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Getreide & Alternativen

Sonder

beilage Landwirtschaftliche Mitteilungen

Landwirtschaftliche Mitteilungen 15. Februar 2012

inhalt

Alternativen sind gefragt

Körnerhirse

Wegen der Fruchtfolge­ regelung bei Mais, bietet sich Hirse als Alternative für Güllebetriebe an. Seiten 2, 3

Feldfutter Ein- oder überjähriges Feldfutter kann für Rinderhalter ein Ersatz für Silomais im Seite 4 Grundfutter sein.

Getreide von A-Z Pflanzenschutz, Düngung, Anbau und Sortenempfehlung für Gerste, Weizen Seiten 4 bis 7 und Hafer. 

Raps & Kümmel Wie man mit Raps im Frühjahr richtig durchstartet. Warum für die Steiermark fast nur Kümmel infrage Seiten 8, 9 kommt.

Sojabohne Alles über den Soja-Anbau in der Steiermark. Mit Sortenempfehlung. Seiten 10, 11

Wirkungen der zugelassenen Herbizide für den Einsatz in Hirse und Getreide. Seiten 3, 12

agrarfoto.com

Herbizide

Hirse wird interessant ...


Getreide & Altenativen

Landwirtschaftliche Mitteilungen

3

90 80 70 60 50

Aralba

20 Körner/m

Afrio 2

30 Körner/m

Reggal 2

Burggo

40 Körner/m

2

Targga

Mittelwert

Bei der Verfütterung von Körnerhirse ist zu beachten, dass die derzeitigen Sorten noch einen höheren Bitterstoffgehalt aufweisen, das heißt, dass die Hirse in der Futterration maximal 30 Prozent einnehmen sollte. Diesbezüglich laufen Fütterungsversuche, um die optimale Rationsgestaltung noch herauszufinden. 

Karl Mayer

Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern in m2)

Ambrosie (Ragweed)

Knöterich

Kamille

zugelassene herbizide für sorghumhirse 2012 Franzosenkraut

Fütterungsversuch

schrabauer

Nachtschatten

100

120

dt/ha

Fütterungsversuche zu Körnerhirse laufen derzeit in Hatzendorf

u Gardo Gold bekämpft auch viele zweikeimblättrige Unkräuter, sodass hier mit einer einmaligen Behandlung das Auslangen gefunden wird. Die deutschen Zulassungen von Stomp Aqua und Spectrum können ebenfalls

Gänsefuß / Melde

110

saatstärkenversuch körnerhirse

u Mit Safener ausgestattetes HirseSaatgut kann im Nachauflauf mit dem Herbizid Gardo Gold gegen Unkrauthirsen behandelt werden. Wie Erfahrungen zeigen, funktioniert das auch ohne Safenerbeize ganz gut.

Unkrauthirsen

u Kulturhirse gedeiht am besten auf Maisstandorten, wo auch die typische Maisverunkrautung mit Unkrauthirsen auftritt. Bei mangelnder Bekämpfung leidet die Kulturhirse sehr darunter.

Ernte Die Druschreife von Hirse ist erreicht, sobald die natürliche Abreife oder ein Frühfrost die Restpflanze zur Abreife gebracht hat. Dies ist in den letzten Jahren ab dem 20. Oktober der Fall gewesen. In Summe kann festgehalten werden, dass die Hirse um eine Woche später abreift als Mais und dann mit zwei bis vier Prozent höherer Kornfeuchtigkeit geerntet wird als Mais. Zur Kontrolle sollten die Körner vor der Ernte auf ihre Festigkeit geprüft werden. Spritzt noch Milch aus dem Korn, ist mit der Ernte noch zu zuwarten.

verwendet werden. u Sind Unkrauthirsen kein Thema, kann auch im Nachauflaufverfahren 7,5 Gramm je Hektar Harmony SX + 0,1 Prozent Zellex CS, 0,3 bis 0,5 Kilo Mais-Banvel WG oder 0,2 Kilo Arrat + 1 Liter Dash gegen zweikeimblättrige Unkräuter eingesetzt werden. u Das Kontaktherbizid Buctril kann mit 0,5 bis 1,5 Liter als Abbrenner eingesetzt werden (beispielsweise gegen Ambrosie, Schwarzem Nachtschatten, etc.). u Es besteht auch die Möglichkeit, vor der relativ späten Aussaat der Kulturhirse das Feld mit einem glyphosatehältigen Produkt zu behandeln, um so den ersten Schwung an Unkräutern wegzunehmen. Nähere Informationen können aus der Tabelle entnommen werden. Harald Fragner

u Die Kulturhirse hat keine Probleme mit Blattkrankheiten oder Schädlingen. Sie ist keine Wirtspflanze für Fusarien oder den Maiswurzelbohrer.

Acker- / Zaunwinde

Pflanzenschutz bei Kulturhirse

Ackerdistel

Anbau

Bedingt durch die Kälteempfindlichkeit dieser Kultur ist ein Anbau in den Gunstlagen der Steiermark frühestens Ende April, besser Anfang Mai zu empfehlen, Ideal für Güllebetriebe? denn ein verzögerter Auflauf beDanach möchte man meinen, günstigt in erster Linie das Undass dies die ideale Ersatzkultur kraut, womit der Pflanzenschutz zu Mais für Güllebetriebe sein noch mehr unter Druck gerät. Bei könnte. Das trifft großteils auch der Saat wären Einzelkornsägeräte der Drillsaat zu, allerdings gibt vorzuziehen, weil es derzeit noch die Verteilung Probleme beim Mit der ­Verunkrautung der Pflanzen über Pflanzenschutz, steht und fällt die die Fläche besweil die Unkrauthirsebekämpfung Ertragsleistung der ser garantiert ist. muss es sich in dieser KulKultur Körnerhirse. Nur dann um Geräte turhirse nur mit handeln, die auf wenigen PräpaKarl Mayer, eine maximale raten und absolut LK-Pflanzenbau-Experte Reihenweite von zum richtigen 40 Zentimeter zuZeitpunkt durchsammengefahren geführt werden muss, um eine unkontrollierte werden können. Noch besser Verunkrautung zu vermeiden. Mit wären engere Reihenweiten. Bei der Verunkrautung steht und fällt der Drillsaat sollte jedes zweite auch die Ertragsleistung dieser Säschar geschlossen werden, um Kultur. Bei Versuchen der Ver- auf etwa 24 Zentimeter Reihen-

weite zu kommen. Die Saatstärke hat sich mit 30 Körnern je Quadratmeter als ideal herausgestellt. Das entspricht einer Saatmenge je nach Tausendkorngewicht (TKG) von rund neun bis zehn Kilo je Hektar. Die Düngung der Hirse kann entweder mit Volldüngern oder mit einer Kombination aus Gülle und Mineraldüngern erfolgen. Derzeit ist die Körnerhirse noch keine Hackfrucht, das heißt die maximale Düngemenge in einer Gabe darf 100 Kilo Stickstoff (N) je Hektar nicht überschreiten, das ist auch der im Öpul zugelassene Kontrollwert für Stickstoff zu Hirse. In Summe kann Hirse entsprechend den Versuchen des Landes Steiermark und der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark bei Erträgen von zehn bis elf Tonnen je Hektar aufgrund des hohen Eiweißgehaltes dieser Kultur mit bis zu 170 Kilo N je Hektar gedüngt werden.

Preis in EUR / ha1)

d

suchstätigkeit des Landes Steiermark und der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark wurde gezeigt, dass die Erträge je nach Erfolg und Misserfolg der Pflanzenschutzmaßnahme zwischen sechs und elf Tonnen je Hektar liegen können.

Aufwandmenge/ ha

grund der Diskussionen um die österreichweite Vorschreibung einer verpflichtenden Maispause innerhalb der nächsten vier Jahre schlagartig zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass die Anbaufläche von Körnerhirse bereits im heurigen Jahr deutlich steigt. Für den Veredlungsbetrieb scheint die Herausforderung der Einführung dieser neuen Kultur überschaubar. Die Körnerhirse kann ähnlich viel Gülle verwerten und ist jedenfalls zu 20 bis 30 Prozent in der Futterration bei Schweinen einsetzbar. Anders verhält es sich für den Marktfruchtproduzenten. In Österreich ist die Körnerhirse im Bereich der Mischfutterwerke noch wenig bekannt. Es gibt aber bereits konkrete Anstrengungen wie in unseren südlichen Nachbarländern, sie in die Mischfutterrationen einzubauen. Es macht Sinn sich frühzeitig, das heißt noch vor dem Anbau, auf die Suche nach einem Abnehmer zu machen. Der Lagerhausbereich ist hier offen, nach Voranmeldung auch größere Mengen zu übernehmen. Derzeit liegt die Notierung an der Börse in Bologna rund zehn Prozent niedriger als jene für Körnermais.

ie Vorteile von Körnerhirse, nicht zu verwechseln mit der hochwüchsigen Biomassehirse, liegen in der hohen Gülleverträglichkeit, der höheren Trockenheitstoleranz als Mais, dem höheren Eiweißgehalt im Vergleich zu Mais und der außergewöhnlich guten Standfestigkeit. Mit Ausnahme der Unkrautbekämpfung ist derzeit keine zusätzliche Pflanzenschutzmaßnahme wie Insektizid- oder Fungizidanwendung, notwendig.

Wirkstoff

Hirse-Markt

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Attraktiv für Mais-Fruchtfolge, Probleme macht bislang die Bekämpfung von Unkrauthirsen, die aber für den Erfolg der Kultur entscheidend ist

Arno Mayer

Die modernen europäischen Körnerhirsensorten (Sorghumhirsen) zeigten in den letzten Jahren auf den steirischen Versuchsflächen durchaus zufrieden stellende Erträge im Vergleich mit Weizen, Triticale und Gerste. Zurück zu führen sind diese Erfolge vor allem auf die Erkenntnisse bei der fachlich anspruchsvollen Bekämpfung von Unkrauthirsen in der Kulturhirse und auf die Ergebnisse der Saatstärkenversuche. Hier haben wir alle sehr viel dazu gelernt. Das Interesse in der Praxis und die Nachfrage nach Beratung haben in den letzten Tagen auf-

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15. februar 2012

Körnerhirse: Interessante Alternative für Güllebetriebe

kommentar

Leiter der LK-Abteilung Pflanzenbau

15. februar 2012

Produkt

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Bodenwirksame Hirsemittel, früher Nachauflauf

Gardo Gold3) Stomp Aqua3) Spectrum3)

s-Metolachlor + 2-3 l TBZ Pendimethalin 2,5 l Dimethenamid-p 1,4 l

29 - 43 0 34 k.A.

0 0

0

+++ +(++) +

0 ++ +++ 0 +++ ++ Anwendung im Nachauflauf

++(+) +

++ 0 +(+) +++

++(+)

++ ++ +++ +(+)

+++

5

+ +

20/10/5/5 10/5/5/1

Tritosulfuron + 0,2 kg 19 +++ +++ 0 +++ +(+) +++ +++ ++(+) +++ 1 m Dicamba + NM + 1 l NM Harmony SX + Thifensulfuron- 7,5g + 9 +(+) Split. ++ Split. 0 ++(+) 0 +++ +++ ++(+) + 5/5/1/1 Zellex CS3,4) methyl + NM 0,1% NM 0,3 Mais-Banvel WG3) Dicamba 17 - 29 +++ +++ 0 +++ +(+) ++ ++ ++ ++ 1m 0,5 kg Buctril3,4) Bromoxynil 0,5 - 1,5 l 10 - 30 + + 0 ++(+) +++ +++ +++ ++(+) +++ 5/5/1/1 Abkürzungen: TBZ: Terbuthylazin; NM: Netzmittel; k.A.: keine Angabe; Legende: ‚+++: sehr gut wirksam; ‚++: gut bis ausreichend wirksam, +: Teilwirkung, nur bei kleineren Unkräutern unter günstigen Bedingungen, 0: keine Wirkung; 1) Preisbasis: unverb.empf. Listenpreise f. durchschnittl. 5-10 ha-Gebinde (RWA 2011) exkl. Mwst.; 2) Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern: Regelabstand / 50 % / 75 % / 90 % Abtriftminderungsklasse, 3) Nach dem Auflaufen der Kutlur ab BBCH 13; Nutzung als nachwachsender Rohstoff für technische Zwecke., 4) Registrierung für Sorghum-, Rispen- und Kolbenhirse, Terbuthylazinhältige Mittel, wie z.B. Gardo Gold, sind im Wasserschongebiet verboten! Alle Angaben ohne Gewähr! Verbindlich ist die Gebrauchsanleitung!, H. Fragner, PS-Referat LK Stmk., Jänner 2012 Arrat + Dash3)


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15. februar 2012

Feldfutter statt Silomais d

Einjähriges Feldfutter u Westerwoldisches Raygras: Es

ist das raschwüchsigste aller Gräser, ist aber nicht winterhart und daher nur für eine Vegetation zu verwenden. Nach dem zweiten Schnitt lässt die Ertragsleistung nach, daher sollten weitere Gräser in der Mischung enthalten sein. u Italienisches Raygras: Das einjährige Gras kann in Gunstlagen überwintern und sollte in jeder einjährigen Mischung vorhanden sein. Es steht eine große Anzahl von Sorten zur Verfügung. u Bastardraygras: Die Kreuzung aus Italienischem Raygras und Englischem Raygras ist noch etwas robuster und kann auch in rauen Lagen ein bis zwei Winter überstehen. Es sollte in überjährigen Mischungen oder Kleegrasmischungen beigemengt werden. Bei nachfolgendem Maisanbau kann es durchwachsen, daher unbedingt auf die Herbizidauswahl achten! Allen Raygräsern gemeinsam ist ihr sehr hoher Bedarf an Stickstoff (50 bis 60 Kilo pro Schnitt) und dass sie ihr Ertragspotential in feuchteren Lagen besser ausspielen können. Für absolute Trockenlagen sind sie nicht geeignet. u Perserklee und Alexandrinerklee: Beide Kleearten sind einjährig, sammeln den Stickstoff selbst und eignen sich daher für Betriebe, die ihre Düngung nicht voll ausreizen wollen. Wegen der Lagergefahr sollten sie in Mischungen angesät werden. Zusammen mit Raygräsern ergeben sie ein wertvolles Futter mit einer ausgezeichneten Vorfruchtwirkung. Einmischraten um 50

Prozent sind üblich. Perserklee ist unempfindlicher gegenüber Spätfrösten. u Kleegrasmischungen: Wer sich die Mischung nicht selbst zusammenstellen möchte, erhält im Handel eine fertige einsommerige Kleegrasmischung mit der Bezeichnung „EZ“. Sie besteht aus 40 Prozent Perserklee, 15 Prozent Alexandrinerklee, 25 Prozent Westerwoldisches Weidelgras und 20 Prozent Bastardraygras. Die Aussaatmenge beträgt 30 Kilo je Hektar in seichter Drillsaat. Tetraploide Raygräser haben ein höheres Tausendkorngewicht, daher ist die Saatstärke entsprechend anzupassen (empfohlene Saatstärke auf dem Sackaufdruck).

Kulturführung u Anbau: Feldfutter wird Anfang bis Mitte April angebaut. Eine Deckfrucht ist nicht notwendig. u Nutzung: Bei früher Nutzung kann mit drei bis vier Schnitten gerechnet werden. Zu späte Nutzung führt rasch zu Qualitätsverlusten. u Düngung 1: Vor dem Anbau 20 Kubikmeter Gülle. Nach jedem Schnitt 30 bis 40 Kilo Stickstoff, oder 20 Kubikmeter gut verdünnte Gülle beziehungsweise Jauche. u Düngung 2: Bei hohem Kleeanteil 30 bis 50 Kubikmeter gut abgegangener Mist vor Anbau, keine weitere Zwischendüngung.

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Das Timing ist beim Pflanzenschutz entscheidend. Der kostenlose Warndienst unterstützt bei der Entscheidung um Krankheitsauftreten sind Aspekte wie Düngungsintensität, Bestandesdichte, durchgeführter Halmverkürzereinsatz sowie das Mikroklima des Standortes zu berücksichtigen. Ein Fungizideinsatz nach Warndienstaufrufen (kostenlos auf www.warndienst. at) oder nach eigenen Beobachtungen sollte nach Überschreiten der Bekämpfungsschwelle sehr rasch erfolgen. Strobilurinhältige Fungizide besitzen eine sehr gute vorbeugende Wirkung und ermöglichen der Pflanze eine etwas längere Grünphase. Die heilenden Effekte sind eher gering und gegen Ährenfusariosen liegt eine Schwäche vor. Azolhältige Produkte sind bei bereits erfolgten Infektionen von Vorteil, da sie eine gute heilende Wirkung besitzen und im Saftstrom der Pflanze von unten nach oben verteilt werden (gute Benetzung notwendig). Relativ neu ist die Wirkstoffklasse der Carboxamide. Sie hemmen

Z

Rothalsiges Getreidehähnchen oftmals schon Mitte April sichtbar

lk

Überjähriges Feldfutter Um einen weiteren Schnitt vor dem Maisanbau zu erhalten (etwa Mitte Mai), kann auch auf winterharte Raygräser zurückgegriffen werden. Als Mischungspartner soll dann aber der winterharte Rotklee verwendet werden. In trockenen Jahren kann es bei der anschließenden Maissaat zu erschwerten Auflaufbedingungen kommen, weil das Feldfutter Wasser verbraucht und der Boden keine Zeit hat sich rechtzeitig abzusetzen. Das hat einen Ertragsverlust beim Mais zur Folge.  Günther Wagner

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Krank heiten bei Gerste und Weizen

Grundfuttermenge trotz Fruchtfolge halten urch die neue Fruchtfolgeregelung darf der Maisanteil am gesamten Acker nur noch 75 Prozent betragen. Für Rinder haltende Betriebe geht somit Grundfutter verloren. Um den Verlust auszugleichen, eignet sich Feldfutter sehr gut. Für den benötigten 25 Prozent Anteil an der Fruchtfolge kommen nur ein- oder überjährige Feldfuttermischungen in Frage. Ziel ist es, einen hohen Ertrag in möglichst kurzer Zeit zu erzielen.

15. februar 2012

Die Eier des Getreidehähnchens liegen in Gruppen an der Blattoberseite lk

den Pilz in seinen frühen Stadien und besitzen eine lange Dauerwirkung. Der Wirkstoff Boscalid ist im Produkt Champion schon länger am Markt, der Wirkstoff Bixafen ist in den Fungiziden Aviator Xpro und Zantara sowie im neuen Input Xpro enthalten. Xemium ist als ebenfalls neuer Carboxamidwirkstoff – neben dem Azol Epoxiconal – Bestandteil des neuen Adexar. Diese Wirkstoffklasse hat wie Strobilurine auch physiologische Effekte (bessere Stresstoleranz für die Pflanze, und so weiter).

Netzflecken und Ramularia Bei regnerischem Wetter wird die Netzfleckenkrankheit bei Gerste meist als länglicher Blattfleck mit Netzmuster, aber auch als punktförmiger Spot-Typ besonders an Wintergerste auftreten. Wenn man die Flecken allerdings bereits sieht, ist es für eine Bekämpfung schon zu spät. Das Sichtbarwerden erster Flecken

erfolgt nach rund fünf Tagen. Die Abstoppleistung der Triazol- Fungizide liegt allerdings bei maximal drei Tagen. Deshalb soll bei Befallsbedingungen (Warndienst) rasch gehandelt werden. Meist ist eine Behandlung ab dem Erscheinen des letzten Blattes bis zu den Grannenspitzen anzuraten, weil damit die obersten ertragsbildenden Organe geschützt werden und gleichzeitig die Ramularia miterfasst werden kann. Die Ramularia- Sprenkelkrankheit tritt bei trockener Witterung stärker auf und wird erst während der Abreife stark sichtbar. Charakteristisch sind ein bis fünf Millimeter große Nekrosen mit dunklem Zentrum (fast schwarz) mit hellbraunem Rand. Später erscheint auf der Blattunterseite oft ein silbrig schimmernder Belag. Bei starkem oder spätem Infektionsdruck sind auch Symptome auf Halm und Grannen sichtbar. Gegen Ramularia und Netzfleckenkrankheit sind die neueren

Schädlinge: Getreide hähnchen und Blattlaus Ab dem Schossen sollten die Fahnenblätter auf Eier oder Larven kontrolliert werden ie ersten Anzeichen auf Getreidehähnchen treten je nach Witterung oft schon ab Mitte April, sonst im Mai oder Juni durch streifenförmige Fraßspuren auf. Von den zwei Arten des Getreidehähnchens ist das etwa fünf Millimeter große rothalsige Getreidehähnchen häufiger anzutreffen. Das Halsschild und die Beine sind rot, der restliche Käfer ist blau. Die Larven wirken wegen ihrer klebrigen, schleimigen Kotschicht wie Nacktschnecken mit stärker gewölbtem Körper und plumpen Beinen. Die neuen Generationen treten ab Juli auf. Nach einem Reifungsfraß überwintern sie im Boden. Befallsbegünstigende Bedingungen sind Trockenheit und

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Temperaturen über 17 Grad im Mai und Juni. Die Feldkontrolle sollte ab Mitte Schossen (EC 32) bis Beginn Ährenschieben (EC 51) erfolgen. Als Schadschwelle gelten durchschnittlich 0,5 bis 1 Ei oder Larven je Fahnenblatt.

Getreideblattläuse Die Getreideblattläuse verursachen durch ihre Saugtätigkeit an Blättern und Ähren kein spezifisches Schadbild, sofern sie nur in geringer Dichte auftreten. Bei starkem Befall sind vor allem die Ähren und Rispen dicht mit Blattläusen besetzt. Auf den befallenen Pflanzen siedeln sich dann bei hoher Luftfeuchtigkeit Schwärzepilze an. Die Schadwirkung der von Blattläusen übertragenen

Gelbverzwergungsviren hängt unter anderem von der Mobilität der Läuse und dem Infektionszeitpunkt ab. Die späte Wintergetreide-Aussaat trägt wesentlich zur Entschärfung des Problems bei, denn bei sinkenden Temperaturen im Herbst nimmt der Zuflug von Blattläusen und deren Vermehrungsrate ab. Die Saatgutbeizung mit dem Insektizid Gaucho 600 FS bietet sehr guten Schutz vor Gelbverzwergung. Häufig sterben die Blattläuse ab, bevor sie die Pflanzen infizieren können. Jedenfalls wird die Verbreitung der Krankheit durch ungeflügelte Nachkommen verhindert. Eine andere Bekämpfungsmöglichkeit besteht mit der Insektizidspritzung. Es kommen Insektizide wie

Biscaya (längere Wirkungsdauer) oder Karate Zeon in Frage. Weil bei warmer Witterung die Wirkung nur acht bis 14 Tage anhält, bietet ein einmaliger Insektizideinsatz nur beschränkten Schutz. Auf frühzeitig gesätem Wintergetreide zeigen sich erste Symptome des Gelbverzwergungsvirus schon im Herbst, das volle Ausmaß wird aber erst im Frühjahr sichtbar. Stark befallene Pflanzen sind nach Frost schon abgestorben. Das Schossen unterbleibt oder es werden nur wenige partiell taube Ähren ausgebildet. Typische Schadbilder sind auch streifige Aufhellungen zwischen den Blattadern und den Blatträndern.  Harald Fragner

Präparate, wie beispielsweise Adexar, Aviator Xpro oder Imput Xpro, aber auch Amistar OptiGladio Pack oder Credo-Champion Pack gut wirksam. Septoria tritici (Blattdürre des Weizens) hat in den letzten Jahren die Septoria nodorum (Spelzenbräune) im Auftreten überholt. Die Blattflecken fließen zu unregelmäßig geformten Nekrosen zusammen, die Blätter sterben schließlich ab und vertrocknen. Die Ähren werden jedoch nur sehr selten befallen. Im Gegensatz zur Spelzenbräune findet man bei der Blattdürre unter der Lupe die in Reihen angeordneten schwarzen Fruchtkörper. Der Verzicht auf Winterweizen-Frühsaat, die Wahl wenig anfälliger Sorten sowie eine reduzierte Stickstoff-

Düngung beugen vor. Fusarien können sowohl als Fuß-, Blatt- und Ährenkrankheiten auftreten. Ein Blattbefall (wässrige graugrüne Flecken) kann schnell die Ähre anstecken, wenn es zur Blüte regnet. Das bedeutet Kümmerkorn, partielle Taubährigkeit und durch die Bildung von Mykotoxinen steigt auch das Risiko einer minderwertigen Ernte. Wegen des hohen Fruchtfolge­ anteils von Mais ist diese Krankheit in der Steiermark besonders bekämpfungswert. Eine gute Verrottung von Maisstroh durch Häckseln oder Pflügen ist von größter Wichtigkeit. Zur direkten Bekämpfung während der Blüte haben sich besonders Prosaro und Osiris gut bewährt. 

Harald Fragner


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15. februar 2012

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15. februar 2012

Sortenempfehlung

Getreide mit der richtigen Düngung steuern

Sommergersten (Tabelle): Zu den ertragsstärkeren Sorten gehören Agrippina (Lager 2, Ertrag 3); Calcule (Lager 5, Ertrag 2) und Vienna (Lager 4, Ertrag 3). Zu den standfesten Sorten zählen Victoriana (Lager 2, Ertrag 4) und nochmals Agrippina. Als frühreif fallen Wilma (Lager 4, Ertrag 4); Tatum (Lager 4, Ertrag 4) und auch die bereits genannte Vienna auf. Strohreich im Sinne einer hohen Wuchshö-

Stickstoff zur passenden Zeit aber auch Mangan bei lockeren, trockenen Böden, wirken sich stark auf Ertrag aus

bwohl im Vorjahr Wintergetreide bedingt durch die frühe Maisreife sehr früh ausgesät werden hätte können, wurde lieber wieder zugewartet und die günstigen Anbaubedingungen verpasst. Anfangs hätte man meinen können, dass dies mit einer deutlich schlechteren Vorwinterentwicklung bestraft werden würde. Aber es kam glücklicherweise anders. Die warme Witterung im November begünstigte die Entwicklung hin zum Pflanzenoptimum von sechs Blättern bei Weizen und neun Blättern bei Gerste.

O

Stickstoffdüngung Faustregel: So niedrig wie nötig und so früh wie möglich. Die wahrscheinlich besser als erwartet in den Winter gegangenen Bestände sollten heuer nicht zu stark angedüngt werden. Wintergetreide benötigt zu Vegetationsbeginn je nach Entwicklung zwischen 30 bis 60 Kilo Stickstoff (N) je Hektar, bei schlechter Bodenstruktur sogar um 20 Prozent mehr. Gering ist der Bedarf bei guter Vorwinterentwicklung von beispielsweise mehr als drei bis vier Trieben (neun bis zwölf Blätter) je Pflanze. Entsprechend hoch ist der Bedarf bei schlechter Entwicklung, wo die Pflanze nur ein bis drei Blätter aufweist. Auch die Phosphordüngung kann bei dieser Gabe in Form von Volldüngern mit verabreicht werden. Auf schlecht strukturierten Böden ist die Phosphordüngung nochmals hervorzuheben. Sollte ein Bestand so dicht aus dem Winter kommen, dass weit mehr als vier Triebe je Pflanze vorhanden sind und nicht einmal mehr die braune Erde sichtbar ist, dann wäre eine Harnstoffblattdüngung sinnvoll, um die Bestockung nicht noch zusätzlich anzuregen. Mit dieser Maßnahme werden nur die besten Triebe gefördert, weil nur sie in den Genuss des Stickstoffs über das Blatt kommen. Von der Aufwandmenge an Harnstoff werden je Hektar 40 bis 50 Kilo Harnstoff (20 bis 25 Kilo N) in

300 Liter Wasser empfohlen. Die erste Stickstoffdüngung sollte so früh wie möglich und wenn wasserrechtlich erlaubt durchgeführt werden. Wintergerste darf bereits ab 1. Februar, anderes Wintergetreide erst ab 16. Februar mit stickstoffhaltigen Düngern versorgt werden. Spezielle zeitliche Auflagen existieren für Öpul-Betriebe und in Wasserschutz- und -schongebieten. Auf wassergesättigten, tief gefrorenen und schneebedeckten Flächen darf keine Düngung vorgenommen werden. Für jene, die ihre pH-Werte noch etwas auf Vordermann bringen wollen: Niedrige pH-Werte (unter 5,5 bis 6,0, je nach Bodenschwere) führen sowohl bei Mais aber noch stärker bei Getreide zu Ertragseinbußen. Notfalls kann mit kohlensaurem Kalk oder Mischkalk auf Wintergetreide gekalkt werden, wenn es die Bodenbedingungen erlauben. Sollten zu Vegetationsbeginn innerhalb der Bestockungsphase noch immer trockene Bedingungen herrschen, empfiehlt es sich, die Bestände mit einer zwei bis drei Kilo in 300 Liter Wasser Mangansulfatlösung zu besprühen. Dringend zu empfehlen ist bei extremer Trockenheit das Überwalzen der Bestände. Denn Trockenheit oder zu lockere Böden blockieren die für die Bestockung wesentliche Manganaufnahme.

len die Ährenzahlen je Quadratmeter und, schlimmer noch, die Kornzahl je Ähre.

Nicht zu dicht Gerade das letzte Jahr hat mit seinen dünnen Beständen bewiesen, dass die großen Erträge nur dann erreichbar sind, wenn die Bestände nicht zu dicht aus dem Schossen kommen. Dichte Bestände haben einfach schlechtere Tausendkorngewichte und damit

Stickstoffdüngung so niedrig wie nötig, so früh wie möglich. Karl Mayer, LK-Pflanzenbauexperte

auch eine schlechtere Futterqualität. Summa summarum sollten dünne Bestände mit weniger als 600 Trieben je Quadratmeter (Boden ist sichtbar) zum frühesten Termin (Schossbeginn, EC 29 bis 30) gedüngt werden. Das gleiche gilt auch auf leichten und trockenen Standorten. Dichte Bestände mit mehr als 2.000 Trieben je Quadratmeter sollten in Richtung Zweiknotenstadium gedüngt werden. Die Kontrolle der Triebspitze der jüngsten Triebe bietet hier eine gute Kontroll-

möglichkeit. Sollten diese bereits gelblich werden, weist das darauf hin, dass Stickstoff bereits in die Mangelsituation kommt und mit der Düngung begonnen werden sollte. Güllebetriebe sollten Düngefenster anlegen. Dabei wird die geplante N-Menge um 40 bis 50 Kilo N je Hektar über die Fläche reduziert und an einer ausgesuchten kleinen Fläche die reguläre Menge verabreicht. Sollte sich eine Aufhellung der niedrig gedüngten Fläche zeigen, dann wird die Spätgabe vorgezogen.

Sommergetreide sollte so früh wie möglich angebaut werden und das Feld zuvor bereits gedüngt worden sein  Agrarfoto.com

sommergersten

Sommergetreide-Saat Wenn die Bedingungen es zulassen, Anbau schon im Februar m Gegensatz zum Wintergetreide ist beim Sommergetreide die Ertragsbildung wesentlich von der Anzahl der ährentragenden Halme abhängig. Der Grund: Die Ährengewichte fallen, bedingt durch die geringere Kornzahl je Ähre, geringer aus. Deshalb muss die Bestockung mit allen Mitteln gefördert werden. Das heißt, einen so früh wie möglichen Anbautermin zu nutzen und bereits vor dem Anbau die Andüngung mit Stickstoff in

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Form eines Einzel- oder Volldüngers durchführen. Auch die Saatstärke ist höher: 300 bis 400 Körner bei Sommergerste und Hafer, sowie 280 bis 350 Körner bei Sommerweizen. Es gilt, je später ausgesät wird, umso höher sollte die Saatstärke gewählt werden, um die schlechtere Bestockung zu kompensieren. Apropos Saattermin, dieser sollte so früh wie möglich – wenn möglich schon im Februar – gewählt werden. Ab April wird der Sommergetrei-

deanbau im Süden immer uninteressanter, da die nötige Bestockungszeit und die erforderliche Kältestimmung für das Schossen fehlt. Bei Sommergetreide hat sich immer wieder gezeigt, dass die überlockerten Saaten nicht rasch genug ankeimen oder noch im Blattstadium Manganmangelsymptome zeigen. In diesem Fall sollte man nicht lange zögern, sondern sofort mit einer Walze die Bestände andrücken, um die Entwicklung zu beschleunigen. Karl Mayer

Schosserdüngung Mit der Schosserdüngung, die zwischen Schossbeginn (EC 30) – nur in Einzelfällen früher – und Zweiknotenstadium (EC 32) ausgelegt wird, beeinflusst man einerseits noch die Triebreduktion und anderseits die Kornzahl je Ähre. Die Höhe der Schosserdüngung schwankt zwischen 30 und 70 Kilo N je Hektar. Entscheidend ist die Wahl des Düngezeitpunktes, weil in diesem Zeitraum die Triebreduktion abläuft. Wird zu früh und zu hoch gedüngt, laufen die Bestände aus dem Ruder und werden lageranfällig. Wird zu spät und zu niedrig gedüngt, fal-

he sind Evelina (Lager 5, Ertrag 5) und die schon erwähnte Sorte Wilma. Sommerweizen: KWS Collada (Lager 3, Ertrag 3); Trappe (Lager 2, Ertrag 2) und SW Kadrilj (Lager 2, Ertrag 3). Hafer: Effektiv (Lager 3, Ertrag 4); der frühreife Espresso (Lager 6, Ertrag 4), Max (Lager 4, Ertrag 2); Obelisk (Lager 3, Ertrag 4), der frühreife Triton (Lager 5, Ertrag 4) und Typhon (Lager 5, Ertrag 3).

Stickstoffspätgabe Diese Düngung hat bei Weizen, insbesondere bei Mahl- und Qualitätsweizen die größte Bedeutung, weil damit der Proteingehalt und das Tausendkorngewicht beeinflusst werden können. Terminlich fällt die Düngung zwischen Fahnenblattstadium (EC 37, Fahnenblatt spitzt aus dem Halm) und Ähren-, Rispenschwellen (EC 49, Grannenspitzen). Die Höhe richtet sich nach dem Ertragsniveau und dem Aufhellen der Blätter und dem Fahnenblatt. Im Durchschnitt wird bei Futtergetreide 40 Kilo N je Hektar gedüngt. Höhere Werte von 60 bis 80 Kilo werden bei Mahlgetreide oder bei beginnender Aufhellung des ersten und zweiten Blattes unter dem Fahnenblatt berechnet, soweit darf es aber nicht kommen.  Karl Mayer

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Stickstoffdüngeempfehlung für Getreide Saattermin: Saatstärke Körner/m² Pflanzen Ende Oktober Triebe bei Veg.-Beginn (gezählt werden nur kräftige Triebe, mind. 3 Blätter) N-Düngeraufwand / dt Korn kg N/ha / % Herbst kg N/ha / % Veget.Beginn kg N/ha / % EC 30 – 32 kg N/ha / % EC 37 – 49

WW 1. – 10.10. 220 – 250 220

WR TR z WG 20. - 30.9 25.9 – 5.10. 15. – 25.9. 170 – 200 180 – 220 280 – 320 180 180 280

m WG 15. – 25.9. 220 - 250 200

400 – 500

350 – 450

350 – 450

1000–1200

600 – 800

1,8 – 2,4 1,5-1,7 1,6 - 1,8 ------------30 – 50 / 22 30 – 40 / 30 40 – 70 / 40 40 – 70 / 33 30 – 60 / 35 30 – 40 / 30 50 – 100 / 44 40 – 50 / 35 40 – 50 / 30

1,7 – 2,0 0 – 25 / 10 50 – 70 / 40 30 – 50 / 25 40 – 50 / 25

1,6 - 1,9 0 – 25 / 10 40 – 60 / 30 50 – 60 / 35 40 – 50 / 25

Quelle: Dr. Dennert; N-Düngergaben bei EC 30 – 32 und 37 – 49 je nach Bodennachlieferung usw. evtl. splitten

Agrippina Bojos Calcule Cerbinetta Datcha Eliseta Estana Evelina Espinosa Felicitas Kontiki Paula Plasma Quench Saide Signora Sunshine Tatum Victoriana Vienna Vivaldi Wilma Xanadu

Reife Wuchshöhe Lager Mehltau Zwergrost Netzflecken Rhynchosporium nichtparasitäre Blattverbräunungen/Ramularia Ertrag

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Sorte

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6 6 7 5 4 3 3 5 6 6 6 5 5 7 4 5 6 5 6 4 5 4 4

4 4 3 3 3 5 2 6 4 3 3 4 3 2 3 3 4 4 3 4 3 5 3

2 3 5 4 4 7 2 5 4 4 4 3 3 4 4 2 3 4 2 4 4 4 3

2 2 5 2 2 2 8 5 2 2 2 2 2 2 2 2 5 2 2 3 2 4 2

1 = sehr gut, 9 = sehr schlecht

3 5 3 5 7 6 7 6 7 6 7 4 6 8 6 5 3 4 6 5 6 4 7

4 5 3 4 5 5 6 3 4 4 4 6 5 6 5 6 5 5 5 3 5 3 7

3 5 3 4 5 6 5 4 4 4 4 5 4 3 5 3 4 3 5 4 3 3 4

6 7 5 6 7 7 7 5 6 7 7 6 6 7 7 7 5 6 7 5 6 5 7

3 5 2 2 3 5 7 5 2 4 4 5 5 3 4 7 4 4 4 3 5 4 7


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Landwirtschaftliche Mitteilungen

Kümmel Winterkümmel ist bei rechtzeitigem Anbau eine sehr robuste und ertragstreue Kultur. Für gute vermarktbare Qualitäten ist eine rechtzeitige Ernte (abgeregneter Kümmel hat wesentlich geringere ätherische Ölgehalte), keine Lagerfrucht und vor allem die Freiheit von Sklerotien notwendig. Gegen Sklerotinia sollte eine Vorsaateinarbeitung von Constanz WG erfolgen. Kümmel wächst praktisch in allen Klimagebieten und ist extrem winterhart. Die Vermarktungspreise richten sich hauptsächlich nach der erzielten Qualität (Reinheit, ätherischer Ölgehalt, frei von Verpilzung, Verunreinigungen durch Vogelkot etc.) und dem Angebot am Markt. Eine nachhaltig größere Kontraktfläche in Österreich bedarf also großer Anstrengung in Richtung Produktqualität. Unter diesen Voraussetzungen ist eine ähnliche Kontraktfläche wie 2011 (300 Hektar) eventuell möglich. Die großen Erntemengen aus dem Jahr 2011 in Österreich und anderen Ländern und die teilweise schwächere Qualität bezüglich ätherischem Ölgehalt und vor allem Sklerotienbesatz drückt aber derzeit auf den Marktpreis. Kümmel hat wie Mohn eine hervorragende Vorfruchtwirkung, Anbaupausen von mindestens vier Jahren sind in der Fruchtfolge einzuhalten.  Josef Krenn

15. februar 2012

Mit Raps durchstarten

Korngewürze Für die Steiermark ist hier von den Erträgen und der Robustheit vor allem Kümmel interessant. Auch Mohn kann im Osten auf sehr guten Böden durchaus interessant sein. Es gäbe durchaus noch weitere Kulturen, die in kleinerem Flächenumfang in unserem Klima wachsen würden. (Anis, Fenchel, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, etc.). Diese Kulturen sind aber noch bezüglich Anbauempfehlungen, Vermarktungsmöglichkeiten nicht vollständig ausgetestet und werden nur als kleine Versuchsflächen angeboten. Das Problem bei den Korngewürzen ist nicht der Ertrag, sondern die Qualität, da es bei uns meist zu feucht ist.

Getreide & Altenativen

Im Vorjahr wurden Rapsbestände vielfach vorschnell umgebrochen edingt durch die hervorragenden Anbau- und Witterungsbedingungen bis zur Vegetationsruhe hat sich der Raps in weiten Teilen der Steiermark überdurchschnittlich entwickelt. Es ist sogar zu befürchten, dass zu dicht gesäte oder unregelmäßig gesäte Bestände zu sehr „aufgestängelt“ haben und bei extremen Minustemperaturen zum Auswintern neigen. Für einen guten Ertrag sind mindestens 30 regelmäßig verteilte Rapspflanzen mit mindestens acht, besser zwölf Blättern je Quadratmeter erforderlich. Bei weniger Pflanzen müsste die Entwicklung über zehn, oder gar zwölf Blätter je Pflanze fortgeschritten sein. Bei Beständen unter 20 Pflanzen je Quadratmeter ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein wirtschaftlicher Erfolg entsteht, wenn auch noch eine schlechte Pflanzenentwicklung gegeben ist, sodass ein Umbruch das Sinnvollste wäre. Im Vorjahr wurden vielfach vorschnell Rapsbestände umgebrochen, weil die Blattzahl zu Vegetationsbeginn nicht über die vier Blätter hinausgekommen ist. Durch eine kräftige und frühzeitige Andüngung hätte man diese Bestände trotz allem noch auf über 3 bis 3,5 Tonnen je Hektar bringen können. Die nächste Frage, die beantwortet werden muss, ist jene, wie der Bestand über den Winter gekommen ist. Je höher der Blattverlust, desto höher müsste die erste NGabe ausfallen, weil der Stickstoff, welcher in den Blättern gespeichert war, nicht so schnell wieder in die Pflanze kommt. Eine Übersicht über die Rapsdüngung ist in der Tabelle dargestellt.

B

mit 50 bis 70 Kilo N je Hektar angedüngt. Bei bis zu zehn Blättern starkem Raps kann sich das Düngungsniveau auf 30 bis 40 Kilo N je Hektar absenken. Bei hohem Blattverlust erhöht sich die Menge um 15 Kilo je Hektar.

Zweite Gabe zu Schossbeginn Diese erfolgt, wenn der Rapsspross etwa 10 bis 15 Zentimeter hoch ist (Rapspflanze ohne Blätter), oder die gesamte Pflanze rund 40 Zentimeter hoch ist. Das optimale zeitliche Stadium wird hier oftmals übersehen, weil die Erstgabe doch erst kürzlich verabreicht wurde. Zeitlich ist dieser Termin Ende März bis Anfang April. Bei warmer Witterung könnte sich die zweite Gabe heuer vorverschieben. Die Höhe wird aus der ersten Düngung abgeleitet. Das heißt, wurde schon bei der ersten Gabe eine hohe N-

Menge gedüngt, dann ist diese im Sinne des Wasserrechtsgesetzes adäquat zu reduzieren. In Summe dürfen die gedüngten N-Mengen die Werte der sachgerechten Düngung nicht überschreiten. Die Höhe der Stickstoffgabe zu diesem Zeitpunkt liegt zwischen 80 und 100 Kilo N je Hektar. Eine Spätgabe zum Zeitpunkt der Frühblüte ist in unseren Breiten nicht häufig. Sinnvoll wäre sie, sofern absehbar ist, dass sehr hohe Ertragspotenziale von über vier Tonnen je Hektar vorhanden sind. In diesem Fall wird Harnstoff über die Spritze in einem Ausmaß von 40 bis 50 Kilo je Hektar (20 bis 25 Kilo N) auf das Blatt aufgebracht. Nicht auf die Bor- (1 Kilo Solubor) und Bittersalzblattdüngung (5 bis 10 Kilo für die Schwefelversorgung) bei jeder Pflanzenschutzspritzung vergessen! Karl Mayer

stickstoffDüngung bei Raps

Stickstoffmene kg/ha je nach BlattStickstoffteilgaben in der entwicklung über den Winter Vegetationsperiode: bis 6 Blatt bis 8 Blatt bis 10 Blatt 1.Startdüngung bei Vegetationsbeginn im Frühjahr * ohne Stickstoffmangelsymptome kg N/ha: 70 bis 90 50 bis 70 30 * mit Stickstoffmangelsymptomen kg N/ha: 80 bis 100 65 bis 85 40 bis 60 80 bis 100 kg N/ha 2. N-Düngung Schossbeginn 3. N-Düngung bei Blühbeginn 10 bis 30 kg N/ha (Harnstoffblattdüngung)

Getreide & Altenativen

Bormangel führt zu Herzfäule

Zuerst ist es wichtig die Bestände, und dann die Angaben am Pflanzenschutzmittel im Auge zu haben auptthema im Raps ist zweifellos die Bekämpfung der Schädlinge im Frühjahr. Das immer stärker werdende Auftreten des Rapsglanzkäfers sowie der Rapsstängelrüssler sind eine Bedrohung für den Ertrag. Während der Rapsglanzkäfer direkt die Schotenanlagen zerstört, weil er die Knospen auf der Suche nach Pollen vor der Blüte anfrisst, verursachen die Stängelrüssler­ -Arten durch ihre Ausbohrlöcher Eintrittspforten für Pilzkrankheiten, wie beispielsweise die Weißstängeligkeit (Sklerotinia). Raps- und Kohlschotenrüssler befallen schon sehr zeitig den Raps. Erwachen aus der Winterstarre und Zuflug mit anschließender Eiablage sind durchaus innerhalb eines Tages möglich. Es ist deshalb notwendig, rechtzeitig Gelbschalen auf-

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u Gräsermittel: Fusilade Max, Focus Ultra, Agil S sowie Targa Super, Select 240 EC oder Panarex. Gegen Quecke empfiehlt sich Fusilade Max, Panarex oder Targa Super. Karl Mayer

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Garaus den Rapsschädlingen im Frühjahr

u Für Notmaßnahmen im Frühjahr stehen wenige Präparate zur Verfügung. Effigo, 0,35 Liter je Hektar, erfasst neben Kamille auch Klettenlabkraut, Kornblume, Kompasslattich, Kreuzkraut und DistelArten. Ehrenpreis, Taubnessel oder kreuzblütige Unkräuter werden nicht erfasst.

Schlecht überwintert, stark andüngen

Landwirtschaftliche Mitteilungen

­Rapsglanzkäfer: Die Schadschwelle liegt bei fünf bis sechs Käfer pro Pflanze am Feldrand oder drei Käfer pro Pflanze im Bestand  lk

zustellen, um den Zuflug zu kontrollieren. Als Schadschwelle werden zehn gefangene Käfer innerhalb von drei Tagen pro Gelbschale angenommen. Die Schadschwelle bei Rapsglanzkäfer liegt bei fünf bis sechs Käfer pro Pflanze am Feldrand beziehungsweise bis zu drei Käfer pro Pflanze im Bestand.

Schädlings-Bekämpfung Die Bekämpfung der Rapsschädlinge erfolgt in erster Linie mit Pyrethroiden. Sind diese als minderbienengefährlich eingestuft, darf die Ausbringung in blühenden Beständen nur außerhalb der Bienenflugzeit erfolgen. Dabei muss man aber auch blühende Unkräuter wie Ehrenpreis oder Taubnessel beachten. Als bienenungefährlich sind die Pyrethroide Karate Zeon (maximal

Raps-unkraut

Andüngung Vegetationsbeginn Erlaubt ist diese Düngung ab dem 1. Februar, sofern der Boden nicht schneebedeckt, wassergesättigt oder tief gefroren ist. In Wasserschutz- und -schongebieten gelten eigene Termine, ebenso für Öpul-Teilnehmer. In der Regel wird ein durchschnittlich entwickelter Raps mit acht Blättern je Pflanze und geringem Blattverlust

15. februar 2012

eine Anwendung) und Mavrik eingestuft. Trebon 30 EC darf nur außerhalb der Bienenflugzeit bis 23 Uhr eingesetzt werden. Mavrik und Trebon 30 EC haben einen etwas anderen Wirkungsmechanismus (Klasse I) als die üblichen Pyrethroide, sodass der Einsatz dieses Produktes auch im Sinne von Resistenzmanagement bei Glanzkäfer überlegenswert wäre. Neu ist das Produkt Plenum 50 WG, das einen völlig neuen Wirkmechanismus besitzt. Leider ist das Produkt bienengefährlich und darf deshalb in blühenden Beständen (gilt auch für blühende Unkräuter!) nicht eingesetzt werden. Bei Wirkstoffwechsel in Richtung Neonicotinoide können Biscaya oder Mospilan 20 SG (beide nicht bienengefährlich) eingesetzt werden. Dabei ist neben einem grundsätzlich anderen Wirkungs-

mechanismus eine längere Wirkung zu erwarten, sodass man auch mit einer Zusatzwirkung gegen Kohlschotenmücke rechnen kann. Allerdings sind diese Produkte auch teurer und werden eher zur insektiziden Abschlussbehandlung empfohlen.

Abstände Die Abstände zu Oberflächengewässern sind sehr verschieden. Ältere Rapsinsektizide haben einen Abstand von fünf bis zehn Metern, während neuere Produkte von 15 bis fünf Meter Regelabstand schwanken. Bei einer Abdriftminderungsklasse von 75 Prozent sind aber Reduktionen bis auf einen Meter möglich (Biscaya). Decis flüssig darf neben Gewässern nur mit einer 90 Prozent-Düse und 15 Meter Mindestabstand eingesetzt werden.  HF

Raps-Krankheiten u Der geringe Fruchtfolgeanteil von Raps bedingt auch nur einen geringen Krankheitsdruck. Die größte Bedeutung kommt der Phoma Wurzelhalsund Stängelfäule sowie der Weißstängeligkeit (Sclerotinia) zu. Meist nur bei intensiver Führung und hoher Ertragslage ist die Behandlung auch wirtschaftlich. Wird im Herbst zur Verbesserung der Winterhärte ein Fungizid (beispielsweise Folicur, Caramba, Carax, Tilmor oder Toprex) gespritzt, ist die Phoma-Behandlung praktisch inkludiert. Infektionen auf Blatt und

Wurzelhals werden kaum zu stängelumgreifenden Einschnürungen und Vermorschungen führen. In Frühsaaten, bei frohwüchsigen Sorten sowie auf Standorten mit Neigung zu Kahlfrösten hat sich der Einsatz azolhältiger Fungizide bewährt. Eine Behandlung erfolgt meist zum Sechs-Blatt-Stadium des Rapses. u Die Weißstängeligkeit oder Rapskrebs (Sclerotiniasclerotiorum) kann durch vorzeitiges Aufbrechen von Schoten und Verringerung des Tausendkorngewichtes zu Ertragsverlusten von bis zu 30 Prozent führen. Ein Fungizideinsatz

vor Abfallen der Blütenblätter ist bei erwarteter feuchter Witterung in der Intensivproduktion anzuraten. Meist erscheinen erst nach der Blüte längliche, später stängelumfassende helle Flecken an Haupt- und Seitentrieben. Die Flecken erscheinen fahlgelb bis weißlich und sind im Zentrum gräulich gefärbt. Der Pilz zerstört Rinde und Mark und führt zum vorzeitigen Absterben der darüber liegenden Triebe und Schoten. Im Stängel findet man hellgraue, später schwarze, Dauerfruchtkörper.  Harald Fragner


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Getreide & Altenativen

Landwirtschaftliche Mitteilungen

15. februar 2012

15. februar 2012

Getreide & Altenativen

Sojabohne in der Steiermark

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Versuchserkenntnisse lassen die Reihenweiten für Soja schrumpfen. Es gibt aber Ausnahmen Saattermine ab dem 20. April bis Anfang Mai sind daher empfehlenswert. Versuche des Landes Steiermark und der Landeskammer haben ergeben, dass die optimalen Anbautermine von Jahr zu Jahr unterschiedlich sind. Bei warmer Frühjahrswitterung konnten in manchen Jahren frühere als genannte Termine bessere Erträge bringen. In der Regel ist man jedoch auf der sicheren Seite, wenn eher später ausgesät wird, vor allem dann, wenn mit gravierenden Spätfrösten zu rechnen ist.

n der aktuellen Fruchtfolgediskussion stellt Soja neben Ölkürbis, Raps und Hirse eine Möglichkeit dar, die sich insbesondere Betrieben ohne Gülle als einfache Lösung bei derzeit guten Preisen präsentiert. Dennoch muss dabei vor dem Anbau die chronisch schlechte pH-Wert-Situation mancher Flächen in der Steiermark beachtet werden, welche sich nicht günstig auf die Entwicklung der Knöllchenbakterien auswirkt. Das heißt eine Kalkung auf pHWerte von 6 und darüber wäre optimal.

I

Saatstärke und Saattiefe Saatstärken um 60 bis 70 Körner je Quadratmeter sind für Soja ideal. Letztendlich sollten damit 50 bis 60 Pflanzen je Quadratmeter am Feld verbleiben. Bei Reihenweitenversuchen des Landes Stei-

Anbauzeitpunkt Soja stellt an die Bodentemperatur relativ hohe Ansprüche, wobei diese etwa jenen des Maises entsprechen (acht bis zehn Grad).

4 3 4 2 2 2 2 3 3 4

4 3

Virosen

5 3 4 5 4 2 5 4 4

Bakteriosen

Peronospora

2 2 1 2

Sclerotinia

Kornausfall

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Lager

Wuchshöhe

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Ertrag rel. %

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Sojabohnensorten AGES 2012

3 3

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2 4 6 4 6 4 5 4 2

4 3 3 3 3 3 3 4 3 3

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Reifegruppe OOO

Aligator Cordoba Daccor Gallec Lotus Malaga Petrina Proteix Sultana

38,5 dt/ha 103 102 97 98 94 107 103 101 109

3 4 3 2 4 4 4 4 3

5 3 3 6 5 2 4 4 3 5 5 3 5 4 1 5 4 1 5 5 4 6 6 4 4 3 3 Reifegruppe OO

42,4 dt/ha Cardiff 92 6 5 ES Dominator 108 6 6 Flavia 104 7 5 Naya 106 6 3 Sigalia 108 7 5 Sinara 112 7 6 ES Mentor 114 7 5 Suedina 103 7 4 Essor 6 5 Kent 7 5 Legende: 1 sehr gut, 9 sehr schlecht

2 2 3 1 2 3 2 3 2 2

3 7 4 2 2 1 3 3 3 5

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2 1

2 5 3 5 3

2 5 4 3 3

ermark und der Landeskammer hat sich ergeben, dass nicht über die Reihenweite von 24 Zentimeter hinausgegangen werden sollte, sofern keine Hacke vorgesehen ist. Nur wenn Soja gehackt wird, was Luft und damit für Soja wichtigen Luftstickstoff in den Boden bringt, führen größere Reihenweiten von 40 Zentimetern zu

Ohne Hacke sollte die Reihenweite höchstens 24 Zentimeter betragen. Karl Mayer, LK-Pflanzenbau-Experte

einem Mehrertrag. Sehr schwere Böden sollten sowieso gehackt werden, um den Knöllchenansatz zu fördern. Bei der Drillsaat wird jedes zweite Schar geschlossen. Bei der Einzelkornsaat soll die Reihenweite 40 Zentimeter betragen, womit noch eine Hacke möglich ist. Die Saattiefe soll etwa zwei bis vier Zentimeter betragen (zwei Zentimeter bei früher Saat, und auf schwer erwärmbaren Flächen; drei bis vier bei späterer Saat sowie bei leichten und gut erwärmbaren Flächen). Im Handel werden Packungen mit 150.000 Körner angeboten, womit vier bis viereinhalb Packungen je Hektar notwendig sind.

Probstdorfer Saatzucht bietet breites Sortenangebot

werden. Bei einem Teil der Sorten wird seit dem Vorjahr ein neuer „Kleber“ zur Aufbringung der Knöllchenbakterien verwendet, und zwar nicht mehr auf Torfbasis. Dadurch haben die beimpften Sojabohnen eine glatte Oberfläche. Die etwa zweieinhalb fache Bakterienkonzentration bietet noch mehr Sicherheit bei Stressbedingungen und eine bessere Rieselfähigkeit bei der Saat.

Inokulierung am Betrieb

Schwere Böden sollten gehackt werden, um den Knöllchenansatz zu fördern. Dazu sind aber größere Reihenweiten notwendig  ernteverband

In der Praxis werden die Rhizobien, das Sojabohnensaatgut und der Klebestoff in einer Mischmaschine zusammengebracht, einige Zeit gemischt und dann angebaut. Die Aussaat hat unmittelbar nach der „Impfung“ zu erfolgen, weil die Lichtstabilität der Knöllchenbakterien sehr gering ist (direkten Kontakt Sonnenlicht und geimpftes Saatgut vermeiden).

Düngung Eine Düngung mit Stickstoff ist nicht sinnvoll (Ausnahme: geringer Knöllchenansatz). Wirtschaftsdünger sorgen für eine Abreifeverzögerung und sollen nicht vor Sojabohnen ausgebracht werden. Eine Düngung mit Phosphor und Kali kann bei Bodengehaltsstufen C (mittel) bis D (sehr hoch) unterbleiben. Bei geringer Borversorgung (Gehaltsklasse A) kann eine Blattdüngung mit rund zwei Kilo Bordünger sinnvoll sein.

Z-Saatgut

Ernte und Sortenwahl

Eine jährliche Inokulierung des Sojabohnensaatgutes ist eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Sojabohnenanbau. Für den Landwirt ergeben sich zwei Möglichkeiten: Den Kauf von Z-Saatgut oder die Inokulierung am eigenen Betrieb. Bei Z-Saatgut wird von der Saatgutfirma das Aufbringen der Knöllchenbakterien (Rhizobien) übernommen. Die Lebensdauer der Knöllchenbakterien beträgt rund sechs bis acht Wochen. Überlagertes Z-Saatgut kann wieder verwendet, muss aber neu „geimpft“

Der Erntezeitpunkt ist in der Regel wenige Tage nach dem vollständigen Blattfall erreicht, wenn die Sojabohnen in den Hülsen frei liegen (mit dem Fingernagel schwer einzuritzen). Ziel sollte sein, dass die Sojabohnen bis Ende September geerntet sind. Die Abrechnung erfolgt auf Basis von 13 Prozent Erntefeuchtigkeit. 00 Sorten sollen nur in Gunstlagen verwendet werden, ansonsten soll der frühen Abreife bei der Sortenwahl ein großes Augenmerk geschenkt werden (siehe Tabelle). 

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Landwirtschaftliche Mitteilungen

Karl Mayer

Pflanzenschutz bei Soja u Die Sojabohne reagiert im Jugendstadium wie Mais oder Ölkürbis empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Samenunkräuter wie Hühner- und Borstenhirse oder Weißer Gänsefuß, sind sowohl im Vorauflauf (Dual Gold, Artist, Stomp Aqua, usw.) als auch im Nachauflauf mit sämtlichen Herbiziden sehr gut in Griff zu kriegen. Tritt vermehrt Winde und Distel auf, ist Harmony SX im Splittingverfahren eine der besten Lösungen. u Häufig sind aber Problemunkräuter wie Schwarzer Nachtschatten oder Ambrosie in Soja zu finden. Ist dies der Fall, kann im Vorauflauf zwei Kilo Artist je Hektar eingesetzt werden (Feuchtigkeit notwendig), wobei die Wirkung im Laufe der Saison nachlassen wird. Weniger sicher in der Wirkung ist Stomp Aqua mit 1,5 Liter je Hektar. Wird höher dosiert, können Verträglichkeitsprobleme bei Soja auftreten. Für 2012 hat Pulsar 40 die „§13 Gefahr in Verzug-Zulassung“ mit maximal 1 Liter je Hektar (oder 2 x 0,5 l/ha) erhalten (Anwendung vom 1. April bis 30. Juni 2012 erlaubt;

weiters nur alle drei Jahre auf derselben Fläche). Somit kann Schwarzer Nachtschatten und Ambrosie auch im Nachauflauf bekämpft werden. Aber Vorsicht bei Ambrosie, da bereits zu große oder bestockte Pflanzen wieder durchtreiben können. u Als Alternative könnte die Mischung von Harmony SX mit Basagran bis zum Zwei-Blatt-Stadium von Nachtschatten und Ambrosie angewendet werden, wobei Basagran für gute Wirkung klares Wetter braucht. u Die Praxis hat gezeigt, dass sich im Splitting-Verfahren zuerst 0,5 Liter Pulsar 40 + 7,5 Gramm Harmony SX + 0,1 Prozent Zellex CS gut eignet. Fünf bis zehn Tage später dann entweder 7,5 Gramm Harmony SX + 0,1 Prozent Zellex CS oder 7,5 Gramm Harmony SX + 0,5 Liter Pulsar 40 beziehungsweise 0,5 bis 1 Liter Basagran. In beiden Fällen kann ein Gräsermittel zugegeben werden.

Die steirischen Landwirte haben in den Sojagunstlagen die Qual der Wahl. Denn mit Flavia, Siagalia und Sinara stehen drei Hochleistungssorten zur Verfügung. In 000-Gebieten war die Resonanz auf die frühreife Proteinkaiserin Sultana eindrucksvoll. Alle Probstdorfer Sojabohnen werden als hochwertig beimpftes Qualitätssaatgut in 150.000 Korneinheiten abgepackt. Die empfohlene Saatstärke von 60 Korn/m² bzw. 4 Packungen.

Qualitätshafer Der extrem frühreife Trition ist nach wie vor die Hauptsorte in den raueren Lagen. Auf besseren, tiefgründigeren Standorten sollte der äußerst standfeste Scorpion zum Einsatz kommen. Scorpion besticht zudem durch hohe

und stabile Ertragsleistungen, exzellente Kornqualität, hohen Futterwert und Schälhaferqualität.

Futtergersten Die standfesten Probstdorfer Sommerfuttergersten Vienna und Victoriana sind unkompliziert zu führen und daher für sämtliche steirische Gerstenlagen geeignet. Beide verfügen über eine sehr gute Standfestigkeit und ausgezeichnete Kornausbildung. Vor allem die gesunde Vienna ist 1. Wahl für Biobetriebe. Bei Strohbedarf sind Danuta und Eunova zwei bewährte Sorten. Informieren Sie sich über das Probstdorfer Sortenangebot bei den Herren Drabits (02215 2219 55) und Göttfried (02215 2219 56) oder unter www.probstdorfer.at. 

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Abkürzungen: G: Getreide; T: Triticale; D: Durum; WiD: Winterdurum; Di: Dinkel; H: Hafer, WH: Winterhafer; WR: Winterroggen; SR: Sommerroggen; WW: Winterweizen;, Pflanzenschutzreferat LK Steiermark 2012; Alle Angaben ohne Gewähr

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