groß Macht und viel List (8.) sein grausam Rüstung ist, (9.) auf Erd ist nicht seinsgleichen. (1.) Mit unsrer Macht ist nichts getan, (2.) wir sind gar bald verloren; (3.) es streit’ für uns der rechte Mann, (4.) den Gott hat selbst erkoren. (5.) Fragst du, wer der ist, (6.) er heißt Jesus Christ, (7.) der Herr Zebaoth, (8.) und ist kein andrer Gott, (9.) das Feld muß er behalten. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen; der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben.

Dreitaktiges Pedalsolo, dann zwei Akkorde Trio, Melodie in der linken Hand in B-Dur mit großen Akkorden wieder Trio in B-Dur mit großen Akkorden Trio, danach Melodie der 5. Zeile in B-Dur Trio, danach Melodie der 6. Zeile in B-Dur Trio, Mel. im Pedal, dann Mel. d. 7. Z. in B-Dur Trio, danach Melodie der 8. Zeile in B-Dur Trio, danach Melodie der 9. Zeile in B-Dur Überleitung zur 3. Str. (stringendo / crescendo) Höllendarstellung, Melodie im rechten Fuß Melodie siegessicher in der Oberstimme Stetiges Decrescendo bis zum Ende dieser Strophe, Überleitung im pp zur 4. Strophe Schlussstrophe wird immer stärker und ist quasi als Fuge mit der 1. Choralzeile als Thema aufgebaut. Nach der letzten Zeile plötzliches Absinken ins ppp (Beugen vor Gottes Majestät), Finale

M. Reger: Phantasie und Fuge über den Namen BACH (op. 46, etwa 18 Min.)

Eine Hommage an sein übergroßes Vorbild Johann Sebastian Bach stellte für Max Reger eine besondere Herausforderung da: „Das muß ein Werk größten Styls und Kalibers werden!“. Das gleichnamige, berühmte Werk von Franz Liszt musste unter allen Umständen überboten werden. Das B-A-C-H-Motiv mit seinen beiden fallenden Halbtonschritten kam Regers Liebe zur Chromatik gelegen; im Gegensatz zu Liszt behandelt Reger es stets als Viertonmotiv, das er überall wie eine fixe Idee einsetzt (Kein Takt ohne BACH), permanent verändert, über- und ineinander verschachtelt, in schnellen wie in langen Notenwerten bringt und gleichermaßen zu dynamischagogischen Steigerungen und Beruhigungen nutzt. So ist die zerrissene Form der Phantasie fast nur mit dieser Monothematik zu erklären. Dagegen stellt die Fuge die strukturelle Ordnung wieder her. Sie ist nicht nur als Doppelfuge mit zwei Themen konzipiert, sondern als Steigerungsfuge, die vom Beginn bis zum Schluss immer schneller (Bei jedem Themeneinsatz ist eine schnellere Metronomzahl angegeben!) und stärker wird. Das erste Thema besteht aus dem BACH-Motiv und einem abwärtsgerichteten Viertelgang. Gegen Ende der ersten Fuge werden schon die Achtel etabliert, die das zweite Thema in seiner Vitalität kennzeichnen. Nach der Durchführung des zweiten Themas werden beide Themen in allen

möglichen Kombinationen miteinander verbunden. Vor dem sich aus der Tiefe empor kämpfenden Schlusslauf erinnert Reger an den Beginn der Phantasie. Vielleicht sogar in Anlehnung an den Widmungsträger Josef Gabriel Rheinberger, der in seinen Orgelsonaten oftmals am Ende des letzten Satzes den ersten zitiert und damit die Sonate abschließt. Lukas Stollhof

2016-09-10 Reger 7 mit Lukas Stollhof, Oberwesel  
2016-09-10 Reger 7 mit Lukas Stollhof, Oberwesel  

2016-09-10 Reger 7 mit Lukas Stollhof, Oberwesel

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