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S t a d t g es p r ä c h

straße. Gudula von Eysmondt, die Geschäftsführer Thomas Hroch und Gerald Podgornig sowie die Schwesterfirma „Mona“ in Wien entwickeln und organisieren hier bzw. in der österreichischen Hauptstadt Kino- und Fernsehfilme. Komische wie „Chuzpe – Klops braucht der Mensch“ mit Dieter Hallervorden und Anja Kling, bewegende wie „Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel“ mit Birgit Minichmayr und Sebastian Koch und preisgekrönte wie „Die Auslöschung“, ein Alzheimer-Drama mit Martina Gedeck und Klaus Maria Brandauer. Nach „Geld. Macht. Liebe“ hat die Tivoli-Film nicht mehr in Bad Homburg gedreht. Zum einen seien viele Geschichten anderswo „verortet“, sagt Gudula von Eysmondt. Hauptkommissar Jan Fabel (Peter Lohmeyer) ermittelt laut geistigem Vater Craig Russell nun mal in Hamburg und der „Mord in bester Gesellschaft“ geschieht stets im süddeutschen Raum (Fritz Wepper als Psychiater Dr. Wendelin Winter). Zum anderen sei Hessen als Filmland etwas schwierig, lässt die Produzentin durchklingen. Gleichwohl, Konzepte und konkrete Planungen für weitere tolle Filme sind da. Das gilt genauso für Gwendolin Szyszkowitz-Schwingel. Die junge Filmproduzentin hat, man höre und staune, die Filmstadt Berlin verlassen und in Bad Homburg vor eineinhalb Jahren die Agentur

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„Wilde Stein“ gegründet. Sie bedient ein gänzlich anderes Genre als die Tivoli-Film und produziert vor allem Dokumentar- und Imagefilme. Beispiele? 90 Minuten über die Entstehung der Filme „Der Baader-MeinhofKomplex“ (für NDR) und „Dresden“ (ZDF), 90 Minuten über Jan Josef Liefers als fantastischer Musiker sowie über Show- und Schlagerstar Helene Fischer (beide für MDR) oder über Pop und Politik des Jahres 1983. Jetzt sind die 20er Jahre projektiert – im Zusammenhang mit der Fernsehserie „Babylon Berlin“, die Tom Tykwer gerade im Auftrag von ARD und Sky dreht. Sie erzählt auf Basis der international erfolgreichen Bestseller-Reihe von Volker Kutscher die Geschichten um Kommissar Gereon Rath, der im Berlin der 1920er Jahre ermittelt. Da kann Bad Homburg natürlich nicht vorkommen, aber bei den Imagefilmen für bekannte Unternehmen hat Gwendolin Szyszkowitz bereits auf die Schönheiten der Stadt zurückgegriffen. Vor die Kulisse des Schlosses und des Weißen Turms stellte sie einen Schreibtisch mitten in den Schlosspark und ließ daran einen Kartographen arbeiten. Für eine internationale Unternehmensberatung, die sich und ihre Angestellten in ihrer Vielfalt dargestellt haben wollte, bat sie einen Mitarbeiter aus München nach Bad Homburg. In bayerischer Tracht „hupfte“ er vor der Russischen Kirche und vor der ThaiSala. „Bad Homburg hat großes Potential als Drehort. Es lässt sich sehr unterschiedlich darstellen“, lobt die gebürtige Grazerin.

LOUISe - Stadtmagazin - Ausgabe 11/2016  
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