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KIRCHENMUSIK IN OBERWESEL 5. Sonntag der Osterzeit Sonntag, 02. Mai 2010 11:30 Uhr (nach dem Hochamt)

1. ORGELMATINEE Franz Liszt (1811-1886)

Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ (1850)

Liszts Ad nos ist eine Paraphrase über den Wiedertäuferchoral aus G. Meyerbeers Oper „Der Prophet“. Die Melodie dieses religiösen Kriegsliedes (im Original im 6/4-Takt und in dorisch)

ist keine alte Kirchenmelodie – wie Liszt glaubte –, sondern aus Meyerbeers eigener Feder. Die Form von Liszt erstem großem Orgelwerk (1850) entspricht eher einer dreisätzigen Sonate, als einer Fantasie mit Fuge. Dem mächtigen Anfangsteil in c-moll folgt ein ruhiger Adagioteil in Fis-Dur, bevor ein kurzes Allegro deciso entweder die Fantasie abschließt oder nach dem Mittelteil in Fis-Dur zur Fuge in die Ausgangstonart c-moll zurückmoduliert. Die bizarre Tonartenkonstellation (c-Fis-c) entspricht der Lisztschen Harmonik mit der steten Verwendung von verminderten Septakkorden. Das Choralthema, das allen Teilen zugrunde liegt, wird in diesen auf vielfältigste Weise variiert und umspielt. Die Fuge ist (wie auch die spätere BACH-Fuge) in ihrer Form zurückzuführen auf die Idee einer „Phrasirten Fuge“ von Liszt Kompositionslehrer Antonin Reicha (Paris). Eine Fuge besteht demnach aus einer Folge von verschiedenen themenbezogenen und themenfreien Teilen.

An der Liebfrauen-Orgel:

Lukas Stollhof, Oberwesel Eintritt frei – Kollekte am Ausgang für Gage und Unkosten der Organisten

Vorschau: 09. Mai 2010: 2. Orgelmatinee Prof. Hans-Jürgen Kaiser, Mainz /Fulda spielt Orgelwerke von Bach, Rinck und Liszt

2010-05-02 Oberwesel  

2010-05-02 Oberwesel

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