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Lausitzer Rundschau

Lokales

Elbe-Elster-Rundschau

FREI TAG, 25. S EPTEMBER 2009

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Ortsporträt Maasdorf „Bei uns stimmt das Miteinander“, sagt Ortsvorsteher Eckhard Lehmann – und er hat viele Beweise

Auch mal spinnen können

Viel Wissenswertes erfährt, wer durch „Meister Bockerts Reich“ wandert.

Ein Motiv der Kulisse des künftigen Sagenpfades am Elster-Natoureum.

Ein Landhaus mit Wohlfühlcharakter Kanuten aus Regensburg, Geschäftsleute aus Kanada, Gäste aus Frankreich, Holland und Schweden, Brautpaare, Manager aus dem Motorsport und Besucher zu Klassentreffen schlummerten bereits im Landhaus Bolde und genossen die ländliche Idylle. Seit zwei Jahren bewirtschaftet Anita Sikorsky das elterliche Grundstück in Maasdorf und betreibt dort ein Landhaus mit Café. Bereut habe sie es bis heute noch nicht einen einzigen Tag, diesen Schritt zurück in die Heimat gemacht zu haben. „Ich bin hier zu Hause“, sagt Anita Sikorsky mit sichtlicher Zufriedenheit. „Hier koche ich Marmelade für das Frühstücksbuffet meiner Gäste, backe Kuchen für das Café Anna, das am Wochenende und feiertags geöffnet ist und organisiere thematische Abende“, erklärt sie. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist Babys-Day. Am 14. Oktober um 19 Uhr gibt es den zehnten Ladys-Day. Ebenso liegen ihr die Senioren des Ortes am Herzen, für die sie thematische Kaffeekränzchen anbietet. Und die

Männer im Ort, die dürften natürlich auch kommen, wenn sie ein Thema interessiert. Am 30. September um 19 Uhr gibt es einen Lichtbildervortrag mit Dr. Benno Damm zum Thema „Transsibirische Eisenbahn – von Moskau bis Peking“. Und am 30. Oktober um 19 Uhr stellt Nora Günther ihr neues Buch „Aribo“ vor. Bautechnisch ist auf dem Hof die Montage eines Fahrrad- und Trockenraums geplant. Außerdem liebäugelt Anita Sikorsky mit einem kleinen Seminarraum im Nebenhaus. Derzeit biete das Haus bei Veranstaltungen 30 Personen einen Platz. Übrigens sollte man schon jetzt an die Reservierung von Weihnachtsfeiern denken. „Neben der Mitgliedschaft im Tourismusverband“, erzählt Anita Sikorsky, „organisieren wir uns im Ort auch selbst sehr gut.“ So würden, wenn das Haus ausgebucht ist, Gäste an den Kollegen im „Parkschlößchen“ verwiesen oder zum Essen in die „Keilerschänke“ geschickt. mc

nehmen im Ort, den Gastronomen, Vereinen und vielen Privatinitiativen habe ich starke Partner mit Engagement hinter mir“, sagt der Ortschef. Recht jung sei der Prestewitzer Heimatverein, mit dem die Maasdorfer ganz eng zusammenarbeiten möchten. Ein Partner

Eckhard Lehmann

sei ebenso der Heimatverein Weinberge. Lehmann: „Gemeinsam möchten wir verschiedene Rundwege mit gastronomischer Anbindung schaffen. Diese könnte man ebenso mit Paddeln, Radeln, Wandern, Laufen und Reiten kombinieren. Gastronomie ist wichtig, weil Bewegung bekanntlich hungrig und durstig macht.“ 쏆 Projekte: Elbe-ElsterTours ist ein Projekt, bei dem die Vernetzung immer besser funktioniert. Durch die renaturierten Flussschleifen bekomme das Paddeln ständig mehr Anhänger. Das Projekt „Sagenhaftes Maasdorf“ soll mit Hilfe regionaler Sagen geschichtliche Hintergründe in den Orten und Landschaften widerspiegeln. Und das entlang aller Rad-, Wander- und Wasserwege. „Wir haben schöne Radwege mit unterschiedlichen Belägen. Da sollten wir auch mal in Richtung

Fläming-Skate schauen und von dortigen Erfahrungen profitieren. „Vielleicht leisten sich einmal mehrere Gemeinden gemeinsam eine Kehrmaschine, um mit idealen Strecken Skater auf die Pisten zu locken.“ 쏆 Feste: Gefeiert werde in Maasdorf nicht wenig – sogar so viel, dass man bisher weder einen Termin für ein Herbstfest, noch für die Jubelfeier des Heimatvereines fand. Erstmals schlossen sich die drei Wirte des Ortes zusammen und gestalteten das Dorffest am neuen Standort. So ist es auch im nächsten Jahr geplant. Neben der Freiwilligen Feuerwehr, dem Jugendclub, dem MotocrossVerein, den Sportvereinen, dem Heimatverein und anderen gehören mittlerweile verschiedene Straßenfeste in den Terminplan. 쏆 Visionen: Zur Vernetzung gehöre auch die Logistik und Unterkunft. Warum also nicht leerstehende Schulgebäude zu Jugendherbergen machen? „Wir haben eine erlebnisreiche Region, bestätigen uns in jedem Jahr Schüler aus Berlin. Damit könnten wir Sportvereine, Familien, Jugendgruppen und Schulklassen anlocken, ihre freien Tage hier zu verbringen. Wir haben doch alles, nur krankt es an der Unterbringung“, so Lehmann, der auch auf die Thalberger Schule schielt. Vieles werde zu lange diskuitiert und zerredet. „Auf jeden Fall muss man etwas in der Schublade haben, damit man, sollte günstiges Geld anstehen, schnell reagieren kann“, so der Visionär Lehmann, der aber dennoch bodenständig bleibt: „Ich habe gelernt, geduldig zu sein und kleine Schritte zu machen. Aber man muss auch mal spinnen können.“ Mona Claus

„Sagenhaftes rund um Maasdorf“ ist ein Projekt, das mehr und mehr Gestalt annimmt. Auch im Erlebnisgarten finden sich Hinweise zu einheimischen Sagen. Birgit Wystemp (l.) arbeitete mit am BegleitFotos: Mona Claus buch. Katrin Wendt unterstützt bei der Grünpflege.

Ein neue Idee Vom ehemaligen Jugendclub ist nach seinem Umbau 2005 kaum etwas übrig geblieben. Entstanden ist ein modernes Tourismus-, Service- und Jugendcentrum, kurz TSJC. Im Komplex beheimatet sind die Freiwillige Feuerwehr, der Jugendclub und ein Raum für die Dorfgemeinschaft. Der untere Bereich des Hauses hält kompaktes regionales Wissen bereit. Auf einer großen Fläche ist der Elbe-Elster-Kreis im Kleinformat am ständigen Wachsen. Daneben werden die regionale Baumvielfalt, typische Tiere, Pflanzen der Region und ein historisches Klassenzimmer präsentiert. In jeder Ecke der Ausstellung im Natoureum gibt es

Jubiläum etwas zu entdecken. Die Mitarbeiter bemühen sich, die Ausstellung mit zusätzlichen Exponaten immer interessanter werden zu lassen. Beliebt ist auch die Außenanlage des Hauses, die von Gartenbahnfreunden mehrmals im Jahr für Treffen genutzt wird. Kinder toben drinnen wie draußen mit Begeisterung. Genutzt werden können ebenso nach Absprache die Beachvolleyballanlage und der Grillplatz. Das jüngste Projekt, das über das Regionalbudget III des Landkreises EE gefördert wird, ist das „Sagenhafte Maasdorf“. Sechs Bilder und mehrere Figuren im Außenbereich zeigen visuelle Anfänge des Projektes. mc

Der Heimatverein hat sich im September 1994 gegründet und derzeit 120 Mitglieder. Das Dorfgemeinschaftsleben zu pflegen, Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz zu unterstützen und Beiträge zur touristischen Attraktivität zu fördern, sind die Hauptziele. Diese werden gemeinsam mit den örtlichen Interessengruppen wie Freiwillige Feuerwehr, Jugendclub, Motorsportverein, Gewerbetreibende und kommunalen Trägern umgesetzt. In diesem Jahr feiert der Heimatverein unter bereits langjähriger Leitung von Heidrun Matthes sein 15. Jubiläum. Wie? Das ist noch ein Geheimnis. mc

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DIE ANZEIGENECKE

Der Flusslauf der Elster wird in den Wintermonaten im Natoureum Gestalt annehmen.

Maasdorf ist ein Ortsteil der Stadt Bad Liebenwerda, linksseitig an der Kleinen Elster im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gelegen. Gegenwärtig hat der Ort 470 Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Maasdorf 1326 als Mostorph. Derzeitiger Ortsvorsteher ist Eckhard Lehmann. Mit ihm sprach die RUNDSCHAU über Visionen, Entwicklungen und Geschaffenes. 쏆 Aufgaben und Ziele: Die Ortsgestaltung, die Entwicklung des Umfeldes und Geschaffenes zu stabilisieren, das sind für Eckhard Lehmann die drei größten Aufgaben. Da habe man mittlerweile im Ort viel erreicht. Die Einwohner würden sich zufrieden zeigen, junge Familien sesshaft werden und Kinder geboren. Kurzum: Das Miteinander stimme. Deshalb habe er in seiner Amtszeit, die bis 2014 währe, ein weiteres Ziel ins Auge gefasst: Vernetzungen im regionalen wie überregionalen Sinne, um touristisch attraktiv zu werden und Bad Liebenwerda in seiner kurstädtischen Entwicklung voranzubringen. 쏆 Tourismus: Mit dem Natoureum, dem Walderlebnispfad von Meister Bockert, den renaturierten Flussschleifen der Kleinen Elster, den Radwegen, den Maasdorfer Teichen, der Streuobstwiese und der Badstube ist viel entstanden. Diese Dinge zu Paketen zu schnüren und den Radius zu erweitern, daran wolle man intensiv arbeiten. Wichtig sei es erst einmal, einen Austausch zu organisieren. „Wir brauchen eine Bestandsaufnahme, um zu sehen, was jeder zu bieten hat, und dann heißt es, Potenziale zu verknüpfen“, so Lehmann. 쏆 Partner: „Mit den Unter-

In Maasdorf wird es „sagenhaft“

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Selten hat Anita Sikorsky so viel Zeit, um sich für einen Kaffee in die Morgensonne zu setzen. Die Gäste gehen vor.

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