Industrial Design Jahrbuch 2011

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Industrial Design Jahrbuch 2011



Industrial Design Jahrbuch 2011 Lehrstuhl für Industrial Design, Prof. Fritz Frenkler Technische Universität München, Fakultät für Architektur



05 Vorwort 07 09 17 23 29 35 43

Industrial Design (M.Sc.) Master's Thesis E2030 - Vorgeschmack Zukunft Kreativ Dialog der Generationen Design Research Design Enterprise Design / Ingenieurwesen: home heroes

53 MUTE - TUM Electric Mobility 63 Entwürfe von Architektur-Studierenden 65 Terminal Tomorrow 67 Solarboat »Sunday« 69 Tagung Design & Wissenschaft 70 Promotionen, Vorträge & Veranstaltungen 72 Kooperationspartner 74 Impressum


Fritz Frenkler Designformel, 2011 (nach Gert Hildebrand, MIni / BMW Group, 2006) Design ist das Integral über das Produkt aus Technik T, Ergonomie E, Soziologie S, Ökologie O, Psychologie P und Philosophie P, potenziert mit individuell (Designer/Marke), von Funktion bis Form, in Abhängigkeit vom Faktor Zeit T und in Relation zur Darstellungsform D in vier- (4), drei- (3), zwei- (2) oder eindimensionaler (1) Ausprägung.


Vorwort Nicht nur die Arbeitsweise der Designer, auch die Arbeitsergebnisse erhalten seit wenigen Jahren einen völlig neuen gesellschaftlichen Stellenwert. Einen Stellenwert in Hinsicht auf wirtschaftlichen Erfolg, soziale Verbindlichkeit und kulturelle Notwendigkeit. Die Arbeitsweise der Designer, die neuerdings als Design-Thinking bezeichnet wird, besteht aus der Kombination von Beobachtung, Verstehen, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen (Wikipedia) und somit aus multi- und interdisziplinärer Arbeit. Diese Arbeitsweise ist die Grundlage für die Lehre und Projekte innerhalb des Masterstudiengangs Industrial Design (M.Sc.) an der TU München (TUM). Die daraus entstehenden Prozesse und Ergebnisse werden mit wissenschaftlichen Methoden abgesichert und auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Darüber hinaus sind diese Programme mit den Angeboten des Ausgründungsinstituts UnternehmerTUM zusammengeknüpft, um so die Relevanz von Design-Thinking, Design-Wissenschaft und Design-Strategie nachvollziehbar zu machen und im günstigsten Fall eine Ausgründung mit den Wissenschaftlern und Designern der TUM zu realisieren. Das Design der Zukunft ist weit mehr als Form und Funktion. Nach mehr als drei Dekaden einer marketinggetriebenen Wirtschaft glauben wir, dass die kommende Zeit von dem Design, wie wir es verstehen, bestimmt wird. Es wird sich die Frage stellen müssen, inwieweit Technologie sozial verträglich ist, wobei wir das Ökologische und Ökonomische im Sozialen integriert sehen. Prof. Fritz Frenkler

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Semester 4

Semester 3

Semester 2

Semester 1

0

ECTS-Punkte

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Industrial Design Grundlagen

Designmethoden und -prozesse

Designforschung

Design, Kommunikation & Gesellschaft

Vorlesung, Übung

Seminar

Seminar

Projekt

Schriftliche Prüfung SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 8 ECTS 12

Design- und Markentheorie

Produktergonomie

Geschichte und Theorie des Konsums

Design Enterprise 1

Seminar

Vorlesung, Übung

Seminar

Projekt

Mündliche Prüfung SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Prüfung SWS 4 ECTS 6

Mündliche Prüfung SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 8 ECTS 12

Design / Philosophie

Design / Psychologie

Design / Ingenieurwesen

Design Enterprise 2

Seminar

Seminar

Projekt

Projekt

Mündliche Prüfung SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 4 ECTS 6

Schriftliche Dokumentation SWS 8 ECTS 12

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ECTS

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ECTS

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ECTS

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ECTS

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Master‘s Thesis

Seminar, Abschlussarbeit, Kolloquium

Abschlussarbeit, mündliche Prüfung SWS 20 ECTS 30

ECTS 120


Industrial Design, M. Sc. Ein großer Teil der Lehrveranstaltungen, insbesondere die Projektarbeit, findet am Lehrstuhl für Industrial Design statt. Zu Beginn des Studiums wird im Modul Design, Kommun­­ikation & Gesellschaft ein kritischer Diskurs zu aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen im Bezug auf das Design angeregt. Aufbauend auf diesem Diskurs entwickelt jeder Jahrgang Ideen, die durch die Umsetzung als öffentlichkeitswirksames Projekt einen kulturellen Beitrag darstellen. Im Modul Designforschung, früher Design Research (S. 29-33) werden wissenschaftliche Methoden kennengelernt, angewendet und weiterentwickelt. Die Themenfindung für DesignForschungsprojekte wird ebenso trainiert, wie die Konzeption und Durchführung kleiner qualitativer und quantitativer Studien sowie das Verfassen wissenschaftlicher Texte. In den Design Enterprise Modulen (S. 35-41) werden Methoden zur Erstellung von Businessplänen vermittelt. Bei der Entwicklung von Firmenidentitäten und Produkten mit Gründerteams der Technischen Universität München wird die Beraterrolle als Designer gefestigt. Im Kontext eines reellen Auftrags wird die komplexe Realisierung und die dazu gehörende Kommunikation industrieller Produkte erfahrbar gemacht. Mit der abschließenden Master‘s Thesis (S. 9-15) sollen die Studierenden nachweisen, dass sie eine komplexe Fragestellung der Disziplin Industrial Design selbstständig und mit angemessenen Methoden auswählen, bearbeiten und präsentieren können. Die Arbeit soll zu je etwa einem Drittel aus einem theoretischen Teil, einem forscherischen und einem gestalterischen Teil bestehen. Darüber hinaus werden in den gemeinsam mit Kooperationspartnern angebotenen Fächer des Ingenieurwesens, der Soziologie, Psychologie und Philosophie disziplinübergreifende Projekte bearbeitet. Die Lehrveranstaltungen finden an den Fakultäten für Architektur, Maschinenwesen sowie für Wirtschafts- und Geisteswissenschaften der Technischen Universität München (TUM) sowie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) statt.

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Master's Thesis 2011 Nina Gerlach Das MIPS-Konzept als Gestaltungsgrundlage für ökologische Produkte | Jelena Kononova (Zach) Das Alter gestalten - Partizipatives Design zur Entwicklung von Produkten mit und für demenziell erkrankte Menschen | Maria Leisch Untersuchung von Einsatzbereichen für ein multifunktionales Möbelkonzept | José Luis Martínez Meyer Design für das Überleben – Überschwemmungen in Entwicklungsländern | Enzo Peres Freude statt Verzicht | Eva Poxleitner Erinnern helfen | Franz Reel Nutzerorientierte Gestaltung im Aircraft Interior Desgin – Innovationsbarrieren in der Luftfahrtbranche | Diana Schneider Privatsphären im öffentlichen Raum | Henning Vossen Medizinisches Design als lebenswichtige Verantwortung

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Das Alter gestalten Aktuelle Literatur und Statistiken zeigen, dass sich die Zahl der demenziell Erkrankten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird, da jährlich mit ca. 200.000 neuen Fällen zu rechnen ist. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, nicht nur die bekannten Facetten von Demenz aufzuzeigen, sondern die Individualität des Krankheitsverlaufes herauszustellen, die aktuellen Probleme und Schwierigkeiten, die die Krankheit mit sich bringt und die Anforderungen und Wünsche, die die Betroffenen an die Produkte und Dienstleistungen stellen, zu beschreiben. Darauf aufbauend wurde durch die Anwendung partizipativer Designmethoden ein Produkt zur Verbesserung der Lebensqualität (Erinnerungsbox) entwickelt. Die Funktionsweise der Erinnerungsbox, die die Biografiearbeit unterstützt und den Umgang mit Demenz erleichtern kann, besteht darin, bedeutsame biografische Erinnerungen (Lebensthemen) der Nutzer zu finden, zu speichern und diese durch die Aktivierung verschiedener Sinne wieder hervorzurufen. Ein Service unterstützt den Nutzer bei der Anfertigung der individualisierten Erinnerungsbox. Diese kann in allen Phasen der Demenz angewendet werden, zeigt aber besonders in der mittleren Phase einer Alzheimer Erkrankung ihre vollständige Wirkung. Außerdem wird dem Erkrankten bereits in der Anfangsphase die Möglichkeit gegeben, sich auf ein Leben mit oder trotz Demenz vorzubereiten. Dabei wird das wichtigste, was ein Mensch besitzt, seine Identität, »gespeichert«. Jelena Zach wurde für ihre Arbeit mit dem »universal design award 2012« sowie dem »universal design consumer favorite 2012« ausgezeichnet.

Jelena Kononova (Zach), Master's Thesis 2011: Das Alter gestalten. Partizipatives Design zur Entwicklung von Produkten mit und für demenziell erkrankte Menschen.

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cabinBART Warum findet kein sichtbarer, nutzerorientierter Fortschritt den Weg in die Flugzeugkabinen? Ziel der Master's Thesis ist es, am Beispiel eines Entwurfes aufzuzeigen, welche Maßnahmen deutliche Vorteile für den Passagier mit sich bringen und im Rahmen branchenspezifischer Voraussetzungen realisierbar sind. Nach der Behandlung der Grundlagen der Innovationstheorie wurde die Aircraft Interiors Branche hinsichtlich ihres Innovationsklimas mit Fokus auf den Kontext der Flugzeugkabine untersucht. Im Vordergrund stand dabei die Betrachtung einzelner Produkte und Komponenten im näheren Umfeld des Sitzplatzes. Auf der Grundlage nutzerorientierter Gestaltung entstanden mehrere Ansätze, von denen das Konzept cabinBART ausgearbeitet wurde: Eine Mülltüte, welche in der jeweilig perfekt geeigneten Position für jede Passagieraktivität am Vordersitz befestigt werden kann. Während des Essens kann sie bespielsweise im Zeitschriftennetz zwischen Vordersitz und Tisch befestigt werden, die sonstige Reisezeit über am eingeklappten Tisch. Dies schafft eine bequeme und gut erreichbare Müllentsorgungsmöglichkeit zu jedem Zeitpunkt, ohne die Beinfreiheit einzuschränken. Franz Reel wurde für cabinBART mit dem »universal design award 2012« in der Kategorie Mobilität ausgezeichnet. Franz Reel, Master's Thesis 2011: cabinBART Nutzerorientierte Gestaltung im Aircraft Interior Design – Innovationsbarrieren in der Luftfahrtbranche.

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Privatsphären im öffentlichen Raum Die Master's Thesis widmet sich dem Verständnis der Privatsphären im öffentlichen Raum. Zunächst wurde ein Ordnungssystem entwickelt, das die theoretischen und empirischen Erkenntnisse strukturiert, visualisiert und für die Gestaltung von Lösungen der Wechselbeziehung »privat/öffentlich« konsolidiert. Dieses Ordnungssystem entstand als Zusammenschluss einzelner, im Zuge der Masterarbeit entwickelter Teilstrukturen. Der zweite Teil des Gestaltungsauftrages bestand in der Anwendung des Ordnungssystems. Das Konfliktgebiet, das sich in der kombinativen, theoretischen, empirischen und gestalterischen Analyse als das Relevanteste herauskristallisierte, ist die Rolle der Mobiltelefonie im öffentlichen Raum. Diese Thematik wurde mit einer dem Ordnungssystem entnommenen Gestaltungsstrategie gelöst. Die Gestaltungslösung blieb dabei auf dem Detaillierungsgrad eines Konzeptes, das als Designstatement fungiert: Die nachhaltige und skalierbare Sensibilisierung des Privatsphärenkonfliktes in Form einer Kampagne im öffentlichen Raum. Die Kampagne bediente sich des kulturellen Phänomens des »Flash Mobs« und gestaltete diesen als Ausdruck interaktiver, partizipativer und proaktiver Öffentlichkeit.

Diana Schneider, Master's Thesis 2011: Privatsphären im öffentlichen Raum. Ordnungssystem und Gestaltungsstrategie im Spannungsfeld zwischen Interaktion und Abgrenzung.

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E2030 - Vorgeschmack Zukunft Mangelnde Transparenz über Herkunft und Inhaltsstoffe der Nahrung, Verlust des Bezuges zu Lebensmitteln, Ressourcen verschlingende Fleischproduktion, zunehmende Verstädterung und Verlust persönlicher, direkter Interaktion sind gesellschaftliche Themen, die unser Leben sowie unsere Ernährung in Zukunft prägen werden. Diesen Problemen haben sich dreißig Masterstudierende des Lehrstuhls für Industrial Design der Technischen Universität München gestellt. Im Rahmen der Ausstellung E2030 präsentierten sie ihre Konzepte und Lösungsansätze, die vor allem zum Nachdenken anregen und aufzeigen sollen, welchen Beitrag Design zum Thema Ernährung leisten kann.

Ein Projekt im Modul Design, Kommunikation & Gesellschaft, WS 2010/11 Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Eric Barth, Martin Maier (IDEO)

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Alternative Lebensmittel In vielen Teilen der Welt werden Insekten als wertvolles, gesundes und nachhaltiges Nahrungsmittel geschätzt. In Europa wird darauf jedoch noch nicht zurückgegriffen. »Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.« König Friedrich II. hat die Kartoffel in Deutschland als Nahrungsmittel eingeführt. Anfangs jedoch mit wenig Erfolg, da die Bauern den Wert der unbekannten Knolle nicht sahen. Daraufhin ließ er die ersten Kartoffelfelder anlegen und von Soldaten bewachen. Die Bauern fingen, an die Erdäpfel hinter dem Rücken der Soldaten zu klauen, zu kosten und schließlich selbst anzubauen ganz in seinem Sinne. Angelehnt an die Rafinesse König Friedrichs wird versucht, Insekten in unserer westlichen Gesellschaft zu etablieren. Mit dem Konzept soll die Akzeptanz von Insekten als Lebensmittel im mitteleuropäischen Raum gesteigert und ein Ansatz zur bewussten Ernährung gezeigt werden. 18

Entwurf: Fabian Ghoshal, Jan König, José Martinez, Andreas Ringelhan, Olga Sobolev, Stefan Zoell


Cook and Connect Eine Küche zum Selberkochen als Gastronomiekonzept im öffentlichen Raum. Wo, wenn nicht in der Küche, kommen wir alle zusammen? Wo, wenn nicht in der Küche, können wir kulturelle Unterschiede erschmecken? Warum treffen wir uns also nicht einfach und schnippeln, braten und brutzeln so, dass wir uns gegenseitig in die Töpfe gucken können? Cook and Connect ist eine universelle Küche, in der wir ganz unkopliziert zusammenkommen. Dabei kann jeder viel lernen und anderen etwas zeigen. Wir treffen Menschen in entspannter und kommunikativer Atmosphäre, können uns inspirieren lassen und erfahren nebenbei viel über die (Koch-)Kultur anderer. Cook and Connect wurde mit dem »Concours National Design 2012« ausgezeichnet.

Entwurf: Maria Lobisch, Caroline Timm, Diana Schneider, Jens Pohl, Philipp Hosp

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Die Münchner Türme sind ein Lösungsansatz, der aufzeigt, wie professionalisierte Landwirtschaft künftig in die Stadt integriert werden kann. Durch den modularen Aufbau in Etagen kann im Turm auf einer relativ geringen Grundfläche der Anbau pflanzlicher Lebensmittel stattfinden. Mit dem vorgestellten System werden Transportwege von Lebensmitteln verkürzt, der Bezug zum Agrarprodukt wiederhergestellt und Transparenz über die Herkunft der Nahrung geschaffen.

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Entwurf: Nina Gerlach, Jelena Kononova (Zach), Christian Margolus Zavala, Enzo Peres, Jürgen Ress, Henning Vossen, Laura Ann Walter


Mini-Garten Kinder, die in der Stadt aufwachsen, verlieren den Bezug zur Natur. Das ist weder gut für die Gesellschaft noch für die Kinder selbst. In städtischen Kindergärten fehlt es oft an Platz, um Pflanzen aufzuziehen und den Kindern diese in früheren Zeiten essentiellen Grundkenntnisse näher zu bringen. Mini-Garten ist ein Ansatz, genau gegen dieses Problem vorzugehen und den Kindern spielerisch den Umgang mit der Natur beizubringen. Pflanzen, Aufzucht und Ernte, all dies wird mit einem spielerischen Ansatz kindgerecht vermittelt. Denn Natur erleben kann doch richtig Spass machen. Und am Ende gibt es die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten. Entwurf: Franz Reel, Yanping Chen, Andrew Ayala, Maria Leisch, Till Verlohr, Verena Voppichler

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Kreativ Dialog der Generationen. 15 Studierende erarbeiteten mit einem partizipativen Gestaltungsprozess Konzepte nach den Prinzipien des Universal Designs (UD). Sie wurden jeweils von einem Mentor und einem Industriepartner bei der Vorbereitung der Workshops und der Ausgestaltung ihrer Konzepte unterstützt. Die Workshopleitung schulte die Studierenden als Moderatoren und forderte sie heraus, ihre Ideen verständlich zu formulieren, zu visualisieren und methodisch weiter zu entwickeln. In drei aufeinander folgenden Workshops beteiligten sich insgesamt 60 Nutzer zwischen acht und 75 Jahren an der Entwicklung von Visionen für die Lebensund Arbeitswelten der Zukunft. Die Themenfelder »Home Visionen: Wohlbefinden im Badezimmer«, »Office Visionen: Konzentration und Kommunikation am Arbeitsplatz«, »Transport Visionen: Interaktion in der Innenstadt« und »Visionen der Orientierung: Produktinstanzen als Vermittler« wurden parallel in Gruppen bearbeitet. Durch die gemeinschaftliche Entwicklung und Bewertung von Szenarien und Produktmodellen mit den Co-Designern floss ein breites Spektrum an Bedürfnissen und Wünschen in den Prozess ein und führte zu Konzepten nach den Prinzipien des UD. Die Projektergebnisse sowie der Gesamtprozess wurden im Rahmen der Munich Creative Business Week (MCBW) am 11. Februar 2012 im Oskar von Miller Forum präsentiert. Ein Projekt in den Modulen Design, Kommunikation & Gesellschaft sowie Design Research 2, WS 2011/12 Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Eric Barth, Sandra Hirsch, Martin Maier (IDEO), Initiiert von der universal design GmbH Gefördert aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Partner: HEWI Heinrich Wilke GmbH, Franz Kaldewei GmbH & Co. KG, Herzogsägmühle, aeris - Impulsmöbel GmbH & Co. KG Mentoren: Stefan Brodbeck, Tobias Caratiola, Boris Kochan, Michael Lanz

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Office Visionen: Konzentration und Kommunikation am Arbeitsplatz »Mit Hilfe der Methode partizipatives Design haben wir ein neues Konzept für die Schaffung einer guten Büroatmosphäre entwickelt, das für Menschen unterschiedlichsten Alters und Hintergrundes funktioniert. Durch die Einbeziehung von späteren Nutzern schon in der Researchphase konnten wir Bedürfnisse erkennen und Inspirationen sammeln. In der Konzept- und Ausarbeitungsphase brachte die partizipative Gestaltung qualitativ hochwertige Kritik und konkretes Feedback. Hier sehe ich das größte Potenzial dieser Methode. Sind die Teilnehmer in dem Thema durch einen vorangegangenen Workshop oder Interview gebrieft, kann hier effektiv an konkreten Entwürfen weitergearbeitet werden.«

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Zitat: Maria-Luise Marschall; Entwurf: Tobias Ende, Maria-Luise Marschall, Johanna Naser, Juliane Zeißler


Home Visionen: Wohlbefinden im Badezimmer »Durch dieses Projekt konnten wir nicht nur viel über Universal Design und partizipatives Design lernen, sondern auch über die gesamten organisatorischen und sozialen Aspekte eines Workshops: wie man gut im Team arbeitet, wie man sich und seine Idee verständlich macht und wie man die Co-Designer im Entwicklungsprozess integriert. Die letzte Entwicklungsstufe unseres Konzeptes war ein Hängesystem für Ordnung im Badezimmer. Dieses Konzept wurde vom Segelsport inspiriert, wo Ordnung, Platzmangel und Privatsphäre eine große Rolle spielen. Das Mockup wurde im dritten Workshop präsentiert und von Co-Designern getestet.«

Zitat: Magna Ferreira Schulz; Entwurf: Una Dobrinic, Magna Ferreira Schulz, Joachim Steven

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Transport Visionen: Interaktion in der Innenstadt »Das größte Potenzial des partizipativen Gestaltens birgt gleichzeitig die größte Schwierigkeit: Das Filtern der gesammelten Informationen und Inspirationen in relevante und irrelevante Informationen sowie das Erkennen verschiedener Motive und deren zu Grunde liegenden Bedürfnissen. Bei diesem Prozess ist der Interpretationsspielraum relativ undefiniert. Das richtige Selektieren erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Feingefühl. Nicht jedes Teammitglied ist in der Lage alle Potenziale zu erkennen. Ein Team ergänzt sich an dieser Stelle. Zu diesem Zweck mussten wir als Studierende erst einmal lernen, aufeinander einzugehen und die Bedürfnisse des Teampartners zu erkennen. Dieser Prozess ist ebenfalls ein wichtiger Teil des Projekts, der stetig geübt werden muss.«

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Zitat: Patrik Pieplow; Entwurf: Julian Boden, Natalie Hirschler, Jong Seok Park, Patrik Pieplow


Visionen der Orientierung: Produktinstanzen als Vermittler »Ohne den partizipativen Designprozess wären die Ergebnisse nicht denkbar gewesen. Bei der Co-Creation waren die Teilnehmer vom theoretischen Beginn an bis zum praktischen Testen der Modelle in den Gestaltungsprozess mit eingebunden. Durch gezielte Moderation konnten wir als Designteam die Beschreibungen, Gefühle und Ausdrücke der Co-Designer in eine einheitliche Gestaltungssprache übersetzten und ein schlüssiges Gesamtkonzept entwickeln. Das Universal Design kommt im sozialen Hintergrund des Konzeptes deutlich zum Tragen. Die Idee, durch unterschiedlich verknüpfte Produktinstanzen den Weg in einen Ort zu weisen, in dem der Service »Handwerk erleben« steht, hat nicht nur den Anspruch, Berührungsängste zu lösen, sondern auch den Ort nach außen hin zu öffnen. Die entworfenen praxisnahen Werkzeuge ermöglichen es der Herzogsägmühle, sich künftig der Öffentlichkeit interessant, informativ und offen zu präsentieren.« Zitat: Laura Schmidhuber; Entwurf: Anna Pfeifer, Monika Roebruck, Laura Schmidhuber, Zuh Yang

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Design Research Das Ziel des Moduls Design Research 1 ist das Erlernen von Kriterien zur Verfassung von wissenschaftlichen Arbeiten des Themenfelds Design. Es werden Theorien der Designforschung und Methoden für das Vorgehen bei der Projektplanung, der Themenfindung, der Literaturrecherche und der Durchführung von qualitativen sowie quantitativen Studien erlernt. Dies kann entweder projektbezogen oder im Rahmen eines eigenständigen, kleinen Forschungsprojekts geschehen. Darüber hinaus werden Schreibtechniken trainiert. Im Modul Design Research 2 wird auf der Grundlage der zuvor erlernten Theorien, Methoden und Richtlinien selbständig ein Forschungsthema definiert, eine kleine Studie durchgeführt und ein wissenschaftlicher Artikel verfasst. Auch der zweite Teil der Lehrveranstaltung kann entweder projektbezogen oder im Rahmen eines eigenständigen kleinen Forschungsprojekts durchgeführt werden. Dieses Seminar bereitet die Studierenden auf die Themenfindung innerhalb des Masterseminars vor.

Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Sandra Hirsch, Anna Broßmann (BSH)

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Einfluss der Umgebungsgestaltung auf die Interface-Benutzung im Öffentlichen Raum Zwischenmenschliche Interaktion wird durch den Raum, in dem sie stattfindet, beeinflusst. Von dieser Aussage wurde die These abgeleitet, dass dies auch für die Mensch-MaschinenInteraktion gültig ist. Um diese These zu prüfen, wurde der Einfluss sozialer und räumlicher Faktoren auf die Interface-Benutzung im öffentlichen Raum in Nutzertests (n = 55) untersucht. Der Test bestand aus der praktischen Aufgabe, an einem Touchscreen in einer realen Umgebung einen Buchungsvorgang durchzuführen und anschließend die Erfahrungen in einem Fragebogen festzuhalten. Die Untersuchung wurde an acht Orten in München (2 x vier Raum-Typen) durchgeführt. Die Elemente, die eine optimale Interfacenutzung stören, wurden zwecks Übersicht in vier Faktoren geclustert: Personen, Raum, Externer Stressor und Zeit. Die Auswertung ergab, dass die Übersichtlichkeit und Vorhersehbarkeit der Umgebung einen wesentlichen Einfluss auf die Geschwindigkeit und Fehlerquote bei der Buchung hatte, die Anzahl der Menschen im Raum jedoch keine wesentliche Rolle spielte.

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Schneider, Diana (2011): Impact of Context Design on Interface Use in Public Settings. In Clausen, Christian and Yoshinaka, Yutaka (Edt.): Engaging Interaction in Design, Proceedings of the 7th Student Interaction Design Research Conference Conference (SIDeR´11), April 14-15, 2011, Lyngby, Denmark


Spannungsfeld Interdisziplinarität - mit Designern zusammenarbeiten Interdisziplinarität ist eine Arbeitsform mit großem Potential für Innovation. Im interdisziplinären Umfeld ist es wichtig, die Stärken und den Nutzen der eigenen Disziplin zu kennen und erklären zu können. Man muss wissen, in welchen Bereichen man Experte (Könner) im Team ist und in welchen man Kenntnisse der anderen Disziplinen haben muss (Kenner). Viele Designer tun sich jedoch schwer, ihr Können klar zu formulieren und gegenüber dem Kennen abzugrenzen. In einer Online-Umfrage (n = 498) wurde die Wahrnehmung von Fähigkeiten und Methoden des Designs durch Nicht-Designer untersucht. Viele Kompetenzen waren weitestgehend unbekannt. Diese Unschärfe im Verständnis der Disziplin Design birgt die Gefahr, dass in interdisziplinären Projekten Spannungen auftreten. Zwischen Fremd- und Selbstbild des Design besteht eine erhebliche Diskrepanz, besonders hinsichtlich der Wahrnehmung, wie die gestalteten Dinge entstehen. Die Meinung über das Design ändert sich allerdings laut der Umfrage nach einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Bei mehr als der Hälfte aller Nicht-Designer (54%) wandelte sich die Meinung sehr zum Positiven. Margolus-Zavala, Christian; Hirsch, Sandra (2012): Interdisziplinäre Spannungen durch Unschärfe – Herausforderungen für das Design. In Linke, Mario et al (Hrsg.): Entwickeln – Entwerfen – Erleben. Technisches Design in Forschung, Lehre und Praxis, TUDPress, Dresden 2012

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Formalästhetische Gestaltungsfreiheit im Corporate Design Ein freischaffender Designer genießt gestalterische Freiheit. In der Projektrealität stehen dem jedoch viele Einflussfaktoren gegenüber. Eine auftraggebende Firma schränkt den Designer durch ihr Corporate Design meist stark ein, um das Produkt für den Nutzer als Teil einer existierenden Produktreihe wahrnehmbar zu machen. Die Studie behandelte die Frage, bis zu welchem Grad eine Gestaltung im Sinne des Corporate Design vom Kunden überhaupt erkannt wird. Die Untersuchung erfolgte durch Versuchsaufbauten, bei denen Probanden Produkte anhand ihrer Formgebung vorgegebenen Serien zuordnen sollten. Es zeigte sich, dass die Einschränkungen durch das Corporate Design durchaus ihre Berechtigung haben: Stringente Gestaltung wird vom Betrachter erkannt. Das Ausmaß der erkennbaren Gemeinsamkeiten ist abhängig von der Konsequenz der Gestaltung serienspezifischer Details. Für Firmen bestätigt diese Studie die Wichtigkeit eines Corporate Designs. Für Designer zeigt sie, wie die wahrgenommene Zusammengehörigkeit auf mehreren Ebenen beeinflusst werden kann.

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Maria Lobisch, Laura Ann Walter


Erlebnisse mit Technik im Alltag: Eine Cultural Probe In dieser experimentellen Studie wurden Nutzererlebnisse mit technischen Geräten durch eine Cultural Probe untersucht. Mit Hilfe eines Probe-Kits, das einen kleinen Notizblock und eine Einwegkamera enthielt, dokumentierten die Teilnehmer auffallend positive und negative Erlebnisse mit Technik über einen Zeitraum von 48 Stunden. Hieraus konnten Erkenntnisse für die gestalterische Arbeit gewonnen werden. Als wichtigste Einflussfaktoren für Erlebnisse mit Technik im Alltag erwiesen sich neben Funktion und Bedienung vor allem emotionale und soziale Faktoren, wie der emotionale Kontext bei der Benutzung und die persönliche Beziehung zu einem Gerät.

Jens Pohl

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Design Enterprise bildet neben der Master's Thesis den größten Modulblock des Masterstudiengangs Industrial Design. In Kooperation mit der UnternehmerTUM GmbH durchlaufen die Studierenden gemeinsam mit einen Startup-Unternehmen den gesamten Designentwicklungsprozess. Design Enterprise 1 Die Studierenden entwickeln Produkt- oder Dienstleistungsideen und bewerten deren Kundennutzen. In Teams analysierten sie den Markt und die Erfolgschancen dieser Ideen und entwickelten ein geeignetes Businessmodell und einen dazugehörigen Businessplan. Darauf aufbauend wird die Corporate Identity eines Startups entwickelt sowie Produkte und Nutzergruppe des Startups hinterfragt. Die Studierenden entwerfen neue Produkte, überarbeiten die Firmendarstellung und zeigen somit neue Wege der Unternehmenspositionierung auf. Design Enterprise 2 In Einzelarbeit werden Designthemen eines jeweiligen Startups untersucht. Grundlage ist die selbstständige Akquise einer Firma zu Beginn. Die Studierenden planen die Designaufgabe sowie die dazugehörige Designberatung. Das Ergebnis sind Designmodelle sowie Firmenpräsentationen, die von den Startups für den Markteintritt genutz werden. Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Wotan Wilden, Oliver Kraemer (BSH), Martin Maier (IDEO)

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imperfekt Justizvollzugsanstalten verfügen über Arbeitsbetriebe, in denen die Insassen einer geregelten Arbeitstätigkeit nachgehen. Dies umfasst die Herstellung von Gütern für den Eigenbedarf der Anstalten, die Fertigung für externe Auftraggeber und die Herstellung und den Vertrieb von Eigenprodukten. Die Arbeitsbetriebe der Justizvollzugsanstalten wollen den Anteil der Eigenprodukte erhöhen, um unabhängig von einer schwankenden Auftragslage zu sein und mehr Gefangenen einen Arbeitsplatz bieten zu können. Bisher werden die Eigenprodukte lokal über Anstaltsläden vertrieben, sollen jedoch in Zukunft unter einer gemeinsamen Marke angeboten und über einen Internetshop vertrieben werden. Geplant und ausgearbeitet wurde dieses Vorhaben am Lehrstuhl für Industrial Design. Im Rahmen des Projekts entwickelten 18 Masterstudierende Produkte, die künftig in den Arbeitsbetrieben hergestellt werden sollen sowie das Markenkonzept und den Internetauftritt von imperfekt.

Entwürfe: Tilman Bona, Fabian Arun Ghoshal (1), Mahsa Haddad (8), Philipp Hosp, Jan König, Iris Koser, Maria Lobisch, Christian Margolus Zavala (2), Evelyn Pinter, Jens Pohl (7), Jürgen Ress (3), Andreas Ringelhan, Olga Sobolev, Caroline Marie Timm (4), Till Verlohr (9), Verena Voppichler, Laura Ann Walter (5), Stefan Zoell

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Curefab Ziel des Projektes war es, die Hardware-Komponenten des Startup-Unternehmens Curefab neu zu konzeptionieren. Curefab arbeitet seit 2008 an der Entwicklung eines medizinischen Systems zur Gewinnung von 3D-Ultraschallvolumina auf Basis der von konventionellen 2D-Ultraschallgeräten gelieferten Bilddaten. Das ursprüngliche Hardwarekonzept bestand aus drei einzelnen Systemkomponenten. Somit benötigte das Hardware-System von Curefab sehr viel Raum im Untersuchungszimmer und nahm eine umständliche und zeitaufwendige Justierung der einzelnen Komponenten in Anspruch. Die Grundidee des neuen Gesamtkonzepts besteht aus der Reduktion und Integration der drei Einzelkomponenten in ein Element. Das neue Produkt setzt den Schwerpunkt auf minimale Standfläche und maximalen Bewegungsraum. Das Zusammenspiel von Ergonomie und Design ermöglicht eine flexible und schnelle Justierung der einzelnen HardwareKomponenten für einen optimalen Behandlungsablauf und eine komfortable Untersuchung für Arzt und Patient. Der ursprüngliche Touchscreen-Monitor am Zusatzgerätewagen wird durch ein abnehmbares iPad ersetzt, welches neue Wege der Interaktion des Arztes mit dem Patienten ermöglicht. Die Befestigung des Positionierungswürfels ist so gestaltet, dass dieser anhand einer einzigen Handbewegung sofort für die jeweilige Untersuchung optimal positioniert werden kann. Die Recheneinheit ist im Fuß des Gerätes integriert, sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und somit für die Standfestigkeit des gesamten Systems.

Entwurf: Verena Voppichler

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tado° - der intelligente Heizungsassistent Der Smartphone basierte Service kümmert sich automatisch darum, dass sich die Temperatur im Haus nach den Bedürfnissen der Bewohner richtet und keine Heizenergie unnötig verschwendet wird. So reagiert das System, wenn die Bewohner das Haus verlassen und senkt die Heizleistung. Rechtzeitig bevor ein Bewohner nach Hause kommt, wird die Heizleistung wieder erhöht und es ist rechtzeitig wieder warm. Auch der Wetterbericht und die Gebäudecharakteristik wird in die Steuerung der Heizung einbezogen um beispielsweise zu nutzen, dass die Sonneneinstrahlung die Wohnung mit erwärmt. So spart man im Schnitt etwa 27% Heizenergie ein. Das System besteht aus drei Hardware-Komponenten, die im Wohnraum (Temperatursensor), an der Heizungsanlage (Zentrale) und am Router (Internet-Gateway) installiert werden. Zusätzlich wird auf dem Mobiltelefon die tado°- App installiert, mit der man einen Überblick über die Systemaktivität hat und in der alle Einstellungen vorgenommen werden können. Darüber hinaus kann über ein Webinterface von jedem internetfähigen Gerät auf das System zugegriffen werden.

Entwurf: Jens Pohl, Laura Ann Walter

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home heroes Sechs interdisziplinäre Teams aus 29 Studierenden der Fachrichtungen Industrial Design und Maschinenwesen gestalteten und entwickelten Produktideen, die der Entwicklung der Küche Rechnung tragen. Sie setzten sich gleichermaßen mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen wie Ressourceneffizienz, dem sorgsamen Umgang mit Nahrungsmitteln und nachhaltigen Produktkonzepten auseinander. Der Fokus lag nicht darauf, Produkte zu schaffen, die selbst möglichst effizient und effektiv arbeiten, sondern vielmehr auf solchen Produkten, die zu einem bewussten Umgang mit der Ressource Lebensmittel anregen. Gleichermaßen zeigen die Entwürfe neue Felder für die Marke Bosch auf und spiegeln somit auch die Markenbotschaft der Robert Bosch Hausgeräte GmbH wider, die sich aus dem Markenclaim: »Technik fürs Leben« und den Markenkernen: »Substanz«, »demonstrative Qualität« und »technische Perfektion« zusammensetzt. Entstanden sind Produktideen, die sich durch ihre technische, funktionale sowie ästhetische Qualität auszeichnen. Alle Entwürfe wurden im Maßstab 1:1 ausgearbeitet und zeigen die Vielfalt, mit der sich die Studierenden mit der Aufgabe auseinandergesetzt haben. Gleichermaßen demonstriert das Projekt die richtungsweisende, Disziplinen übergreifenden Ausbildung von Industrie Designern und Ingenieuren an der Technischen Universität München. Ein Projekt im Modul Design / Ingenieurwesen, WS 2011/12 Prof. Fritz Frenkler, Matthias Hajek, Vincent Weckert (frog) Eine gemeinsame Lehrveranstaltung mit dem Lehrstuhl für Produktentwicklung, Prof. Dr.-Ing. Udo Lindemann, Katharina Helten, Arne Herberg, Constantin von Saucken In Kooperation mit der Robert Bosch Hausgeräte GmbH

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check chonson ist ein Selbstschulungstool. Es regt den Nutzer auf spielerische Art und Weise dazu an, sich wieder Zeit für Lebensmittel zu nehmen. Mit Hilfe der Farbskala können Änderungen der Lebensmittel beobachtet und dokumentiert werden. Die Druckpads schulen den Tastsinn beim Einkauf oder zu Hause. Die Festigkeit von Obst und Gemüse kann getestet werden. Der Nutzer setzt seine eigenen Maßstäbe, bei welcher Farbe und Konsistenz das Obst und Gemüse für ihn noch gut ist. Er wirft weniger weg, indem er mehr über seine eigenen Lebensmittel erfährt - mit check chonson. Entwurf: Hannes Elser, Philipp Hosp, Christoph Karl, Christian Margolus Zavala

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eine küche? Einzimmer-Apartments werden vielfältig genutzt. Sie dienen als Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer oder Büro. Eine Küche sollte sich harmonisch in den Raum integrieren und nicht dominieren. Auf kleinstem Raum vereint der Entwurf die Grundausstattung einer Küche und kann durch den Nutzer individuell erweitert werden. So wird kommunikatives Kochen bei minimalem Platzbedarf möglich. Ein Einsatz in Büroräumen ist ebenso denkbar wie die Nutzung als zentrales Element in einer kommunikativen Küche nach Otl Aicher. Entwurf: Philipp Pfleghar, Jens Pohl, Andreas Ringelhan, Olga Sobolev, Holger Wack

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frischhalten Jährlich landen elf Million Tonnen Lebensmittel direkt auf dem Müll. 61% dieser Abfälle entstehen in privaten Haushalten (Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz). Einer der häufigsten Gründe für Verschwendung liegt in der falschen Lagerung von frischen Lebensmitteln. Viele Verbraucher verlieren den Überblick über vorhandene Lebensmittel - schnell gerät die Packung Karotten in der hinteren Ecke des Kühlschranks in Vergessenheit. frischhalten bietet eine innovative Lösung zur einfachen Lagerung frischer Lebensmittel sowie zur Verbesserung der Haltbarkeit, Übersichtlichkeit und Erreichbarkeit. Das System nutzt Unterdruck um Lebensmittel länger haltbar zu machen - viel länger. Macht man sich bewusst, dass die meisten Obst- und Gemüsesorten besser ungekühlt gelagert werden, bietet das System eine gute Alternative zum Kühlschrank oder der Obstschale - auch für ungekochte Pasta, Brot, Reis oder Kaffee. Durch die Lagerung in transparenten Gefäßen ist der Überblick über vorhandene Lebensmittel im Vergleich zur Aufbewahrung im Kühlschrank deutlich verbessert. Führt man ein Gefäß an das Gerät, wird es sofort angesaugt. Es wird versiegelt und der Inhalt haltbar gemacht ohne aus dem Blickfeld zu geraten. Unterhalb von Oberschränken befindet sich dafür bislang ungenutzter Raum in der Küche. Durch frischhalten wird dieser Bereich zu einem idealen Aufbewahrungsort mit bester ergonomischer Erreichbarkeit. frischhalten wurde für den »Bundespreis ecodesign 2012« nominiert.

Entwurf: Tilman Bona, Clemens Kössler, Matthias Leyendecker, Maximilian Reiner, Laura Ann Walter

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widefridge rückt Lebensmittel in den Vordergrund, um dem Menschen ihren ursprünglichen Wert wieder zu vermitteln. Seine Form ist an das menschliche Blickfeld angepasst und ermöglicht einen schnellen Überblick auf die in ihm gelagerten Lebensmittel. Schaltbare, transluzente Glastüren ermöglichen auch bei geschlossenen Türen einen Einblick in den widefridge. Seine geringe Tiefe verhindert das Verschwinden von Lebensmitteln hintereinander. Ein Objekterkennungssystem hilft beim Platzieren in die für das Lebensmittel richtige Klimazone. Eine Verfärbung der Glasfront signalisiert die ablaufende Haltbarkeit von Lebensmitteln und deren Position. Entwurf: Fabian Bosch, Fabian Arun Ghosal, Jan König, Felix Koppmann, Evelyn Pinter

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MUTE - TUM Electric Mobilty Anfang 2010 wurde an der Technischen Universität München (TUM) die Idee geboren, ein optimal auf die Kundenanforderungen und den Mobilitätsbedarf der Zukunft zugeschnittenes Elektrofahrzeug von Grund auf neu zu entwerfen, als Versuchsträger aufzubauen und zu erforschen. Das Ergebnis: MUTE. Der MUTE vereint Innovationen aus Wissenschaft und Forschung von 20 Lehrstühlen der TUM in einem Fahrzeug und in der Anbindung des Fahrzeugs in die MobilitätsInfrastruktur. Das Fahrzeug ist hoch effizient, um einen geringen Energieverbrauch im Betrieb zu ermöglichen – angefangen bei niedrigem Gewicht, über optimierte Aerodynamik hin zu energieeffizienten Komponenten. Durch das geringe Gewicht ist eine kleine Batterie ausreichend. Zusammen mit ausgereiften und preiswerten Komponenten kann so ein günstiges Fahrzeug für die Kunden realisiert werden. Zudem ist das Fahrzeug sicher. Ein Fahrzeug, das wie ein Automobil aussieht, muss sich wie ein Automobil verhalten. Das Design des MUTE haben elf Architekturstudierende gemeinsam mit Prof. Fritz Frenkler und Wotan Wilden entworfen und bis zum Prototypenbau und öffentlichen Präsentation im Rahmen der Internationlen Automobilausstellung in Frankfurt 2011 (IAA) begleitet.

Entwurf: Florian Abendschein, Paul Bart, Marvin Bratke, Berna Erenoglu, Patrick Freund, Michael Fuderer, Thomas Kosiec, Simon Rauchbart, Jennifer Schikora, Daniel Tudmann, Ilona Skowronek | Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Wotan Wilden | Kooperationspartner: siehe Anhang und www.mute-automobile.de | mu+te© ist ein eingetragenes Markenzeichen der Technischen Universität München (TUM)

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Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2011 in Frankfurt zeigt MUTE (»der Leise«) die Antwort der TUM auf die kommenden Herausforderungen der individuellen Mobilität. Neben dem Fahrzeugdesign gestaltete der Lehrstuhl für Industrial Design auch den Messeaufritt in Frankfurt. Mit vier großen weißen Flächen schufen die Designer der TUM eine elangante und moderne Bühne für den MUTE und trugen damit erheblich zur erfolgreichen Präsentation vor einem internationalen Publikum bei. Gestaltung Messestand: Prof. Fritz Frenkler, Wotan Wilden | Realisierung: plan3

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Entw端rfe von Architekturstudierenden Parallel zur Lehre im Masterstudiengang werden am Lehrstuhl f端r Industrial Design im Rahmen des Diplomstudiengangs Architektur Entwurfsprojekte zu Themen des Industriedesigns angeboten und betreut. Neben dem Fahrzeugdesign f端r den MUTE, das in der Zwischenzeit als Prototyp realisierte Elektroauto der TUM, entwarfen Studierende unter anderem ein Solarboot sowie neue Konzepte zur Flughafengestaltung.

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Solarboat Die »Sunday« überzeugt durch ihr markantes, dynamisches Erscheinungsbild. Integrierte Funktionen, eine einfache Bedienung und ein ganzheitliches Designkonzept machen ein völlig neues Freizeiterlebnis möglich. Konsequenter Leichtbau und ein darauf abgestimmtes Antriebssystem garantieren besondere Agilität auf dem Wasser. Die unabhängige Energieversorgung durch in das Boot integrierte Solarzellen garantiert eine unbegrenzte Reichweite und minimale Betriebskosten. Das Hauptmerkmal des Entwurfes ist eine autarke Energieversorgung des Bootes durch die maximal mögliche Solarfläche. Insgesamt 20m2 garantieren unbegrenzte Reichweite bei einer Marschgeschwindigkeit von rund 8 Knoten. Die Leistung kann direkt von den Solarzellen in den Motor geleitet werden. Die Kollektorfläche bleibt auch während der Fahrt nahezu vollständig verfügbar. Eine markante und kantige Linienführung verschafft der »Sunday« eine unverwechselbare Erscheinung. Wenige Knicke sowie minimale Radien im Überwasserbereich unterstreichen das moderne und dynamische Design.

Entwurf: Kim Grabbe, Maximilian Helmreich, Marcel Winter, Valentin Zeller Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Wotan Wilden, Ulrike Fuchs (Lehrstuhl für Emerging Technologies)

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Terminal Tomorrow - Im Zug zum Flug Wie sieht ein Terminal in der Zukunft aus? Was muss speziell am Flughafen München in der Zukunft verbessert werden? Mit diesen Fragestellungen setzt sich der gezeigte Entwurf auseinander. Das größte Defizit des Flughafens München ist die schlechte Anbindung mit dem ÖPNV, die nicht nur viele Fahrgäste ärgert, sondern auch ein schlechtes Image zur Folge hat. Dieses Defizit soll sich durch den Entwurf in ein innovatives und attraktives Verkehrskonzept verwandeln: Ein Zug, in dem bereits während der Fahrzeit alles erledigt werden kann - vom Check-In bis zur Passkontrolle. Entwurf: Peter Frank, Martina Kaindl, Hanna Ruck Betreuung: Prof. Fritz Frenkler, Eric Barth, Oliver Kraemer (BSH) | In Kooperation mit Bauhaus Luftfahrt e.V.

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Tagung Design & Wissenschaft Ziel der Tagung war der Trennung des Designs in Theorie und Praxis aktiv entgegen zu wirken, um die Ausbildung und Forschung an den Universitäten zugänglicher und alltagstauglicher weiter entwickeln zu können, und den Unternehmen das Potenzial der Designforschung zu vermitteln. Durch sechs ausgewählte Fachvorträge (s. Seite 71) wurden verschiedene Perspektiven der deutschsprachigen Designforschung vorgestellt und ein Bogen über das Spektrum gestalterischwissenschaftlicher Themenfelder und Fragestellungen gespannt. Es wurden bewusst Vortragende eingeladen, die sich mit sehr unterschiedlichen Aspekten des Themenfeldes beschäftigen, um das Potenzial der in Deutschland noch recht jungen Designforschung zu vermitteln. Neben den Vortragenden waren auch die Teilnehmer der Tagung aus Design-Praxis, -Forschung und -Management gefragt, ihre Erfahrungen einzubringen. Dies geschah zum einen durch das Ausfüllen von Fragebögen und zum anderen durch die gemeinsame Erarbeitung von Perspektiven in der abschließenden Diskussion. Jedem Besucher wurde zu Beginn der Veranstaltung ein Fragebogen ausgehändigt mit der Bitte, seine Erfahrungen und Wünsche darin schriftlich zu erläutern, Beispiele anzuführen und Visionen zu formulieren. Mit Hilfe der unterschiedlichen Medien konnten im Rahmen der Tagung Design & Wissenschaft die Anforderungen und Ziele von Industrie-Vertretern, Designmanagern aber auch Lehrenden hinsichtlich einer angewandten Designforschung miteinander abgeglichen werden. Differenzen und Synergien der beruflichen Praxis mit der Ausbildung und Forschung konnten aufgedeckt und Wünsche sowie Perspektiven für die Zukunft formuliert werden. Die Ergebnisse der Tagung und die formulierten Visionen sind in einem Tagungsband zusammengefasst und können über den Lehrstuhl bezogen werden. Konzept und Projektleitung: Sandra Hirsch; Fachliche Beratung: Prof. Fritz Frenkler, Prof. Wolfgang Sattler Gefördert aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Die Tagung fand im Rahmen der Munich Creative Business Week (MCBW) am 07. Februar 2012 im Vorhoelzer Forum der Technischen Universität München (TUM) statt.

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Promotionen

Sybs Bauer »Evolutionäre Morphologie« Prozess und Produkt: vom Ursprung der Kreativität über die Formbildung zum universellen Design Anna Broßmann Design und seine Wirkung. Interaktion zwischen Designer und Nutzer Thorsten Frackenpohl Untersuchung zur nutzerorientierten Gestaltung einer Kategorie von Sportgeräten für ältere Menschen mit dem Ziel der Bewertung und Klassifizierung relevanter Gestaltungskriterien Otto F. Götz Jean Beck: »Die Lust am Glas« Entwicklung und Bedeutung eines Keramikund Glasentwerfers vom Historismus zur »Neuen Sachlichkeit« und sein Einfluss auf die deutsche Moderne Manuel Götzendörfer Untersuchung des Einflusses von Designkompetenzen auf Innovationsprojekte Sandra Hirsch Gestaltung und Umbruch: Gesellschaftliche Veränderungen und ihr Einfluss auf die Gestaltung industrieller Produkte

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Hongchan Kim New functional design process for collaboration with industrial design and engineering: An integrative approach to practice-based design process, knowledge based on new functional design methodology, of case study research in urban rail vehicle interior development Marc Landau Untersuchung und Gestaltung von User Experience in Innenräumen bei Elektrofahrzeugen Franz Reel Individualisierung im Luftverkehr - Neue Anforderungen an die Gestaltung in der Luftfahrtindustrie Andreas Schwab Development of a shared, electric-vehicle related humanmachine interface (HMI) application under the consideration of a multicultural usergroup, with focus on Singapore as target market Markus Schweitzer Ein Design-Schema sagt mehr als 1000 Worte


Vorträge & Veranstaltungen

Vortragsreihe Gestaltung & Emotion Sommer 2011 Holger Hampf (frog) Prof. Dr. Marc Hassenzahl (Folkwang Universität Essen) Dr. Torsten Ambs (mind store marketing) Gastvortrag Frühjahr 2012 Klaus Jürgen Maack (ERCO GmbH) Die Herrschaft der Kommunikation. Otl Aicher und ERCO, eine Zusammenarbeit mit Langzeitwirkung. Tagung Design & Wissenschaft - 07. Februar 2012 (s. Seite 69) Munich Creative Business Week 2012 Dr. Claudia Mareis (Universität Basel) Designforschung: Zu einer Theorie der Praxis Prof. Dr. Marc Hassenzahl (Folkwang Universität Essen) Experience Design: Erleben gestalten Dr. Stella Boess (TU Delft) Fragestellungen in angewandter Designforschung und Lehre: Beispiele aus Delft

Elizabeth Roche (frog) Design Research: No Desks Allowed! Christian Jurke (designaffairs GmbH) Driven - Erfolgreiche markenprägende Produktstrategien. Wahrnehmung und Gestaltung im Spannungsfeld von Marke und Form Prof. Wolfgang Sattler (Bauhaus Universität Weimar) Forschung durch Design Ph.D.-Studiengang Design? 71


Kooperationspartner aeris - Impulsmöbel GmbH & Co. KG, Airbus S.A.S, Bauhaus Luftfahrt e.V., Bayer Material Science, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, bayern design GmbH, BMW AG, Daimler AG, Franz Kaldewei GmbH & Co. KG, Herzogsägmühle, HEWI Heinrich Wilke GmbH, Hightex GmbH, iF Industrie Forum Design e.V., Lufthansa AG, Robert Bosch Hausgeräte GmbH, Roding Automobile OHG, universal design GmbH, UnternehmerTUM GmbH, vorradler Kooperationslehrstühle MUTE - TUM Electric Mobility Fahrzeugtechnik, Leichtbau, Dienstleistungs- u. Technologiemarketing, Energiewandlungstechnik, Forschungsgruppe Energieinformatik, Wirtschaftsinformatik, Thermodynamik, Maschinenelemente, Aerodynamik, Carbon Composites, Integrierte Systeme, Produktentwicklung, Hochspannungs- und Anlagentechnik, Umformtechnik und Gießereiwesen, Energiewirtschaft und Anwendungstechnik, Elektrische Energiespeichertechnik, Bauklimatik und Haustechnik, Ergonomie, Technische Elektrochemie

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Impressum Technische Universität München, Fakultät für Architektur Lehrstuhl für Industrial Design, Prof. Fritz Frenkler Arcisstraße 21, 80333 München, www.id.ar.tum.de, industrialdesign@lrz.tum.de Gestaltung Fritz Frenkler, Matthias Hajek, Adrian Pigat, Andreas Wenzler Text Fritz Frenkler, Matthias Hajek, Sandra Hirsch Fotos Florian Lehmann (MUTE), Studio Messlinger (home heroes), Franz Reel (Curfab, Tado°, Tagung Design & Wissenschaft),

Die jeweiligen Beschreibungen und Abbildungen der Entwürfe haben die Studierenden zum Teil selbst erstellt. Druck GRASPO CZ, a.s., Zlin (CZ) Sponsoren Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH + Co. KG, designfunktion Gesellschaft für moderne Einrichtung mbH Verlag Technische Universität München, Fakultät für Architektur, Arcisstraße 21, 80333 München, www.ar.tum.de, verlag@ar.tum.de ISBN-Nr. 978-3-941370-20-3 74


designfunktion Bonn Sandkaule 9 – 11 · 53111 Bonn T: +49 (228) 96 57 83-0 bonn@designfunktion.de designfunktion Berlin Lehrter Straße 16/17 · 10557 Berlin T: +49 (30) 39 49 59-0 berlin@designfunktion.de

www.designfunktion.de

Fotos von oben nach unten: Paul Hiller, München Thomas Röthlisberger, Bern; Christian Hacker, München

designfunktion München Leopoldstraße 121 · 80804 München T: +49 (89) 30 63 07-0 info@designfunktion.de


Klassiker aufgepasst – hier kommt der Neue.* Graph. Wilkhahn.

* Die Auswahl an erstklassig gestalteten Konferenzsesseln ist überschaubar – und seit Jahrzehnten kaum verändert. Graph bringt jetzt frischen Wind in die Sesselriege. Als prägnanter, wegweisender Charakter. Mit innovativem, aktivierendem Federkomfort. Und Spitzenqualität bis in jedes Detail. Graph, Design: Jehs + Laub. Mehr Infos unter www.wilkhahn.de /graph


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