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Rund ums Tier

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Magazin f端r steirische Nutztierhalter.

Landwirtschaftliche Mitteilungen

15. November 2013


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VKI-Test: Heimisches Geflügel schneidet am besten ab inhalt

Tiergesundheit Parasiten müssen strategisch bekämpft werden. Mit Tierarzt planen. Seiten 4,5

Nicht wegzudenken Tierhaltung ist Wirtschaftsfaktor und Visitenkarte für den Tourismus. Seite 6

Hirse in der Mast Bis 40 Prozent Hirse sollten kein Problem sein. Was zu beachten ist. Seiten 8,9

Ställe des Jahres

Bessere Kennzeich er Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit der AMA 21 Proben von Hendl- und Putenfleisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine klare Kennzeichnung und ein durchgängiges Qualitätsmanagement sind. „Dieser Test des VKI zeigt, wie wichtig eine ganzheitliche Qualitätssicherung entlang der gesamten Produktionskette ist. Genau dafür steht unser AMA-Gütesiegel. Wir sorgen für Qualität vom Stall bis in die Theke“, erklärt Martin Greßl, oberster Qualitätsmanager der AMA-Marketing.

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In der AMA nimmt man die VKI-Untersuchung zum Anlass, die Richtlinien für das AMA-Gütesiegel weiterzuentwickeln und den Lebensmittelhandel noch stärker in die Pflicht zu nehmen.

Geschäfte: Mehr Kontrollen

Immerhin wies mehr als die Hälfte der untersuchten Proben im Geschäft eine zu hohe Kerntemperatur auf. Maximal vier Grad sind nach den Bestimmungen der AMA erlaubt. „Wir werden unsere Kontrollen hier intensivieren“, so Greßl. Weiters fordert der Qualitätsmanager der AMA eine bes-

Fünf herausragende Stallbaulösungen. Seiten 10-13

Grundfutterqualität Nicht nur Menge, auch die Qualität lässt heuer zu wünschen übrig. Seiten 14,15

Rindfleischqualität Mast mit Gras gewinnt an Bedeutung. Sorge um passende Genetik. Seiten 16,17

Milch nach der Quote Interview: Molkereien sehen sich für mehr Milch gewappnet. Seiten 18,19

AMA verstärkt Kontrollen in den Lebensmittelgeschäften, weil die Kerntemperaturen zu hoch sind AMA

Klima im Geflügelstall

Ein Blick ins Innere der ersten österreichischen EiTrocknungs-Anlage.Seite 23

Regelmäßig Kühlschrank abtauen und putzen unterstützt die Küchenhygiene maßgeblich. Tauschen Sie Handtücher, Schwämme, Lappen und Bürsten regelmäßig aus. Dort nisten sich Keime gerne ein. u Durchgehende Kühlkette vom Geschäft bis zum Kühlschrank sicherstellen. u

Geflügelfütterung Erstes Trockeneiwerk

Geflügel: AMA-Gütesiegel

Seit Mai vorigen Jahres ist Geflügelfleisch in die AMA-Familie eingebunden. Wie bei allen anderen Programmen steht auch die Produktion von Huhn und Pute mit dem AMA-Gütesiegel auf den Säulen Herkunft und Qualität, welche von unabhängigen Stellen kontrolliert werden. Geflügelfleisch darf nur dann das rotweiß-rote AMA-Gütesiegel tragen, wenn die Küken in Österreich erbrütet, aufgezogen und in einem heimischen Betrieb geschlachtet wurden. In puncto Qualität liegt der Fokus auf den Hygienemaßnahmen wie Hygieneschleu-

Kühlschrank

Schon jetzt an den nächsten Sommer denken und investieren. Seiten 20,21

Fütterung gegen Verluste bei Hitzestress. Seite 22

sere und transparentere Kennzeichnung der Lebensmittel in den Verkaufsgeschäften und in den Flugblättern. „Der Einkauf von Geflügelfleisch gleicht einer Schnitzeljagd: zur Täuschung geeignete Deklarationen und Regalauslobungen, fehlende Herkunftsangaben und eine Pickerl-Parade, die Konsumenten in ihrer bewussten Kaufentscheidung verzweifeln lässt“, wünscht sich Greßl mehr Klarheit im Regal. Seit eineinhalb Jahren gibt es Geflügelfleisch mit AMA-Gütesiegel.

tipps

LAgern u Lagern

Sie offenes Fleisch in geschlossenen Behältern oder gut verpackt in der kältesten Zone des Kühlschrankes – direkt über dem Gemüsefach. Verbrauchen Sie Geflügelfleisch innerhalb des angegebenen Datums „zu verbrauchen bis“. u Waschen Sie vor und nach jedem Hantieren mit Geflügelfleisch die Hände.


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hnung sen, sauberen Ställen, Vorschriften zur Vermeidung von Schadnagern oder der sorgsamen Lagerung von Futtermitteln und Einstreu. Richtlinien gibt es auch hinsichtlich Fütterung: AMA-Geflügel darf ausschließlich mit qualitätsgeprüften Futtermitteln gefüttert werden. Landwirte, die am AMA-Gütesiegel teilnehmen, müssen Mitglied beim Geflügel-Gesundheitsdienst sein. Dies gewährleistet eine intensive Betreuung durch einen Tierarzt. „Die Veterinäre unterstützen die Landwirte bei ihrem Betriebsmanagement, um Mängel erst gar nicht entstehen zu lassen“, erklärt Greßl. All diese Vorgaben für die Landwirte werden von unabhängigen Stellen einmal jährlich kontrolliert. Dabei ziehen die Kontrollorgane stichprobenartig Futtermittel- und Kotproben, die auf den Einsatz unerlaubter Mittel getestet werden. Jede Herde wird vor der Schlachtung auf Salmonellen überprüft. Sind Keime der zwei relevantesten Salomellen-Stämme (S. enteritidis, S. typhimurium) nachweisbar, wird die ganze Herde aus dem AMA-Gütesiegel-Programm ausgeschlossen.

Gut Durcherhitzen u Für

rohes Geflügel eigene Messer und Schneidbretter verwenden. Danach ab in den Geschirrspüler! u Kochen und braten Sie Geflügelfleisch immer ausreichend durch. Die Temperatur im Inneren des Fleisches sollte für mindestens zwei Minuten 70 Grad betragen. Ein Fleischthermometer hilft sie zu ermitteln. Nicht lange warm halten, zwischendurch neu erhitzen.

So wirbt die AMA: Mit Plakaten und TV-Spots

AMA-Fleischmanager Dr. Rudolf Stückler ist der strategische Kopf hinter den Werbeoffensiven

Pfiffige Geflügelwerbung ein Ziel ist es den Geflügelabsatz anzukurbeln. Hinter den pfiffigen und zielgruppengesteuerten Fernseh-, Radio- und Kinospots und den zahlreichen InseratKampagnen in den Zeitungen steckt ein Profi: Dr. Rudolf Stückler, seit vielen Jahren AMA-Fleischmanager. Als „supercool“ kam im Sommer bei den jungen TV-Konsumenten der erstmals ausgestrahlte Spot „Basketball“ an. Stückler: „Damit haben wir die kritischen jungen weiblichen TV-Seherinnen angesprochen. Mit den 980 Ausstrahlungen haben wir eine Nettoreichweite von mehr als 70 Prozent erzielt.“

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Kino für die Jungen

Seit 19. Juli 2013 und bis zum Jahresende läuft die Fleischwerbung in den größten Kinocentern Österreichs. Stückler: „In mehr als 300 Kinosälen werden somit 900.000 garantierte Kontakte erzielt.“ Eingesetzt werden zwei Spots für die Kernzielgruppe der jungen Kinogeher. Der bereits im Winter 2012 ausgestrahlte Spot „Putzfrau“, der besonders durch seine Impactstärke bestach, sowie der neue Spot „Basketball“.

Geflügel im Radio

Ebenfalls zur raschen Ankurbelung des Geflügelfleischabsatzes wurde ein neuer pfiffiger Spot insgesamt mehr als 130

Mal im ORF und diversen Privatsendern im Juli und August geschalten.

Werbung in Zeitungen

Parallel dazu wurden ganz- und halbseitige Inserate in relevanten Magazinen, Tages- und Wochenzeitungen geschalten. Nach demselben Konzept wurden Ende Oktober neue Sujets mit einem „Brathendl“ zu Verstärkung der Presseaussendung „Geflügelfleisch braucht Qualität vom Stall bis zum Teller“ gestaltet.

AMA-Grillclub

Grillen liegt voll im Trend. Noch nie zuvor wurden so viele Grillgeräte wie heuer verkauft. Auch die aktuelle Roll-­ AMA bestätigt, dass der Fleischabsatz inklusive Geflügel – insbesondere das Grillsortiment

Legt der Bevölkerung österreichisches Fleisch ans Herz: Dr. Rudolf Stückler AMA

– mehr als zufriedenstellend ausgefallen ist. Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu lieferten die Aktivitäten des AMAGrillclubs. So wurde Anfang August eine weitere Ausgabe des Magazins „Grillzeit“ mit einem Chicken-Special verteilt. Sehr wichtig ist die Homepage www.ama-grillclub.at, die speziell von der facebook–Fangemeinde sehr geschätzt wird. Und die 120 akkreditierten AMA-Grilltrainer haben in ganz Österreich 400 Grillseminare gehalten.


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Tiergesundheitsdienst (TGD) unterstützt die Behandlung von Parasiten,

Parasiten: Nicht nur Leistungskatalog

Dr. Karl Bauer Geschäftsführer Tiergesundheitsdienst

Der Tiergesundheitsdienst unterstützt die Produzenten mit wertvollen Vorsorge- und Therapiemaßnahmen. u Kotuntersuchungen auf Parasiten werden bei allen Tierarten gefördert. u Bekämpfungsprogramm von Ekto- und Endoparasiten beim Schwein, um räude- und wurmfreie Mastferkel zu liefern. u Antibiogramm bei Schweinen ist bei Einsatz von modernen Antibiotika je Betrieb zumindest einmal jährlich vorgesehen. u Es werden im Landeslabor systematische Untersuchungen auf Leberegel aus den BVD-Proben durchgeführt. u Für die elektronische Nutzung der LKV-HerdenmanagementDaten durch Betreuungstierärzte werden je Bestand Kosten refundiert. u Brix-Refraktometerankauf zur Untersuchung der Biestmilch des Rindes wird gefördert. u Die Weitertypisierung von Keimen aus tierärztlichen Praxen kann im Landes-Milchlabor durchgeführt werden. u Bekämpfung der Moderhinke wird tierärztliche Diagnostik je Betrieb und Jahr bezuschusst. u Seminarreihe „Bestandsbetreuung für Tierärzte“ für steirische Tierärzte. u Externe Beratungen für Problembetriebe aller Tierarten sowie Landesprogramm „Sauenfruchtbarkeit“ werden nach einem Verfahren abgehandelt. u Eine ÖTGD-Programmteilnahme ist eventuell je nach Tierart unbedingt erforderlich!

er mit Rindern arbeitet, den ärgern zwangsläufig auch immer wieder die Parasiten. Vor allem in der Aufzucht verursachen parasitäre Erkrankungen Schäden und Entwicklungsstörungen, welche durch nachträgliche Behandlungen nur noch begrenzt werden können.

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Würmer

Würmer sind „Saisonarbeiter“. Sie überwintern entweder als Larven auf der Weide oder legen eine Ruhephase im Rind ein und sorgen im Frühjahr, wenn das Klima für sie günstiger wird, für eine neue Weideverseuchung. Durch die nun ständig erfolgende Ansteckung mit und Anhäufung von Würmern entsteht ungefähr im Juli/August ein besonders hoher Parasitendruck auf der

Weide und somit eine besondere Gefährdung der Rinder. Eine besondere Gefahr, vor allem auf feuchten Weiden oder bei offenen Wasser­stellen, ist der große Leberegel. Der wirtschaftliche Schaden kann bei einer reduzierten Milchleistung, verringerten Mastleistung sowie massiven Fruchtbarkeitsstörungen mehrere hundert Euro pro Tier betragen. Der TGD Steiermark macht zum kommenden Jahreswechsel eine flächendeckende Tankmilchuntersuchung auf Leberegelbelastung in den Milchviehbetrieben, um eine Übersicht über die Verteilung dieses Parasiten in der Steiermark zu erhalten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung ist eine gute Diagnostik. Dazu müssen Kotproben untersucht werden.

Dabei sollten immer mehrere Tiere verschiedenen Alters beprobt werden. Auch hier bietet der TGD eine entsprechende finanzielle Unterstützung. Auch bei ganzjähriger Stallhaltung kann sich ein nicht unerheblicher Parasitenbefall mit Darmwürmern, Leberegel und Lungenwurm aufbauen. Zusätzlich sind auch Ektoparasiten wie Milben, Läuse und Haarlinge nicht zu unterschätzen. Die strategische Bekämpfung sollte sinnvollerweise aufgrund von drei Faktoren mit dem Betreuungstierarzt erfolgen: Weide- und Stallhygiene, anzuwendende Arzneien, Zeitpunkt der Behandlungen. Auch die Unterstützungsmöglichkeiten durch den TGD sind mit dem Tierarzt abzuklären.  Dr. Sepp Elmer

Krankheiten und Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übergehen

Infektionsgefahren im Stall oonosen sind Krankheiten und Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Infektionen finden meist über Tierkontakte, Lebensmittel oder das Einatmen von Erregern statt. Weltweit sind rund 900 Zoonoseerreger bekannt. Zoonosen bei Nutztieren werden in Europa schon lange bekämpft, was hinsichtlich der Tbc und Brucellose erfolgreich verlief. Heute sind zusätzlich „neue“ Erreger wie Ehec (aggressive Colikeime) von Interesse. Zoonosen verlaufen beim Menschen häufig wie eine „Grippe“, weshalb ihre Dunkelziffer enorm ist. Vielen Berufsgruppen sind die Risiken nicht voll

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Geburtshilfe birgt Infektionsrisiken

bewusst. Im Zuge von Projekten des Steirischen TGD wurden Landwirte, Tierärzte, Schlachthofarbeiter und Jäger untersucht, die Ergebnisse zei-

gen Infektionsrisiken deutlich auf. Zoonosen vom Rind sind beispielsweise Trichophytie, mit schweren Hautpilzinfektionen bei Kindern oder Euterpocken. Vom Schwein sind unter anderem Leptospiren, Streptokokken, oder Influenzaviren übertragbar, von Hunden und Katzen Hautpilze sowie Bandund Spulwürmer. Vorbeugemaßnahmen sind hygienische Grundregeln, Verhinderung von Schmierinfektionen, Vorsicht bei Geburtshilfe, Schutz beim Arbeiten mit Druckreinigern (Staubmaske, Schutzbrille, Schutzhandschuhe). Sachliche Informationen sind gefordert, die Betreuungstierärzte werden dafür geschult.  Dr. Armin Deutz


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die in den Beständen enorme Schäden anrichten können

Weidetiere betroffen kommentar

Josef Kowald Obmann Tiergesundheitsdienst

Auch bei ganzjähriger Stallhaltung können Parasiten zur Qual werden elmer

Die Fakten: Österreich liegt im Verbrauch im unteren Drittel der EU

Antibiotika beim Schwein uropaweit wird über Antibiotika-Einsatzbeschränkungen diskutiert. Mit dem Einsatz dieser Mittel in der Tierhaltung werden die Bauern ungerechtfertigt beschuldigt, hauptverantwortlich für die resistenten Bakterien in den Krankenhäusern zu sein. Andererseits verlangen Konsumenten nach antibiotikafreiem Fleisch. Obwohl in den Niederlanden seit Jahrzehnten die Tierhaltung weitaus intensiver ist als in Österreich, haben dort die Krankenhäuser keine Probleme mit multiresistenten Bakterien, weil sie seit Jahren eine wirkungsvollere Krankenhaushygiene umsetzen. Die einseitige Schuldzuweisung für die

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Bauern sind nicht an antibiotikaresistenten Keimen schuld

Resistenzproblematik an die Landwirte ist nicht zulässig! Alle EU-Staaten und auch Österreich sind gerade dabei, ein System zur Erfassung der verbrauchten Antibiotikamengen in der Tierhaltung zu schaffen.

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Österreich liegt beim Antibiotikaverbrauch im unteren Drittel aller EU-Länder, was auf einen verantwortungsvollen Umgang von Bauern und Tierärzten hinweist.  Dr. Wolfgang Schafzahl

Diese spezielle Beilage über die Tierhaltung bietet eine breite Information. Gerade die Tiergesundheit liegt uns allen am Herzen. Die Verantwortlichen im steirischen Tiergesundheitsdienst sind bemüht, positive Beiträge zu leisten. Erfahrene Bauern und Tierärzte erarbeiten gemeinsam mit dem Geschäftsführer, Fachleuten und Praktikern diverse Programme. Die Tierhalter in den verschiedenen Sparten brauchen die Unterstützung der Tierärzte, um einen gesunden Tierbestand zu haben. Von der Gesundheit hängt auch die Wirtschaftlichkeit ab. Wir Bauern brauchen auch einen kostendeckenden Erlös zur Existenzsicherung. Die Konsumenten wünschen sich Fleisch und Milchprodukte aus der Region. Diese Wünsche können aber nur heimische Bauern erfüllen. Wir haben auch Gegenwind. Bürgerinitiativen und Aktivisten gegen die Tierhaltung erschweren oft eine Weiterentwicklung. Unerlaubte Stallbesuche aus dem Hinterhalt lehnen wir ab. Wir öffnen aber die Stalltüren, um einen Einblick in die Tierhaltung zu geben. Es ist Zeit aufzuzeigen, dass es auch kranke, verletzte und auch verendete Tiere gibt. Dabei helfen uns die Tierärzte, welche uns durch ihr Können beistehen. Unsere Jugend muss eine Chance und eine Freude zur Tierhaltung haben, nur so kann die Bevölkerung mit gesunden, heimischen Lebensmitteln versorgt werden.


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Tierhaltung bringt allen in der Gesellschaft etwas

Kommentar

Johann Bischof Tierzuchtleiter der Landeskammer

Aktuell ist die Tierhaltung im Fokus zahlreicher Diskussionen. Dabei reicht der Bogen von einem unverständlichen OGH Urteil bis hin zum Umstand, dass Tierhalter zum Freiwild selbst ernannter Tierschützer geworden sind. Verunsicherung und Resignation sind die Folge. Die bäuerlichen Familien sind sich sehr wohl ihrer Verantwortung, die mit der Haltung von Tieren verbunden ist, bewusst und dürfen, wenn sie sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, in der Öffentlichkeit weder diskreditiert noch kriminalisiert werden. Auch das unbefugte Eindringen in Stallungen hat in einem Rechtsstaat nichts verloren. Dazu kommt – unterstützt von einer an der Realität vorbeigehenden Werbung – der Wunsch der Gesellschaft nach besonderen Tierhaltungsstandards. Der Markt zeigt allerdings ein ganz anderes Bild. Nämlich, dass Markenprogramme nicht einen Gang hinauf, sondern einen Gang hinunterschalten müssen. Denn was in der „Grundschule Wirtschaft“ selbstverständlich ist, nämlich dass Mehrkosten durch Mehrerlöse abzudecken sind, gilt für das Verhältnis Landwirtschaft zu Konsument nicht. Hier sind vor allem die Konsumenten, NGO´s und der Handel gefordert. Denn Verantwortung heißt nicht nur höhere Standards zu fordern, sondern diese auch zu bezahlen. Die Landwirtschaft ist zur Veränderung bereit, wenn sie abgegolten wird.

Kulinarik, ­Tourismus und Landschaftsbild ährt man durch Österreich und die Steiermark ist unsere von der Tierhaltung maßgeblich mitgeprägte Kulturlandschaft durch eine einzigartige Vielfalt geprägt. Eine Vielfalt, die nicht nur der eigenen Bevölkerung als Wohn- und Erholungsraum dient, sondern über den Tourismus mehr als 130 Millionen Nächtigungen mit einer jährlichen Gesamtwertschöpfung von mehr als 17 Milliarden Euro nach Österreich bringt.

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Kulinarik und Genuss

Was wäre unser Land ohne diese Vielfalt an kulinarischen Genüssen, die uns die Tierhaltung oder besser gesagt, das Fleisch das diese hervorbringt? Vom Speck und der Brettljause auf der Alm, der Buschenschankjause, dem Schweins-, Rindsbraten und Geselchten, dem Henderl bis hin zur Lammkrone oder der steirischen Weidegans. Die Tierhaltung deckt den Tisch, bringt kulinarische Vielfalt und schmeckt dazu. Neben dem Geschmackserlebnis liefert Fleisch hochwertiges Eiweiß und Fett, ist Eisenlieferant und versorgt uns mit Vitaminen. Dem Wunsch vieler Konsumenten nach Regionalität wird kaum ein Produktionsbereich so gerecht wie die heimische Tierhaltung. Da gibt es das AMA-Gütesiegel als österrei-

chisches Flaggschiff heimischer Produktion. Aber auch in der Steiermark ist man, was regionale Markenprogramme betrifft, absoluter Trendsetter und Vorreiter. Regionalprogamme, wie das unlängst aus der Taufe gehobene Steirische Vulkanlandschwein, Almo, das Weizer Berglamm, Steirerglück, Styria Beef, Absolut Steirisch und andere beweisen

Durch den ­Klassifizierungsdienst und den TGD erfolgt Qualitätssicherung auf höchstem Niveau. Johann Bischof, Tierzuchtleiter Landeskammer

Almen brauchen Tiere

Grabner

diese Vorreiterrolle eindrucksvoll. Nicht nur die Produktion von Fleisch höchster Qualität, sondern vor allem der Qualitätssicherung wird breitester Raum eingeräumt. So arbeiten im Dienste der Qualitätssicherung alleine etwa 60 Personen im steirischen Klassifizierungsdienst. Zudem leistet auch der Steirische Tiergesundheitsdienst wertvolle Arbeit im Dienste der Qualitätssicherung, um Fleisch zu dem zu machen was es ist, eines der sichersten und besten Lebensmittel.

Ländlichen Raum erhalten

Alleine der Wert der tierischen Produktion zu Herstellungspreisen in der Steiermark sichert mit knapp 700 Millionen Euro vielen bäuerlichen Betrieben die wirtschaftliche Existenz. Mit jedem Arbeitsplatz in der Landwirtschaft werden auch drei Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen gesichert und weitere Wertschöpfung erzielt. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, einer zunehmenden Entvölkerung vor allem der ländlichen Gebiete, ist die Wertschöpfungskette Tierhaltung unverzichtbar. Damit verdient die Tierhaltung nicht nur die notwendige Wertschöpfung, sondern vor allem auch die entsprechende Wertschätzung. 

Johann Bischof


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Die gute steirische Jause ist für den Tourismus eine unverzichtbare Visitenkarte, die auch in der Werbung stark eingesetzt wird steiermark Tourismus

Firmenmitteilung

LK/ILLEMANN

Vulkanlandschwein sehr beliebt

Hoben die Marke aus der Taufe: Weinkogl, Holzer, Seitinger, Kaufmann und Ober (v.l.n.r.)

Vulkanlandschwein kommt bei Kunden von SPAR, EUROSPAR und INTERSPAR sehr gut an.

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m 16. Oktober wurde die neue Regionalmarke „Steirisches Vulkanlandschwein“ aus der Taufe gehoben. Nach einem Monat, in dem die SPAR-Kunden die fünf Frischfleischprodukte in Selbstbedienung sowie Hauswurst, Selchbauch und Karreerenkerl kaufen konnten, zieht der Bereichsleiter von SPAR-TANN Siegfried Weinkogl eine erste Bilanz: „Die Marke Steirisches Vulkanlandschwein kommt bei unseren Kunden sehr gut an. Dieses hochqualitative Angebot aus der Region

ist ein weiterer Schritt in eine Zukunft, in der die Herkunft und regionale Verbundenheit mit dem Lebensmittel weiter an Bedeutung gewinnen.“ Um das Vulkanlandschwein ins Regal zu bringen, arbeitet SPARTANN mit dem Fleischhof Raabtal, dem Verein Steirisches Vulkanland und 140 Landwirten, die alle AMA-Gütesiegelzertifiziert sind, zusammen.

Stolz auf Regionalität Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Steiermark und südliches Burgenland, ist stolz auf die neue Regionalmarke: „Mit dieser großartigen Kooperation kann SPAR seinen Kunden neue hervorragende Produkte aus der Region anbieten.“ Die Regionalität



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schlägt sich dank kurzer Transportwege auch positiv auf die Ökobilanz nieder, wie der Geschäftsführer des Fleischhofes Raabtal, Johann Kaufmann erklärt: „Alle unsere Vertragsbauernhöfe liegen im Umkreis von 40 Kilometern. Es ist auch schön zu sehen, wie stolz die Landwirte darauf sind, ihr Produkt mit der Marke Steirisches Vulkanlandschwein in den SPAR-Märkten zu sehen.

AMA Gütesiegel „Wir von SPAR unterstützen solche Regionalprogramme immer gerne. Ich denke da zum Beispiel ans Murbodner Rind, Almochs oder Ennstal Lamm – Marken, die alle sehr erfolgreich sind“, so Weinkogl. Und weiter: „Seit Frühjahr 2013 bieten wir auch einzigartig in Österreich AMA-Gütesiegelfleisch vom Weizer Berglamm an, das voll im Trend ernährungsbewusster Konsumenten liegt und ein Renner ist.“ www.spar.at 

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Körnerhirse hat Zuk Aminosäurenmuster ist im Vergleich zu Mais jedoch anders, aber kein Problem.

egen des Maiswurzelbohrers und der sprunghaft gestiegenen Futterkosten, braucht es Alternativen zu Mais in der Schweinefütterung. Als mögliche Alternative zu Mais bietet Körnerhirse entscheidende Vorteile gegenüber anderen Kulturen wie Getreide oder Sojabohnen.

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tageszuwachs

892

900

Hirse bietet dem Maiswurzelbohrer weder Nahrungs- noch Vermehrungsmöglichkeiten. Aus pflanzenbaulicher Sicht zeichnet sich die Körnerhirse durch eine hervorragende Stickstoff-Verwertung, ausgezeichnete Trockenheitstoleranz und einem sehr geringen Transpirationskoeffizienten aus. Weiters ist eine sehr gute Standfestigkeit der Pflanze, verbunden mit einer sicheren hohen Ertragsleistung unter geringsten pflanzenbaulichen Kulturführungsmaßnahmen hervorzuheben. In der Literatur wird der Körnerhirse im Vergleich zum Körnermais ein etwas geringerer Gehalt an umsetzbarer Energie zugeschrieben. Im Durchschnitt liegt der Rohproteingehalt um etwa 2,5 Prozent höher als bei Körnermais. Bei den essentiellen Aminosäuren ist der geringere Lysingehalt hervorzuheben. Dieser lässt sich aber

933 948

933

950

Beste Alternative

in Gramm 981 968

1.000

850 800 750 700 650 600

31–73 kg 73–119 kg 31–119 kg Kontrollgruppe Hirsegruppe

futterverwertung in Kilogramm 3,12 2,96

3,00 2,00

2,27 2,29

2,50

2,71 2,65

3,50

1,50 1,00 0,50 0,00

31–73 kg 73–119 kg 31–119 kg Kontrollgruppe Hirsegruppe

versuchsrationen Mastabschnitt 31-73 kg Futtermittel

Maisganzkornsilage, % Körnermais, % Körnerhirse, % Sojaextraktionsschrot 44, % Pigfaser, % Rapsöl, % Premix-Kontrolle, % Premix-Versuch, %

Mastabschnitt 73-119 kg

Kontrolle

Versuch

Kontrolle

Versuch

50,4 20,0 24,0 2,5 3,1 -

51,4 20,0 23,1 2,0 0,4 3,1

52,1 20,0 22,0 3,0 2,9 -

53,0 20,0 21,2 2,5 0,4 2,9

problemlos mit einer Lysinergänzung über die Mineralstoffmischung oder über das Eiweißkonzentrat ausgleichen. Literaturangaben zeigen auch ein für Lysin, Methionin und Threonin eine um etwa sechs Prozent schlechtere standardisierte ileale Verdaulichkeit der Körnerhirse gegenüber Körnermais. Daher ist bei der Aufnahme von Körnerhirse in die Schweinemast­rationen unbedingt eine Kalkulation auf Basis von verdaulichen Aminosäuren durchzuführen, weil ansonsten die Aminosäuren­ versorgung falsch eingeschätzt wird. Bezüglich der übrigen Nährstoffe muss mit einem geringeren Rohfettgehalt und Stärkegehalt gerechnet werden.

Nährstoffschwankungen

Wie Analysen in den Erntejahren 2011 und 2012 in der Steiermark zeigten, kommt es zu starken Schwankungen im Nährstoffgehalt zwischen den Sorten und auch den Erntejahren. Generell muss, wie auch beim Mais, bei höheren Hektarerträgen mit einer Reduktion des Eiweißgehaltes und somit auch der Aminosäuren

gerechnet werden. Zur richtigen Einschätzung sind daher individuelle Analysen zu empfehlen. Wird Mais durch Hirse in der Mastschweineration ersetzt, werden durchschnittlich 98 Prozent der Tageszunahmen und 97 Prozent der Futterverwertung einer Maisration erreicht. Insgesamt zeigen wissenschaftliche Ergebnisse, dass bei einem Körnerhirseeinsatz in der Höhe von 20 bis 40 Prozent keine Verschlechterungen in der Mastleistung zu beobachten waren.

Fütterungsversuch

2011 wurde ein erster Schweinemastversuch an der Landwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf durchgeführt. Bezüglich der Tageszunahmen zeigte dieser Versuch mit 20 Prozent Körnerhirse gleich gute Ergebnisse wie die Kontrollgruppe. Damals nahm aber die Hirsegruppe erheblich mehr Futter und Energie auf, weil die Fütterung der trockenen Hirse eine spätere mechanische Sättigung brachte, als die Aufnahme von Ganzkornmaissilage. Dies führte zu einer schlechteren Futterverwertung, aber auch deutlich höheren Verfet-


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ukunft im Trog Hirse für Schweinemast Die Schlussfolgerungen der Fütterungsversu-

Diese Bilder von Körnerhirse auf Feld und als Futter werden den Steirern in Zukunft öfter begegnen, da sie in der Schweinemast eine wichtige Alternative lk zu Mais ist

Der Versuch im Detail

Für den Versuch wurden 32 Ferkel (F1 Kreuzungstiere der Rasse Weißes Edelschwein x Pietrain) ausgewählt. Bei der Aufteilung auf die beiden Versuchsgruppen wurde auf eine gleichmäßige Verteilung von Geschlecht, Wurf und Absetzgewicht geachtet. Jeweils acht Tiere pro Box wurden in einem Warmstall mit Vollspaltenboden gehalten und mit

mehligen Futtermischungen über Futterautomaten ad libitum versorgt. Die Mast wurde in zwei Phasen gegliedert. Die Mast begann mit rund 31 Kilo Lebendmasse und endete mit etwa 119 Kilo. Auf das Endmastfutter wurde bei 73 Kilo umgestellt. Der Versuch verlief ohne Ausfälle und gesundheitliche Probleme. Dies bestätigen auch die ausgezeichneten Mastleistungsergebnisse beider Gruppen. Der Tageszuwachs der Hirsegruppe mit 948 Gramm über die gesamte Mastperiode war fast identisch mit der Kontrollgruppe mit 933 Gramm. Die Futteraufnahme war für beide Gruppen ebenfalls fast identisch. Die Futterverwertung war in der Hirsegruppe mit 2,65 Kilo geringfügig besser als in der Kontrollgruppe mit 2,71 Kilo. Der Magerfleischanteil lag bei der Hirsegruppe mit 61 Prozent etwas über jenem der Kontrollgruppe mit 60,7 Prozent. Durch den Einsatz von Körnerhirse wird die Fettqualität (Gehalt an Polyensäuren) im Vergleich zum Einsatz von Mais geringfügig reduziert und stellt somit kein Problem dar. Wetscherek, Telser, Schmied

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vom Schwein

© Augenklinik.cc

tung der Schlachtkörper und somit geringerem Magerfleischanteil. Die enorm hohen Tageszunahmen mit über 900 Gramm und die hohe Futteraufnahme haben überrascht. Mit einer stärkeren Aminosäurenausstattung im Futter hätte man der Gefahr der Verfettung eventuell vorbeugen können. Um die Einsatzmöglichkeit von 20 Prozent Hirse in der Schweinemastration nochmals zu überprüfen, wurde in Hatzendorf 2012 ein weiterer Versuch durchgeführt. Um die unterschiedliche Futteraufnahme im neuen Versuch zu verhindern, wurden 20 Prozent trockener Körnermais gegen 20 Prozent Körnerhirse ausgetauscht.

che von Körnerhirse an der Landwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf: u Hirse ist als Alternative zu Mais in der Schweinmast geeignet. u Bei der Rationsgestaltung ist die Aminosäurenversorgung mit Rücksicht auf Verdaulichkeit zu bewerten und an das tatsächliche Leistungsniveau der Mastschweine anzupassen. u Beim Einsatz von trockener Hirse ist wegen der höheren Energiedichte eventuell ein rationiertes Futterangebot in der Endmast sinnvoll. u Bezüglich des Polyensäurengehaltes sind im Vergleich zur Maisfütterung keine Probleme zu erwarten.

Original


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Die tiergerechtesten Stallbau und Tierschutz

Walter Breininger Leiter Bauberatung Landeskammer

Wie jedes Jahr steht auch heuer wieder die Auswahl der Betriebe, die wir näher vorstellen wollen, unter einem gemeinsamen Motto. Waren es in den Jahren davor die Themen „Zukunft gestalten“ und „Innovationen“, die im Mittelpunkt standen, so wollen wir heuer den „Tierschutz“ als Gemeinsamkeit hervorheben. Es gibt in unserem Bundesland, und das schon seit einigen Jahren, den Tierschutzpreis des Landes Steiermark, der sich zum Ziel setzt vorbildliche Ställe einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Deren Stallungen wollen wir hier näher erklären. Aber genauso interessant sind auch die Beweggründe der Bauherrn, in solche Ställe zu investieren. Anhand dieser gelungenen Bauten kann man sehr gut aufzeigen, wie eine bessere Haltung der Nutztiere auch den Bäuerinnen und Bauern zugute kommen aber auch dem Konsumenten eine moderne, artgerechte Haltung positiv vermitteln. Dass dieser Spagat zwischen tierfreundlicher Aufstallung, eventuell zusätzlichem Arbeitsaufwand und einem manchmal sehr romantischen Bild von Landwirtschaft in der Öffentlichkeit nicht immer einfach zu meistern ist, erfahren wir Bauberater täglich bei unserer Arbeit. Die Kunst besteht dann darin, eine Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Dieses Ziel wurde bei diesen Betrieben in hohem Maße erreicht und das soll auch jeder wissen.

Alt und Neu sind bei diesem Mutterkuhstall harmonisch verbunden Breininger

Mutterkuhstall Betrieb Schönhart, St. Stefan ob Leoben

Die Details machen´s aus er alte Stall entsprach nicht den Anforderungen einer modernen Tierhaltung und war auch hinsichtlich Arbeits- und Zeitaufwand nicht mehr tragbar. Kein Einzelfall, wie wir aus unserer Beratungstätigkeit wissen. Wie eine gelungene Lösung dieser Probleme aussehen kann, zeigt uns dieser Stall. Es wurde im alten Stall noch gut Funktionierendes weiterverwendet, weniger Gutes entfernt und adaptiert (Abkalbebereich) und ein neuer Stall für neue Anforderungen wurde angefügt. Aber der einreihige Liegeboxenstall mit Kälberschlupf und Schrapperentmistung stellt noch keine Besonderheit dar. Interessant wird er erst durch die vielen praktischen Anbindungen an den Altbestand, sei es der Zusammenschluss des Entmistungssystems, die Verschränkung im Bereich des Fressplatzes oder die Verbindung der Strohbühne mit dem alten Bergeraum. Hier wurde kein Solitärbau auf die grüne Wiese gestellt, sondern Alt mit Neu sinnvoll ergänzt. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an Tränken, die den rangniedrigen Tieren (beispielsweise wenn sie von der Weide kommen) zugute kommt und lange Wartezeiten erspart. Sehenswert ist auch die Bauweise der Liegeboxen. Durch eine Aufhängevorrichtung ist es gelungen, die Liegefläche frei von Stützen zu halten, was sowohl für mehr Liegekomfort sorgt, als auch die Betreuung des Liegebereichs erleichtert. Die Konstruktion in Rundholz ergänzt das gelungene Gesamtbild des Bauwerks.

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Links außen: Eine von mehreren Tränken am Laufgang. Links: Freitragende Liegeboxen ohne störende Steher im Liegebereich


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Ställe des Jahres 2013 Oben: „Warmer“ Innenbereich mit automatischer Fütterung und Tränken.

Mit der Kammer bauen

Unten: Im Vordergrund, überdachter Wühlbereich als zusätzliche Attraktion breininger

Schweinemaststall Betrieb Kurzmann, Fernitz

Gemeinsamer Nenner ereits bei den ersten Überlegungen und Skizzen zum Bau eines neuen Maststalles für Schweine spielte folgende Fragestellung eine entscheidende Rolle: Wie kann man artgerechte Schweinehaltung mit nicht zu hohen Stallplatzkosten und kritische Konsumenten auf einen Nenner bringen? Die Lösung fand man in einem für die Tiere höchst abwechslungsreich gestalteten Stall, der aus drei Bereichen besteht: einem geschlossenen, warmen Innenbereich mit Teilspaltenboden, einem Auslaufbereich, mit Spaltenboden ausgestattet und einem Bereich mit Stroh, der als Wühlareal genutzt wird und den Schweinen noch eine zusätzliche Attraktion bietet. Besonders hervorzuheben ist aber der Umstand, dass ohne gesetzliche Auflagen und Vorschriften dieses sehr tierfreundliche Haltungssystem gewählt wurde und man den Mut zu Neuem fand.

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Die Bauberatung der Landwirtschaftskammer Steiermark bemüht sich in hohem Maße die Anforderungen, die von vielen Seiten auf die Bauherren einwirken, zu erfüllen. Besonders in der Tierhaltung sind die Meinungen breit gestreut. Ob es die Wünsche und Vorstellungen der Bäuerinnen und Bauern sind, oder die gesetzlichen Vorgaben und förderrelevanten Zugangsbestimmungen, die Bauberatung der Kammer versucht immer bauliche Lösungen zu finden, die eine größtmögliche Zustimmung erreichen und auch beim Konsumenten auf Verständnis und Anerkennung trifft. Einen hohen Stellenwert hat die firmenunabhängige und neutrale Beratung und Planung, die auch einmal zur Empfehlung führen kann nicht zu bauen. Ein großes Anliegen ist es uns, früh genug über alle baulichen Möglichkeiten zu informieren und auch bisher vielleicht weniger Bekanntes in die Überlegungen mit einzubinden. Zeitdruck durch zu spätes Handeln kann so verhindert werden. Ein gelungenes Projekt braucht Zeit sich zu entwickeln, um auch von allen im Betrieb daran Beteiligten akzeptiert und mitgetragen zu werden.  Walter Breininger

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rund ums tier

Die tiergerechtesten Milchviehstall Bertieb Loibner, Groß St. Florian

Moderne Stallarchitektur m ersten, schnellen Hinschauen ist der Milchviehstall der Familie Loibner einer von vielen Liegeboxenlaufstallungen, die in den letzten Jahren errichtet wurden. Aber beim näheren Betrachten fallen einem doch einige Bereiche besonders auf, die diesen Stall von den anderen unterscheidet. Es ist zunächst die besondere Großzügigkeit von Fläche und Raum, die den Kühen zur Verfügung gestellt wird und die Offenheit des Gebäudes, die kaum eine Trennung zwischen drinnen und draußen erkennen lässt. Der zwischen „Stall“ und Güllelager errichtete Auslauf mit Raufe gibt den Tieren zusätzlich noch einen weiteren Freibereich. Eine immer zugängliche Weide rundet das Angebot ab und stellt eine optimale Ergänzung des Laufstalls dar. Zwei Anmerkungen, die mit dem Tierschutz nicht unmittelbar zu tun haben, aber dieses Bauwerk besonders hervorheben: Erstens ist es die gelungene, elegante und sehr schlanke Holzkonstruktion mit sehr flachem Dach, das sich gut ins Gesamthofbild einordnet und zweitens die trotz ihrer Größe unauffällig installierte Photovoltaikanlage auf dem Stalldach.

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Rindermaststall Betrieb Meinhart, Kumberg

Ein Stall für „Stall“ mit Auslauf und vieleckiger, fast runder Güllegrube breininger

Gelungen installierte Photovoltaikanlage mit 65 kWp breininger

Großzügige „freie“ Liegefläche für Groß und Klein breininger


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rund ums tier

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Ställe des Jahres 2013 Rindermaststall Betrieb Leitner, Frohnleiten

Buntere Möglichkeiten ast jeder andere hätte für den Rindermaststall einen Vollspaltenboden gewählt, nicht aber die Familie Leitner. Denn der neu errichtete Rindermaststall für 64 Tiere präsentiert sich in einer Art und Weise, wie man es in diesem Betriebszweig noch kaum gesehen hat. Der offene Liegeboxenstall mit Schrapperentmistung zeigt auf, dass auch in der Mast neue Wege eingeschlagen werden können. Beträgt die Fläche in der Vollspaltenbucht drei Quadratmeter pro Tier, so stehen in diesem Stall jedem Stier über acht Quadratmeter zur Verfügung. Um den Rindern auch einen Freibereich anbieten zu können, wurde an der Längsseite ein planbefestigter Auslauf errichtet, der somit das Flächenangebot noch zusätzlich vergrößert. Durch eine statisch elegante Holzkonstruktion und einer Teilung in zwei Gebäude wird dem Neubau ein sehr modernes Äußeres gegeben, das sich erfreulich von den sonst üblichen Stallbauten hervorhebt. Der Familie Leitner ist zu ihrem Stallgebäude und zur Wahl der Aufstallung ihrer Mastrinder zu gratulieren. Es ist zu wünschen, dass über solche Alternativen mehr nachgedacht wird.

F

alle Fälle ie gewünschten Anforderungen, die die Familie Meinhart an den Stall stellten und ihnen sehr wichtig waren, waren folgende: Der Stall soll eine hohe Flexibilität in der Verwendung aufweisen und einfach in der Adaption an neue Gegebenheiten sein. Hört sich einfach an, ist aber zuweilen schwierig umzusetzen. Hier ein Ergebnis, das sich aber sehen lassen kann und schon mehrmals Nachahmer gefunden hat. Der als Zwei-Flächenbucht gestaltete Rinderstall, bestehend aus planbefestigtem Fressplatz mit Schrapperentmistung und eingestreutem Tieflaufbereich (trotz erhöhtem Strohaufwand und auch etwas mehr Arbeit, hoch geschätzt) wurde in den letzten Jahren auch schon mehrmals für unterschiedlichste Nutzungen verwendet: so wie ursprünglich geplant als Maststall, dann teilweise als Mutterkuhstall, für die Kalbinnenaufzucht, für Trockensteher und für die Kälberaufzucht. Von Vorteil stellte sich die Aufteilung in gleich große Einheiten sowie die Wahl einer freien, eingestreuten Liegefläche heraus. Da es auf vielen Betrieben oftmals nicht klar ist, wie sich die nächsten Jahre entwickeln, dringend aber Lösungen gefunden werden müssen, sind Stallsysteme, die noch viel Spielraum für Veränderungen frei lassen, zu bevorzugen.

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Viel Platz, Licht und Luft ist auch im Rindermaststall erwünscht breininger

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rund ums tier

Grundfutter: Qualität oft Sehr feuchtes Frühjahr und die anschließende Trockenheit führten nicht nur zu großen Ertragseinbußen, auch die Grundfutterqualität hat stark gelitten.

iele Grünlandbestände vom ersten Aufwuchs konnten wegen der hohen Niederschläge nicht rechtzeitig geerntet werden. Beim ersten Aufwuchs führte der späte Schnittzeitpunkt, bei den Folgeaufwüchsen die trockenheitsbedingte Notreife, zu einer frühen Lignifizierung (Verholzung) des Futters. Die Folge ist eine geringe Verdaulichkeit und damit verbunden eine niedrige Grundfutterleistung. Die jährliche Grundfutteruntersuchung der Arbeitskreis-Milchbetriebe hat dies deutlich aufgezeigt. Die schwierigen Erntebedingungen hatten auch starke Futterverschmutzungen zur Folge.

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Grassilagen vom ersten Aufwuchs haben im Mittel über 100 Gramm Asche. In Kombination mit niedrigeren Zuckerkonzentrationen im Futter kam es häufig zu Fehlgärungen mit hohen Buttersäuregehalten. Darunter litt die Lagerstabilität, Futterstockerwärmungen und Schimmelbildungen treten häufiger auf.

Heu mit wenig Rohprotein

Bei Heubetrieben ohne leistungsstarke Trocknungsanlage verzögerte sich die Ernte über Wochen. Die Gefahr von Verpilzungen am Futterstock war besonders groß. Die Heuqualitäten schwanken deshalb stark. Auffällig sind die

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Silomais fehlt Stärke

Bedingt durch die Trockenheit und die zum Teil fehlende Kolbenbildung hat Silomais einen sehr niedrigen Stärkegehalt, somit wenig Energie und hohe Rohfasergehalte. Abgestorbene Pflanzenteile haben am Feld und im Silo zu Verpilzungen geführt. Futterstockerwärmungen können die Folge sein. Damit die Leistung der Rinder nicht zu stark ab-

Neuer Teamkapitän

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geringen Rohprotein- und hohen Rohfasergehalte. So hatte rund ein Drittel der untersuchten Proben vom ersten Aufwuchs weniger als zehn Prozent Rohprotein in der Trockenmasse.

Ing. Johannes Höller

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ie Fritz Jeitler Futtermittel GmbH ist seit 1985 der Biomin®Generalvertriebspartner in der Steiermark, dem Südburgenland und in Slowenien. Bei uns trifft Tradition auf Innovation, Nachhaltigkeit und Beratungsqualität. Wir verkaufen unseren Kunden nicht einfach Futtermittel und landwirtschaftliche Produkte, sondern wir liefern landwirtschaftliche Erfolge! Dieses Erfolgsrezept und das Vertrauen unserer Kunden sichert uns seit Jahren eine führende Position am Markt. Für uns ist dies aber kein Ruhekissen, sondern ein ständiger

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kritisch der heuer geringeren Energiekonzentration im Grundfutter brauchen vor allem hochleistende Tiere mehr Kraftfutter. Nachdem Grundfutter knapp, teuer und die Qualität teils mangelhaft ist, macht es Sinn Kraftfutter verstärkt und gezielt einzusetzen. Die Energiekonzentration im Grundfutter ist heuer im Durchschnitt um 0,3 MJ NEL geringer. Daraus ergibt sich unter Berücksichtigung der Futteraufnahme ein zusätzlicher Bedarf von 1,5 Kilo Kraftfutter je Kuh und Tag für die gleiche Milchleistung. Pansenschonende Kraftfuttermittel wie Trockenschnitzel und Körnermais sind zu bevorzugen. Wird Stroh zur Streckung des Grundfutters verwendet, muss auf jeden Fall die Kraftfuttermenge erhöht werden. 0,4 Kilo Stroh und 0,6 Kilo Kraftfutter mit 15 Prozent Rohprotein ersetzen rund ein Kilogramm Heu in der Ration. u Auf eine ausreichende Eiweißversorgung ist besonders bei Rationen mit hohen Silomais- oder Heuanteilen zu achten. Stroh enthält nur drei bis vier Prozent Rohprotein. Auch bei Tieren mit geringem Leistungsniveau, wie Kalbinnen und Trockensteher, ist deshalb bei strohreichen Rationen eine zusätzliche Eiweiß-Ergänzung mit Kraftfutter notwendig. Bei laktierenden Kühen dient der Milchharnstoffgehalt zur Kontrolle der Eiweißversorgung. Bei einer ausreichenden Versorgung mit Eiweiß liegt dieser bei 20 bis 25 Milligramm je Deziliter. u Hohe Eisengehalte im Grundfutter, bedingt durch die Rohasche, können zu ei-

Heuer gibt es nicht nur weniger Grundfutter, es enthält auch weniger Energie Philipp

sinnvoll. Die Dosierung kurz vor der Abkalbung beträgt 150 Milligramm je Kuh und Tag und kann nach der Abkalbung auf 250 Milligramm erhöht werden. Leistungsstarke Betriebe können auch geschütztes Fett zur Verbesserung der Energieversorgung von täglich 0,2 bis 0,5 Kilogramm einsetzen.  Karl Wurm

Nährstoffgehalte Grassilage AK Milch 2013

Durchschnitt Minimum Maximum

145 87 207

272 206 335

57 35 80

107 64 199

5,95 4,94 6,63

13 0 58

Geringe Grundfutterqualität

wurm

Nährstoffgehalte Heu AK Milch 2013 Rohprotein g/kg TM Rohfaser g/kg TM Lignin g/kg TM Rohasche g/kg TM Energie MJ Nel/kg TM Zucker g/kg TM

Was jetzt zu tun ist

u Wegen

ner schlechteren Verwertung von Spurenelementen führen. Deshalb ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralfutter wichtig. Bei Grünlandrationen benötigen Kühe rund 50 bis 70 Gramm Mineralfutter zur Ergänzung. Bei Leistungen über 15 Kilogramm Milch ist eine zusätzliche Ergänzung mit dem Kraftfutter notwendig. Bei höheren Kraftfuttermengen können puffernde Substanzen wie Natriumbikarbonat oder Mineralfutter mit Lebendhefe Pansenübersäuerungen vorbeugen. u Die Betakarotin-Versorgung ist bei geringer Grundfutterqualität beziehungsweise bei hohem Silomais- und Strohanteilen ein Problem. Eine Ergänzung von Betakarotin bei Kühen in der gesamten Trockenstehzeit von 200 bis 300 Milligramm je Tag kann die Versorgung sicherstellen. In Phasen mit mangelhafter Grundfutterhygiene empfiehlt sich Mineralfutter mit höherem Vitamin E Gehalt. u Mischwagenbetriebe können durch Zusatz von Futtersäuren die Stabilität des Futters verbessern. Dabei wird je nach Trockenmassegehalt der Ration ein bis drei Liter Säure je Tonne Futter zugesetzt. u Damit Kühe zu Laktationsbeginn kein zu großes Energiedefizit bekommen und an Ketose erkranken, ist der Einsatz von glukoplastischen Substanzen wie Natriumpropionat, Propylenglykol oder Glycerin

Rohprotein g/kg TM Rohfaser g/kg TM Lignin g/kg TM Rohasche g/kg TM Energie MJ Nel/kg TM Buttersäure g/kg TM

fällt beziehungsweise die Tiergesundheit leidet, sind einige Maßnahmen zu ergreifen.

Durchschnitt Minimum Maximum

112 74 161

288 256 336

63 49 77

83 62 113

5,60 4,86 6,30

121 89 136


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rund ums tier

Rindfleischqualität Für Konsumenten zählt der Geschmack. Erzeuger müssen sich danach ausrichten.

er Rindfleischverbrauch sinkt leicht und lag im Jahr 2012 bei 18,2 Kilo pro Person. Für den Konsumenten ist entscheidend, wie das Rindfleisch schmeckt. Als Erzeuger müssen wir uns danach ausrichten. Genetik und Fütterung bestimmen die Grundqualität von Rindfleisch. Umwelteinflüsse, wie Haltungsbedingungen und Stress beim Verladen und Transport können massive Auswirkungen auf die Fleischqualität haben oder es sogar völlig unbrauchbar machen.

Faktoren der Qualität

Rindfleisch muss zart, saftig und geschmackvoll sein. Durch die kleineren Haushaltsgrößen und die geänderten Kochgewohnheiten ist der Außer-Haus-Verzehr auf über 50 Prozent gestiegen. Für einen Ein- oder Zweipersonenhaushalt ist das Zubereiten eines Rindsbratens praktisch unmöglich; hier eignen sich Steaks besser. Der Handel reagiert auf diese Änderungen damit, dass zunehmend Steaks in Einzelverpackungen angeboten werden. Der optimale Schlachtzeitpunkt beeinflusst stark die Fleischqualität und liegt vor dem Abschluss des Wachstums der Knochen (Rahmen) und der Muskel (siehe Grafik). Erst wenn das Fettgewebe aufgebaut ist, sollten Rinder geschlachtet werden.

D

Qualität beim Konsumenten

u Rasse

und Kategorie beziehungsweise das Geschlecht u Behandlung der Tiere vor der Schlachtung (Stress) u Kocheigenschaften (Wasserverlust, Koch-, Brat-, Grilldauer) u Reifung in Hälften oder Vakuum u Fetteinlagerung u Teilstück u Alter bei der Schlachtung

Besondere Fleischqualität

Weide wird wichtiger

grabner

Spezielle Fleischrassen haben günstigere Textureigenschaften (Muskel- und Bindegewebe) und einige Rassen wie beispielsweise die Murbodner haben eine besonders günstige Textur, was sich in einer hervorragenden Qualität widerspiegelt. Im Rahmen des Murbodner-Programmes ist es gelungen, diese besondere Qualität zu erzeugen und mit

Die Genetik spielt eine wichtige Rolle bei der Fleischqualität

Spar als Partner zu vermarkten. Über alle Rassen hinweg kommt die beste Grundqualität von der Kalbin, dann folgt die Jungkuh (ein Kalb), der Ochse und schließlich der Jungstier. Erst in den letzten Monaten gibt es einige Bestrebungen, Kalbinnenfleisch besonders zu vermarkten (Almo-Verein über Schirnhofer oder Merkur). Die Kalbin muss speziell gemästet werden, weil sie sehr früh verfettet. Auch hier können wir von England oder Nordamerika lernen – Kalbinnen müs-

grabner

sen mit niedrigeren Lebendgewichten (etwa 550 Kilo) geschlachtet werden.

Stress vermeiden

Rinder müssen ruhig und ohne Stress verladen werden können. Treibgänge und Verladerampen sind für Laufstall- und Weidetiere unbedingt notwendig und sie sollten auf keinem Betrieb fehlen. Die Wartezeit am Schlachthof ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium, wobei hier die Expertenmeinung ist, dass die Rinder so rasch wie möglich geschlachtet werden

optimaler Schlachtzeitpunkt Optimaler Schlachtzeitpunkt liegt deutlich vor dem Abschluss des Wachstums

juventil

Knochenwachstum

Lebendmasse Muskelwachstum Fettwachstum

adult

optimaler Schlachtzeitpunkt


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steigern sollen. Die Kühlung erfolgt unmittelbar nach der Schlachtung und passiert sehr schnell – innerhalb von zwei Tagen geht die Kerntemperatur auf unter sieben Grad. Danach setzt die eigentliche Reifung ein. Dabei gilt ein Prinzip: Je älter das Rind, desto länger muss das Fleisch reifen. Als Grundregel für über zwölf Monate alte Rinder gilt die Frist von 14 Tagen. Ein Almochse mit etwa 24 Monaten sollte schon etwa 20 Tage reifen. Konsumenten können Rindfleisch vakuumverpackt kaufen und im Kühlschrank reifen lassen. Die Reifung im Vakuum hat sich bewährt.

Schlachtkörperbeurteilung

In Australien oder Amerika hat die intra- und intermuskuläre Fetteinlagerung eine wesentlich höhere Bedeutung als bei uns. Gemessen wird der Fettanteil in der Beiried – das Fett gibt die Qualitätsklasse an und bestimmt den Preis. Bei uns werden die Muskelfülle (Fleischklasse) und die Fettauflage eingestuft. Die Fetteinlagerung im Muskel und die Feinsfasrigkeit werden nicht beurteilt.

Welt setzt auf Spezialisten

Während in Österreich die Rasse Fleckvieh als Zweinutzungsrasse dominiert und einen Rassenanteil von knapp 80 Prozent aufweist, dominieren in anderen Ländern die Fleischrassen und die gekreuzten Mutterkühe. In Österreich befürchten die Mastbetriebe, dass die Mast- und Schlachtkörperqualität bei Fleckvieh sinkt und damit die Mast unwirtschaftlicher wird. Der Ausweg kann darin bestehen, dass mehr Absetzer aus der Mutterkuhhaltung, die mit speziellen Fleischrassen gekreuzt sind, in die Mastbetriebe gehen. In Schottland sind etwa 60 Prozent der Kälber

gekreuzt und Schottland fördert diese Kreuzungen (über 75 Prozent Fleischrasseanteil) mit 80 Euro pro Kalb seit 2009.

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Rindfleisch aus Gras

Der Trend „Rindfleisch aus Gras“ zu erzeugen wird immer stärker, weil die Weltbevölkerung steigt und Ernährung der Menschheit eine immer größere Herausforderung wird. „Rindfleisch aus Gras“ ist nachhaltig und gut, es werden damit Kulturflächen geschaffen, erhalten und Gras über die Weide liefert ein sehr günstiges Grundfutter. Diese Produktionsart hat den Vorteil, dass dieses Rindfleisch einen höheren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aufweist, was für die Ernährung des Menschen sehr wichtig ist. Besondere Programme, wie etwa Styria Beef als BioJungrinderprogramm oder Almo für die Almochsen setzen auf die Weidehaltung und einen hohen Anteil an Heu beziehungsweise Grassilage. Der Kraftfuttereinsatz wird auf ein Minimum reduziert.

Sonderfall Kalbfleisch

Kalbfleisch liefert bekömmliches und bestes Diätfleisch und war früher in allen Haushalten Österreichs willkommen. Heute ist der Einsatz begrenzt, Geflügelfleisch hat sehr oft die Rolle von Kalbfleisch übernommen. Aber auch aus den Bauernstallungen ist das Mastkalb fast verschwunden. Kalbfleisch kann mit Vollmilch beziehungsweise mit angereicherter Vollmilch oder mit Sauermilch erzeugt werden. Meist wird das Kalb mit Milchaustauscher gemästet, weil dabei die Nährstoffkonzentration sehr gut angepasst werden kann. Zusätzlich müssen die Kälber ab der zweiten Lebenswoche Raufutter angeboten bekom-

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men. Wird Heu oder Grassilage angeboten, färbt sich das Kalbfleisch dunkel, was vom Handel leider nicht akzeptiert wird. Es wäre auch im Sinne der artgerechten Fütterung der Kälber sinnvoll, wenn das Kalbfleisch zumindest rosa sein könnte. Hier muss beim Kunden erst noch Bewusstsein geschaffen werden.  Rudolf Grabner

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rund ums tier

Molkereien fühlen Berglandmilch und Obersteirische Molkerei erweitern ihre Kapazitäten und sind auch zuversichtlich die veredelte Milch am Markt unterzubringen.

äse ist ein Exportschlager. Wie erklärt sich das Berglandmilch als größte heimische Molkerei? Johann Pretterhofer: Käse liegt im Trend und die Vielfalt ist so groß, das vom Geschmack her für jeden etwas dabei ist. Zudem ist Käse haltbar und dadurch auch in andere Länder lieferbar. Mit welcher Milch-Liefersteigerung rechnen Sie? Pretterhofer: Mit zwei bis drei Prozent jährlich, was 25 bis 37 Millionen Kilo entsprechen würde. Wir investieren laufend in unsere zwölf regionalen Standorte. In Voitsberg haben wir ein Grundstück gekauft, um gegebenenfalls ver3.PDF | SRD_Stainzer_Inserat_Deseerta_Vollmilch_BergMilch_Rund_ums_Tier | 100 mm x 123 mm | zu können. 28.10.2013 | CMYK größern | Lanz |

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Frische Milch von unseren Steirischen Milchbauern!

Johann ­Pretterhofer Vorstandsmitglied Berglandmilch

Die Berglandmilch ist eine große Genossenschaft. Was sind die Vorteile daran? Pretterhofer: Von uns gibt es ein klares Bekenntnis zur Veredelung vor Ort, in den Regionen. Alle Entscheidungsträger sind Bauern – vom Vorstand bis zu den Delegierten der Generalversammlung. Wie hat sich die Dürre auf die Anlieferung ausgewirkt? Pretterhofer: In der Süd- und Oststeiermark stärker als in anderen Regionen Österreichs. Die Anlieferung war zwischenzeitlich rund zwei Prozent geringer. Mittlerweile sind wir schon wieder über dem Vorjahresniveau. Sie bringen laufend neue

Produkte auf den Markt. Welche haben sich etabliert? Pretterhofer: Mit Topfennockerl, Mozzarella, Quargel und den Schärdinger Träumen sind wir sehr zufrieden. Gewaltige Nachfrage gibt es an aufgeschnittenem Käse. Wir haben unser Aufschnittwerk sogar im heurigen Jahr vergrößert. Beliebt ist auch die neue Jogurella-Fruchtlinie im Sechserpack. Ganz neu sind der Schärdinger Ofentaler und der geschmackige Weichkäse Contessa Paola. Was sagen Sie zum Start Ihrer neuen Werbelinie „Schädinand“? Pretterhofer: Wir bekommen positives Echo. Die Marke Schärdinger und der beste Geschmack werden stärker hervorgehoben. Wie geht es der StainzerKäselinie? Pretterhofer: Für die Liebhaber der Marke Stainzer ergänzt sie die Palette. Es ist ein regionales Produkt der Steiermark. RM

Die Walf-Tochter Heila wurde Grand Champion. Sie stammt, wie

Österreicherin trium uf der bedeutendsten Agrarmesse Kroatiens in Bjelovar wurde die Nationalschau der Rassen Fleckvieh und Holstein ausgetragen. Reinhard Pfleger von der Rinderzucht Steiermark wurde vom kroatischen Verband als Preisrichter geladen. Aus einem Schaukontingent von über 70 Tieren konnte sich die aus Österreich importierte Walf-Tochter Heila als Grand Champion durchsetzen. Fleckvieh stellt in Kroatien mit 64 Prozent aller Tiere den dominanten Rassenblock. Ak-

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tuell stehen knapp die Hälfte der Fleckviehkühe unter Leistungsprüfung und erreichten im abgelaufenen Jahr einen Leistungsdurchschnitt von knapp über 5.000 Kilo Milch. Die aktive Zuchtpopulation beträgt 42.000 Herdebuchkühe. Die kroatische Fleckviehzucht ist geprägt von kleinen Strukturen. So haben fast ein Drittel aller Zuchtherden weniger als fünf Kühe. Aus dem Leistungsbericht von 2012 ist zu entnehmen, dass die leistungsstärkste Fleckviehkuh Kroatiens, die Romsel


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rund ums tier

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sich gut gerüstet m Einzugsgebiet der Obersteirischen Molkerei (OM) war die Dürre besonders schlimm. Wie wirkt sich das auf die Anlieferung aus? Fritz Gruber: Sie liegt 3,8 bis vier Prozent unter dem Vorjahr, wobei interessant ist, dass bei Heumilch der Rückgang weniger stark ist. Sie sind ja optimistisch die zehn bis 15 Prozent Mehranlieferung mit der Sie nach Quotenende rechnen am Markt unterzubringen. Warum? Gruber: Da sind die internationalen Märkte von Vorteil. Aldi zum Beispiel hat unseren Käse nicht in allen seinen Niederlassungen im Regal. Wir reden hier von 1.500 Tonnen Käse bei einer um 15 Prozent höheren Anlieferung. Unsere Verkäufer sagen mir, wenn die Qualität weiterhin passt, können wir das verkaufen. Worin liegen die Vorteile Mitglied der Obersteirischen Molkerei zu sein?

I

Fritz Gruber Obmann Obersteirische Molkerei

Gruber: Die Bauern haben eine eigene Verarbeitung mit hoher Qualität und sind nicht den Spotmärkten ausgeliefert. Wir sind zudem der Meinung, die gesamte angelieferte Milch ist zu übernehmen. Es ist nicht unsere Aufgabe als Verarbeiter die Entwicklung der Betriebe zu steuern. Wie ist die Auslastung des neuen Verpackungswerkes in Spielberg und wann wird die Roboter-Käsereifung in Betrieb gehen? Gruber: Wir fahren derzeit im Dreischichtbetrieb, also gute Auslastung. Die Käsereifung soll nach Plan im März 2014 starten. Dort wird dann sämtlicher Käse der OM gereift und

viele weitere Top-Kühe in Kroatien, aus Österreich

mphiert in Kroatien Tochter Bebsi mit einer dritten Laktation von 11.573 Kilo Milch ist. Sie wurde von Norbert Narnhofer aus Miesenbach gezüchtet und als Zuchtkalbin von der Rinderzucht Steiermark nach Kroatien exportiert.

Österreichische Genetik prägt

Die Pedigrees der Ausstellungstiere waren geprägt von Vätern der österreichischen Fleckviehzucht wie GS Rau, Ress und Rumba. Der Grand Champion Heila stammt aus dem oberösterreichischen

Zuchtgebiet und wurde von ihrem Besitzer Ivan Curdija importiert. Als Abschluss der Schau zeichnete Pfleger den Vorsitzenden des kroatischen Verbands Igor Michaljevic mit der Glocke der Agöf sowie das Beratungsteam rund um Josip Crncic mit einem Präsent der österreichischen Fleckviehzucht aus. Es ist zu hoffen, dass die Erfolge österreichischer Genetik auf der Nationalschau ein guter Nährboden für die weitere Zusammenarbeit mit der kroatischen Fleckviehzucht ist. Reinhard Pfleger

eventuell auch Reifung als Dienstleistung angeboten. Als nächsten Schritt wollen Sie ja auch den Hauptstandort Knittelfeld erneuern? Gruber: Ja. Die internen Beratungen dazu laufen schon. Voraussichtlich beginnt die konkrete Planung im Frühjahr. Wie geht es mit „Zurück zum Ursprung“ weiter? Gruber: Es ist ein sehr erfolgreiches Projekt, das wir unbedingt weiterführen wollen. Auf der einen Seite gibt es das Bemühen die Siloverzichtsprämie zu erhalten, sonst steht Heumilch generell unter keinem guten Stern. Auf der anderen Seite führen wir Gespräche mit dem Handel, um die Erzeugerpreise zu heben.RM

Championkuh Heila mit der Spitze der kroatischen Fleckviehzucht


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Gutes Stallklima geg Geflügel reagiert empfindlich auf Hitze. Kühlungstechnik sollte für jeden Geflügelhalter ein Thema sein.

ach der diesjährigen Hitzewelle sollte sich jedermann Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten sich anbieten, um ein nahezu perfektes Stallklima für seine Tiere zu erreichen. Um gegen die negativen Auswirkungen von Hitzetagen zwischen Juni und September gewappnet zu sein, müssen einige Punkte unbedingt beachtet werden.

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Wärmestau-Gefahr

Junge Tiere brauchen hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, später ändert sich das BW

Geflügel kann nicht schwitzen und muss Wärme durch Verdunstung über den Atemwegs­ trakt abgeben. Bei den ohnehin schon hohen Körpertemperaturen bei Geflügel von 41 bis 42 Grad Celsius kann es, hervorgerufen durch falsches Klimamanagement, leicht zur Überhitzung durch einen Wärmestau kommen. Wenn dann die Temperaturen schon vormittags in Richtung 30 Grad klettern, verbunden mit starker Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchtigkeit, können Betriebsleiter das Leistungspotential ihrer Tiere nur durch ein optimales Stallklimamanagement in Abstimmung mit einem perfekten Fütterungsmanagement aufrechterhalten.

Bewegung und kühle Luft

Welche Möglichkeiten hat nun der Betriebsführer, damit er sein Stallklima in Hitzeperioden den Bedingungen der Tiere je nach Alter anpassen

kann? Was bei Jungtieren im Kükenalter erwünscht ist, sind hohe Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit. Am besten 34 Grad Celsius, gepaart mit 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bereits nach wenigen Tagen ist es jedoch wichtig, dass es zu keinem Wärmestau beziehungsweise zu keiner Überhitzung der Tiere kommt. Hierzu ist es notwendig die Tiere einerseits in Bewegung zu halten und anderseits genügend frische kühle Luft unter und zwischen die Tiere zu bekommen, damit die heiße verbrauchte Luft abgeführt werden kann.

Chilleffekt

Sobald Geflügel ein bestimmtes Alter erreicht hat – die Jungtiere sollten bereits gut eingefiedert sein – kann man durch Erhöhung der Luftgeschwindigkeit ab einer Außentemperatur von etwa 27 Grad Celsius (bei erwachsenem Geflügel auch schon früher) den sogenannten Chilleffekt erzielen. Die gefühlte Temperatur ist dann niedriger, wodurch das Leistungspotenzial erhalten bleibt (siehe Tabelle). Erzielt wird dieser Chilleffekt durch die Tunnellüftung. Dabei strömt die Frischluft meist auf der einen Stallgiebelseite ein, auf der entgegengesetzten Giebelseite saugen Großraumventilatoren die Luft ab. Es macht natürlich Sinn, dies über computergesteuerte Lüftungsprogramme zu re-

geln. Ausgeklügelte Systeme schalten dann automatisch von der Horizontallüftung auf eben diese Tunnellüftung um. Der Chilleffekt kann selbstverständlich auch mit zusätzlichen Lüftern, ob Heugebläse, Deckenumluftventilatoren, Schwenkventilatoren sowie den vorhandenen Heizungsgebläsen und Wärmetauschergebläsen erzielt werden.

Sprühkühlung

Eine Sprühkühlung kann die Stalltemperatur um einige Grade senken. Über Hochdruck-

der Chilleffekt Ist Temp. Luftfeuchte

°C

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%

Temperaturwahrnehmung bei hoher Luftgeschwindigkeit

m/s m/s m/s m/s m/s m/s 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 35 50 35 32,2 26,6 24,4 23,3 22,2 29,5 50 29,5 26,6 24,4 22,8 21,1 20,0 Der Chilleffekt nutzt den Umstand aus, dass die gefühlte Temperatur von der Luftgeschwindigkeit abhängt. So können Tiere gekühlt werden ohne die tatsächliche Temperatur zu senken.


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gen schlechte Leistung Für den Chilleffekt werden die seitlichen Lüftungsklappen geschlossen und starke Ventilatoren saugen die Luft in Längsrichtung durch den Stall. Die höhere Luftgeschwindigkeit sorgt für Abkühlung musch

düsen wird Wasser mit einem Druck von 70 Bar als Sprühnebel in der Nähe der Zuluftdüsen in den Stall eingebracht. Der Wassernebel verdunstet sofort und entzieht dabei der Luft die Wärmeenergie, dadurch wird eine Abkühlung der Stallluft um einige Grade erreicht. Solch eine Sprühkühlung muss unbedingt über einen Klimacomputer gesteuert werden, um kein böses Erwachen durch eine von der Sprühkühlung verursachte feuchte Einstreu zu erleben. Denn wenn eine bestimmte Luftfeuchtigkeit im Stall erreicht wird (nahe 80 Prozent), muss sich die Einbringung des Sprühnebels abschalten und die feuchte Luft aus dem Stall herausgelüftet werden. Durch das Lüften sinkt die Luftfeuchtigkeit im Stall wieder ab und der Steuercomputer gibt die Einbringung des Sprühnebels erneut frei. Temperatur- und Feuchtigkeitsfühler im Stall

sowie genügend Wasser für die Sprühkühlung sind für eine optimale Funktion unumgänglich. Probleme kann es geben, wenn die Sprühkühlung aufgrund zu hoher Luftfeuchte nicht nach oben genanntem Schema arbeiten kann. Denn wie in unseren Breitengraden üblich, kann es gelegentlich auch sehr schwül sein, wodurch die Kühlung durch Einbringung von Sprühnebel nur bedingt oder an manchen Tagen gar nicht möglich ist.

Fütterungsmanagement

Deshalb ist es hier unbedingt notwendig, auch dem Fütterungsmanagement große Aufmerksamkeit zu schenken, um das Fressverhalten der Tiere dem jeweiligen Leistungspotenzial stetig anzupassen. Auch macht es Sinn, diverse Fütterungszeiten in frühe Morgen- oder Nachtstunden zu verlegen. Die Funktionstauglichkeit der Ventilatoren samt Zuluft­

elementen sowie die der Alarmanlage, Notstromaggregate, Besprühungsanlagen und Brunnenkapazitäten ist unbedingt rechtzeitig zu prüfen. Mit dem heutigen Knowhow der modernen Technik und dank der Wettervorhersagen haben wir Mittel in der Hand, hitzebedingte Leistungseinbußen und Verluste weitgehend auszuschließen.  Anton Koller

Hitzestau muss vermieden werden

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Landwirtschaftliche Mitteilungen

rund ums tier Extremer Hitze mit Fütterung entgegen wirken.

Optimale Aufzucht von Junghennen Fütterung in vier Phasen Die Entwicklung der Tiere muss

vom Betreuer immer genau beobachtet werden. u Ein Futterprogramm in vier Phasen unterstützt die Entwicklung. u Die Futterkomponenten der jeweiligen Phasen müssen aufeinander abgestimmt werden ohne die Futterakzeptanz zu beschränken. u Den Zeitpunkt des Futterwechsels bestimmt das Gewicht der Tiere, nicht das Alter.

ie Entwicklungsphase vom Küken bis zur legereifen Junghenne ist die Vorbereitung auf das Leben als aktive Legehenne. Damit der Landwirt eine gesunde und leistungsstarke Junghennenherde halten kann, sind Hygiene und gewissenhafte Gesundheitsvorsorge unabdingbar. Das Abwehrsystem der Tiere wird durch optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen gewährleistet.

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Spitzensportler Legehenne

Lichtprogramm Das Lichtprogramm hat einen we-

sentlichen Einfluss auf die Futteraufnahme. u Durch den Wechsel zwischen Licht- und Dunkelphasen werden die biologischen Rhytmen gesteuert. u Durch langsame Verkürzung der Tagphasen wird mehr Futter aufgenommen. So kann das Körpergewicht erhöht werden. u Dies sollte mit dem Betreuer abgestimmt werden.

Die legereife Henne wiegt rund 1,7 Kilo und produziert rund 350 Eier (rund 25 Kilo) in ihrem Leben. Entscheidend für die erfolgreiche Aufzucht sind die sehr gute Kükenqualität, die idealen Bedingungen im Aufzuchtstall, sauberes Trinkwasser, hochwertiges Futter und das perfekte Management. Die Aufzuchtperiode dauert 18 Wochen und eine gesunde, robuste Junghenne wiegt dann rund 1,5 Kilo.

Licht und Ernährung

IMPRESSUM Herausgeber und Verleger: Landwirtschaftskammer ­Steiermark, ­ Hamerlinggasse 3, 8010 Graz, Tel. 0316/8050-0, office@lk-stmk.at Chefredakteurin: Mag.a ­Rosemarie Wilhelm, DW 1280, rosemarie.wilhelm@lk-stmk.at Redaktion: Roman Musch, DW 1368, roman.musch@lk-stmk.at Anzeigen: Michaela Fritz BSc, DW 1342, michaela.fritz@lk-stmk.at ­Silvia Steiner PMBA, DW 1356, silvia.steiner@lk-stmk.at Layout und Produktion: Ronald Pfeiler, DW 1341, ronald.pfeiler@lk-stmk.at Klaus Perscha, DW 1265, klaus.perscha@lk-stmk.at Office-Management: Tanja Kelemina, ­Tel. 0316/8050-1281, tanja.kelemina@lk-stmk.at

Neben dem Lichtprogramm (gesteuerter Wechsel zwischen Tag und Nacht) und einer adäquaten Körpergewichtsentwicklung ist die Ernährung ein wesentlicher Faktor zur Erreichung der Legereife. Mit der fein abgestimmten und ausgewogenen Fütterung wird die Junghenne auf die spätere Legephase vorbereitet. Somit ist die artgerechte Nahrungsaufnahme gewährleistet. In der Aufzucht müssen sich die Organe der Tiere (beispielsweise der Muskelmagen) ausreichend entwickeln, sodass bei Legebeginn genug Nahrung aufgenommen werden kann. Die Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen ist über hochwertige Futtermischungen möglich.

Was aber tun wenn die Tiere untergewichtig sind? Nur durch die genaue Kontrolle erkennt der Aufzüchter rechtzeitig Abweichungen in der Entwicklung der Tiere. Gleich nach der Ursachenforschung mit dem Tierarzt sollte mit der Futtermühle Rücksprache gehalten werden. Länger in der derzeit eingesetzten Futtersorte zu bleiben oder gar eine Sorte zurückzusetzen wären mögliche Maßnahmen. Zum Einsatz von Sondermischungen wird nur nach Absprache mit dem Tierarzt geraten.

9,5 Millionen Euro hat die erste Eitrocknungsanlage Österreichs gekostet. In der Schaltzentrale läuft man Gefahr viereckige Augen zu bekommen Musch (4)

Fütterung bei extremer Hitze

Die heißen Sommermonate machen nicht nur uns zu schaffen – auch den Tieren. Es liegt am verantwortungsbewussten Aufzüchter laufend die Lüftung und Kühlung zu kontrollieren. Ständig frisches Wasser zur Verfügung zu stellen ist ebenso selbstverständlich wie die Futteraufnahme und das Tiergewicht zu überprüfen. In den Sommermonaten kann zusätzlich Vitamin C über das Trinkwasser verabreicht werden. Ein Umstieg von mehligem Futter auf Granulat oder Pellets kann in Erwägung gezogen werden, man sollte jedoch in der Sorte bleiben. Sondermischungen (zum Beispiel mit Kräuterprodukten) oder der Einsatz von flüssigen Ergänzungsmitteln sollten mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Nur durch ein perfekt abgestimmtes Verhältnis zwischen Stallmanagement, Fütterung und tierärztlicher Betreuung kann die optimale Entwicklung von Junghennen gewährleistet werden. Ein verantwortungsbewusster Aufzüchter legt den Grundstein für einen erfolgreichen Legehennenhalter.  Franz Knittelfelder, Fa. Lugitsch

125 Millionen Eier pro Jahr werden aufgeschlagen und getrennt

Flüssigei wird mit 120 Bar in den 170 Grad heißen Tunnel gesprüht

Andreas Hütter verkauft das Eipulver an die heimische Industrie


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rund ums tier

Ei im Pulverfass aletten mit Eiern wohin man auch schaut. So präsentieren sich die Hallen von Gnaser Frischei und ihrer Tochterfirma Eivita. Hier wird sortiert, verpackt und seit Mai auch aufgeschlagen und getrocknet – ein Novum für Österreich. 50 Millionen Eier wurden seither schon verarbeitet. „Die Lebensmittelindustrie testet unser Eipulver noch. Rund 80 Tonnen haben wir bisher ausgeliefert“, verrät Eivita-Geschäftsführer Andreas Hütter. 9,5 Millionen Euro stecken in der Anlage, 16 Arbeitsplätze wurden geschaffen und ein zwei Megawatt Biomassekessel schluckt jede Menge Hackschnitzel aus der Region. 420 Tonnen AMA-Gütesiegel-zertifiziertes Vollei-, Eigelbund Eiweißpulver in den Qualitäten Bio-Freiland, Freiland und Bodenhaltung warten noch in den Lagern, wo es bis zu zwei

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Jahre haltbar ist. Diese Haltbarkeit nutzen auch die Hersteller aus, um günstig einzukaufen und bei besonders hohen Preisen am Markt sogar weiterzuverkaufen. Ein Objekt für Spekulation also. Vordergründig hat Trockenei jedoch Prozessund Hygienevorteile für Hersteller von Fertigprodukten und die Zulieferer der Gastronomie und Bäcker. Im Vollbetrieb sollen pro Jahr 1.500 Tonnen aus etwa 125 Millionen Eiern getrocknet werden.

das Wasser. Wie es genau funktioniert ist etwas komplizierter, wie Hütter erklärt: „Eiweiß zum Beispiel muss vorher über Fermentation entzuckert werden, bevor man es trocknen kann.“ Eiweißpulver muss danach noch langzeitpasteurisiert werden. Dabei wird es in einem Lager für drei Wochen auf 75 Grad erwärmt. Vorgabe ist eine Austria KG Kerntemperatur von 65 Grad für zwei Wochen. Dieses Wissen hat Sanovo, der Erbauer der Anlage, gleich mitgeliefert.

Ei

So funktionierts

Die Eier werden aufgeschlagen und getrennt. Das Flüssigei wird pasteurisiert und in Tanks zwischengelagert bis es mit 120 Bar durch feine Düsen in den Trockentunnel eingesprüht wird. Dort herrschen am einen Ende 170 Grad, am anderen, ein paar Meter weiter nur mehr 67 Grad. Dazwischen verdampft

Vita

Vorteile für Bauern

Durch die erste österreichische Trockeneifabrik eröffnet sich mehr Handlungsspielraum am Markt. A U S T Rwenn IA KG Im Sommer, der Eiabsatz schwächelt, müssen die Eier nicht mehr billig verkauft werden, sondern können getrocknet werden. Dadurch ergibt sich ein höherer Durchrechnungspreis.  R. Musch

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In allen möglichen Teigwaren ist Trockenei drin. Bislang musste es importiert werden.

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GNASER FRISC P R O D U K T I O N S

G . M . B . H


schmeckt’s garantiert

Nur die besten Hendln werden mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet. Nur Hühner, die mit hochwertigem Mais und Getreide gefüttert wurden, die von Bauernhöfen stammen, bei denen Hygiene und Tiergesundheit an oberster Stelle stehen und die absolut frisch im Verkaufsgeschäft landen, haben die Auszeichnung mit dem AMA-Gütesiegel verdient. Sicher ist sicher.

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LM Magazin Rund ums Tier 2013  

Magazin der Landwirtschaftlichen Mitteilungen für steirische Nutztierhalter

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