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© HR/Jacqueline Krause-Burberg

© ZDF Christian Lüdeke

S t a d t g es p r ä c h

Doch zurück zu den „Kriminalisten“ unter den Fernsehmachern. Natürlich haben sie schon Frankfurter „Tatort“-Kommissare in die Kurstadt geschickt. Ulrich Tukur etwa fand als Felix Murot in „Wer bin ich?“ die Leiche im Parkhaus des angeblich Wiesbadener, tatsächlich aber des Homburger Casinos und ermittelte auch im Steigenberger Hotel in einem Zimmer der dritten Etage. Erst jüngst ist mit „Das Gesicht in der Wand“ der neueste „Tatort“ mit Margarita Broich als Anna Janneke und Wolfram Koch als Paul Brix abgedreht worden – unter anderem in einer tollen Villa im Oberen Reisberg und in den Hochtaunuskliniken. Die fanden auch die ZDF-Macher der TaunusKrimis nach den Büchern von Nele Neuhaus gut. Sie schraubten kurzerhand ein Schild „Kinderklinik“ an und begeisterten damit nicht zuletzt diejenigen, die in Bad Homburg seit geraumer Zeit eine Kinderklinik fordern. Da fragt man sich, warum die Filmleute nicht an die Originalschauplätze der Bücher gehen. Oft stimmen die Bedingungen nicht, sind etwa die Räumlichkeiten für Dreharbeiten zu klein wie die Polizeistation Hofheim, die dann an die Homburger Saalburgstraße verlegt wurde. „Für die Produktionsfirma ist Bad Homburg vor allem logistisch gesehen der beste Ort, um von da aus den Taunus zu ‚bespielen‘“, lässt die Münchner allin-production etwas lapidar über die ZDF-Pressestelle

verlauten. In Mainz spricht Pressesprecherin Güngör Öztürker aus, was alle Homburger denken: „Bad Homburg ist eben ein schönes Fleckchen.“ Und so kann man im neuesten Taunus-Krimi „Die Lebenden und die Toten“, der Anfang des kommenden Jahres gesendet wird, neben der Polizeistation und den Hochtaunuskliniken auch den Kurpark, die Fußgängerzone und die Altstadt sehen. Die „Tatort“-Regisseure haben ebenfalls bestimmte Motive im Kopf, wenn sie ein Drehbuch lesen. Das HessenFernsehen, das diese Filme selbst produziert, schickt dann meist Freiberufler als so genannte „location scouts“ los, die nach optimal passenden Örtlichkeiten suchen. In Bad Homburg gebe es Dinge, die man in der Großstadt Frankfurt nicht finden könne, erklärt Marco Möller, einer der hr-Pressesprecher. Und einen weiteren Grund nennt er, der für Bad Homburg spreche: „Die Stadtverwaltung macht’s uns leicht. Sie unterstützt uns beim Organisieren.“ Da geht es darum, dass Straßen für ungestörte Dreharbeiten abgesperrt werden, dass neben Fahrzeugen mit der Technik auch Wohnwagen als Umkleide- und Ruhezonen aufgestellt werden können oder dass Strom- und Wasserleitungen gelegt werden. Das ist ziemlich viel Aufwand, aber die Homburger leisten ihn gern. Schließlich ist jede Filmaufnahme auch Werbung für die Stadt. Eva Schweiblmeier Louise 11 / 2016 |

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LOUISe - Stadtmagazin - Ausgabe 11/2016  
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