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Dominik Höchter wurde 1987 in München geboren. Ersten Instrumentalunterricht erhielt er ab dem sechsten Lebensjahr in Block- und Querflöte. Seit seinem neunten Lebensjahr wurde er in Violine unterrichtet, ab 1998 von Jorge Sutil – Mitglied der Münchner Philharmoniker. Von 2002-2006 nahm er begleitend Klavierunterricht. Mit der Violine nahm er mehrfach am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. In der Solowertung erhielt er 2001 einen zweiten und 2004 einen ersten Platz im Landeswettbewerb. 2002 erspielte er mit seinem Partner im Violinduo den dritten Platz im Bundeswettbewerb. Seit 2007 ist er Konzertmeister des Münchner Jugendorchesters „Ensemble interculturel“ unter dem Dirigenten Ulrich Weder, das in den vergangenen Jahren neben regelmäßigen Konzerten in der Region München wiederholt Konzertreisen nach Italien und Frankreich unternahm. 2006 nahm Dominik Höchter das Studium der Humanmedizin in München auf. Lukas Stollhof (geboren 1980) erhielt seit 1986 Klavierunterricht bei Thomas Sorger, Marion Oswald und Eberhard Nöst, später zusätzlich Harmonielehre- und Gehörbildungsunterricht bei Gisbert Wüst. Bei diesem begann er 1993 auch mit dem Orgelunterricht und wechselte 1998 zu Christoph Anselm Noll. 2000 nahm Lukas Stollhof sein Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart in den Studiengängen Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Orgel bei Prof. Dr. Ludger Lohmann auf. Ein Stipendium der Rotary Foundation ermöglichte ihm 2005/2006 ein Studium am Conservatorium van Amsterdam bei Prof. Jacques van Oortmerssen, das er mit dem Examen Bachelor of music abschloss. Danach absolvierte er, wiederum in Stuttgart, das A-Examen Kirchenmusik (Orgel bei Prof. Bernhard Haas) sowie den Zusatzstudiengang Chorleitung/Oratorium/Vokalensemble (Chorleitung bei Prof. D. Kurz). Zurzeit studiert er bei Prof. B. Haas Orgel in der Solistenklasse. Lukas Stollhof war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe (u.a. Bachpreisträger in Arnstadt und in Wiesbaden [2007], Preisträger beim Eberhard-Friedrich-Walcker-Wettbewerb in Schramberg und beim Bach-Liszt-Orgelwettbewerb in Erfurt sowie Bachpreisträger in Leipzig [2008]) und Träger des Kulturpreises „Junge Künstler“ der Stadt Neuwied (2000). Sein musikalisches Können bewies er daneben auch durch Komposition und Aufführung eigener Werke. An der Stuttgarter Hochschule hatte er ein Tutorium für Gehörbildung sowie für Chor- und Orchesterleitung inne. Seit 2008 ist Lukas Stollhof als Regionalkantor in Oberwesel am Rhein und für das Bistum Trier tätig. Darüber hinaus ist er gefragter Begleiter von Chören und Solisten. Orgelkonzerte im In- und Ausland krönen seine musikalischen Tätigkeiten und lassen ihn als Solisten auftreten. Hierbei kommt sein breit gefächertes Repertoire von Frühbarock bis zur Moderne zum Einsatz.


PROGRAMM

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Sonate III A-Dur (op. 65,3) - Con moto maestoso - Andante tranquillo Fuga e-Moll (1839) Sonate VI d-Moll (op. 65,6) - Choral mit Variationen - Fuga - Finale (Andante) Konzert für Violine und Orchester e-Moll (op. 64) (Transkription für Orgel: Lukas Stollhof)

- Allegro molto appassionato - Andante - Allegretto non troppo – Allegro molto vivace Das gesamte Orgelwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy auf zwei CDs zum Mitnehmen! (Preis: 12 € für eine CD, 20 € für beide CDs)

Die beiden heute erklingenden Sonaten von Mendelssohn haben einerseits einige Gemeinsamkeiten, andererseits weisen sie ganz unterschiedliche musikalische Formen auf, für die sie aber wiederum beide zukunftsweisende Bedeutung hatten. In beiden Sonaten verwendet Mendelssohn jeweils einen Lutherchoral. In der Sonate III A-Dur (op. 65,3) ist dies der Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Das verwundert, denn die Sonate beginnt mit einer Einleitung in strahlendem Dur, die Mendelssohn zudem zur Hochzeit seiner Schwester Fanny komponiert hatte. Nach der Einleitung setzt eine Fuge manualiter (in den Händen) in a-Moll mit punktierten Rhythmen an, in die das Pedal die ersten Zeilen des Chorales einfügt. Darauf folgt ein zweites Thema in Sechzehntelnoten, während dessen Durchführung das Pedal die restlichen Choralzeilen ausführt. Über den Beginn der zweiten Fuge schreibt Mendelssohn, dass man ab hier immer schneller und lauter werden soll. Damit begründet Mendelssohn die Gattung der Steigerungs-fuge mit einer Entwicklung in Tempo und Lautstärke, die bis zu den opulenten Formen eines Max Regers reicht. Auf dem Höhepunkt der Fuge lässt Mendelssohn ein Pedalsolo in die erlösende DurEinleitung leiten, die somit die Choralfuge umrahmt als Zeichen der Überwindung von Not und Elend. Der leise, fast (ent-)schwebende Schlusssatz symbolisiert scheinbar den himmlischen Frieden, den uns die Erlösung bringt. In der Sonate VI d-Moll (op. 65,6) komponierte Mendelssohn dagegen Variationen über einen Choral. Die Annahme, gemeint wäre der Choral „Vater unser im Himmelreich“, scheint falsch zu sein (Mendelssohn nennt auch nicht explizit den Namen wie bei op. 65,3). Es existiert ein frühes Choralvorspiel über den Choral „Nimm von uns, Herr“ mit derselben Melodie, das wörtlich (nur in e-Moll) mit der ersten Variation von op. 65,6 übereinstimmt; außerdem passt dessen Text vom Charakter her besser zu den weiteren Variationen. Auf den eröffnenden Choral folgt eine Reihe von Variationen, die mit einer stürmische Toccata endet. Daran schließt ein Fuge an, die den Beginn des Chorals imitiert, bevor ein ruhiges Finale (wie bei op. 65,3) den Schluss der Choralmelodie aufgreift. Das Thema der virtuosen Fuga e-Moll (1839) kreist erst um den Grundton e, ehe es sich um die anderen Töne des e-Moll-Dreiklangs wirbelnd nach oben schwingt. Ebenso ist der Charakter der ganzen Komposition. Das berühmte Violinkonzert e-Moll (op. 64) entstand fast zeitgleich mit den Sechs Sonaten op. 65. Ohne große Orchestereinleitung stellt die Violine das erste Thema vor, dem nach der folgenden Orchesterexposition noch ein zweites Thema in derselben Tonart zur Seite gestellt wird. Das eigentliche G-Dur-Thema – ganz ätherisch im Pianissimo – taucht nach seiner Vorstellung erst wieder in der Reprise auf. Bemerkenswert ist die lange Solokadenz der Violine, die in die Reprise führt. Der zweite Satz schließt unmittelbar an den ersten an. Er ist in einer ABA-Form aufgebaut: In einen lyrischen C-Dur-Rahmenteil ist ein a-Moll-Teil mit neuer Motivik eingebettet. Auf ein kurzes, rezitativisches Allegretto folgt ein für Mendelssohns Orchestermusik typischer Schlusssatz. Ein flirrend leichtes Thema und ein pompöses Maestoso-Thema mit Punktierungen beherrschen den Satz, der statt mit einer Solokadenz mit einem großen Crescendo das Konzert beendet. Lukas Stollhof

2009-10-11 FMB4  
2009-10-11 FMB4  

2009-10-11 FMB4

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