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Neues im CIA-Skandal Nun wird auch gegen den hochrangigen US-Offizier John Allen ermittelt. Seite 2

Schleuderunfall

Gestern wurde auf der A14 ein junger Mann verletzt. Seite 4/5

Mittwoch, 14. November 2012

The Sorrow: Review

WANN & WO hat sich das neue Album „Misery Escape“ genau angehört. Seite 18

JEDEN MITTWOCH FREI HAUS – AUFLAGE 134.000

„Zu viele Schüler werden aussortiert!“ AHS-Landesschulsprecherin Larissa Nenning über Bildung, Matura und

Weltcup!

Die heimischen Snowboardcrosser messen sich beim FIS Snowboard Weltcup von 6. bis 8. Dezember in Schruns mit der Weltelite! Seite 20 Foto: Miro

Tel.: 05572 501-738 • http://eww.vol.at • Nr. 85 • Österr. Post AG Postentgelt bar bezahlt • RM 91A690001 Verlagspostamt: 6858

Twilight-Hype

Wenn es um die kultige Vampir-Saga Twilight geht, scheiden sich die Geister – auch in der W&WRedaktion. Seite 14

Assassin‘s Creed 3 im Test

WANN & WO nahm den neuesten Ableger der Action geladenen Serie unter die Lupe. Seite 22 PRINTAUSGABE

Problemschüler (S. 6)


6 Mittwoch, 14. November 2012

WANN & WO

„Sprachrohr für alle“: Demnächst beim LandesschülerInnenvertretung Vorarlberg

Larissa Nenning: „Wir haben eine Zentralmatura-Infoveranstaltung geplant. Außerdem wollen wir jeden Monat mit SchülerInnen über bildungspolitische Themen diskutieren, um sie aufzuklären und verstärkt in unsere Arbeit miteinbeziehen. Im Februar veranstalten wir mit dem „aha“ einen Studien-Infotag. Weiters wird es wieder das SchülerInnenparlament geben, bei dem die SchülerInnenvertretungen aller Schulen über bildungspolitische Themen diskutieren, die wir dann an die Regierung weitertragen. Uns ist es wichtig, dass sich die SchülerInnen auch bei uns melden: vorarlberg@lsv.at – wir wollen ein Sprachrohr für alle sein!“

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Top Themen im Schulwesen laut Larissa Nenning

Mehr Individualität „Ich finde, dass mehr auf individuelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler Wert gelegt werden muss. In unserem Schulsystem wird von allen erwartet, dass sie in allen Fächern gut sind, das kann nicht funktionieren. Jede/r hat seine/ihre persönlichen Stärken – die müssen in der Schule verstärkt ausgebaut werden.“

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Politische Bildung „Ich sehe mangelnde politische Bildung vor allem an der AHS als ein großes Problem an. Viele SchülerInnen haben wenig Ahnung, was in der Politik diskutiert wird, das ist sehr tragisch. Wir haben die Möglichkeit mit 16 zu wählen, deshalb sollten auch die Jugendlichen in der Schule gut über unser politisches System informiert werden, um dann auch kritisch damit umzugehen.“

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Mehr Mitbestimmung „Wir SchülerInnen haben wenig Möglichkeiten, an unserem Schulalltag mitzubestimmen: Stunden- und Unterrichtspläne werden uns vorgelegt, auf unsere Interessen wird wenig geachtet. Außerdem ist es im Moment so, dass das Wahlsystem der SchülerInnenvertretungen sehr undemokratisch ist: Nur die SchulsprecherInnen wählen die landesweite Vertretung und die LandesschulsprecherInnen bilden dann die bundesweite Vertretung. Heuer wurde der Bundesschulsprecher von 20 Personen gewählt. Inwiefern er dann alle SchülerInnen Österreichs gut vertreten kann bzw. in deren Interesse handelt, ist fraglich. Alle SchülerInnen müssen das Recht haben, ihre eigene Vertretung wählen zu dürfen. Dass sich unser Bundesschulsprecher (Felix Wagner, Bild) gegen ein neues, direktes Wahlsystem, also gegen mehr Demokratie an Schulen ausspricht, finde ich sehr bedenklich.“

Fotos: APA, handout

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„Keine Mission Impossible!“ Larissa Nenning, 17, aus Hittisau ist die AHSLandesschulsprecherin in der LandesschülerInnenvertretung Vorarlberg. Die Schülerin am BORG Egg spricht über Zentralmatura, Integration und bessere Noten. WANN & WO: Integration im Klassenzimmer – wo muss hier angesetzt werden? Larissa Nenning: Ich finde, dass hier mit Anti-Rassismus-Arbeit an Schulen viel getan werden kann. Es ist wichtig, die Schülerinnen und Schüler vorerst dafür zu sensibilisieren, da ich selbst oft mitbekomme, wie manche Jugendliche unüberlegt rassistische Bemerkungen machen und diesem Thema negativ gegenüber stehen. Wir müssen offener werden, den migrantischen SchülerInnen zeigen, dass sie willkommen sind. Eine gute Klassengemeinschaft ist auch für sie eine Motivation, sich zu integrieren und die deutsche Sprache gut zu lernen. Sie sollten auf keinen Fall in Sonderklassen gesteckt werden, nur in gemischten Klassen ist eine gute Integration möglich. WANN & WO: Stichwort Lehrermangel: Wie ist dieser bei Schülern zu spüren? Larissa Nenning: An meiner Schule ist es auch so, dass in nächster Zeit einige Lehrer in Pension gehen werden. Ob es genügend NachfolgerInnen gibt, ist noch offen. Ich glaube, dass allgemein der Lehrberuf attraktiver gestaltet werden muss, höhere Einstiegsgehälter könnten hier eine wichtige Rolle spielen. WANN & WO: Politik und Schule – darf, kann, soll man dies verbinden? Larissa Nenning: Ich finde es wichtig, dass SchülerInnen sich in der Schule mit Politik beschäftigen, deshalb fordert die LSV auch das Fach Politische Bildung und Recht an allen Schulen. Auch Podiumsdiskussionen

als ihre Eltern zu erlangen. Wir müssen allen diese Chance geben! WANN & WO: Verhaltensnote – beibehalten, abschaffen oder ändern?

Schüler können sich mit ihren Anliegen melden – Infos auf vorarlberg.lsv.at mit PolitikerInnen, sofern von allen Parteien jemand vertreten ist, sind für SchülerInnen spannend und regen an, sich mit Politik auseinanderzusetzen. WANN & WO: Was spricht deiner Meinung nach gegen/für eine Gesamtschule? Larissa Nenning: Ich bin eine Befürworterin der Gesamtschule. In unserem Bildungssystem wird zu viel aussortiert, Kinder aus einem niedrigeren Bildungsmilieu werden immer noch benachteiligt, das darf nicht sein. In einer Gesamtschule haben auch diese Kinder viel mehr Möglichkeiten, eine höhere Bildung

Larissa Nenning, AHSLandesschulsprecherin.

Larissa Nenning: Ich finde Verhaltensnoten eher unsinnig. Es wäre viel wichtiger, mit den „ProblemSchülerInnen“ zu reden und nach der Ursache ihres Verhaltens zu suchen. Diese Note sagt wenig über eine Person aus und ändert meistens nichts am Verhalten. Es ist wichtig, dass wir weg von Bestrafung, hin zur persönlicher Beratung kommen. WANN & WO: Leistungsbeurteilung an den neuen Mittelschulen: Verwirrend oder zielführend? Larissa Nenning: Ich erlebe es selbst in meiner Familie – mein kleiner Bruder besucht auch eine Neue Mittelschule –, dass viel Unwissenheit herrscht. Auch hier sollten vor allem die Eltern mehr aufgeklärt werden. Ich finde es eine positive Entwicklung, dass die Leistungsgruppen abgeschafft wurden und nun alle Kinder gemeinsam lernen. Auch die schriftliche Leistungsbeurteilung zusätzlich zu den Noten, finde ich sehr gut, denn eine Note alleine sagt sehr wenig aus. WANN & WO: Berufspraktische Tage in der AHS – macht das Sinn? Larissa Nenning: Auf jeden Fall! Auch in den AHS’en sollte vermehrt die Möglichkeit bestehen, in Berufe hineinzuschnuppern, es heißt ja nicht, dass jede/r, der/die eine AHS besucht, studieren will. WANN & WO: Ist die Zentralmatura eine Mission Impossible? Larissa Nenning: Sie wurde von vielen Medien und Organisationen als solche verschrien, dies ist sie jedoch meiner Meinung nach nicht. Es muss auf jeden Fall noch mehr Feldtestungen geben und vor allem mehr Informationsarbeit geleistet werden – auch bei Lehrpersonen, damit diese auch den SchülerInnen ein positives Gefühl für diese Reform vermitteln, denn es herrscht viel Unsicherheit. MATHIAS BERTSCH mathias.bertsch@wannundwo.at


Wann&Wo Interview Larissa Nenning  

Das Interview von Vorarlbergs AHS-Landesschulsprecherin Larissa Nenning zu bildungspolitischen Themen. Erschienen am 14.11.2012 im Wann&Wo....

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