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N° 11 – JUNI 2015 CHF 12

FASHION

COOLE LOOKS FÜR EINEN HEISSEN SOMMER

JANE FONDA

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AUSGABE

5/2015

CHEFREDAK TION

SA NDR A BAUK NECHT REDAK TIONSL EIT UNG

STEFA N HOTTINGER-BEHMER

MANAGING EDITOR

SENIOR MANAGING EDITOR

GR APHIC DESIGN

LI V I A ZA FIR IOU

DÖRTE W ELTI

R EINH A R D SCHMIDT

SENIOR CONTRIBU TING EDITOR

EDITORIAL COORDINATOR

BE AU T Y EDITOR

K ATH A R INA SA ND

LENA STÄ HELI

VA LESK A JA NSEN

( L ENA .STAEHEL I@LOFFICIEL .CH )

ÜBERSE T ZUNG

SUPERTEXT

W W W.SUPERTE X T.CH

MITARBEITENDE DIESER AUSGABE TEX T VALÉRIE FROMONT, HERVÉ DEWINTRE, LÉA TRICHTER-PARIENTE, PATRICK CABASSET, JULIET TE MICHAUD, CHRISTOPHE ONO-DIT-BIOT, CAROLE PAUFIQUE, MARION RENARD, PATRICK HEVEN, LISA JOUVIN REALISATION EMILY MINCHELL A, LISA JOUVIN, VANESSA BELLUGEON, LOL A TIRAND ILLUSTRATION SARAH GASSER FOTOGRAFIE RAPHAËL GIANELLLI-MERIANO, CL AIRE PATHÉ, LOUIS TERAN, DANIEL THOMAS SMITH, RICARDO ABRAHAO, ALESSANDRO FURCHINO, MAT TEO BERTOLIO, STEFAN GIFT THALER, FLORENT TANET, CHRISTOPHE BOUQUET, HANNAH KHYMYCH, DUSAN RELJIN, DESIRÉE GOOD, YOUNG-AH KIM, ADRIANA TRIPA, K ARL L AGERFELD, PIOTR NIEPSUJ, STUDIO L’ÉTIQUET TE, DOUGL AS MANDRY

ST YLISTEN CORINNE LUCQUIAUD, FLEUR HUYNH EVANS, VANESSA BELLUGEON, EMILY LEE, MARZIA FOSSATI, NOËMIE BELTRAN MAKE-UP/HAIRST YL ING HÉL ÈNE BIDARD, DAMIAN GAROZ ZO, ATSUSHI TAKITA , TINA SOL BERG, HUGO R AIAH, GRÉGORIS, FEE ROMERO, LORI TAYLOR, MONIQUE CAE TANO, PHIL IPPE MENSAH, SERGIO CORVACHO, BARBAR A BERT UZ ZI, SAR A CASIR AGHI, GIOVANNI IOVINE, RORY RICE, K AYL A MICHEL E, CHRISTINE CHERBONNIER BIL DBE ARBEIT UNG COVER SÜSSTRUNK & JERICKE, ZÜRICH PREPRESS PUBL ICIS COMMUNICATIONS SCHWEIZ AG, ZÜRICH

HER AUSGEBERIN BLOND PUBLISHING AG BELLERIVESTRASSE 49, 8008 ZÜRICH TEL. +41 44 733 45 41, WELCOME@LOFFICIEL.CH, W W W.LOFFICIEL.CH


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MICHEL M A LL A R D PRESIDENTS

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INTERNATIONAL SAL ES DIRECTOR ITAL IAN MARKE T

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EDITORIAL DIRECTOR

FL AV I A BENDA & K ATHLEEN BUSSIÈR E FOUNDERS

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GEORGES, L AUR ENT & ULLY JA LOU A BONNEMENT-SERV ICE

ABO@LOFFICIEL.CH TEL. 041 329 23 40 – FA X 041 329 22 04 JAHRESABONNEMENT ( 10 AUSGABEN ) ZUM PREIS VON CHF 96 ( STAT T CHF 120 ) AUF W W W.LOFFICIEL.CH Alle Rechte vorbehalten. Die Schweizer Ausgaben von L’OFFICIEL in deutscher und französischer Sprache werden unter exklusiver Lizenz, er teilt von JALOU MEDIA GROUP, herausgegeben. Alle Tex te, die aus der französischen Aus gabe von L’OF F ICIEL reprodu zier t und in die S chweizer Aus gabe au f genommen worden sind, w urden unter al leiniger Ha f tbar kei t der BL OND P UBL ISHING AG über s e t z t. L’OF F ICIEL is t eine einge tragene Mar ke von JALOU MEDIA GROUP. Die Rechte zur Ver vielfältigung in elek tronischen Medien, einschliesslich der Rechte zur Ver vielfältigung von redak tionellem und ander weitig zur Veröf fentlichung bestimmtem Material , das in den vorherigen und ak tuel len Ausgaben er schienen is t und ur spr ünglich in der f ranzösischen Ausgabe von L’OF F ICIEL veröf fentlicht wurde, liegen aus schlies slich bei BLOND PUBL ISHING AG. Komplet te oder teilweise Wieder ver wendung und Reproduk tion, in jedem Medium und jeder Sprache, ist ohne vorherige schrif tliche Zustimmung von BLOND PUBL ISHING AG strik t verboten. BLOND PUBL ISHING AG ist eine eingetragene Gesell schaf t mit einem Ak tienkapital von CHF 200 000, errichtet und bestehend unter den Geset zen der schweizerischen Eidgenossenschaf t und eingetragen im Handel sregister des Kantons Zürich, Schweiz. Der eingetragene Firmensit z befindet sich an der Bellerivestrasse 49 in Zürich.


INHALT

MODE 52

COVERSTORY :

« ICH FINDE ES INAKZEPTABEL, WIE FRAUEN IN MANCHEN REGIONEN DER WELT, SOGAR IN DER WESTLICHEN GESELLSCHAFT, BEHANDELT WERDEN. » Salma Hayek-Pinault – WUNDER-SALMA 62 74 88 98 108 Sonne für den guten Ton – das Beste für Haut, Haar und Körper ab Seite 124.

N° 11 – JUNI 2015

RENDEZ-VOUS

4 10 12 14 16 158

IMPRESSUM EDITORIAL CONTRIBUTORS FARBPALETTE – Patch Works CHEMISE BLANCHE – Séverine Götz ADRESSEN

NEWS 18 FASHION, BEAUTY UND BIJOUX

BIJOUX 24 25 26 36

TIERISCHE FREUNDE CROCODILE DANDYS DIAMANTISMUS ANATOMIE EINER UHR – Die « Charms Gold » von Van Cleef & Arpels 112 DIE KRAFTVOLLEN

STYLE 22 28 31 32 33 34 37 38 40 46 8

KOLUMNE – Reality Check AQUAZZURA – Der Palast der Versuchungen TENDANCES – Fransen und Federn LE CHOIX DE … Annette Gasser ANATOMIE EINER TASCHE – Die « Diorama » von Dior OH MEIN PAPA! – Jane Fonda TENDANCES – Summer Black HOW TO WEAR – Colour Me Beautiful FRÜHSTÜCK MIT … Ambra Medda, Missy Rayder, Liz Goldwyn, Margherita Maccapani Missoni und Dree Hemingway EIN HOCH AUF HAUTE – Chanel JUNI 2015

STADTPALAIS UPHILL BEATS ROOFTOP J-MODE « RICKY » ON A STRING

BEAUTY 120 124 126 128 129 130 136

SONNE FÜR DEN GUTEN TON INTERVIEW – Sophie Vann-Guillon von Valmont Cosmetics INTERVIEW – Beauty-Confidential von Prisca Courtin GET THE LOOK – Die neuen Nagellacke MASSNAHMEN FÜR DAS WOHLBEFINDEN BUTTERFLY-EFFECT DIE EKSTASE EINER MUSE – Laetitia Casta

LA VIE 138 IN SEINER HAUT – Jean-Claude Jitrois 140 DIE FRAUENFLÜSTERER – Ermanno Scervino 144 STOFF FÜR GENERATIONEN – Gaia Trussardi

TRAVEL 148 149 150 154

NEWS AUF SHOPPINGTOUR IN ABU DHABI FOUR SEASONS DUBAI – Beach in the City TRAVEL-INSIDER – Alessandra Rich’s London

LA NUIT

156 TOM FORD IN LOS ANGELES

INSIDER 160 INSIDERWISSEN ÜBER … La Perla Salma Hayek-Pinault, fotografiert von Daniel Thomas Smith. Mode und Accessoires, Gucci. N° 11 – JUNI 2015 CHF 12

Realisation Vanessa Bellugeon Styling Corinne Lucquiaud Haare Mariana Padilla Make-up Matsuno Maniküre Vernice Walker Dekor Jacki Castelli ( Mobiliar gestellt durch Talisman ) Floristik Tobby Roberts für TBR Floral Design Assistenz Fotografie Jack Wilson Digital Operator Clark Franklyn Styling-Assistentin Lola Tirand

FASHION

COOLE LOOKS FÜR EINEN HEISSEN SOMMER

JANE FONDA

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EDITORIAL Liebe Leserin « Es ist nie zu spät – nie zu spät, von vorne anzufangen, es ist nie zu spät, glücklich zu sein. » Dieses Statement stammt von Jane Fonda, die mit ihren 77 Jahren und ihrer grazilen, aufrechten Figur für mich noch heute zu den schönsten Frauen der Welt gehört. Sie selbst hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich, das sie in ihrer Autobiografie « My Life So Far » schildert. Geboren 1937 als Tochter des Schauspielers Henry Fonda, vermisste sie in ihrer Kindheit die emotionale Nähe und war oft dem Jähzorn des berühmten Vaters ausgesetzt ( lesen Sie dazu « Oh mein Papa » auf Seite 34 ). Ihre Mutter Frances Ford Seymour nahm sich das Leben, als Jane 12 Jahre alt war, weil sie die Affären des Ehemannes nicht mehr ertrug. Seit ihrem 15. Lebensjahr litt Jane Fonda unter Bulimie, die sie erst mit Anfang 40 in den Griff bekam. 1967 wurde sie zum Sexsymbol der Nation in der Rolle der « Barbarella ». Anfang der 1980er-Jahre löste die 1.73 m grosse Blondine eine wahre Fitness-Hysterie aus. Frauen aus aller Welt, auch meine Mama und ich, damals noch ein Kind, turnten fleissig zu ihren Aerobic-Videos, die jahrelang die Bestseller-Listen anführten. Drei Ehemänner später avancierte Jane Fonda zur Vorreiterin der Frauenbewegung. Im Gespräch mit Mariam Schaghaghi ( Berliner Zeitung, 2007 ) sagte sie : « Feminismus hat einfach nichts damit zu tun, ob man Make-up trägt oder nicht. Es geht dabei um die eigene Selbstwahrnehmung ! Darum, dass sich Frauen darüber im Klaren sind, dass sie ein Grundrecht darauf haben, sich selbst zu verwirklichen. Egal, ob sie zu Hause bleiben, Kinder aufziehen oder im Beruf Karriere machen. Sie haben das Recht auf gleichen Zugang, gleiche Möglichkeiten wie ein Mann. Das ist Feminismus. Ob du dabei Make-up trägst oder nicht, ist irrelevant. » Die meisten von uns tragen sicherlich gerne Make-up. Blättern Sie deshalb unbedingt auf Seite 130 zu den schönsten Farben der Saison. Auf Seite 124 finden Sie ein Interview mit Sophie Vann-Guillon. Ihre Marke Valmont sorgt mit effizienten Produkten für die beste Hilfe im Kampf gegen die Hautalterung. Da Schönheit aber bekanntlich auch von innen kommt, empfehle ich Ihnen den Artikel « Massnahmen für das Wohlbefinden » auf Seite 129. Nahrungsumstellung kann einen Rieseneinfluss auf das tägliche Wohlbefinden haben. Ganz im Sinne von Jane Fonda : Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern, von vorne anzufangen und vor allem herauszufinden, was man wirklich will. Viel Spass dabei ! Herzlichst

Ihre Sandra Bauknecht

Aman Sveti

Stefan, Montenegr

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Frühling 2015

Patagonien

Ushuaia bis ryn Road Trip: Von Puer to Mad

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Nepal

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JUNI 2015

FOTO: ADRIANA TRIPA

Dach der Welt


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CONTRIBUTORS V o n D Ö R T E W E LT I

Daniel Thomas Smith

Alessandro Furchino

ALESSANDRO FURCHINO Der gebürtige Turiner Alessandro Furchino gehört zu der jungen Garde Fotografen, die ziemlich furchtlos mit Licht umgehen. Er spielt so lange mit Licht und Schatten, bis die Harmonie für ihn perfekt ist. Das vollkommene Zusammenspiel der Farben und seine Art, sie zum Leuchten zu bringen, sind ein Markenzeichen des Italieners. Seine Arbeit wird von Luxusmarken für Werbekampagnen ebenso geschätzt wie von HighEnd-Fashion-Magazinen für redaktionelle Aufträge. Für L’OFFICIEL hat sich Alessandro mit Haute Couture in eine private Villa begeben und die faszinierende Mode in nicht ganz alltäglichen Situationen fast wie Schnappschüsse in Szene gesetzt. Die ganze Story ab Seite 62.

RICARDO ABRAHAO Wer eignet sich besser für ein Fotoshooting in Brasilien als ein Brasilianer ? Ricardo Abrahao kam 1987 in São Paulo auf die Welt. Seine Passion für Fotografie wurde angeheizt, als er 2010 eine 8-monatige Rucksacktour ganz allein durch Asien machte. Land und Leute mit seiner Kamera festzuhalten, faszinierte den jungen Weltenbummler. Zurück zu Hause, beschloss er, fortan mehr über die hohe Kunst der Porträtfotografie und auch über die Mode zu lernen und schrieb sich in Paris am Spéos Photographic Institute ein. Unser Modeshooting war für Ricardo die erste Möglichkeit, in seinem Heimatland mit High Fashion zu arbeiten, und wie wunderbar er das umgesetzt hat, sieht man ab Seite 74. EMILY MINCHELLA Nach einem Jurastudium hat Emily Minchella sich dem Modestyling verschrieben. Ein Stage bei der französischen Elle bestätigte sie in dieser Entscheidung, und Emily arbeitete fortan als Freelance-Moderedakteurin.Sie war federführend mit dabei, als das Magazin Jalouse lanciert wurde, und trat als Verantwortliche für Mode und Accessoires in die Moderedaktion von L’OFFICIEL ein. Als Madame Jalou persönlich ihr vorschlug, sich doch zu hundert Prozent der Sparte Schmuck zu widmen, schlug Emily ein. Seit zwölf Jahren leitet sie jetzt die Schmuck- und Uhrenredaktion und wird es nicht müde, die schönsten Preziosen in immer wieder neuen atemberaubenden Szenerien festzuhalten (ab Seite 112). Nebenbei lancierte Emily vor zwei Jahren gemeinsam mit Freundin Caroline Nielsen ihre eigene Cashmeremarke «Letha», die Nobelboutiquen dieser Welt sind bereits auf die Kollektion «Made in Italy» aufmerksam geworden. Emily entwirft auch Schmuck: Ihre Arbeiten für AS29 sind im Montaigne Market und bei Colette in Paris zu kaufen.

FOTOS: ZVG, RICARDO ABRAHAO BY ANDREW KOVALEV

Ricardo Abrahao

DANIEL THOMAS SMITH Wir sind es ja gewohnt, von kreativen Menschen auch äusserst kreative Lebensläufe zu lesen. Der Werdegang von Fotograf Daniel Thomas Smith jedoch toppt alles bisher Dagewesene. Fotografie hat ihn schon länger interessiert, aber eher auf medizinischer Ebene. Als Absolvent eines Pharmakologie-Studiums begann er, sich für Neuroimaging zu interessieren, das sind sozusagen Aufnahmen vom Inneren des Menschen, Nerven werden sichtbar gemacht, eine hoch spezialisierte Technologie. Inzwischen hat er sich von innen nach aussen gearbeitet und ist begehrter Fotograf für diverse Luxuslabels, Namen wie Burberry oder Kenzo schwören für ihre Kampagnen auf ihn. Und wenn Sie gar nicht erklären können, warum Sie zu dieser L’OFFICIEL-Ausgabe gegriffen haben: Daniel Thomas Smith hat Salma Hayek-Pinault für uns fotografiert, sie ziert das Cover. Und irgendwie hat er mehr als nur das schöne Äussere dieser bewundernswerten Persönlichkeit eingefangen … Ab Seite 52.

Emily Minchella

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1. Valentino Garavani, CHF 565 2. Marni, CHF 790 3. Loewe, Preis auf Anfrage 4. Prada, CHF 1 500 5. Thomas Sabo, CHF 2 050 6. M Missoni, CHF 560 7. Dries van Noten, CHF 1 075 8. Gucci, CHF 870 9. Marc by Marc Jacobs, CHF 340 10. Stella McCartney, CHF 4 105 11. Fendi, CHF 1 575

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ZVG; MANCHE DER AUFGEFÜHRTEN PREISE WURDEN AUS DER ORIGINALWÄHRUNG UMGERECHNET UND ENTSPRECHEN NICHT ZWINGEND DEN SCHWEIZER EINZELHANDELSPREISEN. MARNI, DRIES VAN NOTEN, MARC BY MARC JACOBS UND STELLA MCCARTNEY ÜBER MYTHERESA.COM, M MISSONI, ÜBER NETAPORTER.COM

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Realisation LIVIA Z AFIRIOU

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Stoffe, die aus einzelnen Stücken zusammengesetzt wurden, oder Dessins, die das implizieren, haben es endgültig in die Luxusmode geschafft. Bohème-Chic vom Feinsten !

PAT

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CHEMISE BLANCHE

SÉVERINE GÖTZ

Reisen Sie. Vielleicht geht es Ihnen wie Séverine Götz, und Sie erleben etwas, was Ihnen die Eingebung zu Ihrer Berufung gibt, die Sie trotz 24 / 7-Pensum begeistert und nicht nur Ihr volles Engagement fordert, sondern Sie auch glücklich macht. V o n D Ö R T E W E LT I F o t o g r a f i e C H R I S T I A N D I E T R I C H

G

erne gekocht hat die junge Absolventin eines Politikwissenschaftsstudiums schon immer. Aber erst der Roadtrip durch Kalifornien, den sie mit ihrer Kollegin Sabrina Zbinden unternimmt, öffnet den beiden Frauen die Augen. Es sind die Märkte, voll von frischem Gemüse und lokalen Spezialitäten, die das Das-will-ich-auch in der ehemaligen Angestellten einer PR-Agentur wachküssen. Eine gastronomische Ausbildung hat sie zwar nicht, aber sie weiss, was ihr wichtig ist : eine Alternative zu Massenproduktion bieten, saisonale Produkte verwenden und durch und durch ökologisch und nachhaltig handeln. Séverine, die zu dem Zeitpunkt bei Rudi Bindella in einem seiner Restaurants jobbt, kündigt stante pede, findet aber in ihrem Ex-Chef einen Mentor, der die Idee, ein völlig neues Take-away zu gründen, vollumfänglich unterstützt. Ein 16

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Name ist auch schnell gefunden : In Kalifornien lernten die jungen Frauen eine besonders nette Bäuerin namens Martha kennen. Séverines Roadtrip-Kollegin steigt mit ein in das Geschäft, und anfangs stehen sie beide morgens um vier Uhr auf dem Gemüsemarkt, kaufen ein, kochen dann in der von Bindella zur Verfügung gestellten Küche, verpacken in kompostierbare Behälter und liefern die bestellte Ware aus. Inzwischen gibt es eine eigene Location, täglich zwei Stunden über Mittag als Take-away offen, und «Martha’s Salad» floriert. Ferien? Fehlanzeige, zu viel zu tun. Aber irgendwann werden sich Séverine und ihre Mitinhaberin Sabrina die Zeit nehmen und zurück nach Kalifornien fahren. Und vielleicht die Bäuerin Martha suchen und ihr danken, für den Namen und die Inspiration. www.marthassalad.ch


CHEMISE BLANCHE

Weisse Bluse, Givenchy. Make-up Patrizio Braun für Estée Lauder Haare Matheus H. Lima für Charles Aellen Company

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NEWS

WELCOME TO THE CLUB !

Wir hungern nach Farbexplosionen, da kommt die kolumbianische Bademode von Catalina Álvarez und Mariana Hinestroza gerade recht. Kaufen kann man die Boho-Chic-Modelle überall dort auf der Welt, wo meistens die Sonne scheint ( Florida, St. Barth, Barbados, Aruba ), in der Schweiz hat sie der Dessous- und Bademode-Onlineshop von Susanna Kley im Portfolio.

Das Haus Alexandre Vauthier ist in den erlauchten Kreis der Haute Couture in Paris aufgenommen worden. Die « Commission de Classement Couture Création» hat der Arbeit des ehemaligen Thierry-Mugler-Protegés und Ex-Head-Designers von Jean Paul Gaultiers CoutureCollection, der seine eigene Marke 2009 gründete, damit die allerhöchsten Weihen verliehen, die man im Modebusiness international erreichen kann.

www.intimates-lingerie-shop.ch

www.alexandrevauthier.com

SCHWIMMEN IN BESTLAUNE

DIAMONDS GO PUNK

DIE STERNE STEHEN GUT

www.audemarspiguet.com

Zur Feier der Eröffnung ihrer neuen Boutique hat die Maison Dodo ihren Bestseller in einer exorbitant schönen Version aufgehen lassen: Mikro-Seesterne, die direkt aus dem Mailänder Atelier von Pomellato stammen. Das Interieur der Boutique stammt übrigens von Stararchitekt Paolo Navone. www.dodo.it

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CÉLINE IN ZÜRICH !

Wieder ein Luxusbrand, der sich entschliesst, an verkaufsträchtiger Lage einen Monomarken-Store zu eröffnen. Für die Location an Zürichs eleganter Storchengasse hat das französische Label das Konzept des Flagship-Stores in London übernommen. Das Design, mit dem die begehrten Taschen, die Mode und Accessoires « artgerecht » präsentiert werden, stammt vom dänischen Künstler FOS. www.celine.com FOTOS: ZVG

Uhr « Diamond Punk », 44 × 30 mm, Graugold, Diamanten und Onyx, Quarzuhrwerk, Preis auf Anfrage.

Das hat man in Le Brassus noch nicht gesehen : Audemars Piguet entwirft eine Uhr, die komplett anders ist als alles bisher von ihnen Gezeigte. Mit dem provozierenden Namen « Diamond Punk » präsentiert sich das Modell selbstbewusst mit allen mit Diamanten gefüllten Ecken und Kanten, das Zifferblatt verbirgt sich hinter einem verschiebbaren Modul.


Cynthia Feliciano Vanotti, «First Lady» von Vulcain CEO Renato A. Vanotti

First Lady by Vulcain www.vulcain-watches.ch JUWELIA/ WATCHES OF SWITZERLAND - Lucerne • RUCKLI GOLDSCHMIED - Lucerne • KIRCHHOFER CASINO GALLERY - Interlaken • LA MAISON DE L’HORLOGERIE Geneva • LES AMBASSADEURS - Geneva • LES AMBASSADEURS - Zürich • LES AMBASSADEURS - Lugano • LES AMBASSADEURS St-Moritz • CLM - CHARLES-LOUIS MURI - Bienne • UHRSACHEN AG - Bern • JUVAL HORLOGERIE - La Chaux-de-Fonds • DORIS HERSCHMANN - Ascona • HANGL’S UHREN & SCHMUCK - Samnaun • JOSEF HAURI UHRENATELIER MANUFAKTUHR - Lenzburg • PIGUET - Nyon


NEWS

ARABISCHE DUFTSCHÄTZE

ABBILD EINER MODESAMMLUNG

Frederic Aranda ist ein begnadeter Fotograf und in seiner Heimat Schweiz zu Unrecht nur Fashionistas bekannt. Seit 2003 selbstständig arbeitend, hat sich Aranda bereits in den grössten Modemagazinen der Welt verewigen können, jetzt legt er mit Electric Fashion einen wunderschönen Band über die Sammlerin Christine Suppes vor. Das Buch erzählt auch die eindrückliche Geschichte dieser Kalifonierin, die ihr Leben komplett der Modeindustrie, sei es schreibend, sammelnd oder als Supporterin junger Designer, verschrieben hat.

In Abu Dhabi ist das Parfümhaus AJ Arabia beheimatet. Seine Duft-Kollektionen vereinen den französischen Esprit mit Inspirationen aus der arabischen Wüste. Die beiden exklusiven Düfte «Black I» und «Black II» sind ab sofort in der Parfümerie Osswald erhältlich. Parfumeur Ali Aljaberi war ursprünglich Chemieingenieur, an der Sorbonne in Paris komplettierte er seine Ausbildung mit einem Marketing- und Kommunikationsstudium. Seine verführerischen Kreationen duften nach Zimt und Kardamom (Black Collection I) und Pflaume und Mandarine (Black Collection II), unterstützt von diversen orientalischen olfaktorischen Wundermitteln wie Vanille, Moschus und Sandelholz. www.osswald.ch

DENIM COUTURE

7 For All Mankind und Giambattista Valli haben zusammen eine Capsule-Kollektion lanciert. Die Verschmelzung dieser beiden eigentlich ungleichen Marken resultiert in einer überraschenden Linie mit High-Waist-Hosen, ärmellosen Tops, Shorts und Jacken, die Denim glamourös und edle Stoffe cool erscheinen lassen. Eine faszinierende Idee, die wir ganz sicher im Laufe der Saison an diversen It-Girls live werden bewundern können ! www.7forallmankind.com

www.skira.net

VULCAIN X LAUTERBACH Wirklich coole, männliche, unabhängige und für beiderlei Geschlecht als Ikone geltende deutschsprachige Stars kann man an – fast – einer Hand abzählen. Die Uhrenmarke Vulcain hat deshalb mit Heiner Lauterbach als Marken-botschafter einen absoluten Volltreffer gelandet. Der passionierte Uhrensammler muss die Faszination, die er für aussergewöhnliche Zeitmesser hegt, nicht spielen. Zur Feier der Kooperation gibt es aus der Modellreihe « 50s Presidents’ Watch » eine « Vulcain for Heiner Lauterbach» – mit 42 mm Durchmesser durchaus auch für Frauen geeignet –, die dem Charme und dem eleganten Understatement des Schauspielers gerecht wird.

TAG Heuer hat Starmodel Cara Delevigne zur neuen Markenbotschafterin ernannt. Der Uhrenbrand ist von dem unkonventionellen Auftreten der Engländerin überzeugt und möchte gerne, dass dieses junge und unbekümmerte Image sich auch auf die alteingesessene, für sportliches Timekeeping bekannte Uhrenmarke überträgt.

Albert Kriemler hatte für die kürzlich an der Wiener Staatsoper über die Bühne gegangene Ballett-Inszenierung « Verklungene Feste / Josephs Legende » die Kostüme entworfen und nutzte die Gelegenheit, gleichzeitig auch eine neue Boutique an der traditionsreichen Luxusmeile Tuchlauben in Wien zu eröffnen. Die neue Location ist fast doppelt so gross wie die vorherige und verfügt über einen Wien-typischen separaten Anproberaum für Abendroben.

www.vulcain-watches.ch

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SHOWTIME IN ÖSTERREICH

FOTOS: ZVG

SCHÖNE BOTSCHAFTERIN


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STYLE

So viel zu tun, so wenig Ruhe. Besteht heutzutage nicht eine der grössten Erklärungen der eigenen Unabhängigkeit und Unangepasstheit darin, weniger zu tun, um besser zu leben ? Die Zahl der eigenen Aktivitäten zu verringern, um den Rest intensiver zu erleben ? Coco Chanel hatte das bereits verstanden : durchatmen, eine Kette ablegen. Keep calm and carry on. V o n VA L É R I E F R O M O N T I l l u s t r a t i o n S A R A H G A S S E R

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or Kurzem sollten bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden alle am Tisch die folgende Frage beantworten : « Was ist die erste Sache, die du am Morgen machst ? » Eine antwortete : « Ich bleibe eine halbe Stunde im Bett liegen und überlege, welches Outfit ich anziehen soll ». Am anderen Ende des Tisches fährt jemand fort : « Ich mache eine To-do-Liste mit allen Dingen, die ich den Tag über erledigen muss, weiss dabei aber schon, dass ich nicht alles schaffen werde. » Zwei komplett gegensätzliche Arten, den Tag zu beginnen : Die eine macht die Augen auf und denkt zunächst über schöne Dinge nach, während für die andere gleich der Ernst des Lebens beginnt. Aber letzten Endes haben beide dasselbe Problem, das wohl zugleich der grösste Luxus und die Geissel der heutigen Zeit ist : die Qual der Wahl. Ein einziges Leben voll unzähliger Optionen. Verdammt, da kann einem schon schwindelig werden. Machen wir zunächst einmal den Schrank auf : Wer will ich heute sein ? Was will ich anziehen ? Kleid oder Hose ? Skinny Jeans oder Schlaghose ? Flache Schuhe oder Absätze ? Military- oder LibertyLook? Oder beides gleichzeitig? Luxusprobleme, werden Sie vielleicht sagen. Aber die Kleidung ist nur eine Metapher für all das, was uns ununterbrochen angeboten wird und worauf wir mehr oder weniger verzichten müssen: alles sein, alles haben. Seit meiner frühen Kindheit wurde ich von weiblichen Mythen beeinflusst und habe immer an das Leben geglaubt, das man uns in den Hochglanzmagazinen präsentiert. Dieses Leben, in dem ein Harvard-Abschluss und ein anspruchsvoller Job problemlos vereinbar sind mit einer perfekten Maniküre, dem Überblick über die aktuellsten Modetrends, einem durch Pilates und eine konsequent paläo-vegane Ernährung geformten Traumkörper, einem Apartment im Stil Landhaus meets Charlotte Perriand meets Art Basel Miami Beach, in dem ein paar Wiesenblumensträusse nachlässig verteilt stehen, einem vollen Terminkalender mit exklusiven und ausgewählten gesellschaftlichen und kulturellen Anlässen und natürlich einer liebevollen Partnerschaft und einer glücklichen Familie. Und selbstgemachten Bio-Schokoladenkeksen als Snack für die Kinder. Und dem perfekten Urlaub auf dem apulischen Bauernhof, der von aus Brooklyn entflohenen Hipstern betrieben wird. Und fast hätte ich das Wichtigste vergessen : Das alles muss natürlich fotografiert und auf Instagram geteilt werden. Alles scheint so einfach, weil alles zum Greifen nahe oder nur einen Klick entfernt anmutet. Die Tyrannei des Glücklichseins hat innerhalb von wenigen Jahren die Seiten gewechselt. Sie lebt nicht mehr von der Idee der Perfektion sondern vielmehr von der Idee, man dürfte – als selbstbewusste Frau – keinen 22

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Bereich ausser Acht lassen. Sonst gibt man sich der grössten Schande preis : dem eigenen Urteil. Ich habe keinen Harvard-Abschluss und fahre derzeit lieber ins Engadin als nach Apulien. Aber man kann trotzdem sagen, dass ich sehr ehrgeizige To-do-Listen habe. Dann habe ich eines Tages angefangen, darauf zu achten, wie viel Zeit ich brauche, um Stück für Stück all die Dinge zu tun, die scheinbar zu jedem Tagesablauf gehören. Damit meine ich nicht einmal Unterlagen sortieren, Wäsche waschen oder sich die Beine rasieren – Tätigkeiten, die so prosaisch (und zeitaufwendig) sind, dass ich es kaum wage, sie hier auf diesen erlauchten Seiten zu erwähnen. Aber immer der Reihe nach. Natürlich war nicht einmal im Traum daran zu denken, diesen perfekten Tagesablauf in 24 Stunden zu absolvieren. Nun bin ich schon beim vierten Absatz dieser Kolumne, und Sie fragen sich wahrscheinlich immer noch, was ich meinen Freunden auf die besagte Frage beim Abendessen geantwortet habe. Die erste Sache, die ich am Morgen mache ? Nichts Besonderes und alles gleichzeitig, weil ich zu spät dran bin. Ich frage mich, was ich anziehen soll, und wechsle dabei eine Windel. Ich mache meine To-do-Liste und schmiere Brote. Ich erinnere mich daran, dass ich noch kein Pilates gemacht habe, und eile zu einem Meeting. Und ich erinnere mich an den denkwürdigen Satz von Coco Chanel : « Das Wichtigste bei Accessoires ist, dass man immer das letzte wieder wegnimmt, das man hinzugefügt hat ». Aber vielleicht ist das der Beginn der Eleganz, wenn man nicht nur die eigene Silhouette, sondern auch den Zeitplan schlanker macht. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich höre von den Menschen um mich herum immer, dass sie sich ein einfacheres Leben wünschen. Angefangen bei den Millionen Menschen, die der Methode aus Marie Kondos Buch Magic Cleaning folgen. Ihr Ansatz ist einfach : Trennen Sie sich von allen Dingen, die Ihnen keine Freude machen. Können wir uns von allen Kleidungsstücken oder allen Aktivitäten trennen, die uns keine Freude machen ? Ich für meinen Teil bin vielleicht nicht bereit, meinen Kleiderschrank auszusortieren. Aber ich habe verstanden, dass ich mich von einer Reihe von Aktivitäten trennen kann, die weder meiner Natur noch meinen Wünschen entsprechen. Sich der Diktatur des Alles-Seins und Alles-Tuns verweigern. Aufhören, an weibliche Mythen und Instagram zu glauben. Vielleicht ist das der Pioniergeist von heute – so wie ihn damals Coco Chanel hatte, die hart für eine klarere Silhouette gekämpft hat. Seither ist es einfacher : Die erste Sache, die ich morgens mache, ist, mir zu überlegen, was ich von meiner To-do-Liste streichen kann. Check !


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Von dieser Warte aus betrachtet, sehen die kleinen Biester richtig liebenswert aus … Realisation LISA JOUVIN

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1. Ohrschmuck, Delfina Delettrez, CHF 410 2. Ring, Yvonne Léon, CHF 2 340 3. Halskette, Hillier, CHF 1 425 4. Ring, Daniela Villegas, CHF 12 605 5. Ring, Montse Esteve, CHF 2 790 6. Ohrringe, Aurélie Bidermann Fine Jewelry, CHF 7 445 7. Collier, Solange Azagury-Partridge, Preis auf Anfrage 8. Armreif, Adler, Preis auf Anfrage 9. Ring, Dior Joaillerie, CHF 12 765 10. Ohrringe, IAM by Ileana Makri, CHF 370 11. Halskette, Anita Ko, CHF 8 780 12. Ring, Diane Kordas, Preis auf Anfrage 13. Armreif, David Webb, CHF 21 080

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FOTOS: ZVG; MANCHE DER AUFGEFÜHRTEN PREISE WURDEN AUS DER ORIGINALWÄHRUNG UMGERECHNET UND ENTSPRECHEN NICHT ZWINGEND DEN SCHWEIZER EINZELHANDELSPREISEN.

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CROCODILE DANDYS Beim Tragen dieser Uhren für den « Gentleman durch und durch » hat man nichts zu befürchten, schon gar nicht schlechten Geschmack. R e a l i s a t i o n E M I LY M I N C H E L L A 4.

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FOTOS: ZVG, MARCIO MADEIRA

GIVENCHY

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1. Uhr « Rotonde » aus Edelstahl, mechanisches Manufakturwerk mit Handaufzug, Datumsfenster bei 12 Uhr, Armband aus schwarzem Alligatorleder, Cartier, CHF 8 650. 2. Uhr « Dior VIII Montaigne », Quarzwerk, Edelstahlgehäuse, diamantbesetzte Lünette aus Edelstahl, diamantbesetztes Zifferblatt aus weissem Perlmutt, schwarzes Armband aus halbmattem Alligatorleder, Dior Horlogerie, CHF 5 715. 3. Uhr « Calatrava » aus Graugold, mechanisches Uhrwerk mit Handaufzug, kleine Sekunde, « Clous de Paris »-Lünette, Patek Philippe, CHF 19 000. 4. Uhr « Classique Dame » aus Weissgold, mit Diamanten besetzt, guillochiertes Zifferblatt aus versilbertem Gold, Automatikwerk, Breguet, CHF 25 900. 5. Uhr aus Edelstahl, Automatikwerk, versilbertes Zifferblatt mit Perlmutt-Mitte, Armband aus schwarzem Leder, Kollektion « Impériale », Chopard, CHF 4 540. 6. Uhr « Rendez-vous Night and Day » aus Edelstahl, mit 60 Diamanten besetzt, mechanisches Uhrwerk mit Automatikaufzug, Armband aus Alligatorleder, Jaeger-LeCoultre, CHF 13 900. 7. Uhr « Midnight Retrograde Second Automatic » aus Weissgold, mechanisches Uhrwerk mit Automatikaufzug, Armband aus Alligatorleder, Harry Winston, Preis auf Anfrage. 8. Uhr « Tambour Monogram », Gehäuse aus Edelstahl, diamantbesetzte Lünette, Zifferblatt mit Sonnen-Guilloche, « Monogram »-Muster, diamantbesetzte Indizes, Armband aus schwarzem Alligatorleder, Quarzwerk, Louis Vuitton, CHF 7 350. 9. Uhr « Cellini Time » aus Graugold, weisses Zifferblatt, Armband aus schwarzem Alligatorleder, Rolex, CHF 14 500

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DIAMANTISMUS Es tut sich was am Arm : Diamanten erobern das Handgelenk. More is less, die mit weissen Diamanten besetzten Armreifen spielen mit opulenter Diskretion. R e a l i s a t i o n E M I LY M I N C H E L L A

1. Dior Joaillerie, Armreif « My Dior » aus Weissgold und Diamanten. 2. Cartier, Armreif « Juste un Clou XL » aus Graugold, mit Diamanten besetzt. 3. Shamballa Jewels, Armband « Korne » aus Weissgold, Leder und weissen Diamanten. 4. Bulgari, Armreif « Musa » aus Weissgold, mit Diamanten besetzt. 5. Louis Vuitton, Armreif « Emprise » aus Graugold und Diamanten. 6. Messika, Armreif « Bangle Liz » aus Weissgold und Diamanten. 7. Van Cleef & Arpels, Armreif « Perlée » aus Weissgold, mit Diamanten besetzt. 8. Tiffany & Co, Armband « Jazz » aus Platin und Diamanten. 9. Bucherer, Armschmuck mit Brillanten. Alle Preise auf Anfrage.

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FOTOS: VINCENT WULVERICK/CARTIER, ANTONIO BARRELLA, XAVIER CRESPIN, PICASA, FRANÇOIS LACOUR, DR

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DER PALAST DER VERSUCHUNGEN In relativ kurzer Zeit ist Aquazzura das Schlagwort geworden, das sich die Schönen der Modewelt zuflüstern. Begegnung mit Schuh-Designer Edgardo Osorio in seinem ersten, spektakulären Geschäft im Corsini-Palast in Florenz. Von PATRICK CABASSET

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sensibel ist, was die Bequemlichkeit der Schuhe angeht, die sie den ganzen Tag lang tragen wird. Und die ganze Nacht … Eine Herausforderung, die dieser Hochbegabte mit Leichtigkeit meistert. Sein Flair und sein Zartgefühl lassen ihn nie zuvor dagewesene, farbige, ultrasexy, schön verarbeitete Modelle entwerfen, die immer über eine besondere Alchemie verfügen und so zu Paradigmen des Komforts werden. Und die Branche täuscht sich nicht. Er erhält zahlreiche Profipreise und verkauft seine Kreationen bei den besten Händlern in über 45 Ländern. Die ideale Adresse für sein eigenes Studio findet er im traditionellen Schuhhandwerkerviertel in Florenz im Corsini-Palast. Ein erhabener historischer Wohnsitz aus dem 15. Jahrhundert am Arno, der von 1692 bis 1700 vergrössert und im bemerkenswerten Renaissance-Barockstil gestaltet wurde. Ebenfalls im Palast hat Aquazzura gerade sein erstes Geschäft eröffnet, in einer Reihe riesiger Hallen, die von den jungen portugiesischen Dekorateurinnen von Casa do Passadiço restauriert und modernisiert wurden. Edgardo hat mit ihnen auch sein Designstudio in einem anderen Flügel des Palasts vergrössert und ist in eine Wohnung zuoberst im Gebäude eingezogen. « Ich wollte ein Schuhhaus schaffen», sagt er. «Mein Stil hätte an einem anderen Ort vom Typ Loft nicht funktioniert. Hier lebt man die Marke, man ist erfüllt von einem wahren Lifestyle. Dieser Ort ist eine eigene Destination. »

Links : Edgardo Osorio. Rechts : der Corsini-Palast am Arno in Florenz.

FOTOS: ZVG; CARLO FUGERI, FRANCISCO ALMEIDA DIAS

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ie Mode hat sich verändert. Heute haben die Trends dem Look, dem Stil, der individuellen Eleganz Platz gemacht. Und welches Accessoire bestimmt den Look, das Auftreten und die Kleidung mehr als ein Schuh ? Aus diesem Grund stehen Schuh-Designer mehr denn je im Zentrum der Mode. Aber nicht irgendwelche Designer. Wie der Engländer Manolo Blahnik in den 1990er-Jahren und der Franzose Christian Louboutin in den 2000er-Jahren haben es einige Designer verstanden, Katalysatoren der Begehrlichkeiten ihrer Zeit zu werden. Das ist auch bei der Marke Aquazzura und ihrem Designer Edgardo Osorio der Fall. Der betörende Junge, der in Kolumbien geboren wurde, wuchs in Miami und London auf. Als Kind begleitet er die vier modeverrückten Schwestern seiner Mutter häufig bei ihren Shoppingaufenthalten in New York. Bald besucht er das London College of Fashion, danach die Universität Central Saint Martins. Erst in Italien im Dienste der Marken Salvatore Ferragamo, Sigerson Morrison, René Caovilla und danach Roberto Cavalli vertieft er jedoch sechs Jahre lang sein Know-how. 2011 lanciert er mit seinem Partner Ricardo d’Almeida Figueiredo seine eigene Schuhmarke: Aquazzura. Sein Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen der Modernität des Designs und der Perfektion der handwerklichen Herstellung zu finden. Und dies zugunsten der modernen Frau, die so kompromisslos wie


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Das Bßro des Designers, eine Mischung aus authentischer Architektur des 17. Jahrhunderts und 60er-Jahre-Vintage von Casa do Passadiço.

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Rechts : Eingang des Geschäfts in Florenz.

L’OFFICIEL Schweiz : Wann wussten Sie, dass Schuhe Ihre Berufung sein würden ? EDGARDO OSORIO : Im Alter von 14 Jahren war ich Assistent für eine Prêt-à-porter-Marke in Kolumbien. Aber schon damals sah ich nur Schuhe. Danach entwickelte sich alles ganz natürlich. Was war die Vision von Ihrem Geschäft? Es ist wie ein Salon in einem Palast. Ein persönlicher Ort, an dem ich meine Kunden treffen kann, ob diese nun berühmt sind oder nicht. Es ist wie eine Kunstgalerie, die vollständig den Schuhen gewidmet ist. Was heisst für Sie Eleganz ? Heute muss Einfachheit wieder ein echter Wert werden. Kleidung muss wieder Teil Ihres Lebens werden, zu viel Image tötet die Eleganz. Schuhe sind wie Jeans : Man muss jene finden, die einem immer stehen werden. Aber gleichzeitig will jede Frau besonders sein. Das ist ein empfindliches Gleichgewicht, das es zu finden gilt. Wie erklären Sie sich den raschen Erfolg Ihrer Kreationen ? Ich kreiere für Frauen, die Mode lieben, aber nicht leiden wollen. Ich habe einen ganz besonderen Schuhtyp entwickelt. Eine Ergonomie, die es erlaubt, das Körpergewicht auf den ganzen Fuss zu verteilen, sogar auf hohen Absätzen. Das Resultat : Meine Schuhe sind wie Handschuhe. Die meisten Kreationen heute,

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« Schuhe sind wie  Jeans : Man muss jene  finden, die einem immer  stehen werden. » besonders in Italien, sind dekorativ. Doch alle meine Freundinnen haben ein aktives Leben, Arbeit, Kinder etc. Ihre Schuhe müssen leicht zu tragen sein ! Haben Sie vor, in nächster Zeit weitere Geschäfte zu eröffnen ? Im Herbst wollen wir im Londoner Stadtteil Mayfair eines eröffnen, später dann in New York. Diesen Sommer soll die Internetseite lanciert werden. Aber ich wollte, dass Florenz unsere erste Adresse ist. Hier kann man auch Modelle nach Mass bestellen. Dieser Raum bestärkt unsere Identität. Aquazzura, Lungarno Corsini 42 R, Florenz. www.aquazzura.com

FOTOS: ZVG; CARLO FUGERI, FRANCISCO ALMEIDA DIAS

Aquazzura-Kreationen Frühling/Sommer 2015.


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FRANSEN UND FEDERN

Bewegt, luftig, Pocahontas-Style oder Hippie-Accessoire – dekorative Fransen und Federn verlassen ihr Dasein als Detail und erobern den Total Look. Wer es weniger auffällig mag, wählt sie in Lang oder Kurz für Bordüren. R e a l i s a t i o n L E N A S TÄ H E L I

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FOTOS : ZVG; MANCHE DER AUFGEFÜHRTEN PREISE WURDEN AUS DER ORIGINALWÄHRUNG UMGERECHNET UND ENTSPRECHEN NICHT ZWINGEND DEN SCHWEIZER EINZELHANDELSPREISEN. ETRO, MSGM, MAURO GASPERI ÜBER LUISAVIAROMA ( WWW.LUISAVIAROMA.COM ), MIT DANK AN TRENDFORTREND. CHLOÉ, BURBERRY PRORSUM ÜBER MYTHERESA.COM, ELIZABETH AND JAMES, ISABEL MARANT ÜBER NETAPORTER.COM, ISABEL MARANT ÜBER MONTAIGNEMARKET.COM

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1. Valentino, CHF 290 2. Etro, CHF 75 3. Elizabeth and James, CHF 480 4. Brunello Cucinelli, CHF 2 410 5. Chloé, CHF 795 6. Brunello Cucinelli, CHF 2 390 7. Burberry Prorsum, CHF 1 265 8. Isabel Marant, CHF 545 9. 7 for all Mankind, CHF 259 10. Karl Lagerfeld, CHF 255 11. Isabel Marant, CHF 450 12. Mauro Gasperi, CHF 365 13. Stuart Weitzman, CHF 460 14. MSGM, CHF 410

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Le Choix de …

ANNETTE GASSER

Die vor Kurzem in Basel eröffnete Boutique Dress Up war die Idee und der Herzenswunsch von Annette Gasser, deren Leidenschaft für Kombinationen von Haute Couture und Street-Style der Boutique ein einzigartiges und eklektisches Feeling verleiht. Annette Gasser spricht mit uns über das Mischen und Kombinieren.

ABSOLUT NÜTZLICH

MEIN STIL Ich mische und kombiniere gerne, ich würde also nicht sagen, dass ich eine besondere Stilrichtung habe. Ich kann eigentlich alles tragen, von eleganter Couture über urbanen Streetstyle bis hin zur bequemen Sportswear. Ich suche mir Sachen heraus, die eine Seele haben oder einen bestimmten ästhetischen Aspekt, der zu meiner momentanen Stimmung passt.

Jeans von Citizens of Humanity, CHF 598

MEINE INSPIRATION In erster Linie Paris. Die Eleganz der französischen Designer und die Stimmung der Stadt als Ganzes. Sie ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

DAS PERFEKTE KLEID Diane von Fürstenberg CHF 600

MEINE WELT Ich arbeite sehr hart, um diese besondere Atmosphäre zu schaffen, die meine Kunden nirgendwo sonst finden. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man im Zeitalter des Internets Zeit investieren muss, um sicherzustellen, dass die Kunden auch einen Grund haben, in den Laden zu kommen. Das heisst, ich muss einen Raum schaffen und bewahren, der sowohl meinem Stilgefühl entspricht als auch die Wünsche meiner Kunden erfüllt.

DARAUF SOLLTE KEINE FRAU VERZICHTEN … Ein Smoking von Gaultier, ein zeitloser Klassiker. Ein tragbares Kunstwerk ! Jede Frau sollte einen Bikini von Pucci mit passendem Kaftan besitzen.

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Abendtasche Frog von Kobja, Preis auf Anfrage.

Handtasche, Anya Hindmarch, CHF 1 650

Vinyl-Jacke von Courrèges, Preis auf Anfrage. Was auch immer Sie dazu tragen, diese Jacke verleiht Ihrem Outfit ein bisschen mehr Power und Coolness.

Sneakers von Schmid, CHF 340

FOTOS: ZVG, ANNETTE GASSER FOTOS:

Von LIVIA ZAFIRIOU


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ANATOMIE EINER TASCHE

DIE « DIORAMA » VON DIOR

Sie kann über die Schulter gehängt oder als Umhängetasche getragen werden und spielt so mit verschiedenen Stilen. Trotz ihrer grafischen Linien zeichnet sie sich durch ihren Couture-Look aus. Von L É A T RICH T ER-PA RIEN T E

URSPRUNG Bei der neuesten Tasche aus dem Hause Dior verspricht bereits der Name « Diorama » ein Panorama verschiedener Stile. Die Tasche, in der das typische Cannage-Muster des Hauses neu interpretiert wurde, hebt sich durch ihre Trägerkette und den Emblem-Verschluss ab.

FOTOS: ZVG

STIL Die Tasche ist in 26 verschiedenen Ausführungen und vier Formaten erhältlich. Sie überrascht mit zahlreichen verschiedenen Erscheinungsbildern, ob klassisch oder futuristisch, in gedeckten oder in grellen Farben, mit Stickereien oder mit Patches verziert. MYTHOS Die Tasche, die bereits an der Schulter von Marion Cotillard, dem Model Hanne Gaby oder der jungen Schauspielerin

und Sängerin Louane Emera gesehen wurde, ist jetzt schon ein Must-have. Sie wurde im Studio von Raf Simons entworfen und im Rahmen der Sommerkollektion 2015 vorgestellt. TECHNIK Die geräumige und funktionale Tasche wurde mit dem Ziel eines optimal gestalteten Innenraums entworfen. Das Leder wird von Hand genäht, und die Glieder der Kette sind durchbrochen, wodurch die Tasche leichter zu tragen ist. LIEBLINGSSTÜCK Die luxuriösen und exotischen Ausführungen wie diejenige aus Krokodilleder oder das Modell aus schwarzem, mit orangefarbenen Blumen besticktem Lammleder.

Dior, Tasche « Diorama » aus gestepptem schwarzem Lammleder mit aufgestickten blauen Blumen, langem Schulterriemen und Emblem-Verschluss, CHF 3 800.

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Jane Fonda ist Barbarella ( 1967 ), Regisseur : Roger Vadim.

OH MEIN PAPA! Und wenn sie alle ihre Kämpfe, ihre Liebschaften und ihre Rollen nur durchgemacht hätte, um die Liebe ihres Vaters zu erlangen? Mit 77 ist die dynamische Jane Fonda eine lebende Legende, die richtig aufblüht. Von JUL IE T TE MICH AUD

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ane Fonda ist unglaublich. Nach Shawn Levys Komödie This Is Where I Leave You wird man sie demnächst in Paolo Sorrentinos Youth bewundern können und aktuell auch in Grace and Frankie, einer Serie, die seit dem 8. Mai auf Netflix ausgestrahlt wird. Trotzdem scheint die ewige Barbarella, die dank ihrer Ehe mit Roger Vadim übrigens sehr gut Französisch spricht und – wie dieses Jahr am Festival de Cannes – immer noch allen die Show stielt, nach wie vor das schüchterne Mädchen zu sein, dessen Mutter sich umbrachte, als die Tochter 12 Jahre alt war. Und das ihren Vater unbedingt beindrucken wollte, um endlich von ihm geliebt zu werden. L’OFFICIEL Schweiz : Wie würde das junge, unsichere Mädchen, das Sie waren, das grosse Vorbild für die Frauenwelt sehen, zu dem Sie geworden sind ? JANE FONDA : Als ich jünger war, war ich von Zweifeln zerfressen ... und ich bin es immer noch. Ich würde diesem kleinen Mädchen raten, dass sie nicht an der Liebe ihres Vaters zweifeln sollte, auch wenn er seine Gefühle nicht zeigt. 34

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Jane Fonda, Markenbotschafterin von L’Oréal, am Filmfestival von Cannes ( 2014 ).

Wann wurde Ihnen klar, dass Ihr Vater Sie liebte ? Nach seinem Tod verriet mir sein Maskenbildner, dass mein Vater bei den Dreharbeiten immer nur von mir gesprochen hatte. Es ist schon seltsam, von anderen Menschen zu erfahren, dass einen die eigenen Eltern liebten. Ab einem gewissen Punkt waren Sie noch berühmter als Ihr Vater. Wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen ? Als ich 1972 den Oscar für Klute erhielt, wurde mir bewusst, dass mein Vater bis anhin noch nie einen gewonnen hatte. Für den Film Am goldenen See wurde er dann ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnet, der Film war aber auch sonst etwas Besonderes für mich, denn ich spielte in diesem Film seine Tochter, das war eine unglaubliche Erfahrung. Selbst da zeigte er kaum Emotionen. Als ich 19 war und meine Berufung noch nicht gefunden hatte, empfahl er mir, auszuziehen und unabhängig zu werden. Ich habe in der Folge das « Actors Studio » in New York kennengelernt. Mein Vater nahm zwar ihre Methoden nicht ganz ernst, hat mich aber dennoch immer unterstützt. Er war überzeugter Demokrat und erinnerte mich an Tom Joad, den Protagonisten in Früchte des Zorns. Meine aktivistische Ader habe ich von ihm. Heute, wo Sie alles erreicht haben, ruhen Sie sich nicht auf Ihren Lorbeeren aus. Meine Karriere hat erneut an Schwung gewonnen, seit ich mich selbst nicht mehr so ernst nehme ( lacht ). In Grace and Frankie spielen Lily Tomlin und ich zwei Rivalinnen, deren Ehemänner zusammen flüchten wollen. Ich habe auch kürzlich mit zwei brillanten italienischen Regisseuren zusammengearbeitet : mit Gabriele Muccino in Fathers and Daughters und mit Paolo Sorrentino in Youth, wo ich eine Hollywood-Diva spiele. Warten Sie nur, bis Sie meinen Look in diesem Film sehen ! Jedes Jahr versetzen Sie als Markenbotschafterin von L’Oréal den roten Teppich in Cannes in Aufruhr. Gefällt Ihnen diese Rolle ? Ich stand kürzlich wieder für die neue L’Oréal-Kampagne vor der Kamera. Ehrlich gesagt, fühle ich mich auf einer Ranch viel wohler. Aber wenn ich noch in der Lage bin, auf dem roten Teppich eine gute Figur zu machen, dann weil ich immer noch sehr aktiv bin und gesund esse. Und dazu bin ich im Geiste sehr jung. Manchmal auch etwas zu jung, fragen Sie mal meine Kinder ! ( lacht )


FOTOS : RUE DES ARCHIVES; L’ORÉAL PARIS; KOBAL COLLECTION

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Henry Fonda mit Jane ( 1966 ).

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DIE « CHARMS GOLD » VON VAN CLEEF & ARPELS Diese Uhr-Ikone entfaltet in der aktuellen Saison ihre ganze Schönheit dank glänzendem Roségold. Von HERVÉ DE W INTRE Realisa tion L IVIA Z A FIRIOU

URSPRUNG Die Uhr « Charms » entstand 2008. Sie ist mit einem Glücksbringer­ motiv geschmückt, das in Anklang an die von Van Cleef in den 1920er­Jahren kreierten Armbandanhänger lustig am Zifferblatt baumelt. Das fröhliche Motiv macht jeden Tag zu einem Glückstag. MYTHOS Der harmonische Glanz von Roségold, sehr präsent in den Schmuck­ kollektionen « Alhambra » und « Perlée », erinnert unweigerlich an die Zartheit der Gefühle. Fein poliert spiegelt es das Licht und verleiht den Kreationen damit einen femininen und warmen Glanz.

DESIGN Für die aktuelle Saison hat das Unternehmen drei « Charms »­ Modelle in den Grössen Mini ( 25 mm ), S ( 32 mm ) und M ( 38 mm ) präsentiert. Diese Uhr, die an erster Stelle der Uhrenikonen von Van Cleef & Arpels steht, gibt es in verschiedenen Ausführungen, auch mit diamantenbesetzter Lünette. Das Satinband ist austauschbar, am schönsten aber ist die Kombination von roségoldenem Gehäuse und schwarzem Armband. Die Gesamterscheinung der Uhr mit ihrem Mix aus Anspielungen an die klaren Linien der 1970er­Jahre und modernem Finish passt perfekt zur aktuellen Mode, egal ob für tagsüber oder am Abend.

KNOW-HOW Verfeinert durch Details von grosser Raffinesse, ziert das Zifferblatt ein Guilloche­Effekt, der das Motiv des beweglichen Anhängers wieder aufgreift. Auf der Lünette erwirken die traditionelle und die gebürstete Politur gemeinsam subtile Lichtspiele. Die Arabesken von Van Cleef & Arpels sind auf dem Gehäuseprofil in lateinischen Buchstaben gleich einer wertvollen Signatur eingraviert.

1 Van Cleef & Arpels, Uhr « Charms Mini », Durchmesser : 25 mm; Quarzwerk, Gehäuse aus Roségold, umlaufende Charms in Roségold. Krone eingefasst mit runden Diamanten, weiss lackiertes Zifferblatt mit Guilloche-Effekt, Armband aus schwarzem Satin, Dornschliesse aus Roségold, Preis auf Anfrage 2. Erdem, CHF 1 065 3. Christian Louboutin, CHF 1 045 4. Bulgari, CHF 3 540 5. Erdem, CHF 1 565

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FOTOS: ZVG; MANCHE DER AUFGEFÜHRTEN PREISE WURDEN AUS DER ORIGINALWÄHRUNG UMGERECHNET UND ENTSPRECHEN NICHT ZWINGEND DEN SCHWEIZER EINZELHANDELSPREISEN. ERDEM ÜBER MYTHERESA.COM

ANATOMIE EINER UHR


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SUMMER BLACK

Zu heiss fürs kleine Schwarze? Nicht doch! Transparente Stoffe, Netzstruktur und hauchzarte Muster bringen den luftigen Touch für tagsüber und für abends, mit dem man unvergleichlich cool und gelassen wirkt. Realisation LIVIA Z AFIRIOU

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FOTOS: ZVG; MANCHE DER AUFGEFÜHRTEN PREISE WURDEN AUS DER ORIGINALWÄHRUNG UMGERECHNET UND ENTSPRECHEN NICHT ZWINGEND DEN SCHWEIZER EINZELHANDELSPREISEN. RICK OWENS, MIU MIU, ETRO UND CARVEN ÜBER MYTHERESA.COM, 3.1 PHILLIP LIM ÜBER NETAPORTER.COM

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1. Maison Michel, CHF 560 2. Liu-Jo, CHF 200 3. Ermanno Scervino, CHF 1 220 4. Burberry, CHF 1 995 5. Erdem, CHF 665 6. Tiffany’s, CHF 520 7. 3.1 Phillip Lim, CHF 590 8. Rick Owens, CHF 245 9. Sergio Rossi, CHF 1 235 10. Karl Lagerfeld, CHF 375 11. Alexander Wang, Preis auf Anfrage 12. Mulberry, CHF 1 255 13. Etro, CHF 310 14. Miu Miu, CHF 620

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COLOR ME BEAUTIFUL Bleistiftrock, ein verführerisches Top und Pop-Art-Farben kreieren eine neue junge Weiblichkeit. R e a l i s a t i o n L I S A J O U V I N F o t o g r a f i e C L A I R E P AT H É

Top und Jupe, Miu Miu, CHF 515 und CHF 1 470. Ohrringe, Louis Vuitton, CHF 680 « Enveloppe », Lancel, CHF 255 Manschette, Chanel, CHF 1 250 Sandalen « Patty », Charlotte Olympia, CHF 675

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FRÜHSTÜCK MIT… Morgens ist die Welt noch in Ordnung. Wir trafen uns mit fünf jungen, erfolgreichen Frauen und liessen uns erzählen, wie sie am liebsten in den Tag starten und was sie gerade am meisten bewegt. Von L É A T RICH T ER-PA RIEN T E

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AMBRA MEDDA Ambra Medda, die Mitgründerin der Website Larcobaleno.com, ist auch das Gesicht der Handtasche « Miss Viv » von Roger Vivier. Wir ergreifen die Gelegenheit, sie am frühen Morgen bei ihr zu Hause in London zu treffen.

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oger Vivier hätte keine bessere Botschafterin als Ambra Medda fin­ den können für « Miss Viv », eine « elegante und lässige Handtasche », wie sie sagt. Die Wunderdesignerin hat die Messe Design Miami gegründet und dann L’ArcoBaleno ins Leben gerufen, eine Website, auf der man Designstücke kaufen und sich darüber informieren kann. Die Globetrotterin lebt in Lon­ don, Berlin und New York und durchstreift die Welt auf der Suche nach neuen Talenten. Sie teilt den Qualitätsanspruch und den Geschmack für das Moderne mit Roger Vivier. Kürzlich hat sie übrigens die Handtasche « Miss Viv L’ArcoBaleno » entworfen, die seit Oktober im Handel ist. L’OFFICIEL Schweiz : Sind Sie ein Morgenmensch ? AMBRA MEDDA : Ja, ich stehe immer um 6.30 Uhr auf. Ihr perfektes Frühstück ? Ich trinke mehrere Tassen Kaffee und esse Früchte und einen Joghurt mit Müesli und griechischem Honig. Was machen Sie gleich nach dem Frühstück ? Ich telefoniere mit meiner Mutter. Und ich rufe mir den Vortag in Erinnerung. Ihre schönste Erinnerung ? In meiner Kindheit auf Rhodos liebte ich Joghurts, Melonen und Pfirsiche.

FOTO: STEPHANIE SIAN SMITH

Die besten Frühstücksadressen auf der Welt ? Auf dem Dach des Albergo in Beirut und im Granger in London. www.rogervivier.com

Zeichnungen von Donald Judd ( 1978 ). Auf dem Tisch ihre Handtasche « Miss Viv » aus bordeauxrotem Leder

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MISSY RAYDER Missy, die jüngere Tochter der Rayder-Familie, ist ein Model, wie auch ihre ältere Schwester Frankie, und das Gesicht der italienischen Marke Forte Forte. Auf der Durchreise in Paris lädt sie uns zum Room-Service-Frühstück in ihrem Hotelzimmer ein.

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ie natürliche und katzenhafte Schönheit Missy Rayder ist in Wisconsin aufgewachsen. Mit 16 Jahren reist sie nach New York, um dort ihre Schwester Frankie zu besuchen. Sie bleibt länger als geplant, wird ebenfalls Model und lässt sich in Manhattan nieder. Heute ist sie Mutter des kleinen Luka und führt ein ruhiges Leben im West Village. Ihre Leidenschaften ? Die Kunst, die Literatur und das Schreiben. Ausserdem geht sie wieder zur Schule und besucht Psychologie-Kurse am Empire State College in New York. Sie ist mit dem Künstler Marko Velk verheiratet, der in Serbien geboren wurde, aber Paris als Lebensmittelpunkt gewählt hat, und reist oft in die französische Hauptstadt. L’OFFICIEL Schweiz: Sind Sie Frühaufsteherin ? MISSY RAYDER : Mit einem zweijährigen Sohn muss ich das sein. Aber eigentlich bin ich eher eine Nachteule. Ihr perfektes Frühstück ? Ich habe einen eher europä­ ischen Geschmack : Früchte, Croissants und Kaffee.

Die besten Frühstücksadressen auf der Welt ? Das Hotel Pavillon de la Reine in Paris. Das Cafe Cluny in New York. Die Cafés im Dorf Jelsa in Kroatien, wo ich meine Ferien verbringe.

In einer Suite des Hotels Pavillon de la Reine in Paris. Sie trägt ein langes, ausgestelltes Kleid aus Georgette-Seide von Forte Forte.

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FOTO: RAPHAËL GIANELLI-MERIANO

Ihre schönste Erinnerung an ein Frühstück ? Das ultrasüsse Müsli Lucky Charms in meiner Kindheit.


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LIZ GOLDWYN Obwohl sie im Kino zu Hause ist, ist sie eigentlich eine Allround-Künstlerin : Gerade hat sie ihren Roman über die Prostitution im Los Angeles des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Wir treffen uns in der Stadt der Engel mit der Enkelin eines der ersten Filmproduzenten Hollywoods.

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iz ist nicht nur Kura­ torin der Modeabtei­ lung von Sotheby’s und Regisseurin von Werbe­, Kurz­ und Dokumentar­ filmen ( z. B. Pretty Things, über die Königinnen der Burleske ), sondern schafft auch Kunstins­ tallationen und ist die Muse von Victor & Rolf. Sie ist Fan von Retro­Mode und ultrafemininer Ästhetik, liebt das Tanzen und den Hula­Hoop­Reifen.

L’OFFICIEL Schweiz : Wo sehen Sie sich in zwanzig Jahren ? LIZ GOLDWYN : Mit einem Doktorat in Sexualgeschichte : Konsultation bei Dr. Goldwyn. Ihr perfektes Frühstück ? Ein Smoothie, dessen Zutaten je nach Laune und Saison vari­ ieren : Kokoswasser, Feige, Spi­ nat, Petersilie, Ingwer, Banane, Zimt … Tee oder Kaffee ? Grünen Tee, in einem Teeservice von Hermès. Und was machen Sie nach dem Frühstück ? Gymnastik, Pilates, Yoga oder einen Spaziergang mit einem Freund.

FOTO: JOSHUA WHITE

Die besten Frühstücksadressen der Welt ? Das Standard Hotel, das Café Gratitude oder das Beverly Hills Hotel in Los Angeles, und das Wolseley in London.

Sporting Guide von Liz Goldwyn ( Phaidon/Regan Arts ), geplante Ver öf fentlichung 2015. Liz Goldwyn im Hotel Standard in Los Angeles.

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MARGHERITA MACCAPANI MISSONI

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Margherita Maccapani Missoni, die Markenbotschafterin von Missoni, ist auch verantwortlich für die Accessoire- und Bademode-Kollektionen der Marke. Sie lädt uns zum Frühstück in ihr Zuhause in Mailand ein.

ie ist bereits Mutter des kleinen Otto und nun zum zweiten Mal schwanger : Kinder haben Priorität für Margherita Maccapani Missoni. Aber nicht nur ihre eigenen, sondern auch die Kinder in Ghana, die sie durch OrphanAid Africa unterstützt – die Organisation, die Lisa Lovatt Smith ( eine Freundin ihrer Mutter ) gegründet hat und deren italienische Ländervertretung sie seit zehn Jahren leitet. Zusammen mit ihrer Schwester Teresa ist sie auch Botschafterin von Gold for Kids, einem Projekt der Veronesi-Stiftung, das die Forschung in der pädiatrischen Onkologie fördert. L’OFFICIEL Schweiz : Mit wem frühstücken Sie ? MARGHERITA MACCAPANI MISSONI : Mit Eugenio, meinem Mann, und Otto, meinem Sohn. Wo frühstücken Sie ? In der Küche. Was steht auf dem Speiseplan ? Heisses Zitronwenwasser, ein frisch gepresster Orangensaft, Haferflocken in Milch mit Honig und Rosinen und weisser Tee mit Goji­Beeren. Ihre Lieblingsadressen fürs Frühstück ? Die Torrefazione Hodeidah in Mailand für den besten Kaffee, Da Vittorio in Brusaporto ( Ita­ lien) für ein Gourmet­Frühstück und das Hotel Carlyle in New York für den Brunch.

Margherita hat das einzigartige Talent geerbt, Farben, Streifen und Muster kombinieren zu können.

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FOTO: PIOTR NIEPSUJ

www.oafrica.org www.fondazioneveronesi.it


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DREE HEMINGWAY Dree Hemingway, Model, Schauspielerin und Urenkelin von Ernest Hemingway, ist das Gesicht der neuen internationalen Modekampagne von Mercedes-Benz.

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ree Hemingway, die bald im Kinofilm While We’re Young an der Seite von Ben Stiller und Naomi Watts zu sehen sein wird und die auf der Durchreise in Berlin ist – zum ersten Mal –, erzählte uns von ihren Kinoprojekten und insbesondere von ihren Rollen in The People Garden und Happy People. Sie verriet uns auch, wie sie es liebt, Personen darzustellen wie die Rennfahrerin in der sensationellen Kampagne, die von der talentierten Collier Schorr umgesetzt wurde und in der sie an der Seite von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg, seinem Kollegen im Mercedes-Team, spielt. L’OFFICIEL Schweiz : Sind Sie ein Morgenmensch ? DREE HEMINGWAY: Ja, ich stehe früh auf und nehme dann sofort mein Frühstück zu mir. Das ist ein heiliger Moment. Was machen Sie währenddessen ? Ich lese die Daily Mail und meine E­Mails.

FOTO: RAPHAËL GIANELLI-MERIANO

Ihr ideales Frühstück ? Zu Hause : ein grüner Saft, ein Café Americano und ein Hafer­Porridge mit roten Früch­ ten. Im Hotel : das japanische Frühstück. Die besten Adressen der Welt zum Frühstücken ? Das Buvette an der 42 Grove Street in New York ist das beste Café, das ich kenne. Ansonsten empfehle ich die Uno Astrolodge in Tulum, Mexico, wegen ihrer Marmelade und ihres hausge­ machten Brots, und die Hotels Regent Berlin und Westin Paris­ Vendôme. Frühmorgens : Dree Hemingway mit ihrem grünen Saft in Berlin.

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Blick in die Ateliers 31 Rue Cambon ( l. ). Chanel Haute Couture, Frühling/Sommer 2005.

Wer « Haute Couture » sagt, muss auch « Chanel » sagen – die beiden sind untrennbar miteinander verbunden. Dass die Pariser alle Höhen und Tiefen des Modebusiness heil überstanden haben, hat seine Gründe : höchste Qualität, niemals stehen bleiben und sich immer wieder neu erfinden. V o n D Ö R T E W E LT I

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FOTOS: ZVG; © KARL LAGERFELD

EIN HOCH AUF HAUTE


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D Mademoiselle Chanel beim Arbeiten.

FOTOS: FOTOS: ZVG; © SCHALL, © PHOTO D.R.

Handbemaltes und -besticktes kurzes Kleid aus Seidentüll, Chanel Haute Couture, Herbst/Winter 2015.

Das Chanel Couture Atelier, ca. 1935.

er Begriff « Haute Couture » wurde schon 1858 geprägt. Damals eröffnete der Schneider Charles Frederick Worth in der Pariser Rue de la Paix sein Geschäft und nannte sich nicht wie sonst üblich « Ausstatter » sondern « Créateur ». Seine « Créations» führte er dem staunenden Publikum an lebenden Mannequins in einem luxuriösen Salon vor: eine Revolution. Es dauerte aber bis 1945, bis der Begriff « Haute Couture » offiziellen Status erhielt und definiert wurde, was darunter zu verstehen sei. In 2002 passte man die Bedingungen an, die inzwischen von der « Chambre Syndicale de la Haute Couture», einer weltweit einzigartigen Vereinigung im Sinne der Mode, institutionalisiert sind. Bis heute besagen die Regeln, dass sich nur «Haute Couture» nennen darf, was im eigenen Haus vom hauseigenen Designer in eigenen Ateliers und mit mindestens 20 Angestellten produziert wird. Jede Saison, zu einem vom Syndikat festgesetzten Datum, müssen wenigstens 25 Modelle für Tag und Abend in einer Kollektion auf dem Catwalk gezeigt werden. Die Bezeichnung « Haute Couture » wird vom französischen Minister für Industrie vergeben. Die aktuelle offizielle Liste zählt 13 ständige Mitglieder, Maison Chanel ist bis dato das älteste aktive Couture­Haus. Gabrielle « Coco » Chanel hatte 1910 ihr Hutgeschäft in der Rue Cambon 21 in Paris eröffnet, und 1913 folgte eine Dependance in Deauville, wo sie auch eine kleine Linie von Jerseykleidern zeigte. Aber erst 1915, mit der Installation ihres « Maison de Couture » in Biarritz, präsentierte die mutige Unter­ nehmerin eine komplette Kollektion, die für damalige Gepflogenheiten skandalös und überraschend neu war, mit fliessenden Linien und fast völlig ohne die bis dahin üblichen üppigen Verzierungen und starren Korsetts. 1918 zog Chanel an die Adresse, die bis heute ein Synonym für Haute Couture ist : die Rue Cambon 31 in Paris. Heute befinden sich die Ateliers von Chanel auch in den Hausnummern 23, 25, 27 und 29, wo in zwei Ateliers mit je 25 Mitarbeitern die Kleider aus den feinsten Stoffen und Stickereien entstehen, und in zwei weiteren Ateliers, genannt « suites », mit ebenfalls je 25 Mitarbeitern Jacken, Mäntel, Hosen und Röcke aus Tweed, Wolle, Leder und anderen Stoffen gearbeitet werden. Die Haute­Couture­Kollektionen sind aufwendig wie keine andere Modekollektion. Für einen Anzug rechnet man bis zu 200 Arbeitsstunden, für ein Kleid zwischen 300 und 600 Stunden und ein Hochzeitskleid wird gar mit 1000 Handarbeitsstunden veranschlagt. JUNI 2015

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Genaue Zahlen verrät niemand, aber Insider munkeln, dass es auf der ganzen Welt noch rund 300 echte Haute­Couture­Kundinnen gibt; andere wollen wissen, dass es gut und gerne 1000 sind. Die regelmässigen Kundinnen haben bei den Maisons ihrer Wahl eine eigene Schneiderbüste, ein hölzernes « Mannequin », stehen, das auf ihre Masse gearbeitet ist. Nimmt die Kundin zu oder ab, wird dementsprechend aufgepolstert oder abgetakelt. Das garantiert, dass exakt nach Mass gearbeitet werden kann und die Kundin für ihre Kreation zu höchstens zwei Fittings persönlich anreisen muss. Warum aber hat ausgerechnet Chanel so lange in der Haute Couture überlebt, während es andere wie Jean Patou, Guy Laroche oder Paco Rabanne nicht mehr in dieser Kategorie gibt ? Der anhaltende Erfolg von Chanel ist leicht zu erklären. Zum einen setzt man seit Generationen nur auf die besten Handwerker, die man finden kann. Haute Couture vereinigt 18 Berufe auf sich, und für jeden Bereich gibt es Spezialisten, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als Federn zuzurichten, zu sticken, Hüte aufzubauen, Tüll zu verarbeiten oder Schuhe herzustellen. Zum anderen sorgt seit 1983 Karl Lagerfeld als Hausdesigner Saison für Saison dafür, dass sich das Haus Chanel ständig neu erfindet und immer die unsterbliche Seele von Gabrielle Chanel mitschwingt. Die von ihm choreografierten Shows sind legendär, Stars und Prominente auf der ganzen Welt tragen seine Entwürfe. «Kaiser Karl» ist ein Perfektionist, er entwirft, seine Modellnäherinnen fertigen das Teil aus Baumwolltüll, der Meister persönlich fittet am lebenden Hausmodell. Erst dann wird genäht und am Abend vor der grossen Show letzte Hand angelegt, die Outfits zusammengestellt und mit Schuhen, Schmuck und Accessoires versehen. Alles in der Hoffnung, dass am Tag nach dem Defilee genügend Damen persönliche Termine wollen – und es geht nur auf Termin – um sich eine dieser Traumkreationen zu sichern. Es handelt sich dann selbstverständlich um Unikate. Karl Lagerfeld ist derweil in Gedanken schon wieder bei der nächsten Kollektion. « Ich bin nie mit mir zufrieden, und das hält mich kreativ », sagt er, und wir danken ihm dafür. 48

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Ein Model schreitet die Treppe in der Rue Cambon hinab, von der aus Gabrielle Chanel immer die Präsentation ihrer Kollektion beobachtete ( 1937 ).

Aufwendige Stickereien führt das Maison Lesage für Chanel aus. Detail eines Haute-Couture-Kleides, Herbst/Winter 2015.

Gabrielle Chanel legt selbst für das Finish Hand an eine Abendrobe ( undatiertes Foto ).

FOTOS: FOTOS: ZVG; © MINISTÈRE DE LA CULTURE - MÉDIATHÈQUE DU PATRIMOINE, DIST. RMN-GRAND PALAIS / FRANÇOIS KOLLAR; PHOTO HOYNINGEN-HUENE © RJHORST

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Chanel Haute Couture, Fr端hling/Sommer 2013.

Chanel Haute Couture, Fr端hling/Sommer 2003.

Chanel Haute Couture, Fr端hling/Sommer 2012.

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« YOU GOTTA   HAVE STYLE.   IT HELPS YOU GET  DOWN THE STAIRS.   IT HELPS YOU   GET UP IN THE  MORNING.   IT’S A WAY OF LIFE. »  Diana Vreeland

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WUNDERSALMA

Begegnung mit einer Frau, die alles erreicht hat. Salma Hayek-Pinault ist Mutter, Schauspielerin, Regisseurin, Aktivistin und Ehefrau von François-Henri Pinault … Sie setzt sich für uns in Positur und spricht mit Christophe Ono-dit-Biot. Fotografie DANIEL THOMAS SMITH R e a l i s a t i o n VA N E S S A B E L L U G E O N S t y l i n g C O R I N N E L U C Q U I A U D

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Bestickte Seidenbluse mit passendem Halstuch, Seemannshose aus Velours-Kalbsleder, beides Gucci.

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Overall aus gestepptem Seidenkrepp, Brille aus Azetat, Armband « Bamboo » aus Gelbgold, Tasche « Soft Jackie » aus strukturiertem Leder, Stiefel aus VeloursKalbsleder, alles Gucci.

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Patchwork-Kleid aus bestickter Seide, Armbänder « Bamboo » aus Gelbgold, Stiefel aus VeloursKalbsleder, alles Gucci.

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Kleid aus Seidenkrepp, Creolen « Diamantissima » aus Gelbgold, Ring « Horsebit Cocktail » aus Gelbgold mit Amethyst, alles Gucci.

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Trenchcoat aus Velours-Kalbsleder, Creolen ÂŤ Bamboo Âť aus Gelbgold, Tasche aus Antikleder und Leinen mit Monogramm, Sandaletten mit Absatz aus zweifarbigem Pythonleder, alles Gucci.

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Lederkleid mit Lochstickerei, Gucci.

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« Ich finde es inakzeptabel, wie Frauen in manchen Regionen der Welt, sogar in der westlichen Gesellschaft, behandelt werden. » Der Romanautor Christophe Ono­dit­Biot ( Plonger, erschienen bei Gallimard, 2013 ) hat für L’OFFICIEL Salma Hayek­Pinault getroffen, mit der er die Leidenschaft für die Unterwasserwelt teilt. CHRISTOPHE ONO-DIT-BIOT : Beim letzten Mal haben wir uns über das Tauchen unterhalten. Gehen Sie immer noch tauchen? SALMA HAYEK-PINAULT : Oh ja ! Ich tauche schon seit Jahr­ zehnten; ich wage gar nicht zu sagen, seit wie vielen ! Mein Vater hat mich zum ersten Mal mit unter Wasser genommen. Ich muss übrigens immer aufpassen, weil es mir manchmal so scheint, als würde die Tiefe nach mir rufen – sie übt eine seltsame, starke Anziehung auf mich aus. Da ist Vorsicht geboten. Ich war nämlich auch schon in der Unterdruckkammer … Aber ja, ich gehe immer noch Tauchen. Das letzte Mal war in Careyes, in Mexiko. Beim Tauchen lernt man ein anderes Leben kennen. Man erlebt zum einen natürlich die Unterwasserwelt, aber es ist auch ein anderes Leben, als das, welches ich an der Oberfläche führe. Unter Wasser begreife ich endlich, wer ich wirklich bin. Ich trete in einen neuen Zustand ein, bin nicht mehr gestresst und unruhig, was ich sonst leider immer bin. Es ist ein anderer Zustand, in dem ich nicht an die ganzen Dinge denke, die ich nicht gemacht habe oder nicht hätte tun sollen, an die Menschen, die ich vielleicht, ohne es zu wissen, unglücklich gemacht habe … Das haben wir gemeinsam, nicht ? Unter Wasser fühle ich das Gewicht der Dinge, die uns belasten, nicht mehr. Alles ist im Fluss. Keine Traurigkeit, kein Stolz. Alles wird klar … Alles ist anders. Alles ist schön und hell. Und es ist unerträglich, wieder an die Oberfläche zu müssen … Das ist komisch, dass Sie das sagen … Ich leide eigentlich an Klaustrophobie. Sobald ich jedoch durch den Lungenautomat atme, ist alles in Ordnung. Sie haben gerade auch einen Tauchgang der anderen Art hinter sich. Sie sind in ein sehr starkes literarisches Werk eingetaucht : Der Prophet von Khalil Gibran, ein legendäres Buch voller Spiritualität, von dem hundert Millionen Exemplare auf der ganzen Welt verkauft wurden und aus dem Sie als Produzentin einen wunderbaren Animationsfilm gemacht haben, der beim letzten Filmfestival von Cannes präsentiert wurde. Was fanden Sie an diesem Text so anziehend ? Als ich noch klein war, lag das Buch immer auf dem Nachttisch mei­ nes Grossvaters in Beirut. Ich habe das Gesicht des Propheten auf dem Einband, das Khalil Gibran selbst gemalt hat, nie vergessen. Ich stand meinem Grossvater sehr nahe, und als ich das Buch viele Jahre später selbst gelesen habe, hatte ich das Gefühl, mein Grossvater spräche durch das Buch zu mir. Der Film ist mein zweites Baby, ein Tribut an meine orientalische Herkunft. Denn obwohl ich in Mexiko geboren wurde, bin ich zur Hälfte Spanierin und zur Hälfte Libane­ sin. Ich wollte auch einen Film machen, in dem Kinder jeden Alters einen Sinn finden können, und die Poesie herausstellen, die ein so wesentlicher Teil des Lebens ist. Die ungewöhnlichen Schwingungen der Worte und die besonderen Rhythmen wirken sich grundlegend auf die Stimmung und dadurch auch auf unser Sein und unsere Existenz aus. Es ist so als würde man seine Hand durchs Wasser bewegen: Sie bewegt sich wie in der Luft, aber die Empfindungen und Gefühle sind vollkommen anders. Ich wollte, dass die wunder­ bare Poesie von Khalil Gibran auch auf der Leinwand zu sehen ist. Als sichtbare Poesie, in etwa so, als hätte man seine Worte gemalt. Deshalb habe ich mit den besten Animationskünstlern gearbeitet. Und ich glaube, der Film konnte zu keinem besseren Zeitpunkt herauskommen als jetzt, da er von der Meinungsfreiheit handelt.

Es gibt diesen wunderbaren Moment, in dem die schwangere Frau sich in einen sinnlich biegsamen Bogen verwandelt … Ja, Leben auf die Welt zu bringen, ist, als ob man einen Pfeil abschiesst … Die Poesie kommt manchmal von einem einzigen Bild, das die Worte übermittelt. Sie sprechen zu uns, alles bleibt stehen und man hat das Gefühl, eine Tür zu neuer Bedeutsamkeit öffnen zu können. Ich glaube, es ist wichtig, dass Kinder diese Erfahrung machen können. Ich wollte einen Film machen, bei dem sie nicht durch eine Sichtweise beeinflusst werden, sondern selbst auf ihre ganz persönliche innere Reise gehen können. Im Film kommt das sehr aufgeweckte und spitzbübische Mädchen Almitra vor. Sie sprechen ja die Stimme ihrer Mutter. Wie waren Sie selbst als kleines Mädchen ? Ich bin in einer kleinen Stadt namens Coatzacoalcos, benannt nach dem Schlangengott der Azteken, aufgewachsen. Man sagt, dass die Stadt an der Grenze der Länder der Maya und der Azteken liegt und dort auch Malinche geboren wurde, die Indianerin, die den Konquistador Hernán Cortés begleitet hat. Ich war ein sehr neu­ gieriges kleines Mädchen, das sich sehr für Naturwissenschaften interessierte. Wir haben über das Wasser gesprochen, aber wissen Sie, mich fasziniert auch der Weltraum. Ich war sogar eine der ersten, die sich einen Platz für die suborbitalen Flüge von Richard Branson reserviert hat … Dann kam jedoch meine Tochter auf die Welt. Ist es wahr, dass Sie einmal ein religiöses Internat verlassen mussten, in dem Sie Schülerin waren ? Ja, das war in Louisiana. Dorthin hat man mich geschickt, als ich 12 Jahre alt war. Man hat mich eigentlich eher gebeten, freiwillig zu gehen … Die Mutter Oberin wechselte, und die neue verstand meinen Sinn für Humor nicht … Wie gesagt, ich war neugierig. Ich spielte auch gerne Streiche … Es hat mir immer viel Spass gemacht, mitten in der Nacht aufzustehen, um die Wecker der ganzen anderen Internatsschüler auszustellen. Ich war « playful », wie man auf Englisch sagt. Aus welchem Grund haben Sie « Chime for Change », eine Kampagne zur Förderung von Bildung, Gesundheit und Gerechtigkeit für Frauen, ins Leben gerufen ? Das ist so, als würden Sie mich fragen, warum ich esse oder schlafe. Weil ich ein Mensch bin ! Wenn Sie zwei Kinder sehen, die sich schlagen, dann versuchen Sie herauszufinden, was passiert ist, und sie zu trennen, oder etwa nicht? Das ist doch ganz normal! Die eigentliche Frage ist doch, warum macht das nicht jeder? Man fragt mich oft, ob in meinem Leben etwas Besonderes passiert ist, das dieses Engagement für die Frauen erklärt. Ich möchte darauf immer antworten: «Was ist denn in Ihrem Leben passiert, dass Sie das nicht machen ? » Sehen Sie sich als Feministin ? Nein. Ich finde es inakzeptabel, wie die Frauen in manchen Regionen der Welt, sogar in der westlichen Gesellschaft, behandelt werden – manchmal sogar so, als wären sie keine Menschen. Aber würde das Gleiche für Männer gelten, würde ich mich mit der gleichen Leidenschaft einsetzen. Die Männer müssen sich diesem Kampf im Übrigen anschliessen, denn es ist ein Kampf für die gesamte Menschheit. Möchte man stolz sein, oder muss man sich schämen, ihr anzugehören ? Sie haben von Ihrem Grossvater gesprochen. Gibt es in Ihrer Familie auch Frauen, die Sie inspiriert haben ? Meine Grossmutter Maria Luisa, die Mutter meiner Mutter. Ich sage Ihnen, man könnte einen Roman über sie schreiben; sie ist wie eine Heldin von Gabriel García Márquez. Sie war sehr wissbegierig, JUNI 2015

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« Muttersein ist das Beste, was ich in meinem Leben gemacht habe. » liebte das Lesen und war ihrer Zeit weit voraus. Sie war gelernte Kosmetikerin und hat mit den Indianern zusammen in den Bergen die Kräuter erforscht … Sie hat alle möglichen chemischen Expe­ rimente mit geheimen Zutaten durchgeführt. Sie ist übrigens mit 96 Jahren ohne eine einzige Falte gestorben … Könnten Sie sie in einem Kinofilm spielen ? Das weiss ich nicht … Im Moment fasziniert mich eine andere Frauenfigur. Eine Rolle, die ich spielen möchte, von der ich aber noch nicht erzählen kann … Vielleicht ein kleines bisschen ? Hmmm … Sie war zu Lebzeiten weltweit sehr berühmt, aber heute kennt sie fast niemand mehr. Und ich möchte, dass die Welt sie kennenlernt … Sie hat für eine Frau in ihrer Zeit Unvorstellbares geleistet … War sie Latina ? Ja, aber mehr verrate ich Ihnen nicht. Ich möchte nicht, dass jemand anderes sie spielt … Sie fasziniert mich so sehr, dass ich schon das Gefühl habe, ich werde Frida Kahlo untreu ! Und wenn wir versprechen, es nicht weiterzusagen … ( Sie sagt es uns. Aber wir haben ja ein Versprechen gegeben… ) Während wir also auf diesen Film warten, können wir uns darüber freuen, dass Sie ausser an Der Prophet von Khalil Gibran noch bei vier anderen Filmen mitgewirkt haben : Everly, einem Actionfilm mit Joe Lynch; einer romantische Komödie mit Pierce Brosnan und Jessica Alba, How to Make Love Like an Englishman; einem politischen Film über den Iran mit Adrien Brody, The Septembers of Shiraz; und dem unglaublichen Tale of Tales von Matteo Garrone, dem hochbegabten Macher von Gomorra. Sie sind wirklich sehr gefragt ! Es ist wirklich ein besonderes Jahr für mich. Ich habe alle Stereo­ typen Lügen gestraft. Wissen Sie, man hat mir immer gesagt : « Du wirst nie beim Film arbeiten, man will dort keine Mexikaner und ausserdem hast du einen Akzent … Und falls du es doch schaffst, wird es nicht lange dauern … » Aber gut, ich habe nicht aufgegeben und trotzdem Karriere gemacht … Danach hat man mir gesagt, « Okay, du hast in Filmen mitgespielt, aber das hört auf, wenn du 35 bist, weil du eine Frau bist. » Und normalerweise läuft es auch so. Schauen Sie sich nur mal die vielen schönen und talentierten Mädchen an, die dann irgendwann wieder verschwunden sind. Ich habe also geglaubt, ich muss an meine Rente denken. War aber zugleich trotzdem glücklich über das, was ich geschafft habe. Und nun bin ich 48 Jahre alt, habe immer noch meinen Akzent und mache nach einem Actionfilm mit Yakuzas gleich den nächsten über eine iranische Jüdin mit Adrien Brody … Das ist ein ziemlich breites Spektrum … Ja, natürlich. Deshalb ist das Gerede über den Akzent oder das Alter auch so deprimierend ! Beim Akzent war es beispielsweise ausreichend, dass ich mit einem der iranischen Schauspieler ge­ arbeitet habe, um eine Iranerin zu spielen. Und sehen Sie sich einmal Antonio Banderas an. Ihm hat man auch gesagt, sein Akzent sei sein grösster Feind. Sein grösster Hit war dann Der gestiefelte Kater, ein Animationsfilm, in dem sein Talent durch seine wunderbare Stimme und seinen Akzent erst richtig zur Geltung kam ! In dem Film haben auch Sie einer Figur Ihren Akzent geliehen. Ja, Kitty Samtpfote … Ich muss wirklich sagen, diese Geschichte mit dem Akzent macht mich wütend. Die Amerikaner glauben, dass ein spanischer Akzent nur für die Rolle des Dienstmädchens oder des Parkwächters taugt, dass man damit in anspruchsvollen oder mächtigen Rollen jedoch nicht glaubwürdig sein kann. Das ist 60

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Rassismus. Sie glauben gar nicht, was für Reaktionen kamen, als ich das erste Mal auf dem Cover eines Frauenmagazins zu sehen war ! « Kommen jetzt sogar schon Putzfrauen aufs Cover ? » Und andere Dinge, die ich hier nicht wiederholen kann … Auch die Sache mit dem Alter ist absurd: Schauen Sie sich nur mal Meryl Streep an ! Und dennoch, ich sage es Ihnen, gibt es diese Grenze : 35 Jahre. Das ist ein Hindernis, das für Frauen nur schwer zu überwinden ist, nicht nur für Schauspielerinnen. Aus diesem Grund spreche ich darüber : Ich will gar kein Vorbild sein, aber ich möchte daran erinnern. Eine ganz schön wagemutige Erinnerung : Sie haben bei Mathieu Demy sogar eine Stripperin gespielt. Das war in Americano, richtig? Oh ja, ich habe ganz schön geschaut, als er anrief und ich ihn gefragt habe, welche Rolle ich spielen soll: «Eine Stripperin.» «Aber ich bin dafür zu alt ! » habe ich ihm gesagt. Er hat geantwortet : « Ich habe sie für dich geschrieben!» Ich mag Mathieu sehr und bin mit seiner Mutter, Agnès Varda, sehr gut befreundet, und ich finde, dass der Film, in dem er Aufnahmen verwendet hat, die seine Mutter in seiner Kindheit in Los Angeles von ihm gemacht hat, eine Hymne an das Leben und die Fragen, die jedes Kind sich stellt, ist… Ja, ich habe eine Stripperin gespielt, und es hat mir grossen Spass gemacht. Und stellen Sie sich mal vor, dann ruft mich Matteo Garrone wegen Tale of Tales an und will, dass ich eine Königin spiele! Eine europäische Königin ! Ich wäre fast auf der Stelle tot umgefallen. Und als es mir dann richtig bewusst wurde, war ich überglücklich. Eine Königin, mit herrlichen Kostümen! So etwas hat man mir noch nie angeboten. Die ersten Bilder des Films sind absolut bemerkenswert. Die Kostüme sind tatsächlich herrlich und die Nacktszenen auch … Und dann diese seltsamen Dinosaurier, die Frau im Satinkleid, die ein Herz verschlingt … Das scheint gleichzeitig roh und raffiniert, eine Mischung aus Horror und Fantasy … Tale of Tales wird Sie buchstäblich umwerfen ! Matteo hat sich der Herausforderung gestellt, einen gleichzeitig grausamen und elegan­ ten Film zu machen… Das Skript basiert auf einem Buch aus dem 17. Jahrhundert, das von einem Neapolitaner geschrieben wurde und die Gebrüder Grimm zu ihren berühmten Märchen inspiriert hat. Er hiess Giambattista Basile, und die Literaturwissenschaft hat ihm den Spitznamen « der verzerrte Shakespeare » gegeben. In die­ sem Buch finden sich die Vorlagen für Dornröschen, Aschenbrödel oder Rapunzel … Es werden sehr starke Themen angesprochen: unsere Urängste, Machtkämpfe, Abstammungsverhältnisse, die Schönheit … Es ist ein echter Luxus, mit so brillanten Menschen arbeiten zu können. Was ist für Sie Luxus pur ? Die Zeit, die ich mit meiner Tochter verbringe. Als sie noch kleiner war, habe ich sie überallhin mitgenommen – es gab kein grösseres Privileg. Ich habe sie vor meinen Augen aufwachsen sehen … Jetzt ist sie sieben Jahre alt, und ich kann sie nicht mehr in meine Welt mitnehmen. Wissen Sie, Muttersein ist das Beste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Es ist eine grosse Verantwortung, aber es ist auch das Wertvollste, was ich habe. Und auch die grösste Freude. Das wissen alle Frauen. Ein Kind nährt Ihr Herz mit Liebe und Träu­ men. Dank des Kindes weiss man, dass das Leben immer spannend bleiben wird, weil man es sein ganzes Leben lang aufwachsen und sich verändern sieht. In guten wie in schlechten Zeiten … Was möchten Sie ihr mitgeben ? So viele Dinge, viel zu viele Dinge … Ich frage mich übrigens : Wie kann ich ihr so gut wie möglich die ganzen Dinge beibringen, von denen ich möchte, dass sie sie weiss? Das ist ein Rätsel, auf das ich noch keine Antwort habe …


Patchworkweste aus Pelz, Kleid aus besticktem Seidenkrepp Armbänder « Bamboo » aus Gelbgold, Kette und Kreuzanhänger aus Altsilber mit Saphiren, alles Gucci. Haare Mariana Padilla Make-up Matsuno Maniküre Vernice Walker Dekor Jacki Castelli ( Mobiliar gestellt durch Talisman ) Floristik Tobby Roberts für TBR Floral Design Assistenz Fotografie Jack Wilson Digital Operator Clark Franklyn Assistenz Styling Lola Tirand Mit Dank an Mallory Marcourel.

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STADTPALAIS

Haute Couture ist mehr als nur Mode – sie ist Symbol für einen Lebensstil. Präsentiert in der prunkvollen und dennoch intimen Atmosphäre einer privaten Villa, demonstriert die « hohe Schneiderkunst», wie aristokratisch und zeitlos sie uns erscheinen lässt. Luxus in Reinform. F o t o g r a f i e A L E S S A N D R O F U R C H I N O S t y l i n g VA N E S S A B E L L U G E O N

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MODE Kombination aus Krepp, Top bestickt mit Blumen aus Pailletten, Kristallglas und Perlen, Cape aus Musselin, beides Georges Hobeika. Ring « Hippocampe » aus Weissgold mit Aquamarin, grünem Saphir, violettem Saphir und Diamanten, Laurenz Baumer.

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Mit bunten Pailletten besticktes Kleid 端ber einem Body aus bestickter Seide, Stiefeletten aus Vinyl, alles Dior Haute Couture.

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Kleid « Sur la Terre des Dieux » aus Musselin, mit Leder, Rubinen und Perlen bestickt, Cape aus Wolle und Stiefeletten aus besticktem Leinenstoff, alles Valentino Haute Couture. Ohrringe « Fleur » aus dreierlei Gold mit Gravur und Broschen « Lapin », « Oiseau » und « Papillon » aus zweierlei Gold mit Gravur, Barockperlen und Diamanten, alles Buccellati.

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Maxi langer Cardigan mit Pailletten 端bersticktem NajaMotiv und Satinrock, beides Gaultier Paris. Armb辰nder, G端rtel und Ohrringe, alles Swarovski f端r Gaultier Paris.

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Kleid aus Tüll und bestickter Spitze, Rani Zakhem. Haarreif aus gefärbten Federn, Murmure by Spirit. Ohrringe « Camélia Exquis » aus Weissgold mit Diamanten sowie Armband « Éventail » aus Weissgold mit Diamanten und schwarzen Diamanten, Chanel Joaillerie. Minaudière aus lackiertem Holz, Rocio. Isy : Tüllkleid mit goldenen Punkten, Bonpoint. Krone mit Pailletten, Bonton. Ballerinas aus perforiertem Leder, Zef.

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Über der Schulter getragen : Mantel aus Brokat und gefärbtem Lamé mit offenem Kragen und sichtbarem Ärmelfutter, mit Perlen und Strass bestickt; Bustier aus Wolle, Höschen mit Haarnadeln bestickt, Plateauschuhe mit lackiertem Absatz, alles Maison Margiela Artisanal. Collier und Ohrringe, Bulgari. Ring « Faucon » aus Weissgold mit weissen und schwarzen Diamanten und Onyx, Roberto Coin.

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Kombination aus mit Swarovski-Kristallen bestickter Seidengaze, Armani Privé. Ohrhänger aus zweierlei Gold mit Gravur und Diamanten, Buccellati. SautoirCollier « Serpent Bohème » aus Weissgold mit Diamant-Pavé, Boucheron. Armband « Perle de Rosée » aus Weissgold mit Diamanten, Spinellen, Mondsteinen und Zuchtperlen sowie Armband « Lion Rugissant » aus Weissgold und geschnitztem Onyx mit Diamanten, beides Chanel Joaillerie. Isy : Kleid aus weissem Plumetis-Voile, Bonpoint.

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Rückenfreies langes Kleid aus mit Seidenfäden, Pailletten und Federn besticktem Seidentüll, amerikanisches Dekolleté, Elie Saab Haute Couture. Ohrringe « Fleur » aus dreierlei Gold mit Gravur, Buccellati. Collier « Gazella » aus Weissgold mit runden und dreieckigen Diamanten und Cabochons aus Chalzedon, Van Cleef & Arpels. Armband « Camélia Aquatique » aus Weissgold mit Diamanten, Turmalinen und Tsavoriten, Chanel Joaillerie. Isy : Top aus besticktem Baumwoll-Voile, Zef. Tüllrock im Tutu-Stil, Repetto. Krone mit Pailletten, Bonton.

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Abendkleid mit Bustier aus Seidenorganza, gesticktes BarockMotiv mit von Hand ausgeschnittenen Einsätzen aus Duchesse-Satin, mit winzigen Kristallen eingefasst, Gürtel aus Velours-Kalbsleder, Atelier Versace. Ohrringe « Serpenti » aus Weissgold mit Diamanten, Bulgari. Collier aus Weissgold mit Diamanten, Chopard. Armband « Serpent Bohème » aus Weissgold mit Diamant-Pavé, Boucheron.

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Abendkleid mit einem mit Blütenblättern bestickten Oberteil, in der Taille mit Strass besetzt, Pelzcape, Giambattista Valli. Ring « Hippocampe » aus Weissgold mit Aquamarin, grünem Saphir, violettem Saphir und Diamanten, Laurenz Baumer.

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Bouclé-Jacke mit Reissverschluss, Plisseerock aus Seidentüll und Stulpen-Stiefeletten aus Leder mit Lackspitze und Hut, alles Chanel. Ohrringe « Camélia Exquis » aus Weissgold mit Diamanten sowie Armband « Éventail » aus Weissgold mit Diamanten und schwarzen Diamanten, Chanel Joaillerie. Models Kristina S. @ Management Models und Isy Dupont @ Frimousse Haare Philippe Mensah Make-up Sergio Corvacho Assistenz Fotografie Leonardo Veloce Assistenz Styling Lola Tirand

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UPHILL  BEATS

Unter dem blauen Himmel und der strahlenden Sonne Brasiliens kommen die kräftigen Farben des Sommers naturgemäss besonders gut zur Geltung. Grün, Türkis, Rot, Pink und Gelb, aufwendige Stickereien und viel Metallic passen aber auch hierzulande in jede Kulisse. F o t o g r a f i e R I C A R D O A B R A H A O S t y l i n g F L E U R H U Y N H E VA N S

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Bedruckter Overall, Diane von F체rstenberg. Metallisch gl채nzende Bomberjacke und goldener G체rtel, beides Jean Paul Gaultier. Slingpumps, Rochas. Halskette, Chanel.

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Bauchfreies Top, Dries van Noten. Schmale Hose in Metallicgr端n, Jean Paul Gaultier. Schmuck-Tattoos aus echtem Gold, Gold Sin.

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Seidene Bluse, Rochas. Ă„rmelloses Kleid mit Cut-outs, Guy Laroche. LedergĂźrtel, Jean-Paul Gaultier.

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Paillettenbesetztes Top, Samtblazer mit goldenem Lederrevers und -manschetten und Lederrock, alles Hedi Slimane f端r Saint Laurent.

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Royalblaue Hose, Bluegirl. Paillettenbesetztes Top, Dries van Noten. G端rtel, Louis Vuitton.

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Zweifarbiges Kleid mit Cape, Maxime Simoens. Bestickter G端rtel, Dries van Noten. Rote Plateaupumps, Charlotte Olympia.

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Besticktes Top und Hose, Dries van Noten. Goldener G端rtel, Jean Paul Gaultier. Goldene Schn端rschuhe, Barbara Bui.

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Bedruckter Overall, Diane von F端rstenberg. Goldener G端rtel, Jean Paul Gaultier. Halskette, Chanel.

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Bedruckte ärmellose Bluse, Chanel. Stricktop, Maxime Simoens. Kleid mit Fransen aus Stoffröllchen, John Galliano. Schmuck-Tattoos aus echtem Gold, Gold Sin.

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Zweifarbiges Top, Versace. Zweifarbige Hose, Louis Vuitton.

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Goldenes Stricktop, Yohji Yamamoto. Bedruckter Pencilskirt, Dries van Noten. Bandana-Gürtel aus Leder, Jean Paul Gaultier. Pumps, Christian Louboutin. Halskette, Chanel. Model Daiane Sodré @ Storm Haare und Make-up Monique Caetano @ Bliss me Assistenz Fotografie Igor Marchesi Mit besonderem Dank an die Einwohner der Rocinha Gemeinde, die uns herzliche Gastfreundschaft gewährt haben.

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Weisses, asymmetrisches Kleid aus glänzendem Satin, Dior. Mit weissen Diamanten besetzte Kette « Tango » in Roségold, Pomellato. Schwarze SlingbackPumps aus Rips mit Kristallen und weissen Leder details, René Caovilla. Rote Handschuhe, Vintage.

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ROOFTOP Schwarz, Weiss und eine Prise Rot, getragen mit Leidenschaft und Stolz. F端r einen feurigen Start in eine neue Modesaison. F o t o g r a f i e M AT T E O B E R T O L I O S t y l i n g E M I LY L E E

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Ärmelloses schwarzes Seidentop mit weissen Ledernähten, Versace. Schwarzer Faltenrock aus Baumwollpopeline, Hermès. Roter Gürtel aus Lammnappa, Dior.

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Langes schwarzes Kleid mit OrchideenStickerei Fendi. Schwarze Pumps mit weissen Glanzlederdetails, Louis Vuitton.

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Schwarzweisses, zweiteiliges Kleid aus Seidenorganza, Chanel. SlingbackSandalen aus Canvas und Glanzleder, Jimmy Choo.

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Weisses, besticktes Viskosetop, Louis Vuitton. Ohrringe « Tango » in Roségold, mit weissen Diamanten besetzt, und Ringe « Passion » in Roségold mit synthetischen Rubinen, orangen und pinken Saphiren und Perlmutt, alles Pomellato.

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Doppelreihige weisse Leinenjacke, mit schwarzem Leder abgesetzt, Bally. Schwarze Shorts aus Georgette, Valentino. Schneeweisser Filzhut mit goldener Schleife, Borsalino. Schwarze LederHigh-Heels mit Knรถchelband, Roger Vivier. Roter Seidenschal, Vintage.

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Schwarzes Sweatshirt aus Baumwolljersey mit weissen Details an den Ă„rmeln, Bottega Veneta. Schwarzer Rock aus LaserCut-Duchesse, Versace. Schwarze Ledertasche, Prada. High-Heel-Sandalen in Gold und Schwarz, Giuseppe Zanotti Design. Haare Barbara Bertuzzi mit Bumble & Bumble Make-up Sara Casiraghi @ WM Management Model Kristina Salinovic @ Elite Model Assistenz Fotografie Karim el Maktasi Assistenz Styling Zuzanna Borowska und Jiyu Lee Post-Production Digital Discipline, Luca Effali Sprint Production Milano Danke an CityLife by Zaha Hadid und Havas PR Mailand

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M O – J D E

Die Designer haben sich diese Saison von traditioneller japanischer Kleidung inspirieren lassen. Kimonoschnitte, weite Hosen, Tatami-Einflüsse und typische Accessoires wie der « Obi » ( Kimonogürtel ) und Plateausandalen runden den eklektischen Stil ab. F o t o g r a f i e S T E F A N G I F T T H A L E R S t y l i n g M A R Z I A F O S S AT I

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Lange Jacke mit Front aus plissierter Seide und Tank-Top aus HightechNetzstoff, beides Gabriele Colangelo. Jeansrock, Bottega Veneta. Hose aus Nadel streifenDenim, Chanel. Plateausandalen aus Vinyl, Underground. Ring, Co.Ro.

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Strickpullover aus metallisierter Viskose, 채rmelloses Kleid aus Rippenstrick und weit ausgestellte Doubleface-Hose aus Viskose, alles Calvin Klein Collection. Kimonog체rtel, Surimono. Vinyl-Sandalen im traditionellen japanischen Stil, Antonio Marras.

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Seidenes Top, seidene Hose und Kette mit Messingglocke, alles CĂŠline. Geometrischer Metallring, Co.Ro.

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Baumwollkleid im Materialmix, Alexander McQueen. Bermudashorts aus Organza, Christiano Burani. Plateausandalen mit Samt und Bastdetails, Sportmax.

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Seidenes Top mit gewickelten Details und Seidenhose, beides Sportmax. Plaid, Vintage.

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Jacke und Rock im TatamiLook, Sportmax. Vinyltop, Comeforbreakfast.

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Leinenkleid und G端rtel aus Baumwolle, beides Marni. Espadrilles aus Stroh und Lack leder sowie Ohrringe aus Kunstharz mit Metall, beides Dior. Model Charlotte @ Why Not Make-up Giovanni Iovine, Rory Rice @ WM Management Assistenz Styling Alessandra Daqua Mit besonderem Dank an Sheraton Malpensa.

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« RICKY »   ON A STRING

Die It-Bag von Ralph Lauren hat einen urbaneren Touch erhalten und kommt in der Version mit Zugkordel sehr casual daher. R e a l i s a t i o n L O L A T I R A N D F o t o g r a f i e F L O R E N T TA N E T

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Die grosse « Ricky Drawstring » in der Luxusversion aus Alligatorleder mit hölzernem Schloss ( vorne ) und Kalbslederfütterung, Ralph Lauren. Linke Seite : Die « Ricky Drawstring » gibt es in drei Grössen und diversen Ausführungen. Die Mini-Version zum Beispiel in goldenem Pythonleder, die grosse in Glattleder und die mittlere ebenfalls in Glattleder ( von links ), Ralph Lauren.

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Die « Ricky Drawstring » in mittlerer Grösse aus Glattleder, Ralph Lauren. Rechte Seite : Die Mini-Modelle der « Ricky Drawstring » aus Pythonleder in verschiedenen Tönen, von metallic hin zu knalligen Farben, Ralph Lauren.

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BIJOUX

DIE KRAFTVOLLEN Sie kamen, wurden gesehen und siegten : kräftige Gliederketten, früher nannte man sie Panzerketten. Jetzt sind sie in neue Sphären aufgestiegen und sind gerne über und über mit Diamanten besetzt. R e a l i s a t i o n E M I LY M I N C H E L L A F o t o g r a f i e C H R I S T O P H E B O U Q U E T

Collier « Monete Antiche » aus Gelbgold mit Münze, Bulgari. Armband « Boucle Sellier Hermès » aus Roségold, Hermès.

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BIJOUX

Armband « Link », vollständig mit Diamanten im Brillantschliff besetzt, Harry Winston. Collier aus Schwarzgold mit weissen Diamanten, Kollektion « Chain Me », AS29.

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Armbanduhr « Reine de Naples » aus Edelstahl, Zifferblatt aus natürlichem Perlmutt, Automatikwerk, Breguet. Collier « Rock & Move Full Pavé » aus Weissgold mit Diamanten, Messika.

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Collier mit PantherMotiv aus Graugold mit Diamanten und Onyx, Augen aus Smaragden, Cartier. Collier ÂŤ Heritage Lion Âť aus Gelbgold mit runden Diamanten, Van Cleef & Arpels.

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Armband « Horsebit Light » aus Silber, Gucci. Collier « Première » aus Weissgold, mit Diamanten im Baguette- und Brillantschliff besetzt, mit Kettengliedern aus Onyx, Chanel Joaillerie.

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Armband « Charm » aus Gelbgold, Louis Vuitton. Armbanduhr « RM 07-01 Ladies » aus Rotgold, mit Diamanten besetzt, neues Panzerarmband aus Rotgold, mit Diamanten besetzt, skelettiertes Uhrwerk mit Automatikaufzug, Richard Mille. Gliederarmband aus Gelbgold, Kollektion « Tiffany T », Tiffany & Co.

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BEAUTY THEMA

« IT TOOK ME A  LONG TIME TO  REALIZE WE   ARE NOT MEANT  TO BE PERFECT ;  WE’RE MEANT TO  BE WHOLE. »  Jane Fonda

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SONNE FÜR DEN GUTEN TON Braun werden, ohne sich zu verbrennen, und geschützt sein von Kopf bis Fuss – Sonnenschutz verheisst optimale Hautqualität und starke Verführungskraft.

V o n C A R O L E P A U F I Q U E R e a l i s a t i o n VA L E S K A J A N S E N F o t o g r a f i e H A N N A H K H Y M Y C H S t y l i n g N O Ë M I E B E LT R A N

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BEAUTY Model Anaïs Pouliot @ Elite Hair-Styling Kayla Michele Make-up Christine Cherbonnier Assistenz Fotografie Mikael Fakhri Digital Operator Jérémy Pilain

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SONNENHAUT Wie bekommt man einen Teint, der aussieht wie von der Sonne geküsst, ohne dass man sich stundenlang den schädlichen UV-Strahlen aussetzen muss ? Zuallererst : Dunkle Haut Marke « sonnengegerbte Lederhandtasche » ist schon lange total out. Kein Vorglühen mehr auf der Sonnenbank, kein Braten mehr mittags um 12 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht. Subtile Tönung ist das Gebot der Stunde, eher ein Hauch von Frische. Das bekommt man mit viel Bewegung an der frischen Luft und indem man dabei das Gesicht vor direkter Sonneinstrahlung schützt, Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor benutzt, erst recht, wenn man sich in der Nähe von Wasser befindet. Und mit lauter kleinen Helfern der Kosmetikindustrie, die wie einige neue Sonnencremes schon einen Touch Selbstbräuner enthalten, oder Gesichtsöle, die einen leicht bräunenden und glänzenden Effekt haben. SONNENHAAR Für einen strahlenden Teint und subtil in der Sonne funkelnde Strähnen möchte man keine gesplissten, glanzlosen und strohigen Haare in Kauf nehmen, die nach den Ferien dringend repariert werden müssen. Denn dann ist es bereits zu spät ! Man sorgt vor, indem man sie vor der Abreise pflegt und stärkt. Laut Star-Coiffeur David Lucas « wird das Haar nie so schön sein, wenn es nicht vor äusseren Einflüssen geschützt wird. Vor der Abreise setzt man auf Pflegeprodukte auf Keratin-Basis und auf Öle ohne Silikon, um

FOTOS: ZVG

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es in der Tiefe zu nähren. Denn man darf nicht vergessen, dass diese unnachahmbaren Sonnenreflexe das Ergebnis einer Sensibilisierung sind, also von ausgetrocknetem Haar. Am Strand trägt man einen Waterproof-Haarschutz. Nicht verwenden sollte man Öle ohne Schutz, da die Haare sonst verbrennen. Und vor allem wäscht man sich die Haare nicht täglich. Eine Spülung und eine Pflege genügen, um die Haare zu entsalzen, ohne sie abzubeizen oder anzugreifen. » Mit diesem Schönheitsprogramm kann man Sonnenbäder geniessen, ohne mit dem Feuer zu spielen !

machen, ohne den Kopf oder das Becken zu bewegen, indem man nacheinander erst den linken, dann den rechten Ellenbogen beugt. 30 Mal. – Po formen : auf dem Rücken liegend Po anspannen und die Position 45 Sekunden lang halten, 5 Sekunden entspannen und wieder von vorne beginnen. 10 Mal. SINNLICHE BESCHAFFENHEIT  Ab sofort heisst es nicht mehr « sich bräunen », sondern « gute Laune machen ». Man bräunt sich und wärmt seinen Teint. Hinter dieser semantischen Nuance zeichnet sich eine neue, sinnliche und komplexfreie Herangehensweise an das Bräunen ab. Und auch wenn Schutzfaktor 50 die Saison unbestritten regiert, ergreift er dank Ultra-Glam-Formeln klar Partei für maximales Vergnügen. « Die Sonnencreme wird auf die Pflege abgestimmt, um die Haut wie nie zuvor zu verschönern und sie vor Austrocknung zu bewahren », analysiert Aurélie Tripet, wissenschaftliche Kommunikationsbeauftragte bei Vichy. Frauen sind der schwierig aufzutragenden, fettigen und glänzenden Cremes überdrüssig und wollen immer so schön sein wie am Strand. » Kluge Sonnenprodukte sind getönte BB-Sonnenschutzcremes ohne Alkohol, die Unvollkommenheiten unter dem unsichtbaren und feuchtigkeitsspendenden Sonnenschutz verschwinden lassen und nichts anderes erkennen lassen als samtig weiche Haut. Sie perfektionieren die Haut, stehen für Vergnügen und versprechen eine ideale Haut, ohne dass der Schutz dabei zu kurz kommt.

BEWEGUNG ! Fünf Tipps, mit denen Sie am Strand nicht nur rumhängen und sich ganz nebenbei von der Sonne streicheln lassen: – Oberschenkel straffen : bis zur Taille ins Wasser eintauchen, auf einem Fuss balancieren und sich vom Wasser schaukeln lassen. 30 Sekunden pro Bein. – Beine entwässern : im Wasser, Füsse auseinander, auf die Zehenspitzen stellen, Füsse wieder senken, ohne den Boden mit den Fersen zu berühren, dann wieder heben. 50 Mal. – Bizeps stärken : Füsse auseinander, Beine gebeugt, Schultern im Wasser, Handflächen zur Sonne, Ellenbogen an die Seiten gepresst, die Arme durchs Wasser zum Boden pressen, dann dreht man die Hände zum Himmel und zieht sie wieder an die Schultern. 20 Mal. – Taille formen: Schultern im Wasser, Füsse auseinander, Knie gebeugt, Hände vor sich horizontal verknotet. Kreisbewegungen

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1. Soll die Jugendlichkeit der Haut erhalten : « Super Soin Solaire Visage SPF 50+ » von Sisley, ( 40 ml ) CHF 165 2. Verhilft zu Porzellanhaut : « Urban Radiance SPF 50 » von Valmont, ( 30 ml ) CHF 245 3. Perfekt für Städter : « City Block Sheer SPF 25 » von Clinique, ( 40 ml ) CHF 35 4. Sorgt für eine schöne Bräune : « Crème Protectrice Sublimante SPF 50 » von Dior, ( 50 ml ) CHF 50 5. Ebnet den Teint und schützt dabei : « Soleil Bronzer BB-Crème SPF 50 » von Lancôme, ( 50 ml ), CHF 45 6. Besonders wasserfest und dabei pflegend ist die « Wet Force Sun Aging Protection Cream SPF 30 » von Shiseido, ( 50 ml ) CHF 50 7. Praktisch für unterwegs : der « Ultra Protection Stick Eye Lip Nose SPF 40 » von La Prairie, CHF 75 8. Ultraleichtes Spray, das mit Feuchtigkeit versorgt und dabei vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützt : « Idéal Soleil Bronze SPF 50+ » von Vichy, ( 200 ml ) CHF 35

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SCHÖNHEIT, MADE IN SWITZERLAND Als COO des Schweizer Kosmetik-Unternehmens Valmont Cosmetics hat Sophie Vann-Guillon ein ehrgeiziges Ziel : Sie will, dass alle Frauen sich wohl in ihrer Haut fühlen. Egal in welchem Alter. V o n VA L E S K A J A N S E N F o t o g r a f i e D E S I R É E G O O D

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ieses Jahr feiern die luxuriösen Pflegeprodukte von Valmont, für deren Entwicklung Sophie Vann-Guillon verantwortlich ist, ihr 30-jähriges Bestehen. Über 90 Artikel umfasst das Sortiment, und Vann-Guillon ist stolz darauf, an der Forschung dafür massgeblich beteiligt gewesen zu sein. Anti-AgingCremes, Feuchtigkeitspflege, aufhellende Produkte gegen Pigmentflecken, Haarpflegeund Körperpflegeprodukte unterstehen ihrer Obhut. Dazu gibt es unterschiedliche Pflegeprogramme für Gesichts- und Körper-Behandlungen in Instituten und Kosmetik-Studios, an deren konzeptioneller Gestaltung sie beteiligt war. Die gebürtige Vietnamesin ist ein echter Workaholic. Obwohl sie drei Kinder im Alter von 10, 15 und 18 Jahren hat, reist sie jede Woche um die ganze Welt, immer im Auftrag der Forschung. « Tatsächlich bin ich normalerweise nur ein bis zwei Tage pro Woche in meinem Schweizer Büro. » sagt Vann-Guillon. FUNDIERTE AUSBILDUNG Gelernt hat sie ihr Business in Paris, wohin ihre Eltern während des Vietnamkriegs auswanderten. « Ich bin meiner Mutter sehr ähnlich, sie hatte schon immer eine gute Intuition, sowohl im persönlichen Bereich als auch im beruflichen. In Paris wurde sie schnell zur erfolgreichen Geschäftsfrau, und sie war schon immer mein grosses Vorbild », erinnert sie sich. Nach ihrem Studium an der Pariser Wirtschaftsschule ECE und einem Abschluss als Internationaler

Betriebswirt und Marketing-Spezialist begann Vann-Guillon, bei Balmain Parfums Paris im Export zu arbeiten. Drei Jahre später wechselte sie in der gleichen Funktion zu Oscar de La Renta. 1992 fragte Yves Saint Laurent Beauté Schweiz bei ihr an, sie suchten nach einer neuen Marketing-Chefin. Sieben Jahre lang war sie für alle wirtschaftlichen Massnahmen und Entwicklungen des Unternehmens in der Schweiz verantwortlich. LEBENSPHILOSOPHIE FREUDE Als Teammitglieder ihres Mannes Didier Guillon, Präsident von Valmont Cosmetics, sie fragten, ob sie nicht Lust hätte, das Führungsteam in der Koordination und Administration zu unterstützen, zögerte sie nicht lange : « Mein Mann hatte wunderbare Ideen, es fehlte einfach an der Umsetzung und Ordnung seiner Visionen. » Seit 15 Jahren lebt Vann-Guillon nun ihre eigene ValmontLebensphilosophie : « Die Freude am Leben und an der Arbeit muss eins sein. Beides sollte Leidenschaft sein und niemals Mühe. » Valmont-Artikel gehören zu den exklusivsten und luxuriösesten Kosmetikprodukten weltweit, und dass sie Luxus liebt, gibt Vann-Guillon unumwunden zu : « Ich stehe auf alles, was glitzert und glänzt ! Nicht nur deshalb gibt es auch eine exklusive Uhrenlinie des Schweizer Uhrendesigners Rodolphe mit jeder Menge Diamanten-‹Bling› im Unternehmen. Unverkäuflich, dafür als Geschenk für verdiente Mitarbeiter und gute Kunden. »

 M ADE IN SWITZERLAND  Den Schweizer Markt sieht Vann-Guillon kritisch. Als COO ( Chief Operating Officer ) eines Kosmetikproduzenten, der sich «Swissness » auf die Fahne schreibt, einen eigenen alpinen Pflanzengarten in der Schweiz für die Rohstoffgewinnung unterhält und reines Schweizer Gletscherwasser in seinen Produkten verarbeitet, würde sie sich ein stärkeres nationales Bewusstsein wünschen : « Ich wundere mich immer, wenn ich in der Schweiz unterwegs bin, wie viele ausländische Restaurants und Geschäfte überall zu sehen sind, und vor allem, wie gut sie besucht sind. Es ist bedauerlich, dass die Schweizer nicht stärker auf ihre eigenen Produkte fokussieren. Im Ausland ist « Made in Switzerland » eines der höchsten Gütesiegel. Für mich fehlt in der Schweiz dieses nationale Qualitätsbewusstsein. » Tatsächlich verzeichnet weltweit gesehen Asien den grössten Umsatz bei Valmont, gefolgt von Frankreich und Nordamerika. Erst an vierter Stelle kommt die Schweiz. Auch bei der Frage nach dem Stand der Emanzipation in der Schweiz ist VannGuillon skeptisch : « Vor einigen Jahren wurde ich in einem Interview hier gefragt, wie ich meinen Job denn als Mutter von drei Kindern überhaupt ausführen könne. Ein 100-Prozent-Job wäre ja wohl schlicht nicht möglich. In jedem anderen zivilisierten Land ist dies aber keiner Frage wert. Das fand ich damals erschreckend. Langsam verändert sich die Gleichberechtigung von Mann und Frau hier in der Schweiz …sehr langsam. » www.evalmont.com

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BEAUTY-CONFIDENTIAL

PRISCA COURTIN Seit einem Jahr wirkt sie als strategische Projektleiterin und Leiterin des Spa-Bereichs im Familienbetrieb Clarins mit. Nun hat die 28-jährige Geschäftsfrau L’OFFICIEL in ihr Badezimmer eingeladen. Von M A RION REN A RD Fo togra fie YOUNG-A H K IM

Eine Familiengeschichte : Prisca Courtin trägt ein Kleid von Mugler, dem Modehaus, in dem ihre Cousine Virginie Courtin die Kollektion leitet.

L’OFFICIEL : Sie haben 2010 eine Nagelstudiokette gegründet. War  das Ihr erster Vorstoss in den Beauty-Markt ?  PRISCA COURTIN : Ja, das war sogar, abgesehen von meinen Bühnenauftritten, mein erster Job nach meinem Master in Unternehmensführung in London. Zu dieser Zeit waren Nagelstudios noch nicht so weit verbreitet wie heute. Ich eröffnete drei Studios, und es hat dreieinhalb Jahre gedauert. Und ist es jetzt für Sie selbstverständlich, in das Familienunternehmen einzusteigen ?  Das ist einer der Gründe, warum ich die Nagelstudios aufgegeben habe. Ich war bereits Mitglied des Verwaltungsrats, hatte dann aber Lust, konkreter mitzuarbeiten, anstatt nur einmal im Monat an einer Versammlung teilzunehmen, an der nur über Zahlen gesprochen wird. Ich wollte meinen Teil zum Ganzen beitragen und meine junge Sichtweise einbringen. Meine Aufgabe besteht nun darin, Spas in der ganzen Welt zu entwickeln. Zudem arbeite ich im Retail mit, insbesondere beim Aufbau von Clarins. Welche ist Ihre Lieblingspflegeanwendung ?  Die Behandlung « Au-delà de l’Eau » im Hotel Molitor ist ein fantastisches Sinneserlebnis. Sie verwenden die Marke My Blend, die mein Vater entwickelt hat und um die ich mich im Moment kümmere. Mit ihr kann man seine persönliche, auf den eigenen Lifestyle abgestimmte Creme zusammenstellen. Was war der beste Ratschlag, den Ihnen Ihr Grossvater, Jacques  Courtin, der Gründer von Clarins, je gegeben hat ?  Da gibt es mehrere … « Der grösste Konkurrent ist kaltes Wasser », es strafft die Haut und lässt sie jung aussehen. « Eine Creme niemals in die Haut einreiben », da man dabei am Gewebe zerrt. Man muss sie leicht einklopfen, auch beim Abschminken, damit Verunreinigungen gelöst und durch den Saugeffekt entfernt werden können. « Regelmässige Peelings », einmal pro Woche, damit die Zellen sich erneuern können und zudem dafür gesorgt wird, dass die Haut Wirkstoffe besser aufnehmen kann. Ihr tägliches Pflegeprogramm ?  Ich reinige das Gesicht morgens und abends mit dem Reinigungsgel und dem Gesichtswasser mit Kamille, bevor ich ein Pflegeprodukt für die Augenpartie auftrage. Anschliessend verwende ich das « Double Serum » oder das neue « Mission Perfection » gegen Pigmentstörungen, das « Multi-Active Gelée », als Fluid oder als Creme, je nach Zustand meiner Haut, oder die Feuchtigkeits-Creme im Sommer oder beim Skifahren. Und Ihr Make-up ?  Ich verwende die « BB Cream 0 », den « Concealer 02 », das CremeRouge « Multi-Blush Rosewood 04 » und den mineralischen

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BEAUTY Kompaktpuder « Ever Matte 02 » von Clarins, den ich mit einem Pinsel mit weissen Borsten von M.A.C oder einem Kabuki-Pinsel in Neonblau und Weiss auftrage, den ich bei Topshop kaufe. Das verhindert, dass Pinselhaare im Gesicht hängenbleiben. Anschliessend trage ich eine Make-up-Basis für glatte Augenlider auf und verwende tagsüber den Mascara « Be Long », da er die Wimpern schön trennt und kräftigt, sowie abends den « Wonder Volume » mit dem Eyeliner « 3-Dot ». Für den Mund nehme ich das Lippenöl « Éclat Minute Raspberry », den Lippenstift « Tropical Pink » von Clarins oder den Lippenkonturenstift « Velvet Matte Dragon Girl » von Nars. Ihr Lieblingsnagellack ?  Gut deckende, natürliche Farben in Perlmutt-Tönen, zum Beispiel « Step Right Up » von OPI, aber auch Rottöne wie « Russian Roulette » von Essie oder « Rouge Flore » von Kure Bazaar oder auch einen dunkleren Ton wie « Luxedo ». Ich gehe zweimal in der Woche zur Maniküre ins Institut Deborah Care unterhalb meines Büros in der Avenue du Roule in Neuilly. Welche drei Produkte haben Sie immer in Ihrer Handtasche ?  Die Handcreme « Jeunesse des Mains », den Lippenbalsam « Baume Réparateur » und meinen Mascara. Was fehlt bei Clarins noch ?  Der matte Lippenstift. Und die Nagellacke, von denen ich hoffe, dass es sie bald wieder geben wird … Ihr Parfüm ?  Tagsüber verwende ich abwechselnd « Cologne » von Thierry Mugler, « Petite Chérie » von Annick Goutal, « Portrait of a Lady » von Frédéric Malle und « Grass » von Philosophy. Am Abend trage ich « Alien » von Thierry Mugler. Wie sieht Ihr Pflegeprogramm für die Haare aus ?  Manchmal lasse ich über Nacht ein Öl mit Extrakten aus der blauen Orchidee auf der Kopfhaut und in den Haarspitzen einwirken. Oder ich verwende die Maske mit Jasmin und Seidenserum von Leonor Greyl, der Schwester meiner Grossmutter. Und wenn ich nicht viel Zeit habe, nehme ich das Trockenshampoo von Klorane oder « Dry Bar », ein Produkt der Dry-Bar-Kette aus New York, das ich gerade erst entdeckt habe … Vor Kurzem habe ich meine Haare bei Suite Bleue aufhellen lassen, sonst gehe ich zu Emma Coiffure neben meinem Büro und lasse sie in Form föhnen. Das Geheimnis Ihrer schlanken Linie ?  Was die Ernährung angeht : Ich esse viel Gemüse und sehr wenig Fleisch. Und ich mache zweimal in der Woche Pilates bei Keana Pilates, unterhalb meiner Wohnung, und habe meinen Coach im Royal Monceau, der jede Woche ganz furchtbare Boot-Camp-Übungen mit mir macht ! Zum Glück kommt seit sechs Monaten mein Freund mit, der mich motiviert. Und wenn ich früh zu Bett gegangen bin, gehen wir am Sonntag im Jardin des Tuileries joggen. Ihr Detox-Programm ?  Ich mache von Zeit zu Zeit eine Saftkur von Detox Delight. Es fällt mir aber nicht immer leicht, sie durchzustehen. Und ich trinke Tees aus der Herboristerie du Palais Royal. Welches Schönheitsprodukt teilen Sie sich mit Ihrem Liebsten ?  Den Selbstbräuner « Addition » von Clarins, der wirkt im Schlaf, und wir wachen gebräunt und gut gelaunt auf. Ihre Projekte ?  Ein Clarins-Kosmetikautomat, der Beauty Automate, den es bereits in der Lounge von Air France in New York gibt. Demnächst kommen noch zwei in Roissy, einer in Heathrow und einer im Hotel Molitor hinzu. Und wer weiss, vielleicht gibt es ihn ja eines Tages auch an Bahnhöfen… JUNI 2015

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GET THE LOOK Sanft in Pastell oder knallig in Pink oder Rot ? Diesen Sommer ist alles im Trend. Es darf nach eigener Vorliebe lackiert werden. Die Zehennägel passend zu den Sandalen und die Fingernägel in den Tönen des Outfits oder umgekehrt. Die Regel, dass der Lippenstift immer zur Farbe des Nagellacks passen muss, gilt schon längst nicht mehr. V o n VA L E S K A J A N S E N Fotografie DOUGL AS MANDRY 1.

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1. Intensives Fuchsiapink : « Le Vernis Désirio » von Chanel, CHF 35 2. Reinweiss : der Nagellack « Clean » von Kure Bazaar, CHF 20 3. Klassisches Rot : « Vernis 999 » von Dior, CHF 35 4. Sündig : La Laque Couture « N° 63 Rouge Wet » von Yves Saint Laurent, CHF 35 5. / 8. Zarte Rosétöne : Nagellacke aus der « Sand Collection » von Bobbi Brown, CHF 30 6. Fruchtig : « Pineapples Have Peelings Too » von OPI, CHF 25 7. Frisches Pastellgrün : « Doll Me Up » von M.A.C, CHF 15

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MASSNAHMEN FÜR DAS WOHLBEFINDEN

Für einen fitten Körper vor Sommerbeginn verraten uns zwei Fachleute ihre Devise : lernen, besser zu leben und glücklich zu sein. Von M A RION REN A RD

MARTINE DE RICHEVILLE Die Priesterin der tiefgreifenden Umgestaltung « Remodelage technique », des Gewichtsverlusts und der Massage, die weh tut ( aber trotzdem auch gut ), liefert uns fünf Tipps, um vor dem Sommer die Haut zu verschönern und den Körper zu formen. 1. Oxidation vermeiden und Flecken verhindern : unter der Dusche die Haut mit einem Acrylhandschuh oder einem Luffa-Schwamm und Seife abreiben, wodurch tote Haut ganz ohne Peeling beseitigt wird. Die Haut nimmt so die Pflegeprodukte besser auf. Überdies wird der Lymph- und Blutkreislauf stimuliert und vermieden, dass sich Cellulite bildet. 2. Zu jedem Jahreszeitenwechsel eine Detox-Kur machen : In der chinesischen Medizin entspricht jede Jahreszeit einem Organ ( Frühling = Leber ). Die Detox-Kur stimuliert und belebt das beanspruchte Energiesystem. Toxine, die sich durch Stress, schlechte Ernährung und zuweilen Schlafmangel angesammelt haben, werden ausgeschieden. Ziel ist es, die Leber zu entwässern und den Magen und Verdauungstrakt zu entlasten. Nach mehreren Tagen gewinnt man Energie ! Und indem man den Körper reinigt, reinigt man den Geist, man entgiftet sich. 3. Sich ausgewogen ernähren, aber gleichzeitig wissen, wie man sich ohne Schuldgefühle eine Freude macht : Wenn man Schuldgefühle hat, dann, weil man zu kalorienreich, zu fett, zu schwer isst ! Essen soll keine Ersatz- oder Füllhandlung sein. Vergnügen bedeutet, die Qualität eines Produkts zu geniessen, zu backen, sich einen Besuch in einem guten Restaurant zu gönnen. Die Qualität sollte Vorrang vor der Quantität haben. Man kann sich ein gehaltvolles Abendessen gönnen und am nächsten Morgen einen Saft aus Ingwer, Karotte, Spinat oder Sellerie, zerstossenen Leinsamen oder Mandeln und Zitronensaft mixen.

FOTOS: ZVG

4. Regelmässig eine Sportart ausüben, die man gerne macht : ein gutes Mittel, den Kopf durchzulüften. Dazu täglich eine kurze Yoga-Session. Was man überall tun kann : Atemübungen im Sitzen, Schultern entspannen, sich gerade halten, dabei tiefe Atemzüge machen. Das lockert den Bauch- und Brustbereich und befreit von Stress.

ÉLODIE CAVALIER Wellness- und Detox-Coach Élodie Cavalier ist die Begründerin des Konzepts « Just a Better Me » und der Detoxologie-Methode, bei der das Wohlgefühl von Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind. Für sie ist Detox keine Kur, sondern eine Lebensart und ein Geisteszustand. Eine Erklärung in sieben Punkten : 1. SAUERSTOFF 

Zurück zum Wesentlichen. Tief atmen, Produkte essen, die Chlorophyll enthalten ( Spinat, Kohl, Federkohl etc. ). Und den Geist durch ( intellektuelle und kulinarische ) Neugier frisch halten.

4. VITAMIN C 

Sollte eine wichtige Rolle spielen, da es die Problemzonen und Cellulite bekämpft.

5. ENTWÄSSERN

2. LEBENSMITTEL

Auf natürlich entwässernde Lebensmittel wie Spargel, Gurke, Sellerie setzen.

3. NATUR 

Einen Tag pro Woche eine Kur machen, die im Wesentlichen aus Früchten und Gemüsen besteht.

Den Bereich des Möglichen nutzen. Nein zur Mono-Diät, stattdessen Vielfalt wählen.

Veränderte Nahrungsmittel meiden. Nah am Ursprünglichen bleiben, indem man Bio- und unveränderten Produkten ohne Zuckerzusatz den Vorzug gibt. Eigene Rituale ändern, z. B. einen Kuchen durch einen Bio-Zimt- oder -Fencheltee ersetzen.

6. KUR

7. POSITIVITÄT

Ein Leitmotiv. Freude haben, niemals Frust. www.justabetterme.com

5. Den eigenen Körper positiv betrachten: Jede Frau hat ihre Unvollkommenheiten, aber man muss wissen, wie man das Gute hervorhebt, und darf sich nicht nur auf das konzentrieren, was man am wenigsten mag ! Am Aussehen arbeiten und lächeln – und man fängt an zu strahlen und gewinnt Selbstvertrauen.

GRÜN Die Lieblingskur von Gwyneth Paltrow. Der « Super Green Delight » von Detox Delight ( Foto ) zu 100 % flüssig und besteht aus sechs grünen Bio-Gemüse-Säften, grünem Apfel, Zitrone, Kokoswasser, dazu Chlorella und Gerste. Als Kur drei Tage oder länger einnehmen, immer in der angegebenen Reihenfolge. Bootet den Organismus neu.

www.martinedericheville.com

www.detox-delight.ch

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BEAUTY Lippenstift «Rouge d‘Armani 100», CHF 55, Foundation «Maestro Sun – Fluid Sheer 14», CHF 75, Lidschatten «Eye Tint 04 Emeraude», CHF 50, Bronzepuder «Maestro Sun – Maestro Bronzer 90», CHF 100, alles von Armani.

Diesen Sommer setzen die Make-upDesigner auf Naturfarben. Bronzer für den sonnengeküssten Teint, Rot- und Pinktöne auf den Lippen und Highlights in schimmerndem Rosé auf den Wangenknochen. V o n VA L E S K A J A N S E N F o t o g r a f i e M A R C B E A U S S A R T

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( Von oben nach unten und links nach rechts : ) Puder « Terracotta Joli Teint 01 », CHF 66, Bronzepuder « Terracotta Poudre Bronzant 03 », CHF 70, Lidschatten « Écrin 1 Couleur Fard à Paupières 02 », CHF 50, Mascara « Cils d’enfer So Volume 01 », CHF 45, alles von Guerlain.

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BEAUTY Lidschattenpalette «5 Couleurs Palette Regard Couture 646», CHF 85, Nagellack «Vernis à ongles Rouge 999», CHF 35, Lippenstift «Addict Extreme Couleur Éclat 551», CHF 45, Foundation «Nude Air Sérum de Teint Ultra-Fluid», CHF 75, alles von Dior.

( Von oben nach unten und links nach rechts : ) Lippenstift « Phyto Lip-Twister Pinky », CHF 45, Bronzepuder « Phyto-touche Illusion d’Été », CHF 100, Highlighterpuder « L’Orchidée Rose », CHF 95, Lidschattenpalette « Phyto 4 ombres No. 1 Dream », CHF 90, Foundation « Phyto-Teint Expert », CHF 120, alles von Sisley.

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BEAUTY ( Von oben nach unten und links nach rechts : ) Lippenstift « L’Etoffe du Mat », CHF 100, Serge Lutens. Foundation « Sheer and Perfect Compact SPF 15 », CHF 70, Shiseido. Concealerpalette « Une Bonne Correction », CHF 200, Serge Lutens. Blush « Panic Dual-Intensity-Blush Or », CHF 65, Foundation « All Day Luminous Weightless Foundation », CHF 70, beides Nars.

( Von oben nach unten und links nach rechts : ) Mascara « Volume Effet Faux Cils », CHF 50, Lidschattenpalette « Palette Ombres de Jour 5 Couleurs Prêt-à-Porter », CHF 90, Concealer « Touche Éclat », CHF 55, Lipgloss « Volupté Tint-in-Oil 2 Oh My Gold », CHF 45, alles von Yves Saint Laurent.

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BEAUTY ( Von oben nach unten und links nach rechts : ) Palette « Ô oui ! Bridal Look 2015 – Hypnôse Palette D010 Bouquet de Roses », CHF 80, Foundation « Miracle Cushion 02 », CHF 60, Mascara « Grandiôse », CHF 45, Lippenstift « Shine Lover 314 Spontanée », CHF 40, alles von Lancôme.

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DIE EKSTASE EINER MUSE

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Laetitia Casta ist Muse und Werbeträgerin für das Parfum « L’Extase » von Nina Ricci, dem von Francis Kurkdjian kreierten blumigorientalischen Moschusduft, der dazu einlädt, den Moment zu geniessen. Beim Tee verrät sie uns ihre Beauty-Geheimnisse. Von M A RION REN A RD Fo togra fie DUSA N REL JIN

MEINE ROLLE ALS MUSE « Nina Ricci war schon in meiner Kindheit sehr präsent. Meine Grossmutter trug ihr Leben lang L’Air du Temps. Ich habe mir das Flakon mit den Vögeln oft angeschaut. Für mich roch der Duft immer sehr weiblich, stark nach Puder … An L’Extase gefällt mir die Vorstellung, dass wir als Frauen unserem Verlangen folgen. Nicht in Bezug auf die Erotik, sondern im Sinn einer Frau von heute, die sich ihre Freiheit nimmt. Sie muss ihre Fantasie nicht mal unbedingt ausleben oder verwirklichen, sondern sie nur empfinden. Das finde ich eine schöne und subtile Vorstellung. » 136

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MEIN PARFÜM « L’Extase ist ein sehr süsses, sehr üppiges, eigentlich sehr geniesserisches und auch weibliches Parfüm. Ein starkes Statement ! Ich persönlich liebe den Duft der Kindheit, der Natur, des Waldes, den Geruch von Feuchtigkeit, gemähtem Gras und Regen auf der Erde. Und auch die Macchia, die Sonne, den Fluss, das Unsterbliche … Ich mag es nicht, wenn etwas zu glatt ist. Ich bevorzuge die Tiefe, ein Parfüm, das zum Nachdenken anregt, das mich auf eine Reise entführt und mir eine Geschichte erzählt. »


BEAUTY MEINE DÜFTE « Ich bin ein grosser Fan von Duftkerzen. Ich stelle sie überall auf. Meine Kinder gehen dann immer hinter mir her und blasen alle wieder aus. So geht das immer weiter : Ich zünde sie an, sie löschen sie aus. Ich mag alles, was nach Holz duftet, eine pfeffrige Note hat, den Weihrauch in der Kirche … Meistens verwende ich Kerzen von Cire Trudon. » MEIN PFLEGEPROGRAMM « Ich reinige mein Gesicht mit einem sanften Make-up-Entferner. Meinen Körper pflege ich vor allem mit Ölen, sogar mit Olivenöl ! » MEIN HAUT-GURU « Hervé Herau. Er hat eine ganz sanfte und besondere Weise, mit den Händen zu massieren. Ausserdem sind alle seine Behandlungen sehr natürlich. » MEIN MAKE-UP « Ich schminke mich nur wenig. Die Augenringe stören mich nicht, sie erzählen eine Geschichte. Für die Augenpartie verwende ich ein bisschen Mascara und blauen Kajal in den Augenwinkeln. Ich betone den Innenwinkel der Augen und die Augenbrauen, um meinen Blick hervorzuheben, sonst nichts. Ausser manchmal ein bisschen Lippenstift, den ich mit dem Finger auftrage, damit er etwas weicher und nicht exakt nachgezeichnet aussieht. » MEINE NAGELLACKE « Heute trage ich einen Himbeerton auf den Zehennägeln. Meine Fingernägel sind nur poliert. Ich bin Fan von leuchtenden, manchmal sogar fluoreszierenden Farben, muss aber gestehen, dass Rot immer noch mein Liebling ist. Im Sommer trage ich auch Himmelblau und Weiss auf den Zehen. » EIN BEAUTY-FAUXPAS « Der Wet-Look für die Haare. Da glaubt man sofort, Sie hätten fettige Haare ! Der Wet-Look ist nur passend, wenn man gerade aus der Dusche steigt, danach nicht mehr. Mit trockenen Spitzen und einem feuchten Haaransatz sieht man aus wie ein nasser Hund – nicht gerade vorteilhaft. » MEINE HAARE « Ich gehe nicht gerne zum Coiffeur. Aber ich verändere mich gerne, das ist der Vorteil an meinem Beruf. Deshalb liebe ich Stéphane Lancien, aber auch andere Hairstylisten. Wenn der Stylist Sie gut kennt, wählt er etwas Sicheres, einen Schnitt, der den Look nicht in Frage stellt … » MEIN HAARFARBEN-EXPERTE « Christophe-Nicolas Biot. Die Farben, Pflegen und Massageprodukte in seinem interessanten Salon sind alle auf Pflanzenbasis hergestellt. Er rettet vielen Schauspielerinnen die Haare, wenn diese durch das viele Färben Schaden genommen haben. » MEIN SPORT « Ich habe oft das Bedürfnis, Sport zu machen. Meistens, weil ich mich von etwas befreien will. Schwimmen gibt mir das Gefühl, alles loslassen zu können. Genauso wie das Joggen. Aber bei einem Leben wie meinem kann ich ehrlich gesagt nicht regelmässig Sport treiben.» MEINE DIÄT «Ich schränke mich nicht ein. Eben habe ich eine Schokoladenmousse gegessen ! Ich achte mehr oder weniger darauf, was ich esse, aber ohne zu übertreiben. Natürlich esse ich nicht jeden Tag Sauerkraut, aber ich gönne mir auch mal etwas. Denn ich finde : Genuss gehört zum Leben. Und bezüglich der Schwangerschaftskilos: Die Schwangerschaft dauert neun Monate, und es dauert auch neun Monate, die Schwangerschaftskilos wieder loszuwerden. Das wurde mir so gesagt, und das sage ich auch weiter ! »

MEIN DETOX-PROGRAMM « Morgens und abends etwas Zitronensaft in heissem Wasser. Ich habe auch schon Saftkuren ausprobiert, aber ich fühlte mich einfach nur müde, und mein Atem roch ganz sonderbar. Da ziehe ich hausgemachte Milchshakes mit Früchten vor. Ich suche übrigens immer nach neuen Rezepten. Einmal habe ich Kopfsalat und anderes grünes Zeug reingemischt, das schmeckte fürchterlich. Ich konnte das nicht trinken, sonst hätte ich mich erbrechen müssen. Wahrscheinlich habe ich nicht den richtigen Kohl verwendet ( Grünkohl, A. d. R. ). » MEIN MITTEL GEGEN JETLAG « Wieso nicht ein Glas Wein vor dem Schlafengehen ? Das Wichtigste ist, im Flugzeug nicht zu viel zu essen, viel Wasser zu trinken und nicht auf die Uhr zu schauen. Aber ich habe das Glück, dass ich überall schlafen kann, und Powernaps von 15 Minuten reichen mir, um mich zu erholen. » MEINE PROJEKTE « Der Fernsehfilm Arletty vom Regisseur Arnaud Sélignac wird demnächst auf France 2 ausgestrahlt. Der Film Des Apaches von Nassim Amaouche kommt im Juni ins Kino. Ausserdem schreibe ich gerade mein erstes Drehbuch … »

MEINE BEAUTY-ESSENTIALS FÜR DIE HAUT Die Melograno-Bodylotion und -Badesalze von Santa Maria Novella.

BEIM MAKE-UP  Der Lippenstift Laetitia’s Pure Red aus der Collection Exclusive von Color Riche, der rote Nagellack Pin Up 401 von L’Oréal Paris und der feuchtigkeitsspendende Lippenbalsam von Lucas’ Papaw.

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IN SEINER HAUT Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums von Stretchleder gibt sich sein Erfinder Jean-Claude Jitrois amüsiert und geniesst mit 71 eine neue grosse Liebe ! Von PATRICK CABASSET

«W

enn ich mein Leben noch einmal leben müsste, würde ich es sofort und auf dieselbe Weise nochmals tun », gibt Jean-Claude Jitrois von sich, der in seinem Pariser Büro gegenüber der Kirche Saint-Roch sitzt, ein Glas Champag ner in der Hand. An der Wand neben ihm eine hyperfarbige Leinwand des Spraykünstlers JonOne, die er schon auf einer Jacke reproduziert hat. Zu seinen Füssen und auf seinem Schreibtisch alle People-Zeitschriften der Erde. Obschon die Stars für ihn ein hervorragendes Gesprächsthema sind, mangelt es ihm weder an Kultur noch an Stichworten zu jeglichem anderen Thema. Und er spricht darüber wenn möglich gleichzeitig ! Er ist gerade aus den Ferien mit seinem neuen Partner zurückgekehrt, einem jungen Schauspieler und Regisseur, von dem er umgehend sagt, dass er sehr verliebt in ihn sei. « Die Tragödie des Alters ist nicht, dass man alt wird, sondern dass man jung bleibt», erklärt er, Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Grey zitierend … VON DER MEDIZIN ZUR MODE Der 1944 in Narbonne geborene Sohn eines Luftwaffenoffiziers wächst in Aix-en-Provence auf, dann auf Wunsch seines Vaters in 138

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FOTOS: ZVG; LOUIS TERAN

LA VIE Algerien. Mit 18 studiert er Psychomotorik in Paris am Hôpital de la Salpêtrière. Kinder sind damals sein Studienbereich. Im Laufe der Therapien setzt er für Rollenspiele Verkleidungen ein, um ihre Persönlichkeit zu stärken. Der Schritt zur Mode ist nicht weit ... Auf sein Thema konzentriert, schreibt er 1972 ein Werk zur Psychomotorik unter seinem echten Namen Jean-Claude Coste. 1975 folgt Corps et Graphie, 1976 La Relaxation Psycho-Syntonique beim Verlag Éditions Universitaires. Doch weit mehr noch als im Spital offenbart er sich in der Mode, als er sein erstes Ledergeschäft in Nizza eröffnet. Sein Markenname wird Jitrois. Ein Pseudonym, das aus der Klassifizierung der Rationierungen der Nachkriegszeit stammt. J3 bezeichnete damals Jugendliche zwischen 13 und 21, seine ursprüngliche Zielgruppe. Er kommt in Kontakt mit Künstlern der Schule von Nizza : Ben, César oder Niki de Saint Phalle. « Ihre Farben haben mich beeinflusst », sagt er. « Dass man dem Leder Farbe gibt, das kommt von ihr. Die damals nie zuvor gesehenen Lederfarben haben es mir ermöglicht, in den Vereinigten Staaten mit dem Verkauf zu beginnen. » Nizza, das « Licht des Südens », war jedoch nicht der einzige Einfluss zu Beginn : Die Kundschaft seiner Geschäfte in Nizza, Juan-les-Pins und später Saint-Tropez ist ihm ebenfalls eine Hilfe. Allen voran sind Caroline und Stéphanie von Monaco bald für seinen Ruf verantwortlich. Erst 1983 eröffnet er in Paris in der Rue du Faubourg Saint-Honoré sein erstes Geschäft. Als unermüdliches Arbeitstier leitet er es selbst und knüpft wertvolle Kontakte zu seinen Kunden. Hinter seinem funkelnden Blick und seinem Sinn für Humor verbirgt sich ein angeborener Sinn für die Psychologie, der ihm jederzeit dienlich ist. Er entwickelt sich dauernd weiter und liebt die Modernität, die Neuheit, setzt sich für jedes neue Projekt wie für jede neue Liebe aufrichtig ein. Besser noch : Er versteht es, seine Lieben um sich zu scharen ... Jean-Claude, der zweimal verheiratet war, stellt kurz einen seiner Ex-Gatten vor, der sich um die Buchhaltung kümmert. Gilbert Maria, seit Anbeginn seine rechte Hand, wurde Generaldirektor des Unternehmens. Yann Patry ist dessen Marketingdirektor. Alexis Pene, Designer, zeigt ihm während unseres Treffens Muster von Lederstickereien. Lange vor der eingetragenen Partnerschaft und dem Heiratsrecht für alle hat es Jean-Claude Jitrois verstanden, seinen vergangenen Lieben beispielhaft treu zu bleiben. Um ihn herum besteht seine erweiterte Familie ohne Zweifel aus jenen, die ihn aus einigen schwierigen Situationen gerettet haben und es ihm ermöglicht haben, aus seinem Label eine unabhängige Marke zu machen. UND AUS LEDER WURDE STRETCH Um wieder auf sein Lieblingsprodukt zurückzukommen, erinnert er an die

affektive und emotionale Aufladung, die dem Leder eigen ist. Wobei diese jedoch für ihn wie auch für seine Kunden weit entfernt ist vom Fetisch-Aspekt des Materials. Das ist zweifellos der Grund, weshalb er nach dessen Färbung keine Angst hatte, es 1995 von seiner Steifheit und Dicke zu befreien. In jenem Jahr entwickelt er mit einer Weissgerberei aus dem französischen Departement Tarn das erste Stretchleder. Er bemerkt sofort den Vorteil seiner Geschmeidigkeit, seiner Sinnlichkeit und seiner Bequemlichkeit. Bald folgen Lamm-Velours-Stretch und Python-Stretch sowie heute eine vollständig dehnbare Krokodilhaut, die er schliesslich bearbeiten kann. Das Verfahren ist so einfach wie raffiniert. Nach der Gerbung muss zuerst die Dicke der Haut reduziert und das Material dann auf Jersey geklebt werden. « Dieses Verfahren des Verklebens zweier Materialien ist nicht neu, es existiert seit dem 17. Jahrhundert. Aber mit Leder, das so stark und fragil zugleich ist, ist das eine andere Sache. » Indem er eine neue Silhouette, einen neuen Körperkontakt mit seinen Kunden ersinnt, schmückt er sie mit einer zweiten Haut, die so anziehend wie ausziehend wirkt. DER MODESCHÖPFER UND SEINE MUSEN Mit seinem Sinn für Modernität hat er zahlreiche Stars angezogen. « Ich kleide die jungen Künstler zu Beginn ihrer Berühmtheit ein. Dies war der Fall bei Léa Seydoux, aber auch bei Lady Gaga ab 2009, bei Lily Allen oder bei Miley Cyrus heute. Ich mag es, wie Miley Leder trägt. Sie ist extrem und zögert nicht einmal, sich auszuziehen. Und damit

Linke Seite : Jean-Claude Jitrois, fotografiert von Louis Teran. Modell-Leder-Kollektion Frühling/Sommer 2015, Jean-Claude Jitrois.

ihren Körper, ihre eigene Haut zu entblössen ... Ich setze auch gerne Bühnen- oder Kinokostüme um. Meine Marke ist letztlich wie ich : Sie fordert Freiheit für jeden. » Seine neue Muse heisst Pauline Lefèvre. Die Moderatorin und Schauspielerin begleitet ihn häufig und zeigt dabei seine neuesten Looks. Dank rund 80 Verkaufsstellen läuft er seinen Kunden nun auf der ganzen Welt über den Weg. Von Peking, wo er vor zwei Jahren sein Geschäft eröffnete, über Hongkong, wo er seit vergangenem November präsent ist, bis nach New York, wo er im Februar ein weiteres Geschäft eingeweiht hat. Im Laufe dieses Jahres will er sein Aushängeschild dank einem neuen, vom Designer Christophe Pillet erdachten Ladenkonzept auch in Macao, Shanghai und Las Vegas erstrahlen lassen. « Worauf mein Erfolg zurückzuführen ist ? », schliesst er. « Sicherlich auf die Tatsache, dass ich das Leben und die Menschen liebe!» www.jitrois.com

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DIE FRAUEN­ FLUSTERER Ermanno Scervino hat sich in der Region Florenz etabliert, wo er sich an vorzüglichen Stoffen und herausragendem Textil-Know-how laben kann. Seine innovative Couture spricht Frauen an, die sich der Weiblichkeit verschrieben haben. Bericht einer inspirierenden Begegnung. Von L É A T RICH T ER-PA RIEN T E

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LA VIE

Linke Seite, im Uhrzeigersinn : Blumen aus Denim; eine Skizze für die aktuelle Kollektion; Impressionen aus dem Atelier und dem Büro von Ermanno Scervino.

FOTOS: ZVG

Im Uhrzeigersinn : Stoff aus einer neuartigen Bastmischung für ein grünes Kleid aus der Sommerkollektion 2015; Impressionen aus dem Atelier.

I

n der ländlichen Toskana, unweit von Florenz, hat das italienische Modehaus seinen Hauptsitz errichtet: ein ultramodernes Gebäude in einem üppigen Tal. Diese Landschaft zwischen Tradition und Innovation bringt den Geist von Ermanno Scervino gut auf den Punkt. Hinter dem Namen stecken nicht ein, sondern zwei Männer : Ermanno Daelli, kreativer Leiter, und Toni Scervino, Geschäftsführer. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen erlebt einen rasanten Erfolg. Das Team, das sehr schnell von den Verkäufen im Ausland, insbesondere in russischen und amerikanischen Kaufhäusern, Auftrieb erhält, vergrössert sich schon in der ersten Saison von 10 auf 50 Mitarbeitende. « Wir zählen heute 300 Leute an unserem Hauptsitz », berichtet Ermanno stolz. Mit 500 Verkaufsstellen auf der ganzen Welt und 38 eigenen Geschäften in modebewussten Städten wie Saint-Tropez, Courchevel, Ibiza oder Porto Cervo lässt sich der Stil von Ermanno Scervino in alle Sprachen des Jetsets übertragen. « 70 Prozent unseres Umsatzes werden im Ausland gemacht. Wir sind in Europa, Russland, Japan und Südkorea vertreten, und werden uns in China und im Nahen Osten noch weiter ausbreiten. »

Er, der stolz ist auf sein « Made in Florence », konzentriert alle seine Anstrengungen auf die Menschen, das Handwerk und die Erfahrung seiner Mitarbeitenden. « Unter unseren 70 Schneiderinnen sind manche schon in der dritten Generation bei uns », erzählt Ermanno. Und Toni ergänzt : « Trotz der Krise haben wir alles daran gesetzt, weiterhin in Italien zu produzieren, ohne Rücksicht auf die Personalkosten. Das ist ein Bekenntnis zur Kreativität und Qualität. » Obschon das Unternehmen Prêt-à-porterStücke anbietet, ist die Herstellungsmethode jener von Couture näher : Skizzen, die Anfertigung von Mustern, die Zusammenstellung und Bearbeitung erfolgen von Hand in den Ateliers am Hauptsitz. Ein echtes Labor, in dem die Forschung und das Experimentieren im Vordergrund stehen. « Für diese Sommerkollektion ist es uns gelungen, Bast, Baumwolle und Seide zu mischen. Wir probieren viele Dinge aus, die zuweilen nicht gelingen. » Ermannos Leidenschaft ? Die Stoffe, egal ob sie technisch, gewöhnlich oder elegant sind. « Wir sind ständig auf der Suche nach Neuheiten wie etwa Neopren. Wir versuchen zudem, gewöhnliche Materialien wie Denim mit Hilfe von Feinarbeit zu veredeln. Aber was ich darüber hinaus am JUNI 2015

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liebsten mag, sind edle Stoffe wie Kaschmir, Spitze oder Flanell. » Die Bestseller ? Ein sehr modischer Anorak und ein Kleid mit Petticoat, das so edel ist wie Unterwäsche, aber bequem und leicht tragbar. Ermanno studierte Architektur, bevor er sich als Autodidakt seine Sporen in verschiedenen Modehäusern abverdiente. Seine erste Erinnerung im Zusammenhang mit Mode ? Der Film Vom Winde verweht von Victor Fleming. Glamour und Sinnlichkeit sind die Devise des Unternehmens, und für Ermanno ist es Ehrensache, die dynamischen und unabhängigen Frauen von heute zu kleiden. Das ist auch einer der Gründe, warum er gerade seine Kollektion « Ermanno » lanciert hat : luxuriöses, aber erschwingliches Prêt-à-porter. « Meine Kreationen sind keine Kunstwerke. Sie sollen ihre Trägerinnen noch schöner machen und ihnen zu Diensten zu sein. » Kein Wunder, dass seine Kleider die roten Teppiche überschwemmen und regelmässig bei Berühmtheiten wie Jennifer Lopez, Kate Hudson, Gemma Arterton, Kim Kardashian, Kylie Minogue, Sandra Bullock oder Rosie Huntington-Whiteley Anklang finden. Wie seine 142

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Musen möchte Ermanno Scervino eine Marke sein, die Vergangenheit und Traditionen respektiert, aber ohne Nostalgie der Zukunft entgegensieht. Dree Hemingway, Theodora Richards, Asia Argento, Alice Dellal und heute Dylan Penn sind lauter zeitgenössische Heldinnen, die es trotz eines starken familiären Erbes verstanden haben, zu echten Persönlichkeiten zu werden. « Ich liebe diese städtisch-schicke, prinzessinnenhafte und rebellische Seite an jeder einzelnen von ihnen. » Anspruchsvoll, wie der ewig Unzufriedene ist, kreiert er über zwölf Kollektionen im Jahr, darunter vier Damenkollektionen sowie Herren-, Kinder-, Wäsche, Strand- und Accessoire-Linien. « Ich arbeite ohne Pause, ich träume nachts sogar von meinen nächsten Kreationen. » Sein ultimativer Traum ? Eines Tages eine Haute-Couture-Kollektion zu präsentieren. In der Zwischenzeit fährt der Ästhet und leidenschaftliche Naturliebhaber fort, seinen Garten zu pflegen und dabei sorgfältig auf seine Rosensammlung und seine persönliche Produktion von toskanischem Olivenöl zu achten. www.ermannoscervino.it

Im Uhrzeigersinn : Izabel Goulart an der Fashion-Show Frühling/Sommer 2015; Ermanno Daelli Backstage an der FashionShow Frühling/ Sommer 2010 mit Natasha Poly, Natalia Vodianova und Bianca Balti; Dylan Penn, Backstage bei der Kampagne Frühling/Sommer 2015; Lily Allen und Kate Hudson in Ermanno Scervino.


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DIE LIEBLINGSADRESSEN VON ERMANNO

FOTOS: ZVG

Im Uhrzeigersinn : Fashion-Show Frühling/Sommer 2010 mit Bianca Balti und Natalia Vodianova; George Clooney und seine Gattin Amal mit Ermanno in Florenz an der Celebrity Fight Night; Lindsey Wixson an der Fashion-Show Frühling/Sommer 2015; Bast-Look von der FashionShow Frühling/ Sommer 2015; Ermanno und Toni.

IN FORTE DEI MARMI

IN FLORENZ

Die Cestaria de Paola Papi, wegen ihrer Kreationen aus Korbweide. Piazza Garibaldi 5

Das geschichtsträchtige Parfümunternehmen Officina Profumo Farmaceutica di Santa Maria Novella.

Der köstliche Brunch im Hotel Four Seasons.

Der Mittwochsmarkt, wegen der Handwerker, die aus ganz Italien anreisen.

www.smnovella.it

Der botanische Garten mit seinen riesigen Gewächshäusern aus dem 19. Jahrhundert. Giardino dell’Orticultura, Via Bolognese 17

www.ilmercatodelforte.it

Das Hotel Villa Cora, wegen seines prächtigen Dekors und seines Parks, in dem Hunderte von Rosen blühen.

www.fourseasons.com

Das Restaurant Tre Stelle gegenüber der Boutique von Ermanno Scervino.

www.villacora.it

www.trattoriatrestelle.it

Das Forte Belvedere, das im 16. Jahrhundert von den Medici gebaut wurde. Das Panorama ist unglaublich.

Das Restaurant Fuor D’Acqua, wegen seines frischen Fischs, der jeden Morgen aus Viareggio geliefert wird.

www.comune.fi.it

www.fuordacqua.it

Die Bar Principe Forte Dei Marmi für ein vorzügliches Frühstück. www.principefortedeimarmi.it

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STOFF FÜR GENERATIONEN Die 35-jährige Gaia Trussardi gehört zu den Erben des berühmten italienischen Modehauses. Die Mutter zweier Kinder wurde kürzlich zum Creative Director der Marke ernannt und verleiht dem Familienimperium neue Frische und Weiblichkeit. R é a l i s a t i o n L I S A J O U V I N F o t o g r a f i e S T U D I O L’ É T I Q U E T T E

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Gaia in ihrem Wohnzimmer. Sie trägt einen Lurex-Overall aus der Sommerkollektion 2015 von Trussardi. Hinter ihr eine Marmorlampe aus der Kollektion Trussardi Casa.

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aia lebt heute in Mailand, ist aber in der Provinz Bergamo aufgewachsen, weit entfernt von jeglichem Glamour und Rampenlicht. Durch ihren Vater, der Unternehmer war, und ihre kreative Mutter genoss sie schon in jungen Jahren erste Einblicke in die Modewelt. Der Sinn für schöne Materialien, die gestalterische Energie, die Dynamik, aber auch die Demut und der Wert der Arbeit wurden ihr von ihrem Vater Nicola Trussardi vermittelt. Dieser verwandelte das Handschuhatelier seines Grossvaters Dante – dem offiziellen Ausstatter der englischen Königsfamilie – in einen breit aufgestellten Luxuskonzern, in dem er in den 1970er-Jahren Accessoire- und Lederwarenlinien (Reiseartikel und Lederbekleidung) und in den 1980er-Jahren Prêt-à-porterKollektionen für Frauen und Männer einführte. In den 1990er-Jahren kamen die Linien Trussardi Jeans, Tru Trussardi, Trussardi Casa, Trussardi Orologi, Trussardi Junior, Trussardi Eyewear und Trussardi Parfums dazu. Vor seinem tragischen Unfalltod schuf er ausserdem den legendären Palazzo Trussardi Alla Scala, wo in einem prächtigen sechsstöckigen Gebäude im Herzen von Mailand alle Kollektionen sowie ein Restaurant und ein Café zu finden sind. Heute wird der Konzern von seinen Kindern geleitet und erlebt derzeit eine starke internationale Expansion, insbesondere in China. Tomaso, Gaias Bruder, ist der CEO der Gruppe, Beatrice, ihre grosse Schwester, kümmert sich um die Nicola-TrussardiStiftung, ein Wandermuseum, das zeitgenössische Kunst und deren Veröffentlichung fördert, während Gaia selbst für die künstlerische Leitung aller Linien verantwortlich ist.


LA VIE Nach ihrem Soziologie- und Anthropologiestudium in London hat sie sich in Mailand niedergelassen, um sich dem Familienunternehmen anzuschliessen. «Ich habe nie Mode studiert, aber ich hatte immer schon eine künstlerische Ader. Als ich vor zwölf Jahren zu Trussardi kam, arbeitete ich als Beraterin im StyleBüro, bevor ich 2013 zum Creative Director ernannt wurde.» Ihre Inspiration ? Die holt sie sich auf ihren Reisen, in der Fotografie und von ihren Heldinnen in Kinofilmen. Ihre Lieblingsmaterialien ? Leder, die DNS des Hauses, aber auch Strick und Jeans. Um der Lebenskunst des Reisenden, die vom schicken und dynamischen Windhund in der Trussardi-Werbung symbolisiert wird, treu zu bleiben, sind Einfachheit, Komfort und Eleganz besonders wichtig. Für ihre Sommerkollektion hat Gaia eng am Körper geschnittene Kleidungsstücke kreiert. «Als Inspiration dazu dienten Sportoutfits und die Welt der Olympischen Spiele.» Die Farbpalette – Lindgrün, Blau, Braun und Bordeauxrot – erinnert an diejenige von Möbelstoffen. Die verschiedenen Overalls, Lederoberteile und Accessoires, insbesondere die Keilabsatzschuhe und die Bugatti-Tasche – das Aushängeschild des Hauses, das Gaia in einer Krokodillederversion neu herausgegeben hat – lassen die Herzen höher schlagen. Ihre Kreationen sind praktisch, genau wie sie: « Ich stehe um sieben Uhr auf. Nach dem Frühstück setze ich meine Kinder Nicola (neun Jahre) und Isabella (sieben Jahre) in der Schule ab und fahre wieder nach Hause, wo ich eine Stunde Sport mache. Dann gehe ich zu Fuss ins Büro oder nehme das Velo. Meistens esse ich im Büro. » Gaia schätzt das Quartierleben: « Ich liebe mein Viertel. Es ist sehr wohnlich. Als ob man in einem Dorf leben würde, mit lauter kleinen Läden. Unweit von unserem Zuhause gibt es einen Park, wo ich mit den Kindern oft hingehe. » Die häusliche junge Frau geniesst es sehr, ihre Wohnung, in der sie seit einem Jahr lebt, zu dekorieren: « Eine befreundete Innenarchitektin hat mir geholfen. » Das ausgefallene, bunte und zeitgenössische Interieur umfasst zahlreiche Kunstwerke und Kuriositäten, zum Beispiel Keramikvasen, die einst ihrem Vater gehört haben, eine Vespa, die sie von ihrem Bruder zum 18. Geburtstag erhalten und als Erinnerung aufbewahrt hat, Zeichnungen von ihren Kindern und ein originelles Mosaik auf dem Fussboden. Im Wohnzimmer hängt das meisterhafte Panda-Bild von Rob Pruitt, die Zeichnung von Jim Dine

Gaia in ihrem Zimmer. Sie trägt ein BaumwollPolo und eine TrussardiJeans aus der Sommerkollektion 2015.

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LA VIE im Eingang stellt eine Hand dar, und das geometrische Design des Flurs wurde vom italienischen Künstler Lucio Del Pezzo entworfen. Die Möbel (Teppiche, Beistelltische und Lampen) stammen grösstenteils aus der Kollektion Trussardi Casa. Der wichtigste Raum der Wohnung ist jedoch das Musikzimmer: «Hier verbringe ich am meisten Zeit mit den Kindern. Wir spielen Gitarre und schreiben Lieder.» Zum Abendessen bleibt Gaia meistens zu Hause: « Ich koche sehr gerne. Am liebsten bereite ich einen Braten zu, backe Muffins oder mache meine leckere Pasta. » Das Wochenende ? Das verbringt sie im Haus der Familie in Bergamo, wenn sie im Winter nicht zum Skifahren nach Chamonix oder St. Moritz oder im Sommer zu Freunden ans Meer fährt. « Ich führe kein besonders mondänes Leben. Ich habe einige enge Freunde, die für mich wie meine Familie sind und mit denen ich immer meine Freizeit verbringe. » Gegen den Stress? Sie treibt Sport und hört Musik – zwei Leidenschaften, die ihr viel Kraft geben. Wo steht sie in zwanzig Jahren ? Dann wird sie vermutlich auf dem Land leben und Wein oder Olivenöl herstellen, meint sie. www.trussardi.com

Gaia trägt ein Ledertop und eine TrussardiHose aus der Sommerkollektion 2015.

Gaia auf dem Balkon des Wohnzimmers. Sie trägt eine Wildlederbluse von Trussardi aus der Sommerkollektion 2015.

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LA VIE

In ihrem Zimmer: Familienfotos (die kleine Gaia fotografiert von Michel Comte), Schmuck, antike Dosen und «Kult-Uhr».

GAIAS LIEBLINGSADRESSEN IN MAILAND

Sammlung englischer Vasen aus den 1940er-Jahren und «Goldhase» von Antonio Recalcati.

DAS KAUFHAUS La Rinascente www.rinascente.it

DAS KAUFHAUS Excelsior www.excelsiormilano.com

DAS DEKOGESCHÄFT Fornasetti www.fornasetti.com Gaia in ihrem Zimmer. Sie trägt ein BaumwollPolo und eine Trussardi-Jeans aus der Sommerkollektion 2015.

DAS AUSSTELLUNGSZENTRUM Palazzo Reale Piazza del Duomo, 12 DAS MUSEUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST PAC

IHRE PRÄFERENZEN

www.pacmilano.it

REISEZIEL London, Stockholm, Los Angeles, die Inseln vor Sizilien, die Landschaft Umbriens.

DAS RESTAURANT Trussardi Alla Scala www.trussardiallascala.com

DAS RESTAURANT Carlo e Camilla

ESSEN Black Cod oder Rindersteak mit Gemüse.

www.carloecamillainsegheria.it

DIE KLEINEN BARS IN DER NÄHE DES Naviglio-KANALS

LEKTÜRE Niccolo Ammaniti.

www.navigli.milano.it

DAS SPA DES Hotels Gallia

FILM Die Royal Tenenbaums von Wes Anderson.

www.excelsiorhotelgallia.com

KUNST Magritte und alles, was mit der Postmoderne zu tun hat. MUSIK U2 (Unforgettable Fire), Depeche Mode (Enjoy the Silence), Lucio Battisti (La Collina dei Ciliegi), Nirvana (Smells Like Teen Spirit), Pink Floyd (Shine On You Crazy Diamond), David Bowie (Life On Mars).

Im Wohnzimmer: Teppich von Francesca Fabbri (Dilmos Edizioni) und Keilabsatzschuhe aus der Sommerkollektion 2015 von Trussardi.

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TRAVEL

TRAVEL NEWS TRAVEL­ GUIDE The Peninsula Hotels bieten ihren Gästen und Freunden neu stilvolle MiniReisführer online an. Die besten Adressen aus den Bereichen Shopping, Design, Gastronomie und Kultur wurden in Zusammenarbeit mit Net-a-porter erstellt und stehen ab sofort im Rahmen des hauseigenen OnlineMagazins The Edit für das The Peninsula Paris mit Tipps zum 16. Pariser Arrondissement, dem Standort des Hotels, zur Verfügung. Als nächstes kommen die Peninsula-Hotels Hong Kong, Shanghai, Manila und Beverly Hills an die Reihe, die restlichen Locations aus dem Hotel-Portfolio folgen sukzessive. Die Guides stehen auf Deutsch, Englisch, Chinesisch, Japanisch und Französisch im Netz.

Im Sommer 2005 eröffnete der Schwedische Unternehmer Mats Wahlström den ersten Purobeach Club in Palma. Nach dem rasanten Erfolg der ersten Location, zählt die Puro Gruppe heute zu den begehrtesten Desti nationen der Welt, mit Ableger in Marbella, Dubai, der Toskana und sogar Dubai. Weitere Clubs sind in Planung und die Expansion geht weiter. Der Ground Zero der Lifestyle Clubs hat nun ein wohlverdientes Facelift hinter sich und heisst die Gliteratti im neuen Kleid erneut willkommen.

Sich einen Chauffeur oder Taxi per App zu rufen, ist mittlerweile gang und gäbe. Aber einen Jet ? Die Plattform Victor mit einem Netzwerk aus 131 Luftfahrtunternehmen und damit Zugang zu weltweit mehr als 7 000 Flugzeugen bietet jetzt per iOS-App erstmals Zugriff auf Charter-Preise, Details zur Crew und zum Flugzeug sowie die Möglichkeit, verfügbare Jets direkt zu vergleichen und sofort zu buchen. Mit dieser Massnahme reagiert das Unternehmen, das seit 2011 in Europa aktiv ist, auf die steigenden Bedürfnisse seiner Kunden und will den amerikanischen Markt revolutionieren.

www.peninsula.com

www.purobeach.com

www.fly victor.de

OASE IM MEER

JET, BITTE!

UNIQUE LODGES OF THE WORLD

www.nationalgeographiclodges.com www.nimmobay.com

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FOTOS: ZVG

National Geographic Travel hat sich weltweit auf die Suche nach Lodges gemacht, die ihren hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit und den Schutz kulturellen Erbes gerecht werden. Die Trouvaillen wurden unter «National Geographic Unique Lodges of the World» zu einer Society zusammengefasst, die sich künftig gemeinsam für die Erhaltung der Natur, den Klimaschutz und die Pflege sensibler Ökosysteme einsetzen. Eines der Gründungsmitglieder ist das Nimmo Bay Wilderness Resort in British Columbia, im Herzen des Great Bear Rainforest, eine seit drei Jahrzehnten familiengeführte Eco-Lodge. Das nur auf dem Luft- oder Wasserweg erreichbare Resort hat neun private West-Coast-Chalets und ist ein fantastischer Ausgangspunkt für unglaubliche Abenteuer.


TRAVEL

Scheich Zayed Moschee in Abu Dhabi.

Sandra Bauknecht, Chefredaktorin L‘OFFICIEL Schweiz und Naya Toncheva beim Fitting.

Die neuen Uniformen von Etihad.

AUF SHOPPINGTOUR IN ABU DHABI Nadya Toncheva war die glückliche Gewinnerin des Wettbewerbs von Etihad Airways, L’OFFICIEL Schweiz und Sandra’s Closet und durfte mit mir nach Abu Dhabi reisen, um dort einen Shoppingtrip der besonderen Art zu erleben. Die charmante Hamburgerin wünschte sich eine neue Business-Garderobe, und so durchforsteten wir die High-End-Boutiquen der « The Galleria on Al Maryah Island » auf der Suche nach den perfekten Stücken. Ihr Favorit ? Der klassische Trenchcoat von Burberry. Ein Must für jeden Kleiderschrank ! Von SA NDR A BAUK NECHT Final Touches eines gelungenen Shopping Trips.

FOTOS: ZVG, SANDRA BAUKNECHT

The Galleria auf Al Maryah Island.

Etihad Airways «Business Studio».

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TRAVEL Blick auf Downtown Dubai mit dem höchsten Wolkenkratzer der Welt, dem Burj Khalifa. Rechte Seite: Mondäne Atmosphäre und arabische Akzente im zeitgenössischen Stil.

BEACH IN THE CITY Luxushotels sind keine Mangelware in Dubai, und es ist schwer, die sowieso schon hohen Standards noch zu toppen. Das vor Kurzem eröffnete Four Seasons Dubai schafft das. Es liegt um zwei wunderschöne, palmengesäumte Pools direkt am begehrten Strand von Jumeirah und setzt in der glamourösesten Metropole des Nahen Ostens neue Massstäbe. V o n P AT R I C K H E V E N

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TRAVEL

FOTOS: ZVG, FOUR SEASONS HOTELS

W

as hat das Four Seasons Dubai, was andere HighEnd-Resorts nicht haben ? Einen Privatstrand zum Beispiel – der ist in der Stadt am Persischen Golf trotz Küstenlage nur wenigen vorbehalten, in dieser Hotelkategorie ist die Auswahl dann tatsächlich eher begrenzt. Will man zudem noch erstklassigen Service und alle Annehmlichkeiten, die ein Fünf-Sterne-Resort zu bieten hat, reduzieren sich die Möglichkeiten nochmals. Es überrascht also nicht, dass das erst kürzlich eröffnete Four Seasons Resort Dubai bereits jetzt seinen Platz an der Spitze des Dubaier Hotelangebots eingenommen hat. Es fängt die energiegeladene und aufregende Atmosphäre der Stadt ein und erfüllt gleichzeitig aufgrund der günstigen Lage zwischen dem alten und dem neuen Dubai auch die Bedürfnisse der anspruchsvollen Geschäftsreisenden. Planung und Bau dauerten über vier Jahre, und das Ergebnis ist eine Superpremium-Anlage auf 5,6 Hektar Fläche mit etwa 500 Angestellten, die sich täglich um das Wohlergehen der Gäste kümmern. Man merkt, dass jedes noch so kleine Detail sorgfältig ausgewählt und gut durchdacht wurde. In den Zimmern können die Gäste in einer unbeschwert luxuriösen Atmosphäre mit dezenten arabischen Designakzenten, die sich harmonisch in den kühlen,

zeitgenössischen Stil und die Farbpalette mit maritimen Blau- und Grüntönen einfügen, entspannen. Alle Zimmer sind für Arbeit wie Vergnügen hervorragend ausgestattet und verfügen über die neuesten Technologien wie kabellose Kommunikation und interaktive Fernseher. Ein weiteres Highlight sind die grosszügigen Badezimmer aus weissem Marmor mit einer versilberten Decke und massgefertigten Hängeleuchten aus Muranoglas. In der Anlage herrscht insgesamt eindeutig ein Resort-Feeling. Sie ist jedoch sehr gut durchdacht, sodass ein grosses Event im riesigen Festsaal weder die Feriengäste, die sich am Pool entspannen, noch den Geschäftsmann, der sich mit Partnern in der Lobby trifft oder die ganze Nacht über in einem der beeindruckenden Zimmer arbeitet, stören würde. Dass der Inhaber ein Mitglied der Königsfamilie ist, spürt man, es macht den Hotelkomplex zu einem sehr persönlichen Haus. Die Gäste fühlen sich in der weitläufigen Anlage niemals wie in einem Immobilienprojekt, das vorgibt, ein Hotel zu sein – ganz im Gegenteil, je mehr man die Gegebenheiten erkundet, desto deutlicher wird, dass hier mit viel Liebe gebaut und auf Details geachtet wurde. Es ist eines jener Hotels, die es sehr schnell auf die Liste der persönlichen Lieblingshotels schaffen. JUNI 2015

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TRAVEL

INSIDER-INFOS SUITE Es gibt 237 Zimmer, die in «Sea View» und «Skyline» unterteilt sind, wobei man jeweils zwischen den Optionen Premier und Deluxe wählen kann. Bei den 49 Suiten gibt es sieben Kategorien, unter anderem die Presidential- und Royal-Suiten im fünften Stock. Alle Suiten sind sehr weiträumig und verfügen über Balkone mit Blick auf den Persischen Golf oder den ikonischen Burj Khalifa und die Skyline von Downtown Dubai. Selbst die Standardzimmer sind mit ihren 70 m2 die grössten der Stadt und bieten schnelles und kostenloses WLAN, eine gut ausgestattete Minibar, 55-Zoll-Fernseher, elektrische Vorhangsysteme, Playstation und Xbox auf Anfrage sowie eine iPod-Dockingstation. Im Badezimmer findet man eine frei stehende Badewanne und eine Regendusche, und in die grosse Spiegelfläche ist ein Paneel aus satiniertem Glas inklusive Fernseher eingelassen. SCHWÄCHEN Eigentlich keine, ausser vielleicht die umliegenden Baustellen, die in Dubai jedoch zum Stadtbild gehören, egal, wo man sich befindet. DREI GRÜNDE, DIE SUITE ZU VERLASSEN Dubai hat viel zu bieten. Man kann aber auch eine ganze Woche im Resort verbringen, ohne sich zu langweilen. Geniessen Sie unbedingt die Pools oder den Strandbereich, wo Ihnen die Angestellten stündlich Erfrischungen, zum Beispiel frische Säfte, Obst oder gekühlte Handtücher, reichen. Falls Sie beim Sonnenbaden nicht gestört werden möchten, drücken Sie einfach die Donot-Disturb-Taste, die sich neben jeder Sonnenliege befindet. Das Pearl Spa ist selbst in einer Stadt, die für ihre luxuriösen Spas bekannt ist, etwas Besonderes. Ein wunderschöner Indoor-Pool und das geschmackvolle Dekor machen es unwiderstehlich. Dieses Hotelspa in Jumeirah, inspiriert von Wüste und Meer, von Tradition und Moderne, vereint eine Fülle von kulturellen Einflüssen mit den erstklassigen Standards und Dienstleistungen der Marke Four Seasons. Neben dem eigenen gastronomischen Angebot innerhalb der Anlage bietet das Four Seasons Dubai auf seinem Gelände zudem einen Ableger des Londoner Restaurants Coya mit einer fantastischen Menüauswahl, die traditionelle Elemente der peruanischen Küche mit eigenen Ansätzen kombiniert. ANREISE Das Four Seasons Dubai in Jumeirah erreicht man vom Flughafen aus je nach Verkehrslage in 20 bis 30 Minuten. Es ist aufgrund seiner Nähe zu den internationalen Finanzinstitutionen in Dubai auch für Geschäftsreisende ideal geeignet.

FOTOS: ZVG, FOUR SEASONS HOTELS

www.fourseasons.com

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TRAVEL-INSIDER

ALESSANDRA RICH’S

Nachdem die in Italien geborene Designerin Alessandra Rich mit der Frühjahr- / SommerKollektion 2010 das nach ihr benannte Label offiziell lanciert hatte, wurde ihr Name schnell zum Synonym für viel Glamour, der bei Stars auf der ganzen Welt sehr beliebt ist. Sie arbeitet von einem Atelier in der Nähe von Venedig und einem Showroom in der Mount Street in London aus, wo ich sie besucht habe, um ihr einige Insidertipps für die britische Metropole zu entlocken. In jeder ihrer Kollektionen beweist sie ihr einzigartiges Talent für aufwendige Stoffe wie Spitze und Rüschen, und in der Frühjahr- / Sommer-Kollektion 2015 zeigt sie äusserst moderne und aussergewöhnliche Fransen. Von SA NDR A BAUK NECHT

IHR LIEBLINGSPARK ? Der HYDE PARK. Er liegt gleich um die Ecke von meinem Büro.

IHRE LIEBLINGSSTADT ? LONDON. Hier verbringe ich meine schönsten Stunden.

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IHR LIEBLINGSHOTEL ? Das CLARIDGE’S, weil es ein Klassiker ist. 49 Brook Street, London


TRAVEL-INSIDER

IHRE LIEBLINGSSEHENSWÜRDIGKEIT ? Das ROYAL OPERA HOUSE. Eine intensive Erfahrung. Bow St, London

DER BESTE SOUNDTRACK FÜR LONDON ? Alles von LED ZEPPELIN oder PINK FLOYD.

Alessandra Rich.

FOTOS: ZVG, VISITBRITAIN.COM, ROYALPARKS.ORG, ALESSANDRA RICH

DAS BESTE BUCH, DAS MAN IN DEN FERIEN IN LONDON LESEN SOLLTE ? Der WALLPAPER CITY GUIDE LONDON hat die besten Tipps für die Stadt.

FRÜHJAHR-/SOMMERKOLLEKTION 2015

IHR MUST-HAVE-ACCESSOIRE ? XROTE NÄGEL. Ich trage immer Lollipop von Essie.

IHRE LIEBLINGSBAR ODER IHR LIEBLINGSCLUB ? Die CONNAUGHT BAR. Perfekt für einen Drink unter Freunden.

IHR LIEBLINGSRESTAURANT ? Das SCOTT’S. Ich liebe die Austern dort.

The Connaught, Carlos Pl ace, London

20 Mount Street, London

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LA NUIT

TOM FORD IN LOS ANGELES Von SA NDR A BAUK NECHT

Am Freitagabend vor dem Oscar-Wochenende präsentierte Tom Ford seine erste Modeschau in Los Angeles. Der Saal war gefüllt mit Hollywoods A-Liste, die über den mit echten Rosenblättern gefüllten Catwalk liefen, um ihre Plätze in der Front Row einzunehmen. Die Herbst- / Winter-Kollektion 2015 besticht durch interessante 1970er-Jahre-Elemente, Patchworkarbeiten, Denim, Fransen und viel Pelz. Jennifer Lopez.

Jay Z und Beyoncé Knowles.

Daphne Groeneveld. Rita Ora.

Ayda Field und Robbie Williams.

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Julianne Moore und Ehemann Bart Freundlich.

Elton John und Chefredakteurin L’OFFICIEL Schweiz Sandra Bauknecht.


LA NUIT

Patrick Schwarzenegger.

Johansson. Scarl ettBlindtext.

Reese Witherspoon.

Naomi Campbell.

FOTOS: ZVG, SANDRA BAUKNECHT

Sam und Aaron Taylor-Johnson.

Nicole Richie.

Sandra Bauknecht und Anna Wintour.

Darren Le Gallo und Amy Adams. Rosie Huntington-Whitele y, Jason Statham und Sandra Bauknech t.

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ADRESSEN

ADRESSEN­SERVICE Auf den Webseiten aller Brands finden Sie Store-Locator, Spa-Finder oder den Kontakt eines Kundenservice, der Ihnen den Distributeur in Ihrer Nähe angibt.

FASHION

BONTON WWW.BONTON.FR

CHURCH’S WWW.CHURCH-FOOTWEAR.COM

GRAFF WWW.GRAFFDIAMONDS.COM

3.I PHILLIP LIM WWW.31PHILLIPLIM.COM

BORSALINO WWW.BORSALINO.COM

CL AUDE PIERLOT WWW.CL AUDEPIERLOT.COM

GUCCI WWW.GUCCI.COM

7 FOR ALL MANKIND WWW.7FORALLMANKIND.COM

BOTTEGA VENETA WWW.BOTTEGAVENETA.COM

COMEFORBREAKFAST WWW.COMEFORBREAKFAST.IT

GUY L AROCHE WWW.GUYL AROCHE.COM

ACNE STUDIOS WWW.ACNESTUDIOS.COM

BOUCHERON WWW.BOUCHERON.COM

DE GRISOGONO WWW.DEGRISOGONO.COM

HARRY WINSTON WWW.HARRYWINSTON.COM

ADLER WWW.ADLER-JOAILLIERS.COM

BREGUET WWW.BREGUET.COM

DELFINA DELETTREZ WWW.DELFINADELETTREZ.COM

HERMÈS WWW.HERMES.COM

AKRIS WWW.AKRIS.CH

BRUNELLO CUCINELLI WWW.BRUNELLOCUCINELLI.COM

DIANE VON FURSTENBERG WWW.DVF.COM

HUBLOT WWW.HUBLOT.COM

ALEXANDER MCQUEEN WWW.ALEXANDERMCQUEEN.COM

BUCCELL ATI WWW.BUCCELL ATI.COM

DIOR WWW.DIOR.COM

IKKS WWW.IKKS.COM

ALEXANDER WANG WWW.ALEXANDERWANG.COM

BULGARI WWW.BULGARI.COM

DIOR JOAILLERIE WWW.DIOR.COM

ISABEL MARANT WWW.ISABELMARANT.COM

ALEXANDRE REZA WWW.ALEXANDREREZA.COM

BURBERRY WWW.BURBERRY.COM

ELIE SAAB WWW.ELIESAAB.COM

IWC WWW.IWC.COM

AMERICAN VINTAGE WWW.AMERICANVINTAGE-STORE.COM

BY MARLENE BIRGER WWW.BYMARLENEBIRGER.COM

ÉLISE DRAY WWW.ELISEDRAY.COM

JACOB COHEN WWW.JACOBCOHEN.IT

ANNA RIVKA WWW.ANNARIVKA.FR

CALVIN KLEIN WWW.CALVINKLEIN.COM

EQUIPMENT WWW.EQUIPMENTFR.COM

JAEGER LE COULTRE WWW.JAEGER-LECOULTRE.COM

ANTONIO BERARDI WWW.ANTONIOBERARDI.COM

CARL F. BUCHERER WWW.BUCHERER.COM

ERDEM WWW.ERDEM.COM

JIL SANDER WWW.JILSANDER.COM

AQUAZZURA WWW.AQUAZZURA.COM

CARTIER WWW.CARTIER.CH

ERMANNO SCERVINO WWW.ERMANNOSCERVINO.IT

JIMMY CHOO WWW.JIMMYCHOO.COM

AS 29 WWW.AS29.COM

CARVEN WWW.CARVEN.COM

ETRO WWW.ETRO.COM

JOOP WWW.JOOP.COM

ATSUKO KUDO WWW.ATSUKOKUDO.COM

CASADEI WWW.CASADEI.COM

FENDI WWW.FENDI.COM

KARL L AGERFELD WWW.KARLL AGERFELD.COM

AURÉLIE BIDERMANN WWW.AURELIEBIDERMANN.COM

CÉLINE WWW.CELINE.COM

FORTE FORTE WWW.FORTE-FORTE.COM

L’ATELIER DU BRACELET PARISIEN WWW.ABPPARIS.FR

AZZARO WWW.AZZARO-COUTURE.COM

CHANEL WWW.CHANEL.COM

FRANCESCO RUSSO WWW.FRANCESCORUSSO.FR

L A PERL A WWW.L APERL A.COM

AZZEDINE AL AÏA WWW.AL AIA.FR

CHANEL JOAILLERIE WWW.CHANEL.COM

GABRIELE COL ANGELO WWW.GABRIELECOL ANGELO.COM

L ANCEL WWW.L ANCEL.COM

BALLY WWW.BALLY.COM

CHARLOTTE OLYMPIA WWW.CHARLOTTEOLYMPIA.COM

GEORGES HOBEIKA WWW.GEORGESHOBEIKA.COM

L AURENCE BOSSION WWW.L AURENCEBOSSION.COM

BALMAIN WWW.BALMAIN.COM

CHAUMET WWW.CHAUMET.COM

GIANVITO ROSSI WWW.GIANVITOROSSI.COM

LES COPAINS WWW.LESCOPAINS.COM

BAUME & MERCIER WWW.BAUME-ET-MERCIER.CH

CHLOÉ WWW.CHLOE.COM

GIORGIO ARMANI WWW.ARMANI.COM

LIU JO WWW.LIUJO.COM

BELL A FREUD WWW.BELL AFREUD.COM

CHOPARD WWW.CHOPARD.COM

GIRARD-PERREGAUX WWW.GIRARD-PERREGAUX.COM

LOEWE WWW.LOEWE.COM

BERENICE WWW.BERENICE.NET

CHRISTIAN LOUBOUTIN WWW.CHRISTIANLOUBOUTIN.COM

GIUSEPPE ZANOTTI DESIGN WWW.GIUSEPPEZANOTTIDESIGN.COM

LORENZ BÄUMER WWW.LORENZBAUMER.COM

BLUMARINE WWW.BLUMARINE.COM

CHRISTIANO BURANI WWW.CHRISTIANOBURANI.IT

GIVENCHY WWW.GIVENCHY.COM

LOUIS VUITTON WWW.LOUISVUITTON.COM

BONPOINT WWW.BONPOINT.COM

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GOLD SIN WWW.GOLDSIN.COM


ADRESSEN M.C.L WWW.MCLSHOP.COM.AU

RICHARD MILLE WWW.RICHARDMILLE.COM

MAISON BOINET WWW.MAISON-BOINET.FR

RICK OWENS WWW.RICKOWENS.EU

MAISON FABRE WWW.MAISONFABRE.COM

ROBERT CLERGERIE WWW.ROBERTCLERGERIE.COM

MAISON KITSUNÉ WWW.KITSUNE.FR

ROBERTO CAVALLI WWW.ROBERTOCAVALLI.COM

MAISON MARGIEL A WWW.MAISONMARGIEL A.COM

ROBERTO COIN WWW.ROBERTOCOIN.COM

MAISON MICHEL WWW.MICHEL-PARIS.COM

ROCHAS WWW.ROCHAS.COM

MAJE WWW.MAJE.COM

ROGER VIVIER WWW.ROGERVIVIER.COM

MANOLO BL AHNIK WWW.MANOLOBL AHNIK.COM

SAINT L AURENT WWW.YSL.COM

MARC JACOBS WWW.MARCJACOBS.COM

SALVATORE FERRAGAMO WWW.FERRAGAMO.COM

MARCHESA WWW.MARCHESA.COM

SAVELLI GENÈVE WWW.SAVELLI-GENEVE.COM

MARNI WWW.MARNI.COM

SERGIO ROSSI WWW.SERGIOROSSI.COM

MAURO GASPERI WWW.MAUROGASPERI.COM

SIMONE ROCHA WWW.SIMONEROCHA.COM

MAXIME SIMOENS WWW.MAXIMESIMOENS.COM

SIMONETTA RAVIZZA WWW.SIMONETTARAVIZZA.IT

BEAUTY

MÉL ANIE GEORGACOPOULOS WWW.MEL ANIEGEORGACOPOULOS.COM

SOPHIE BILLE BRAHE WWW.SOPHIEBILLEBRAHE.COM

ARMANI WWW.ARMANIBEAUTY.DE

M.A.C WWW.MACCOSMETICS.CH

MELISSA JOY MANNING WWW.MELISSAJOYMANNING.COM

STELL A MCCARTNEY WWW.STELL AMCCARTNEY.COM

BOBBI BROWN WWW.BOBBIBROWNCOSMETICS.COM

MARIONNAUD WWW.MARIONNAUD.CH

MESSIKA WWW.MESSIKA.COM

STUART WEITZMAN WWW.STUARTWEITZMAN.COM

CALVIN KLEIN WWW.CALVINKLEIN.COM

NARS WWW.NARSCOSMETICS.COM

MIU MIU WWW.MIUMIU.COM

THOMAS SABO WWW.THOMASSABO.COM

CHANEL WWW.CHANEL.COM

NUXE WWW.NUXE.COM

MONTAIGNE MARKET WWW.MONTAIGNEMARKET.COM

TOM FORD WWW.TOMFORD.COM

CL ARINS WWW.CL ARINS.COM

OPI WWW.OPISWISS.CH

MOSCHINO WWW.MOSCHINO.COM

TORY BURCH WWW.TORYBURCH.COM

CLINIQUE WWW.CLINIQUE.COM

RITUALS WWW.RITUALS.COM

MOURJJAN WWW.MOURJJAN.COM

TROIS POMMES WWW.TROISPOMMES.CH

DIOR WWW.DIOR.COM

SALVATORE FERRAGAMO WWW.FERRAGAMO.COM

MSGM WWW.MSGM.IT

TRUSSARDI WWW.TRUSSARDI.COM

ESSIE WWW.ESSIE.CH

SEBASTIAN WWW.SEBASTIANPROFESSIONAL.COM

NIKOS KOULIS WWW.NIKOSKOULIS.GR

VALENTINO WWW.VALENTINO.COM

ESTÉE L AUDER WWW.ESTEEL AUDER.COM

SENSAI WWW.SENSAI-COSMETICS.COM

PATEK PHILIPPE WWW.PATEK.COM

VAN CLEEF & ARPELS WWW.VANCLEEFARPELS.COM

GUERL AIN WWW.GUERL AIN.COM

SERGE LUTENS WWW.SERGELUTENS.COM

PIAGET WWW.PIAGET.CH

YOHJI YAMAMOTO WWW.YOHJIYAMAMOTO.CO.JP

ISSEY MIYAKE WWW.ISSEYMIYAKE.COM

SHISEIDO WWW.SHISEIDO.COM

PIERRE HARDY WWW.PIERREHARDY.COM

YVONNE LÉON WWW.YVONNELEON.COM

JEAN PAUL GAULTIER WWW.JEANPAULGAULTIER.COM

SISLEY WWW.SISLEY-PARIS.COM

PRADA WWW.PRADA.COM

ZADIG&VOLTAIRE WWW.ZADIG-ET-VOLTAIRE.COM

KÉRASTASE WWW.KERASTASE.CH

VALMONT WWW.EVALMONT.COM

PROENZA SCHOULER WWW.PROENZASCHOULER.COM

ZAGLIANI WWW.ZAGLIANI.COM

KURE BAZAAR WWW.KUREBAZAAR.COM

VICHY WWW.VICHY.CH

PUCCI WWW.EMILIOPUCCI.COM

ZANA BAYNE WWW.ZANABAYNE.COM

L’ORÉAL WWW.LOREAL-PARIS.CH

YVES SAINT L AURENT WWW.YSLBEAUTY.COM

RANI ZAKHEM WWW.RANIZAKHEM.COM

ZEF WWW.ZEF.EU

L A PRAIRIE WWW.L APRAIRIEGROUP.CH

RENÉ CAOVILL A WWW.RENECAOVILL A.COM

Daiane Sodré, fotografiert von Ricardo Abrahao, trägt MAXIME SIMOENS, DRIES VAN NOTEN und CHARLOTTE OLYMPIA. Die ganze Modestory ab Seite 74.

L ANCÔME WWW.L ANCOME.CH

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STYLE

INSIDERWISSEN ÜBER …

LA PERLA

Lingerie und Beachwear als Synonym für italienischen Luxus : Hohe Standards und Massanfertigung machen La Perla zu einem unverkennbaren Label der Haute Dessous. V o n L E N A S TÄ H E L I

HAUTE COUTURE Im Januar 2015 lanciert La Perla die erste « La Perla Atelier Kollektion ». Topmodels wie Naomi Campbell präsentieren die edle Lingerie an den HauteCouture-Schauen in Paris. Unter der Führung von Emiliano Rinaldi stellt das Desginteam eine einzigartige Kollektion auf die Beine. Mit dieser wird eine neue Klasse von Lingerie geschaffen.

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MADE TO MEASURE Im neuen Storekonzept wird Massanfertigung als exklusiver Service angeboten. In einem speziellen VIP-Room modelliert ein kundiges Team auf Wunsch Lingerie direkt auf den Körper. Verziert mit Gold oder Swarovskikristallen wird das Gefühl einer zweiten Haut vermittelt, ein « Must-have » für die moderne Frau.

DESIGNER 1954 wird La Perla von Ada Masotti, einer talentierten und mutigen Schneiderin, in Italien gegründet. In ihren frühen Berufsjahren sammelt Ada Masotti fundierte Kenntnisse in verschiedenen Schneiderateliers, in denen sie vor allem das Handwerk der Korsettmacherin lernte, das bis heute Bestandteil der raffinierten Herstellung von La Perla ist.

SHOPS / ADRESSEN Das neue Storekonzept von La Perla ist vom italienischen Architekten Roberto Baciocchi entwickelt worden. Im Fokus steht eine italienische Architektur, die durch feminine Farben und transparente Materialien sowie eine angenehme Beleuchtung eine unverkennbare Atmosphäre kreieren. La Perla, Storchengasse 6, Zürich La Perla, Rue du Rhône 106, Genf, T: 022 310 33 27

FOTOS: LA PERLA

AD-CAMPAIGN 2015 Bereits zum dritten Mal wird die Sommer-Kollektion von den Fotografen Mert Alas und Marcus Piggott fotografiert. Die Damenkollektion erzählt die Geschichte des Facettenreichtums der Weiblichkeit und enthält Luxuswäsche, die perfekt zu jedem Lifestyle und in jeden Kleiderschrank passt. Eine wunderschönes Zusammenspiel von Tradition und Moderne.


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