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Holz&Forst

Sonder

beilage Landwirtschaftliche Mitteilungen

Landwirtschaftliche Mitteilungen 1. November 2012

inhalt

Forschen für neue Nutzung

Interview Vizepräsident Franz Titschenbacher, will den steirischen Holzverbrauch Seiten 2, 3 verdoppeln. 

Wirtschaft Wald sorgt für ein Sechstel des Produktionswertes und für knapp 50.000 ArbeitsSeiten 4, 5 plätze. 

Sorgen Eingriff in Eigentumsrechte und das Infragestellen der Klimaschutzwirkung der Seite 5 Holznutzung. 

Nachhaltig Warum globale Forderungen nicht mit unserem Bewirtschaftungssystem Seite 6 vereinbar sind. 

Holznetzwerk

Holzbau Holz hat noch viele positive Überraschungen zu bieten, wie anhand der Firma ThoSeite 12 ma zu sehen ist.

proholz steiermark

Das steirische Netzwerk ist internationales Vorbild. Wie das Erfolgsmodell funktioSeiten 8 bis 10 niert. 

Auf Holz bauen ...


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Landwirtschaftliche Mitteilungen

Landeskammer, Leiter der Forstabteilung

Holz verfügt über Eigenschaften, die für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert sind. Holz ist das einzige Kapital, das wirklich wächst. Holz ist bodenständig, „fest verzinslich“, wachstumssicher und ethisch vertretbar. Holz ist KohlenstoffSenke, Kohlenstoff-Speicher und ersetzt Kohlenstoff. Holz ist Klima- und CO2- neutral. Kurz gesagt, Holz ist in der Lage, viele unserer Umwelt- und Klimaprobleme zu lösen. Umso unverständlicher und mit normalem Hausverstand nicht erfassbar; eine kürzlich bei uns eingegangene Meldung, dass

Wir brauchen Holz der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, Holzprodukte nun doch nicht als CO2 Speicher anerkennen will, wenn es darum geht, den Forstsektor verpflichtend in die CO2 Bilanzierung aufzunehmen. Statt alle nur möglichen Anstrengungen zu unternehmen um die Emissionen aus Verkehr, Industrie und anderen Quellen zu reduzieren, um die gesteckten Klimaziele mit einer maximalen Erwärmung von zwei Grad zu erreichen, versucht man nun in Europa Einschränkungen in der Holznutzung zu verordnen. Für Länder in denen Raubbau am Wald und der Natur betrieben wird ist das nachvollziehbar. Für ein Land wie Österreich, mit einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Forstwirtschaft aber durch kein Argument zu rechtfertigen. Über Jahrzehnte wurde in unseren Wäldern Vorratsaufbau betrieben. Die Idee aus Brüssel, Umtriebszeiten zu verlängern, Wälder außer Nutzung zu stellen und damit die Holzverwendung einzuschränken, klingt wie eine Resignation vor dem wirklich globalen Klimaproblem. Unsere Antwort kann nur lauten: Wir brauchen mehr Holz! Holz, das sich nicht verbraucht, Holz, das nachwächst, Holz, das mithilft gravierende Umweltprobleme zu lösen.

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Ziel: Holzverbrauch

kommentar Stefan Zwettler

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Vizepräsident Franz Titschenbacher im Interview über ls neu gewählter Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Steiermark sind Sie unter anderem für den Fachbereich Forstwirtschaft zuständig. Wie ist Ihre persönliche Beziehung zum Wald? Franz Titschenbacher: Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent der Landesfläche prägt der Wald ganz besonders unser Landschaftsbild. Für mich persönlich ist der Wald Arbeitsplatz, Naturraum, aber auch Ort der Erholung. Für meinen Betrieb, den ich gemeinsam mit meiner Frau bewirtschafte, stellt der Wald, zusammen mit der Milchwirtschaft und Urlaub am Bauernhof, ein wichtiges Standbein dar. Wie schätzen Sie die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft in der Steiermark ein? Titschenbacher: Die nachhaltig betriebene Forstwirtschaft in unserem Land ist die Voraussetzung für eine gut funktionierende Wertschöpfungskette Holz. Immerhin ist ein Sechstel der steirischen Wirtschaftsleistung dem Sektor Forst- und Holzwirtschaft zuzuschreiben. Rund 54.600 Menschen arbeiten in der Forstund Holzwirtschaft. Sechzig Prozent davon beziehen ihr Einkommen unmittelbar aus dem Wald. Was verbinden Sie mit dem Rohstoff Holz? Titschenbacher: Holz ist für mich ein ganz bedeutender Rohstoff. Schon allein weil er ständig nachwächst und sich bei nachhaltiger Nutzung nicht verbraucht. Holz ist Baustoff und Energiequelle. Holz besitzt Eigenschaften, die man sich sehr gut zu Nutzen machen kann. Dazu gehört die hohe Druckfestigkeit bei gleichzeitiger Elastizität und bei richtiger Verwendung die große Beständigkeit. Holz ist im Hinblick auf das Umweltgas CO2 – Senke, Speicher und Substitution, direkt vor unserer Haustüre. Holz muss daher noch stärker Verwendung finden. Wie sehen Sie die Diskussion

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hinsichtlich stoffliche- versus energetische Nutzung des Holzes? Titschenbacher: Diskussionen sind gute Möglichkeiten, Standpunkte zu beleuchten und Entscheidungsprozesse einzuleiten. Prinzipiell muss allerdings festgestellt werden, dass wir uns in einer freien Marktwirtschaft befinden und es in der Entscheidung der Waldbesitzer selbst liegt, an wen Holz verkauft wird beziehungsweise wie es weiter verarbeitet werden soll. Sowohl die stoffliche als auch die energetische Verwertung haben ihre Bedeutung. Dort wo die höhere Wertschöpfung

stehenden Fördermittel ausgekommen. Für die Umsetzung innovativer Projekte und die Weiterentwicklung einer modernen, nachhaltigen Forstwirtschaft ist die Bereitstellung von Fördermittel unumgänglich notwendig. Ich denke besonders an die hohen Overheadkosten bei einer zusätzlichen Nutzung des gefragten Rohstoffes Holz, die durch den Markt nicht abgedeckt sind. Wir müssen die forstlichen Zusammenschlüsse weiter forcieren und weiter in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Was den Klimawandel und den Forstschutz

­ ir müssen die forstlichen Zusammenschlüsse W ­weiter forcieren und weiter in den Ausbau der ­Infrastruktur investieren.

Franz Titschenbacher, Vizepräsident Landwirtschaftskammer Steiermark

liegt, dort wird es hin geliefert. Kritik über das Verheizen von Holz kommt vor allem von der Papier- und Plattenindustrie. Titschenbacher: Eingeheizt werden in erster Linie minderwertige Qualitäten. Was den Umbau von fossiler Energie auf erneuerbare Energie betrifft, haben wir alle einen Beitrag zu leisten. Was wenig Sinn macht, ist die Entstehung von Megaprojekten für die Energiegewinnung, die langfristig nur schwer versorgt werden können. Sinnvoll ist der weitere Ausbau effizienter dezentraler Anlagen, wie sie zum Beispiel in Form von Mikronetzen seit Jahren in unserem Land erfolgreich umgesetzt werden. Stichwort GAP, ländliche Entwicklung und forstliche Förderung. Was ist wichtig? Titschenbacher: Was die Verwendung von Fördermittel betrifft, ist die Forstwirtschaft in den letzten Jahren mit einem vergleichbar bescheidenen Anteil der gesamten zur Verfügung

betrifft werden wir in den nächsten Jahren sehr gefordert sein. Die Abgeltung im Bereich des freiwilligen Vertragsnaturschutzes und viele Bereiche mehr, verlangen nach einer ausreichenden Dotierung der Fördertöpfe, für die ich mich ganz besonders einsetzen werde. Der Ruf nach einer AußerNutzung-Stellung von Waldgebieten und die Umsetzung von unberührten Wildnisgebieten wird seitens verschiedener Umweltorganisationen immer lauter. Wie geht es Ihnen damit? Titschenbacher: Wir haben das große Glück, dass wir in einer Kulturlandschaft arbeiten und leben dürfen, die seit Generationen von Bauern, Waldbesitzern und Forstleuten gestaltet und geprägt wird. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur ist dabei Schlüssel und Garant für eine reiche Artenvielfalt. Jede zwangsweise AußerNutzung-Stellung ist kategorisch abzulehnen. Solche Konzepte passen in Länder mit unendlicher,


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verdoppeln

seine Sicht der forstlichen Herausforderungen unbewohnter Flächenausstattung. Die Idee „Yellow Stone National Park“ ist in einem Land wie unserem, mit einer verantwortungsvollen, multifunktionalen, nachhaltigen Waldwirtschaft und einer gut funktionierenden Wertschöpfungskette Holz nicht einmal ansatzweise denkbar. Was die Ausweisung von Natura 2000 Gebieten, Naturschutz und Landschaftsschutzgebieten betrifft, sind wir ohnedies sehr großzügig ausgestattet. Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für den Bereich Forst und Holz in den nächsten Jahren? Titschenbacher: Wir müssen auf alle Fälle noch stärker als bisher dafür eintreten, dass unsere Waldbauern und Forstbetriebe in Brüssel Gehör finden, um unsere nachhaltige, verantwortungsvolle Forstwirtschaft als Erfolgsgeschichte international zu positionieren. Es muss uns gelingen, unser Beispiel für ein gut funktionierendes, ressourcenschonendes Wirtschaften zu exportieren. Der Schutz des Eigentums als Grundrecht, vor allem auch im Hinblick auf die Themen CO2, Wildnisgebiete, Außer-Nutzung-Stellung, Natura 2000 etc. ist weiter mit voller Kraft zu betreiben. Beim Umbau unseres Energiesystems in Richtung erneuerbaren Energien dürfen wir keine Zeit verlieren und die Umsetzung weiterhin ehrlich und zielgerichtet vorantreiben. Wie sehen Sie das Thema Klimaerwärmung und Wald? Titschenbacher: Der Klimawandel fordert uns insofern, als es gelingen muss, unsere Wälder weiter zu konditionieren. Hier geht es vor allem um die Verwendung von richtigem Saatgut, die Baumartenwahl und um eine kompetente Beratung der Waldbewirtschafter. Die weiterverarbeitende Industrie will mehr Holz! Titschenbacher: Bei der nachhaltigen Holzversorgung denke

ich ganz besonders an eine weitere Stärkung der forstlichen Zusammenschlüsse. Der Waldverband Steiermark stellt hierfür ein hervorragendes Beispiel dar. Die großen nutzbaren Holzreserven stehen im Kleinwald. Stichwort Holzwerbung. Titschenbacher: Die Holzwerbung im Rahmen der proHolz Aktivitäten in unserm Land, die über die Holzwerbebeiträge der Forst- und Holzwirtschaft finanziert wird, ist für mich eine großartige Einrichtung. Was es braucht, ist eine noch bessere Information, sowohl nach innen als auch nach außen. Nach innen für die Waldbesitzer, um nachzuweisen welche Inhalte mit den Geldern konkret finanziert werden. Nach außen, um die Allgemeinheit für das Thema Holz noch stärker zu begeistern. Wie hoch sollte der Holzverbrauch in den nächsten Jahren sein und wie können neue Ziele erreicht werden? Titschenbacher: Was den Rohstoff Holz betrifft, stelle ich mir in den nächsten Jahren eine Verdoppelung des Pro-KopfVerbrauches auf 1,2 Kubikmeter vor. Hier müssen wir auch weiter in die Bereiche Forschung und Entwicklung investieren. Die Themenbereiche Holzwerbung, Internationalisierung, Holz und Gesundheit, konstruktiver Holzschutz und die Forcierung einer der Landschaft angepassten Holzbaukultur, verbunden mit einer zeitgemäßen Architektur, liegen mir besonders am Herzen, denn eines steht fest, Holz vermittelt Wärme, Wohlbefinden und so etwas wie ein Stück Heimat. 

Interview: Stefan Zwettler

Franz Titschenbacher vertritt besonders die Berg- und Waldbauern in der Kammer Konstantinov

Zur Person u Franz Titschenbacher (48) bewirtschaftet gemeinsam mit Gattin Ulrike in der obersteirischen Gemeinde Irdning einen bäuerlichen Familienbetrieb mit den Standbeinen Milchviehhaltung, Forstwirtschaft und „Urlaub am Bauernhof“. Sein 60 Hektar großer Hof (28 Hektar Wald) liegt in der ehemaligen Bergbauernzone 1. u Der neue Vizepräsident ist seit 2009 Obmann des Raiffeisenverbandes Steiermark sowie seit 1993 Bürgermeister der Gemeinde Irdning. u Der Absolvent der Höheren Bun-

deslehranstalt Raumberg hatte bisher schon führende interessenpolitische Funktionen im Bezirk Liezen inne. u Sein Ziel ist es, den Pro-KopfHolzverbrauch in den nächsten Jahren von derzeit 0,6 auf 1,2 Kubikmeter zu verdoppeln. u Vor allem sollte die landschaftsangepasste Holzbaukultur neu belebt und weiterentwickelt werden. Weiters will er Wissenschaft und Praxis noch stärker vernetzt sehen, um neue Verwendungsfelder für den Rohstoff Holz zu eröffnen.


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Die steirische Wirtschaft braucht

Ein Sechstel des steirischen Produktionswertes und knapp 55.000 Arbeitsplätze hängen beschäftigte in der land- und forstwirtschaft 2.900

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In der Steiermark sind rund 55.000 Menschen in ca. 5.300 Betrieben in der Forst- und Holz­ wirtschaft beschäftigt.

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*(Forschung und Entwicklung, Organisationen, Architekten, Bauingenieure, Ausbildungsstätten, Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau etc.)

Kein zweites Produkt besitzt ein derartiges Innovationspotenzial wie Holz. Gute Argumente, um auch weiterhin auf die Holz- und Forstwirtschaft zu setzen und diese zu fördern! Johann Seitinger 

Agrar-Landesrat

olz ist nicht nur ein Material auf das man bauen kann, auch ökologisch und wirtschaftlich ruhen wir auf den Stämmen. Hohe Energiepreise machen Baustoffe wie Beton oder Stahl immer teurer, sodass Holz stärker ins Blickfeld gelangt. Diese Branche hat trotz einiger Sorgen (siehe rechts) gute Zukunftsaussichten.

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Wirtschaftsmotor Quelle: WK Steiermark, LK Steiermark, Papierindustrie Steiermark

Doch schon heute ist die Steiermark wirtschaftlich vom Wald abhängig. Die Waren, die hierzulande durch Forstwirtschaft, Holzgewerbe und -industrie in einem Jahr geschaffen werden, sind viereinhalb bis fünf Milliarden Euro wert. Das ist ein Sechstel des gesamten steirischen Produktionswertes. Holz und die Produkte daraus sind zudem der Exportschlager der Steiermark. Der Exportüberschuss der Branche liegt jährlich bei etwa 3,1 Milliarden Euro – nur der Tourismus bringt mehr Devisen in die Steiermark. Nicht bewertbar ist der Wert als Landschaftselement. 61 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Wann auch immer man


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den Wald

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Sorgen der Holz- und Forstwirtschaft

an der Branche

Worauf vorbereiten, wogegen kämpfen Klimaerwärmung mit einem Temperaturanstieg von sechs bis acht Grad. Die UNO hat in den diversen Klimagipfeln beschlossen, dass die Erderwärmung zwei Grad nicht übersteigen soll. Durch die ungebremste CO2 Emission in den Industrieländern mit einem aktuellen Ausstoß von 32 Milliarden Tonnen droht bis 2050 eine Erwärmung um sechs bis acht Grad mit unabsehbaren Folgen.

Die meisten bedenken gar nicht, dass wir Waldbesitzer durch unsere Tätigkeit den öffentlichen Haushalten enorme Summen für technische Schutzbauten ersparen. Paul Lang 

Nur wenn wir unseren Wald aktiv bewirtschaften und die Potenziale optimal und nachhaltig nutzen, können wir Nutzungseinschränkungen abwenden. Carl Croy 

an die Steiermark denkt, wird man auch Bäume vor dem geistigen Auge haben. Der Wald spielt als steirisches Markenzeichen eine große Rolle für den Tourismus. Auch als Erholungsraum für die Bevölkerung und Schutzwald für Siedlungen erbringt der Wald unbezahlbare Leistungen.

Gesundheits- und Sozialwesen 29.200 und in der Beherbergung und Gastronomie 21.400 Menschen.



Obmann Waldverband

Arbeitsplätze Als Arbeitgeber kommt der Holzund Forstwirtschaft in der Steiermark eine zentrale Rolle zu. Etwa jeder achte Erwerbstätige arbeitet in der Holzbranche. 54.600 Menschen sind es genau (siehe Grafik). Zum Vergleich: Im Baugewerbe arbeiten rund 34.000, im



Land&Forst Betriebe

Waldbesitzer Der steirische Wald gehört 40.100 Waldbesitzern. Den größten Teil machen die Kleinwaldbesitzer aus (Wald unter 200 Hektar). 11.000 Waldbesitzer sind Mitglied im Waldverband. Durch die gemeinschaftliche Vermarktung entsteht eine stärkere Marktposition, die sich positiv auf die Preisstabilität auswirkt. All diese Fakten unterstreichen, dass die Anliegen der Holz- und Forstwirtschaft ernst zu nehmen sind.

Landnutzungsänderung als Ablenkungsmanöver der Fossil-Lobby. Im Kyoto-Prozess für eine zukünftige Klimaschutzpolitik wird jede Holznutzung im Wald als „Emission“ gesehen, die nur durch Zuwachs neutralisiert werden kann. In Österreichs Wäldern ist in den letzten Jahren ein hoher Holzvorrat angewachsen. Es drohen teure CO2 Zertifikate für eine nachhaltige Holznutzung. CO2 Speicherung von Holzprodukten nicht anerkannt. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich gegen eine Anerkennung von Holz und Holzprodukten als CO2 Speicher ausgesprochen. Positive Effekte zur CO2 Einsparung sollen nicht den Produzenten von Biomasse angerechnet werden, sondern anderen Sektoren wie Energie und Wirtschaft. Schaffung von Wildnis-Gebieten heißt Nutzungsverbot. Geht es nach der Meinung von Naturschutz- und Umweltorganisationen, erfüllt nur ein ungenutzter Wald eine maximale CO2 Speicherfunktion, was allen seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. So gibt es Pläne für Europa, die vorsehen, 15 Prozent der Waldfläche außer Nutzung zu stellen. Segregation statt multifunktionaler Waldwirtschaft. Unsere Form der Waldwirtschaft zielt darauf ab Schutz-, Nutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion auf jeder Fläche je nach Bedeutung und Gewichtung zu erfüllen. Hier droht durch die EU eine Aufteilung zwischen Nutzung und Stilllegung. Umtriebszeiten sollen verlängert, die biologische Vielfalt verbessert werden. Eingriffe in Eigentumsrechte und Bürokratie. Durch eine verordnete Veränderung der Landnutzung käme es zu empfindlichen Eigentumseinschränkungen. Zusätzlich müssten nationale Aktionspläne verfasst werden, die eine laufende Kontrolle der Einhaltung mit sich bringt. Außerdem ist bei einer verpflichtenden Bilanzierung mit sehr hohen Unsicherheiten größer 35 Prozent zu rechnen. 

Stefan Zwettler

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Waldwirtschaft im ­ inklang mit der Natur E Warum verändern, was sich seit Ewigkeiten bewährt it Holz können wir Menschen schon seit Urzeiten ganz schön viel anfangen. Aber erst in jüngster Zeit entdecken wir durch Forschung, wie viele Möglichkeiten uns dieser Rohstoff noch bietet. Doch in Österreich mit seiner nachhaltigen Forstwirtschaft kann man Holz nicht aussprechen, ohne gleichzeitig an Wald zu denken. Die Gesellschaft verlangt nicht nur Holz, sie will auch unberührten Naturund Erholungsraum vorfinden. Die Aufgabe der Forstwirtschaft ist es, diesen Widerspruch bestmöglich abzuwiegen, was in Zukunft nicht einfacher werden wird. Denn in den Wald werden international viele Hoffnungen aber auch Forderungen gesetzt. Dabei gibt es noch viele Diskussionen auszufechten, denn die Interessen sind noch längst nicht unter einem Hut.

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Widersprüche So wurden in jüngster Zeit auf europäischer und nationaler Ebene politische Strategien vereinbart, deren Ziele nur durch mehr Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern erreicht werden können. Allerdings zeigen Studien für die nächsten Jahrzehnte eine zunehmende Lücke zwischen der Holznachfrage und dem nachhaltigen Holzaufkommen innerhalb der EU. Daher sind vorhandene Forderungen nach einer Verkleinerung der heute bewirtschafteten Waldfläche besonders sorgfältig auf ihre Auswirkungen auf andere Interessen der Gesellschaft zu prüfen. Auch beim Thema Klimawandel spielt Holz eine große Rolle. Holz kann CO2-intensive Materialien wie Beton und Stahl ersetzen und auch klimaneutrale Energie liefern.

Funktionierendes System Über Jahrhunderte wurde in Österreich ein System aufgebaut, das die Ressourcen nicht verbraucht. Wald ist heute leistungsfähiger als je zuvor – dank

diesem System. Die praktizierte Waldwirtschaft hat natürlich die Natur verändert. Aber die Menschen haben eben diese Natur lieben gelernt. In den heimischen Wäldern leben rund zwei Drittel der in Österreich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Mehr als die Hälfte von ihnen sind von der Bewirtschaftung direkt oder indirekt abhängig.

Wildnisgebiete Diese Fauna und Flora würde bei den von einigen Seiten geforderten großen Wildnisgebieten, wo jeglicher Eingriff des Menschen verboten ist, verschwinden. Die Idee großflächiger Außer-Nutzung-Stellung hat ihre Vorbilder in dünn besiedelten Gebieten von Nordamerika und Asien. In unserer dicht besiedelten Region, wo die Gesellschaft viele Ansprüche an den Wald stellt, ist alles viel komplexer. Oder anders formuliert: Wo man Wald sowieso nicht nutzt ist es leicht, ein Wildnisgebiet einzurichten.

Funktionen erhalten Das wir mit Wald behutsam umgehen müssen liegt im eigenen Interesse. Nicht nur damit nachfolgende Generationen auch noch genügend Holz haben. Auch ganz aktuell sind Menschen von einem funktionierenden Wald abhängig – nämlich beim Objektschutz. Auf mehr als 400.000 Hektar sind in Österreich aktive Vorbeugungs- oder Sanierungsmaßnahmen im Wald erforderlich, um diese Funktionen zu gewährleisten. Wälder lassen Lawinen und Muren erst gar nicht entstehen oder bremsen sie. Wälder schützen vor Steinschlag. Wälder sind ein Puffer für Niederschlag und können so Hochwasser abschwächen oder gänzlich vermeiden. Die Forstwirtschaft ist das Glied, das Holz und Wald verbindet. Wir brauchen Holz! Wir brauchen Wald! Daher brauchen wir die Forstwirtschaft! 

Roman Musch

Holz ist Wirtschaftsmotor, schafft Arbeitsplätze, ist Bau modern. Holz ist genial und wächst im Wald. Holz ste ist strukturiert. Holz ist elastisch und trotzdem standfes wandel zu stoppen. Holz ist tragfähig. Holz wächst au ist biologisch abbaubar. Holz hat für Forschung und Inno Holz ist international. Holz will veredelt werden und lä konstruktiv. Holz ist bearbeitbar. Holz ist gepflegt und l kaufen. Holz muss man haben. Holz muss beworben w


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Eine im Fülltrog laufende Förderschnecke befördert die Hackschnitzel horizontal in die steigende Förderschnecke. Der Fülltrog ist sehr niedrig ausgeführt und dadurch für alle gängigen Kipper und Abschiebewägen von beiden Seiten optimal beschickbar. Die steigende Förderschnecke funktioniert ab einem Winkel von 30 Grad bis zur Senkrechte. Er fördert das Hackgut in die neuartige obere Wurfeinrichtung. Diese kann vom unteren Standplatz aus um 90 Grad gedreht werden, dadurch wird der gesamte Bunkerbereich der Raumaustragung bis ins letzte Eck gefüllt. Das elektrisch angetriebene Wurfgebläse hat zusätzlich noch einen höhenverstellbaren Auswurf, damit der Lagerbunker bis oben hin voll befüllt werden kann. Der neue Hackschnitzel-Schneckenförderer ist lieferbar bis zu einer Gesamthöhe von acht Meter. Bei der Standardausführung ist eine Förderleistung von rund 60 Kubikmeter pro Stunde möglich. Nähere Informationen: Landtechnik Urch GmbH, Tel. 03464/2252 oder unter www.mus-max.at.

ustoff und Biomasse. Holz ist Wärmelieferant. Holz gibt den Ton an, lässt sich anziehen, ist uralt und trotzdem ellt alles in den Schatten. Holz ist ausreichend vorhanden und wächst vor der Haustür. Holz ist vielseitig, Holz st. Holz ist stark. Auf Holz kann man bauen. Holz ist ein Teil der Volkswirtschaft. Holz hilft mit, den Klimauf Holz zu. Holz brennt sicher. Holz will verwendet werden. Holz verbraucht sich nicht. Holz ist natürlich. Holz ovation viel übrig. Holz ist energieeffizient. Holz liebt Dächer und will verbaut werden. Holz hat einen Absatz. ässt sich exportieren. Holz hat für Abfall nichts übrig. Holz ist Natur. Holz ist wasserscheu. Holz ist leise und liebt den guten Umgang. Holz ist neutral zum Klima. Holz ist Leben. Holz löst viele Probleme. Holz kann man werden. Holz ist pro Holz. Holz muss sich nicht verkleiden. Holz ist in unserer Gesellschaft nicht wegzudenken.


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Waldverband Internationales Vorbild: Das

dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ Was den regionalen Zusammenschluss Nach für internationale Branchenkenner so ussten Sie, dass jedes finanziert sich hauptsächlich über Jahr zahlreiche Interes- den Holzwerbebeitrag. Diesen senten aus ganz Europa zahlen Forst- und Holzbetriebe in und darüber hinaus in die Steier- einen gemeinsamen Topf ein. Mit mark kommen, um die Struktur dem Geld setzt das proHolz-Team des Steirischen Holznetzwerkes Maßnahmen aus folgenden drei kennen zu lernen? Die enge Zu- Bereichen um: sammenarbeit zwischen proHolz u Holzfachberatung: Die Freude Steiermark, dem Holzcluster Stei- an Holz währt nur dann lange, ermark sowie dem Holzinnova­ wenn es richtig eingesetzt wird. Information ist Geld: Uninformierte verkaufen 30 Euro je fm zu billig Musch tionszentrum Zeltweg und andeEineoft um wichtige Ansprechstelle ren Partnern hat sich in den letzten rund um Holz ist daher seit vieJahren als internationales Vorbild len Jahren die Holzfachberatung WOOD-TERMINATOR etabliert. Dabei hat jede Instituti- von proHolz Steiermark. Ob on genau definierte Aufgaben und Architekten, Planer, Baufirmen, Ziele. Bauträger oder Privatpersonen Für anspruchsvolle Profis! – die Holzfachberatung ist eine proHolz – die Stimme etablierte Wissens- und InformaEinzug (BxH): 114 xEin 75 cmweiterer Die Aktivitäten von proHolz tionsdrehscheibe. Punkt ist die KooperaSteiermark dienen der sinnvollen wichtiger Hackleistung: bis 200 SRM/Std. Steigerung des Holzabsatzes und tion mit Bildungseinrichtungen – bisBauwesen 75 cm allem in Richtung somit der Entwicklung der ge- vorBaumdurchmesser: BeiArchitektur. Strauchgut einfach Spitze! samten Holzbranche. Es wird und L a n mit d t e ceinzelnen h n i k U rc h Unternehmen G m b H , A - 8 5 2 2 Gu ro ß - S t . F l o r i a nDie , O bForcierung e re r M a r k t 8 nicht Marketing: von Tel. 03464 / 2252, Fax 03464 / 2278, e-mail: urch@mus-max.at, www.mus-max.at gearbeitet. proHolz Steiermark Holzbau-Leuchtturmprojekten

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er Waldverband Steiermarkwurhat in den letzten In Zeltweg Jahren professionelle de ein Gelände Schritte unternommen und tauangelegt, dass sende Waldbesitzer vereint, die Holzbetriebeüber eine einzige nunfürallesamt maßgeschneiFirma vermarkten. Was sind die dert wurde Vorteile einer gemeinsamen Verproholz marktung? Zu allererst haben die organisierten (Klein)Waldbesitzer ein starkes Gewicht am Markt bekommen.

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Wissensvorsprung

und auch eine Vor-Ort-Kontrolle wird stichprobenartig gemacht. So kann das Holz zum passenden Abnehmer gelenkt werden. Unter dem Strich kommt somit ein höherer durchschnittlicher Preis zustande. Die Mitgliederplattform über das Internet ermöglicht jedem, der über den Waldverband vermarktet, sofortigen Zugriff auf seine Übernahmeprotokolle und auch den Geldfluss. Eine solche Transparenz gibt es sonst nirgends.

Aber auch die Informationen über den Holzmarkt in den internen Sicherheit bei Katastrophen Medien und Stammtischen ha- Garantierte Zahlungssicherheit ben einen enormen Wert. Wald- und rascher Geldfluss sind weibesitzer, die nicht informiert sind, tere Pluspunkte. Durch profesverkaufen oft um bis zu 30 Euro sionelle Logistik kann Holz auch atien, Slowenien, Serbien, Bosmit internationaler Vorbildwirjekung: Festmeter Über profes- zu Abnehmern nien,überregionalen Montenegro, Bulgarien oder Das istbilliger! eines der Hauptziele sionelle EDV-Lösungen eine gelenkt werden. Mazedonien rundDadurch um denergibt Bauvon proHolz Steiermark.ist Weitere ständige Übernahmekontrolle bei sich eine Sicherheit bei Kaund auch Werkstoff Holz ausgebildet. Aufgaben der Marketing-Abteiallen Firmen möglich. Ständig tastrophen. Ein Einzelner könnte Im Lobbying-Bereich ist zum lung sind zum Beispiel die Arbeit werden Durchschnittspreise in den Genuss solcher Vorteile Beispiel ein wesentliches Ziel, mit den die zukünftigen Holzanwen- nie zwischen den Firmen verglichen Paul Lang Baugesetze in diesen Ländern an dern beziehungsweise Mitarbei- kommen. tern der Holzbetriebe (beispiels- die Anforderungen des Holzbaus weise „Geniale Holzjobs“ oder anzupassen oder den Kontakt zu „Waldspiele“), oder die Presse- wichtigen Netzwerken und Perund Öffentlichkeitsarbeit rund um sonen aufzubauen und zu pflegen. Kurz gesagt: proHolz Steiermark den Bau- und Werkstoff Holz. 1 den Weg in u Internationalisierung: Der ebnet 2Holzbetrieben 4 Marktaufbau in Südosteuropa ist3 neue Märkte. Schwerpunkt der Internationali10 Holzcluster –11der Umsetzer sierungsabteilung von proHolz Steiermark. In Kooperation mit Im Gegensatz zu proHolz Stei7 proHolz Austria wird die Fachöf- 5 ermark werden beim Holzcluster fentlichkeit in Ländern wie Kro- Steiermark auch Leistungen für 6 8

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Holzcluster hilft...

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steirische Holznetzwerk

interessant macht und wie das Netzwerk funktioniert

„Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 – Wachstum durch Innovation“ auf der Strategie „Innovation serienmäßig“ auf.

STEIRISCHES HOLZNETZWERK Land Stmk

26 % Beteiligung

HIZ

Geschäftsführung durch Holzcluster Stmk

Projektpartner

Holzgewerbe und Industrie

proHolz

74 % Beteiligung

Forstwirtschaft

Holzcluster ca. 150 Clusterpartner

holz.bauforschungsgmbh

Die Forstwirtschaft leistet ihren Beitrag durch die Holzwerbeabgabe von derzeit 30 Cent je Festmeter

interimistischer Geschäftsführer der Holzcluster Steiermark GmbH zusammen.

HIZ – Raum für Lösungen Über 40 Hektar Betriebsflächen, modernst ausgestattete Büro-, Seminar- und Veranstaltungsräumlichkeiten, die Prototypenwerkstätte „Engineering Center Wood“ (ECW) und als Dienstleistung die Gesamtabwicklung von (regionalen) Projekten: Das ist in wenigen Worten zusammengefasst das Leistungsportfolio des Holzinnovationszentrums in Zeltweg, kurz HIZ genannt. Vor über zehn Jahren haben sich zehn Gemeinden, das Land Steiermark, Raiffeisenbanken und regionale Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Industriefläche speziell für Holzbetriebe aufzubereiten, auf der elf Firmen angesiedelt sind und rund 250 Personen eine Beschäftigung finden. „Um bestehende Betriebe in der Region zu halten und neue anzusiedeln, wurde 2001 das HIZ gegründet“, so die interimistische Geschäftsführerin des HIZ, Barbara Reichhold. Die Einnahmen werden über einen interkommunalen Finanzschlüssel wieder auf die Gemeinden aufgeteilt.

Eng damit verbunden ist die Positionierung als Branchenentwickler entlang der Wertschöpfungskette Holz mit Vertiefung im

Bereich Holzbau. Auch die Rolle als Innovationstreiber in Bezug auf Technologien, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen und Märkte ist fix in der Clusterstrategie verankert. „Wir sehen uns vor allem als Dienstleister und Problemlöser für Unternehmen. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Jahren ein umfangreiches Leistungsportfolio aufgebaut, welches von IT- und Branchenlösungen über Innovationsmangement, Marketing, Qualifizierung und Internationalisierung bis hin zur Abwicklung von nationalen und internationalen Projekten reicht“, fasst Erhard Pretterhofer,

Vom Holzcluster wird am Holzinnovationszentrum Zeltweg das Engineering Center Wood (ECW) betrieben. Dabei handelt es sich um eine Prototyping-Werkstatt, in der Unternehmen Erstversuche für neue Produkte maschinell umsetzen können, ohne die betriebseigenen Kapazitäten der Produktionsstraßen zu belasten. Eine Basis für das Handeln des Holzcluster Steiermark ist die Wirtschaftsstrategie des Landes Steiermark. Dabei baut die neue

Hiz hilft...

Proholz

Holzcluster

HIZ

u ... wenn Sie eine Betriebsfläche für Ihr Unternehmen brauchen

Gründungsjahr: 1991 Rechtsform: Verein (Steirische Forst- und Holzwirtschaft) Kontrollorgane: Vorstand (Obmann: ÖkR. Hans Resch) und Generalversammlung Finanzierung: hauptsächlich über Holzwerbebeitrag (wird von Betrieben der Forst-und Holzwirtschaft bezahlt – Hauptzahler sind der Forst und die Holzindustrie) Interimistische Geschäftsführung: Mag. Petra Seebacher www.proholz-stmk.at

Gründungsjahr: 2001 Rechtsform: GmbH Gesellschafter: 74 % proHolz Steiermark, 26 % Innofinanz (SFG) Kontrollorgan: Aufsichtsrat (ARVorsitzender: DI Heinz Gach) Finanzierung: Hauptanteil: Einnahmen durch den Verkauf von Dienstleistungen und Produkten; weiters Projekteinnahmen, Land Steiermark, Clusterpartnerbeiträge Interimistische Geschäftsführung: DI (FH) Erhard Pretterhofer www.holzcluster-steiermark.at

Gründungsjahr: 2001 Rechtsform: GmbH Gesellschafter: Zehn Gemeinden, Land Steiermark, Raiffeisenbanken und regionale Unternehmen Geschäftsführung: Holzcluster Steiermark GmbH (per Managementvertrag geregelt) Kontrollorgan: Aufsichtsrat (ARVorsitzender: Bgm. Hermann Dullnig) und Generalversammlung Interimistische Geschäftsführerin: DI (FH) Barbara Reichhold www.hiz.at

einzelne Betriebe angeboten. Der 2001 gegründete Holzcluster Steiermark zählt zur Zeit zirka 150 Clusterpartner aus der gesamten Wertschöpfungskette Holz, wobei 36 Clusterpartner nicht aus unserem Bundesland stammen. Die Vernetzungsfunktion zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auch über die Grenzen der Steiermark hinaus steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

Branche weiter entwickeln

u ... wenn Sie auf der Suche nach Büroräumlichkeiten sind u ... wenn Sie Räume für Veranstaltungen und Seminare mieten möchten u ... wenn Sie Raum für Innovationen benötigen. Denn das Holzinnovationszentrum stellt dem Engineering Center Wood (ECW), einer Prototypenwerkstatt, Fläche und Infrastruktur zur Verfügung.

Prototyping-Werkstatt



Petra Seebacher


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Landwirtschaftliche Mitteilungen

Holz & Forst

1. november 2012

Antworten zum Holznetzwerk

Zum steirischen Holznetzwerk tauchen immer wieder die selben Fragen auf – ein Auszug

budget-Vergleich

2,0 1,5 1,0 0,5 0

Anteil steirische Forstwirtschaft Bundesweites Budget Landesweites Budget

Kooperationsplattform Forst, Holz, Papier

2,5

proHolz Steiermark

3,0

in MIllionen Euro Holzwerbefonds Stmk. Öffentlichkeitsarbeit

3,5

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen proHolz und dem Holzcluster Steiermark? Antwort: proHolz Steiermark wird hauptsächlich über den Holzwerbebeitrag finanziert und ist daher auf die Stärkung der gesamten Holzbranche ausgerichtet. Um diese Branchen-Neutralität zu gewährleisten und keine einzelnen Betriebe zu bevorzugen, werden bei proHolz keine Einzelfirmenprojekte abgewickelt. Ganz anders beim Holzcluster Steiermark: Hier kaufen einzelne Betriebe (hauptsächlich Clusterpartnerbetriebe) sehr wohl Leistungen des Clusters zu. Ein Beispiel: Die allgemeine Marktaufbereitung des südosteuropäischen Raums ist Sache von proHolz Steiermark

Wie werden die Leistungen zwischen proHolz Steiermark, dem Holzcluster Steiermark und dem Holzinnovationszentrum Zeltweg (HIZ) verrechnet?

Wie wird dieses Verrechnungssystem überprüft?

Antwort: Die drei Institutionen sind verrechnungstechnisch als völlig eigenständige Unternehmen anzusehen. Das heißt, wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter von proHolz Steiermark für den Holzcluster Steiermark oder das HIZ Leistungen erbringt, werden diese Stunden aufgezeichnet und zu fixen Stundensätzen verrechnet – umgekehrt natürlich genauso. Ein Beispiel: Peter Stachel, Marketing-Verantwortlicher bei proHolz Steiermark, arbeitet bei der Zukunftskonferenz der Holzcluster Steiermark GmbH mit. Für die von ihm dafür aufgewendeten Stunden stellt proHolz Steiermark eine Rechnung an den Holzcluster Steiermark. Der Holzcluster profitiert im notwendigen Zeitraum von der Unterstützung durch Herrn Stachel (zwei MarketingMitarbeiter wären seitens des Holzclusters finanziell nicht tragbar) und proHolz lukriert Einnahmen und kann dieses Geld zum Beispiel wieder für Branchenprojekte einsetzen. Ein weiteres Beispiel: Der Holzcluster Steiermark erhält von einem Sägewerk einen Auftrag für die Erstellung eines Marketingkonzeptes. Nachdem der Holzcluster Steiermark die internen Mitarbeiter am Marke-

Antwort: Grundsätzlich herrscht bei proHolz und Holzcluster Steiermark sowie im HIZ bei der Rechnungskontrolle das Vier-Augen-Prinzip. Das heißt, dass jede Rechnung von mindestens zwei Personen freigegeben werden muss. Zusätzlich gibt es Kontrollorgane wie die Vorstände, Aufsichtsräte, die Generalversammlungen oder Kassaprüfer, sowie die jährlichen freiwilligen Wirtschaftsprüfungen. Für den Holzcluster Steiermark sind weiters der Landesrechnungshof und bei Förderprojekten die jeweilige Förderstelle als Prüforgan im Einsatz.  Petra Seebacher

proholz-budget 450

in 1.000 Euro

400 350 300 250 200 150 100 50 0

Anteil steirische Forstwirtschaft Übrige Finanzierung

Verwaltung

Antwort: Einer der größten Erfolge ist sicher, dass sich der

tingsektor anderwärtig eingesetzt hat, beschließt die ClusterGeschäftsführung, Herrn Stachel von proHolz Steiermark dafür einzuteilen. Herr Stachel zeichnet die für das Marketingkonzept aufgewendeten Stunden genau auf – diese werden zu einem internen Stundensatz (Selbstkosten plus Gemeinkostenzuschlag) an den Holzcluster Steiermark verrechnet. Der Holzcluster Steiermark verrechnet die von Herrn Stachel erbrachte Leistung zu branchenüblichen Tagsätzen an das Sägewerk weiter und lukriert somit Einnahmen.

Internationalisierung

Was hat das Steirische Holznetzwerk in den letzten Jahren erreicht?

(beispielsweise Aus- und Weiterbildung für Baufachleute, Interessenvertretung bei Gesetzen etc.). Wenn eine einzelne Firma einen Markteintritt, zum Beispiel nach Kroatien plant, wird diese Angelegenheit über den Holzcluster Steiermark abgewickelt. In einem solchen Fall wird beispielsweise für das Unternehmen eine konkrete Markteintrittsstrategie entwickelt und vielleicht sogar der Markteintritt begleitet. Diese Leistungen werden stundenmäßig genau aufgezeichnet und verrechnet – der Holzcluster Steiermark erwirtschaftet Einnahmen.

Öffentlichkeitsarbeit

Antwort: proHolz Steiermark ist zu 74 Prozent Gesellschafter der Holzcluster Steiermark GmbH (die restlichen 26 Prozent hält das Land Steiermark). Der Holzcluster Steiermark ist im Rahmen eines Management-Vertrages mit der Geschäftsführung des Holzinnovationszentrums beauftragt. Diese Dienstleistung wird seitens des HIZ bezahlt. Zwischen proHolz Steiermark und dem HIZ gibt es keine gesellschaftsrechtliche Verbindung. Weiters teilen sich die Organisationen die Büro-Standorte im Impulszentrum Graz und Zeltweg und wickeln gemeinsam Branchenprojekte ab. Beispielsweise hatte beim EUProjekt in2wood der Holzcluster Steiermark die Lead-Partner-Rolle, proHolz war für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig; diese Leistungen werden von Förderstellen bezahlt und sind in Förderverträgen genau geregelt.

pro-Kopf-Holzverbrauch in Österreich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt hat. Diese Zahl hat sich bei der Erhebung des Holzbauanteils in den steirischen Gemeinden bestätigt: Der Holzbauanteil ist von 1998 bis 2008 um zwölf Prozent auf 38 Prozent angestiegen. Im geförderten so­zialen Wohnbau hat sich der Holzbauanteil dank der 2004 etablierten Holzbau-Charta auf knapp dreißig Prozent erhöht. Aber nicht nur auf regionaler Ebene, auch auf internationaler Ebene ist Holz am Vormarsch: Zum Beispiel hat Slowenien nach steirischem Vorbild eine HolzbauCharta ins Leben gerufen und strebt nun ebenfalls einen dreißig prozentigen Holzbauanteil im öffentlichen Bau an. Weiters sind in den letzten Jahren dank der Lobbying-Arbeit von proHolz zahlreiche Holzbauprojekte in Südosteuropa entstanden (proHolz Steiermark ist für proHolz Austria aufgrund der Nähe zum Markt das Kompetenzzentrum in Richtung Südosteuropa). Fakt ist: Die Steiermark ist heute einer der weltweiten Knowhow-Führer am Holzsektor. Basis dafür sind neue Produkte wie Brettsperrholz – auch hinter dieser Innovation steht das Steirische Holznetzwerk.

Holzfachberatung

Wie sind der Holzcluster Steiermark, proHolz Steiermark und das Holzinnovationszentrum Zeltweg (HIZ) miteinander verbunden?


Weltmeister 2012!

Starke Leistung bei der World Logging Championship: Alle Medaillenplätze der Gesamtwertung gingen bei der WLC in Raubichi, Weissrussland - der Weltmeisterschaft der Waldarbeiter - an Teilnehmer mit Motorsägen von Husqvarna. Jeder der Sieger setzte auf die kraftvolle Motorsäge 576 XP®.

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Holz & Forst

Landwirtschaftliche Mitteilungen

1. november 2012

Vollholz: bewährt und innovativ

Der Baustoff erfährt eine Renaissance. Wissenschaft entdeckt nach und nach tolle Eigenschaften s gibt wohl niemanden, der nicht den Anblick, den Duft, das Gefühl von Holz mag. In einer Umgebung mit Holz fühlt man sich wohler und das ist sogar wissenschaftlich belegt. 2008/2009 führte das Joanneum Research eine Untersuchung an einer Hauptschule mit herkömmlichen Klassenzimmern und mit Massivholz ausgestatteten Räumen durch. Die Schüler, die umgeben von Holz lernten, hatten pro Tag eine um bis zu 8.600 Schläge geringere Herzfrequenz als ihre Mitschüler. Ihre Belastung war also wesentlich geringer. Warum sollte dies bei Erwachsenen anders sein? Ein Haus mit Holz zu bauen ist nicht nur für die Umwelt gesund, sondern auch für seine Bewohner. Man muss aber nicht ein Blockhaus mit seinen bekannten Kompromissen bauen. Viele Ideen haben den Holzbau mittlerweile weitergebracht.

E

Innovation aus Holz Ein Paradebeispiel für einen ausgeklügelten Holzbaustoff ist das System Holz100 der Firma Thoma. Dabei werden Kanthölzer und Bretter waagrecht, senkrecht und diagonal zu kompakten Bauelementen

Wohnen in Massivholz ist nachweislich gesünder Thoma

geschichtet. Zusammengehalten werden diese durch getrocknete Buchenholzdübel, die in das um einen halben Millimeter kleinere Bohrloch getrieben werden. Die Dübel nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft an, quellen und verbinden das System dauerhaft – ohne Leim, ohne Nagel. Aus diesen Elementen, die bis zu 40 Zentimeter Dicke hergestellt werden, entstehen dann Wände, Decken und Dächer. Und sollte das Haus einmal abgebaut werden, muss man nur die Dübel ausbohren und das Element zerfällt in seine Bretter und Kant-

hölzer. In der Anschaffung ist ein Haus mit Holz100 zwar um zehn Prozent teurer als ein Ziegelhaus, allerdings ist der Dämmwert, der Komfort und ökologische Faktor besser. Und der Rohbau steht in ein bis vier Tagen und ist sofort trocken. Nach und nach kommt man durch gezielte Wissenschaft oder durch Zufall auf immer mehr positive Eigenschaften von Massivholz drauf. Zum Beispiel schirmt Massivholz Strahlung effizient ab. Thoma hat mit dem Holz100-System daher schon abhörsichere Regierungsgebäude gebaut. Eine nette Anekdote ist auch ein ehemaliger Offizier, der einen kugelsicheren Baustoff suchte. Dieser fand heraus, dass Massivholz MG-Feuer dauerhaft standhält, Beton oder Ziegel nicht. Der Kundenstock hierfür wird sich aber doch eher in Grenzen halten.

Erdbebensicher

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Ganz anders verhält es sich da mit der Erdbebensicherheit. Auch in Europa bebt die Erde oft heftig. Beton und Ziegel stoßen abrupt an ihre Belastungsgrenze, während Holz ab einer gewissen Belastung flexibel wird. Wie gut die Erdbebeneigenschaften sind, beschreibt Erwin Thoma in sei-

nem neuen Buch „Die geheime Sprache der Bäume“ (siehe Kasten). Beim ersten Baustofftest der japanischen Behörden, erhielt das Holz100-System kein Zertifikat. Der Grund ist kurios: Selbst in der höchsten Belastungsstufe konnten keine Beschädigungen festgestellt werden, weshalb die japanischen Techniker den Baustoff keiner bestimmten Klasse zuordnen konnten. Beim zweiten Versuch klappte es dann – die Firma Thoma baute absichtlich Konstruktionsfehler ein. Holz ist tatsächlich genial. Roman Musch

Buchtipp „Die geheime Sprache der B­ äume“: Der Holzbau-Pionier Erwin Thoma verrät, wie es dazu kam seinen eigenen Beobachtungen zu vertrauen und wie die Wissenschaft nach und nach altes Wissen bestätigt, aber auch ganz neue Eigenschaften entdeckt. Erschienen im Ecowin-Verlag um 21,90 Euro.

IMPRESSUM: Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark, Hamerlinggasse 3, 8010 Graz, Tel. 0316/8050-0, Redaktion: Roman Musch, DW 1368, roman.musch@lk-stmk.at Layout und Produktion: Ronald Pfeiler, DW 1341, ronald.pfeiler@lk-stmk.at Druck: Styria GmbH & CoKG, 8042 Graz


LM Sonderbeilage Holz und Forst 2012