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Lukas Klinik

Aktuell

Newsletter der Lukas Klinik | Spezialklinik für Onkologie | CH-4144 Arlesheim | www.lukasklinik.ch | Sommer/Herbst 2012 | Ausgabe 10

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In dieser Ausgabe. Lukas Klinik Tagung | Seite 6 | «Drei Prozent» | Seite 8 | Vom Karzinom zur sozialen Kunst | Seite 9 |

Liebe Leserin, lieber Leser Ich freue mich, Ihnen die 10. Ausgabe unseres Newsletters Lukas Klinik Aktuell zu präsentieren. Seit vier Jahren informieren wir Sie mit dieser Hauszeitschrift regelmässig über Entwicklungen und Neuerungen in unserer Klinik. Heute können wir Ihnen eine Erweiterung unseres Therapieangebotes vorstellen, die wir noch in diesem Jahr realisieren werden. Sie ist eine Antwort auf die Einführung der Fallpauschalen (Swiss DRG) in den schweizerischen Krankenhäusern, die Anfang dieses Jahres erfolgt ist. Die Klinikleitung hat zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Ziele für die Lukas

Ein neues Palliativ-Zentrum Bis im September 2012 wird die Lukas Klinik schrittweise neu strukturiert. Eine neue Abteilung entsteht, und Akutpatientinnen und -patienten haben künftig wegen der SwissDRG kürzere Aufenthalte. Was bedeutet das? Es sind einschneidende Neuerungen auf eidgenössischer wie auf kantonaler Ebene, die schweizerische Spitäler in den kommenden Jahren verändern und vor grosse Herausforderungen stellen werden: Einerseits ist die Fallpauschale (Fachbegriff: DRG) seit Beginn dieses Jahres in Kraft; sie sorgt mit ihren Rahmenbedingungen für eine Neugestaltung der Aufenthalte, was – so das Ziel – eine Reduktion der Aufenthaltstage und neue Berechnungsgrundlagen mit sich bringt (vgl. Kasten «Was ist DRG?»). Als zweite wesentliche Neuerung wird an vielen Kliniken in den Kantonen Schritt

für Schritt, koordiniert mit dem Bund, Palliative Care mit eigenen Abteilungen eingerichtet (vgl. «Was ist Palliative Care?»). Die Lukas Klinik hat dafür im Dezember 2011 von den Gesundheitsbehörden des Kantons Baselland den Leistungsauftrag erhalten, zusätzlich zum bisherigen Leistungsauftrag als Akutspital mit Schwerpunkt Onkologie. Damit kann sie ein neues PalliativZentrum realisieren, für dessen Aufbau sie sich auf reiche Erfahrung und qualifizierte Fachleute abstützen kann.

Klinik erarbeitet, die wir nun Schritt für Schritt umsetzen werden. Dazu sind bauliche Massnahmen erforderlich, mit denen wir die Klinik auch in technischer Hinsicht auf den neusten Stand bringen wollen. Alle Bemühungen sollen dahingehend fruchten, dass die hohe Qualität der Behandlung und Betreuung unserer Patientinnen und Patienten trotz der erschwerten Verhältnisse, die durch die Einführung der SwissDRG geschaffen wurden, erhalten bleibt.

wir das Jubiläum «50 Jahre Lukas Klinik» feiern können.

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Michael Lorenz, Chefarzt

Wir fühlen uns den neuen Herausforderungen gewachsen und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Ein Blick aufs nächste Jahr bringt jetzt schon Vorfreude: Im September 2013 werden

Michael Lorenz Chefarzt Lukas Klinik und Vorstandsmitglied des Vereins für Krebsforschung


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Zur Umsetzung dieser Neuerungen hat die Klinikleitung ein Konzept geschaffen, dessen Einzelheiten Christoph von Dach, Pflegedienstleiter und Mitglied der Klinikleitung, im folgenden Gespräch erläutert:

für integrative Palliative Care dazu. Dieses Zentrum wird räumlich in die Klinikstrukturen integriert, bekommt aber eigene Zimmer, eine eigene Stationsleitung und eigenes Personal, das speziell ausgebildet ist.

Was bedeuten diese Neuerungen, kurz zusammengefasst: Bekommt die Lukas Klinik einen Anbau, mehr Betten, neues Personal? Christoph von Dach: Ja und nein, je nachdem, welchen Standpunkt man einnimmt. Zum einen steht eine Erweiterung der bisherigen Angebote im Zentrum des neuen Behandlungskonzepts. Die wichtigste Aufgabe unserer Klinik bleibt die Akutstation.

Was bedeutet das genau, Integrative Palliative Care? Unter Palliative Care verstehen wir die Therapie von Menschen in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn zum Beispiel die Behandlung akuter Schmerzen und anderer schwerer Symptome der Tumorerkrankung im Vordergrund steht. Integrativ steht für die Ergänzungen, unter anderem durch die anthroposophischen Behandlungsmethoden. Das Besondere ist unsere Art von Palliative Care. Zum einen machen wir optimale Palliative Care nach den Grundsätzen von Palliative.ch, der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Betreuung, zum anderen bieten wir die anthroposophische Medizin und Pflege mit ihren Besonderheiten an. Uns zeichnet gegenüber konventionellen Kliniken ein anderes Menschenbild aus.

Hier wird konventionelle Onkologie durch anthroposophische Medizin erweitert. Diese Abteilung wird auch von der Grösse her mit einem Anteil von etwas mehr als der Hälfte der Betten im Zentrum unseres medizinischen Angebots bleiben. Ergänzt durch eine neue Abteilung? Ja, genau, das ist das wirklich Neue: Als Ergänzung kommt das Zentrum

Der Mensch wird ganzheitlich, mit Leib, Seele, Geist, wahrgenommen. Der Patient ist mündig und hat ein Recht mitzubestimmen, wenn es um Anwendungen und um Therapien geht.

Im Gespräch: Christoph von Dach, Master of Science (MSc) Palliative Care, Pflegedienstleiter der Lukas Klinik seit 1998, Mitglied der Klinikleitung. Experte für Anthroposophische Pflege (IFAP) und Dozent an Hochschulen in Österreich, in der Schweiz sowie am IPMT (International Postgraduate Medical Training) in San Francisco/ USA, Autor von Publikationen und Buchbeiträgen. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Welche Patienten werden mit dieser neuen Station angesprochen? Es sind Menschen mit einer stark fortgeschrittenen Krebserkrankung, die viel Pflege und medizinische Betreuung benötigen. Das können Patientinnen und Patienten mit ganz verschiedenen Beschwerden sein, zum Beispiel mit Schmerzen, Atemnot oder erheblichen Verdauungsbeschwerden, starker Müdigkeit oder Auszehrung, die hier versorgt werden. Wir gehen davon aus, dass Patienten

und Patientinnen von unserer eigenen Akutabteilung oder von Akutstationen anderer Spitäler hierher verlegt werden. Welchen Einfluss hat die Fallpauschale DRG auf die Klinik, ganz allgemein? Unsere Leistungen werden in Zukunft dezidierter erfasst als bisher, also unterteilt in akute integrative Onkologie und in Palliative Care. Für den Patienten bedeutet das, dass er gezielt die Behandlung bekommt, die er braucht. Für ihn wird dieses System also auch Vorteile haben.

Durch die Fallkostenpauschale wird die Aufenthaltsdauer verkürzt, weil jeweils eine definierte pauschale Vergütung für einen Aufenthalt zur Verfügung steht. Das gilt so nur für die Akutabteilung. Für zukünftige Palliativ-Patientinnen wird wie bisher mit Tagessätzen abgerechnet werden können. Was bedeutet die Verkürzung der Aufenthaltsdauer in der Akutabteilung? Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer wird in Zukunft bei ca. 12 Tagen liegen. Es steht also im Durchschnitt weniger Zeit für die Behandlung zur Verfügung als bisher, was zu einer Veränderung der Prozesse im Spitalalltag führen wird.

Beispielsweise werden die künstlerischen und die psychotherapeutischen Therapien in Zukunft auch an Samstagen angeboten. Ausserdem werden wir neu eine Care-Managerin anstellen. Care-Managerin? Eine weitere Besonderheit der Lukas Klinik? Ja, es ist uns ein grosses Anliegen, den Patientinnen und Patienten ein Höchstmass an Unterstützung


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Ruhe und Geborgenheit zu schaffen, gehört zu den wichtigsten Anliegen unserer Klinik. Eine Handeinreibung entspannt und beruhigt.

zukommen zu lassen, trotz der Veränderungen aufgrund der Fallkostenpauschalen. Gleichzeitig unterstützt die Care-Managerin die Ärztin bzw. den Arzt in Fragen der Planung des Aufenthaltes und des Austritts. Diese qualifizierte Fachperson kommt nach ergänzender Schulung aus der Pflege und wird die Patientinnen und Patienten auf ihrem ganzen Weg durch die Klinik begleiten, vom Eintritt bis zum Austritt und sogar darüber hinaus.

Denn die Versorgung nach dem Austritt wird sorgfältig vorbereitet und durch Nachfragen überprüft. Welche Auswirkungen hat das neue Konzept auf die Spitalstrukturen – ganz generell? Zusammengefasst sehen die neuen

Strukturen so aus: Ab September 2012 werden wir unsere Stationen differenzieren. Wir haben die Tagesklinik für ambulante Behandlungen.

Dann unseren akutonkologischen stationären Bereich, der etwas mehr als die Hälfte des ganzen Angebots ausmacht. Dazu kommt als dritter Teil das Zentrum für integrative Palliative Care mit Betten, die reserviert sind für Patientinnen und Patienten, die eine akutmedizinische Versorgung in einer palliativen Situation benötigen. Wie sieht das konkret aus, im ambulanten und im palliativen Bereich? Die Tagesklinik wird Schritt für Schritt vergrössert und es werden zusätzliche therapeutische Leistungen angeboten.

Die Station der Palliativ-Patienten hat eine interprofessionelle Leitung und eine spezielle Einrichtung mit besonderen Zimmern für Besprechungen und Raum für die Angehörigen, die bei uns wie bisher übernachten können. Ein neues Angebot sind sogenannte Therapietage. Eine Patientin oder ein Patient kommt hierher, verbringt einen oder mehrere Tage mit künstlerischen und anderen Therapien, auch ein Arzttermin kann dabei sein.

Übernachtungen können im Hotel gebucht werden oder in Gastzimmern, die wir neu einrichten wollen. Wir machen die Erfahrung, dass solche Therapietage einem grossen Bedürfnis entsprechen. Dieses Angebot möchten wir im Laufe dieses Jahres aufbauen.


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Sie sprechen von interprofessioneller Leitung im Palliativ-Zentrum. Was bedeutet das? Das optimale interprofessionelle Zusammenwirken ist eine Grundvoraussetzung für Palliative Care.

Was ist Palliative Care?

Dies soll mit der interdisziplinären Leitung zum Ausdruck gebracht werden.

Palliative Care

Die berufsübergreifende Zusammenarbeit bezieht jedoch auch Therapeuten, Seelsorger und Sozialarbeiter mit ein. Welche Veränderungen ergeben sich für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Wir haben eine Reihe interner Projektgruppen, die zurzeit dabei sind, Konzepte auszuarbeiten. Die neuen Strukturen werden natürlich neue Teams zur Folge haben, vor allem in der Pflege, darüber finden zurzeit zahlreiche Gespräche statt. Ganz grundsätzlich habe ich aber den Eindruck: Unsere Mitarbeitenden haben Freude an den Veränderungen und der damit verbundenen Erweiterung. Und wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit anderen Spitälern und mit praktizierenden Ärzten aus? Gibt es hier ebenfalls Veränderungen? Unsere Vernetzung wird in Zukunft deutlich verstärkt werden. Denn es ist ausserordentlich wichtig für unsere Patientinnen, dass sie in die Lukas Klinik zur Behandlung kommen können, aber wie bisher den Kontakt mit ihrem Hausarzt oder Onkologen behalten.

Wir werden diese Kontakte zunehmend intensivieren und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Spitalexterne Onkologiepflege (SEOP) und Spitex vertiefen. Den Ansatz der integrativen Medizin setzen wir auch in dieser Hinsicht praktisch um.

Gemäss WHO entspricht Palliative Care einer Haltung und Behandlung, die die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen verbessern soll, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt:

unterstützt die Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben, integriert psychische und spirituelle Aspekte, will den Tod weder beschleunigen noch verzögern, lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden, unterstützt Angehörige, die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer zu verarbeiten ist Teamarbeit, um den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen möglichst gut gerecht zu werden. In den letzten Jahren hat sich in vielen Ländern der englische Begriff «Palliative Care» durchgesetzt (Pallium bedeutet auf Lateinisch Mantel, Umhang) – als Oberbegriff für Sterbebegleitung, Hospizpflege, Palliativmedizin und andere Bezeichnungen.

Palliative Care in der Lukas Klinik In unserer Klinik wird einerseits Acute Palliative Care angewandt: Akute medizinische Hilfe ist zum Beispiel bei Atemnot, starken Schmerzen, Verdauungsproblemen erforderlich. Meist ist ein solcher Aufenthalt in der Lukas Klinik nur von kurzer Dauer, und die Betroffene bzw. der Betroffene kann anschliessend wieder nach Hause. Andererseits betreuen wir auch Menschen in der letzten Lebensphase nach den Grundsätzen von Palliative Care. Die Anthroposophische Medizin und Pflege ergänzt hier die Möglichkeiten der konventionellen Medizin auf vielerlei Arten. So können Anthroposophische Heilmittel, künstlerische Therapien, äussere Anwendungen und Massnahmen aus der erweiterten Physiotherapie angewendet werden.

Palliative Care in der Schweiz Im schweizerischen Gesundheitswesen ist Palliative Care sehr unterschiedlich ausgeprägt – in der Ostschweiz, der französischen Schweiz und im Tessin ist sie weiter entwickelt und mehr verbreitet als in der übrigen deutschen Schweiz. Im Jahre 2009 haben Bund und Kantone entschieden, Palliative Care auszubauen und flächendeckend anzubieten. Im Dokument «Nationale Strategie Palliative Care 2010–2012» werden Ziele und Massnahmen festgehalten, damit künftig «in der ganzen Schweiz genügend Angebote der Palliative Care zur Verfügung stehen». Diese sollen zur medizinischen Grundversorgung gehören und für alle Menschen gewährleistet sein – unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. Palliative Care versteht sich auch als Gegenpol zur sogenannten Sterbehilfe: Sie unterstützt ein Leben bis zuletzt und ermöglicht würdevolles Sterben auch unter schwierigsten Bedingungen. Weitere Informationen: www.palliative.ch, www.sterben.ch

Die Lukas Klinik ist ein Kompetenzzentrum und nicht einfach ein Spital, sie bietet konventionelle Medizin und das ganze Spektrum der anthroposophischen Therapien und Pflege an. Es ist uns ein grosses Anliegen, ver-

netzt zu sein mit externen Zentren, sowohl im akut-onkologischen wie auch im palliativen Bereich – das gehört zu unserem Alltag.


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Planen Sie für die Erweiterung der Klinik einen Umbau? Wie ist der Zeitplan? Das neue Konzept mit seinen Erweiterungen und Veränderungen werden wir ab September 2012 in den bestehenden Gebäuden umsetzen. Im Sommer 2013 werden wir umbauen, sodass die Voraussetzungen entstehen, um die Stationen optimal zu betreiben. Es stehen eine ganze Reihe von Umbauten an, während deren die Klinik vier bis sechs Wochen geschlossen sein wird.

Was ist DRG? Man spricht von «Fallkostenpauschalen» oder DRG (Diagnosis Related Group). Gemeint ist damit ein Abrechnungssystem in den Akutspitälern, bei dem nicht mehr nach Tagen abgerechnet wird, sondern nach «Fällen». Für jede definierte Krankheitssituation erhält das Spital eine Kostenpauschale, egal wie lange der Spitalaufenthalt dauert. Seit dem 1. Januar 2012 rechnen die Schweizer Spitäler in ihren Akutabteilungen mit dem neuen System ab, das «SwissDRG» genannt wird. Es soll «Transparenz, Effizienz und Vergleichbarkeit schaffen» und dafür sorgen, dass «bestehende Wirtschaftlichkeitsreserven im Gesundheitswesen genutzt werden». Wie aus den offiziellen Informationen (www.swissdrg.org) hervorgeht, «zeigen Erfahrungen aus dem Ausland, dass infolge der Einführung von Fallpauschalen mehr Behandlungen ambulant durchgeführt und Patienten früher vom Spital in Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen verlegt werden». Diese Entwicklung sei gewünscht und «in der Regel auch medizinisch sinnvoll».

Nachher wird die Klinik praktisch neu dastehen, mit einer eigenen Cafeteria und der neuen Abteilung für Palliative Care.

Die Einführung der Fallpauschalen war bis zuletzt umstritten, und ihre praktische Umsetzung wird längere Zeit dauern. Deshalb sind die Auswirkungen des neuen Abrechnungssystems auf die Lukas Klinik zurzeit noch nicht genau abzusehen.

In den Zimmern werden wir Sauerstoff- und Vakuumanschlüsse haben. Wir müssen die Stationen den neuen Anforderungen und Standards anpassen, auch die Palliativ-Station muss den Standards von Palliative.ch entsprechen ... ... ohne dabei Ihre eigenen Standards und Ideale zu verlieren. Ja, genau. Es geht um ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und unserem Anspruch einer menschengemässen Medizin. Die Medizin muss menschlich bleiben und darf nicht nur wirtschaftlich werden. Gesprächsleitung: Christoph A. Müller, Erika Brugger

Ein wichtiges Element der Pflege sind Rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka. Sie gehören auch in den erweiterten Klinikstrukturen zum bewährten Konzept der Anthroposophischen Pflege.


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Lukas Klinik Tagung 2012: Schmerz und Schmerztherapie Am 19. und 20. April 2012 wurde von der Lukas Klinik wieder eine Tagung organisiert. Thema: Integrative Schmerztherapie. Angesprochen waren Fachpersonen des Gesundheitswesens – aus Spitälern, Praxen, Spitex, Krebsligen oder andern Einrichtungen. In Referaten und Workshops wurden Schmerz und Schmerzbehandlung, Opiattherapien, der Umgang mit Schmerz in der Pflege oder auch Themen wie «Interdisziplinäre Fallbesprechung» und «Teamarbeit als Voraussetzung zum Erfolg» angesprochen von Referenten und Referentinnen aus dem breiten Spektrum von Medizin, Therapie, Pflege und Palliative Care. Über «Schmerz- und Schmerzbehandlung in der anthroposophischen Medizin» sprach Dr. med. Harald Matthes, Leiter im anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin.

Seine Ausführungen waren ein Höhenflug über die Topografie des Schmerzes, dargestellt in den unterschiedlichen Systemsprachen der Schulmedizin und der Anthroposophie. Einen Ausflug ins Land der Opioide unternahm der Palliativmediziner

Daniel Büche, der am Kantonsspital St. Gallen tätig ist. «Zur Linderung schwerer Schmerzen ist Morphin nach wie vor das Medikament Nummer 1», erklärte er und gab den anwesenden Fachpersonen detaillierte Hinweise über das sorgfältige Vorgehen, um die richtige Dosierung möglichst rasch zu finden. An philosophische Fragen rührte schliesslich Rolf Heine, Pflegefachmann und Pflegeexperte an der Filder Klinik in Stuttgart, mit seinem Vortrag über den «Umgang mit Schmerz, Leid und Schuld in der Pflege». Er kennzeichnete den Schmerz als «Bewusstsein am falschen Ort» und betrachtete ihn unter dem

Aspekt der Grenzerfahrung – innerhalb des Körpers, aber ebenso in seelischer und sozialer Hinsicht. Im Zentrum des zweiten Tages der Fachtagung stand das Podiumsgespräch, moderiert von Cornelia Kazis, Journalistin und Erwachsenenbildnerin. Welche Bedeutung hat Schmerz im Berufsalltag?, war eine der ersten Fragen, die sich an die drei Teilnehmer und die Teilnehmerin richtete und auf sehr unterschiedliche Art beantwortet wurde: «Ich kann dem Patienten immer nur ein Berater sein», sagte Daniel Büche, Internist und Palliativmediziner am Kantonsspital St. Gallen, dessen Palliativzentrum in der Deutschschweiz eine Pionierrolle innehat: Schmerz ist individuell derart unterschiedlich – so seine zentrale Aussage – dass der Arzt «die Behandlung jedes Mal von Neuem erarbeiten muss».

«Der Schmerz hat einen Sinn, er ist ein Botschafter», lautete eine Aussage von Rolf Heine, der auch Autor von Lehr- und Fachpublikationen ist.

Schmerz im Berufsalltag von Medizin und Pflege stand im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs der Tagung 2012. Von links: Dr. Alexander Hintze, leitender Arzt an der Lukas Klinik, Dr. Daniel Büche, Palliativmediziner am Kantonsspital St. Gallen, Cornelia Kazis, Gesprächsleiterin.

Wenn der Sinn verstanden wird, kann mit sorgfältigen Dosierungen und Therapien viel erreicht werden, bis hin zum möglichen Verschwinden des Schmerzes. Andere Aspekte kamen durch Alexander Hintze, seit 2006 leitender Arzt an der Lukas Klinik, ins Gespräch: «Schmerz ist so


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Ein Fachpublikum aus Spitälern, Praxen und Organisationen des Gesundheitswesens verfolgte gespannt die Ausführungen der Referenten und Referentinnen zum Thema «Integrative Schmerztherapie».

zu behandeln, dass der Patient sein Bewusstsein und sein Selbstbestimmungsrecht behält», lautet einer seiner Grundsätze, was – im akuten Fall – zu Beginn auch mit starken Schmerzmitteln einhergehen kann, damit Betroffene von ihrem «Ausgeliefertsein befreit werden». Wie komplex das Thema ist, zeigte eine andere, grundsätzliche Aussage zum Thema durch Anna Martha Kreis, Pflegefachfrau und Leiterin der Palliativstation am Kantonsspital Chur,

die 2009 eröffnet wurde: «Der Patient ist Dirigent», sagt sie, «das Team ist ein Orchester», und meint damit, dass Schmerz immer von einem interdisziplinären Team behandelt werden muss, zu dem medizinische Fachleute genauso gehören wie Seelsorger oder Mitarbeitende aus Psychologie und Sozialarbeit. Achtsamkeit dem Menschen gegenüber, kulturelle Unterschiede im Umgang mit Schmerz, die Ohnmacht aushalten – oder auch die Definitionen von

Schmerz mit seinen Folgen für Psyche und Alltagsleben – waren weitere Diskussionspunkte des Gesprächs auf dem Podium und mit dem Publikum. Mit einem Referat am Nachmittag über Teamarbeit und Workshops zu praxisorientierten Fragen fand die Fachtagung über integrative Schmerztherapie, die von rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurde, ihren Abschluss.

... und dass sie die Abklärungen bei Ihrer Krankenkasse übernimmt?

... dass die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten an der Lukas Klinik überdurchschnittlich hoch ist? Die Studienergebnisse finden Sie auf unserer Website www.lukasklinik.ch.

Wussten Sie ...? … dass die Lukas Klink eine komfortable Tagesklinik (Ambulatorium) betreibt, in der alle Behandlungen durchgeführt werden können, die an einem Tag möglich sind? ... dass die Lukas Klinik offen ist für alle Versicherungsklassen – allgemein, halbprivat und privat?

... dass für Personen aus EU-Ländern die Möglichkeit besteht, von ihrer Krankenversicherung eine Kostendeckung für die Behandlung in der Lukas Klinik zu erhalten?


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«Drei Prozent» Eine Krebserkrankung kann das Leben von Grund auf verändern, auch bei guten Heilungschancen. Davon erzählt Lieve Bosmans im folgenden Bericht. «Zehn Jahre sind es jetzt her, seit ich – nach der letzten Behandlung – draussen vor der Tür des Universitätsspitals stand. Ich erinnere mich gut an jenen Augenblick, wie erleichtert und gleichzeitig erschüttert ich mich fühlte. Nach dem Verdacht auf ein Melanom (bösartiger Hautkrebs) an meinem linken Oberschenkel waren mehrere Wochen der Spannung und der Ungewissheiten gefolgt.

Nach der Diagnose hatten sich Konsultationen mit Untersuchungen, mit einem zweiten Eingriff an meiner Haut und mit DiagnoseBesprechungen abgewechselt. Zuletzt entliess mich die Assistentin mit dem beschwichtigenden Hinweis, dass die Möglichkeit, in den nächsten zehn Jahren an Hautkrebs zu sterben, statistisch betrachtet, nur drei Prozent betrage. Es ist die Sonne, die das Melanom verursacht hat, eine Überdosis davon, die ich vermutlich beim wochenlangen Verlegen von Dachziegeln für den Bau eines Schulhauses, meine Beine nur mit Shorts bekleidet, in Nicaragua 17 Jahre zuvor erhalten hatte. 15 bis 20 Jahre, so die Forschung, dauert es, bis sich die Konsequenzen zeigen. An meinem Körper blieb eine Delle, wo man das Melanom mit einem Sicherheitsabstand von einem Zentimeter rundum entfernt hatte. Es blieb die Erinnerung an Schreckensmomente, weil die Diagnose zu Beginn alarmierend gelautet hatte, und die drei Prozent wollten mir nicht mehr aus dem Kopf: Was, wenn ich zu diesen drei Prozent gehöre? Wer garantiert mir, dass das nicht der Fall sein wird? Meine Töchter waren damals neun und fünfeinhalb

Jahre alt, was würde aus ihnen, wenn ich in zehn Jahren nicht mehr lebte? Werde ich erleben, wie sie erwachsen werden? Ich befand mich in einem Zustand von Panik, und ich fühlte mich ausserstande, einfach so an die Arbeit zurückzukehren, obwohl die behandelnde Ärztin mich am Tag der Operation als voll arbeitsfähig eingestuft hatte. Ich erkundigte mich nach Möglichkeiten einer nachfolgenden Behandlung und entschied mich für die Lukas Klinik. Schon nach wenigen Wochen, in denen ich mich in meine Arbeit an einer Buchpublikation stürzte, konnte ich meinen Klinikaufenthalt antreten, und ich fühlte mich vom ersten Tag an aufgehoben. Ich erinnere mich an Rhythmische Massagen und an die Sprachgestaltungsstunden. Ich genoss es, dass zum Programm ein Mittagsschlaf mit beruhigendem Schafgarbenwickel gehörte. Und ich höre noch den Chor, der – es war im November –

nach der Probe im Gang draussen Weihnachtslieder sang. Diese Sinnlichkeit! In der zweiten Woche bekam ich ein heisses Bad, um künstlich Fieber zu erzeugen, und wurde danach in sieben Bettflaschen eingepackt.

Ich fühlte mich völlig elend, und am andern Tag wie neu geboren. Im Zimmer fand ich einen intensiven Kontakt mit einer jüngeren, schwer an Krebs erkrankten Frau, und beim behandelnden Arzt bekam ich den Austausch über meine Krankheit, der mir bisher so gefehlt hatte. Hier fühlte ich mich als Patientin ernst genommen. Selbst wenn ich einen Wunsch ganz nebenbei äusserte, wurde er, wenn immer möglich, erfüllt. Gefallen haben mir auch die Führung bei Hiscia über die Herstellung von Iscador® und die Vorträge am Abend.

Lieve Bosmans, 51, Garten- und Landschaftsarchitektin, nach einer Weiterbildung in Betriebswirtschaft heute im Finanzmanagement einer sozialen Organisation tätig. Lebt mit ihren beiden Töchtern in Basel.


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Iscador® habe ich mir viele Jahre selber gespritzt. Da dies eine Gewichtszunahme zur Folge hatte, mache ich zurzeit eine Pause, werde damit aber demnächst fortfahren, da ich mich mit Iscador® geschützt fühle. Von den Therapien hat mich die Biographiearbeit am meisten fasziniert. In Sieben-Jahres-Schritten habe ich mein Leben in Farben auf ein Band gezeichnet, mit meinen Daten, mit Eltern und Geschwistern, mit Ereignissen, und es zeigten sich Themen und Wiederholungen. Die Struktur meines Lebens formte sich, wie ich sie vorher nicht wahrgenommen hatte, mit Lebensthemen, die in einem Zusammenhang stehen. Ich zeichne bis heute an

diesem Lebensband weiter. Im heutigen Rückblick war der damalige Aufenthalt in der Lukas Klinik der Anfang eines Umbruchs.

Die Beziehung mit meinem Lebenspartner konnte die Veränderungen nicht tragen, die ich durch die Krankheit erlebte. Wir trennten uns und mussten unsere Lebensstrukturen mit den beiden Töchtern von Grund auf neu organisieren. Plötzlich sah ich meine Kinder oft tagelang nicht, was ich zu Beginn schlecht ertrug. Ein halbes Jahr nach der Diagnose ging meine befristete Anstellung zu

Ende, weil das Projekt mit der Buchpublikation abgeschlossen war, und ich musste auf Stellensuche gehen. Die Krankheit blieb zunächst präsent durch halbjährliche, hautärztliche Kontrollen. Mein emotionaler Haushalt war völlig durcheinandergeraten, und ich hatte kaum noch Energie. Dem wirkte ich entgegen, indem ich sportlich wurde: Neben den AikidoTrainings fing ich an zu joggen, zu schwimmen und zu singen. Ich fühle mich heute gesund. Ich habe mich in meinem neuen Leben eingefunden, mit neuen Energien. Über die drei Prozent denke ich nicht mehr oft nach.» Aufgezeichnet von Erika Brugger

Vom Karzinom zur sozialen Kunst «Der Mensch ist ein Kunstwerk» – Rudolf Steiner «Jeder Mensch ist ein Künstler» – Joseph Beuys Die Qualität einer umfassenden anthroposophischen Krebstherapie wird in unserer Klinik auch durch das vielfältige Angebot künstlerischer Therapien gesichert. Die Patientinnen und Patienten sind nach anfänglichem Zögern oft erstaunt und überrascht, wie positiv die Wirkung dieser Behandlungen ist. Oft entsteht dann die Frage: Wie ist diese Wirksamkeit zu erklären? Das Erleben des Künstlerischen als Wohltat Bedenken wir zunächst, was eine Begegnung mit Künstlerischem in uns selbst auslöst. Sicherlich sind die Reaktionen sehr individuell, und doch kann man beispielhaft Folgendes wahrnehmen: Plastik: Von einer Skulptur, einer plastischen Gestaltung, fühlen wir uns deswegen angesprochen, weil wir das leblose Material, sei es nun Holz, Ton oder Bronze, wie verlebendigt empfinden.

Malerei: Durch ein Bild, ein malerisches Kunstwerk, können wir Kräftigung spüren, die aus der Verbindung der seelischen Farbenwelt mit dem wässrigen Element herrührt. Musik: Das Musikalische ermöglicht seelische Aktivierung, die die Musik aus den strengen geistigen Gesetzmässigkeiten von Harmonie, Melodie und Rhythmus schöpft. Sprache: In der Dichtung, der Kunst des Wortes, fühlen wir uns im Geistigen angesprochen und erleben uns Höherem verbunden. Diese vier Beispiele mögen dazu anregen, an sich selbst zu beobachten, wie man auf das eine oder andere künstlerische Erlebnis reagiert. Das Tun des Künstlerischen als Therapie Im künstlerischen Erleben liegt Wohl-

tuendes. Hierauf baut die Kunsttherapie auf, sie geht vom passiven Erleben weiter zur Aktivität, zum eigenen Tun, sei es auch nur durch ganz einfache Übungen in den genannten Künsten. Die harmonisierende, verlebendigende und kräftigende Wirkung auf die Glieder des Menschen kann durch das Eintauchen in die Prozesse ermöglicht und verstärkt werden. Das, was man im Erleben zunächst nur geahnt hat, wird jetzt zunehmend spürbar. Was liegt dem zugrunde? Der Mensch kann nur verstanden werden, wenn man seine vier Dimensionen unterscheidet: den Körper, die Lebensorganisation, die Seele und das Ich als geistige Qualität. Von Gesundheit sprechen wir, wenn jeder dieser menschlichen Bereiche zu seinem Recht kommt, seine Aktivität entfalten kann und gleichzeitig in Harmonie mit den anderen Bereichen lebt. Krankheit


Verschiedenste Instrumente werden in der Musiktherapie eingesetzt. Wie bei den anderen künstlerischen Therapien geht es auch hier darum, die an Krebs erkrankten Menschen in einen lebendigen, seelischen Prozess eintauchen zu lassen.

ist Folge von Schwächung und Disharmonie zwischen den Bereichen. Ganz besonders bei der Krebskrankheit ist dies erlebbar. Es führt schliesslich dazu, dass der Krebs sich wie etwas Fremdes in der menschlichen Organisation breitmachen kann. Kräftigung der einzelnen Glieder und Förderung des Zusammenspiels ist also in hohem Masse hilfreich und heilsam. Bei den vier bisher genannten Therapien kann beobachtet werden, wie jeweils von einer höheren Dimension in die tiefere gewirkt wird. Beim plastischen Gestalten zum Beispiel wird in das Körperliche etwas Lebendiges hineingehaucht. Bei der malerischen Therapie wird etwas Seelisches in das wässrige Lebenselement gegeben. Bei der Musik erhält die Seele etwas aus den Bereichen des Geistigen. In der Kunst des Wortes, die ganz im Geistigen lebt, wirkt eine noch höhere

Dimension hinein, die man vielleicht mit dem Begriff Inspiration andeuten darf. Eurythmie: Es kann noch mehr getan werden. Plastizieren und Malen, Musizieren und Sprechen werden wie auf einer höheren Stufe erlebt in der Eurythmie. Hier wird die eigene Körperlichkeit zum Instrument. Eurythmie kann als Kunst erlebt werden.

Die Bewegung ist nicht turnerische Ertüchtigung, sondern harmonisch aus dem Seelisch-Geistigen geschöpft. Sie kann aber auch in ein therapeutisch wirksames Tun für den einzelnen Menschen münden. Lässt man sich auf eine solche Therapie ein, spürt man rasch, dass einem durch die Übungen etwas zufliesst. Es werden Kräfte erlebt, die wie aus Höherem fliessen.

Soziale Kunst: Und schliesslich erreichen wir eine letzte Ebene in einer Kunst, die sich den vielen Schwierigkeiten, denen wir heute gegenüberstehen, entgegenstellt. Diese Schwierigkeiten finden nicht zuletzt ihren Ausdruck in den Entwicklungen des Gesundheitswesens. Der kranke Mensch wird mehr und mehr nur als Fall betrachtet und pauschalisiert. Hierin wie in vielem anderen, was wir heute wahrnehmen müssen, liegt eine antisoziale Entwicklung. Gibt es Gegenmittel? Auf die Hilfe durch soziale Kunst hat Rudolf Steiner schon vor einem Jahrhundert hingewiesen. Wir bemühen uns, auch im Therapeutischen dem Rechnung zu tragen. Konkret wird dies, wenn wir im Malen, im Musizieren oder in der Eurythmie die Gruppe als soziales Erlebnis ermöglichen. Es tritt dadurch noch etwas hinzu, was nur durch das soziale Gruppenerlebnis entstehen kann. Die Geste der Krebskrankheit ist durch ein destruktives, bösartiges Zellgeschehen etwas sehr Antisoziales. Dem entgegenzutreten, indem wir dem Therapieprogramm eine starke soziale Kraft hinzufügen, ist uns in der Lukas Klinik ein wichtiges Anliegen. Dr. med. H.-Richard Heiligtag

Lob für Film über Lukas Klinik Vom 6. bis 9. Juni 2012 ging in Basel die «Zoom» über die Leinwand des Stadtkinos. «Zoom – Basler Filme im Fokus» ist eine jährlich stattfindende Werkschau von Basler Filmen. Mit dabei unter den nominierten Filmen war dieses Jahr der Auftragsfilm (21 Minuten) von Mathias Hefel (Produzent) und Matthias Affolter (Regie) mit dem Titel «Leben mit Krebs». Der «Zoom»-Preis 2012 in der Kategorie Auftragsfilm ging an «Pardo Locarno 2011 – Manor Sponsoring». Der Klinik-

film «Leben mit Krebs» hatte jedoch sowohl Zuschauer wie auch Jury derart beeindruckt, dass er von Dagmar Brunner, Redaktionsleiterin Programmzeitung und Jurymitglied, eine «lobende Erwähnung» erhielt, über die wir uns ausserordentlich freuen. Hier der Text im Wortlaut: «Ein wohltuend zurückhaltender Imagefilm, dem es gelingt, Neugier für die beschriebene Institution zu wecken und dem Thema ‹Krebs› etwas die

Schwere zu nehmen, indem Alternativen in Pflege und Therapie aufgezeigt werden. Der Mensch steht hier im Mittelpunkt, und es wird respektvoll versucht, das Gesunde zu stärken und den Umgang mit der Krankheit sowie den damit verbundenen Ängsten zu lernen. Sachlich, sinnlich, mediativ wird hier an einem gesellschaftlichen Tabu gekratzt.» Kostenlose Bestellung der DVD beim Sekretariat oder auf www.lukasklinik.ch unter «Unsere Klinik».


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Fruchtbare Zusammenarbeit in der Misteltherapie Dass schulmedizinische und komplementärmedizinische Methoden ohne Berührungsängste diskutiert werden können, zeigten drei Veranstaltungen in Italien und in Deutschland. Die Lukas Klinik und das Institut Hiscia präsentierten eigene Ergebnisse. Allseits umgeben von Kunstwerken des 17. Jahrhunderts, trafen sich im vergangenen September ca. 80 Ärzte in Florenz zu einer ganztägigen Fortbildung zur Misteltherapie bei Tumorpatienten: «Il Vischio come terapia di supporto nella cura del paziente oncologico». In dieser Region Italiens wird intensiv eine integrative Onkologie betrieben, die die Homöopathie und Misteltherapie einschliesst und von den Gesundheitsbehörden ideell und finanziell unterstützt wird. Mit grosser Offenheit und ohne Berührungsängste konnten dabei neue Ergebnisse zur Misteltherapie, u.a. auch durch die Lukas Klinik und das Institut Hiscia in Arlesheim, vorgetragen und diskutiert werden.

Die Teilnehmer beurteilten diese akkreditierte Fortbildung als «molto importante» und «eccellente».

tärer Einrichtungen, sehr fruchtbar sein und zu neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Mistelforschung und Misteltherapie führen kann.

Der Nonnweiler Kongress war noch nicht zu Ende, als in Rom ein nächster Kongress mit dem Thema: «Tumorerkrankungen – eine multidisziplinäre Annäherung» stattfand. Neben hochrangigen Beiträgen aus der konventionellen Onkologie waren die komplementärmedizinische Homöopathie und die Misteltherapie mit wichtigen Beiträgen, auch aus der Lukas Klinik und dem Institut Hiscia in Arlesheim, vertreten. Aus einem weltweit bekannten und unter anderem in der Behandlung von Sarkomen spezialisierten Institut in Bologna wurde über ein sehr ermutigendes Zwischenergebnis einer

Iscadorstudie beim Osteosarkom berichtet. Die Zusammenarbeit zwischen konventioneller und integrativer Onkologie beeindruckte auch hier wieder durch Offenheit und durch Fehlen von Berührungsängsten. Die Beiträge liegen in gedruckter Form vor: «Le malattie tumorali – approccio multidisciplinare», herausgegeben von O. Sponzilli, Dozent an der Universität Tor Vergata in Rom, und G. Di Paolo, Dozent für Homöopathie, anthroposophische und ayurvedische Medizin. Die bei diesen wie vielen anderen Treffen gemachten Erfahrungen, einschliesslich des anregenden Austausches zwischen den Forschern, setzen Impulse für eine Weiterentwicklung der Misteltherapie, die zum Wohl des Patienten umgesetzt werden müssen.

Im November schloss sich der alle vier Jahre in Nonnweiler in Deutschland stattfindende Mistelkongress an. Dort trafen sich zum 5. Mistelsymposium Mistelforscher und Misteltherapeuten, um in 52 wissenschaftlichen Beiträgen und mit einer grösseren Anzahl an Postern über neue Ergebnisse in der Mistelforschung und Erfahrungen mit der Misteltherapie zu berichten. Die Lukas Klinik war mit zwei Plenumsbeiträgen und mehreren Posterpräsentationen vertreten. Die präsentierten Ergebnisse waren zum Teil in einer Zusammenarbeit mit anderen Institutionen entstanden und haben gezeigt, dass eine europaweite Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlich arbeitenden Institutionen, einschliesslich universi-

Dr. Jürgen Johannes Kuehn ist Leiter der klinischen Forschung in der Lukas Klinik

Jürgen Johannes Kuehn


Die Lukas Klinik in Stichworten

Wir zeigen Ihnen die Lukas Klinik Information und Besichtigung Möchten Sie die Lukas Klinik persönlich kennenlernen und herausfinden, ob Sie sich bei uns wohlfühlen würden? Für Betroffene und Angehörige führen wir einmal pro Monat an einem Samstag einen Info-Morgen durch. Gerne laden wir Sie ein, sich bei uns umzusehen, jeweils 10.30 bis 12.30 Uhr: 23. Juni 2012 28. Juli 2012 18. August 2012 15. September 2012 13. Oktober 2012 10. November 2012 8. Dezember 2012

W  ir sind ein kleines, individuelles Akutspital für Tumorerkrankungen. U  nser medizinisches Angebot umfasst ausser den gängigen schulmedizinischen Methoden die erweiterten Möglichkeiten der anthroposophischen Medizin. W  ir sind Pioniere in der Entwicklung der Misteltherapie.  Zu unserer Therapie gehören besondere Pflegemethoden (rhythmische Einreibungen, Bäder, Massagen), Physiotherapie, künstlerische Therapien (Heileurythmie, Malen, Musik, Plastizieren) sowie Biografiearbeit.  Sie werden bei uns als ganzer Mensch mit Körper, Seele und Geist angesprochen.

 Mit unserer Behandlung versuchen wir, nicht nur die Krankheit zu bekämpfen, sondern die Aufbaukräfte anzuregen und zu stärken. Wir nehmen Patientinnen und Patienten in allgemeiner, halbprivater oder privater Abteilung auf und führen für Sie die Abklärungen bei Ihrer Krankenkasse durch. Wir bieten auch Sprechstunden für ambulante ärztliche Beratungen und Behandlungen an und verfügen über eine Tagesklinik für teilstationäre Behandlungen. Diese ambulanten Dienstleistungen werden aus der Grundversicherung bezahlt.

Bitte melden Sie sich telefonisch oder per E-Mail an.

Info-Nachmittage für Selbsthilfegruppen Für die Mitglieder von Selbsthilfegruppen und ihre Angehörigen führen wir regelmässig Info-Nachmittage durch, an denen jeweils eine bestimmte Krebsart im Mittelpunkt steht. Wir informieren Sie gerne über die Termine und schicken Ihnen eine Einladung.

So erreichen Sie uns Tramlinie 10 ab Bahnhof SBB in Basel bis Arlesheim Dorf. Dann 10 Minuten zu Fuss (Wegweiser Lukas Klinik vorn rechts an der Tramhaltestelle).

Möchten Sie unseren Newsletter regelmässig erhalten? Schicken Sie uns Ihre Adresse per E-Mail oder Postkarte mit dem Vermerk «LukasKlinikAktuell». Falls Sie das vorliegende Heft persönlich zugestellt erhielten, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Die nächste Ausgabe erscheint im Winter 2012/13. Teilen Sie uns mit, wenn Sie keine Zustellung mehr wünschen.

Kostengutsprache in EU-Ländern Für Personen, die in der EU wohnen, besteht die Möglichkeit, einen Aufenthalt in der Lukas Klinik über die gesetzliche Grundversicherung finanziert zu erhalten. Als betroffene Person müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse/Krankenversicherung ein Gesuch um Kostengutsprache nach E112 einreichen. Dies sollte am besten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Aus dem ärztlichen Zeugnis muss die Notwendigkeit einer stationären Heilbehandlung hervorgehen und ebenso die Feststellung, dass es sich bei dem

geplanten Aufenthalt nicht um einen Kuraufenthalt handelt. Wir beraten Sie gerne, wenn Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen. Rufen Sie uns an und verlangen Sie eine Mitarbeiterin im Aufnahmebüro. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website www.lukasklinik.ch.

Kontakt und Auskunft Lukas Klinik Zentrum für integrative Tumortherapie und Supportive Care

Spendenkonto Postkonto 40-1176-7

Brachmattstrasse 19, CH- 4144 Arlesheim Telefon +41 (0)61 706 71 71 (Zentrale) Telefon +41 (0)61 706 71 72 (Anmeldung Sprechstunde) Infoline +41 (0)61 702 09 09 (Mo, Mi, Fr) Fax +41 (0)61 706 71 73 E-Mail kontakt@lukasklinik.ch Internet www.lukasklinik.ch

Impressum Herausgeber: Lukas Klinik Redaktion: Christoph von Dach, Dr. med. H.-Richard Heiligtag in Zusammenarbeit mit dem medienbüro müller & brugger Gestaltung: kreisvier communications ag, Basel Fotos: Jürg Buess (wenn nicht anders vermerkt) Druck: Druckerei Bloch AG, Arlesheim Auflage: 113 000 Ex.

Lukas Klinik Aktuell  

Lukas Klinik Aktuell Frühling 2012

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